Deine Antworten geben mir folgenden Eindruck:
- Du siehst es klar: Wohin du auch schaust - da ist kein Ich!
- Zwischendurch tauchen Zweifel und Unsicherheit auf, die in verschiedenen Varianten einwenden: “Aber wie das ist nur möglich? Das kann doch nicht sein!“
Würdest du meinen Eindruck so bestätigen?
Dann schau:
Ist da jemand, der zweifelt und fragt?
Oder sind diese Zweifel nichts anderes als aufploppende Gedanken - von niemandem gedacht?
Können sie irgend etwas daran ändern, dass ein eigenständiges Ich einfach nirgends zu finden ist?
Schauen wir auf ein paar Aspekte noch spezifisch:
6) Was lässt geschehen, was geschieht? Wie funktioniert das?
Was lässt geschehen? Die körperliche Erscheinung - eine Präsenz, dieser Frieden
Das sind meine Geschichten - wie ich meine zu sein oder sein zu müssen - aufgrund von Erfahrungen und Konditionierungen. Hieraus tauchen Handlungen auch einfach so auf, oder?
Schau einfach hin und prüfe:
Ist es so? Kannst du das aufgrund der direkten Erfahrung bestätigen?
Das Erleben hat tatsächlich nichts mit mir zu tun. Was aber ist hier dann dieses „mir“?
Kann es sein, dass diese Frage als Reaktion auf den vorherigen Satz aufkam? Du hattest deine Erfahrung beschrieben, und wurdest beim Lesen des Satzes plötzlich stutzig: „Wenn ich doch „mir“ schreibe - was ist dann damit eigentlich gemeint?“
Hier ist es hilfreich, sich über Folgendes klar zu sein:
Die Wörter „ich“, „mich“, „mir“ dienen einfach als praktische Kommunikationswerkzeuge. Sie haben z.B. in deinem Bericht klar gemacht, dass der Organismus mit der Bezeichnung „fannifilou“ gestern in der Bäckerei war und nicht ich oder eine Freundin von dir. Oder wenn du einem Kollegen am Telefon sagst: „Ich komme 15 Minuten später“, weiß er, dass du ihn nicht der Verspätung beschuldigst, sondern über deine eigene Verspätung sprichst. In diesem praktischen Sinne benutzen wir den lieben langen Tag die Wörter „ich“, „mich“, „mir“, weil es die Kommunikation erleichtert. Die Verwirrung setzt nur ein, wenn geglaubt wird, dass sie sich auf eine Entität beziehen, die eigenständig handelt, kontrolliert, denkt und erlebt. Schau jetzt!
Ist ein solches eigenständiges Ich/Selbst, welches im Zentrum des Organismus am Steuer sitzt und die Kontrolle hat, irgendwo auffindbar?
Mit dem Tod zerfällt diese Erscheinung und dann? Da gibt es doch irgendeine Präsenz, der dieser Zerfall nichts ausmacht.
Untersuche es:
Was ist jetzt da? Eine Präsenz, die erfährt, oder einfach… direktes Erfahren + vielleicht ein Gedanke, der sagt: „Da müsste doch eine Präsenz sein“?
Braucht Erfahren einen „Erfahrer“, damit es geschieht? (Denk nicht darüber nach, sondern schau, was tatsächlich erlebt wird)