Stille

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Re: Stille

Postby maureena » Thu Mar 22, 2018 10:31 pm

Fehlt etwas?
Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten.
Wenn ich mich auf den mich umgebenden leeren Raum konzentriere, ihn zu empfinden versuche, wird es innerlich ganz ruhig, still und auch bewegungslos. Dann tauchen meist Gedanken auf, die mich daran erinnern, dass es eine Frage gibt, auf die eine Antwort gesucht wird….. Die Frage, ob in der Leere etwas fehlt, führt bei mir dazu, dass nach Dingen gesucht wird, die fehlen…. Der Verstand ist dann am arbeiten…..
Da scheint es dann wie zwei unterschiedliche Wahrnehmungen zu geben. Wobei sich die Gedanken auf das, was ist, irgendwie draufsetzen.
Warum hänge ich da so dran fest? Habe das Gefühl, ich kreise und kreise und kreise….. um den heißen Brei herum….
Ich verstehe meine Situation selbst nicht.
Ich beklage mich, dass ich immer noch so sehr an den Ich-Gedanken festhalte; so fühlt es sich jedenfalls an….. stehe mir selbst im Weg….öde mich selbst an, nerve mich…. Denn ich habe den Eindruck, dass die Ich-Illusion durchschaut ist – aber nix mit meinem Leben, mit meinem Alltag zu tun hat. Denn vom Eindruck her mache ICH immer noch alles…. Das ist irgendwie sehr schräg und macht mich oft ärgerlich…. Weil ich nicht weiß, was da an Erwartungen und Wünschen schlummert….
Ich mag überhaupt nicht mehr in dieser „Ich-Form“ schreiben – es fühlt sich aber nach wie vor stimmiger an, weil ICH ja schreibe. Und dennoch weiß ich, dass alles Gedanken sind, die jetzt geschrieben werden. Ich weiß es, aber ich empfinde es nicht.
Und es ist wie ein aufgeblasener Wunsch, das auch wirklich empfinden zu wollen. Diesem Wunsch scheine ich immer noch hinterher zu jagen.
Und manchmal denke ich, ich schreibe hier gar nichts mehr, weil mich alles einfach nur nervt. Weil ich mich total nerve.
Ich weiß nicht, was bei mir selber fehlt. Was mir fehlt oder was zu viel ist.

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Glueckseligkeit
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Re: Stille

Postby Glueckseligkeit » Sat Mar 31, 2018 2:16 pm

Entschuldige die Pause...

Wenn ich mich auf den mich umgebenden leeren Raum konzentriere, ihn zu empfinden versuche, wird es innerlich ganz ruhig, still und auch bewegungslos.

Sehr schön.

Dann tauchen meist Gedanken auf, die mich daran erinnern, dass es eine Frage gibt, auf die eine Antwort gesucht wird….. Die Frage, ob in der Leere etwas fehlt, führt bei mir dazu, dass nach Dingen gesucht wird, die fehlen…. Der Verstand ist dann am arbeiten…..

Bleibe "die Leere"! Lass die Gedanken und Dinge in der Leere einfach auftauchen und wieder verschwinden. Schnapp sie Dir nicht. Lass sie einfach sein.

Leere ist wie Wahrnehmung. Wahrnehmung ist wie Leere. Oder ist Leere Wahrnehmung und umgekehrt?
Was kann darin jemals stören? Kann etwas die Leere oder die Wahrnehmung überhaupt stören? Wann stört etwas in der Wahrnehmung oder der Leere?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Stille

Postby maureena » Tue Apr 10, 2018 7:16 pm

Lieber Andreas,

bitte entschuldige mein langes Schweigen; es gab keinen Impuls zum Schreiben….
Dabei gehe ich immer wieder in den leeren Raum hinein. Verweile dort und versuche einfach wahrzunehmen. Gedanken kommen sehr schnell; manchmal gehen sie einfach weiter, manchmal ist es doch auch so, dass sie scheinbar so attraktiv sind, dass sich drangehängt wird. Und dann ist da ein Fließen von einem Gedanken zum nächsten - unaufhörlich.
Die Leere scheint es nicht zu interessieren. Sie ist stets das, was sie ist. Das ist schön zu bemerken. Sie ist einfach leer, egal, was und wieviel in ihr auftaucht. Sie bleibt stets die Leere. Der Wahrnehmung ist es auch egal, alles wird wahrgenommen. Auch die Identifikation wird wahrgenommen. Da ist nichts, was die Wahrnehmung stören könnte. Ich kann die Leere von der Wahrnehmung auch gar nicht wirklich unterscheiden. Außer vielleicht, dass ich mich, wenn ich mich in den leeren Raum begebe, irgendwie nach außen bewege. Und die Wahrnehmung erlebe ich eher "innen". Aber irgendetwas stimmt daran nicht.....
Was kann darin jemals stören? Kann etwas die Leere oder die Wahrnehmung überhaupt stören? Wann stört etwas in der Wahrnehmung oder der Leere?
Es ist letztendlich der Ich-Gedanke, der wie ein Störenfried wahrgenommen wird. Wenn dem Ich-Gedanken geglaubt wird, wenn also geglaubt wird, dass „ich höre“, dass „ich sehe“, dass „ich denke“, usw., dann stört es in der Wahrnehmung und in der Leere. Etwas schiebt sich „dazwischen“.
Und ich merke auch, dass es mir fast nicht möglich ist, in der Meditation den Körper und „seinen Innenraum“ zu verlassen. Es gibt dann ein „innen“ und ein „außen“. Die Leere ist außen und ich versuche, sie „in mir“ bzw. in meinem Körper zu spüren. Es bleibt stets diese Trennung da. Und das fühlt sich nicht stimmig an. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Es ist halt so, dass der Körper mit einer „Ich-Instanz“ so stark verwoben ist, dass stets in Form von „innen und außen“ gedacht und „geordnet“ wird. Auch wenn bei geschlossenen Augen überhaupt nicht klar ist, wo etwas anfängt und aufhört. Der Eindruck einer klaren Grenze ist sehr stark.
Ich weiß, dass da niemand ist, die sich nach außen hin abgrenzen muss, dass da niemand ist, die für die Wahrnehmung zuständig ist, dass da niemand ist, die für irgendein Handeln zuständig / verantwortlich ist. Obwohl ich es weiß, ist der Eindruck stets ein anderer.

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Re: Stille

Postby Glueckseligkeit » Tue Apr 10, 2018 7:33 pm

Es ist vollkommen in Ordnung, nur dann zu schreiben, wenn ein Impuls kommt...

Ich weiß, dass da niemand ist, die sich nach außen hin abgrenzen muss, dass da niemand ist, die für die Wahrnehmung zuständig ist, dass da niemand ist, die für irgendein Handeln zuständig / verantwortlich ist. Obwohl ich es weiß, ist der Eindruck stets ein anderer.

"Ich weiß..." - WER oder WAS weiß? "Obwohl ich es weiß..." - WER oder WAS weiß?
Wenn Du weißt, dass da niemand ist... und es dennoch jemanden gibt, der das schreibt, was bedeutet das dann?
Kann es Ich-losigkeit geben und gleichzeitig erzählt jemand die Geschichte, dass er etwas weiß? Hä? Wie geht das?
Trenne Dich von einem "Ich weiß..." Wenn es kein Ich gibt, gibt es auch kein ich weiß. Dann ist ein Impuls da, der Texte tippt, das Leben lebt, ... aber niemand, der etwas weiß.

Stell Dir vor, Du müsstest absolut NICHTS wissen. Dein Körper weiß, wie Zähne putzen, Herzschlag, usw. geht... Gibt es ein "Ich", das etwas wissen muss?

Auch wenn Du es in der Schule anders gelernt hast: Es gibt nichts zu wissen für ein "Ich", das es nicht gibt, oder?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Stille

Postby maureena » Tue Apr 10, 2018 8:06 pm

Stell Dir vor, Du müsstest absolut NICHTS wissen. Dein Körper weiß, wie Zähne putzen, Herzschlag, usw. geht... Gibt es ein "Ich", das etwas wissen muss?
Die Vorstellung ist wunderbar! Nichts wissen zu müssen! Gar nichts zu müssen! Sich zurücklehnen und geschehen lassen. Sich vom Leben spielen lassen und nicht glauben, dass man selbst spielt!
Warum trenne ich da nur so? Als ob ich die Trennung, von der ich vorhin geschrieben habe, selbst immer wieder aufrecht erhalte. Trennung von Intellekt und Eindruck / Gefühl. Die Ich-Losigkeit wird verstanden, stößt auf Resonanz, wird gesehen. Dann, wenn darüber nachgedacht wird, ist es klar. Doch im Alltag, in alltäglichen Situationen, während eines jeden Tages, ist der Eindruck eines „Ichs“ stark da. Trennung von Theorie und Praxis. Na ja, letztendlich kreiere ich es ja selbst durch Anhaften an Gedanken und Gefühlen. Gedanken und Gefühle werden zu „meinen Gedanken“ und zu „meinen Gefühlen“ gemacht.

Nichts zu wissen bedeutet dann, alles loszulassen. Wenn „Ich“ nichts weiß, kann es keine Verstrickungen geben. Keine Widerstände, kein Wollen, nichts.
Dieses Trennen von einem „Ich weiß“ fühlt sich ein wenig an wie den Ochsen hinter den Pflug zu spannen…. Du hast es ja selbst geschrieben, dass es so paradox ist, dass jemand weiß, dass es diesen jemand gar nicht gibt….

Aber warum dann, wenn es sich doch so wunderbar anfühlt, nichts mehr wissen zu müssen, stets dieses Aufrechterhalten der eigenen Geschichte mit den eigenen Gefühlen, mit den eigenen Gedanken, mit den eigenen Sentimentalitäten?

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Re: Stille

Postby Glueckseligkeit » Thu Apr 19, 2018 10:57 am

Warum trenne ich da nur so? Als ob ich die Trennung, von der ich vorhin geschrieben habe, selbst immer wieder aufrecht erhalte. Trennung von Intellekt und Eindruck / Gefühl. Die Ich-Losigkeit wird verstanden, stößt auf Resonanz, wird gesehen.
Du trennst nicht. Ein Gedanke von Trennung kommt einfach auf. In dem Moment, wo sprachlich ein Bild von etwas konstruiert wird, ist die Aufmerksamkeit in der Illusion. Zum Vergleich: Du schaust in einen Gebirgssee. Bäume spiegeln sich im Wasser. Du willst nach dem Baum fassen, kannst ihn jedoch nicht greifen. Unzufriedenheit kommt auf.

Der gesamte Verstand und die Gedanken (auch der Ich-Gedanke) sind Widerspiegelungen im Gebirgssee: Eine Reflexion und damit eine Illusion.

Die "Ich-Losigkeit" kannst Du nicht VERSTEHEN. Etwas in Dir kann sie erkennen. Aber eben nicht verstehen! Verstehen ist innerhalb der Illusion. Der Verstehende ist innerhalb der Illusion. Der Verstehende ist selbst nur eine Widerspiegelung.

Na ja, letztendlich kreiere ich es ja selbst durch Anhaften an Gedanken und Gefühlen. Gedanken und Gefühle werden zu „meinen Gedanken“ und zu „meinen Gefühlen“ gemacht.

Die Illusion ist da. Du kreierst sie nicht. Denn sie kommt nicht von Dir! Die Illusion wurde Dir in der Kindheit von Deinen Eltern und Deiner sonstigen Umwelt eingespeichert. Als Du im Körper auf die Welt gekommen bist, wusstest Du nichts von der Sprache. Nichts von den Widerspiegelungen, bzw. nichts von der Fata Morgana der Sprache. Über Generationen hinweg werden so diese Illusionen weitergegeben. In gutem Glauben daran. Und als Kind wurde Dir entsprechend mit Emotionen Druck gemacht, dass Du Anteilseigner an den kollektiven Illusionen wirst. Fliege beispielsweise in Gedanken auf einen anderen bewohnten Planeten und versuche, mit dem Geldschein aus Deinem Geldbeutel irgendetwas zu bekommen. Niemand wird verstehen, was das Papierschnitzel in Deiner Hand soll. Keiner versteht Deine Sprache. Erkenne, dass wir kollektiven Überzeugungen folgen, nicht der direkten Wahrnehmung, nicht der tatsächlichen konkreten Realität. Wir leben in einem kolletiven Kopfkino. Wenn Du also versuchst, als Kinobesucher des kollektiven Kopfkinos etwas zu verstehen, dann hast Du noch nichts erkannt.

Und daher kommt die Unzufriedenheit. Und woher kommt die Unzufriedenheit? Weil auch diese Dir antrainiert wurde: DU MUSST DAS ZIEL ERREICHEN! Aber die kleine "Maureena" hat eigentlich gar keine Lust, anderer Leute Ziele zu verfolgen sondern will mühelos in den Tag hineinleben. Mit genügend Druck und Emotionen bekommt man Maureena dann doch dazu, dass sie Dinge tut, worauf sie gar keine Lust hat. Heute ist Maureena erwachsen und glaubt daran, Ziele zu erreichen wäre wichtig. Sie ist in der Illusion. Und deshalb findet sie die Vorstellung wunderbar, absolut nichts wissen zu müssen! Aber die antrainierten Gedanken kommen dann auf: "Aber das geht so nicht, Du musst doch dies und jenes wissen und tun..."

Letztere Gedanken hast Du soooooo oft gehört, dass sie genauso ohne Dein Zutun auftauchen wie das Dein Körper läuft, wenn der Impuls kommt. Das sind Reflexe. Mehr nicht. Und wenn sie geschehen, sei Dir bewusst, dass es NICHT Deine Gedanken sind. Auch nicht die Gedanken, die versuchen, etwas zu optimieren. Bleibe in der Präsenz und sei das wunderbare Nichtwissen. Versuche das Gesagte nicht intellektuell zu erfassen. Wie fühlt es sich an? Stimmig? Mühelos?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Stille

Postby maureena » Thu Apr 19, 2018 8:19 pm

Deine Zeilen sind sehr hilfreich und wertvoll. Das Geschriebene ließ ich lange wirken - da war ganz viel Resonanz zu spüren! Es fühlte sich alles so stimmig an, eine tiefe reine Stille konnte flüchtig gespürt werden. Immer wieder in dieses mühelose Sein hineingehen - da fallen Schichten um Schichten ab. Geschichten verlieren ihre Bedeutung, sind das, was sie sind: Geschichten.
Unzufriedenheit und Selbstkritik kommen dennoch auf. Sie werden wahrgenommen - und manchmal nicht mehr losgelassen. Dann gibt es Stimmen, die sagen, dass ich ja viel zu doof bin, um ganz in der direkten Wahrnehmung zu sein. Da sind dann Beispiele, wie es sein sollte, wenn ich in der direkten Wahrnehmung bin. Es sollte so oder so sein, alles andere ist nicht richtig und dann muss geübt werden! Stimmt ja vielleicht auch. Dennoch führen solche Stimmen / Gedanken dazu, dass Unzufriedenheit aufkommt.
Du hast es entwicklungspsychologisch gut beschrieben: Alles Konditionierungen! Reflexhaftes Verhalten! Und da sind Wünsche, Sehnsüchte, Ziele….: wenn die Wahrnehmung so oder so ist, dann ist die Ich-Illusion durchschaut! Erst dann! Ein bestimmter Zustand = am Ziel sein!
Stimmt das? Stimmt das nicht? Keine Ahnung, wo es hingehen soll.
Dann wieder merken, dass da ununterbrochen Kopfkino läuft. Immer der gleiche Film.
Alles laufen lassen und in der Stille still werden. Dort stehen bleiben. Und alles andere vorbei rasen lassen.

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Re: Stille

Postby Glueckseligkeit » Thu Apr 19, 2018 8:28 pm

Dann wieder merken, dass da ununterbrochen Kopfkino läuft.

Wer oder was stellt dies fest? Das bist nicht Du, der das feststellt, denn auch das sind nicht Deine Gedanken. Lass Dich nicht täuschen. Nur weil Du mit solchen Gedanken auf "Kuschelkurs" gehst und Dich mit ihnen identifizierst, hast Du dennoch nichts damit zu tun. Kein Gedanke ist Dein Gedanke! Absolut keiner! Auch nicht der, der das jetzt toll oder weniger toll findet. Auch nicht der, der sich erleichtert fühlt.

Gehe 100% in das direkte Empfinden, lass die Sprachen und Texte durchziehen. Spüre den Raum um Dich. Dort liegt das "Nichts". Was ist das Empfinden dabei?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Stille

Postby maureena » Fri Apr 20, 2018 10:31 pm

Gehe 100% in das direkte Empfinden, lass die Sprachen und Texte durchziehen. Spüre den Raum um Dich. Dort liegt das "Nichts". Was ist das Empfinden dabei?
Beim Empfinden vom „Nichts“ ist stets eine große Erleichterung zu spüren. Der Atem verändert sich, wird irgendwie tiefer. Es wird stiller, reiner, freier. Kann es nicht beschreiben. Etwas fühlt sich wahr an. Echt. Unberührbar.
„In diesem Gefühl möchte ich bleiben“ ist dann sofort ein Gedanke, der auftaucht und „mich mitreißt“. Es wird innerlich so laut, da scheint es eine Hüterin zu geben, die genau aufpasst…. Also, vorbei an der Hüterin, sie austricksen, ihr keine Aufmerksamkeit geben, sie einfach stehen lassen…. um dann zu merken, dass sie durch all „die Aktionen“ Aufmerksamkeit bekommt….
Lieber Andreas, da drehe ich mich im Kreis. Würde ich ein Bild dazu malen, würde ich eine Silhouette meines Körpers malen mit einem in diesem Körper befindlichen Schatten, der als „Ich“ mit erhobenen Händen alles dirigiert. Und fast alles ausfüllt.
Ich könnte nun viele Bilder heranziehen um zu beschreiben, wie es sich anfühlt. Es ist schwer, in die Stille zu gehen, in Meditation zu gehen, da es dann nach einem kurzen stillen Moment laut bzw. lauter wird. Manchmal können Gedanken einfach vorbeiziehen, doch sie werden dann stets „attraktiver“ und tricksen aus. Es ist dann wie eine Spirale…..Ein gewohntes Spielchen…. und ich falle immer wieder darauf rein…..
Ja, all das spielt sich innerhalb der Illusion ab. Und es fühlt sich manchmal wie ein Kampf an. Ein Kampf zwischen so vielen verschiedenen Stimmen, die eigentlich alle das gleiche wollen. Nämlich die Stille vermeiden.
Bei all dem Gerangel gab es heute eine Situation, wo diesen vielen Stimmen und den nach Aufmerksamkeit buhlenden Gedanken wie aus einer Beobachter-Postion zugehört / zugeschaut werden konnte…. Es gab weder emotionale Reaktionen noch sonst irgendwelche Verwicklungen. Es war trotz Lärm still. Die Gedanken blieben irgendwie auf Abstand. Ein reflexartiges „mehr davon“ war dann scheinbar so attraktiv, dass die Spirale wieder in Bewegung kam…..
Warum schreibe ich das alles eigentlich? Ist das wichtig?
Sollte ich nicht vielmehr von der Taube schreiben, die ich heute an einer vielbefahrenen Straße beobachtet habe, die zusammen mit einer anderen Taube langsam und vorsichtig ein Nest gebaut hat?
Ich merke, dass ich sentimental werde. Wahrscheinlich weil nach wie vor das Gefühl habe, von der Ich-Illusion bestimmt zu werden und die „Schlupflöcher“ irgendwie nicht nutze oder nicht nutzen kann.

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Re: Stille

Postby Glueckseligkeit » Sat Apr 21, 2018 8:48 am

„In diesem Gefühl möchte ich bleiben“ ist dann sofort ein Gedanke, der auftaucht und „mich mitreißt“. Es wird innerlich so laut, da scheint es eine Hüterin zu geben, die genau aufpasst…. Also, vorbei an der Hüterin, sie austricksen, ihr keine Aufmerksamkeit geben, sie einfach stehen lassen…. um dann zu merken, dass sie durch all „die Aktionen“ Aufmerksamkeit bekommt….

"In diesem Gefühl möchte ich bleiben" - lass diesen Gedanken doch einfach als Ausdruck des Wohlgefühls so stehen.

Wenn andere Gedanken kommen, wende Dich einfach wieder den leeren Raum zu. Wähle einfach wohin die Aufmerksamkeit/Liebe gehen soll. An Widerstände denken und sie gleichzeitig loshaben zu wollen ist geistiger Schabernack. Tauziehen mit sich selbst. Da kannst Du Dich nur im Kreis drehen. Gehe gemütlich in die Sinneswahrnehmung ... Mehr nicht.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Stille

Postby maureena » Sun Apr 22, 2018 7:47 pm

Gehe gemütlich in die Sinneswahrnehmung
Ja, das habe ich in den letzten 2 Tagen viel gemacht….. Saß viel in Stille / in Meditation. Der Körper wurde dabei immer noch als Grenze wahrgenommen, als Grenze zwischen „mir“ und dem Rest. Manchmal fühlte sich alles so eng an - und gedanklich lud ich dann Bilder ein, wie es weiter werden durfte…. Habe gedanklich den Körper durchlässiger gemacht, gedanklich Energie strömen lassen. Dennoch blieb stets der Eindruck dieser festen Verbindung von Körper und einem „Ich“. „Ich“ habe die Bilder eingeladen und sie wahrgenommen, „Ich“ fand es oft zu eng im Körper, „Ich“ wollte mich mit dem leeren Raum verbinden um aus der Enge rauszukommen….. Dann kamen gedankliche Erinnerungen an die vom Andreas gelesenen Zeilen: „In dem Moment, wo sprachlich ein Bild von etwas konstruiert wird, ist die Aufmerksamkeit in der Illusion.“ Also diese Enge im Körper - auch eine Feststellung innerhalb der Illusion.
Da ist so viel Identifikation mit dem Körper. Ein Gedanke kam während der Meditation: Den Körper überwinden wollen. Das fühlte sich stimmig an. Aber vielleicht ist das auch nur ein irgendwie abgedroschener Satz, wieder ein geistiger Schabernack, der mich auf Irrwege führen möchte.

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Re: Stille

Postby Glueckseligkeit » Sun Apr 22, 2018 11:18 pm

Der Körper wurde dabei immer noch als Grenze wahrgenommen, als Grenze zwischen „mir“ und dem Rest.

Wenn der Körper keine Grenze hätte, könnte der Körper dann überhaupt etwas anfassen? Was stört Dich an der körperlichen Grenze? Wie hättest Du es stattdessen gerne?

Da ist so viel Identifikation mit dem Körper.

Was stört an der Identifikation mit dem Körper? Gibt es einen Anspruch, der quält? Welcher? Wenn dieser Anspruch nicht existieren würde, wäre dann die Identifikation mit dem Körper ein Problem?

„Ich“ wollte mich mit dem leeren Raum verbinden um aus der Enge rauszukommen…..

Wenn Du etwas "versuchst", um von etwas wegzukommen, was fesselt dann mehr die Aufmerksamkeit? Das, wovon Du endlich wegkommen möchtest (und das ganze Kopfkino-Drama drumherum) oder das neue Ziel?

Ein Gedanke kam während der Meditation: Den Körper überwinden wollen. Das fühlte sich stimmig an.

Woher kam der Gedanke? Hast Du ihn gesteuert und kontrolliert?

Mache mal ein kleines Experiment:
Stelle Dir für ein paar Minuten vor, dass Du bisher ein phantastisches Leben hattest, Deine Träume längst verwirklicht hast und bade Dich in diesem Gefühl "Wow, ich habe alles erreicht. Alles wurde mir geschenkt". Ignoriere für einen Moment das, was Du als "Wahrheit" bezeichnen würdest. Spinne und träume Dir eine phantastische Vergangenheit zusammen. Mit liebevollen Eltern, einer Umwelt, die Dich immer anspornt und unterstützt. Mit einem "Gott", der sich um Dein Wohl kümmert. Nimm Dir Zeit dafür.

Dann schreibe mir, wie sich das für Dich angefühlt hat, was diese Gedanken bewirkt haben.
Woher kamen diese Gedanken? War es angenehm, diesen Gedanken zu folgen? War es leicht, die Aufmerksamkeit auf diese schönen Gedanken zu richten? Hattest Du das Gefühl, von etwas weg zu wollen? Oder warst Du einfach nur bei den schönen, erfüllenden Gedanken und Empfindungen?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Stille

Postby maureena » Mon Apr 23, 2018 8:50 pm

Entschuldige bitte, wenn ich deine Fragen heute nicht chronologisch beantworte….

Es stimmt nicht, was ich geschrieben habe.
Ich schrieb ja, dass sich alles so eng anfühlt. Dass durch die Gleichsetzung von Körper und einem „Ich“ alles nach wie vor so eng erscheinen würde. Tut es ja vielleicht auch. Aber es sind ja alles Gedanken, die von Wünschen eines „Ichs“ erzählen. Diese scheinbare Enge soll nicht weiter beklagt werden. Denn sie existiert ja nur als Idee. Und diese Idee löst ein Gefühl aus - und so wird es dann eng.
Vielleicht kommen dann auch die „passenden“ Gedanken; sie fühlen sich dann ja stimmig an.

Der Körper hat glücklicherweise eine Grenze. Und wenn der Ich-Gedanke / die vermeintliche Ich-Instanz sich mit dieser Grenze identifiziert - dann muss sich auch niemand darüber beklagen…. Es kann ja auch sein gelassen werden….

Vielleicht will das Ich oder das Ego oder wer weiß wer immer größer und größer werden, will über sich hinauswachsen. Und ein zweites Ich glaubt dem dann auch noch und schreibt es dann dem Andreas.
Es stimmt doch alles nicht. Es passt alles nicht.
Es quälte diese Gleichsetzung von Ich und Körper. Folgerichtig müsste also der Körper überwunden werden, damit das Ich überwunden werden kann. Die Beobachterin, die „hinter den Augen“ sitzt und alles kontrolliert und scheinbar managt, erschien wie eine aufs Engste mit dem Körper verwobene Instanz. Also Körper überwinden; Beobachterin ist weg. Dann Freiheit.
Wenn das, dann das….usw….

Es stimmt so nicht mehr! Ständig wird da gedanklich ein neues Fass aufgemacht, ständig wird dem Rad neuen Schwung gegeben. Es reicht. Das Rad soll keinen Schwung mehr bekommen.

Mache mal ein kleines Experiment:
Nach einer anfänglichen Irritation konnte ich die Übung gut machen. Es gab dabei viel Erleichterung! Und Freude! Alles war so hell und warm und herrlich. Es kamen immer wieder neue Gedanken, die sich in Form von Bildern zeigten. Die Gedanken, die „passten“, durften bleiben und sich ausbreiten. Andere Gedanken, die nichts mit der Übung zu tun hatten, konnten in der Regel rel. schnell weiterziehen.
Letztendlich wurde mir dabei vieles klar. Passende Gedanken führen schnell zur Identifikation und zu „neuen Geschichten“. Und ähnlich war es dann wohl auch mit dem „stimmigen Gedanken“, der gestern auf Resonanz stieß: Den Körper überwinden wollen. In einer anderen Situation / Stimmungslage wäre er vielleicht gar nicht in die Wahrnehmung gekommen oder hätte nicht diese Resonanz auslösen können.

Vielen Dank lieber Andreas!

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Re: Stille

Postby Glueckseligkeit » Tue Apr 24, 2018 7:25 am

Danke für Deinen schönen Bericht. Welche Erkenntnis kannst Du generell aus dieser Erfahrung gewinnen?

Spielt das, was "Erwachsene" so bedeutungsvoll und wichtg als Wahrheit bezeichnen tatsächlich eine Rolle für Deine Wirklichkeit? Für das Empfinden?

Nächste Übung:

Stell Dir vor, dass Du alles erkannt hast, darüber überglücklich bist und dadurch die vollkommene Leichtigkeit des Seins spürst. Wie fühlt sich der Körper dabei? Wie ist das Empfinden? Welche Gedanken ergänzen dieses Empfinden?

Was ist wahr?

Was wirkt? Was ist die Wirklichkeit?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Stille

Postby maureena » Wed Apr 25, 2018 9:55 pm

Welche Erkenntnis kannst Du generell aus dieser Erfahrung gewinnen?
Letztendlich wird dadurch eigentlich so gut wie alles, was für „wahr“ gehalten wird, beliebig…. Es gibt keine „bessere“ oder „schlechtere“ Wahrheit, innerhalb der Ich-Illusion kann alles einfach wahr sein. Bei meinem Nachbarn stoßen andere Gedanken auf Resonanz als bei mir - und morgen kann das theoretisch schon wieder anders aussehen. Das, was gestern bei mir positiv anklang, kann morgen schon wieder ganz außerhalb der Wahrnehmung bleiben, weil die Gedanken nicht mehr passen.
Spielt das, was "Erwachsene" so bedeutungsvoll und wichtg als Wahrheit bezeichnen tatsächlich eine Rolle für Deine Wirklichkeit? Für das Empfinden?
Nein, gar nicht. Das eigene Empfinden ist nur von den eigenen "passenden" Gedanken abhängig. Es ist alles sehr beliebig und kann letztendlich auch nicht bewertet werden. Und das ist eigentlich das Spannendste an der Sache!
Nächste Übung:
Diese Übung geht irgendwie nicht. Stelle ich mir vor, dass alles erkannt wurde und ich überglücklich darüber bin, so stellt sich zwar kurzzeitig eine tiefe Erleichterung ein. Doch dabei bleibt es nicht. Es kommen vielmehr Gedanken, dass diese Aussage eine Vorstellung innerhalb der Illusion ist und somit nicht stimmen kann. Ich kann mir noch so viel Erkenntnis und Glückseligkeit vorstellen, etwas daran stimmt nicht…. Es ist in der gedanklichen Vorstellung nicht wahr…..
Aber vielleicht habe ich die Übung auch nicht ganz verstanden.


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