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Postby thomas b. » Tue Feb 05, 2013 9:27 am

Ich habe den Eindruck, dass Du Dir das nur sehr oberflächlich angesehen hast. Beobachte mal beim Tippen des ersten Wortes Deiner Antwort, wer da wie genau die Entscheidung getroffen hat dieses Wort zu verwenden.
In dem Fall läuft das als automatische Kette. Es gibt einen Impuls von "Außen", den Kommentar. Der löst irgendwo in "meinem" Hirn eine Reaktion aus. Anderswo im Hirn werden dann Worte gebildet, die vermutlich ein Wohlgefühl bewirken sollen "ätsch, siehst Du - ich bin nicht oberflächlich"), und wenn das fertig ist wird in die Tasten gehauen.
In der Phase unmittelbar vorher gibt es einen Konflikt zwischen "ich will jetzt sofort eine Antwort geben" und "nee warte mal bis das ordentlich formuliert ist". Das Ganze ist aber irgendwie unpersönlich.

Wenn es keine Impulse von Außen gibt, produziert ein Taktgeber im Hirn regelmäßig selbst Impulse die dann meist zu Aktivitäten führen.
Wo da genau das Ich drin steckt, - keine Ahnung.

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Postby Tompi » Tue Feb 05, 2013 9:47 am

In dem Fall läuft das als automatische Kette.
Geschieht das Denken und Entscheiden nur in dem Fall als automatische Kette, oder ist das ausnahmslos immer so? Gibt es auch Fälle, in denen Du bewusst eingreifst und entscheidest?
... irgendwo in "meinem" Hirn ... Anderswo im Hirn ... produziert ein Taktgeber im Hirn regelmäßig selbst Impulse
Kleiner Exkurs über direkte Wahrnehmung: wie genau nimmst Du ein Hirn wahr? Wie unterscheidest Du verschiedene Orte im Hirn? Und was ist mit dem Taktgeber? Sind das wirklich Dinge, die Du unmittelbar wahrnehmen kannst?

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Postby thomas b. » Wed Feb 06, 2013 11:24 am

In dem Fall läuft das als automatische Kette.
Geschieht das Denken und Entscheiden nur in dem Fall als automatische Kette, oder ist das ausnahmslos immer so? Gibt es auch Fälle, in denen Du bewusst eingreifst und entscheidest?

Leider kommt da als Antwort nur "keine Ahnung", wenn es darum geht aus tiefer Überzeugung etwas zu sagen.
Da ich aber den Äußerungen von Advaita- und Zen-Leuten noch am ehesten traue, "weiß" ich dass die richtige Antwort ist: "es ist ausnahmslos automatisch".
Oft geht das aber so schnell und ist so überlagert mit dem Geschmack von Ich, dass es unmöglich ist das aus der persönlichen Perspektive komplett zu erfassen.
... irgendwo in "meinem" Hirn ... Anderswo im Hirn ... produziert ein Taktgeber im Hirn regelmäßig selbst Impulse
Kleiner Exkurs über direkte Wahrnehmung: wie genau nimmst Du ein Hirn wahr? Wie unterscheidest Du verschiedene Orte im Hirn? Und was ist mit dem Taktgeber? Sind das wirklich Dinge, die Du unmittelbar wahrnehmen kannst?
Dass immer wieder Impulse aus dem "Nichts" kommen, kann ebenso unmittelbar wahrgenommen werden wie äußere Sinneseindrücke, beispielsweise Geräusche. Nicht immer, aber manchmal. Das Hirn erträgt ja keine totale Ruhe, es braucht Aktivität. Es macht also immer wieder "plopp" und da ist ein Impuls, der eine mehr oder weniger lange Kaskade von Bewertungen und Handlungsideen auslöst. Der Plopp ist unpersönlich. Die Handlungsoptionen sind wie Weichen wo eine Entscheidung fällt für rechts oder links. Die braucht aber bei genauer Betrachtung auch keinen Entscheider. Irgendetwas setzt sich halt durch, entsprechend der Prägung tieferer Schichten/Unbewußtes und der Situation.
Das ist alles Theorie die wahrscheinlich auch nichts bringt.
Eine richtig blöde Lage wenn das Ich/die Person die eigene Beschränktheit zwar sieht aber dennoch nur so weiter machen kann.

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Postby Tompi » Wed Feb 06, 2013 6:24 pm

Das Hirn erträgt ja keine totale Ruhe, es braucht Aktivität.
Das ist es ja schon wieder, dieses "Hirn". Nochmal: wenn Du Dich ausschließlich auf die unmittelbare Erfahrung stützt, wo ist dieses "Hirn"? Kannst Du es sehen oder fühlen? Verlasse Dich nicht auf irgendwelche Geschichten! Lege jedes Deiner Worte auf die Goldwaage: "weiss ich das, was ich schreibe, wirklich aus eigener, unmittelbarer Erfahrung?".

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Postby thomas b. » Thu Feb 07, 2013 11:26 am

Das Hirn erträgt ja keine totale Ruhe, es braucht Aktivität.
Das ist es ja schon wieder, dieses "Hirn". Nochmal: wenn Du Dich ausschließlich auf die unmittelbare Erfahrung stützt, wo ist dieses "Hirn"? Kannst Du es sehen oder fühlen? Verlasse Dich nicht auf irgendwelche Geschichten! Lege jedes Deiner Worte auf die Goldwaage: "weiss ich das, was ich schreibe, wirklich aus eigener, unmittelbarer Erfahrung?".
stimmt: kein hirn unmittelbar feststellbar! das ist auch nur ein begriff.
hingegen impuls-"plopps" passieren. das wort "unmittelbar" scheint hier zutreffend zu sein.
plopp.

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Postby thomas b. » Thu Feb 07, 2013 10:25 pm

Die Idee dass absolut alles was abläuft ohne ein Macher-Ich abläuft, ist mir heute seltsamerweise zum ersten Mal so deutlich gekommen. Also alles inklusive des Beobachters. Der war bisher immer noch so eine letzte Bastion, scheinbar ein Rätsel für sich. Das alles was man wahrnimmt "einfach so" geschieht kann man noch eher akzeptieren. Man muss den Beobachter einfach mit aufnehmen. Diese Beschreibungen funktionieren leider nie so ganz...

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Postby Tompi » Fri Feb 08, 2013 8:40 am

Der war bisher immer noch so eine letzte Bastion, scheinbar ein Rätsel für sich.
Du meinst das war der letzte Ort, den Du als "Ich" identifiziert hast? Hast Du das Rätsel denn gelöst? Was ist mit dem Beobachter... gibt es ihn wirklich?
Das alles was man wahrnimmt "einfach so" geschieht kann man noch eher akzeptieren. Man muss den Beobachter einfach mit aufnehmen. Diese Beschreibungen funktionieren leider nie so ganz...
Gibt es denn "jemanden", der das alles akzeptiert? Oder der den "Beobachter mit aufnimmt"? Gibt es ein "man", das wahrnimmt? Oder ist da nur die Wahrnehmung - ohne jemanden, der wahrnimmt?

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Postby thomas b. » Fri Feb 08, 2013 12:31 pm

Der war bisher immer noch so eine letzte Bastion, scheinbar ein Rätsel für sich.
Du meinst das war der letzte Ort, den Du als "Ich" identifiziert hast? Hast Du das Rätsel denn gelöst? Was ist mit dem Beobachter... gibt es ihn wirklich?
Gibt es denn "jemanden", der das alles akzeptiert? Oder der den "Beobachter mit aufnimmt"? Gibt es ein "man", das wahrnimmt? Oder ist da nur die Wahrnehmung - ohne jemanden, der wahrnimmt?
Wann kollabiert dieses System endlich unter der beharrlichen Frage ob es Getrenntes gibt?
Und - wer will das?
Ja, es ist im Grunde so einfach.
Der Zähigkeit des Systems ist aber sehr stark, sonst würden ja nicht 99% von uns darin leben.
Aber egal, weder gibt es Dich, noch hast eine Chance, also nutze sie.
Das Einzige "was ich machen kann" ist da hinzufühlen.

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Postby Tompi » Fri Feb 08, 2013 6:32 pm

Ich verstehe nicht ganz was Du damit sagen willst...
Was ist mit dem Beobachter... gibt es ihn wirklich?
Gibt es denn "jemanden", der das alles akzeptiert? Oder der den "Beobachter mit aufnimmt"? Gibt es ein "man", das wahrnimmt? Oder ist da nur die Wahrnehmung - ohne jemanden, der wahrnimmt?

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Postby thomas b. » Sat Feb 09, 2013 9:53 am

Ich verstehe nicht ganz was Du damit sagen willst...
Kein Wunder, ich auch nicht ;-)

Rein sprachlich und logisch wurde schon verstanden dass es darum geht dass es immer nur Eines gibt, - das was eben passiert. Der Gedanke dass "jemand" das denkt ist auch nur ein Gedanke.

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Postby Tompi » Sat Feb 09, 2013 10:14 am

Diese Fragen sind für mich noch offen aus den letzten Beiträgen:

Was ist mit dem Beobachter... gibt es ihn wirklich?
Gibt es denn "jemanden", der das alles akzeptiert? Oder der den "Beobachter mit aufnimmt"? Gibt es ein "man", das wahrnimmt? Oder ist da nur die Wahrnehmung - ohne jemanden, der wahrnimmt?

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Postby thomas b. » Sat Feb 09, 2013 10:24 am

Diese Fragen sind für mich noch offen aus den letzten Beiträgen:

Was ist mit dem Beobachter... gibt es ihn wirklich?
Gibt es denn "jemanden", der das alles akzeptiert? Oder der den "Beobachter mit aufnimmt"? Gibt es ein "man", das wahrnimmt? Oder ist da nur die Wahrnehmung - ohne jemanden, der wahrnimmt?

Ein "Beobachter", ein "jemand", ein "man", meint jedenfalls alles ein greifbares, getrenntes Etwas. Das jedenfalls ist nicht feststellbar.

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Postby Tompi » Sat Feb 09, 2013 8:51 pm

Was ist denn feststellbar? Da ist also kein Ich und kein Beobachter, niemand der Gedanken oder Handlungen kontrolliert. Was ist denn da, was das alles feststellt?

Und was ist mit Deinem Wunsch nach dauerhafter Ichlosigkeit? Taucht es immer noch auf und verschwindet wieder? Oder wie erlebst Du das jetzt?

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Postby thomas b. » Sun Feb 10, 2013 11:19 am

Was ist denn feststellbar? Da ist also kein Ich und kein Beobachter, niemand der Gedanken oder Handlungen kontrolliert. Was ist denn da, was das alles feststellt?

Und was ist mit Deinem Wunsch nach dauerhafter Ichlosigkeit? Taucht es immer noch auf und verschwindet wieder? Oder wie erlebst Du das jetzt?
Beobachter und Ich kommen und gehen.
Der Wunsch nach dauerhafter Ichlosigkeit erscheint auch manchmal, zusammen mit dem Ich ;-)

Dass es kein Ich braucht, das irgendwo wie ein separates Objekt herumschwebt, ist eigentlich auch konventionell gedacht nicht so schwer zu akzeptieren. Es sträubt sich nur dieses Phänomen dagegen, das als Ich bezeichnet wird. Weil es eben Trennungsgefühl schlechthin ist.
Alles was erscheint, das Ganze sozusagen, was mit "Universum, außen", "Bewusstsein, innen", usw. nicht wirklich erfasst werden kann, wird von diesem seltsamen Extrawirbel im Ganzen, dem ich, ständig ausgefiltert. Alles bezieht das Ich auf sich und bewertet es entsprechend. Wow, was für eine Show. Aber eigentlich doch eine etwas schäbige Show, was gesehen werden kann, wenn man mal auf die Straße ins Sonnenlicht tritt ;-)

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Postby Tompi » Mon Feb 11, 2013 8:42 pm

Wenn ich das richtig interpretiere, bist "Du" ausserhalb von all dem. Ausserhalb von Ich und Ichlosigkeit. Ist das richtig? Gibt es da noch etwas, das Du suchst? Sind da noch Fragen, die ungeklärt sind oder der Erkenntnis im Weg stehen? Wie fühlst Du Dich mit all dem gerade? Hast Du das Gefühl die Ich-Illusion ein für allemal durchschaut zu haben?


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