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Re: fannifilou

Postby You » Mon Apr 06, 2026 5:23 am

Das Ich ertappt sich immer wieder in den Gedanken. In den sich verändernden Empfindungen selbst taucht diese reine wohlig warme Geborgenheit und Weite auf. Ein Gefühl von purer Liebe ohne eine Ichbezogenheit. Ich muss dran bleiben……

Ja, bleib dran! Bin gespannt, was du noch entdeckst. Ist irgendetwas davon „ich“?

Und wie genau verhält es sich mit den Gedanken? Ist in ihnen irgendetwas Reales enthalten, was „ich“ ist?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Mon Apr 06, 2026 10:28 pm

Ist irgendetwas davon „ich“?
Ein Ich Gefühl ist in diesem Moment nicht zu finden. Es gibt nur Eins, dieses wohlig warme…….
Also es existiert kein getrennt sein, nur dieses eine, ich finde keinen anderen.

Ist in ihnen irgendetwas Reales enthalten, was „ich“ ist?
Die Gedanken bestehen aus den sich ständig wiederholenden Mustern und konditionierten Verhaltensweisen. Alles nur Geschichten die keineswegs der Realität entsprechen. Das Ich taucht nur auf, weil ich mich damit identifiziere.

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Re: fannifilou

Postby You » Tue Apr 07, 2026 5:41 am

Gut. Dann schau an dieser Stelle ganz genau hin, was da eigentlich passiert:

Das Ich taucht nur auf, weil ich mich damit identifiziere.
Was ist dieses Ich, das manchmal auftaucht und manchmal nicht? Ist, wenn es auftaucht, irgendetwas in der direkten Erfahrung da, was sonst nicht da ist?

Oder ist da dann nur ein weiterer Gedanke, der „Das hat mit mir zu tun“, „Das ist mir passiert“ oder Ähnliches sagt?



Und…
Das Ich taucht nur auf, weil ich mich damit identifiziere.
Was genau ist dieses “ich”, das sich manchmal identifiziert und manchmal nicht?
Schau jetzt: Von allem, was in der direkten Erfahrung präsent ist - bist irgendetwas davon du?


Das Ich taucht nur auf, weil ich mich damit identifiziere.
Und was genau ist "identifizieren"? Ist dabei irgendetwas seh-, hör-, riech-, schmeck- oder spürbar, oder findet es ausschließlich in Gedanken statt?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Tue Apr 07, 2026 11:09 pm

Was ist dieses Ich, das manchmal auftaucht und manchmal nicht? Ist, wenn es auftaucht, irgendetwas in der direkten Erfahrung da, was sonst nicht da ist?
Das Ich taucht im Alltag auf, es verselbstständig sich. In diesen Situationen gibt ein Wort das andere. Mir fehlt in diesen Momenten die Ruhe. Ich kann mich nicht zurücknehmen und mir die direkte Erfahrung anschauen.
Oder ist da dann nur ein weiterer Gedanke, der „Das hat mit mir zu tun“, „Das ist mir passiert“ oder Ähnliches sagt?
Der Gedanke ploppt automatisch auf.
Was genau ist dieses “ich”, das sich manchmal identifiziert und manchmal nicht?
Schau jetzt: Von allem, was in der direkten Erfahrung präsent ist - bist irgendetwas davon du?
Dieses Ich sind all meine Erfahrungen und Erlebnisse. Ich meine dieses zu sein - bin es aber nicht.
Und was genau ist "identifizieren"? Ist dabei irgendetwas seh-, hör-, riech-, schmeck- oder spürbar, oder findet es ausschließlich in Gedanken statt?
Ein Beispiel:
Person sehen, DE = Farbe
Luft riechen, DE = Geruch
Ich spüre den Unmut in mir aufsteigen- hier entfällt die direkte Erfahrung. Hierzu existiert eine Geschichte aus der Vergangenheit.
? , DE = Geschmack
Worte hören, DE = Geräusch
„ das nervt“ denken, DE= Gedanke

Für mich fließt die DE mit den Gedanken zusammen. Eigentlich identifiziere ich mich mit dem Gedanke.

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Re: fannifilou

Postby You » Wed Apr 08, 2026 4:59 pm

Mir fehlt in diesen Momenten die Ruhe. Ich kann mich nicht zurücknehmen und mir die direkte Erfahrung anschauen.
Braucht es Ruhe, damit Farben, Geräusche, Empfindungen (und manchmal Gerüche und Geschmäcker) wahrgenommen werden? Oder sind solche Wahrnehmungen immer da?

Es ist gar nicht Ziel dieser Untersuchung, immer und in jeder Situation bei der direkten Erfahrung “stehenzubleiben”. Es ist z.B. absolut sinnvoll, dass bei einer bestimmten Kombination von Farbe/Form und Geräusch automatisch die Gedankeninterpretation “herankommendes Auto” aufkommt und der Organismus entsprechend reagiert und sich in Sicherheit bringt, statt mitten auf der Straße stehenzubleiben und “Farbe” und “Geräusch” zu meditieren ;) Farbe und Geräusch sind trotzdem da. Das ist die direkte Erfahrung. Das Konzept “Auto” ist der Gedanke.

Für die Untersuchung hier ist es einfach nur wichtig, klar zwischen direkter Erfahrung und Konzept/Gedanke unterscheiden zu können, sodass WENN du die Ruhe hast zu prüfen, ob ein “Ich” in der direkten Erfahrung zu finden ist, du auch wirklich in der direkten Erfahrung schaust und nicht aus Versehen in Gedankeninhalten.

Untersuche also JETZT:
Das Ich taucht im Alltag auf, es verselbstständig sich.
Schau: Was ist es? Nicht, wann es auftaucht, nicht, was es tut, sondern: Was ist es?
Gibt es eine direkte Erfahrung von dem, was du “Ich” nennst? Kann irgendeine auftauchende Kombination von Farbe, Geräusch, Empfindung, Geruch oder Geschmack als "Ich" ausgemacht werden?


In diesen Situationen gibt ein Wort das andere.

Das ist schon eine Interpretation. Was ist die direkte Erfahrung in diesen Situationen?

Und: Gibt es da ein “Ich”, das unter Kontrolle hat, was gesagt wird?


Oder ist da dann nur ein weiterer Gedanke, der „Das hat mit mir zu tun“, „Das ist mir passiert“ oder Ähnliches sagt?
Der Gedanke ploppt automatisch auf.
Er taucht also einfach auf, ohne dass “du” ihn denkst?
Ist das, was der Gedanke sagt, direkt erfahrbar?


Schau jetzt: Von allem, was in der direkten Erfahrung präsent ist - bist irgendetwas davon du?
Dieses Ich sind all meine Erfahrungen und Erlebnisse. Ich meine dieses zu sein - bin es aber nicht.
Was sind deine Erfahrungen und Erlebnisse JETZT? Sind sie jetzt direkt erfahrbar, oder sind es Gedankeninhalte?

Für mich fließt die DE mit den Gedanken zusammen. Eigentlich identifiziere ich mich mit dem Gedanke.

Dann untersuchen wir im Folgenden mal näher Gedanken, beginnend mit der folgenden Übung.

Bitte führe die Übung durch und beantworte danach die Fragen jeweils einzeln.

Setz dich für etwa 20 Minuten ruhig hin und beobachte die auftauchenden Gedanken.
Lass sie einfach erscheinen, so wie sie erscheinen. Versuche so gut wie möglich, vollständig zu ignorieren, was sie sagen, und bemerke lediglich, wie sie erscheinen – ohne dass du irgendetwas dafür tust.

Woher kommen die Gedanken und wohin gehen sie?
Hast du irgendetwas getan, damit ein bestimmter Gedanke erscheint?
Hättest du etwas tun können, um in genau diesem Moment stattdessen einen anderen Gedanken erscheinen zu lassen?
Kannst du deinen nächsten Gedanken vorhersagen?
Kannst du aus einer Auswahl von Gedanken nur angenehme Gedanken wählen?
Kannst du wählen, schmerzhafte, negative oder angstvolle Gedanken nicht zu haben?
Kannst du jegliche Art von Gedanken beliebig auswählen?
Ist es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?

Es scheint, als würden Gedanken in einer logischen, geordneten Abfolge erscheinen.
Aber schau genau hin: Gibt es tatsächlich eine organisierte Abfolge oder nur einen weitereren Gedanken, der sagt: „Diese Gedanken sind in einer Reihenfolge“,oder: „Sie greifen Inhalte aus vorherigen Gedanken auf“, oder: „Ein Gedanke folgt auf den nächsten“?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Wed Apr 08, 2026 8:16 pm

Braucht es Ruhe, damit Farben, Geräusche, Empfindungen (und manchmal Gerüche und Geschmäcker) wahrgenommen werden? Oder sind solche Wahrnehmungen immer da?
Diese Wahrnehmungen sind immer da, aber nicht immer bewusst.

Schau: Was ist es? Nicht, wann es auftaucht, nicht, was es tut, sondern: Was ist es?
Gibt es eine direkte Erfahrung von dem, was du “Ich” nennst? Kann irgendeine auftauchende Kombination von Farbe, Geräusch, Empfindung, Geruch oder Geschmack als "Ich" ausgemacht werden?
Irgendetwas nimmt in der direkten Erfahrung die Farbe, das Geräusch, die Empfindung……wahr. Wer oder was dieses etwas ist, ist mir unklar.

Was ist die direkte Erfahrung in diesen Situationen?
Worte werden gesprochen und gehört.

Gibt es da ein “Ich”, das unter Kontrolle hat, was gesagt wird?
Nein, gar nicht. Worte werden gesprochen.

Er taucht also einfach auf, ohne dass “du” ihn denkst?
Ist das, was der Gedanke sagt, direkt erfahrbar?
Ich empfinde es so als ob der Gedanke einfach auftaucht. Vielleicht denke ich ihn unbewusst. In der direkten Erfahrung ist der Gedanke nicht zu finden.

Was sind deine Erfahrungen und Erlebnisse JETZT? Sind sie jetzt direkt erfahrbar, oder sind es Gedankeninhalte?
Es sind Gedankeninhalte die jetzt nicht direkt erfahrbar sind.

Woher kommen die Gedanken und wohin gehen sie?
Aus dem Nichts und dahin gehen sie auch zurück.
Aber was ist dieses Nichts?
Hast du irgendetwas getan, damit ein bestimmter Gedanke erscheint?
Nein, Gedanken tauchen einfach auf.
Hättest du etwas tun können, um in genau diesem Moment stattdessen einen anderen Gedanken erscheinen zu lassen?
Nein, auch welcher Gedanke auftaucht, kann nicht beeinflusst werden.
Kannst du deinen nächsten Gedanken vorhersagen?
Nein auch das funktioniert nicht.
Kannst du aus einer Auswahl von Gedanken nur angenehme Gedanken wählen?
Funktioniert auch nicht.
Kannst du wählen, schmerzhafte, negative oder angstvolle Gedanken nicht zu haben?
Nein, auch das kann ich nicht beeinflussen.
Kannst du jegliche Art von Gedanken beliebig auswählen?
Leider nein.
Ist es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?
Gerade wenn ich es verhindern möchte kann ich nicht nicht denken.
Es scheint, als würden Gedanken in einer logischen, geordneten Abfolge erscheinen.
Aber schau genau hin: Gibt es tatsächlich eine organisierte Abfolge oder nur einen weitereren Gedanken, der sagt: „Diese Gedanken sind in einer Reihenfolge“,oder: „Sie greifen Inhalte aus vorherigen Gedanken auf“, oder: „Ein Gedanke folgt auf den nächsten“?
Notwendige Gedanken um z.B. eine Arbeit zu verrichten tauchen in einer logischen Reihenfolge auf.
In der Stille tauchen Gedanken völlig durcheinander auf.

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Re: fannifilou

Postby You » Thu Apr 09, 2026 6:17 am

Gibt es da ein “Ich”, das unter Kontrolle hat, was gesagt wird?
Nein, gar nicht. Worte werden gesprochen.
Ha! Ist das nicht interessant?
Wie siehst du das hier jetzt?
Das Ich taucht im Alltag auf, es verselbstständig sich. In diesen Situationen gibt ein Wort das andere. Mir fehlt in diesen Momenten die Ruhe.
Manifestiert sich irgendwie ein Ich/Selbst in solchen Situationen, in denen alles drüber und drunter geht, oder wird durch solche Situationen bei genauerem Betrachten sogar noch offensichtlicher, dass einfach niemand am Steuer sitzt?

Irgendetwas nimmt in der direkten Erfahrung die Farbe, das Geräusch, die Empfindung……wahr. Wer oder was dieses etwas ist, ist mir unklar.
Ist dieses Etwas selbst beobachtbar, erfahrbar, erlebbar?

Was sind deine Erfahrungen und Erlebnisse JETZT? Sind sie jetzt direkt erfahrbar, oder sind es Gedankeninhalte?
Es sind Gedankeninhalte die jetzt nicht direkt erfahrbar sind.
Hast du irgendetwas getan, damit ein bestimmter Gedanke erscheint?
Nein, Gedanken tauchen einfach auf.
Hättest du etwas tun können, um in genau diesem Moment stattdessen einen anderen Gedanken erscheinen zu lassen?
Nein, auch welcher Gedanke auftaucht, kann nicht beeinflusst werden.
Kannst du deinen nächsten Gedanken vorhersagen?
Nein auch das funktioniert nicht.
Kannst du aus einer Auswahl von Gedanken nur angenehme Gedanken wählen?
Funktioniert auch nicht.
Kannst du wählen, schmerzhafte, negative oder angstvolle Gedanken nicht zu haben?
Nein, auch das kann ich nicht beeinflussen.
Kannst du jegliche Art von Gedanken beliebig auswählen?
Leider nein.
Sehr klar gesehen.

Geh dem folgenden noch weiter nach:
Woher kommen die Gedanken und wohin gehen sie?
Aus dem Nichts und dahin gehen sie auch zurück.
Aber was ist dieses Nichts?
Beschreibt das genau die Erfahrung? Kannst du „Nichts“ direkt erfahren, oder ist „Nichts“ eine Vorstellung/Idee?

Was kannst du allein aufgrund der direkten Erfahrung mit Sicherheit darüber sagen, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?


Ist es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?
Gerade wenn ich es verhindern möchte kann ich nicht nicht denken.
Interessante Beobachtung! Aber hier beziehst du dich mehr auf den Versuch, das Denken an sich zu verhindern, oder? Doch wie verhält es sich mit spezifischen Gedanken? Beobachte nochmal eine Weile das Kommen und Gehen von Gedanken und berichte dann: War es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?

Ich empfinde es so als ob der Gedanke einfach auftaucht. Vielleicht denke ich ihn unbewusst.
Hm… Taucht er einfach auf oder denkt du ihn? Vergleiche und Vermutungen („so als ob“ und „vielleicht“) kommen noch aus dem Denken. Schau so oft in der direkten Erfahrung nach, bis du mit absoluter Sicherheit sagen kannst, was genau erlebt wird: Tauchen Gedanken einfach auf, oder ist da jemand (ein Ich/Selbst/Denker), der sie denkt?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Thu Apr 09, 2026 9:15 pm

Manifestiert sich irgendwie ein Ich/Selbst in solchen Situationen, in denen alles drüber und drunter geht, oder wird durch solche Situationen bei genauerem Betrachten sogar noch offensichtlicher, dass einfach niemand am Steuer sitzt?
Offensichtlich ja, aber wem oder was geht es im Anschluss an diese Situationen oft nicht gut. Gibt es da nicht irgendetwas was sich mit Geschichten identifiziert? Geschieht das nur aus Gewohnheit?

Ist dieses Etwas selbst beobachtbar, erfahrbar, erlebbar?
Dieses Etwas ist nicht beobachtbar, jedoch erfahrbar, es nimmt ja wahr. Ich bin mir unsicher.

Beschreibt das genau die Erfahrung? Kannst du „Nichts“ direkt erfahren, oder ist „Nichts“ eine Vorstellung/Idee?
Ich kann dieses „Nichts“ nicht fassen, da ist ja nichts. Wenn dieses eine Vorstellung ist, dann ist das „Ich“ auch eine Vorstellung und dasselbe, was sich mit den Geschichten identifiziert.

Was kannst du allein aufgrund der direkten Erfahrung mit Sicherheit darüber sagen, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?
Im Moment ist alles ziemlich durcheinander. Ich weiß es nicht.

War es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?
Es ist tatsächlich möglich einen Gedanken beiseite zu schieben und sich auf einen anderen zu konzentrieren.

Tauchen Gedanken einfach auf, oder ist da jemand (ein Ich/Selbst/Denker), der sie denkt?
Gedanken tauchen einfach auf.

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Re: fannifilou

Postby You » Fri Apr 10, 2026 6:54 am

Gedanken tauchen einfach auf.
Ja, das ist es. Sie tauchen einfach auf.

wem oder was geht es im Anschluss an diese Situationen oft nicht gut. Gibt es da nicht irgendetwas was sich mit Geschichten identifiziert? Geschieht das nur aus Gewohnheit?
Gute Fragen! Ich gebe sie direkt an dich zurück ;) Schau selbst in der direkten Erfahrung nach:

Ist irgendwo ein Etwas zu finden, das sich mit Geschichten identifiziert? Oder tauchen da einfach nur Gedanken auf, die irgendwelches Zeugs über „Ich“ erzählen, wie vielleicht „Das ist MIR passiert“, „Hätte ICH das doch nicht gesagt“ oder „Das ist MEINE Geschichte/Vergangenheit/Erfahrung“ oder so?

Und was meinst du mit „nicht gut gehen“? Vielleicht eine Szenerie wie die folgende?

Besonders viele Gedanken ploppen auf, viele von ihnen mit negativem Inhalt, andere, die irgendetwas mit dem Inhalt „Ich“ erzählen (siehe oben), wiederum andere, deren Inhalt der Glaube ist, dass diese negativen und ichbezogenen Gedanken wahr sind. Der Körper reagiert mit Anspannungen und anderen unangenehmen Empfindungen, die sich im Zusammenspiel mit den Gedanken zu unerwünschten Emotionen zusammenbrauen, die dann wiederum negative Gedankeninhalte besonders glaubhaft erscheinen lassen, noch mehr Gedanken tauchen auf, und so geht es weiter…

Kommt dir das irgendwie bekannt vor? Das ist natürlich alles andere als ein angenehmer Zustand! Aber ist in diesem ganzen Sturm irgendwo ein „Ich“ zu finden? Ist da jemand, dem es nicht gut geht, oder ist da nur ein Wirrwarr von auftauchenden und wieder verschwindenden Gedanken, Empfindungen, Emotionen…?


War es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?
Es ist tatsächlich möglich einen Gedanken beiseite zu schieben und sich auf einen anderen zu konzentrieren.
Das passiert aber erst, nachdem der Gedanke schon aufgetaucht ist.
Ist es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?

Ich kann dieses „Nichts“ nicht fassen, da ist ja nichts. Wenn dieses eine Vorstellung ist, dann ist das „Ich“ auch eine Vorstellung
Du bist da absolut etwas auf der Spur! „wenn… dann“ ist allerdings noch eine Schlussfolgerung, und Schlussfolgerungen können stimmen oder auch nicht. Jetzt sieh nach: Schau so lange in der direkten Erfahrung, bis du sicher bist: Ist „Ich“ eine Vorstellung?

Was kannst du allein aufgrund der direkten Erfahrung mit Sicherheit darüber sagen, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?
Im Moment ist alles ziemlich durcheinander. Ich weiß es nicht.
Was meintest du hier mit „Ich weiß es nicht?“ Dass du nicht weißt, was du mit Sicherheit darüber sagen kannst, oder dass du nicht weißt, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen? (Je nachdem, was du gemeint hast, macht das einen entscheidenden Unterschied - deshalb frage ich nach).

Ist dieses Etwas selbst beobachtbar, erfahrbar, erlebbar?
Dieses Etwas ist nicht beobachtbar, jedoch erfahrbar, es nimmt ja wahr. Ich bin mir unsicher.
Super: „unsicher“ ist ein guter Ausgangspunkt! Es bedeutet, dass alte Vorstellungen an Bedeutung verlieren.

Ist „Dieses Etwas ist erfahrbar, weil es wahrnimmt“ eine Schlussfolgerung oder eine direkte Beobachtung?

Ist „Da ist ein Etwas, welches wahrnimmt“ direkte Erfahrung oder ein Gedanke?


Geh der Sache mal mit folgender Übung nach und beantworte die Fragen jeweils einzeln.

Schließe die Augen.
Mit geschlossenen Augen wirst du nun „Schwärze“ erleben. Es mag auch andere Dinge geben, die du wahrnehmen kannst, klar. Wenn du auf eine helle Lichtquelle geschaut hast, kann es ein rötliches Glühen geben. Es können funkelnde Punkte oder wolkige Flecken auftauchen und wieder verschwinden – die konkreten Details spielen keine Rolle.
Um es einfach zu halten, werde ich alles, was mit geschlossenen Augen gesehen werden kann, der Einfachheit halber als „schwarz“ oder „Schwärze“ bezeichnen.

Kannst du bestätigen, dass mit geschlossenen Augen das Erlebte „Schwärze“ ist, wie ich sie beschrieben habe?

Gibt es im „Sehen“ irgendetwas anderes als „Schwärze“?

Kann das gefunden werden, was die Schwärze wahrnimmt?

Können eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas gefunden werden, das die Schwärze beobachtet? Oder ist da einfach nur „Schwärze“ zu finden?

Was findest du? Kann ein INHÄRENTER SEH-ER gefunden werden?

Wäre irgendetwas, das der Seh-er zu sein scheint, etwas anderes als ein Konzept / eine Idee / ein Gedanke?



Öffne nun die Augen.
Geh die Übung wieder ganz einfach an – für den Moment untersuchen wir nur den Sinn des „Sehens“.
Mit geöffneten Augen erscheint eine Welt von Objekten … ein Raum … ein Computerbildschirm usw.
Was genau gesehen wird, ist hier nicht von Interesse. Was immer es ist, wird im Folgenden einfach als „das Gesehene“ bezeichnet.

Das ist vielleicht etwas kniffliger – nimm dir Zeit und betrachte es genau.

Kannst du bestätigen, dass das, was mit geöffneten Augen erfahren wird, einfach „das Gesehene“ ist, wie oben beschrieben?

Gibt es im „Sehen“ noch irgendetwas anderes als „das Gesehene“?

Lässt sich etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt?

Lässt sich eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt? Oder ist da einfach nur „das Gesehene“?

Was findest du? Lässt sich ein INHÄRENTER SEH-ER - ein Etwas, das sieht - finden?

Wenn etwas der Seh-er zu sein scheint - ist das etwas anderes als ein Konzept / eine Vorstellung / ein Gedanke?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Fri Apr 10, 2026 11:11 pm

Ist irgendwo ein Etwas zu finden, das sich mit Geschichten identifiziert? Oder tauchen da einfach nur Gedanken auf, die irgendwelches Zeugs über „Ich“ erzählen, wie vielleicht „Das ist MIR passiert“, „Hätte ICH das doch nicht gesagt“ oder „Das ist MEINE Geschichte/Vergangenheit/Erfahrung“ oder so?
Tatsächlich einfach nur Gedanken die auftauchen.

Aber ist in diesem ganzen Sturm irgendwo ein „Ich“ zu finden? Ist da jemand, dem es nicht gut geht, oder ist da nur ein Wirrwarr von auftauchenden und wieder verschwindenden Gedanken, Empfindungen, Emotionen…?
Du hast die Szenerie sehr treffend beschrieben. Durch die Reaktion des Körpers spitzt sich die Situation noch zu. Ja ein Wirrwarr von aufeinanderfolgenden Gedanken ohne ein Ich.

Ist es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?
Nein, das kann nicht beeinflusst werden. Gedanken tauchen einfach auf.

Schau so lange in der direkten Erfahrung, bis du sicher bist: Ist „Ich“ eine Vorstellung?
Dieses Ich ist tatsächlich nicht real, eine Vorstellung in dem Wirrwarr von Gedanken.

Was meintest du hier mit „Ich weiß es nicht?“ Dass du nicht weißt, was du mit Sicherheit darüber sagen kannst, oder dass du nicht weißt, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?
Ich meinte, dass ich nicht weiß woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen. Wenn du mich jedoch so darauf hinweist, die Sicherheit ist nicht mehr vorhanden. In so einem Wirrwarr von Gedanken - die ja einfach nur auftauchen - in dem gewohnten Glauben „ das bin ich“ - bin ich ja nun gar nicht mehr.

Ist „Dieses Etwas ist erfahrbar, weil es wahrnimmt“ eine Schlussfolgerung oder eine direkte Beobachtung?
Eine Schlussfolgerung mit einem Gedanken.
Ist „Da ist ein Etwas, welches wahrnimmt“ direkte Erfahrung oder ein Gedanke?
Alles nur ein Gedanke

Kannst du bestätigen, dass mit geschlossenen Augen das Erlebte „Schwärze“ ist, wie ich sie beschrieben habe?
Kann ich bestätigen
Gibt es im „Sehen“ irgendetwas anderes als „Schwärze“?
Nein, nur diese Schwärze
Kann das gefunden werden, was die Schwärze wahrnimmt?
Nein, da ist nichts oder niemand.
Können eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas gefunden werden, das die Schwärze beobachtet? Oder ist da einfach nur „Schwärze“ zu finden?
Einfach nur Schwärze.
Was findest du? Kann ein INHÄRENTER SEH-ER gefunden werden?
Nein, tatsächlich nicht.
Wäre irgendetwas, das der Seh-er zu sein scheint, etwas anderes als ein Konzept / eine Idee / ein Gedanke?
Nein, alles nur ein Gedanke

Kannst du bestätigen, dass das, was mit geöffneten Augen erfahren wird, einfach „das Gesehene“ ist, wie oben beschrieben?
Ja genau, einfach das Gesehene.
Gibt es im „Sehen“ noch irgendetwas anderes als „das Gesehene“?
Ab und zu ploppt ein Gedanke auf. Im Sehen selbst gibt es nichts anderes.
Lässt sich etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt?
Ganz klar nein, alles andere wäre eine Vorstellung.
Lässt sich eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt? Oder ist da einfach nur „das Gesehene“?
Nur das Gesehene. Wie gesagt, alles andere wäre eine Vorstellung.
Was findest du? Lässt sich ein INHÄRENTER SEH-ER - ein Etwas, das sieht - finden?
Nein, da ist niemand.
Wenn etwas der Seh-er zu sein scheint - ist das etwas anderes als ein Konzept / eine Vorstellung / ein Gedanke?
Genau das meine ich, alles andere wäre eine Vorstellung oder ein Gedanke.

Danke für deine Klarheit. Ein Wirrwarr aus Gedanken - aus der Gewohnheit taucht dieses scheinbare Ich sehr oft auf, es wirkt sehr hartnäckig.

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Re: fannifilou

Postby You » Sat Apr 11, 2026 6:23 am

Wunderbar. Da spricht viel Klarheit aus dem, was du schreibst. Ich habe es mit Freude und einem Lächeln gelesen.

Ich meinte, dass ich nicht weiß woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen.
Ich weiß es auch nicht :) Keinen blassen Schimmer. Die direkte Erfahrung hier ist nur, dass Gedanken da sind. Woher sie gekommen sind und wohin sie gehen werden, erfahre ich nicht.
Wenn du dir deiner Antwort („Ich weiß es nicht“) allerdings nicht mehr sicher bist, verlass dich nicht auf das, was ich sage. Schau einfach nochmal hin und überprüfe, ob es stimmt: Kannst du aufgrund der DE irgendetwas darüber sagen, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?

In so einem Wirrwarr von Gedanken - die ja einfach nur auftauchen - in dem gewohnten Glauben „ das bin ich“ - bin ich ja nun gar nicht mehr.
Warst du jemals da?


Ist irgendwo ein Etwas zu finden, das sich mit Geschichten identifiziert? Oder tauchen da einfach nur Gedanken auf, die irgendwelches Zeugs über „Ich“ erzählen, wie vielleicht „Das ist MIR passiert“, „Hätte ICH das doch nicht gesagt“ oder „Das ist MEINE Geschichte/Vergangenheit/Erfahrung“ oder so?
Tatsächlich einfach nur Gedanken die auftauchen.

Aber ist in diesem ganzen Sturm irgendwo ein „Ich“ zu finden? Ist da jemand, dem es nicht gut geht, oder ist da nur ein Wirrwarr von auftauchenden und wieder verschwindenden Gedanken, Empfindungen, Emotionen…?
Du hast die Szenerie sehr treffend beschrieben. Durch die Reaktion des Körpers spitzt sich die Situation noch zu. Ja ein Wirrwarr von aufeinanderfolgenden Gedanken ohne ein Ich.

Ist es möglich, das Auftauchen eines Gedankens zu verhindern?
Nein, das kann nicht beeinflusst werden. Gedanken tauchen einfach auf.

Schau so lange in der direkten Erfahrung, bis du sicher bist: Ist „Ich“ eine Vorstellung?
Dieses Ich ist tatsächlich nicht real, eine Vorstellung in dem Wirrwarr von Gedanken.
Ist „Dieses Etwas ist erfahrbar, weil es wahrnimmt“ eine Schlussfolgerung oder eine direkte Beobachtung?
Eine Schlussfolgerung mit einem Gedanken.
Ist „Da ist ein Etwas, welches wahrnimmt“ direkte Erfahrung oder ein Gedanke?
Alles nur ein Gedanke

Kannst du bestätigen, dass mit geschlossenen Augen das Erlebte „Schwärze“ ist, wie ich sie beschrieben habe?
Kann ich bestätigen
Gibt es im „Sehen“ irgendetwas anderes als „Schwärze“?
Nein, nur diese Schwärze
Kann das gefunden werden, was die Schwärze wahrnimmt?
Nein, da ist nichts oder niemand.
Können eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas gefunden werden, das die Schwärze beobachtet? Oder ist da einfach nur „Schwärze“ zu finden?
Einfach nur Schwärze.
Was findest du? Kann ein INHÄRENTER SEH-ER gefunden werden?
Nein, tatsächlich nicht.
Wäre irgendetwas, das der Seh-er zu sein scheint, etwas anderes als ein Konzept / eine Idee / ein Gedanke?
Nein, alles nur ein Gedanke

Kannst du bestätigen, dass das, was mit geöffneten Augen erfahren wird, einfach „das Gesehene“ ist, wie oben beschrieben?
Ja genau, einfach das Gesehene.
Gibt es im „Sehen“ noch irgendetwas anderes als „das Gesehene“?
Ab und zu ploppt ein Gedanke auf. Im Sehen selbst gibt es nichts anderes.
Lässt sich etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt?
Ganz klar nein, alles andere wäre eine Vorstellung.
Lässt sich eine Person, ein „Ich“ / „Selbst“, ein Etwas finden, das „das Gesehene“ wahrnimmt? Oder ist da einfach nur „das Gesehene“?
Nur das Gesehene. Wie gesagt, alles andere wäre eine Vorstellung.
Was findest du? Lässt sich ein INHÄRENTER SEH-ER - ein Etwas, das sieht - finden?
Nein, da ist niemand.
Wenn etwas der Seh-er zu sein scheint - ist das etwas anderes als ein Konzept / eine Vorstellung / ein Gedanke?
Genau das meine ich, alles andere wäre eine Vorstellung oder ein Gedanke.
:)
Wie fühlt es sich an, das alles so klar zu sehen?

aus der Gewohnheit taucht dieses scheinbare Ich sehr oft auf, es wirkt sehr hartnäckig.
Und was passiert, wenn dann der Impuls auftaucht, in der direkten Erfahrung nachzuschauen, ob das, was da gerade ein Ich zu sein scheint, auch wirklich eines ist?

Ein Wirrwarr aus Gedanken
Ist da jemand, der das Gedankenwirrwarr hervorbringt?

Untersuchen wir mal einen spezifischen Teil des möglichen Wirrwarrs: Zeit und Erinnerung.

Führe die folgenden beiden Übungen durch. Schau in der direkten Erfahrung und beantworte die Fragen jeweils einzeln.

Zeit
Es gibt die weitverbreitete Annahme, dass es eine lineare Zeit gibt, die (sofern sie überhaupt einen Anfang hatte) irgendwo in ferner Vergangenheit begonnen hat und sich in eine ferne Zukunft hinein fortbewegt. Der gegenwärtige Moment (das „Jetzt“) wird dabei als ein sehr kleiner Ausschnitt der Zeit betrachtet oder als ein Ereignis, das sich auf einer Zeitlinie vorwärts bewegt – aus der Vergangenheit kommend und in die Zukunft fortschreitend. Aber:
Gibt es eine Erfahrung davon, dass sich das „Jetzt“ entlang einer Zeitlinie bewegt?
Gibt es irgendeine Erfahrung davon, dass ein „Moment“ dem nächsten weicht?
Gibt es irgendeine tatsächliche oder direkte Erfahrung davon, dass ein Ereignis auf ein anderes folgt?
Wie schnell bewegt sich der „gegenwärtige Moment“ eigentlich?
Schau einfach auf diesen Moment: Lässt sich ein Punkt finden, an dem er begonnen hat?
Wie lange dauert das „Jetzt“?
Wo beginnt das „Jetzt“ und wo endet es?
Wann genau wird das „Jetzt“ zur „Vergangenheit“?
Was ist die „Vergangenheit“ in der direkten Erfahrung?
Gibt es also eine tatsächliche Erfahrung von „Zeit“ – oder nur Gedanken über „Zeit“?


Erinnerung
Fast jeder geht davon aus, dass eine Erinnerung sich auf etwas bezieht, das geschehen ist – und dass Erinnerungen irgendwie anders sind als sonstige Gedanken.
Geh nicht in gedankliche Erklärungen, sondern lass einfach eine Erinnerung da sein und schau sie an.
Schau auf das, was tatsächlich geschieht, und nicht darauf, was Gedanken sagen. Beobachte nur, was wirklich da ist.
Was ist Erinnerung genau?
Woraus „besteht“ die Erinnerung?
Wann erscheint die Erinnerung?
Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Erinnerungsgedanken“?
Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Erinnerungsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen ist?


Dann schau auf einen Gedanken über die Zukunft.
Woraus „besteht“ der Zukunftsgedanke?
Wann erscheint der Zukunftsgedanke?
Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Zukunftsgedanken“?
Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Zukunftsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen wird?

Vergleiche nun einen Gedanken über die Vergangenheit mit einem Gedanken über die Zukunft.
Was ist der exakte Unterschied zwischen Gedanken über Vergangenheit und Gedanken über Zukunft?
Falls es einen Unterschied gibt: Wie genau ist dieser Unterschied erkennbar?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Sat Apr 11, 2026 6:55 pm

Kannst du aufgrund der DE irgendetwas darüber sagen, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?
Nein, da ist nichts zu finden. Das macht ein wenig unsicher. Das Ich sucht ja immer eine Erklärung für alles.
Warst du jemals da?
Nein, es war nie anders. Erstmal fühlt es sich ungewohnt an.
Wie fühlt es sich an, das alles so klar zu sehen?
ICH bin nicht da - all das was mich ausmacht ist nicht existent - sehr befremdlich aber auch erleichternd. Ich treffe keine Entscheidungen, sie werden einfach getroffen. Das heißt aber auch, dass Gedanken immer nur in Bezug auf meine Persönlichkeit aufploppen, oder? Muss ja so sein, das „Leben“ oder wie ich es auch immer nennen soll- sorgt für mich.
Und was passiert, wenn dann der Impuls auftaucht, in der direkten Erfahrung nachzuschauen, ob das, was da gerade ein Ich zu sein scheint, auch wirklich eines ist?
Es nimmt mir den Druck, Szenerien flachen schneller ab. Eine sanfte Ruhe kehrt ein.
Ist da jemand, der das Gedankenwirrwarr hervorbringt?
Nein, Gedanken tauchen auf und verschwinden.
Gibt es eine Erfahrung davon, dass sich das „Jetzt“ entlang einer Zeitlinie bewegt?
Das Jetzt ist ja immer genau jetzt gegenwärtig. Es kann nicht in der Vergangenheit oder Zukunft existieren.
Gibt es irgendeine Erfahrung davon, dass ein „Moment“ dem nächsten weicht?
Auf einen Moment folgt ein anderer Moment - ich weiß es nicht.
Gibt es irgendeine tatsächliche oder direkte Erfahrung davon, dass ein Ereignis auf ein anderes folgt?
Der Einkauf zum Beispiel geht dem Kochen voraus.
Wie schnell bewegt sich der „gegenwärtige Moment“ eigentlich?
Das hängt vom Zeitdruck ab. Habe ich Zeit, kann der Moment ewig dauern. Unter Zeitdruck rennt die Zeit. Oder ein schöner Moment geht viel zu schnell vorbei und ein nicht so schöner Moment kann ewig dauern. Das sind auch alles nur Gedanken, nicht wahr?
Schau einfach auf diesen Moment: Lässt sich ein Punkt finden, an dem er begonnen hat?
Ich würde sagen ein Moment fließt sanft in den anderen.
Wie lange dauert das „Jetzt“?
Das Jetzt ist dieser einzige Moment der immer da ist.
Wo beginnt das „Jetzt“ und wo endet es?
Für dieses Jetzt gibt es kein Anfang und kein Ende. Es ist ja immer genau jetzt.
Wann genau wird das „Jetzt“ zur „Vergangenheit“?
Das Jetzt kann nicht zur Vergangenheit werden, es ist genau jetzt.
Was ist die „Vergangenheit“ in der direkten Erfahrung?
In der direkten Erfahrung ist die Vergangenheit eine Geschichte.
Gibt es also eine tatsächliche Erfahrung von „Zeit“ – oder nur Gedanken über „Zeit“?
In der tatsächlichen Erfahrung gibt es nur das Jetzt. Also existiert die Zeit in Gedanken nur aufgrund der Uhr? - es wirkt noch alles sehr durcheinander.
Was ist Erinnerung genau?
Die Erinnerung ist eine Geschichte, welche in Bildern und Gedanken auftaucht.
Woraus „besteht“ die Erinnerung?
Aus einer Geschichte.
Wann erscheint die Erinnerung?
Die Erinnerung erscheint wie ein Gedanke aus dem nichts oder sie wird versucht heranzuholen- weil sie jetzt gebraucht wird.
Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Erinnerungsgedanken“?
Erinnerungsgedanken sind zweckgebunden und sinnvoll.
Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Erinnerungsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen ist?
Vielleicht an einer Wiederholung.
Dann schau auf einen Gedanken über die Zukunft.
Woraus „besteht“ der Zukunftsgedanke?
Auch aus einer Geschichte
Wann erscheint der Zukunftsgedanke?
Wenn etwas geplant werden soll oder in einem ungewissem Jetzt.
Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Zukunftsgedanken“?
Zukunftsgedanken sind auch oft zweckgebunden und sinnvoll - aber selbst das ist tatsächlich auch schon wieder ein Gedanke.
Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Zukunftsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen wird?
Das funktioniert nicht. Ich kann mir die Zukunft noch so ausmalen oder planen, es geschieht dennoch einfach so.
Vergleiche nun einen Gedanken über die Vergangenheit mit einem Gedanken über die Zukunft.
Was ist der exakte Unterschied zwischen Gedanken über Vergangenheit und Gedanken über Zukunft?
Gedanken über die Vergangenheit kommen aus der Erinnerung. Gedanken über die Zukunft kommen aus dem Ungewissen.
Falls es einen Unterschied gibt: Wie genau ist dieser Unterschied erkennbar?
Vielleicht am Gedanken selbst.

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Re: fannifilou

Postby You » Sun Apr 12, 2026 5:52 am

Kannst du aufgrund der DE irgendetwas darüber sagen, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?
Nein, da ist nichts zu finden. Das macht ein wenig unsicher. Das Ich sucht ja immer eine Erklärung für alles.
Genau. Da ist nichts zu finden. Aber:
Gibt es dieses Ich, das eine Erklärung sucht? Was passiert da wirklich, wenn eine Erklärung gesucht wird?

ICH bin nicht da - all das was mich ausmacht ist nicht existent
Was meinst du genau mit dem, was dich auszumachen schien und was sich als inexistent herausgestellt hat?

Gibt es irgendeine Erfahrung davon, dass ein „Moment“ dem nächsten weicht?
Auf einen Moment folgt ein anderer Moment - ich weiß es nicht.
Schau so lange, bis es sicher ist:
Gibt es eine direkte Erfahrung davon, dass ein “Moment” dem nächsten weicht, oder ist das nur eine Idee?


Gibt es irgendeine tatsächliche oder direkte Erfahrung davon, dass ein Ereignis auf ein anderes folgt?
Der Einkauf zum Beispiel geht dem Kochen voraus.
Bist du dir sicher? Ist das die direkte Erfahrung? Oder tauchen während des Kochens Erinnerungsgedanken mit dem Inhalt “Einkauf” auf + die Schlussfolgerung (also auch ein Gedanke), dass der Einkauf vorher passiert ist?

Wie schnell bewegt sich der „gegenwärtige Moment“ eigentlich?
Das hängt vom Zeitdruck ab. Habe ich Zeit, kann der Moment ewig dauern. Unter Zeitdruck rennt die Zeit. Oder ein schöner Moment geht viel zu schnell vorbei und ein nicht so schöner Moment kann ewig dauern. Das sind auch alles nur Gedanken, nicht wahr?
Ja, genau, dass sind auch alles nur Gedanken ;) Gut erkannt! Also nochmal hinschauen:
Gibt es eine direkte Erfahrung davon, wie schnell und ob sich der “gegenwärtige Moment” bewegt?

Schau einfach auf diesen Moment: Lässt sich ein Punkt finden, an dem er begonnen hat?
Ich würde sagen ein Moment fließt sanft in den anderen.
Kam diese Antwort aus dem Denken oder aus dem Schauen? Lässt sich in der direkten Erfahrung ein Punkt finden, an dem dieser Moment begonnen hat?

In der direkten Erfahrung ist die Vergangenheit eine Geschichte.
Genau. Und somit nichts als Gedankeninhalt.

Gibt es also eine tatsächliche Erfahrung von „Zeit“ – oder nur Gedanken über „Zeit“?
In der tatsächlichen Erfahrung gibt es nur das Jetzt. Also existiert die Zeit in Gedanken nur aufgrund der Uhr?
“Ja, genau” zu deiner Antwort. Die Frage gebe ich etwas vereinfacht an dich zurück: Existiert die Zeit nur in Gedanken?

Wann erscheint die Erinnerung?
Die Erinnerung erscheint wie ein Gedanke aus dem nichts oder sie wird versucht heranzuholen- weil sie jetzt gebraucht wird.
Hm, aus dem Nichts? Verkomplizierst du es dir da nicht gerade wieder? Und wird jede beliebig aufploppende Erinnerung wirklich gerade gebraucht? Nimm die Frage ganz simpel: Wann erscheint die Erinnerung? Irgendwann anders als jetzt?

Wann erscheint der Zukunftsgedanke?
Wenn etwas geplant werden soll oder in einem ungewissem Jetzt.
Nimm diese Frage genauso einfach wie die vorherige: Wann erscheint der Gedanke über die Zukunft? Irgendwann anders als jetzt?

Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Erinnerungsgedanken“?
Erinnerungsgedanken sind zweckgebunden und sinnvoll.
Sicher?

Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Erinnerungsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen ist?
Vielleicht an einer Wiederholung.
“Vielleicht” ist noch eine Vermutung, also Gedankeninhalt. Schau nochmal nach: Ist an irgendetwas erkennbar, dass sich ein “Erinnerungsgedanke” auf etwas bezieht, das geschehen ist? Oder gibt es einfach nur einen weiteren Gedanken, dessen Inhalt der Glaube ist, dass der Inhalt des Erinnerungsgedanken wirklich passiert ist?

Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Zukunftsgedanken“?
Zukunftsgedanken sind auch oft zweckgebunden und sinnvoll - aber selbst das ist tatsächlich auch schon wieder ein Gedanke.
Ja, gut erkannt: auch schon wieder ein Gedanke. Also nochmal hinschauen:
Gibt es einen realen Unterschied zwischen sonstigen Gedanken und Gedanken über die Zukunft?

Was ist der exakte Unterschied zwischen Gedanken über Vergangenheit und Gedanken über Zukunft?
Gedanken über die Vergangenheit kommen aus der Erinnerung. Gedanken über die Zukunft kommen aus dem Ungewissen.
Kommt diese Antwort aus dem Denken oder aus dem Schauen? Ist “das Ungewisse” direkt erfahrbar oder ein Konzept? Gibt es einen inhärenten Unterschied zwischen Gedanken über Vergangenheit und Gedanken über Zukunft, oder sind da einfach nur weitere Gedanken, die die Inhalte der einen als Erinnerungen kategorisieren und die Inhalte der anderen als Zukunftsgedanken?




Warst du jemals da?
Nein, es war nie anders. Erstmal fühlt es sich ungewohnt an.
Ist da jemand, der das Gedankenwirrwarr hervorbringt?
Nein, Gedanken tauchen auf und verschwinden.
Gibt es eine Erfahrung davon, dass sich das „Jetzt“ entlang einer Zeitlinie bewegt?
Das Jetzt ist ja immer genau jetzt gegenwärtig. Es kann nicht in der Vergangenheit oder Zukunft existieren.
Wie lange dauert das „Jetzt“?
Das Jetzt ist dieser einzige Moment der immer da ist.
Wo beginnt das „Jetzt“ und wo endet es?
Für dieses Jetzt gibt es kein Anfang und kein Ende. Es ist ja immer genau jetzt.
Wann genau wird das „Jetzt“ zur „Vergangenheit“?
Das Jetzt kann nicht zur Vergangenheit werden, es ist genau jetzt.
Was ist die „Vergangenheit“ in der direkten Erfahrung?
In der direkten Erfahrung ist die Vergangenheit eine Geschichte.
Was ist Erinnerung genau?
Die Erinnerung ist eine Geschichte, welche in Bildern und Gedanken auftaucht.
Woraus „besteht“ die Erinnerung?
Aus einer Geschichte.
Dann schau auf einen Gedanken über die Zukunft.
Woraus „besteht“ der Zukunftsgedanke?
Auch aus einer Geschichte
Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Zukunftsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen wird?
Das funktioniert nicht. Ich kann mir die Zukunft noch so ausmalen oder planen, es geschieht dennoch einfach so.
Wunderbar. Das ist alles sehr klar :)


Das heißt aber auch, dass Gedanken immer nur in Bezug auf meine Persönlichkeit aufploppen, oder? Muss ja so sein, das „Leben“ oder wie ich es auch immer nennen soll- sorgt für mich.
Ist das eine direkte Erfahrung oder Gedankeninhalt?

Der kleinen Nachfrage “oder?” lohnt es sich nachzugehen. Untersuch einfach, ob das, was du vermutest, stimmt:

Nimm ein Blatt Papier und ziehe eine Linie, die es in zwei Hälften teilt. Beschrifte eine Hälfte mit „Selbst“ und die andere mit „Anderes“.
Setze dich hin und stelle einen Timer auf 5 Minuten.
Jedes Mal, wenn ein Gedanke auftaucht, mache eine Markierung auf dem Blatt.
Bezieht sich der Gedanke auf das Selbst, setze die Markierung auf die Seite „Selbst“.
Bezieht er sich auf etwas anderes, setze die Markierung auf die Seite „Anderes“.
Wenn ein Gedanke über Essen auftaucht, weil Hunger da ist, gehört er auf die Seite „Selbst“.
Jeder Gedanke, der sich auf ein Selbst bezieht, gehört auf die Seite „Selbst“.
(z. B. „Ich bin gelangweilt“, „Ich bin müde“, „Ist die Tür abgeschlossen?“ (meine Sicherheit), „Das Video war lustig“ (ich war amüsiert), „Mein Rücken tut weh“, „Ich habe Angst“)
Ist das klar?
Berichte anschließend, wie es gelaufen ist und was du bemerkt hast.


Und was passiert, wenn dann der Impuls auftaucht, in der direkten Erfahrung nachzuschauen, ob das, was da gerade ein Ich zu sein scheint, auch wirklich eines ist?
Es nimmt mir den Druck, Szenerien flachen schneller ab. Eine sanfte Ruhe kehrt ein.
Schön! Und als was entpuppt sich dann das, was vor dem Hinschauen ein Ich zu sein schien?

Ich treffe keine Entscheidungen, sie werden einfach getroffen.
Das klingt spannend. Erzähl mir mehr! Kannst du Beispiele geben?

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Re: fannifilou

Postby fannifilou » Sun Apr 12, 2026 6:40 pm

Gibt es dieses Ich, das eine Erklärung sucht? Was passiert da wirklich, wenn eine Erklärung gesucht wird?
Dieses Nichts kann nicht gefasst werden. Die Sicherheit, die im Leben gesucht wird, fehlt.

Was meinst du genau mit dem, was dich auszumachen schien und was sich als inexistent herausgestellt hat?
Meine Persönlichkeit, mein Job,…..aber auch alles nur ein Gedankenkonstrukt.

Gibt es eine direkte Erfahrung davon, dass ein “Moment” dem nächsten weicht, oder ist das nur eine Idee?
In der direkten Erfahrung gibt es ja nur diesen einen Moment - das Jetzt. Da kann kein Moment dem anderen weichen.
Bist du dir sicher? Ist das die direkte Erfahrung? Oder tauchen während des Kochens Erinnerungsgedanken mit dem Inhalt “Einkauf” auf + die Schlussfolgerung (also auch ein Gedanke), dass der Einkauf vorher passiert ist?
Sicher bin ich mir gar nicht. Aber woher kommen dann die Lebensmittel?
Gibt es eine direkte Erfahrung davon, wie schnell und ob sich der “gegenwärtige Moment” bewegt?
In der direkten Erfahrung bewegt sich der gegenwärtige Moment nicht, er ist genau jetzt.
Kam diese Antwort aus dem Denken oder aus dem Schauen? Lässt sich in der direkten Erfahrung ein Punkt finden, an dem dieser Moment begonnen hat?
Nein, in der direkten Erfahrung ist kein Punkt zu finden. Die Antwort kam offensichtlich aus dem Denken.
Existiert die Zeit nur in Gedanken?
Scheinbar, es sieht so aus. Aber wie/warum kann ich dann Termine einhalten?
Wann erscheint die Erinnerung? Irgendwann anders als jetzt?
Wann erscheint der Gedanke über die Zukunft? Irgendwann anders als jetzt?
Nein, genau jetzt - es gibt nichts anderes als den jetzigen Moment- auch der Zukunftsgedanke erscheint im Jetzt.
Sicher?
Nein gar nicht. Ich würde sagen, es gibt keinen Unterschied. Gedanken tauchen auf und zwar immer im Jetzt.
Ist an irgendetwas erkennbar, dass sich ein “Erinnerungsgedanke” auf etwas bezieht, das geschehen ist? Oder gibt es einfach nur einen weiteren Gedanken, dessen Inhalt der Glaube ist, dass der Inhalt des Erinnerungsgedanken wirklich passiert ist?
Ja wahrscheinlich wird es so sein. Ist noch nicht ganz klar. Aber benötige ich Erinnerungsgedanken nicht manchmal um eine Tätigkeit zu verrichten.
Gibt es einen realen Unterschied zwischen sonstigen Gedanken und Gedanken über die Zukunft?
Da Gedanken immer im Jetzt aufploppen kann es keinen Unterschied geben.
Kommt diese Antwort aus dem Denken oder aus dem Schauen? Ist “das Ungewisse” direkt erfahrbar oder ein Konzept? Gibt es einen inhärenten Unterschied zwischen Gedanken über Vergangenheit und Gedanken über Zukunft, oder sind da einfach nur weitere Gedanken, die die Inhalte der einen als Erinnerungen kategorisieren und die Inhalte der anderen als Zukunftsgedanken?
Die Antwort kommt aus dem Denken. Genau, auch das Ungewisse ist ein Konzept. Eigentlich gibt es keinen Unterschied zwischen den Gedanken, da sie im Jetzt auftauchen. Mit den Erinnerungsgedanken schwanke ich noch. Wie gesagt, woher kommen die Lebensmittel?
Ist das eine direkte Erfahrung oder Gedankeninhalt?
Es tauchen ja immer nur Gedanken auf, die mich betreffen - also direkte Erfahrung. Das das Leben für mich sorgt ist eher ein Wunschgedanke.

Berichte anschließend, wie es gelaufen ist und was du bemerkt hast.
Es gibt nur Gedanken die sich auf das Selbst beziehen. Jeder Gedanke der aufploppt hat irgendwie immer mit mir zu tun.
Und als was entpuppt sich dann das, was vor dem Hinschauen ein Ich zu sein schien?
Der Gedanke entpuppt sich als einen weiteren Gedanken.
Kannst du Beispiele geben?
Das Auswählen einer neuen Brille. Hier tue ich mich immer sehr schwer. Am Ende habe ich drei Modelle in engerer Auswahl. Irgendetwas sagt mir, das es dieses Modell jetzt sein soll. Also eigentlich weiß ich es schon, probiere aber immer noch weiter.
Bei einem Jobwechsel. Die Entscheidung ist schon gefallen, ich fühle mich dennoch unsicher.
Ich finde keine Erklärung für die Entscheidungen.

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Re: fannifilou

Postby You » Mon Apr 13, 2026 7:26 am


Der Einkauf zum Beispiel geht dem Kochen voraus.
Bist du dir sicher? Ist das die direkte Erfahrung? Oder tauchen während des Kochens Erinnerungsgedanken mit dem Inhalt “Einkauf” auf + die Schlussfolgerung (also auch ein Gedanke), dass der Einkauf vorher passiert ist?
Sicher bin ich mir gar nicht. Aber woher kommen dann die Lebensmittel?
Achtung! Es geht ja nicht darum, ob die Schlussfolgerung falsch ist. Schlussfolgerungen sind extrem praktisch, um durch den Alltag zu kommen. Da wird schon ein Einkauf stattgefunden haben ;) Es geht nur darum, klar zu sehen, was direkte Erfahrung und was Gedankeninhalt ist. Ist während des Kochens der Einkauf direkte Erfahrung oder Gedankeninhalt?

Kommt diese Antwort aus dem Denken oder aus dem Schauen? Ist “das Ungewisse” direkt erfahrbar oder ein Konzept? Gibt es einen inhärenten Unterschied zwischen Gedanken über Vergangenheit und Gedanken über Zukunft, oder sind da einfach nur weitere Gedanken, die die Inhalte der einen als Erinnerungen kategorisieren und die Inhalte der anderen als Zukunftsgedanken?
Die Antwort kommt aus dem Denken. Genau, auch das Ungewisse ist ein Konzept. Eigentlich gibt es keinen Unterschied zwischen den Gedanken, da sie im Jetzt auftauchen. Mit den Erinnerungsgedanken schwanke ich noch. Wie gesagt, woher kommen die Lebensmittel?
Ist an irgendetwas erkennbar, dass sich ein “Erinnerungsgedanke” auf etwas bezieht, das geschehen ist? Oder gibt es einfach nur einen weiteren Gedanken, dessen Inhalt der Glaube ist, dass der Inhalt des Erinnerungsgedanken wirklich passiert ist?
Ja wahrscheinlich wird es so sein. Ist noch nicht ganz klar. Aber benötige ich Erinnerungsgedanken nicht manchmal um eine Tätigkeit zu verrichten.
Ja, Erinnerungsgedanken können im Alltag sehr nützlich sein. Dass nicht jeder willkürlich aufploppende Erinnerungsgedanke nützlich ist (wie du schon gesehen hast), bedeutet nicht, dass keiner nützlich ist. Es geht uns nicht darum, die menschliche Denkfähigkeit zu diskreditieren. Ohne sie würde unsere Zivilisation nicht existieren, das Gerät, auf dem du gerade diesen Text liest, hätte nicht entwickelt und produziert werden können, und du könntest im Mischmasch der visuellen Eindrücke keinen Apfel erkennen.

Für die Untersuchung hier brauchen wir einfach nur die präzise Unterscheidung, was direkte Erfahrung und was Gedankeninhalte sind.

Nun nochmal zurück zur obigen Frage. Wenn jemand, der sonst nichts über dich weiß, im Vorbeigehen für einen Moment deine Gedankeninhalte sehen könnte, und zum Beispiel eine kurze Szene im Supermarkt erhaschen würde - Könnte diese Person allein am Inhalt des Gedankens erkennen, dass diese Szene so passiert ist, und du dir nicht nur gerade vorgestellt hast, was du später am Tag tun möchtest?
Ist also an irgendetwas erkennbar, dass ein Erinnerungsgedanke sich auf etwas bezieht, das geschehen ist?


Existiert die Zeit nur in Gedanken?
Scheinbar, es sieht so aus. Aber wie/warum kann ich dann Termine einhalten?
Was passiert in der direkten Erfahrung, wenn du einen Termin einhältst?

Berichte anschließend, wie es gelaufen ist und was du bemerkt hast.
Es gibt nur Gedanken die sich auf das Selbst beziehen. Jeder Gedanke der aufploppt hat irgendwie immer mit mir zu tun.
Das ist schon was, wie der menschliche Denkapparat es hinbekommt, fünf Minuten lang nur mehr oder weniger selbstbezogene Gedanken hervorzubringen :D
Nun schau aber auch noch im Laufe des Tages hin und wieder auf die Inhalte. Gibt es tatsächlich nur selbstbezogene Gedankeninhalte?

Was meinst du genau mit dem, was dich auszumachen schien und was sich als inexistent herausgestellt hat?
Meine Persönlichkeit, mein Job,…..aber auch alles nur ein Gedankenkonstrukt.
Hat sich herausgestellt, dass deine Persönlichkeit (typische Verhaltensweisen und Reaktionen) nicht existiert, oder dass darin kein “Ich” zu finden ist, das denkt, kontrolliert und entscheidet?


Das Auswählen einer neuen Brille. Hier tue ich mich immer sehr schwer. Am Ende habe ich drei Modelle in engerer Auswahl. Irgendetwas sagt mir, das es dieses Modell jetzt sein soll. Also eigentlich weiß ich es schon, probiere aber immer noch weiter.
Bei einem Jobwechsel. Die Entscheidung ist schon gefallen, ich fühle mich dennoch unsicher.
Ich finde keine Erklärung für die Entscheidungen.
Das Erleben ist also, dass Entscheidungen irgendwie fallen, aber da kein “Ich” ist, das Kontrolle über den Prozess hat? Verstehe ich das richtig?

Und als was entpuppt sich dann das, was vor dem Hinschauen ein Ich zu sein schien?
Der Gedanke entpuppt sich als einen weiteren Gedanken.
Dann machen wir hier mal eine “Standortbestimmung”:
Du hast viele Male in der direkten Erfahrung nachgeschaut, ob irgendwo ein “Ich” zu finden ist.
Es war keines zu finden.
Im Alltag kann der Eindruck entstehen, es wäre da ein “Ich” auf, doch sobald du nachschaust, stellt es sich heraus, dass da doch keins ist.
Würdest du dem so zustimmen, oder trifft das nicht ganz dein momentanes Erleben?


Wenn du alles, was JETZT in der direkten Erfahrung präsent ist, wahrnimmst - Ist irgendetwas davon “Ich”?


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