Kannst du aufgrund der DE irgendetwas darüber sagen, woher die Gedanken kommen und wohin sie gehen?
Nein, da ist nichts zu finden. Das macht ein wenig unsicher. Das Ich sucht ja immer eine Erklärung für alles.
Warst du jemals da?
Nein, es war nie anders. Erstmal fühlt es sich ungewohnt an.
Wie fühlt es sich an, das alles so klar zu sehen?
ICH bin nicht da - all das was mich ausmacht ist nicht existent - sehr befremdlich aber auch erleichternd. Ich treffe keine Entscheidungen, sie werden einfach getroffen. Das heißt aber auch, dass Gedanken immer nur in Bezug auf meine Persönlichkeit aufploppen, oder? Muss ja so sein, das „Leben“ oder wie ich es auch immer nennen soll- sorgt für mich.
Und was passiert, wenn dann der Impuls auftaucht, in der direkten Erfahrung nachzuschauen, ob das, was da gerade ein Ich zu sein scheint, auch wirklich eines ist?
Es nimmt mir den Druck, Szenerien flachen schneller ab. Eine sanfte Ruhe kehrt ein.
Ist da jemand, der das Gedankenwirrwarr hervorbringt?
Nein, Gedanken tauchen auf und verschwinden.
Gibt es eine Erfahrung davon, dass sich das „Jetzt“ entlang einer Zeitlinie bewegt?
Das Jetzt ist ja immer genau jetzt gegenwärtig. Es kann nicht in der Vergangenheit oder Zukunft existieren.
Gibt es irgendeine Erfahrung davon, dass ein „Moment“ dem nächsten weicht?
Auf einen Moment folgt ein anderer Moment - ich weiß es nicht.
Gibt es irgendeine tatsächliche oder direkte Erfahrung davon, dass ein Ereignis auf ein anderes folgt?
Der Einkauf zum Beispiel geht dem Kochen voraus.
Wie schnell bewegt sich der „gegenwärtige Moment“ eigentlich?
Das hängt vom Zeitdruck ab. Habe ich Zeit, kann der Moment ewig dauern. Unter Zeitdruck rennt die Zeit. Oder ein schöner Moment geht viel zu schnell vorbei und ein nicht so schöner Moment kann ewig dauern. Das sind auch alles nur Gedanken, nicht wahr?
Schau einfach auf diesen Moment: Lässt sich ein Punkt finden, an dem er begonnen hat?
Ich würde sagen ein Moment fließt sanft in den anderen.
Wie lange dauert das „Jetzt“?
Das Jetzt ist dieser einzige Moment der immer da ist.
Wo beginnt das „Jetzt“ und wo endet es?
Für dieses Jetzt gibt es kein Anfang und kein Ende. Es ist ja immer genau jetzt.
Wann genau wird das „Jetzt“ zur „Vergangenheit“?
Das Jetzt kann nicht zur Vergangenheit werden, es ist genau jetzt.
Was ist die „Vergangenheit“ in der direkten Erfahrung?
In der direkten Erfahrung ist die Vergangenheit eine Geschichte.
Gibt es also eine tatsächliche Erfahrung von „Zeit“ – oder nur Gedanken über „Zeit“?
In der tatsächlichen Erfahrung gibt es nur das Jetzt. Also existiert die Zeit in Gedanken nur aufgrund der Uhr? - es wirkt noch alles sehr durcheinander.
Was ist Erinnerung genau?
Die Erinnerung ist eine Geschichte, welche in Bildern und Gedanken auftaucht.
Woraus „besteht“ die Erinnerung?
Aus einer Geschichte.
Wann erscheint die Erinnerung?
Die Erinnerung erscheint wie ein Gedanke aus dem nichts oder sie wird versucht heranzuholen- weil sie jetzt gebraucht wird.
Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Erinnerungsgedanken“?
Erinnerungsgedanken sind zweckgebunden und sinnvoll.
Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Erinnerungsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen ist?
Vielleicht an einer Wiederholung.
Dann schau auf einen Gedanken über die Zukunft.
Woraus „besteht“ der Zukunftsgedanke?
Auch aus einer Geschichte
Wann erscheint der Zukunftsgedanke?
Wenn etwas geplant werden soll oder in einem ungewissem Jetzt.
Was ist der exakte Unterschied zwischen einem „allgemeinen“ Gedanken und einem „Zukunftsgedanken“?
Zukunftsgedanken sind auch oft zweckgebunden und sinnvoll - aber selbst das ist tatsächlich auch schon wieder ein Gedanke.
Woran ist es exakt erkennbar, dass sich ein „Zukunftsgedanke“ auf etwas bezieht, das geschehen wird?
Das funktioniert nicht. Ich kann mir die Zukunft noch so ausmalen oder planen, es geschieht dennoch einfach so.
Vergleiche nun einen Gedanken über die Vergangenheit mit einem Gedanken über die Zukunft.
Was ist der exakte Unterschied zwischen Gedanken über Vergangenheit und Gedanken über Zukunft?
Gedanken über die Vergangenheit kommen aus der Erinnerung. Gedanken über die Zukunft kommen aus dem Ungewissen.
Falls es einen Unterschied gibt: Wie genau ist dieser Unterschied erkennbar?
Vielleicht am Gedanken selbst.