Gibt es eine Erfahrung davon, dass sich das „Jetzt“ entlang einer Zeitlinie bewegt?
Nein, es gibt nur jetzt... und jetzt... und jetzt...
Und selbst das ist schon irgendwie zuviel gesagt, sicherlich ist da nichts wie eine Linie zu finden.
Gibt es irgendeine Erfahrung davon, dass ein „Moment“ dem nächsten weicht?
Das ist schon diffiziler zu beantworten. Es gibt Empfindungen verschiedenster Art und irgendwie haben sie schon verschiedene "Dauer", so dass beispielsweise "hell" auf "dunkel" folgt usw. Aber natürlich ist streng genommen in dem Moment, wo "hell" auftaucht, "dunkel" schon eine Erinnerung und damit keine direkte Erfahrung mehr.
Gibt es irgendeine tatsächliche oder direkte Erfahrung davon, dass ein Ereignis auf ein anderes folgt?
... und damit ist es in der direkten Erfahrung nicht wirklich möglich, dass etwas auf das andere folgt, ebensowenig wie Vögel in der Luft Spuren hinterlassen. Und doch bleibt in mir der Eindruck, dass es so etwas wie eine Abfolge gibt, einfach weil sich verschiedene Empfindungen teilweise überschneiden und nicht alles sauber in einzelne Ereignisse aufteilbar ist.
Wie schnell bewegt sich der „gegenwärtige Moment“ eigentlich?
Das hängt davon ab, mit welcher Geschwindigkeit Empfindungen auftauchen und vergehen.
Schau einfach auf diesen Moment: Lässt sich ein Punkt finden, an dem er begonnen hat?
Nein, da ist kein Anfang - "Moment" ist sicher ein Konzept und hat somit keine Bewegung, keinen Anfang und kein Ende. Aber Empfindungen und Veränderungen kann ich schon deutlich beobachten.
Wie lange dauert das „Jetzt“?
Auch hier: ein Jetzt kann ich so nicht ausmachen, nur, dass Empfindungen da sind und dann wieder nicht.
Wo beginnt das „Jetzt“ und wo endet es?
Weder beginnt und endet es - aber viele Dinge beginnen und enden jeweils in ihrem eigenen "Jetzt“.
Wann genau wird das „Jetzt“ zur „Vergangenheit“?
Vergangenheit gibt es nur in der Erinnerung, mich erinnern ist aber ein Gedanke - wenn auch oft ein sehr nützlicher.
Was ist die „Vergangenheit“ in der direkten Erfahrung?
Nicht vorhanden, bestenfalls an ihren Folgen zu sehen, aber die sind ja dann wieder gegenwärtige Erfahrungen.
Gibt es also eine tatsächliche Erfahrung von „Zeit“ – oder nur Gedanken über „Zeit“?
Streng genommen gibt es keine Zeit, aber wie gesagt, was sich bei mir sträubt, ist die Wahrnehmung von Veränderung und zwar in ganz verschiedenen Rhytmen, so dass ich das Geschehen nicht in einzelne diskrete Erfahrungen oder Momente zerlegen kann. Wenn bspw. ein Licht kommt und geht, so geschieht das in einem anderen Ablauf als der nachfolgende Gedanke "da ist Licht" und wieder in einem anderen als das Nachbild auf der Netzhaut und z.B. das begleitende Geräusch - das alles ergibt eher eine Sinfonie als einzelne, isolierbare Empfindungen.