Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

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MarieAnna
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Thu Dec 10, 2020 11:50 pm

Wie ist es mit den „größeren“ Entscheidungen? Auch den vergangenen wie z.B. welche Arbeit, Wohnung, Gegend, Lebenssituation, Kinder oder keine, Partner oder nicht usw...
War bei diesen Vorgängen irgendwo ein Entscheider, eine Handelnde involviert? Ist für diese Entscheidungen ein Ursprung auffindbar?

ich hab größere Entscheidungen untersucht und fand nirgendwo eine Initiatorin, eine, die es gemacht hat. Da sind Impulse, Bedürfnisse, Interessen, die ins System kommen und dann kommen die Dinge in Gang. z.B. Wohnort. Manchmal kam schon die Frage auf, ob hier oder auch mal lieber woanders. Aber es geschieht dann nichts, hierbleiben ist das, was ist. Ohne Ich, es ist einfach nicht geschehen, wegzugehen.
Auch andersrum: ich wollte irgendwann einen Partner, und es ergab sich ne zeitlang später eine Situation, in der sich ein Zusammentreffen ergab und es begann eine Beziehung, die blieb. Aber ein Ich kann ich auch da nicht entdecken. Die Dinge schieben sich irgendwie ins Leben, da ist keine Handelnde. Oder auch Arbeit. Als das eine nicht mehr lief, kam eine andere Idee auf. Dann ergab sich ein Hinweis, ein passendes Zeitfenster und so schob sich das auch wieder hin. Einen Ursprung von Entscheidung kann ich nicht nicht finden.


fühlt es wirklich recht merkwürdig an, wie das alles so läuft.
J
a das kann noch ein Weilchen dauern, das ist ganz üblich und ein gutes Zeichen... :) Wie kommst du klar damit?

damit komm ich gut klar, es ist ein irgendwie schwebendes Gefühl von mehr Weite und dennoch anders, es ist eigenartig, ist aber auch nur momenteweise da. Ich kann es einordnen als eine Erscheinung aufgrund der Lockerung der Ich-Mechanismen.


Eine Frage vom letzten Mal hast du vermutlich übersehen:
In dieser nicht verortbaren Wahrnehmung, ist da irgendwo ein „vom Ganzen getrenntes Selbst“ zu finden?

Nein, das ist nicht zu finden. Es ist alles irgendwie verbunden, weit, offen, ohne Grenzen im Spüren, Wahrnehmen, Erleben, nichts getrenntes erkennbar.

Du hast deinen Thread „Suche nach dem Selbst-losen Ganzen“ genannt.

Ist es aus heutiger Sicht möglich da was zu finden? Gibt es überhaupt etwas anderes als das „Ganze“? Wenn etwas vom Ganzen getrenntes existieren würde (
wie ein Selbst z.B.), wäre dann das Ganze noch das Ganze? Ist das Ganze nicht einfach immer das was gerade vor sich geht? Könnte man das „Ganze“ vielleicht einfach „wahrnehmen/erfahren“ nennen?

Ja, wirklich, ich sehe es, ja genau. Dieser Absatz von dir zieht irgendwie die Fäden der Wahrnehmungen der letzten Tage zusammen. Es hängt alles miteinander zusammen, keine Grenze spürbar (z.B. in der Körperübung gespürt), es ist das Ganze da. Und auch das Zusammenschieben von dem, was gerade erlebt wird, was vor sich geht und sich entwickelt, was kein Ich initiiert oder voranbringt, geschieht aus dem Ganzen heraus. Es gibt nichts anderes als das Ganze.


Ist es aus heutiger Sicht möglich da was zu finden?

Nein, es ist da, nur war es nicht spürbar. Jetzt komme ich zumindest manchmal dem Erleben des Ganzen näher.


Wenn etwas vom Ganzen getrenntes existieren würde (wie ein Selbst z.B.), wäre dann das Ganze noch das Ganze?

Nein, das wäre es dann nicht mehr, ganz kann nur ganz ganz sein.


Suche nicht nach „etwas“, schau einfach immer auf das was gerade hier ist... Das ist ES... :)
Ja : )


Was würdest du generell sagen wo wir stehen mit der Untersuchung? Gibt es irgendwas spezielles was du gerne anschauen möchtest?

Ich würd sagen, dass da einiges in den letzten Wochen gesehen werden konnte und in Bewegung kam. Wichtig war die Erkenntnis, nicht nach dem zu suchen, was gar nicht da ist. Das war ein wichtiger Hinweis von dir, um den Widerstand zu lockern. Ich hatte zuvor irgendwie den Antrieb, aufzuzeigen, das es nicht geht, weil da ja doch was ein Ich ist oder so ähnlich ; )
Es geschieht immer wieder dieses Reinrutschen in diese schwebende Erleben von Nicht-Ich, wenn ich das untersuche. Hält aber nicht für länger und ist nur da, wenn ich da wirklich dranklebe, aber vielleicht ist das auch okay. Vielleicht war das auch ne Vorstellungserwartung, dass da stets ich-los erfahren wird. Du weißt es besser, wie so ein Ich-loses Erleben sich zeigt im Alltag oder ob überhaupt immer oder häufig Ich-los erlebt wird.

Ich bin momentan immer wieder am Untersuchen mit der Frage: gibt es hier ein Ich beim Tun, eine Handelnde, eine Wahrnehmende, Geherin, Esserin etc. Das lässt mich rausrutschen aus dem Ich-bezogenen Erleben.
Auch mache ich mir öfter Gedanken als nicht real bewusst und untersuche das Entstehen von Gefühlen als Folge von Gedanken und andersrum bei Gefühlen das Entstehen von Gedanken. Erlebe Gefühle und lasse Gedanken vorbeiziehen.
Ich könnte vermuten, dass es zur Lockerung der Ich-Strukur gut ist, das weiter so zu machen. Ich habe zumindest den Eindruck, dass ich da dranbleiben sollte, um das zu Konditionierte weiter zu »perforieren«.

Momentan hab ich gar keinen konkreten Wunsch nach speziellem Untersuchen. Das Thema Verantwortung ist jedoch sehr interessant.
Liebe Dankesgrüße

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barb
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby barb » Fri Dec 11, 2020 11:34 am

Einen Ursprung von Entscheidung kann ich nicht nicht finden.
Genau, es ist alles ein einziges Fließen...
damit komm ich gut klar, es ist ein irgendwie schwebendes Gefühl von mehr Weite und dennoch anders, es ist eigenartig, ist aber auch nur momenteweise da. Ich kann es einordnen als eine Erscheinung aufgrund der Lockerung der Ich-Mechanismen.
Schön... :) Aber ja genau, „schwebendes Gefühl“, „Weite“, sind auch Erscheinungen, es wird mal was gespürt was als Weite etikettiert wird und ein anderes mal wird was anderes gespürt was vielleicht als Enge oder Kontraktion oder Ich-Mechanismus tituliert wird, aber das „spüren“ selbst weiß nichts von diesen Begriffen, oder? Wahrnehmen/Sein/erfahren selbst ist das Neutrum in dem ALLE Erscheinungen auftauchen...
Ja, wirklich, ich sehe es, ja genau. Dieser Absatz von dir zieht irgendwie die Fäden der Wahrnehmungen der letzten Tage zusammen. Es hängt alles miteinander zusammen, keine Grenze spürbar (z.B. in der Körperübung gespürt), es ist das Ganze da. Und auch das Zusammenschieben von dem, was gerade erlebt wird, was vor sich geht und sich entwickelt, was kein Ich initiiert oder voranbringt, geschieht aus dem Ganzen heraus. Es gibt nichts anderes als das Ganze.
<3
Nein, es ist da, nur war es nicht spürbar. Jetzt komme ich zumindest manchmal dem Erleben des Ganzen näher.
Ist nicht „Erleben“ das Ganze? Wenn das Ganze immer alles ist, wie könnte es dann jemals nicht erlebt werden? Nennen wir das Ganze mal „Sein“: Musst du irgendwas tun oder irgendwohin gehen um zu „sein“? Ist "Sein" von bestimmten Zuständen abhängig? Ist jemals Abwesenheit von „Sein“ erfahrbar?

Das was du vermutlich meinst manchmal als "das Ganze" zu erleben ist dieses angenehmen Gefühl der Weite und Entspannung, nicht wahr? Aber das ist genauso nur ein Zustand der kommt und geht. Das ist es nicht. ES kommt und geht nicht, ES ist immer da... Wahrnehmen/erfahren/Sein/das Ganze... :)
Ich würd sagen, dass da einiges in den letzten Wochen gesehen werden konnte und in Bewegung kam.
Wundervoll... :)
Es geschieht immer wieder dieses Reinrutschen in diese schwebende Erleben von Nicht-Ich, wenn ich das untersuche. Hält aber nicht für länger und ist nur da, wenn ich da wirklich dranklebe, aber vielleicht ist das auch okay. Vielleicht war das auch ne Vorstellungserwartung, dass da stets ich-los erfahren wird.
Schwebendes Erleben = Zustand, Nicht-Ich = Gedankeninterpretation dieses Zustands, kannst du das sehen?

Wenn dieser Zustand (schwebendes Erleben) nicht da ist, ist dann tatsächlich ein Ich da? Oder einfach ein anderer Zustand der aufgrund konditionierter Gedanken und auch Erwartungen als solches bezeichnet wird?
Du weißt es besser, wie so ein Ich-loses Erleben sich zeigt im Alltag oder ob überhaupt immer oder häufig Ich-los erlebt wird.
Grundsätzlich weiß ich mal gar nichts und bin froh darüber... ;))

Ich möchte dich an die Melonenübung erinnern:

Gab es nach dem Ende der Vorstellung der Melone ein Melonen-loses erleben?
Bestimmt hast du mal an den Weihnachtsmann oder das Christkind geglaubt. Als dieser Glaube futsch war, war dann ein Weihnachtsmann- oder Christkind-loses Erleben stattdessen da?
Kann etwas was nie existiert hat verschwinden?

Ich bin momentan immer wieder am Untersuchen mit der Frage: gibt es hier ein Ich beim Tun, eine Handelnde, eine Wahrnehmende, Geherin, Esserin etc. Das lässt mich rausrutschen aus dem Ich-bezogenen Erleben.
Was meinst du konkret mit Ich-bezogenem Erleben?
Sind da dann zwei Ichs? Eines das im Ich-bezogenen Erleben drin ist und das andere das das rausrutschen sieht?

und untersuche das Entstehen von Gefühlen als Folge von Gedanken und andersrum bei Gefühlen das Entstehen von Gedanken. Erlebe Gefühle und lasse Gedanken vorbeiziehen.
Perfekt :)
Ich könnte vermuten, dass es zur Lockerung der Ich-Strukur gut ist, das weiter so zu machen. Ich habe zumindest den Eindruck, dass ich da dranbleiben sollte, um das zu Konditionierte weiter zu »perforieren«.
Ja auf jeden Fall ist es hilfreich dranzubleiben, auch nach dem Tor noch; jahrzehntelange Konditionierung lösen sich nicht plötzlich auf. Wenn der härteste Brocken, die Ich-Illusion mal gefallen ist, geht alles andere vermutlich viel leichter. Es gibt nach der Durchschauung auch noch diverse FB Gruppen wo man sich gut austauschen kann, und eine wunderbare Möglichkeit den Fokus zu halten ist auch das Guiden... :)
Das Thema Verantwortung ist jedoch sehr interessant.
Wenn es niemanden gibt, der Entscheidungen trifft, alles ein Ineinanderfließen ist, da kein Kapitän ist der die Fäden zieht, wie kann es dann Verantwortung geben? (Ich will hier nicht den praktischen Wert des Konzeptes Verantwortung negieren, aber wie gesagt halt nur als Konzept nichts wirklich Reales...)
Auch mache ich mir öfter Gedanken als nicht real bewusst
passend zum Thema habe ich noch eine phantastische Übung, die auch jederzeit im Alltag reproduzierbar ist.

Können Gedanken denn die absolute Realität verstehen?

Dieses Experiment geht ganz gut mit einer Frucht. Überlege vorher, was du gerne für den Zweck der Übung hernehmen möchtest und sei sicher, dass du es zu Hause hast. Bevor du es dir holst und bevor du es isst, schließe die Augen und beschreibe aus der Erinnerung den Geschmack der Frucht (oder sonstiges) ihre Textur, Farbe, den Klang den es macht beim Hineinbeißen und beim Essen. Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.

Danach iss die Frucht und beobachte währenddessen genau, was du dabei wahrnimmst, wie du die direkte Erfahrung erlebst.

Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.

Nun frag dich:

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell JEMALS etwas über Erfahrung?


Ich weiß, es ist heute ziemlich viel, lass dir einfach alle Zeit die du brauchst mit den Antworten...
Liebe Dankesgrüße
<3
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MarieAnna
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Sun Dec 13, 2020 11:35 pm

Schön... :) Aber ja genau, „schwebendes Gefühl“, „Weite“, sind auch Erscheinungen, es wird mal was gespürt was als Weite etikettiert wird und ein anderes mal wird was anderes gespürt was vielleicht als Enge oder Kontraktion oder Ich-Mechanismus tituliert wird, aber das „spüren“ selbst weiß nichts von diesen Begriffen, oder? Wahrnehmen/Sein/erfahren selbst ist das Neutrum in dem ALLE Erscheinungen auftauchen...

du siehst, ich seh manchmal das Ganze und dann klappt das Sehen wieder zu, aber es geht wieder auf! ; )
Ja, ich sehe es und ebenfalls ja: auch die positiven Bewertungen und Etikettierungen sind Bewertungen der Erscheinungen, die ALLE zum Sein gehören. Wie du sagst: »Wahrnehmen/Sein/erfahren selbst ist das Neutrum in dem ALLE Erscheinungen auftauchen...«
Wenn ich das alles so anschaue, kann ich sehen, dass alles, alle Erscheinungen zum Ganzen gehören. Alle Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken, Erfahrungen sind Erscheinungen des Ganzen/Sein, die erlebt, erfahren, wahrgenommen werden. Konditionierungen und Prägungen lassen vielleicht in einem Körpervehikel andere Wahrnehmungen erlebbar werden als in anderen. Alles schiebt sich durch die Vehikel und wird wahrgenommen, ohne persönlich genommen werden zu müssen, und Erfahrungen persönlich zu nehmen gehört auch zum Ganzen.

Und das reine Wahrnehmen / Spüren weiß nichts von den Begriffen wie Weite / Enge.


Du hast deinen Thread „Suche nach dem Selbst-losen Ganzen“ genannt.

Ist es aus heutiger Sicht möglich da was zu finden?
Nein, es ist da, nur war es nicht spürbar. Jetzt komme ich zumindest manchmal dem Erleben des Ganzen näher.
Ist nicht „Erleben“ das Ganze? Wenn das Ganze immer alles ist, wie könnte es dann jemals nicht erlebt werden? Nennen wir das Ganze mal „Sein“: Musst du irgendwas tun oder irgendwohin gehen um zu „sein“? Ist „Sein“ von bestimmten Zuständen abhängig? Ist jemals Abwesenheit von „Sein“ erfahrbar?

okay, alles Erleben und Erfahren ist das Ganze / das Sein und ich muss natürlich nirgendwo hingehen und auch nichts dafür tun, um zu sein, um zu erfahren. Wenn alles Erfahren / Erleben immer das Ganze ist, kann ich weg von all den Gefühlen und Interpretationen von Weite und sonstwas. Aber irgendwie ernüchternd, da sind doch so schöne verbundene, als besonders und heilig etikettierte Körperempfindungen … : ) Es ist egal, wie sich das anfühlt, das ist persönlich nehmen. Auch andere Gefühle / anderes Erfahren wie Enge, Druck und so sind das Ganze / das Sein. Ne andere Färbung, muss nicht interpretiert, etikettiert werden. Eine Erfahrung schiebt sich in die nächste und so fort. Alles kommt und geht und das Verb erfahren bleibt als Neutrum, als Container dessen, was darin erfahren wird und egal was erfahren wird, es ist nicht persönlich. Hm.
Liebe Barb, diesen Absatz hab ich zuletzt geschrieben. Ich hab tatsächlich diesmal lange gebraucht und bin teils nicht systematisch vorgegangen, hoffentlich okay für dich?


Das was du vermutlich meinst manchmal als „das Ganze“ zu erleben ist dieses angenehmen Gefühl der Weite und Entspannung, nicht wahr? Aber das ist genauso nur ein Zustand der kommt und geht. Das ist es nicht. ES kommt und geht nicht, ES ist immer da... Wahrnehmen/erfahren/Sein/das Ganze... :)

ja, alle Zustände kommen und gehen, das kann ES nicht sein. Das Neutrum ist das Wahrnehmen/Sein/erfahren selbst, in dem alles auftaucht, was kommt und geht an Erscheinungen, wie du schreibst.
Ich erinnere mich, dass ich schon seit vor geraumer Zeit immer wieder nach Zuständen gelinst hab, die ich mal auf irgendwelchen Retreats hatte und die sich einfach sehr erfüllend angefühlt haben. Aber richtig: Erfahrungen kommen und gehen und alles, was kommt und geht ist ES nicht. Aber das Neutrum kann doch aber gar nicht erfahren werden! Wenn alle Erfahrungen, alles Erleben, alle Erscheinungen nicht ES sind, aber dennoch das Ganze sind, steck ich hier gerade fest.
Oder nein, jetzt komm ich wieder raus: es geht ja nicht um Inhalte, die in der Erfahrung auftauchen, sondern um die Erfahrung selbst und als solche. Das Erfahren von etwas, das nicht persönlich ist, das einfach geschieht, auch meinen Prägungen entsprechend, gewiss, aber ohne ein »mich« und daher auch ohne die Notwendigkeit, die Erfahrung persönlich zu nehmen, sondern die Erfahrung als Erfahren nehmen. Hm, umständlich, sorry.


Schwebendes Erleben = Zustand, Nicht-Ich = Gedankeninterpretation dieses Zustands, kannst du das sehen?

Ich kann sehen, dass das eine Gedankeninterpretation ist des Zustands ist. Da dieser Zustand jetzt schön öfter aufgetaucht ist, wird er als Folgeerscheinung der Untersuchung interpretiert und positiv im Sinne der Ergebniserwartung bewertet.


Wenn dieser Zustand (schwebendes Erleben) nicht da ist, ist dann tatsächlich ein Ich da? Oder einfach ein anderer Zustand der aufgrund konditionierter Gedanken und auch Erwartungen als solches bezeichnet wird?

Nein, da ist kein Ich da. Nie ist ein Ich da, ob ich es sehe oder nicht. Genau das ist es, worüber ich oft stolpere: dass nur Nicht-Ich erlebt wird, wenn ich es untersuche. Es ist aber auch tricky, meine Güte. Da untersuche ich es, um die Nicht-Existenz zu erkennen und muss erkennen, dass es auch ohne das Erkennen nicht da ist. Aber darum geht*s ja hier ; ) das torlose Tor…


Gab es nach dem Ende der Vorstellung der Melone ein Melonen-loses erleben?
Bestimmt hast du mal an den Weihnachtsmann oder das Christkind geglaubt. Als dieser Glaube futsch war, war dann ein Weihnachtsmann- oder Christkind-loses Erleben stattdessen da?
Kann etwas was nie existiert hat verschwinden?

: )) lustig, nein, natürlich war da kein weihnachtsmannloses Erleben da ; ) hihi, schönes lustiges Beispiel und lustige Wörter (christkindkloses Erleben)


Was meinst du konkret mit Ich-bezogenem Erleben?
Sind da dann zwei Ichs? Eines das im Ich-bezogenen Erleben drin ist und das andere das das rausrutschen sieht?

Ja, wenn ich das genauer betrachte und das oben von mir beschriebene / gesehene hier integriere: Ich erlebe natürlich tatsächlich nicht ich-bezogen. Was könnte das denn überhaupt sein, das ist ja gar nicht möglich, wo soll das denn herkommen. Ich weiß manchmal auch nicht, was gerade Sache ist: schieben deine Fragen mich immer weiter ins Erkennen oder gibt es erkennen und nicht-erkennen oder was weiß ich. Tricky irgendwie …
Wenn ich das jedenfalls so schreibe, ist mir das vollkommen klar und ich sehe, dass da nie ein Ich ist. Vielleicht kann ich sagen, manchmal ist es bewusst, wenn ich es nämlich beobachte und sehe, dass da kein Ich ist. Und manchmal ist es einfach nicht bewusst.


Wenn es niemanden gibt, der Entscheidungen trifft, alles ein Ineinanderfließen ist, da kein Kapitän ist der die Fäden zieht, wie kann es dann Verantwortung geben? (Ich will hier nicht den praktischen Wert des Konzeptes Verantwortung negieren, aber wie gesagt halt nur als Konzept nichts wirklich Reales...)

… ja, wie kann es dann Verantwortung geben, auf den Schluss bin ich auch schon gekommen … tricky


Das Experiment mit der Frucht
Können Gedanken denn die absolute Realität verstehen?

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

es ist wirklich ein beeindruckendes Experiment: die Beschreibung hat nichts mit der realen Erfahrung zu tun, sie kommt da nicht hinterher, das zu beschreiben, was geschmacklich erfahren wird. Auch wenn körperliche Reaktionen durchaus eintreten wie z.B. dass da Wasser im Mund zusammenläuft, ist das nichts im Vergleich zu der tatsächlichen geschmacklichen und haptischen Erfahrung.


Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

das Wort, das die Vorstellung an die Frucht beschreibt, ist einfach trocken gegen die eigentliche Erfahrung. Das Wort kann von der Erfahrung, die es beschreibt, nichts wissen. Die direkte Erfahrung ist das, was ist. Die Symbole / Wörter / Label sind nicht die Erfahrung und wissen nichts darüber.


Weiß Gedanke generell JEMALS etwas über Erfahrung?

Gedanke ist ganz losgelöst von der Erfahrung, Gedanke kann nicht direkt erfahren, ist mit der direkten Erfahrung nicht verbunden, kann nur ÜBER das Erfahrene in Teilen abstraktere Interpretationen haben. Es ist ein anderer Kanal als die Sinneskanäle und kann die Erfahrung bewerten, etikettieren, mit Worten beschreiben, die nichts wissen vom direkten Erleben.

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barb
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby barb » Mon Dec 14, 2020 12:29 pm

du siehst, ich seh manchmal das Ganze und dann klappt das Sehen wieder zu, aber es geht wieder auf! ; )
Wenn „du“ das „Ganze“ siehst, ist da dann eine Trennung da? Ein Abstand? Wenn „Sehen“ zuklappt bist du dann bewusstlos?

Es scheint da noch eine Verwechslung, ein Glaubenssatz zu schlummern, dass das Ganze irgendeine Form oder Erscheinung haben oder sein könnte die wahrgenommen werden kann...
SEHEN/WAHRNEHMEN ist das Ganze... :)
Total unspektakuläres neutrales eigenschaftsloses Sehen/Wahrnehmen, total langweilig für den Verstand, ohne jede Action... ;)
Kann „wahrnehmen“ sich selber wahrnehmen? Schau da mal nach...

Jetzt in diesem Moment schau dich um und achte aufs Sehen selbst (nicht auf das Gesehene) ... Weißt du dass „sehen“ da ist? .... Das ist ES.
Dann achte aufs hören... Kannst du hören? Egal welches Geräusch da ist, es geht ums hören... Das ist Es..
Spüre mal nach was jetzt für Empfindungen da sind........und jetzt............ und jetzt....... irgendwie immer was anderes, oder? Ganz egal wie Gedanken es etikettieren, ganz egal welche Erscheinung an Empfindungen auftaucht, es ist immer „spüren“ da... Das ist ES, egal welche Form es annimmt...

Noch mal ein wenig weiter runter-gedampft sind wir bei „wahrnehmen“: sehen-wahrnehmen, hören-wahrnehmen, spüren-wahrnehmen...
okay, alles Erleben und Erfahren ist das Ganze / das Sein und ich muss natürlich nirgendwo hingehen und auch nichts dafür tun, um zu sein, um zu erfahren. Wenn alles Erfahren / Erleben immer das Ganze ist, kann ich weg von all den Gefühlen und Interpretationen von Weite und sonstwas.
Das hört sich mehr nach einer intellektuellen Einsicht an, und so auf die Art wie eine Bedingung: wenn-dann...;) Aber das macht nichts, wir schauen einfach solange weiter, bis das ganz klar ist...
Aber irgendwie ernüchternd, da sind doch so schöne verbundene, als besonders und heilig etikettierte Körperempfindungen … : )
Ja genau! Das trifft den Nagel auf den Kopf: Es ist total ernüchternd! Es hat was von nüchtern werden, und kann auch ent-täuschend sein – das Ende der Täuschung.... Keine Engelsfanfarren, kein Glockengeläut, kein ekstatisches Körpergefühl und keine Regenbogenfarben überall...Noch immer Kopfweh, Bauchdrücken und Rechnungen bezahlen...absolut Hoffnungslos... ;) Super!
Aber zum Trost, das Durchschauen der Ich-Illusion ist erst sowas wie der erste Schritt, danach kann man schon noch weiter schauen, vor allem was so Körperverspannungen angeht wenn denn die Intention dazu da ist. Da können wir dann gerne zusammen hinschauen...
Es ist egal, wie sich das anfühlt, das ist persönlich nehmen. Auch andere Gefühle / anderes Erfahren wie Enge, Druck und so sind das Ganze / das Sein. Ne andere Färbung, muss nicht interpretiert, etikettiert werden. Eine Erfahrung schiebt sich in die nächste und so fort. Alles kommt und geht und das Verb erfahren bleibt als Neutrum, als Container dessen, was darin erfahren wird und egal was erfahren wird, es ist nicht persönlich.
Ist das eine Schlussfolgerung oder direkte Erfahrung?
Liebe Barb, diesen Absatz hab ich zuletzt geschrieben. Ich hab tatsächlich diesmal lange gebraucht und bin teils nicht systematisch vorgegangen, hoffentlich okay für dich?
Klar, schreib so wie es dir stimmig vorkommt. Wenn ich mal wo nicht mitkomme frage ich einfach nach.. :)
ja, alle Zustände kommen und gehen, das kann ES nicht sein. Das Neutrum ist das Wahrnehmen/Sein/erfahren selbst, in dem alles auftaucht, was kommt und geht an Erscheinungen, wie du schreibst.
Glaube mir überhaupt nichts was ich schreibe :) Das alles dient nur dazu dich zum hinschauen zu animieren und nachzuschauen wie es für dich ist, nur deine eigene Erfahrung zählt...
es geht ja nicht um Inhalte, die in der Erfahrung auftauchen, sondern um die Erfahrung selbst und als solche. Das Erfahren von etwas, das nicht persönlich ist, das einfach geschieht, auch meinen Prägungen entsprechend, gewiss, aber ohne ein »mich« und daher auch ohne die Notwendigkeit, die Erfahrung persönlich zu nehmen, sondern die Erfahrung als Erfahren nehmen.
Wenn „persönlich nehmen“ erscheint, wird das doch auch erfahren, oder? Dann ist halt „persönlich nehmen“ das was gerade da ist... Wen oder was könnte das stören?
Nein, da ist kein Ich da. Nie ist ein Ich da, ob ich es sehe oder nicht. Genau das ist es, worüber ich oft stolpere: dass nur Nicht-Ich erlebt wird, wenn ich es untersuche.
Wenn du gerade nicht untersuchst, ist dann wirklich Mit-Ich da? Ist dann die ganze Zeit so ein Ich-Ich-Ich-Ich dabei? Oder halt manchmal einfach nur Ich-Gedanken mit ein paar Anspannungen und hinterher kommen die Gedanken wieder und sagen: Tata! Da war jetzt aber wieder ganz schön viel „Ich“ dabei...! So vielleicht? Und vor allem ist das dann wahr, war da wirklich ein "Ich" da?
Was ist „Nicht-Ich“ in direkter Erfahrung?
Es ist aber auch tricky, meine Güte. Da untersuche ich es, um die Nicht-Existenz zu erkennen und muss erkennen, dass es auch ohne das Erkennen nicht da ist. Aber darum geht*s ja hier ; ) das torlose Tor…
:))) Nur für den Verstand ist es tricky... Das ein-fache Wahrnehmen interessiert sich überhaupt nicht für all das... Ja genau, das torlose Tor... ;)
Ja, wenn ich das genauer betrachte und das oben von mir beschriebene / gesehene hier integriere: Ich erlebe natürlich tatsächlich nicht ich-bezogen. Was könnte das denn überhaupt sein, das ist ja gar nicht möglich, wo soll das denn herkommen. Ich weiß manchmal auch nicht, was gerade Sache ist: schieben deine Fragen mich immer weiter ins Erkennen oder gibt es erkennen und nicht-erkennen oder was weiß ich. Tricky irgendwie …
Gut, gut... Verwirrung ist ein guter Schritt... :) Und Nichtwissen ist der beste Platz zum sein...
Wenn ich das jedenfalls so schreibe, ist mir das vollkommen klar und ich sehe, dass da nie ein Ich ist. Vielleicht kann ich sagen, manchmal ist es bewusst, wenn ich es nämlich beobachte und sehe, dass da kein Ich ist. Und manchmal ist es einfach nicht bewusst.
Super! Deshalb schauen wir ja auch immer wieder hin...

Das Experiment mit der Frucht

das Wort, das die Vorstellung an die Frucht beschreibt, ist einfach trocken gegen die eigentliche Erfahrung. Das Wort kann von der Erfahrung, die es beschreibt, nichts wissen. Die direkte Erfahrung ist das, was ist. Die Symbole / Wörter / Label sind nicht die Erfahrung und wissen nichts darüber
Sehr schön hast du das erkannt mit diesem Experiment. Versuche diese Art des Schauens immer wieder in den Alltag einzubauen, vorm Essen, vorm Trinken, vorm Duschen und was dir sonst noch so einfällt. Stelle dir davor vor wie die Erfahrung wäre und dann vergleiche das mit der direkten Erfahrung. So kommst du immer mehr ins Sehen, dass Worte Gedanken und Vor-Stellungen (es wird etwas VOR das Sehen gestellt), nichts mit der Erfahrung gemein haben. Sie können zwar hilfreiche Werkzeuge sein, aber eben nur das...
Kommt irgendein Wort/Gedanke/vor-gestelltes Bild an die erfahrene Realität heran? Also auch Wörter wie „Ganzes“, „nicht bewusst sein“; Vorstellungen wie das Selbstbild, Erwartungen wie Durchschauung auszusehen hätte usw... ?
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MarieAnna
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Wed Dec 16, 2020 8:10 am

Wenn „du“ das „Ganze“ siehst, ist da dann eine Trennung da? Ein Abstand? Wenn „Sehen“ zuklappt bist du dann bewusstlos?
nein, da ist keine Trennung, auch kein Abstand. Das Ganze kann ich hauptsächlich im direkten Erleben erkennen, wenn ich keine Grenzen wahrnehme, kein innen oder außen. Oder wenn ich mir bewusst mache, dass Sehen mich und das, was gesehen wird, umfasst. Da ist dann kein Abstand erlebbar.
Bewusstlos bin ich nich, wenn mir das Ganze nicht bewusst ist, aber doch irgendwie bewusstseins-los.


Es scheint da noch eine Verwechslung, ein Glaubenssatz zu schlummern, dass das Ganze irgendeine Form oder Erscheinung haben oder sein könnte die wahrgenommen werden kann...
ja, ich glaub auch, da ist wohl was, was im Geheimen noch gern aufrechterhalten wird, was annimmt, dass damit ein spezielles Gefühl einhergeht, vielleicht, weil ich mal ein Erleben auf einem Retreat hatte und das seitdem offensichtlich in Verbindung bringe mit dem Auflösen der Illusion der Getrenntheit. Da scheint sich eine Vorstellung vergraben zu haben.


Jetzt in diesem Moment schau dich um und achte aufs Sehen selbst (nicht auf das Gesehene) ... Weißt du dass „sehen“ da ist? .... Das ist ES.
Noch mal ein wenig weiter runter-gedampft sind wir bei „wahrnehmen“: sehen-wahrnehmen, hören-wahrnehmen, spüren-wahrnehmen...

meinst du, dass da etwas da ist, das mitkriegt, dass gesehen, gehört, gefühlt, also wahrgenommen wird? Etwas, das mitkriegt, dass gesehen wird, das hören da ist? Das ist ES?


Kann „wahrnehmen“ sich selber wahrnehmen? Schau da mal nach...
hm, das kann ich erstmal gar nicht richtig erkennen. Kann wahrnehmen sich selbst wahrnehmen? Wahrnehmen nimmt wahr, was geschieht, aber sich selbst? Diese Frage verwirrt mich.

Wenn ich jetzt nochmal auf diese Erfahrung zurückkomme, die ich mit der Körperübung mache (Im reinen Spüren mit geschlossenen Augen, kannst du erkennen, wie groß der Körper ist? Hat der Körper ein Gewicht oder Umfang? Gibt es ein Innen oder außen? Falls es ein Innen gibt - innen wovon genau?
Falls es ein Außen gibt, außen wovon genau?
Ist da ein Körper, der wahrnimmt oder wird der Körper wahrgenommen?
Wohnt „Wahrnehmung/Präsenz“ an einem bestimmten Ort?

kann ich gar nicht ausschließen, dass wahrnehmen sich selbst wahrnimmt.

Ist »wahrnehmen nimmt sich selbst wahr« dasselbe wie: »weißt du, dass wahrnehmen da ist«? Geht es um dieses zugrundliegende Bewusstsein für alles, was ist, diese Art Zeugenschaft für das, was geschieht?
oje, ich glaub, ich bin da nicht richtig.
Da das Ganze immer da ist, kann es ja nur sich selbst wahrnehmen in allem, im Sehen, Hören, Spüren. Sonst wäre da ja Trennung, wenn es von woanders wahrgenommen würde. Dann nimmt sehen sehen wahr.


Das hört sich mehr nach einer intellektuellen Einsicht an, und so auf die Art wie eine Bedingung: wenn-dann...;) Aber das macht nichts, wir schauen einfach solange weiter, bis das ganz klar ist...

… es ist vielleicht ne Mischung aus Schlussfolgerung und auch dem Erkennen, dass Warhnehmen an sich das Ganze ist und ich da mit meinen schönen Weitegefühlen eher eine Vorstellung nähre und Interspretation hege.
Ich bin momentan unsicher, ob direkte unmittelbare Erfahrung immer singulär da ist, weil da das, was bisher hier bewegt wurde, auch immer irgendwie mit einfließt als Erkennen, Zusammenhänge bemerken, plötzlich kommt da ein Erkennen auf. Vielleicht versuch ich mal zu beschreiben, wie das so geschieht.
z.B. ja, da ist das Ganze, ich nehme keine Grenze wahr (in der Körperübung), in dieser Wahrnehmung ist da kein beobachtendes getrenntes Selbst außen. Und dann kommt deine Frage rein: kann wahrnehmen sich selbst wahrnehmen? Und ich nehme in diesem Modus des Spürens nicht wirklich wahr, dass das Wahrnehmen der Grenzenlosigkeit sich selbst wahrnimmt. Aber dann fügt sich zusammen: das Ganze ist immer Ganze, sonst wäre es nicht ganz, und dann kann wahrnehmen ja nur sich selbst wahrnehmen.



Es ist egal, wie sich das anfühlt, das ist persönlich nehmen. Auch andere Gefühle / anderes Erfahren wie Enge, Druck und so sind das Ganze / das Sein. Ne andere Färbung, muss nicht interpretiert, etikettiert werden. Eine Erfahrung schiebt sich in die nächste und so fort. Alles kommt und geht und das Verb erfahren bleibt als Neutrum, als Container dessen, was darin erfahren wird und egal was erfahren wird, es ist nicht persönlich.
Ist das eine Schlussfolgerung oder direkte Erfahrung?

Wenn ich mich mit deinen Fragen beschäftige und sie beantworte, krieche ich da schon ziemlich rein. Aber ich kann nicht sagen, was davon Schlussfolgerung ist und was direkte Erfahrung. Das, was alles schon geschrieben und gesehen oder erkannt wurde, fließt ja immer mit rein. Was zuletzt bei mir durchgesickert ist, ist, dass es nicht um Inhalte geht, sondern um das Wahrnehmen als solche, das Sehen, Hören, Spüren … und dann fallen mir die Gefühle und die Interpretationen von Weite / Schweben und positiver Bewertung ein und dass das eben Interpretation ist und es um Inhalte auch nicht geht. Ist das Schlussfolgerung? Direktes Erleben? Ich kann das gar nicht beantworten.



Wenn „persönlich nehmen“ erscheint, wird das doch auch erfahren, oder? Dann ist halt „persönlich nehmen“ das was gerade da ist... Wen oder was könnte das stören?
ja, stimmt, pesönlich nehmen ist auch erfahren. Da steckte dann ja auch eine Bewertung mit drin, dass persönlich nehmen nicht so gut ist. Aber alles, was erfahren wird, ist Erfahrung, ja.


Nein, da ist kein Ich da. Nie ist ein Ich da, ob ich es sehe oder nicht. Genau das ist es, worüber ich oft stolpere: dass nur Nicht-Ich erlebt wird, wenn ich es untersuche.
Wenn du gerade nicht untersuchst, ist dann wirklich Mit-Ich da? Ist dann die ganze Zeit so ein Ich-Ich-Ich-Ich dabei? Oder halt manchmal einfach nur Ich-Gedanken mit ein paar Anspannungen und hinterher kommen die Gedanken wieder und sagen: Tata! Da war jetzt aber wieder ganz schön viel „Ich“ dabei...! So vielleicht? Und vor allem ist das dann wahr, war da wirklich ein „Ich“ da?
Was ist „Nicht-Ich“ in direkter Erfahrung?

Nein, da ist nicht mit-Ich da ; ) gar nicht. Es ist irgendwie sogar so, dass da viel mehr Entspannung im Körper ist als noch vor Zeiten … und ich krieg immer mehr mit, dass kein Ich da ist. Krieg das mal mit und mal nicht … aber es ist nie da. Das integriert sich so allmählich, ist meine Wahrnehmung.
Nicht-Ich in direkter Erfahrung? geht eigentlich nicht (mehr)



Das Experiment mit der Frucht:
Kommt irgendein Wort/Gedanke/vor-gestelltes Bild an die erfahrene Realität heran? Also auch Wörter wie „Ganzes“, „nicht bewusst sein“; Vorstellungen wie das Selbstbild, Erwartungen wie Durchschauung auszusehen hätte usw... ?

nein, das ist in der Erfahrung immer erfahren, intensiv, nah, verbunden, direkt. Ich seh den Unterschied, Gleichzeitig taucht wieder auf: ist das direktes Erleben oder Schlussfolgerung. grg, das beschäftigt mich gerade. Ich weiß, was direkte Erfahrung ist und kann es dennoch nicht immer trennen von dem, was da reinkommt an Gedanken wie zuvor beschrieben …

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barb
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby barb » Wed Dec 16, 2020 12:15 pm

ja, ich glaub auch, da ist wohl was, was im Geheimen noch gern aufrechterhalten wird, was annimmt, dass damit ein spezielles Gefühl einhergeht, vielleicht, weil ich mal ein Erleben auf einem Retreat hatte und das seitdem offensichtlich in Verbindung bringe mit dem Auflösen der Illusion der Getrenntheit. Da scheint sich eine Vorstellung vergraben zu haben.
Sich dessen bewusst zu sein ist schon sehr gut... :)
Jetzt in diesem Moment schau dich um und achte aufs Sehen selbst (nicht auf das Gesehene) ... Weißt du dass „sehen“ da ist? .... Das ist ES.
Noch mal ein wenig weiter runter-gedampft sind wir bei „wahrnehmen“: sehen-wahrnehmen, hören-wahrnehmen, spüren-wahrnehmen...
meinst du, dass da etwas da ist, das mitkriegt, dass gesehen, gehört, gefühlt, also wahrgenommen wird? Etwas, das mitkriegt, dass gesehen wird, das hören da ist? Das ist ES?
Sag du es mir... :) Ist da „Etwas“ das sieht-hört-spürt? Oder einfach nur sehen-hören-spüren? ES ist ein anderes Wort für Sein/das Ganze/wahrnehmen... ES ist immer nur das da was gerade da ist... Keine verborgenen Wahrheiten - schau nur auf das was da ist - ganz einfach... Sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken(wahrnehmen)...
Kann „wahrnehmen“ sich selber wahrnehmen? Schau da mal nach...
hm, das kann ich erstmal gar nicht richtig erkennen. Kann wahrnehmen sich selbst wahrnehmen? Wahrnehmen nimmt wahr, was geschieht, aber sich selbst? Diese Frage verwirrt mich.
Sehr gut! Wenn mal keine Antwort auf eine Frage kommt und Nichts zu finden ist, dann ist diese Stille, dieses Nichts die Antwort... :)
Es läuft alles in Richtung dieses Nicht-Wissens... Ja -wahrnehmen ist da, und ja es wird gewusst dass wahrnehmen da ist... Welch ein Mysterium... Kann sonst noch irgendwas sicher gewusst werden?
z.B. ja, da ist das Ganze, ich nehme keine Grenze wahr (in der Körperübung), in dieser Wahrnehmung ist da kein beobachtendes getrenntes Selbst außen.
Findest du JEMALS eine Grenze außer in Gedankengeschichten?
Und dann kommt deine Frage rein: kann wahrnehmen sich selbst wahrnehmen? Und ich nehme in diesem Modus des Spürens nicht wirklich wahr, dass das Wahrnehmen der Grenzenlosigkeit sich selbst wahrnimmt.
Perfekt, und so könntest du es schon stehen lassen... :)
Dann kommen wieder die Gedanken rein und versuchen aus all dem einen Sinn zu stricken:
Aber dann fügt sich zusammen: das Ganze ist immer Ganze, sonst wäre es nicht ganz, und dann kann wahrnehmen ja nur sich selbst wahrnehmen.
Ja, stimmt schon, es gibt nur dieses eine Sein, und das mal intellektuell zu begreifen ist nicht verkehrt...
ja, stimmt, pesönlich nehmen ist auch erfahren. Da steckte dann ja auch eine Bewertung mit drin, dass persönlich nehmen nicht so gut ist. Aber alles, was erfahren wird, ist Erfahrung, ja.
Genau... :)
Nein, da ist nicht mit-Ich da ; ) gar nicht. Es ist irgendwie sogar so, dass da viel mehr Entspannung im Körper ist als noch vor Zeiten … und ich krieg immer mehr mit, dass kein Ich da ist. Krieg das mal mit und mal nicht … aber es ist nie da. Das integriert sich so allmählich, ist meine Wahrnehmung.
Nicht-Ich in direkter Erfahrung? geht eigentlich nicht (mehr)
:))
nein, das ist in der Erfahrung immer erfahren, intensiv, nah, verbunden, direkt. Ich seh den Unterschied, Gleichzeitig taucht wieder auf: ist das direktes Erleben oder Schlussfolgerung. grg, das beschäftigt mich gerade. Ich weiß, was direkte Erfahrung ist und kann es dennoch nicht immer trennen von dem, was da reinkommt an Gedanken wie zuvor beschrieben
Direktes Erfahren ist ganz leicht von Gedankengeschichten zu unterscheiden:

Wenn Gedanken auftauchen, die z.B. sagen: Hier ist eine Trennung, ist dann wirklich eine zu sehen-hören-spüren? Oder: „Ich muss irgendwas durchschauen oder verstehen.“ Ist da wirklich irgendwo ein tatsächliches Hindernis zu überwinden oder ein realer Schleier zu sehen-hören-spüren? Ersetze den Gedanken mit blablabla und schau wirklich nach was bleibt.

Und wieder mal der sanfte Hinweis, entspanne dich so gut es geht, nimms ganz locker... :) Es gibt nichts zu erreichen oder zu gewinnen, es gibt kein endgültiges Ankommen. Es ist immer nur das was gerade ist... That`s it...
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Thu Dec 17, 2020 11:06 pm

Kommt irgendein Wort/Gedanke/vor-gestelltes Bild an die erfahrene Realität heran? Also auch Wörter wie „Ganzes“, „nicht bewusst sein“; Vorstellungen wie das Selbstbild, Erwartungen wie Durchschauung auszusehen hätte usw... ?

ich komm noch mal darauf zurück: das reine Wahrnehmen ist ES, das Wahrnehmen ist das echte, nahe, direkte, lebendige Erleben. Vor-stellungen, Erwartungen verstellen wirklich das reine wahrnehmende Erleben. ja, ich schaue auf das, was gerade vor sich geht, was gerade da ist und geschieht. An dieses reale Erleben kommt keine Vorstellung, Erwartung heran. Vorstellung, Erwartung verstellt die Wahrnehmung dessen, was vor sich geht, versucht zu manipulieren und es geht nicht. Das was vor sich geht, kann nicht manipuliert werden. Falls man das glaubt, ist das eine Illusion.

Kann sonst noch irgendwas sicher gewusst werden?

nein, das ist das einzige, was da ist und gewusst werden kann, alles andere ist Vor-stellung.


Sag du es mir... :) Ist da „Etwas“ das sieht-hört-spürt? Oder einfach nur sehen-hören-spüren? ES ist ein anderes Wort für Sein/das Ganze/wahrnehmen... ES ist immer nur das da was gerade da ist...
Keine verborgenen Wahrheiten - schau nur auf das was da ist - ganz einfach... Sehen-hören-spüren-riechen-­schmecken-denken(wahrnehmen)...

ich komm wieder zurück zum direkten Erleben. Ich hab jetzt verstanden, dass das Ganze immer das Ganze ist und dass Wahrnehmen alles ist. Und dass kein von außen Warhehmender da ist wegen Ganzem und so. Da ist sehen, hören, spüren-riechen-denken. Das Wahrnehmen des Sehens steckt irgendwie im Sehen selbst.


Findest du JEMALS eine Grenze außer in Gedankengeschichten?

das ist wahr, da ist eigentlich nirgendwo eine Grenze, alles ist offen, weit, unbegrenzt. Das ist eigentlich wirklich sehr verblüffend. KEINE Grenze, nirgendwo. Grenzen, Teilung sind Vorstellungen, vorgestellte Begrenzungen.

Und wieder mal der sanfte Hinweis, entspanne dich so gut es geht, nimms ganz locker... :) Es gibt nichts zu erreichen oder zu gewinnen, es gibt kein endgültiges Ankommen. Es ist immer nur das was gerade ist... That`s it...

oja, das versuch ich zu beherzigen : )

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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby barb » Fri Dec 18, 2020 11:18 am

Erwartung verstellt die Wahrnehmung dessen, was vor sich geht, versucht zu manipulieren und es geht nicht.
Was sind Erwartungen in direkter Erfahrung ganz einfach ausgedrückt ohne vielen Erklärungen? Und kann "Erwartung" tatsächlich etwas tun, so wie versuchen zu manipulieren?
es wird gewusst dass wahrnehmen da ist.
Kann sonst noch irgendwas sicher gewusst werden?
nein, das ist das einzige, was da ist und gewusst werden kann, alles andere ist Vor-stellung.
Wie geht es dir damit?
ich komm wieder zurück zum direkten Erleben. Ich hab jetzt verstanden, dass das Ganze immer das Ganze ist und dass Wahrnehmen alles ist. Und dass kein von außen Warhehmender da ist wegen Ganzem und so. Da ist sehen, hören, spüren-riechen-denken. Das Wahrnehmen des Sehens steckt irgendwie im Sehen selbst.
Ver-stehen ist nicht schlecht, aber nicht dauerhaft zufriedenstellend... :) Es sollte ganz klar sein, in Fleisch und Blut übergegangen... So wie z. B. völlig klar ist, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, weißt du was ich meine?
das ist wahr, da ist eigentlich nirgendwo eine Grenze, alles ist offen, weit, unbegrenzt. Das ist eigentlich wirklich sehr verblüffend. KEINE Grenze, nirgendwo. Grenzen, Teilung sind Vorstellungen, vorgestellte Begrenzungen.
:)

Hier wieder was Schönes zum Schauen für dich, das ist ziemlich umfangreich, lass dir wieder alle Zeit die du brauchst und schau ruhig öfter hin... :)

Stell dich vor einen größeren Spiegel.

1. Schließe zuerst die Augen und fühle die Empfindungen, die als "Körper" bezeichnet werden.

2. Dann öffne die Augen und schaue in den Spiegel, während du immer noch auf die Empfindungen achtest.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen und dem Bild im Spiegel? Oder nur Gedanken (und/oder mentale Bilder) die das vorschlagen?

3. Während du immer noch auf die Empfindungen achtest, bewege eine Hand und beobachte die Bewegungen im Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen der gefühlten Empfindung ( als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der Bewegung im Spiegel?

4. Nun mach die gleiche Bewegung mit der Hand, aber diesmal schaue direkt auf die Hand, nicht in den Spiegel.

Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen (als "Hand" bezeichnet) und dem Bild der "Bewegung"? Oder nur Gedanken deuten darauf hin?

5. Nun achte nur auf das Bild im Spiegel.

Sagt das Bild für sich allein aus, dass es "Du" oder "dein Körper" ist?
Sagt das Bild selbst in irgendeiner Weise, dass es überhaupt ein "Körper" ist?
Oder gibt es nur Farben und Formen?

6. Wo der Spiegel endet, können einige Teile des Körpers (wahrscheinlich Beine oder Füße) nicht gesehen werden.

Nur durch das Bild im Spiegel, gibt es irgendein "Wissen" , dass es Beine/Füße geben muss oder nur Gedanken und mentale Bilder, die das vorschlagen?

7. Nun dreh dich weg vom Spiegel und schau nach vorn (schau nicht direkt auf Körperteile).

Gibt es irgendwo einen "Körper" wenn alle Gedanken und Bilder ignoriert werden oder gibt es nur Empfindungen?

8. Beginne langsam zu gehen
.
Gibt es einen " Körper" der läuft oder gibt es nur Empfindungen?

Gibt es überhaupt eine Erfahrung des "Gehens" ? Oder nur GEDANKEN über "Gehen"?

Kann sowas wie "Körper" gefunden werden oder nur Gedanken über einen "Körper"?

Kann so etwas wie "Gehen" gefunden werden?

9. Sind die Empfindungen im Raum lokalisiert , (wie durch den Raum gehen) , ODER gibt es nur ein Bild, das mit "Raum" beschriftet ist und aufsteigende Empfindungen ohne eine Location?




Viel Spaß beim Spiegelschauen... :)
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Sun Dec 20, 2020 1:41 pm

Was sind Erwartungen in direkter Erfahrung ganz einfach ausgedrückt ohne vielen Erklärungen? Und kann „Erwartung“ tatsächlich etwas tun, so wie versuchen zu manipulieren?

Erwartungen sind Gedanken / Gedankenbilder und nicht real. Sie können nicht manipulieren, sie können nicht »tätig werden«. Es ist eher so, dass durch sie die Wirklichkeit dessen, was direkt erfahren wird, verstellt wird, bzw. die Bilder sind vor dem direkten Erleben, was dann verzerrt erfahren wird.

es wird gewusst dass wahrnehmen da ist.
Kann sonst noch irgendwas sicher gewusst werden?
nein, das ist das einzige, was da ist und gewusst werden kann, alles andere ist Vor-stellung.
Wie geht es dir damit?

hm, das ist schon seltsam, dass da sowenig gewusst wird, sind wir doch in der Wissensgesellschaft anders konditioniert. Es tangiert auch das, was unter »Recht haben« und »streiten« und so was läuft, das ist erleichternd. Direktes Wahrnehmen, besonders entlang der Prägungen und Konditionierungen, ist subjektives Wahrnehmen und Wissen.
Wie geht es mir sonst damit? Da sind immer noch die Konditionierungen des Wissens, was sich angeeignet wurde, am Laufen, ich denke, das ist noch nicht auf den Grund meines Systems gefallen.


Ver-stehen ist nicht schlecht, aber nicht dauerhaft zufriedenstellend... :) Es sollte ganz klar sein, in Fleisch und Blut übergegangen... So wie z. B. völlig klar ist, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, weißt du was ich meine?

Ja, ich weiß genau, was du meinst. Es ist aber noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. Ich würde sagen, immer mehr, denn ich schaue da oft hin und in der direkten Wahrnehmung des Spürens zeigt sich, dass da keine Grenze ist, aber ich hab den Eindruck, das das noch nicht so richtig in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Ja, und ver-stehen ist auch: nicht wirklich darin stehen in der direkten Erfahrung, sondern dran vorbei, verzerrend.



Das Spiegelschauen:
Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen und dem Bild im Spiegel? Oder nur Gedanken (und/oder mentale Bilder) die das vorschlagen?

das ist seltsam, wenn ich beim Spüren dessen, was man Körper nennt bin, ist das eine unbegrenzte, wie wolkige Wahrnehmung, ohne Grenzen. Wenn ich damit bleibt und den Spiegel anschaue, ist es fremd, was da steht. Es ist wie eine flache 2D-Form. Da ist keine Verbindung. »hier« ist die Wahrnehmung des Prickelns, Strömens, das keine Grenzen hat, da ist eine wie leblose Form. Gedanken können da reingrätschen und das ist ja das Gewohnte (gewesen), aber es gelingt immer besser, das innere Körperschema zumindest stückweise, zeitweise zu ignorieren und bei diesem unspezifischen Wahrnehmungserleben der Grenzenlosigkeit zu bleiben. Die Auflösung des konditionierten Körperschemas ist am Laufen, ist mein Eindruck.



Gibt es eine Verbindung zwischen der gefühlten Empfindung ( als „Hand“ bezeichnet) und dem Bild der Bewegung im Spiegel?

Mit der Bewegung der Hand ist es etwas schwieriger, aber es gelingt stückchenweise. Die Empfindung hat keine Verbindung zum Bild.



Gibt es eine Verbindung zwischen den gefühlten Empfindungen (als „Hand“ bezeichnet) und dem Bild der „Bewegung“? Oder nur Gedanken deuten darauf hin?

Das sind wie oben mit der Hand im Spiegel Gedanken, die darauf hindeuten.
Das Erleben gibt es auch in meinem Alltag: ich schaue meine Hand an und sie hat ihre Mechanismen, die nicht von einem »Ich« initiiert wurden. Es fühlt sich ein klein bisschen fremd an, wie fremdgesteuert, es könnte eine andere Hand sein.



Sagt das Bild für sich allein aus, dass es „Du“ oder „dein Körper“ ist?
Sagt das Bild selbst in irgendeiner Weise, dass es überhaupt ein „Körper“ ist?
Oder gibt es nur Farben und Formen?

nein, das tut es nicht, es ist wie fremd, auch nicht wirklich Körper. Spüren ist hier, da hinten im Spiegel ist Form, ja, und auch Farbe, bezuglos zu dem, was »hier« gespürt wird.



Nur durch das Bild im Spiegel, gibt es irgendein „Wissen“, dass es Beine/Füße geben muss oder nur Gedanken und mentale Bilder, die das vorschlagen?

Wenn ich da hinschaue und kein Fuß zu sehen ist, ist da kein Wissen, dass es den Fuß gibt. Der Fuß wird auch nicht als solcher gespürt. Da ist das Spüren grenzenlos, nicht entlang irgendwelcher »Körperformen«, aber das ist gar nicht von Belang, das Spüren. Da im Spiegel ist kein Fuß und es gibt kein Wissen, dass der da sein muss. Das SIND Gedanken, die das vorschlagen.
Aber es fällt nicht leicht, da so frei und unvoreingenommen zu schauen. Das wird nur momenteweise erlebt.



Gibt es irgendwo einen „Körper“ wenn alle Gedanken und Bilder ignoriert werden oder gibt es nur Empfindungen?

Nein, es gibt keinen Körper, es gibt nur Empfindungen, Das ist eine deutliche Wahrnehmung, die auch gut gelingt: das beim Spüren zu bleiben und die mentalen Vorschläge des Körperschemas immer mehr beiseite zu lassen.



Gibt es einen „ Körper“ der läuft oder gibt es nur Empfindungen?

Es gibt tatsächlich nur Empfindungen, die im Erleben auftauchen.



Gibt es überhaupt eine Erfahrung des „Gehens“ ? Oder nur GEDANKEN über „Gehen“?

Das hab ich gestern draußen beim Waldspaziergang besonders erfahren (im geschl. Raum stößt man schnell an und da draußen war es super): mit geschlossenen Augen gegangen und es war krass: da war gar kein Erleben von gehen, auch kein Erleben von vorwärtsgehen, sondern einfach nur Empfindungen, unbeweglich, jedenfalls keine Fortbewegung. Und wenn ich mir die Ohren zuhalte und nicht die Schritte höre, wird das noch deutlicher. Krass, aber nur momenteweise und mit geschlossenen Augen. Ja: es gibt Gedanken über »Gehen«, erfahren wird das nicht, wenn alles einigermaßen ignoriert wird.



Kann sowas wie „Körper“ gefunden werden oder nur Gedanken über einen „Körper“?

Es sind Gedanken über einen »Körper«. Das direkte Erleben ist formlos, grenzenlos.



Kann so etwas wie „Gehen“ gefunden werden?
nein, es it wie oben schon erzählt, es ist kein Gehen erlebbar und das ist wirklich eine krasse Erfahrung.


Sind die Empfindungen im Raum lokalisiert, (wie durch den Raum gehen), ODER gibt es nur ein Bild, das mit „Raum“ beschriftet ist und aufsteigende Empfindungen ohne eine Location?
Es ist ein Bild von Raum, Die Empfindungen kann ich nicht lokalisieren.

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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby barb » Mon Dec 21, 2020 11:48 am

Wie geht es mir sonst damit? Da sind immer noch die Konditionierungen des Wissens, was sich angeeignet wurde, am Laufen, ich denke, das ist noch nicht auf den Grund meines Systems gefallen.
Wie würde das dann aussehen wenn das bis auf den Grund des Systems gefallen wäre? Was sollte sich ändern?
Ja, ich weiß genau, was du meinst. Es ist aber noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. Ich würde sagen, immer mehr, denn ich schaue da oft hin und in der direkten Wahrnehmung des Spürens zeigt sich, dass da keine Grenze ist, aber ich hab den Eindruck, das das noch nicht so richtig in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Wie würde es aussehen wenn es völlig klar wäre? Sollte dann 24/7 ein grenzenloses Gefühl da sein? Du hast ja schon bemerkt, dass wenn du hinschaust keine Trennung da ist, und auch wenn du nicht hinschaust – sprich eher im Autopilotenmodus bist – auch nichts von Trennung wahrnehmbar ist... Bloß die Gedanken kommen wieder herein und sagen dass das anders sein sollte, oder?

Das nächste Mal, wenn der kleinste Wunsch dass etwas anders sein sollte als es ist, oder Widerstand gegen etwas auftaucht, lass das voll und ganz da sein, inklusive aller Empfindungen sowie Sekundärgedanken und -gefühle, Ich-Gedanken, Trennungs-Gedanken etc. Möglicherweise ist da auch ein Gedanke/Gefühl, dass dieser Wunsch/Widerstand persönlich ist, lass auch das zu...

Danach konzentriere dich voll und ganz auf das was da ist, lass jegliche gedanklichen Etiketten los, dazu gehört auch z.B. sowas wie "Spannung in der Brust" oder ein subtiles Anhängsel wie "unangenehm" oder "will ich nicht". Nimm den Moment mit allen Sinnen wahr.

Nun stell dir die folgenden Fragen (ohne auf das zu hören, was Gedanken möglicherweise dazu zu sagen haben):

Könnte diese Erfahrung in irgendeiner Art und Weise anders sein, als sie ist?

Könnte irgendein Moment jemals anders sein, als er ist?

Könnte es jemals einen Moment geben, der NICHT vollkommen ganz ist, wie er ist? Fehlt jemals irgendetwas?

Mach das ruhig mehrmals täglich. Suche wie ein Detektiv nach der Unperfektion innerhalb der Empfindungen! Kannst du sie finden?


Das Spiegelschauen:

das ist seltsam, wenn ich beim Spüren dessen, was man Körper nennt bin, ist das eine unbegrenzte, wie wolkige Wahrnehmung, ohne Grenzen. Wenn ich damit bleibt und den Spiegel anschaue, ist es fremd, was da steht. Es ist wie eine flache 2D-Form. Da ist keine Verbindung. »hier« ist die Wahrnehmung des Prickelns, Strömens, das keine Grenzen hat, da ist eine wie leblose Form. Gedanken können da reingrätschen und das ist ja das Gewohnte (gewesen), aber es gelingt immer besser, das innere Körperschema zumindest stückweise, zeitweise zu ignorieren und bei diesem unspezifischen Wahrnehmungserleben der Grenzenlosigkeit zu bleiben. Die Auflösung des konditionierten Körperschemas ist am Laufen, ist mein Eindruck.
Hihi :) Ja kann schon interessant und aufschlussreich sein... ABER: Diese Untersuchungen sind nicht dazu da um dauerhaft so einen Zustand bzw. Wahrnehmung zu erleben, das wäre außerordentlich unpraktisch im Alltag. Die ganzen Filter die uns die Navigation durchs Leben erleichtern oder gar erst ermöglichen haben schon ihren Nutzen und Sinn. Hat ja bis jetzt ganz gut geklappt in „deinem“ Leben nehme ich an, sonst hättest du wohl nicht den Kopf diese Untersuchung zu machen... :)

Wir machen diese Untersuchung nicht um irgendeine Veränderung herbeizuführen, sondern um zu sehen, dass alles immer so ist wie es ist und nicht anders sein kann... DAS ist die Perspektivenveränderung – die Einsicht dass nichts sich ändern muss oder kann...

Von da wo du jetzt sitzt steh mal auf (jetzt gleich) und gehe in Richtung Sein/Leben/Existenz....


Hast du es gemacht? Bist du aufgestanden? Wie weit ist Sein entfernt? Wie weit musstest du gehen?


:))
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Wed Dec 23, 2020 7:18 pm

Wie würde das dann aussehen wenn das bis auf den Grund des Systems gefallen wäre? Was sollte sich ändern?

dass es ganz klar ist, dass da keine Grenzen sind, kein Ich, kein mein. Das Ende der Suche.
Ich bleib einfach daran am »perforieren« der Ich-Strukturen.


Wie würde es aussehen wenn es völlig klar wäre? Sollte dann 24/7 ein grenzenloses Gefühl da sein? Du hast ja schon bemerkt, dass wenn du hinschaust keine Trennung da ist, und auch wenn du nicht hinschaust – sprich eher im Autopilotenmodus bist – auch nichts von Trennung wahrnehmbar ist... Bloß die Gedanken kommen wieder herein und sagen dass das anders sein sollte, oder?

nein, nicht gerade 24/7 gefühlte Grenzenlosigkeit, aber auch nicht, dass 24/7 danach gesucht wird. Irgendwie deutlicher, »ganz klar«, »dauerhaft zufriedenstellender, in Fleisch und Blut übergegangen«, ähnlich wie das, was du zuletzt schriebst:
Ver-stehen ist nicht schlecht, aber nicht dauerhaft zufriedenstellend... :) Es sollte ganz klar sein, in Fleisch und Blut übergegangen...



Das nächste Mal, wenn der kleinste Wunsch dass etwas anders sein sollte als es ist, oder Widerstand gegen etwas auftaucht, lass das voll und ganz da sein, inklusive aller Empfindungen sowie Sekundärgedanken und -gefühle, Ich-Gedanken, Trennungs-Gedanken etc. Möglicherweise ist da auch ein Gedanke/Gefühl, dass dieser Wunsch/Widerstand persönlich ist, lass auch das zu...

Mit dieser Aufgabe tu ich mich nicht gerade leicht. Dafür brauch ich noch Zeit. Noch sehe ich nicht, dass der derzeitige Moment nur so und nicht anders sein kann, dass es keinen Moment gibt, der NICHT vollkommen ist. Wenn alles gut läuft, ist das einfacher, aber wenn nicht, dann fällt es mir schwer, das so dasein zu lassen und als perfekt zu sehen. Ich bleib der Unperfektion der Empfindungen auf der Spur …


Hast du es gemacht? Bist du aufgestanden? Wie weit ist Sein entfernt? Wie weit musstest du gehen?

Sein ist da, immer da, wo ich bin.

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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby barb » Thu Dec 24, 2020 12:08 pm

dass es ganz klar ist, dass da keine Grenzen sind, kein Ich, kein mein. Das Ende der Suche.
Ich bleib einfach daran am »perforieren« der Ich-Strukturen.
nein, nicht gerade 24/7 gefühlte Grenzenlosigkeit, aber auch nicht, dass 24/7 danach gesucht wird.
Was suchst du?
Wonach suchst du wirklich?
Wie schaut diese Suche aus? Beschreibe mir ganz genau was diese „Suche“ ist, woraus sie besteht, wie sie beschaffen ist – natürlich in unserem Kontext hier – rein nur die direkte Erfahrung davon, keine Gedankengeschichten... :)


Du hast bestimmt schon mal irgendwas verloren gehabt, was du wirklich gesucht hast. So wie einen Schlüssel zum Beispiel, oder dein Handy oder sonst irgendwas. Da hast du gewusst, das und das habe ich verlegt und dann hast du es gesucht. Erinnere dich an irgend so eine Situation.

Und jetzt vergleiche es mit dem was du „spirituell“ suchst.

Hat das irgendeine Substanz? Hast du wirklich konkret etwas verloren dass du suchen müsstest? Wird/wurde diese Suche eventuell nur durch das ganze Nonduality – Advaita-Gedöns mit all seinen schönen Erleuchtungsgeschichten angefeuert? Wenn du niemals über diesen ganzen Kram was gehört oder gelesen hättest, wären dann irgendwelche Erwartungen in diese Richtung da?

Wenn du nur auf die direkte Erfahrung achtest, wenn du „Suche“ genau untersuchst, ist DIE Suche mehr als eine Märchenweltgedankengeschichte?


Jetzt denk noch mal an den z.B. verlorenen Schlüssel den du ganz dringend momentan brauchtest und wie du ihn gesucht hast, versuche dich in diese Stimmung zu bringen. Und jetzt gehe mit dem gleichen Eifer auf die Suche nach dem getrennten „Ich“. Lass dir dafür viel Zeit, suche es immer wieder, schau immer wieder nach, so als ob es ganz dringend wäre. Schau in jeder Ecke, unter dem Bett, schau im Kopf, im Zeh, im Bauch... Suche alles ab bis etwas ganz klar wird...
Mit dieser Aufgabe tu ich mich nicht gerade leicht. Dafür brauch ich noch Zeit. Noch sehe ich nicht, dass der derzeitige Moment nur so und nicht anders sein kann, dass es keinen Moment gibt, der NICHT vollkommen ist.
Manchmal reicht es auch aus etwas zu verstehen, der gesunde Menschenverstand ist schon ein wunderbares Werkzeug. Wusstest du dass Buddhismus sich ableitet von „Buddhi“ = Vernunft?

Ganz vernünftig betrachtet: Wenn der jetzige Moment anders sein könnte, dann wäre er es doch wohl auch, oder? Wie könnte je etwas anders sein als es ist? Fällt das nicht ins Reich der Mythen, Märchen und Legenden?

Vielleicht wird es Zeit das Mikroskop mit dem Teleskop zu tauschen und ein bisschen „größer“ zu sehen... :) Nicht immer nur auf das arme kleine "Ich" zu schauen, dass sich so und so fühlt, aber sich irgendwie immer anders fühlen will (erzählen halt die Gedanken... ;))

Es kann gar nicht schaden, sich ein wenig näher mal ein bisschen mit dem was die Wissenschaft bisher anscheinend herausgefunden hat zu beschäftigen. Z.B. die Rolle des Mondes auf den Neigungswinkel und der Rotationsgeschwindigkeit und somit auf das Klima der Erde, die Entfernung der Erde zur Sonne... Oder die Abläufe im menschlichen Körper, wo in jeder einzelnen der in etwa 70 Billionen Zellen tausende Prozesse jede Sekunde ablaufen. Oder ein bisschen in den Weltraum gucken, Milchstraße, Galaxien, die aberwitzigen Entfernungen usw. usw.... Die ganzen so fein und vollkommen aufeinander abgestimmten Naturkonstanten durch die Leben überhaupt erst möglich wird...

Natürlich können wir uns wieder fragen, ob es das alles überhaupt wirklich gibt. Könnte es doch einfach nur ein Traum oder eine Simulation sein... Wer weiß? Aber eines wissen wir sicher: Es ist etwas und nicht Nichts! Wenn das nicht absolut erstaunlich ist...
Wenn alles gut läuft, ist das einfacher, aber wenn nicht, dann fällt es mir schwer, das so dasein zu lassen und als perfekt zu sehen. Ich bleib der Unperfektion der Empfindungen auf der Spur …
„Perfekt“ ist ein starkes Wort, das mit vielen Konzepten und Erwartungen verknüpft ist... „Vollkommen“ ist da neutraler, das meint eher „Es ist so wie es ist...“, einschließlich der Bezeichnung und Beurteilung von nicht so angenehmen Empfindungen... Wer könnte sich denn schon immer "gut" fühlen? Und wozu auch? Mal fühlt man sich so, mal so... Who cares? Es könnte immer schlimmer oder auch besser sein, ist doch nicht so wichtig... :)

Kau das mal anständig durch, lass dir gerne mehrere Tage Zeit dafür :)

Ps: Kleiner Tipp noch: Versuche im Alltag, immer wenn du dran denkst alles einen kleinen Tick langsamer zu machen und schau mal wie das so ist... <3
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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Mon Dec 28, 2020 9:12 pm

Was suchst du?
Wonach suchst du wirklich?
Wie schaut diese Suche aus? Beschreibe mir ganz genau was diese „Suche“ ist, woraus sie besteht, wie sie beschaffen ist – natürlich in unserem Kontext hier – rein nur die direkte Erfahrung davon, keine Gedankengeschichten... :)

Ich suche danach, das, was da ist, wirklich zu sehen, ohne Interpretationen, Bewertungen, Ichigkeiten. Das einfache Wahrnehmen / Erleben des Lebens ohne Abwehr, anders-haben- und weg-davon-wollen. Wirklich zu sehen, dass alles so wie es ist, vollkommen und genau richtig ist. Das Leben zu würdigen anstatt daran vorbeizueilen und womöglich die unangenehmen Dinge hinter sich bringen zu wollen. Dazu ist das Leben eigentlich zu kostbar. Da ist eine Sehnsucht, das ganz einfache banale Leben als das zu sehen, was es ist: ein ziemlich krasses Wunder, jedes Kleine richtig so wie es ist.
Wenn ich diese Suche mit der Suche nach dem verlorenen Schlüssel vergleiche: ich habe den Schlüssel vor dem Verlieren gehabt, gesehen, klimpern gehört und gefühlt. Bei dieser Suche hab ich nichts gehabt, gesehen, gehört und körperlich gefühlt.
Bei dieser spirituellen Suche ist es eher so, dass zuviel da ist: zuviel Bewertungen, Vorstellungen, Abwehr, Interpretationen. Es geht nicht um etwas, das verloren wurde, obwohl: vielleicht wurde es ja sogar schon mal gekannt, sagen ja viele, die das Tor durchschritten haben.
Aber hier ist etwas im Wege, um das, was ist, zu sehen. Etwas, das zuviel ist und wegfallen kann.
Diese Suche geht vielleicht eher darum, zu dem zu kommen, was unter diesem Gedankensalat liegt: das Leben ohne Bewertung, Vorstellung, Interpretation, Abwertung, Ablehnung. Einfach dieses erstaunliche Wunder des Lebens zu sehen und nicht dran vorbei zu sehen. Ja, und ich weiß: es geht nicht darum, Gedanken loszuwerden. Ich sehe, dass Gedanken vor dem wirklichen Erleben sind. Und immer wieder sind Gedanken da und da und da.
Und in der direkten Erfahrung: was kann man da sagen, was gesucht wird? Die reine Erfahrung des Sehens, des SEHENS, hörens, spürens.

Natürlich ist dem »Ich« die Suche abstrakt. Ja, wonach suche ich denn??? Aber da ist eben auch diese Sehnsucht nach ganz einfachem Sehen des kleinsten Dings im Leben, auch wenn es gar nicht schön ist, und es anzunehmen und richtig zu finden, weil es eben auch ein Stück des Wunders des Lebens ist und genau an der Stelle vollkommen ist.

Es geht hier vielleicht eher darum zu sehen, was ich schon vor einigen Wochen mal kurz gesehen hatte: da geschieht alles entlang der Konditionierungen, da ist kein Ich, das das Schiff hier steuert. Die Dinge geschehen irgendwie, schieben sich zusammen.
Ich sehe jedoch nicht wirklich klar, dass das eigenständige „Ich“ nicht real ist und so niemals existiert hat.

Da sind körperliche Empfindungen und ich weiß: besser ist, das nicht ins Außen zu projizieren, sondern das Erleben bei sich zu lassen. Ja, das kann ich kultivieren, hinschauen und tue es auch schon viel.
Ich nehm gerade in diesem Augenblick ein Körpergefühl wahr, das als Wut auf das blöde Tor, das ich nicht sehe, interpretiert wird … spüre es, lass die Intepretation weg, nehme eine Menge Energie im Bauch wahr, könnte auch Freude sein, ist auch eine Interpretation. Es verebbt, der Mond ist voll heute …

Ich hab das Gefühl, ich krieg den Dreh irgendwie nicht, etwas scheint mir hier zu entgehen oder ich schnall es nicht. Ich dreh mich irgendwie im Kreis. Ich seh nicht, dass ich irgendwie etwas sehe, um zu sehen und dieses Tor ohne Tor zu passieren.


…Hat das irgendeine Substanz? Hast du wirklich konkret etwas verloren dass du suchen müsstest? Wird/wurde diese Suche eventuell nur durch das ganze Nonduality – Advaita-Gedöns mit all seinen schönen Erleuchtungsgeschichten angefeuert? Wenn du niemals über diesen ganzen Kram was gehört oder gelesen hättest, wären dann irgendwelche Erwartungen in diese Richtung da?

Wenn du nur auf die direkte Erfahrung achtest, wenn du „Suche“ genau untersuchst, ist DIE Suche mehr als eine Märchenweltgedankengeschichte?

Ohne Advaita & Co wäre ich nicht auf den Gedanken gekommen, dass es sowas wie Aufwachen etc. gibt, dass so etwas überhaupt für einen »normalen« Menschen möglich ist, das ist richtig. Aber es ist ja auch nicht alles Märchenweltgedankengeschichte. Vieles wird so dargestellt, dass man annehmen könnte, es ist ein dauerhaft anderes Wahrnehmen, das kann ich mir denken. Gleichzeitig scheint so ein Erkennen der Illusion des »Ich« ein Erleben größerer Freiheit zu ermöglichen, wenn »Ich« nicht mehr das Leben bewertet, interpretiert, etwas weg haben, hinter sich bringen oder oder unbedingt erreichen will … so wie auf eurer Seite: Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom.
Da will ich hin, während mir klar ist, dass »Ich« dabei auf der Strecke bleibe. Was mich zu der Frage bringt, wer hier auf der Suche ist, was die Suche anschiebt, wenn Ich ja weiß, dass es wegfallen könnte. Es gibt kein Ich, das diese Entscheidung treffen könnte, diese Untersuchung hier zu machen. Hier scheint sich also auch was zu schieben.


Wusstest du dass Buddhismus sich ableitet von „Buddhi“ = Vernunft?

Nein, das wusste ich nicht, aber es wundert mich auch nicht, die haben schon ganz vernünftige Sachen im Programm, ist mein wenig umfassender Eindruck vom Buddhismus, seit ich mich damit ein bisschen beschäftigt hab.


Vielleicht wird es Zeit das Mikroskop mit dem Teleskop zu tauschen und ein bisschen „größer“ zu sehen... :)

ja, das ist tatsächlich ein guter Vorschlag. Da ist oft viel Kreisen um den eigenen Bauchnabel, ein Blick in die Ferne und die Einsicht in die Verhältnismäßigkeiten ist da schon höchst hilfreich, das kenne ich auch und es führt immer zu mehr Entlastung und Gleichgewicht. Auch fällt mir immer wieder ein, den Gedanken weiterziehen zu lassen und das Körperempfinden ganz für sich genommen zu sehen, das ist auch sehr hilfreich. Diese Spirale zu unterbrechen bietet schon viel Abstand vom Bauchnabel und Ich-Gebrabbel und zu mehr zu-sich-nehmen von vielerlei Möglichkeiten zu Projektionen, die sich sonst im Außen verfangen. Die Balance hinzubekommen, die Verhältnismäßigkeit zu sehen zwischen Wahrnehmung einer Empfindung, die so ist wie sie ist, und dem Erkennen: es gibt schlimmeres und auch besseres, der Mond und die Erde stehen in erstaunlichem Verhältnis zueinander, da ist die Empfindung in meinem Bauch wirklich keine große Sache … Es erleichtert das Erleben. Und ja: da komme ich wieder zum Anfang von heute zurück: das Leben so zu sehen, wie es ist: den Mond, den Kieselstein in dessen Schein, wie wundervoll ist dieses alles eigentlich. Da will ich (ohne mich) hin.
Ich hab auch geschaut und geschaut, aber immer wieder sind die Gedanken da und verstellen den Blick und ich drifte ab in irgendwelche Geschichten. Ja, ist auch das Ganze, aber da ist doch gleichzeitig auch der Blick verstellt, auch wenn alles nebeneinander da ist und keine Hierarchien hat. Ich spür den Widerstand und erinnere mich: den soll ich ganz da sein lassen. Aber was heißt das eigentlich konkret? Den ganzen Widerstand erleben im Körper? Nur das körperliche Empfinden, die Gedanken weiterziehen lassen? Was genau kann ich ganz da sein lassen?


Kleiner Tipp noch: Versuche im Alltag, immer wenn du dran denkst alles einen kleinen Tick langsamer zu machen und schau mal wie das so ist...

Ja, das gelingt leider bisher nicht oft, einfach, weil ich nicht immer dran denke, aber wenn, dann ist das schon sehr schön, weil da mehr entspannter wahrnehmender Zwischenraum zwischen dem Tun erscheint, leider switcht das immer schnell wieder weg.

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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby barb » Tue Dec 29, 2020 1:05 pm

Ich suche danach, das, was da ist, wirklich zu sehen, ohne Interpretationen, Bewertungen, Ichigkeiten. Das einfache Wahrnehmen / Erleben des Lebens ohne Abwehr, anders-haben- und weg-davon-wollen.
Mal ganz nüchtern und ehrlich betrachtet: Das was wirklich ist kannst du in jedem Moment sehen, und das wird auch nicht abgelehnt. Schau mal jetzt aus dem Fenster. Was siehst du? Haus, Auto, Baum, Himmel? Das ist das was wirklich ist (also natürlich schon Bezeichnungen, nochmal runter gebrochen – einfach nur Farben). Irgendwelche Widerstände dagegen?

Vermutlich nicht... Aber das kann ES doch nicht sein!!! Das ist doch zu EIN-FACH! Wie laaaaaaangweiliiiiiig... :)) Abgelehnt werden nur die Gedanken und Gefühle, und das "du es anscheinend nicht auf die Reihe bringst" (was auch immer), oder?
Das Leben zu würdigen anstatt daran vorbeizueilen und womöglich die unangenehmen Dinge hinter sich bringen zu wollen. Dazu ist das Leben eigentlich zu kostbar. Da ist eine Sehnsucht, das ganz einfache banale Leben als das zu sehen, was es ist: ein ziemlich krasses Wunder, jedes Kleine richtig so wie es ist.
Alleine deine Intention zeigt vermutlich schon dass du auf dem Weg dazu bist, aber das geschieht nicht von alleine. Das sind auch nur Konditionierungen ob man es so sieht oder anders, und das hat nichts mit dem Durchschauen der Ich-Illusion zu tun. Wenn dein Wunsch ist das Leben zu würdigen und wertschätzen, dann fange doch z.B. mit einem Dankbarkeitstagebuch an, damit kannst du Gewohnheiten in diese Richtung entwickeln ... :)

Sind nicht deine Gedanken, Interpretationen, Bewertungen, Ichigkeiten auch das was ist?


Aber hier ist etwas im Wege, um das, was ist, zu sehen.
Steht wirklich was im Weg um den Baum, den Himmel, die Wiese zu sehen? Das ist nämlich das was ist... Was sollte denn sonst noch das sein was ist?

Alles andere sind schon Erwartungen und jede Erwartung ist ein Hindernis für die Realisation dessen, was IST. Erwartungen führen zum Vergleich. Vergleich zwischen dem, was passiert, und der vorgestellten Erwartung. Somit kann das Gesehene verworfen oder ignoriert werden, da es nicht dem erwarteten Ergebnis entspricht.

Diese Suche geht vielleicht eher darum, zu dem zu kommen, was unter diesem Gedankensalat liegt: das Leben ohne Bewertung, Vorstellung, Interpretation, Abwertung, Ablehnung. Einfach dieses erstaunliche Wunder des Lebens zu sehen und nicht dran vorbei zu sehen. Ja, und ich weiß: es geht nicht darum, Gedanken loszuwerden. Ich sehe, dass Gedanken vor dem wirklichen Erleben sind. Und immer wieder sind Gedanken da und da und da.
Sind nicht Gedanken als das jüngste Kind der Natur eines der größten Wunder des Lebens?
Und in der direkten Erfahrung: was kann man da sagen, was gesucht wird? Die reine Erfahrung des Sehens, des SEHENS, hörens, spürens.
Siehst du irgendwie schlecht, vernebelt? Hörst du nicht gut? Ist dein Spürsinn taub? Diese Fragen sind ganz wortwörtlich gemeint... :)
Natürlich ist dem »Ich« die Suche abstrakt. Ja, wonach suche ich denn??? Aber da ist eben auch diese Sehnsucht nach ganz einfachem Sehen des kleinsten Dings im Leben, auch wenn es gar nicht schön ist, und es anzunehmen und richtig zu finden, weil es eben auch ein Stück des Wunders des Lebens ist und genau an der Stelle vollkommen ist.
Glaubst du dass es das Leben interessiert ob du irgendwas richtig findest oder annimmst oder nicht? Mal ist richtig sehen da, mal nicht... (Wer entscheidet schon was „richtig“ ist...) Mal geht annehmen, mal geht es nicht...

Probier einfach mal alles laufen zu lassen, auch das nicht annehmen können, oder das annehmen wollen, versuche dich selber, so wie du bist mal ganz einfach so sein zu lassen wie du eben bist – als Ausdruck des Lebens... Tu einfach mal gar nix, lass dich mal komplett hängen...
Ich hab das Gefühl, ich krieg den Dreh irgendwie nicht, etwas scheint mir hier zu entgehen oder ich schnall es nicht. Ich dreh mich irgendwie im Kreis. Ich seh nicht, dass ich irgendwie etwas sehe, um zu sehen und dieses Tor ohne Tor zu passieren.
Nimm dir nen Zettel und schreibe da das Wort „Hoffnung“ drauf... Dann zerreiße ihn in ganz kleine Stücke und schmeiße ihn weg.... Es ist absolut hoffnungslos... Es gibt kein Tor... keinen Dreh... nichts zu sehen... Es ist alles immer nur genau so wie es gerade ist.... Inklusive aller Gedanken, Ablehnungen, Interpretationen, Bewertungen, Ichigkeiten... vollkommen aussichtslos, hoffnungslos, sinnlos, hilflos...
Looking —> Seeing....Seeing —> Freedom

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Re: Suche nach dem Selbst-losen Ganzen

Postby MarieAnna » Thu Dec 31, 2020 5:02 pm

Alleine deine Intention zeigt vermutlich schon dass du auf dem Weg dazu bist, aber das geschieht nicht von alleine. Das sind auch nur Konditionierungen ob man es so sieht oder anders, und das hat nichts mit dem Durchschauen der Ich-Illusion zu tun.

ja okay. Das Durchschauen der Ich-Illusion ist das, was ich will. Ich stell mir vor (vor-die Realität stellen, sehe ich), dass ein Sehen und Annehmen all dessen, was geschieht, mit dem Durchschauen der Ich-Illusion geschehen könnte. Aber ich sehe ein: es ist eine Vor-stellung und das habe ich vielfach gelesen und weiß es nicht.
Das Durchschauen der Ich-Illusion. Ja!


Abgelehnt werden nur die Gedanken und Gefühle, und das „du es anscheinend nicht auf die Reihe bringst“ (was auch immer), oder?
Sind nicht deine Gedanken, Interpretationen, Bewertungen, Ichigkeiten auch das was ist?

Ja, sind auch das, was ist. Ich löse mich peu à peu von den Vor-stellungen und Bewertungen. Ich sehe ein, dass alles ist, was erscheint. Nichts ist besser oder schlechter, es könnte besser oder schlimmer sein und es ist alles okay. Zeigt sich vielleicht nicht immer, und das ist ja dann auch okay. Ich merke gerade, wenn ich mich aus diesen Illusionen löse, in einen vielleicht insgeheim doch ersehnten Ultimo»zustand« (der kommt und geht) zu geraten und mehr Abstand durch das Sehen bekomme, ist es sowas wie: es ist okay wie es ist, »ich« muss es nicht abwerten. Ui, ja, ulkiges Gefühl. Deine Fragen sind gut. Ich merke, dass ich erstmal mit Abwehr darauf reagiert habe und wenn ich mich aber dann drauf einlasse, merke ich beim Schreiben, dass da was aufgeht. Das wurschtelt sich so seit dem letzten post von dir durch mich durch.


Steht wirklich was im Weg um den Baum, den Himmel, die Wiese zu sehen? Das ist nämlich das was ist... Was sollte denn sonst noch das sein was ist?

Alles andere sind schon Erwartungen und jede Erwartung ist ein Hindernis für die Realisation dessen, was IST. Erwartungen führen zum Vergleich. Vergleich zwischen dem, was passiert, und der vorgestellten Erwartung. Somit kann das Gesehene verworfen oder ignoriert werden, da es nicht dem erwarteten Ergebnis entspricht.

Ja! du hast Recht, es sind Erwartungen, die der Realisation dessen, was ist, im Weg stehen. Und ich sehe ein: da kommen immer wieder welche auf! Manno, wie kann das denn sein. Aber um milde mit »mir« zu sein: sind ja schon ein paar Jahrzehnte (gerade wieder eins vollendet) der Konditionierungen eingemustert ins Prägungsgefüge der Zellen und Neuronen. Aber ja: wenn vom blubb: ich sehe, dass ich mir selbst immer wieder das Sehen zuschaufel. Also her mit dem Spaten, die Erwartungen, Vorstellungen, Hoffnungen wieder rausschaufeln, danke für deine Fragen. (ich hab es wirklich! gemacht mit dem Hoffnungszettel, hab alles notiert, was da unter Hoffnung immer noch auftaucht und dann ab damit)


Sind nicht Gedanken als das jüngste Kind der Natur eines der größten Wunder des Lebens?

Ja, genau, ist ein Wunder, vor allem, dass sie dazu verführen, anzunehmen, ein »Ich« hätte sie gedacht. Und sie einfach so stehen lassen und als Wunder sehen ohne Bewertungen und son Kram.


Siehst du irgendwie schlecht, vernebelt? Hörst du nicht gut? Ist dein Spürsinn taub? Diese Fragen sind ganz wortwörtlich gemeint... :)

Ich muss echt grinsen und kichern. Ich glaub, wenn ich als du das lesen würde, würde ich auch solche Fragen stellen : ))) was für ein Jammertal – Drama! ; )


Glaubst du dass es das Leben interessiert ob du irgendwas richtig findest oder annimmst oder nicht? Mal ist richtig sehen da, mal nicht... (Wer entscheidet schon was „richtig“ ist...) Mal geht annehmen, mal geht es nicht...

Das ist auch eine interessante Perspektive. Nein, dem Leben ist das schnurzegal, lustig und belustigend.


Nimm dir nen Zettel und schreibe da das Wort „Hoffnung“ drauf... Dann zerreiße ihn in ganz kleine Stücke und schmeiße ihn weg.... Es ist absolut hoffnungslos... Es gibt kein Tor... keinen Dreh... nichts zu sehen... Es ist alles immer nur genau so wie es gerade ist.... Inklusive aller Gedanken, Ablehnungen, Interpretationen, Bewertungen, Ichigkeiten... vollkommen aussichtslos, hoffnungslos, sinnlos, hilflos...

ich sehe es. Es ist nicht leicht zu sehen (findet Ich), und wenn es jetzt so angeschaut wird, ist es leicht. Da sehe ich, dass ich selbst mit ner Schaufel daran arbeite, die Sicht zu verstellen. Danke für deine Fragen. war nicht ganz leicht, mich da durchzuarbeiten.

Komm gut ins Neue Jahr und hab großen Dank für deine Begleitung <3


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