Wie ist es mit den „größeren“ Entscheidungen? Auch den vergangenen wie z.B. welche Arbeit, Wohnung, Gegend, Lebenssituation, Kinder oder keine, Partner oder nicht usw...
War bei diesen Vorgängen irgendwo ein Entscheider, eine Handelnde involviert? Ist für diese Entscheidungen ein Ursprung auffindbar?
ich hab größere Entscheidungen untersucht und fand nirgendwo eine Initiatorin, eine, die es gemacht hat. Da sind Impulse, Bedürfnisse, Interessen, die ins System kommen und dann kommen die Dinge in Gang. z.B. Wohnort. Manchmal kam schon die Frage auf, ob hier oder auch mal lieber woanders. Aber es geschieht dann nichts, hierbleiben ist das, was ist. Ohne Ich, es ist einfach nicht geschehen, wegzugehen.
Auch andersrum: ich wollte irgendwann einen Partner, und es ergab sich ne zeitlang später eine Situation, in der sich ein Zusammentreffen ergab und es begann eine Beziehung, die blieb. Aber ein Ich kann ich auch da nicht entdecken. Die Dinge schieben sich irgendwie ins Leben, da ist keine Handelnde. Oder auch Arbeit. Als das eine nicht mehr lief, kam eine andere Idee auf. Dann ergab sich ein Hinweis, ein passendes Zeitfenster und so schob sich das auch wieder hin. Einen Ursprung von Entscheidung kann ich nicht nicht finden.
Jfühlt es wirklich recht merkwürdig an, wie das alles so läuft.a das kann noch ein Weilchen dauern, das ist ganz üblich und ein gutes Zeichen... :) Wie kommst du klar damit?
damit komm ich gut klar, es ist ein irgendwie schwebendes Gefühl von mehr Weite und dennoch anders, es ist eigenartig, ist aber auch nur momenteweise da. Ich kann es einordnen als eine Erscheinung aufgrund der Lockerung der Ich-Mechanismen.
Eine Frage vom letzten Mal hast du vermutlich übersehen:
In dieser nicht verortbaren Wahrnehmung, ist da irgendwo ein „vom Ganzen getrenntes Selbst“ zu finden?
Nein, das ist nicht zu finden. Es ist alles irgendwie verbunden, weit, offen, ohne Grenzen im Spüren, Wahrnehmen, Erleben, nichts getrenntes erkennbar.
Du hast deinen Thread „Suche nach dem Selbst-losen Ganzen“ genannt.
Ist es aus heutiger Sicht möglich da was zu finden? Gibt es überhaupt etwas anderes als das „Ganze“? Wenn etwas vom Ganzen getrenntes existieren würde (
wie ein Selbst z.B.), wäre dann das Ganze noch das Ganze? Ist das Ganze nicht einfach immer das was gerade vor sich geht? Könnte man das „Ganze“ vielleicht einfach „wahrnehmen/erfahren“ nennen?
Ja, wirklich, ich sehe es, ja genau. Dieser Absatz von dir zieht irgendwie die Fäden der Wahrnehmungen der letzten Tage zusammen. Es hängt alles miteinander zusammen, keine Grenze spürbar (z.B. in der Körperübung gespürt), es ist das Ganze da. Und auch das Zusammenschieben von dem, was gerade erlebt wird, was vor sich geht und sich entwickelt, was kein Ich initiiert oder voranbringt, geschieht aus dem Ganzen heraus. Es gibt nichts anderes als das Ganze.
Ist es aus heutiger Sicht möglich da was zu finden?
Nein, es ist da, nur war es nicht spürbar. Jetzt komme ich zumindest manchmal dem Erleben des Ganzen näher.
Wenn etwas vom Ganzen getrenntes existieren würde (wie ein Selbst z.B.), wäre dann das Ganze noch das Ganze?
Nein, das wäre es dann nicht mehr, ganz kann nur ganz ganz sein.
Ja : )Suche nicht nach „etwas“, schau einfach immer auf das was gerade hier ist... Das ist ES... :)
Was würdest du generell sagen wo wir stehen mit der Untersuchung? Gibt es irgendwas spezielles was du gerne anschauen möchtest?
Ich würd sagen, dass da einiges in den letzten Wochen gesehen werden konnte und in Bewegung kam. Wichtig war die Erkenntnis, nicht nach dem zu suchen, was gar nicht da ist. Das war ein wichtiger Hinweis von dir, um den Widerstand zu lockern. Ich hatte zuvor irgendwie den Antrieb, aufzuzeigen, das es nicht geht, weil da ja doch was ein Ich ist oder so ähnlich ; )
Es geschieht immer wieder dieses Reinrutschen in diese schwebende Erleben von Nicht-Ich, wenn ich das untersuche. Hält aber nicht für länger und ist nur da, wenn ich da wirklich dranklebe, aber vielleicht ist das auch okay. Vielleicht war das auch ne Vorstellungserwartung, dass da stets ich-los erfahren wird. Du weißt es besser, wie so ein Ich-loses Erleben sich zeigt im Alltag oder ob überhaupt immer oder häufig Ich-los erlebt wird.
Ich bin momentan immer wieder am Untersuchen mit der Frage: gibt es hier ein Ich beim Tun, eine Handelnde, eine Wahrnehmende, Geherin, Esserin etc. Das lässt mich rausrutschen aus dem Ich-bezogenen Erleben.
Auch mache ich mir öfter Gedanken als nicht real bewusst und untersuche das Entstehen von Gefühlen als Folge von Gedanken und andersrum bei Gefühlen das Entstehen von Gedanken. Erlebe Gefühle und lasse Gedanken vorbeiziehen.
Ich könnte vermuten, dass es zur Lockerung der Ich-Strukur gut ist, das weiter so zu machen. Ich habe zumindest den Eindruck, dass ich da dranbleiben sollte, um das zu Konditionierte weiter zu »perforieren«.
Momentan hab ich gar keinen konkreten Wunsch nach speziellem Untersuchen. Das Thema Verantwortung ist jedoch sehr interessant.
Liebe Dankesgrüße

