die Erwartung ist, dass der Verstand, die Ideen still sind, und dadurch die Stille mehr Raum bekommt und tiefer erfahrbar ist
Das ist ein hoher Anspruch und gehört zur späteren Vertiefung. Außerdem werden praktische Gedanken und Vorstellungen weiterhin gebraucht, um im Sein zu navigieren. Aber auch die psychologischen Ich-bezogenen Gedanken müssen für das Aufwachen aus dem Traum nicht zur Ruhe kommen - es reicht, ihre illusorische Natur zu durchschauen. Wenn Du also nach völliger Stille Ausschau hälst, dann baust Du eine große Hürde auf. Schau stattdessen, ob es in der Realität ein Ich gibt, d. h. in der direkten Sinneserfahrung im Hier und Jetzt.
dass da die Erfahrung eine Einheit, ein Einssein erfährt, ein Erkennen und Erfahren der NON-Dualität.
Es heisst deshalb non-dual, weil es sich von Eins-sein abgrenzen will - eine "Einheit oder Einssein mit" hat eben doch noch die Vorstellung, dass da etwas getrenntes verschmilzt. Es gibt aber von vorneherein "nicht zwei". Die Trennung ist künstlich, das Erwachen ist das Durchschauen dessen.
Bei dieser Frage hats mich ganz spontan geschaudert, ist Angst aufgestiegen, ein Ich, das nur eine Idee ist, muss aufgegeben werden, total paradox, Und der/mein Verstand möchte gerade am liebsten Stories und Geschichten schreiben - um sein Leben schreiben ...
Und da ist auch schon derjenige, der die Verschmelzung erleben möchte, die ausgedachte Ich-Identität, die um ihr Überleben kämpft. Vergessen wir nicht, dass die Ich-Illusion auch ihren Nutzen in der Stressregulation hatte, die Intensität von etwas schwer Erträglichem dämpfen konnte und etwas Überlebendes simulieren konnte. Aber wird dieser Schutz, der sich zum Herrscher aufgeschwungen hat, jetzt noch gebraucht? Dürfen Gedanken einfach wieder Gedanken sein? Ist die Zeit reif für die nackte Wahrheit? Die Suche nach dem Ich ist kein Denkprozess. Bilde kein neues Konzept, ein Konzept von Nicht-Ich. Schaue, höre und spüre genau hin - ist darin ein Wesen auszumachen, das erlebt und handelt?