Lieber Andreas,
Angenommen, ein Mensch aus einem anderen Land würde vor Dir stehen. Er würde in einer Dir unbekannten Sprache sprechen. Wäre der Text, den er spricht, mehr als ein Geräusch? Die Voraussetzung wäre, dass Du den Sprachcode verstehst, in dem er spricht.
Einerseits beschreibst du die Sprache des Mannes sei mir unbekannt und im weiteren das die Voraussetzung wäre, ich würde den Sprachcode verstehen.
Meinst du ich würde die Worte nicht übersetzen können, jedoch spüren ob etwas gefragt oder verneint wird? Falls dies von dir gefragt wird:
Ja. Was von ihm gesagt wird würde als Geräusche wahrgenommen werden und es wird gespürt was mitgeteilt wird.
Was wenn der Fremde über ein Thema sprechen würde, dass so gar nicht auf ein Interesse bei Dir stößt? Wäre dann sein Reden von Bedeutung für Dich?
Sogleich wird an Ethik und Anstand gedacht. Jedoch ... Es kommt auf den Kontext an. Wenn ich ganz frei unterwegs wäre, also Verpflichtungslos bezüglich beruflichem oder innerhalb der Hilfsbereitschaft, dann wäre es keinesfalls von Bedeutung. (Anmerkung: Eine extrem schwierige Frage.)
Ersetzen wir den Fremden durch Deine Gedanken. Wann erlangen Gedanken an Bedeutung? Wann sind sie bedeutungslos? Was sind Gedanken OHNE dass ihnen Bedeutung beigemessen wird?
Hmmm …. Ehrlich Andreas. Ich frage mich immer öfters, ob ich überhaupt denke. Ich habe keine Ahnung was denken ist. Ich nehme eher so eine Art Selbstgefühl oder Themengefühl wahr, jedoch nicht, dass gedacht wird. Wenn ich aus beruflichen Verpflichtungen heraus Patientenberichte auswerte, vergleiche ich Fakten mit ”Normkurven”. Ich weiss nicht einmal ob ich dann denke. Ich mache es einfach auf eine Verständliche Art und Weise – Vermutlich mittels meinem Verstand.
Ich behaupte jetzt einmal, dass Gedanken immer bedeutungslos sind und das es niemanden gibt, welcher Gedanken denkt.
Liebe Grüsse
Flemming