Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Thu Apr 06, 2017 10:05 am

Liebe Karin,
Ist es nicht eher eine Spirale, die sich langsam öffnet?

ja - das wäre schön :-)
Ist das nicht auch nur so eine Geschichte, die ganz doll Erleuchtete erzählen?

Hehe ;-)) das stimmt
Das persönliche Leiden daran beginnt, wenn wir uns das ganze Elend dieser Welt medial bereits auf dem Frühstückstisch servieren lassen und Widerstand dagegen entwickeln.


Seit einiger Zeit mache ich eine Art Nachrichten-Entzug, bzw, schaue nicht mehr so regelmäßig wie früher, ich denke, dass mich alles Wichtige sowieso auch ohne Zeitung, Talkshows etc. erreicht, und so ist es - aber gestern blickte mich dann immer dieses Kind mit der Atemmaske auf meiner Startseite an...... und da fühlte ich mich irgendwie ...ja.... hilflos, aber auch schuldig - mir geht es so gut, ich habe einfach Glück gehabt.

Deine Übung mache ich noch später,

dir auch einen schönen Tag!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Thu Apr 06, 2017 10:38 am

Probier es aus,

das bedingungslose Fühlen von allem, was gerade da ist, sei es Schuld, Mitgefühl, Angst etc.
ist zumindest in diesem (meinem) Leben der wichtigste Schlüssel zum im Frieden sein mit der Welt ...

:))

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Fri Apr 07, 2017 7:47 am

Guten Morgen Karin,
Setz dich für einen Moment hin und erlaube dir, den Widerstand und die Hilflosigkeit vollkommen zu spüren.
Lass alle Gedanken zum Thema da sein und nimm auch wahr, dass sich das möglicherweise persönlich anfühlt.
Nun lass alle Etiketten los, sämtliche Beschreibungen, Bewertungen, den Gedanken Ich, etc. Beobachte mit Neugier die pure rohe Empfindung in allen ihren Details und subtilen Veränderungen und gib dich ihr hin.
das bedingungslose Fühlen von allem, was gerade da ist, sei es Schuld, Mitgefühl, Angst etc.
ist zumindest in diesem (meinem) Leben der wichtigste Schlüssel zum im Frieden sein mit der Welt ...
So -- also die erste Übung hat wunderbar geklappt, alle möglichen Gedanken zum Thema Krieg, Ungerechtigkeit etc. kamen hoch - nun ist mir aufgefallen, dass das, was ich als hilfloses oder schuldiges Gefühl glaube zu fühlen, letztendlich auch wieder nur Gedanken sind, oder wird das Gefühl einfach so blitzschnell in Gedanken übersetzt? Muss es ja, z.B. um jemanden davon zu erzählen. Es kommt mir so vor, als könnte ich gar nicht fühlen -- uarrarghh - was ist das?? Und dann habe ich mich hingesetzt und gefragt "Phänotyp - was fühlst du?" Und dann kamen nur Gedanken Gedanken Gedanken......

Die zweite Übung hat dann erstaunlich gut geklappt, sämtliche Gedanken waren weg, da war einfach nichts mehr, aber auch kein irgendwie geartetes Gefühl....da war irgendwie nur noch "Atmen".

Die dritte Übung fiel mir schwer, eben weil ich nicht wirklich fühlen, sondern nur die Gedanken wahrnehmen konnte. ABER: ich bin heute wieder mit Schmerzen aufgewacht, und dann habe ich den Schmerz bedingungslos gefühlt, und nach einiger Zeit war er weg.

Liebe Grüße
Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Fri Apr 07, 2017 9:11 am

Lieber Phänotyp,

lustig, dass du es als drei Übungen gesehen hast. Es war eigentlich als eine Übungssequenz gedacht ...
Wenn gerade keine Gefühle da sind, sind eben keine da, dann lädst du einfach alles sein, was gerade da ist,
z.B. alle noch so widersprüchlichen Gedanken. Und siehst in diesem Zuge nach, ob sie irgendjemandem gehören.
Die zweite Übung hat dann erstaunlich gut geklappt, sämtliche Gedanken waren weg, da war einfach nichts mehr, aber auch kein irgendwie geartetes Gefühl....da war irgendwie nur noch "Atmen".
Großartig ...
nun ist mir aufgefallen, dass das, was ich als hilfloses oder schuldiges Gefühl glaube zu fühlen, letztendlich auch wieder nur Gedanken sind, oder wird das Gefühl einfach so blitzschnell in Gedanken übersetzt?
Gedanken und Gefühle triggern sich gegenseitig. Und häufig ist nicht wirklich klar, was das Huhn ist und was das Ei.
Die dritte Übung fiel mir schwer, eben weil ich nicht wirklich fühlen, sondern nur die Gedanken wahrnehmen konnte. ABER: ich bin heute wieder mit Schmerzen aufgewacht, und dann habe ich den Schmerz bedingungslos gefühlt, und nach einiger Zeit war er weg.
Schön. Und wenn mal ein Gefühl auftauchen sollten, probier es einfach nochmal, das Ganze ohne Etiketten wahrzunehmen.

Zurück zur Ich-Suche, schließlich ist bald Ostern :)) Lass uns mal nachsehen, was sich noch an Körper-Identifikation versteckt hat.

Nimm dir eitwas ungestörte Zeit und schau bitte nacheinander mit Sinnen einzeln nach ganz ohne gedankliche Interpretation. Also versuche die Fragen zunächst ausschließlich hörend zu beobachtenn, ... dann sehend, ... dann spürend.

Ist da tatsächlich ein Körper um ein "dich" herum? Dann müsstest du ja wie aus einem Zelt heraus nach draußen schauen können. Kannst du eine wirkliche Hülle um das Gespürte herum wahrnehmen? eine klare Umgrenzung?

... tatsächlich spüren, wo genau innen aufhört und außen beginnt? Wo genau ist diese Linie?

Werden nicht Körper und alles andere gleichermaßen unmittelbar wahrgenommen? Oder kannst du da irgendwelche Unterschiede erkennen? Also z.B. beim Hören von Atemgeräusch vs. Windgeräusch.

Kannst du wirklich einen Körper finden, einen Geist, eine Seele? Oder sind das alles nur gedankliche Konzepte?

"Wohnt" Präsenz an einem bestimmten Ort?

Liebe Grüße!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Fri Apr 07, 2017 10:54 am

Liebe Karin,

diese Körperübung also das "Spüren" mache ich oft - anfangs wusste ich gar nicht, was gemeint war, ich kannte nur dieses Bodyscannen oder das in die Füße/Beine etc. hineinfühlen vom Autogenen Training, um so mehr war ich überrascht, als ich verstand, dass gemeint ist, wirklich ohne "Konzept Körper" zu schauen, was man fühlt.

Bei mir ist es so, dass wenn ich mich hinsetze und die Augen geschlossen habe, ich den Körper nur spüre, wenn ich mich bewege, oder ein Fuß an den anderen stößt oder so etwas. Ansonsten fühlt es sich tatsächlich körperlos an. Ich weiß nicht, wie groß ich bin, wieviel Füße ich habe etc. - da kann ich am ehesten spüren, dass ICH nicht mein Körper ist

Wenn ich allerdings meine Hand auf die Tischplatte lege, fühle ich meine Hand getrennt vom Tisch, auch wenn nach einiger Zeit die Grenze zwischen Hand und Tischplatte verschwimmt, wenn ich dabei hinschaue, ist die Trennung noch deutlicher.Beim Hören mit geschlossenen Augen spüre ich auch keinen Körper, das Geräusch ist "in der Luft"

Beim Sehen habe ich die meisten Schwierigkeiten, da ist das Ich-Gefühl am stärksten da, das ist, als ob ICH sehen würde aus MEINEM Körper/Kopf heraus, vor allem wenn ich noch Teile des Körpers mit sehen, also ich schaue aus dem Fenster und sehe aber auch ein Teil meiner Schulter...

Hmmm.... was meinst du dazu?


Liebe Grüße
Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Fri Apr 07, 2017 1:54 pm

Wenn ich allerdings meine Hand auf die Tischplatte lege, fühle ich meine Hand getrennt vom Tisch, auch wenn nach einiger Zeit die Grenze zwischen Hand und Tischplatte verschwimmt, wenn ich dabei hinschaue, ist die Trennung noch deutlicher.
Versuch dabei einmal ganz klar zwischen dem zu unterscheiden, was tatsächlich wahrgenommen wird und der Interpretation dieser Wahrnehmung.
... also dem Wissen darum, wie sich Tisch anfühlt
... und wie sich Hand anfühlt

Auch das sind bereits Gedanken. Erkenne die gedanklichen Interpretationen und schau von ihnen weg. Dann konzentriere dich auf die reine Wahrnehmung.

Wie ist das jetzt mit den Grenzen?
Gibt es einen Wahrnehmer UND etwas Wahrgenommenes? Körper und Nicht-Körper?
Beim Sehen habe ich die meisten Schwierigkeiten, da ist das Ich-Gefühl am stärksten da, das ist, als ob ICH sehen würde aus MEINEM Körper/Kopf heraus, vor allem wenn ich noch Teile des Körpers mit sehen, also ich schaue aus dem Fenster und sehe aber auch ein Teil meiner Schulter...
Hier ist es genauso. Kann Gedanke wirklich wissen, was Schulter ist? Oder sind da nur Farben?

Halte die Hand auf Kopfhöhe etwa 50 cm vor dich und schaue gleichzeitig aus dem Fenster.
Macht das für das Sehen irgendeinen Unterschied? Oder wird beides gleichermaßen wahrgenommen?

Wo ist die Trennlinie zwischen Sehen und Gesehenem? Gibt es die überhaupt?
Kannst du irgendwo tatsächlich einen Seher finden?

Heiter weiter :))

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Fri Apr 07, 2017 3:36 pm

KRASS --- ich muss wirklich nur die Konzepte weglassen---ich glaube wirklich das ist der Knackpunkt....

Also ich habe die Augen geschlossen und meine Hand auf den Tisch gelegt ---- zuerst Gedanken Gedanke Gedanken-- ich konnte gar nix fühlen, dann habe ich das ganze nochmal gemacht, ich fühlte nur etwas Kühles - quasi schwebend, ich fühlte weder "Hand" noch "Tisch" ----

so, das war nur kurzer freudiger Zwischenbericht, mach gleich weiter... und zwar sehr heiter ;-))

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Sat Apr 08, 2017 8:05 am

Klingt super :))

Dann bin ich ja sehr gespannt, was du noch berichtest ...

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Sat Apr 08, 2017 12:07 pm

Liebe Karin,

leider hatte ich später keine Ruhe mehr, und wenn ich loslegen wollte, waren ständig die Gedanken im Weg, die sich nur schlecht ignorieren ließen.... Einmal habe ich ewig aus dem Fenster geschaut, und irgendwann fingen die Blätter und die Bäume an zu verschwimmen und plötzlich sah alles aus, wie auf einem impressionistischen Bild - aber ich denke, das ist nicht das, was du gemeint hast, das kam wahrscheinlich einfach vom Starren :-)
Halte die Hand auf Kopfhöhe etwa 50 cm vor dich und schaue gleichzeitig aus dem Fenster.
Macht das für das Sehen irgendeinen Unterschied? Oder wird beides gleichermaßen wahrgenommen?
Ja, das macht einen Unterschied, ich würde gern gegenteiliges berichten, aber die Hand ist deutlich getrennt von all dem anderen, das muss ich noch mal "Konzept-los" beobachten.

Ansonsten achte ich auf ALLES, auf meine Gespräche, meine Gedanken und auf das, was ich wahrnehme. Ich bemerke wie sehr ich mich in Zukunftsvisionen verstricke, Gedanken, an die ich glaube - mir fällt das nun viel eher auf (auch bei anderen) und ich kann das stoppen.

Ich habe noch mal einen Frage zum Körper, viele Erleuchtete (ich glaube auch Tolle) sagen ja, dass es so wichtig ist, den Körper zu spüren - wenn ich mich aber hinlege und ohne Konzept "Körper" spüre, fühle ich nichts, wieso ist dann der Körper so wichtig, wenn er doch auch nur eine Illusion ist?

Wünsche dir ein schönes Wochenende,
Phonotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Sat Apr 08, 2017 4:39 pm

Lieber Phänotyp,
Einmal habe ich ewig aus dem Fenster geschaut, und irgendwann fingen die Blätter und die Bäume an zu verschwimmen und plötzlich sah alles aus, wie auf einem impressionistischen Bild - aber ich denke, das ist nicht das, was du gemeint hast, das kam wahrscheinlich einfach vom Starren :-)
Es hilft tatsächlich, den Blick zu defokussieren ;)) Mach mal die Handübung mit Blick in die Ferne.
Und bitte wiederhole auch die anderen Übungen, wenn du mehr Ruhe hast.
Ansonsten achte ich auf ALLES, auf meine Gespräche, meine Gedanken und auf das, was ich wahrnehme. Ich bemerke wie sehr ich mich in Zukunftsvisionen verstricke, Gedanken, an die ich glaube - mir fällt das nun viel eher auf (auch bei anderen) und ich kann das stoppen.
Großartig, dass du dich nicht mehr so von den Gedanken verstricken lässt!
Ich habe noch mal einen Frage zum Körper, viele Erleuchtete (ich glaube auch Tolle) sagen ja, dass es so wichtig ist, den Körper zu spüren - wenn ich mich aber hinlege und ohne Konzept "Körper" spüre, fühle ich nichts, wieso ist dann der Körper so wichtig, wenn er doch auch nur eine Illusion ist?
Es gibt Menschen, die driften, nachdem sie die Illusion durchschaut haben, in eine sehr dissozierte Art von Leben ab. So, als wenn sie das Ganze nichts anginge. Sie benutzen die Spiritualität als Vermeidungsstrategie, um Gefühle nicht mehr fühlen zu müssen und sie sind ganz erfolgreich darin.

Das Leben will jedoch gelebt werden und mit ihm alle (Körper)gefühle. Tolle spricht ja vom Schmerzkörper, das sind alte Konditionierungen, die sich als Blockaden und Krankheiten im Körper manifestieren. Wenn die Ursprungsgefühle, die zu den Blockaden geführt haben, vollständig gefühlt werden, können sich die Blockaden lösen.

Es geht ja hier auch nicht darum, dauerhaft die Hand nicht mehr vom Himmel unterscheiden zu können. Diese Fähigkeit kann ja sehr nützlich sein .... Vielmehr geht es hier darum, das, was IST, grundsätzlich von dem unterscheiden zu lernen, was Verstand daraus macht.

Sonnige Grüße!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Sun Apr 09, 2017 6:30 pm

Liebe Karin,

heute weiß ich nicht so recht, was ich schreiben soll, bei meinen Beobachtungen heute war meistens das Ich-Gefühl mit von der Partie, es gab deutliche Grenzen zwischen meinem Körper und der Außenwelt. Auf der anderen Seite, weiß ich ja, dass das "ich" nur über die Gedanken entsteht, und ich kann aber sehen, ohne Gedanken (zumindest ganz ganz kurz) also gibt es kein Ich das von innen nach außen sieht, sondern nur "sehen". Manchmal fühlt es sich auch fremd an, als würde ich mir von außen zuschauen.

Und gestern, kurz vorm Einschlafen, ohne dass ich irgendeine Übung gemacht, oder auch nur an die Untersuchungen hier gedacht hätte, hatte ich auf einmal das Gefühl, dass mein Kopf weg war, da wurde ohne wahrnehmbaren Kopf gedacht, das war sehr strange....

Ich werde das weiter beobachten...

einen schönen Abend wünsche ich dir,
Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Sun Apr 09, 2017 7:29 pm

Lieber Phänotyp,
heute weiß ich nicht so recht, was ich schreiben soll, bei meinen Beobachtungen heute war meistens das Ich-Gefühl mit von der Partie, es gab deutliche Grenzen zwischen meinem Körper und der Außenwelt.
Geduld und Beständigkeit sind alles :))

Du schreibst von einem Ich-Gefühl. Woraus besteht das genau? Sind das Empfindungen, Bilder, Gedanken? Beschreibe ganz genau, woraus es besteht.

Dann frage dich, ob das, was du gerade beschrieben hast, also die Summe von wahrgenommenen Objekten, die das Ich-Gefühl ausmachen, DU sein kannst? Eine Summe von flüchtigen Erscheinungen?

Bist du ein Objekt, etwas Wahrgenommenes? Und wenn du tatsächlich dieses Ich-Gefühl sein solltest, wer nimmt es dann wahr?
Auf der anderen Seite, weiß ich ja, dass das "ich" nur über die Gedanken entsteht, und ich kann aber sehen, ohne Gedanken (zumindest ganz ganz kurz) also gibt es kein Ich das von innen nach außen sieht, sondern nur "sehen". Manchmal fühlt es sich auch fremd an, als würde ich mir von außen zuschauen.
Super. Gibt es irgendjemanden, der wahrnimmt, dass es sich fremd anfühlt?
Und gestern, kurz vorm Einschlafen, ohne dass ich irgendeine Übung gemacht, oder auch nur an die Untersuchungen hier gedacht hätte, hatte ich auf einmal das Gefühl, dass mein Kopf weg war, da wurde ohne wahrnehmbaren Kopf gedacht, das war sehr strange....
HaHa, herrlich ...

Dier auch einen schönen Abend nach diesem herrlichen Tag!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Thu Apr 13, 2017 7:17 am

Guten Morgen Karin,

sorry, dass ich mich erst heute wieder melde, bei mir gab es viel zu tun, darüber hinaus wusste ich nicht, wie ich das, was unsere Untersuchung betrifft, formulieren sollte.

In den letzen Tagen wurde sooo viel gedacht ;-)) das war wie ein Tornado im Hirn, da ständig störende Gedanken auftauchten und sofort der Gedanke " ruhig Brauner, es sind nur Gedanken" hinterher auftauchte.

Ich versuche noch mal alles der Reihe nach durch zu gehen:
... tatsächlich spüren, wo genau innen aufhört und außen beginnt? Wo genau ist diese Linie?

Werden nicht Körper und alles andere gleichermaßen unmittelbar wahrgenommen? Oder kannst du da irgendwelche Unterschiede erkennen? Also z.B. beim Hören von Atemgeräusch vs. Windgeräusch.
Ich kann nicht spüren, wo genau innen aufhört und außen beginnt, es gibt keine fühlbare Linie, aber es sieht immer so aus, als ob es die gäbe. Körper und alles andere wird unmittelbar wahrgenommen, ich höre meinen Atem, oder meinen Magen blubbern, während ich gleichzeitig die Vögel zwitschern höre;
Kannst du wirklich einen Körper finden, einen Geist, eine Seele? Oder sind das alles nur gedankliche Konzepte?
Geist und Seele sind Konzepte, beim Körper ist es schwieriger, denn den können wir anfassen und vermessen, und wenn ich dich schlage tut es dir weh, nicht mir, also scheint es da doch etwas Getrenntes zu geben.
"Wohnt" Präsenz an einem bestimmten Ort?
Die Frage finde ich besonders schwierig zu beantworten. Früher hätte ich gesagt, im Gehirn, aber das ist ja nicht direkt wahrnehmbar, ich weiß nicht, wo Präsenz wohnt.
Gibt es irgendjemanden, der wahrnimmt, dass es sich fremd anfühlt?
Es scheint so, aber auch das ist ja wieder nur ein Gedanke, eine Bewertung der Wahrnehmung, dennoch fühlt es sich zunehmend so an, es ist, als sei ich in einem Theaterstück Schauspieler und Zuschauer zugleich -nur dummerweise nicht auch Regisseur hehe ;-)



Beste Grüße
von Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Thu Apr 13, 2017 9:03 am

Lieber Phänotyp,
In den letzen Tagen wurde sooo viel gedacht ;-)) das war wie ein Tornado im Hirn, da ständig störende Gedanken auftauchten und sofort der Gedanke " ruhig Brauner, es sind nur Gedanken" hinterher auftauchte.
Herrlich :)) Sieht doch so aus, als wenn unsere Arbeit Früchte trägt ...
Ich kann nicht spüren, wo genau innen aufhört und außen beginnt, es gibt keine fühlbare Linie, aber es sieht immer so aus, als ob es die gäbe.
Sieht es tatsächlich so aus, als wenn es sie gäbe?, ... oder glaubst du das nur ???
Es scheint so, aber auch das ist ja wieder nur ein Gedanke, eine Bewertung der Wahrnehmung, dennoch fühlt es sich zunehmend so an, es ist, als sei ich in einem Theaterstück Schauspieler und Zuschauer zugleich -nur dummerweise nicht auch Regisseur hehe ;-)
HaHa ... großartige Metapher !!!

Kann es nicht unglaublich erleichternd und entspannend sein, nicht der Regisseur dieses Stücks zu sein? Nicht dafür verantwortlich, ob es gelingt und bei den anderen Zuschauern ankommt? Einfach ein Stück, wie jedes andere auch? Leben, dass sich lebt ... In perfekter Unvollkommenheit?

Der Regiestuhl wahr schon immer eine Illusion.
Frustration entsteht immer dann, wenn wir versuchen, das Leben, dass sich abspielt, ändern zu wollen, ... dann sind wir nicht mehr im Fluß, wir sträuben uns dagegen.

Wem gehört der Wunsch, der Regisseur dieses Stücks zu sein?
Erlaube dir den Wunsch vollkommen zu spüren und schau gleichzeitig, ob du denjenigen finden kannst, der die Fäden in der Hand hat.

Liebe Grüße!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Thu Apr 20, 2017 9:13 am

Liebe Karin,

bei mir ging es drunter und drüber, deshalb erst heute eine neue Nachricht von mir.

Ich kann nicht spüren, wo genau innen aufhört und außen beginnt, es gibt keine fühlbare Linie, aber es sieht immer so aus, als ob es die gäbe.

Sieht es tatsächlich so aus, als wenn es sie gäbe?, ... oder glaubst du das nur ???
Deine Frage impliziert, dass ich das nur glaube - das ist wahrscheinlich so, allerdings sieht es für mich auch noch so aus, als gäbe es die Trennlinie... ;-) Hast du dazu noch eine Seh-Übung für mich?
Wem gehört der Wunsch, der Regisseur dieses Stücks zu sein?
Erlaube dir den Wunsch vollkommen zu spüren und schau gleichzeitig, ob du denjenigen finden kannst, der die Fäden in der Hand hat.
Nein, derjenige ist nicht zu finden - nur wieder Gedanken, Gedanken Gedanken.....

An Ostern mit der family konnte ich wunderbar beobachten, wie wir alle in unseren Mustern festhängen, und wie ich selbst, obwohl ich echt aufgepasst habe, völlig impulsgesteuert reagiere. Es fällt mir allerdings immer noch schwer zu sagen "da ist niemand"-- für mich sind da schon individuelle Persönlichkeiten, die eben aufgrund ihrer Konditionierungen reagieren.

Gestern hatte ich eine Unterhaltung mit jemandem, der nicht verstehen konnte, dass alle Menschen immer nur so handeln können, wie sie es eben tun - einfach weil es so geschieht, denn wenn sie es anders gekonnt hätten, hätten sie es getan. Daraufhin entstand dann eine hitzige Diskussion, also wenn scheinbar ein Blumenstrauß an Handlungsmöglichkeiten besteht, hat man doch die Wahl, sich für die beste Möglichkeit zu entscheiden (es ging um die "richtige" Art eine Beziehung zu beenden). Mir ist inzwischen völlig klar, dass es völlig Wurscht ist, was zur Wahl stand, in dem Moment, in dem etwas geschieht, geschieht es einfach und es ist völlig egal, welche Möglichkeiten da gewesen wären- das war schwierig zu erklären - verstehst du was ich meine?

Kann es nicht unglaublich erleichternd und entspannend sein, nicht der Regisseur dieses Stücks zu sein? Nicht dafür verantwortlich, ob es gelingt und bei den anderen Zuschauern ankommt? Einfach ein Stück, wie jedes andere auch? Leben, dass sich lebt ... In perfekter Unvollkommenheit?
Ja, das klingt gut - ich kann das aber noch nicht so fühlen, erkenne aber die Gedanken, die sich dagegen sträuben.

Was mir in den letzten Tagen aufgefallen ist, ist das plötzliche Auftauchen von Gefühlen, ich dachte immer, die Gefühle sind stark an die Gedanken gekoppelt, bzw. die Folge von Gedanken, in den letzten Tagen war es aber umgekehrt, ich spürte ganz häufig z.B. eine Traurigkeit, ohne dass es einen äußeren Anlass oder negative Gedanken zuvor gegeben hätte. Ich konnte diese Traurigkeit einfach bemerken und da sein lassen - das fand ich interessant.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag,
liebe Grüße


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