Liebe Karin,
bei mir ging es drunter und drüber, deshalb erst heute eine neue Nachricht von mir.
Ich kann nicht spüren, wo genau innen aufhört und außen beginnt, es gibt keine fühlbare Linie, aber es sieht immer so aus, als ob es die gäbe.
Sieht es tatsächlich so aus, als wenn es sie gäbe?, ... oder glaubst du das nur ???
Deine Frage impliziert, dass ich das nur glaube - das ist wahrscheinlich so, allerdings sieht es für mich auch noch so aus, als gäbe es die Trennlinie... ;-) Hast du dazu noch eine Seh-Übung für mich?
Wem gehört der Wunsch, der Regisseur dieses Stücks zu sein?
Erlaube dir den Wunsch vollkommen zu spüren und schau gleichzeitig, ob du denjenigen finden kannst, der die Fäden in der Hand hat.
Nein, derjenige ist nicht zu finden - nur wieder Gedanken, Gedanken Gedanken.....
An Ostern mit der family konnte ich wunderbar beobachten, wie wir alle in unseren Mustern festhängen, und wie ich selbst, obwohl ich echt aufgepasst habe, völlig impulsgesteuert reagiere. Es fällt mir allerdings immer noch schwer zu sagen "da ist niemand"-- für mich sind da schon individuelle Persönlichkeiten, die eben aufgrund ihrer Konditionierungen reagieren.
Gestern hatte ich eine Unterhaltung mit jemandem, der nicht verstehen konnte, dass alle Menschen immer nur so handeln können, wie sie es eben tun - einfach weil es so geschieht, denn wenn sie es anders gekonnt hätten, hätten sie es getan. Daraufhin entstand dann eine hitzige Diskussion, also wenn scheinbar ein Blumenstrauß an Handlungsmöglichkeiten besteht, hat man doch die Wahl, sich für die beste Möglichkeit zu entscheiden (es ging um die "richtige" Art eine Beziehung zu beenden). Mir ist inzwischen völlig klar, dass es völlig Wurscht ist, was zur Wahl stand, in dem Moment, in dem etwas geschieht, geschieht es einfach und es ist völlig egal, welche Möglichkeiten da gewesen wären- das war schwierig zu erklären - verstehst du was ich meine?
Kann es nicht unglaublich erleichternd und entspannend sein, nicht der Regisseur dieses Stücks zu sein? Nicht dafür verantwortlich, ob es gelingt und bei den anderen Zuschauern ankommt? Einfach ein Stück, wie jedes andere auch? Leben, dass sich lebt ... In perfekter Unvollkommenheit?
Ja, das klingt gut - ich kann das aber noch nicht so fühlen, erkenne aber die Gedanken, die sich dagegen sträuben.
Was mir in den letzten Tagen aufgefallen ist, ist das plötzliche Auftauchen von Gefühlen, ich dachte immer, die Gefühle sind stark an die Gedanken gekoppelt, bzw. die Folge von Gedanken, in den letzten Tagen war es aber umgekehrt, ich spürte ganz häufig z.B. eine Traurigkeit, ohne dass es einen äußeren Anlass oder negative Gedanken zuvor gegeben hätte. Ich konnte diese Traurigkeit einfach bemerken und da sein lassen - das fand ich interessant.
Ich wünsche dir noch einen schönen Tag,
liebe Grüße