Postby maureena » Mon Oct 09, 2017 12:28 pm
Ich bin am Meer, und es gibt hier viel Ruhe und Zeit. Und es gibt Momente, wo nur wahrgenommen wird. Dann gibt es nur das Rauschen des Meeres, dann gibt es nur den Wind - eine irgendwie unmittelbare Wahrnehmung ohne Instanz. Für Momente bin ich dann das Meer, die Wellen, der Wind. Und dann kommen Gedanken wie Wellen, sie scheinen auch wahrgenommen werden zu wollen. Und es ist interessant, wie die Beschäftigung mit den Gedanken dann eine Trennung hervorruft: Dann gibt es plötzlich wieder diese abgegrenzte Einheit „maureena“ - hier maureena, dort das Meer. Der innere Dialog, das Aufspringen auf Gedanken lässt scheinbar eine ganz eigene, innere Welt entstehen. Das ist dann „meine“ Welt, „mein“ Innenleben. Ich tauche ab in Geschichten, alles andere läuft dann außen weiter, ohne dass es wirklich wahrgenommen wird. Wenn das dann bemerkt wird, kommt es zu einer Korrektur, und es wird dann auf einen Gedanken, der „erfolgsversprechender“ ist, aufgesprungen: „Konzentriere dich auf die reine Wahrnehmung dessen, was mit den Sinnen wahrgenommen werden kann!“ So lösen sich Gedanken und Handlungen immer wieder ab und es fällt nicht leicht, einfach nur zu beobachten; ohne dass auf einen Gedanken aufgesprungen wird zu beobachten.
Entsprechend habe ich derzeit auch das Gefühl, dass nicht viel passiert. Der Gedanke „Es passiert nicht viel“ löst immer noch Frust-Gedanken aus. Und dann auch manchmal Frust-Gefühle. Dann versuche ich den Frust anzuschauen, zu finden, zu verstehen - doch ich finde nichts außer einem großen „Ich will“. Und auch dieses „Ich will“ kippt bei näherer Betrachtung, hat keine Substanz. Es verschwindet - bis es später wieder auftaucht.
So übe ich weiter und versuche, die Gedanken so wahrzunehmen wie das Meer. Einfach staunend wahrnehmen, ohne dass irgendetwas passieren muss. Während ich das schreibe, taucht der Gedanke auf, dass das ja alles ganz anstrengend ist. Warum? Weil ich „gelernt“ habe, dass das Leben anstrengend ist? Interessant, dass Konditionierungen sich wirklich überall einmischen müssen.——….Ich hoffe, dass das Rad irgendwann zerbricht….