Aufwachen

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Glueckseligkeit
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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Tue Apr 24, 2018 7:09 am

Ich komme immer mehr zu der Einsicht, dass man eigentlich gar nichts tun kann um aufzuwachen, auch nicht meditieren.

Wer oder was kommt zu dieser Ansicht? Wer oder was glaubt an ein Konzept "Aufwachen"?

Wenn niemand von Aufwachen, Meditieren, "ich muss endlich weg von...", "Ich brauche unbedingt..." .... wissen würde, wie würde sich das anfühlen?

Was hält das gequälte Spiel am Leben? Der auftauchende Gedanke oder etwas, das dem Gedanken glaubt?

Wer oder was ist der treue Gläubige? Klaus?
Ist Klaus real oder eine Geschichte mit Emotionen?

Wenn Klaus keine Geschichte hätte, was wäre Klaus?

Was würde sich für das, was an Klaus glaubt, verändern, wenn es sich eine vollkommen neue wunderbare Geschichte erfinden und daran glauben würde. Wenn es von einer anderen, phantastischen Vergangenheit träumen würde?

Was ist real?
Liebe Grüße
Andreas

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Klaus
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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Tue Apr 24, 2018 12:27 pm

Wer oder was kommt zu dieser Ansicht? Wer oder was glaubt an ein Konzept "Aufwachen"?
Du bist ganz schön hartnäckig - aber das finde ich gerade "gut"!
Was hält das gequälte Spiel am Leben?
Ja, daran laboriere ich schon "die ganze Zeit" herum. Heraus aus dem gequälten Spiel, dafür würde ich alles geben. Wenn ich also niemals den Gedanken glaubte, dann bliebe ich also immer "bei mir selbst". Aber es gibt doch Gedanken, die wirklich lebensnotwendig sind? Die kommen natürlich auch automatisch von außen angeflogen - denen muss ich aber doch glauben!?
Alles, was Du schreibst, leuchtet mir total ein... was hindert mich daran, durch dieses bekloppte Tor zu gehen? Wenn man im Gefängnis sitzt trotzdem zu wissen, dass man frei ist in Wahrheit - und das Gefängnis ein veränderlicher Zustand. Ist das alles Einbildung, was man von sich und seinem Leben hält? Ich glaube ja.
Was ist real?
Die Kernfrage! Das wird mich immer "beschäftigen". Ohne die Antwort darauf ist alles wie im Nebel rumstochern.
Klaus existiert nicht, das ist mir schon klar. Aber das Dahinter offenbart sich leider nicht. Dass man in Wirklichkeit schon frei ist, das ist, wie von einer hohen Klippe zu springen oder wie im Schwimmbad vom Zehn-Meter-Turm und im Becken ist kein Wasser. Wahrscheinlich Angst vor dem Tod. Das Schwimmbad und die Klippe sind aber nur eingebildet, doch erscheinen echt. Ich erzähle hier mal wieder Geschichten, ist klar. Wieviele Runden noch um den heißen Brei? Aber ich gebe niemals auf.
Liebe Grüße
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Tue Apr 24, 2018 1:41 pm

Ja, daran laboriere ich schon "die ganze Zeit" herum. Heraus aus dem gequälten Spiel, dafür würde ich alles geben.

Ok, das "Ich" laboriert daran herum. Und das "Ich" würde alles geben, aus dem gequälten Spiel herauszukommen. Gesetzt den Fall, also nur mal angenommen, dieses "Ich", von dem Du schreibst, gäbe es nicht. Wie erfolgreich wäre dann wohl das "Laborieren" dieses "Ichs", um aus dem gequälten Spiel herauszukommen?

Auf der Gedankenebene, dem Rummelplatz der Drama Queen, wirst Du eher nicht die Lösung finden. Denn es ist die Ebene der Meinungen. Meinungen und Vorstellungen, die Du einfach als Kind übernommen hast. Und diese Meinungen stehen sich allzu gerne gegenseitig im Weg. Wenn Du nicht das "Ich" findest in dem Ganzen, dann suche mal das, was mit diesem Kopfkino unzufrieden ist! Hat dieses unzufriedene "Etwas" eine Ähnlichkeit mit dem Empfinden des kleinen Klaus, der so oft ein ganz anderes Empfinden hatte als die Erwachsenenwelt? Und das oft protestiert hat, aber ausgeliefert war, das zu tun, was ihm gesagt wurde?

Und sind es die Gedanken, die der kleine Klaus damals schon nicht leiden konnte, die jetzt in seinem eigenen Kopf Stress machen? Ohne dass die Leute, die ihm die Gedanken übertragen haben, überhaupt da sind?

Es gibt keine intellektuelle Lösung für ein Problem auf der Empfindungsebene. Schaue auf das Naheliegende! Dein Empfinden. Losgelöst von den Gedanken. Dem "Bauchgefühl".

Aber es gibt doch Gedanken, die wirklich lebensnotwendig sind?
Gedanken sind nur ein Kommunikationsinstrument, ein Code. Wenn's brennt, kann ich jemandem zurufen, dass es brennt und dass er das Haus verlassen soll. Und ich kann die Feuerwehr anrufen. Aber sind Gedanken lebensnotwendig? Passiert etwas und dann kommt der Gedanke? Oder ist der Gedanke da und dann passiert etwas? Beobachte das ganz genau.

Ich nehme nicht an, dass Du Dir jedes Mal Gedanken machst, bevor Du auf die Toilette gehst. Da ist ein körperliches Empfinden und der Körper geht dem nach. Der Körper arbeitet weitestgehend vollautomatisch. Er wird eher durch zuwiderlaufende Gedanken gestört, weil Dein Kopf vielleicht sagt, dass Du erst noch das Telefonat zu Ende führen musst, bevor Du auf die Toilette gehst.

Auch wenn Du "geistig aktiv" bist und diese Aktivität nicht über ein "Ich" reflektierst, dann passiert die geistige Aktivität einfach. Problematisch wird alles, wenn da ein Missbefinden auftaucht und mit ihm beurteilende Gedanken. Dann erfolgt eine Spaltung, Du fällst in die Polarität. Ein rein virtuelles Spannungsfeld in den Gedanken entsteht, kostet Kraft.

Übung: Für den Rest des Tages sei die absolute Widerstandslosigkeit. Stimme allem zu, was an Gedanken auftaucht. Auch wenn zwei Meinungen im Kopf sind, Du stimmst beiden Meinungen zu 100% zu. Alle Geschichten, die er Kopf erzählt, wird widerstandsfrei hingenommen. Was passiert, wenn ein schlechter Gedanke kommt und Du ihm sagst: "Du hast vollkommen Recht. Gut, dass Du das sagst!"
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Tue Apr 24, 2018 7:07 pm

Gesetzt den Fall, also nur mal angenommen, dieses "Ich", von dem Du schreibst, gäbe es nicht. Wie erfolgreich wäre dann wohl das "Laborieren" dieses "Ichs", um aus dem gequälten Spiel herauszukommen?
Das ist nur Sprache, Andreas. Irgendwie muss ich mich ja ausdrücken. Du hast natürlich Recht, es ist ein Nullsummenspiel, was da abläuft. Aber ich mache das doch "nicht nur" mit dem Ich - "irgendwas" will dem Ich doch an den Kragen und das akzeptiert das Ich doch. Es arbeitet also auch im Rahmen seiner Möglichkeiten mit an seiner Durchschauung. Dass das etwas lustig ist, was ich hier notiere, ist mir klar. Aber woher kommt der Impuls, das Ich zu "entlarven"? Etwas sagt mir doch seit langer Zeit, dass hier was faul ist mit dem Ich.
dann suche mal das, was mit diesem Kopfkino unzufrieden ist!
Ich suche das ja - es ist paradox mit der Sprache, aber Du weisst, was ich meine.? Ich sucht Ich. Da haben wir schon zwei. Das, was man wirklich ist, kann ja schlecht unzufrieden sein mit dem Ich. Dieses wird ja vom Ich nicht tangiert. Also ist das Ich mit sich selbst unzufrieden. Das stimmt. Und wenn es gar nicht existierte, umso besser. Eine radikale Lösung...Das hinter dem Ich Stehende sollte sich endlich bemerkbar machen und das illusionäre Ich hinweg fegen.
Es gibt keine intellektuelle Lösung (..)
Ja, deswegen meditiert man ja, versucht die Gedanken ziehen zu lassen, den Atem zu spüren usw., um den Verstand zu "unterlaufen". damit endlich bitteschön dieses andere Eigentliche die "Oberhand" gewinnt. "Hingeben", schriebst Du mal, "der Verstand kann nichts tun". Alles klar! Und: "Du kannst der Wahrheit niemals näher sein als Du es in jedem Moment bist." Mit "Du" meintest Du ja wohl auch nicht das Ich. Aber an die Wirklichkeit in einem bräuchtest Du Dich ja auch nicht wenden, die braucht diese Information ja nicht.
Schaue auf das Naheliegende! Dein Empfinden.
Das tue ich ja - und das Empfinden ist nicht gut, sehr unbehaglich die ganze Zeit. Gerade so mit dem Kopf noch über Wasser.
Problematisch wird alles, wenn da ein Missbefinden auftaucht und mit ihm beurteilende Gedanken. Dann erfolgt eine Spaltung (..) Übung: Für den Rest des Tages sei die absolute Widerstandslosigkeit. Stimme allem zu, was an Gedanken auftaucht.
Mach ich. (Ich verziehe mich immer gern in die (künstlerische) Arbeit, da ich dort nicht zu denken brauche. Da hat etwas anderes Recht.)
Liebe Grüße
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Tue Apr 24, 2018 8:00 pm

Das hinter dem Ich Stehende sollte sich endlich bemerkbar machen und das illusionäre Ich hinweg fegen.

Und wenn da nichts hinter dem "Ich" steht?

Das tue ich ja - und das Empfinden ist nicht gut, sehr unbehaglich die ganze Zeit. Gerade so mit dem Kopf noch über Wasser.

Was hält gerade so mit dem Kopf noch über Wasser? Schau doch mal, was passiert, wenn niemand mehr etwas halten muss? Auch keinen Kopf über Wasser?

(Ich verziehe mich immer gern in die (künstlerische) Arbeit, da ich dort nicht zu denken brauche.

Glaubt Klaus an zwei Zustände? Wenn das "Ich" künstlerischen Schaffen verschwindet, ist alles super. Wenn schlechte Gefühle kommen, meint Klaus, dass das unvollkommen, schlecht, unerleuchtet, dumm oder was auch immer ist? D. h. da ist eine Vorstellung wie der erleuchtete/erwachte Zustand aussieht? Wer hat diese Vorstellung? Kann diese Vorstellung real sein? Oder gibt es nur den Gedanken, dass irgendetwas nicht erwacht/erleuchtet sein kann? Was wäre alles ohne diesen Gedanken?
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Tue Apr 24, 2018 9:19 pm

Und wenn da nichts hinter dem "Ich" steht?
Und was ist mit "der Leere"? Die "steht" doch in allen Himmelsrichtungen "hinter" der Luftspiegelung Ich.?
Was hält gerade so mit dem Kopf noch über Wasser? Schau doch mal, was passiert, wenn niemand mehr etwas halten muss? Auch keinen Kopf über Wasser?
Wenn ich mich nicht mehr bemühe "den Kopf über Wasser zu halten", also widerstandslos mich der miesen Empfindung anheim gebe, würde ich morgens nicht mehr aus dem Bett steigen. Ich habe sowieso schon oft gedacht, im Liegen auf dem Rücken "meditiert" es sich ganz gut und vielleicht ereignet sich da ja etwas.
Glaubt Klaus an zwei Zustände?
Nein, tut er nicht. Aber der sich anschaltende Zustand (der dazu die ausdrückliche Erlaubnis des Ich hat) während der künstlerischen Arbeit ist der einzig wahre, der leider sonst irgendwie abhanden kommt oder überdeckt wird vom profanen "Leben", dem Kampf. Aber nicht dem Kampf der Ich-Behauptung, eher dem existentiellen Kampf gegen die böse, keinen Anteil nehmende "Welt".
da ist eine Vorstellung wie der erleuchtete/erwachte Zustand aussieht?
Ich gebe zu, da ist die Vorstellung, dass prinzipiell im erwachten Zustand alle Unbilden des Lebens gelassen gehandhabt werden können, in erster Linie durch Nicht-Identifikation, man ist in Sicherheit, da kann man sogar Krebs bekommen, es ficht einen nicht wirklich an.
Kann diese Vorstellung real sein? Oder gibt es nur den Gedanken, dass irgendetwas nicht erwacht/erleuchtet sein kann?
Dass alles in Wirklichkeit schon erwacht/erleuchtet ist, diese Aussage begegnet einem ja ständig, wenn man sich umtut in der spirituellen Szene. Und es leuchtet mir auch ein. Dass mithin es nichts zu erreichen gibt, da man schon das ist, was man ist, also alles perfekt ist. Und wer leidet dann? Wer muss dann die Täuschung durchschauen, um das empfundene Leid als bloß eingebildet zu durchschauen und seine wesentliche Freiheit und Unabhängigkeit erkennen? Also man kann ja gar nichts machen, was ja auch Tun ist. Einfach alles sein lassen. Wieso ist das so schwierig?
Liebe Grüße
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Wed Apr 25, 2018 7:44 am

Gäbe es die Sprache nicht, gäbe es kein "Ich", keine illusionären Subjekt-Objekt-Beziehungen.

Und was ist mit "der Leere"? Die "steht" doch in allen Himmelsrichtungen "hinter" der Luftspiegelung Ich.?

Sag mal folgende Sätze:

"Ich bin die Leere". Überprüfe das Empfinden dabei und welche weiteren Gedanken dazukommen.

Jetzt sage:

"Leere". Was ist das Empfinden dabei, wenn das Wort "Ich" weggelassen wird.

Spiele weiter mit anderen Sätzen. Wenn ein Satz "Ich bin blablabla..." auftaucht, dann sage mal den Satz ohne "Ich".

Beispiel: "Ich habe diese schlechten Gefühle." vs. "Da sind schlechte Gefühle." Oder:

"Ich habe sowieso schon oft gedacht, im Liegen auf dem Rücken "meditiert" es sich ganz gut und vielleicht ereignet sich da ja etwas. "

Da waren schon oft Gedanken, dass wenn der Körper auf dem Rücken liegt ist die Meditation angenehm und da waren Gedanken von Erwartung, dass sich vielleicht etwas ereignet."

Gibt es einen Unterschied im Empfinden?

"Ich" ist kein Ort, an dem Gedanken erscheinen. "Ich" ist auch nur ein Gedanke.
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Wed Apr 25, 2018 5:51 pm

"Ich bin die Leere". Überprüfe das Empfinden dabei und welche weiteren Gedanken dazukommen.
Wenn ich das sage ist das ein gutes Gefühl, alles in Ordnung. Der nächste Gedanke "sagt": Aber wie kann ich in dieser Welt bestehen gegen soviele Widrigkeiten? Und der nächste Gedanke sagt: Wenn ich wirklich die Leere bin und das nicht nur sagen/denken würde sondern 100%ig empfände, wäre es erreicht: Die Freiheit.
"Leere". Was ist das Empfinden dabei, wenn das Wort "Ich" weggelassen wird.
Wenn ich nur "Leere" sage, ist das eine Erleichterung, weil dann das blöde Ich wegfällt. Und alles sich "automatisch" schon richtig fügen würde, hier auf der Erde.
Bei anderen Sätzen, in denen ich das "ich" weglasse, ist es genauso: Eine Erleichterung und so, als ob unnötiger Ballast abgeworfen wird. Immer, wenn ich künstlerisch arbeite, existiert diese (ich formulier mal vorsichtig) relative Ichlosigkeit, da kann neben mir einer mit dem Schlagbohrer loslegen, es ficht mich erstmal wenig an. (Das fiel mir bei der Arbeit vorhin ein)
"Ich" ist auch nur ein Gedanke.
Das ist schön und ich glaube es auch. Sonst wär ich ja nicht hier. Ohne Ich geht es wirklich besser. Sobald das Ich sich "meldet" gibt es Ärger.

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Wed Apr 25, 2018 6:17 pm

Das ist schön und ich glaube es auch.

Glauben ist gar nicht notwendig. Das wollen wir hier auch niemandem zumuten. Denn das mit dem Glauben ist eine wankelmütige Sache.

Wenn Du erkennst, dass es das Ich niemals gegeben hat, dann ist das so, wie wenn Du bisher an den Weihnachtsmann geglaubt hast und plötzlich durch Dein Zimmerfenster siehst, wie "Onkel Franz" das Weihnachtsmann Kostüm anzieht. Niemals wirst Du wieder an den Weihnachtsmann glauben. :)

Ein "ich würde ja gerne glauben, dass es dieses Ich nicht gibt" bringt nicht weiter. Schon der Satz ist ja in sich die pure Behinderung. ICH würde ja gerne glauben.... Ein "Ich", das selbst nur im Glauben existiert würde gerne glauben, dass es das Ich nicht gibt. Das hat einen inneren Humor.

Du hast festgestellt, dass Formulierungen ohne Ich-Bezug "erleichternd" sind. Wenn es keine Sprache gäbe, gäbe es dann überhaupt noch ein Ich? Sprachgedanken weg, Ich weg? Identifikation weg?

Schau eine der Hände an, was wird gesehen? Beschreibe präzise...
Liebe Grüße
Andreas

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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Wed Apr 25, 2018 8:58 pm

Wenn es keine Sprache gäbe, gäbe es dann überhaupt noch ein Ich? Sprachgedanken weg, Ich weg? Identifikation weg?
Dann hat also jedes Neugeborene kein Ich, ist pure Wahrnehmung, denkt nicht. Deshalb faszinieren einen wohl auch die Augen dieser kleinen Wesen so. Wenn das Ich sich dann langsam bildet, entsteht "Ichbewußtsein", aber dahinter ist das Ungeborene, reine Wahrnehmung. Also weg mit dem Ichbewußtsein. Es stimmt nicht.
Schau eine der Hände an, was wird gesehen? Beschreibe präzise...
Eine Form wird gesehen, Linien, Hell-Dunkel, Farbe, Oberflächentextur, Lichtreflexe.
Liebe Grüße
Klaus

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Wed Apr 25, 2018 9:14 pm

Wenn das Ich sich dann langsam bildet, entsteht "Ichbewußtsein", aber dahinter ist das Ungeborene, reine Wahrnehmung. Also weg mit dem Ichbewußtsein.

Ichbewusstsein ist Ichillusion. Schon der Ansatz eines Gedankens ist eine Illusion, der nichts mit der Realität zu tun hat.
Was fehlt noch? Was ist zu viel? Trotz "Verstehen"...

"Ich" ist vielleicht nur wie ein Musik-Ohrwurm. Zu oft gehört und dann wird die Melodie ständig noch im Ohr gehört.

Wenn Du sagen würdest: Ein "Ich" gibt es nicht. Gedanken kommen und gehen, aber es ist kein Denker da und das Ich ist kein Ort, an dem Gedanken erscheinen. Gibt es da einen Widerspruch? Wo ist Widerstand?
Liebe Grüße
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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Wed Apr 25, 2018 10:49 pm

Wenn Du sagen würdest: Ein "Ich" gibt es nicht. Gedanken kommen und gehen, aber es ist kein Denker da und das Ich ist kein Ort, an dem Gedanken erscheinen. Gibt es da einen Widerspruch? Wo ist Widerstand?
Weder Widerstand noch Widerspruch. Einverständnis?- eigentlich auch überflüssig.
Liebe Grüße
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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Wed Apr 25, 2018 11:01 pm

eigentlich auch überflüssig.

:)


noch ein "Aber" da?
Liebe Grüße
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Re: Aufwachen

Postby Klaus » Thu Apr 26, 2018 4:46 pm

Nein, kein Aber. Doch sage ich das doch seit mindestens 45 Jahren - oder irre ich da?

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Re: Aufwachen

Postby Glueckseligkeit » Fri Apr 27, 2018 3:53 pm

Beobachte mal, wie oft Gedanken den Umweg "Ich" wählen. Bzw. wie oft Gedanken ein "Ich" in eine Situation einbeziehen. Ist das real?

Ich weiß ja aus unserem Dialog, dass Du das Gefühl hast, ständig gegen diesen Ich-Bezug ankämpfen zu müssen.
Wenn Dir erzählt wird, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt und Du beobachtest, wie ein Onkel in das Kostüm des Weihnachtsmanns schlüpft, dann wird Dir hinterher keiner mehr glaubhaft versichern können, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Genauso ist es bei der "Ich-Illusion". Es gibt kaum etwas, das so leicht zu erkennen ist wie die "Ich-Illusion". Denn es ist, egal welche Wege zur Prüfung eingeschlagen werden, niemals ein "Ich" zu finden.

Du kennst doch bestimmt den Spruch: "Also wenn ich das nicht selbst sehe, glaube ich es auch nicht". Komischerweise wird an ein "ich" geglaubt, das nicht gesehen werden kann, weil es auch gar nicht existiert. Ist das nicht irgendwie amüsant? Wenn das "Ich" nicht sichtbar ist, wenn "ich-lose" Sätze Erleichterung verschaffen, welche weiteren Beweise sind noch notwendig, einen Irrglauben aufzulösen?

Nicht falsch verstehen! Es geht überhaupt nicht darum, sich etwas einreden zu wollen. Es geht darum, hinzuschauen und zu prüfen. Wenn aber alle Prüfungen aufs selbe hinauslaufen, nämlich dass ein "Ich" nicht existiert, warum noch eine Illusion aufrecht erhalten? Oder wo ist ein "Ich", das das Leben kontrolliert? Ein unsichtbares Männchen im Kopf? Aber was macht dieses Männchen? Die Gedanken steuern? Wenn man etwas nicht sieht, weil es nicht existiert, können alle möglichen Gedanken und Mythen aufsteigen.

Laufe spazieren und schaue in die Welt. Wer oder was bewegt diese Welt? Wer bewegt die Menschen? "Ichs"? Wenn es dieses "Ich" gibt, warum hat es so herzlich wenig Einfluss auf die Gedanken? Weil es auch nur ein Gedanke ist? Gehe hinaus, lass die Finger von dem Umweg über "Ich-Gedanken" und nimm die Welt mit den Sinnen wahr. Was wird wahrgenommen ohne den Ich-Umweg?
Liebe Grüße
Andreas


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