Ja, daran laboriere ich schon "die ganze Zeit" herum. Heraus aus dem gequälten Spiel, dafür würde ich alles geben.
Ok, das "Ich" laboriert daran herum. Und das "Ich" würde alles geben, aus dem gequälten Spiel herauszukommen. Gesetzt den Fall, also nur mal angenommen, dieses "Ich", von dem Du schreibst, gäbe es nicht. Wie erfolgreich wäre dann wohl das "Laborieren" dieses "Ichs", um aus dem gequälten Spiel herauszukommen?
Auf der Gedankenebene, dem Rummelplatz der Drama Queen, wirst Du eher nicht die Lösung finden. Denn es ist die Ebene der Meinungen. Meinungen und Vorstellungen, die Du einfach als Kind übernommen hast. Und diese Meinungen stehen sich allzu gerne gegenseitig im Weg. Wenn Du nicht das "Ich" findest in dem Ganzen, dann suche mal das, was mit diesem Kopfkino unzufrieden ist! Hat dieses unzufriedene "Etwas" eine Ähnlichkeit mit dem Empfinden des kleinen Klaus, der so oft ein ganz anderes Empfinden hatte als die Erwachsenenwelt? Und das oft protestiert hat, aber ausgeliefert war, das zu tun, was ihm gesagt wurde?
Und sind es die Gedanken, die der kleine Klaus damals schon nicht leiden konnte, die jetzt in seinem eigenen Kopf Stress machen? Ohne dass die Leute, die ihm die Gedanken übertragen haben, überhaupt da sind?
Es gibt keine intellektuelle Lösung für ein Problem auf der Empfindungsebene. Schaue auf das Naheliegende! Dein Empfinden. Losgelöst von den Gedanken. Dem "Bauchgefühl".
Aber es gibt doch Gedanken, die wirklich lebensnotwendig sind?
Gedanken sind nur ein Kommunikationsinstrument, ein Code. Wenn's brennt, kann ich jemandem zurufen, dass es brennt und dass er das Haus verlassen soll. Und ich kann die Feuerwehr anrufen. Aber sind Gedanken lebensnotwendig? Passiert etwas und dann kommt der Gedanke? Oder ist der Gedanke da und dann passiert etwas? Beobachte das ganz genau.
Ich nehme nicht an, dass Du Dir jedes Mal Gedanken machst, bevor Du auf die Toilette gehst. Da ist ein körperliches Empfinden und der Körper geht dem nach. Der Körper arbeitet weitestgehend vollautomatisch. Er wird eher durch zuwiderlaufende Gedanken gestört, weil Dein Kopf vielleicht sagt, dass Du erst noch das Telefonat zu Ende führen musst, bevor Du auf die Toilette gehst.
Auch wenn Du "geistig aktiv" bist und diese Aktivität nicht über ein "Ich" reflektierst, dann passiert die geistige Aktivität einfach. Problematisch wird alles, wenn da ein Missbefinden auftaucht und mit ihm beurteilende Gedanken. Dann erfolgt eine Spaltung, Du fällst in die Polarität. Ein rein virtuelles Spannungsfeld in den Gedanken entsteht, kostet Kraft.
Übung: Für den Rest des Tages sei die absolute Widerstandslosigkeit. Stimme allem zu, was an Gedanken auftaucht. Auch wenn zwei Meinungen im Kopf sind, Du stimmst beiden Meinungen zu 100% zu. Alle Geschichten, die er Kopf erzählt, wird widerstandsfrei hingenommen. Was passiert, wenn ein schlechter Gedanke kommt und Du ihm sagst: "Du hast vollkommen Recht. Gut, dass Du das sagst!"