Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Sat Mar 18, 2017 8:24 pm

Hey Phänotyp,
Tja, das Verstehenwollen ist aber letztlich der Antrieb für die Suche oder? Ich möchte wissen, was wirklich ist, ich will verstehen und sehen, wieso das ICH nur eine Illusion ist.
Trau deiner direkten Erfahrung, der Verstand kann das nicht wirklich fassen und erschwert das klare Sehen dessen was wirklich ist. Wenn da soviel Sucherenergie da ist, schaue öfter und intensiver hin was IST, anstatt den Gedanken Glauben zu schenken.
Kann, das was du bist, eine vage Erscheinung sein? Kann das, was du bist, mal präsent sein und mal nicht?
Das ICH kann das anscheinend, aber das was ich bin, ist immer da, auch wenn ich schlafe, also das ICH vollkommen abtaucht, BIN ich ja da.
Das sind alles schon wieder Gedanken, die Geschichten erzählen ... Das da ein Du da ist, ist eine reine Vermutung. Stütz dich bei den Untersuchungen bitte nur auf deine direkten Sinneswahrnehmungen. Haben die jemals ein Ich erfahren können, während dein Körper im Tiefschlaf war?
Es fühlt sich an, als wäre hinter mir eine unsichtbare Instanz, die zuschaut, wie Phänotyp agiert, denkt, sieht, hört, fühlt. Diese unsichtbare Instanz kann ich bei der Körper-Übung am besten wahrnehmen, also wenn ich die Augen schließe und die Grenzen verschwimmen und plötzlich das Gefühl da ist, körperlos zu sein.
Diese Ich-Gefühle/Gedanken können zugegebenermaßen sehr überzeugend wirken. Schaue bitte OHNE Gedanken bzw. Interpretationen der Sinneserfahrungen. (unsichtbare Instanz ist bereits ein gedankliches Bild)

Aus welchen Erscheinungen besteht das Gefühl, dass sich hinter dir ein körperloser Zuschauer befindet? Mit welchen Sinnen wird es wahrgenommen? Betrachte die puren Sinneswahrnehmungen. Ist das, was du nun wahrnimmst ein wirklicher Jemand?
Was mich enorm behindert ist, dass ich ständig so eine Erklärschleife im Hirn habe, es gibt da Jemanden, dem ich gern von meiner Suche erzählen würde, von dem ich aber weiß, dass er nichts verstehen würde und mich in Grund und Boden argumentieren würde und so plappert bei meinen Betrachtungen ständig noch so ein innerer Kritiker mit, der versucht, alles gleich zu erklären und auf Plausibilität zu hin zu prüfen.
Kannst du die Gedanken einfach Gedanken sein lassen? Sie gehören niemanden. Möglicherweise hilft es, wenn du ihnen für ihre Bemühungen dankst und sie dann einfach plappern lässt ...

... und hinschaust: Was ist in diesem Moment WIRKLICH hier?

Liebe Grüße!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Mon Mar 20, 2017 7:37 pm

Liebe Karin,
Schaue bitte OHNE Gedanken bzw. Interpretationen der Sinneserfahrungen. (unsichtbare Instanz ist bereits ein gedankliches Bild)
es fällt mir gerade extrem schwer etwas zu schreiben, denn alles was ich schreiben kann, sind zu Papier gebrachte Gedanken....
Stütz dich bei den Untersuchungen bitte nur auf deine direkten Sinneswahrnehmungen. Haben die jemals ein Ich erfahren können, während dein Körper im Tiefschlaf war?


Nein, im Tiefschlaf, ist es, als sei ich tot - zumindest stelle ich mir das tot-sein so vor. Dennoch scheint ja irgendetwas in mir auch im Tiefschlaf wahr zu nehmen, ich existiere und reagiere im Tiefschlaf z.B. auf ein lautes Geräusch etc.
Was ist in diesem Moment WIRKLICH hier?
All das, was ich in diesem Moment wahrnehmen kann ist in diesem Moment wirklich hier: ((M)ein Büro und alles was sich darin befindet, Geräusche vom Klackern der Tastatur, Kälte im Raum, Atmung, Gedanken, Gefühle. Und selbst wenn in genau diesem Moment draußen ein Vogel vorbei fliegen sollte, wenn ich ihn nicht sehe (wahrnehme), ist er für mich nicht existent.

Ich bin frustriert, ich weiß, dass ich nichts weiß - da ist nichts, kein Generalmanager, der alles dirigiert, und wahrscheinlich funktionieren wir Menschen ja auch nur wie ein riesiger Ameisenhaufen nach irgendwelchen nicht wahrnehmbaren Gesetzen oder Impulsen. Tja, mehr weiß ich gerade nicht zu schreiben.

Liebe Grüße
Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Tue Mar 21, 2017 10:36 am

Lieber Phänotyp,
Ich bin frustriert, ich weiß, dass ich nichts weiß - da ist nichts, kein Generalmanager, der alles dirigiert, und wahrscheinlich funktionieren wir Menschen ja auch nur wie ein riesiger Ameisenhaufen nach irgendwelchen nicht wahrnehmbaren Gesetzen oder Impulsen. Tja, mehr weiß ich gerade nicht zu schreiben.
Gibts irgendeine Möglichkeit, wie du für dich den Druck rausnehmen kannst, der zur Frustration führt? Du MUSST hier gar nichts, und der Prozess dauert solange wie er dauert ;-)

Was hilft dir dabei, die Explorationen mit Offenheit, spielerischer Neugier und Leichtigkeit angehen?

1. Schau dir mal etwas bitte total angestrengt an, z. B. die Ecke deines Bildschirms, betrachte sie so angestrengt wie möglich und versuche wirklich jedes Detail zu finden.

Dann schließe die Augen, nimm einige tiefe Atemzüge und atme entspannt wieder aus. Öffne die Augen.

2. Lass deinen Blick nun einfach in Richtung Bildschirmecke fallen, einfach so, ohne irgendetwas bestimmtes zu wollen.

Wie nimmst du den Unterschied wahr zwischen diesen beiden Erfahrungen?
In welcher ist das Ich-Gefühl stärker? In welcher dieser beiden Erfahrungen erfährst du mehr?

Braucht es tatsächlich Anstrengung, um zu sehen, oder findet Sehen (und damit Erfahrung insgesamt) von ganz allein statt und ist damit völlig mühelos? Ist es überhaupt (außerhalb des Tiefschlafs) möglich NICHT wahrzunehmen?

Sonnige Grüße!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Wed Mar 22, 2017 5:22 pm

Liebe Karin,
Gibts irgendeine Möglichkeit, wie du für dich den Druck rausnehmen kannst, der zur Frustration führt? Du MUSST hier gar nichts, und der Prozess dauert solange wie er dauert ;-)
Mir ist bewusst, dass ich hier nix muss ;-)) Manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich eigentlich suche, und dann wieder habe ich das Gefühl, ich stehe genau davor und sehe es einfach nicht.... , kennst du diese optische Täuschung mit der alten und der jungen Frau? So stelle ich mir das auch mit dem Erkennen der Ich -Illusion vor, wenn man es einmal erkannt hat, fragt, man sich, wie man das die ganze Zeit nicht hat sehen können. Aber wenn man angestrengt nur die junge Frau sieht, wird's nix mit der Alten... so komme ich mir auch manchmal vor
In welcher ist das Ich-Gefühl stärker? In welcher dieser beiden Erfahrungen erfährst du mehr?
Im angestrengten Betrachten sind das Ich-Gefühl und die Gedankenaktivität stärker. Beim entspannten Schauen öffnet sich der Fokus und es wird mehr als nur die Ecke des Bildschirms wahrgenommen.
Braucht es tatsächlich Anstrengung, um zu sehen, oder findet Sehen (und damit Erfahrung insgesamt) von ganz allein statt und ist damit völlig mühelos? Ist es überhaupt (außerhalb des Tiefschlafs) möglich NICHT wahrzunehmen?
Nein es braucht keine Anstrengung , um zu sehen und es ist nicht möglich NICHT wahrzunehmen.

Liebe Grüße
Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Wed Mar 22, 2017 9:24 pm

Lieber Phänotyp,
Mir ist bewusst, dass ich hier nix muss ;-)) Manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich eigentlich suche, und dann wieder habe ich das Gefühl, ich stehe genau davor und sehe es einfach nicht.... , kennst du diese optische Täuschung mit der alten und der jungen Frau? So stelle ich mir das auch mit dem Erkennen der Ich -Illusion vor, wenn man es einmal erkannt hat, fragt, man sich, wie man das die ganze Zeit nicht hat sehen können. Aber wenn man angestrengt nur die junge Frau sieht, wird's nix mit der Alten... so komme ich mir auch manchmal vor
Ja, manche nehmen es so wahr wie bei diesem Wechselbild, ... bei anderen ist es subtiler. Auch hier ist es häufig hilfreicher, sich nicht zuviel vorzustellen, ... auch die Erwartung, ganz kurz davor zu stehen, kann hinderlich sein.
Im angestrengten Betrachten sind das Ich-Gefühl und die Gedankenaktivität stärker. Beim entspannten Schauen öffnet sich der Fokus und es wird mehr als nur die Ecke des Bildschirms wahrgenommen.

Nein es braucht keine Anstrengung , um zu sehen und es ist nicht möglich NICHT wahrzunehmen.
Sehr gut ...

Beobachte jetzt mal bitte deinen Gedankenfluss
und schau mal, ob du tatsächlich eine Kontrolle über Gedanken hast. Oder ob sie tatsächlich nur einfach so auftauchen?

Kannst du vorherbestimmen, welcher Gedanke als nächstes auftaucht, oder verhindern, dass ein bestimmter Gedanke kommt?

Wenn du dich entscheidest, an etwas zu denken, ist diese "Entscheidung" nicht auch nur ein Gedanke, der vorher aufgetaucht ist?

Sind es dann tatsächlich "deine" Gedanken (auch wenn es sich möglicherweise so anfühlt)?

Viel Vergnügen!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Wed Mar 22, 2017 10:13 pm

Liebe Karin,
Beobachte jetzt mal bitte deinen Gedankenfluss
und schau mal, ob du tatsächlich eine Kontrolle über Gedanken hast. Oder ob sie tatsächlich nur einfach so auftauchen?
die Gedanken tauchen einfach auf
Kannst du vorherbestimmen, welcher Gedanke als nächstes auftaucht, oder verhindern, dass ein bestimmter Gedanke kommt?
Nein, das kann ich nicht, ich weiß absolut nicht, welcher Gedanke als nächster kommt, ich kann auch nicht verhindern, dass ein bestimmter Gedanke kommt.
Wenn du dich entscheidest, an etwas zu denken, ist diese "Entscheidung" nicht auch nur ein Gedanke, der vorher aufgetaucht ist?
Ja, das stimmt, das ist dann auch wieder ein Gedanke - und genau da hakt es - ist dann nicht ALLES wieder nur Gedanke, da drehe ich mich im Kreis, da scheint alles wieder nur Gedankenreaktion auf Gedankenreaktion auf Gedankenreaktion zu sein... (ich glaube das habe ich in einen meiner ersten Beiträge auch geschrieben)
Sind es dann tatsächlich "deine" Gedanken (auch wenn es sich möglicherweise so anfühlt)?
Stimmt, so habe ich das noch nie betrachtet - wenn diese Gedanken irgendwoher kommen, dann sind das nicht meine Gedanken - sie sind es nur in sofern, dass sie wohl in meinem Körper/Gehirn entstehen --- aber das ist keine direkte Wahrnehmung ;-))

Aber ich kann schon auf meine Gedanken Einfluss nehmen, ich kann mir vornehmen, auf stressige Gedanken zu reagieren, ich praktiziere "the work" und habe schon den Eindruck, dass ich auf Gedanken nicht mehr so stereotyp reagiere und stressige Gedanken seltener werden - aber das ist wahrscheinlich auch wieder eine Geschichte ;-))

Abendgrüße
vom Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Thu Mar 23, 2017 10:04 am

Lieber Phänotyp,
Aber ich kann schon auf meine Gedanken Einfluss nehmen, ich kann mir vornehmen, auf stressige Gedanken zu reagieren, ich praktiziere "the work" und habe schon den Eindruck, dass ich auf Gedanken nicht mehr so stereotyp reagiere und stressige Gedanken seltener werden - aber das ist wahrscheinlich auch wieder eine Geschichte ;-))
Ja, das stimmt, das ist dann auch wieder ein Gedanke - und genau da hakt es - ist dann nicht ALLES wieder nur Gedanke, da drehe ich mich im Kreis, da scheint alles wieder nur Gedankenreaktion auf Gedankenreaktion auf Gedankenreaktion zu sein... (ich glaube das habe ich in einen meiner ersten Beiträge auch geschrieben)
Das menschliche Hirn ist schlicht nicht in der Lage, das wirklich zu durchdringen ;-)

Wenn Gedanken auftauchen, auch Gedanken der Einflussnahme, tauchen die grundsätzlich entsprechend der Erfahrungen, der Konditionierungen, der Glaubenssätze, und der entsprechenden Situation auf, in der man sich befindet. Es gibt auf der relativen Ebene die Illusion, dass wir eine Wahl hätten, in der direkten Erfahrung finden wir jedoch immer nur Gedanken.

Schau selbst, wie sich das im Detail darstellt:

Mach bitte eine Liste, du kannst dir "aussuchen", welche. Etwas Praktisches, wie eine Einkaufsliste, eine Auflistung von Werkzeugen, die in eine Werkzeugkiste gehören oder eine beliebige andere ... Bitte beobachte dabei genau, wie es zu dieser Auswahl kommt. In direkter Erfahrung.

Dann gibt es noch die "Entscheidung", wann du das tun willst, die Wahl, ob du einen Rechner oder ein anderes Medium dafür benutzt und letztendlich die "Entscheidung" aufzustehen und loszulegen. Beobachte jeweils detailgenau, wie es zu diesen Handlungen kommt.

Während du dann die Liste zusammenschreibst, achte darauf, wie das genau passiert, woher die Begriffe kommen, ob und wie eine "Wahl" getroffen wird. Gibt es in allen diesen Situationen tatsächlich eine Entscheidung zu beobachten? Wie passiert die Aneignung von Entscheidung? An welcher Stelle gibt es Kontrolle über den Prozess bzw. das Endergebnis?

Liebe Grüße!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Sat Mar 25, 2017 9:03 am

Liebe Karin,
Mach bitte eine Liste, du kannst dir "aussuchen", welche. Etwas Praktisches, wie eine Einkaufsliste, eine Auflistung von Werkzeugen, die in eine Werkzeugkiste gehören oder eine beliebige andere ... Bitte beobachte dabei genau, wie es zu dieser Auswahl kommt. In direkter Erfahrung.
Beim Überlegen, was für eine Liste ich nehmen könnte, bin ich direkt bei Einkaufsliste hängen geblieben - dafür gab "es" Zustimmung, ich kann aber nicht genau sagen, WIE es zu dieser Entscheidung kam. Die Entscheidung, wann ich die Liste schreiben möchte, war abhängig von der Zeit, die ich für die Betrachtung habe, ein paarmal dachte ich, ich schreibe jetzt, aber dann hatte ich keine Zeit und musste eher andere Dinge tun. Dass ich die Liste per Stift auf einen Zettel schreiben wollte, war ohne größere Entscheidung zu treffen einfach da :-)
Während du dann die Liste zusammenschreibst, achte darauf, wie das genau passiert, woher die Begriffe kommen, ob und wie eine "Wahl" getroffen wird. Gibt es in allen diesen Situationen tatsächlich eine Entscheidung zu beobachten? Wie passiert die Aneignung von Entscheidung? An welcher Stelle gibt es Kontrolle über den Prozess bzw. das Endergebnis?
Beim Schreiben der Liste bin ich im Kopf gedanklich meinen Weg durch den Supermarkt durchgegangen, ich musste feststellen, dass, obwohl ich noch geistig beim Obst war, um genau zu sein, bei den Avocados - sich plötzlich die Milch dazwischen geschoben hat ;-) also es lässt sich feststellen, wie auch schon in der letzen Übung, die Gedanken kommen zum Teil einfach so daher, ohne persönliche Kontrolle.

Bin etwas in Zeitdruck, daher muss das für den Moment genügen,

sonnige Grüße
von Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Sat Mar 25, 2017 10:59 am

Lieber Phänotyp,
Beim Überlegen, was für eine Liste ich nehmen könnte, bin ich direkt bei Einkaufsliste hängen geblieben - dafür gab "es" Zustimmung, ich kann aber nicht genau sagen, WIE es zu dieser Entscheidung kam. Die Entscheidung, wann ich die Liste schreiben möchte, war abhängig von der Zeit, die ich für die Betrachtung habe, ein paarmal dachte ich, ich schreibe jetzt, aber dann hatte ich keine Zeit und musste eher andere Dinge tun.
Schau mal, wie sich dieser oder ein ähnlicher Vorgang auf der Ebene der direkten Erfahrung abspielt also ganz mikroskopisch gesehen, das könnte in deinem Fall z. B. aussehen:

Fragender Gedanke kommt hoch: Welche Liste nehme ich? Plötzlicher Gedanke: Ich nehme die Einkaufsliste.
Auf einmal ein Gedanke: ja, so machen wir das! Ein entspanntes Gefühl im Bauchbereich. Mehrere Gedanke für und wider, die Liste jetzt zu schreiben. Dann der Gedanke: Ich muss jetzt andere Dinge tun. Weggehen findet statt.

Probier nochmal, das auf diese Weise zu beobachten. Kannst du auf diese Weise tatsächlich eine Entscheidung feststellen oder sind da einfach nur Gedanken, Gefühle und andere Empfindungen zu beobachten, die Handlungen feststellen?

Kannst du dann dabei tatsächlich ein Du finden oder sind das auch einfach nur weitere Gedanken und Gefühle?
also es lässt sich feststellen, wie auch schon in der letzen Übung, die Gedanken kommen zum Teil einfach so daher, ohne persönliche Kontrolle.
Sehr schön!. Wenn dem tatsächlich so ist, dass die Gedanken einfach so daher kommen, können Gedanken dann in persönlich sein? Vielleicht gibt es Konditionierungen und sie lösen ein intensives Gefühl aus, ... jedoch ganz aus sich selbst heraus, musst du ihnen glauben?

Ist es überhaupt möglich, dass sie im ursprünglichsten Sinn "wahr" sind?
Ich gebe zu, dass die Attribute Wahr und Falsch beim Navigieren in unserer relativen illusionären Welt hilfreich sein können.

Jedoch, .... ist nicht alles, was gedacht wird, nichts als eine automatisch stattfindende Interpretation der direkten Erfahrung und von daher, was den Wahrheitsgehalt betrifft, vollkommen mit Vorsicht zu betrachten ...?

So, jetzt hast du wie der Stoff ;))

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Sat Mar 25, 2017 1:23 pm

Liebe Karin,

danke für den Stoff und auch für deine Geduld ;-))
Sehr schön!. Wenn dem tatsächlich so ist, dass die Gedanken einfach so daher kommen, können Gedanken dann in persönlich sein? Vielleicht gibt es Konditionierungen und sie lösen ein intensives Gefühl aus, ... jedoch ganz aus sich selbst heraus, musst du ihnen glauben?
Ich beschäftige mich schon länger mit dem Beobachten meiner Gedanken, und nein, ich muss ihnen nicht glauben, es geht mir sogar besser, wenn ich ihnen eher nicht glaube, bzw. nur solchen Gedanken Glauben schenke, die ein gutes Gefühl nach sich ziehen. Die Gedanken folgen bestimmten Konditionierungen und Erfahrungen meines - wie soll ich es nennen - Systems? Aber damit sind Gedanken System gebunden, du hast zu einem bestimmten Thema andere Gedanken als ich, oder Hinz oder Kunz. Die Gedanken kommen auch nicht aus dem "Nichts" sondern aus dem bewusst nicht kontrollierbaren Unterbewusstsein der jeweiligen Person.Aber gut, da das nicht direkt wahrnehmbar ist, kommen sie aus dem Nichts ;-)
Probier nochmal, das auf diese Weise zu beobachten. Kannst du auf diese Weise tatsächlich eine Entscheidung feststellen oder sind da einfach nur Gedanken, Gefühle und andere Empfindungen zu beobachten, die Handlungen feststellen?
Entscheidungen sind Gedanken, die zu einer Handlung führen, die dann wiederum gedanklich kommentiert und bewertet werden kann.

Direktes Beobachten wie es zu einer Entscheidung kommt:

Tätigkeit: sitze vorm Computer und schreibe dir...
Gedanke: ich muss eigentlich duschen, dann noch einkaufen, und ein Sonnenbad will ich auch noch nehmen, ich sollte mich beeilen, ich schreibe noch diesen Beitrag fertig und dann dusche ich.
Tätigkeit: ich schreibe den Gedanken auf und beende den Beitrag

Liebe Grüße
von Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Sun Mar 26, 2017 5:04 pm

Lieber Phänotyp,
Die Gedanken kommen auch nicht aus dem "Nichts" sondern aus dem bewusst nicht kontrollierbaren Unterbewusstsein der jeweiligen Person.Aber gut, da das nicht direkt wahrnehmbar ist, kommen sie aus dem Nichts ;-)
So ist es. Auf der Ebene der direkten Erfahrung gibt es kein Unterbewusstsein. Auch das ist wieder so ein gedankliches Konzept, dass man nicht direkt beobachten kann.
Entscheidungen sind Gedanken, die zu einer Handlung führen, die dann wiederum gedanklich kommentiert und bewertet werden kann.
Ja, genau genommen finden Entscheidungen ausschließlich in Gedanken statt. Vorher und hinterher. Eine tatsächlicher Akt der Entscheidung kann nicht gefunden werden.

Kommentiere mal für 5-10 Minuten ganz entspannt alles, was du wahrnimmst, wichtig hierbei ist, dass der Schwerpunkt immer auf den Verben liegt und schreib einige Sätze hier auf.

1. Ich sitze auf dem Stuhl und spüre die Lehne. Ich sehe aus dem Fenster. Ich höre einen Vogel. Ich spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, ich stehe auf. Ich gehe in die Küche usw.
Mach das eine Weile und spüre in dich rein, wie sich das anfühlt, dann mach die gleiche Übung ein wenig anders. Lass diesmal das Ich weg, also:

2. Sitzen und die Lehne spüren. Aus dem Fenster sehen. Einen Vogel hören. Die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. Aufstehen. In die Küche gehen, usw.
Was ist beim zweiten Mal anders? Welche Betrachtungsweise fühlt sich freier an? Welche fühlt sich "wahrer" an?
Braucht es ein Ich, um zu sein, etwas zu tun?

Viel Vergnügen!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Tue Mar 28, 2017 8:51 am

Liebe Karin,
Kommentiere mal für 5-10 Minuten ganz entspannt alles, was du wahrnimmst
Was ist beim zweiten Mal anders? Welche Betrachtungsweise fühlt sich freier an? Welche fühlt sich "wahrer" an?

Diese Übung habe ich schon oft gemacht, ich mache sie immer, wenn ich dran denke, so z.B. beim Fahrradfahren. Ich stelle fest, dass bei dem Wahrnehmen ohne ICH der Fokus größer ist. Man nimmt mehr wahr, automatisch kommt zum Gesehenen auch das Gehörte hinzu. Wenn ich z,B. kommentiere: "Ich fahre Rad" -- dann ist das enger, die Wahrnehmung ist beschränkter, und wenn ich nur kommentiere "Radfahren" --- dann ist das größer, weiter, das klingt jetzt kitschig, aber ich spüre, wie sich in mir etwas öffnet. Und es wird mehr wahrgenommen als die reine Tätigkeit Radfahren. Ganz klar - diese Betrachtung fühlt sich freier an. Allein der Klang meiner inneren Kommentar-Stimme wird schon weicher bei der zweiten Version - ich fahre Rad versus Radfahren. Ich sehe Blumen versus Blumen sehen, ich höre die Eisenbahn - Eisenbahn hören, ich füttere das Pferd - Pferd füttern - gerade beim letzten Beispiel wird deutlich, dass ich dann näher dran bin.
Was ist beim zweiten Mal anders? Welche fühlt sich "wahrer" an?
Hier bleibe ich hängen - es fühlt sich beides "wahr" an. Bei der ersten Version ist mein Verstand zufrieden :-) denn - laut Verstand bedarf eine Handlung einen Handelnden - also wahr

- aber die zweiten Version ist auch wahr, weil sie mich mehr spüren lässt?

Sonnige Grüße
von Phänotyp

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Tue Mar 28, 2017 10:04 am

Lieber Phänotyp,
Was ist beim zweiten Mal anders? Welche fühlt sich "wahrer" an?
Hier bleibe ich hängen - es fühlt sich beides "wahr" an. Bei der ersten Version ist mein Verstand zufrieden :-) denn - laut Verstand bedarf eine Handlung einen Handelnden - also wahr
- aber die zweiten Version ist auch wahr, weil sie mich mehr spüren lässt?
Mit wahrer meine ich ursprünglicher und näher an der direkten Erfahrung dran.
Du hast dir die Frage jedoch bereits zum größten Teil selbst beantwortet, der Fokus ist viel weiter bei der zweiten Variante. Die Fixierung auf das handelnde "Ich" engt die vorhandene (wahre) Weite durch die gedankliche Vereinnahmung von Erfahrung ein.

Aber ist dieses handelnde Ich tatsächlich vorhanden? Wenn du z. B. Fahrrad fährst, und dich auf deine direkte Erfahrung konzentrierst, kannst du tatsächlich einen Fahrer finden? Einen, der etwas tut? Wenn du den Gedanken, die dazu auftauchen, nicht glaubst?
Gibt es in direkter Wahrnehmung tatsächlich einen Handelnden, oder lässt sich letztendlich nicht immer nur Erfahrung finden?

Wie ist das mit dem Verstand? Ist das aus der Perspektive der direkten Wahrnehmung nicht auch nur ein hohles Gedankliches Konzept? Kann ein Verstand zufrieden sein?

Dazu führe bitte den dritten (und wie ich finde schönsten) Teil der Noting-Übungen aus.
Dazu reduzierst du alles, was erfahren wird, auf Sehen, Hören, Spüren, Schmecken, Riechen und etikettierst entsprechend.
Aus dieser Beschreibung ...
1. Ich sitze auf dem Stuhl und spüre die Lehne. Ich sehe aus dem Fenster. Ich höre einen Vogel. Ich spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, ich stehe auf. Ich gehe in die Küche usw.
... könnte also z. B. diese werden:

Spüren. Sehen. Hören. Spüren. Spüren. Sehen usw.

Eine komplexe Handlung wie Radfahren lässt sich z. B auf spüren, sehen und hören reduzieren. Schau mal, wie diese Sichtweise die Wahrnehmung verändert.

Sonnige Grüße!

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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby Phänotyp » Fri Mar 31, 2017 9:22 am

Liebe Karin,
Die Fixierung auf das handelnde "Ich" engt die vorhandene (wahre) Weite durch die gedankliche Vereinnahmung von Erfahrung ein.
ja, so empfinde ich das
Aber ist dieses handelnde Ich tatsächlich vorhanden? Wenn du z. B. Fahrrad fährst, und dich auf deine direkte Erfahrung konzentrierst, kannst du tatsächlich einen Fahrer finden? Einen, der etwas tut? Wenn du den Gedanken, die dazu auftauchen, nicht glaubst?
Gibt es in direkter Wahrnehmung tatsächlich einen Handelnden, oder lässt sich letztendlich nicht immer nur Erfahrung finden?
Das muss ich noch mal überprüfen...momentan (also aus der Erinnerung) ist da noch ein Fahrer
Wie ist das mit dem Verstand? Ist das aus der Perspektive der direkten Wahrnehmung nicht auch nur ein hohles Gedankliches Konzept? Kann ein Verstand zufrieden sein?
Nein ein Verstand kann nicht zufrieden sein. Was ist der Verstand? Der Verstand ist die Voraussetzung, das Werkzeug zum Denken? hmmm... das aber ist nicht direkt wahrnehmbar, dann ist der Verstand eine Abfolge von Gedanken?
Dazu führe bitte den dritten (und wie ich finde schönsten) Teil der Noting-Übungen aus.
Dazu reduzierst du alles, was erfahren wird, auf Sehen, Hören, Spüren, Schmecken, Riechen und etikettierst entsprechend.
Das erhöht die Unpersönlichkeit der Wahrnehmung .....dennoch bleibt bei mir immer noch ein "Macher" hintendran, aber ich werde das noch mal überprüfen. Momentan habe ich das Gefühl, durch die verstärkte Beschäftigung mit all dem, denke ich so viel wie nie zuvor :-)

Doch eine positive Sache möchte ich noch berichten, am Mi bin ich mit starker Migräne aufgewacht, ich habe versucht, den Schmerz nicht weg haben zu wollen und dachte statt: "so ein Scheiß ich habe soooooo einen schlimmen, schlimmen Schmerz" ----- "aha, da ist Schmerz, das ist nicht mein Schmerz, da ist einfach Schmerz, Schmerz fühlen--- und es wurde tatsächlich besser...

Sorry, dass ich momentan so wenig berichten kann,


sonnige Grüße
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Re: Auf dem Weg mit Vergnügen ein Niemand zu sein

Postby pregunta » Fri Mar 31, 2017 5:29 pm

Lieber Phänotyp,
Das muss ich noch mal überprüfen...momentan (also aus der Erinnerung) ist da noch ein Fahrer
Das erscheint immmer so, gerade auch im Nachhinein, erzählst du dir eine Geschichte mit dem Ich als Protagonisten. Letztendlich geht es jedoch bei LU immer nur um das Jetzt und um unmittelbare direkte Erfahrung. Ist außer dieser Erfahrung und dem Bemerken von Gedanken noch irgendwas zu finden?
Nein ein Verstand kann nicht zufrieden sein. Was ist der Verstand? Der Verstand ist die Voraussetzung, das Werkzeug zum Denken? hmmm... das aber ist nicht direkt wahrnehmbar, dann ist der Verstand eine Abfolge von Gedanken?
Genau so, der Verstand ist eine Abfolge von Gedanken. Du kannst nicht auf den Verstand deuten. Er ist nur eine Idee einer Funktion, die in direkter Erfahrung nicht gefasst werden kann. Du kannst nicht auf ihn deuten.

Kannst du eigentlich auf ein persönliches Zentrum zeigen? Versuch es mal. Deute mit dem Finger auf das, was du für dich hältst. Was wäre dann aus der Position des Fingers sichtbar?
Das erhöht die Unpersönlichkeit der Wahrnehmung .....dennoch bleibt bei mir immer noch ein "Macher" hintendran

Ist denn der Macher mehr als nur eine Idee? Mehr als ein Gedanke, dem du glaubst?
Doch eine positive Sache möchte ich noch berichten, am Mi bin ich mit starker Migräne aufgewacht, ich habe versucht, den Schmerz nicht weg haben zu wollen und dachte statt: "so ein Scheiß ich habe soooooo einen schlimmen, schlimmen Schmerz" ----- "aha, da ist Schmerz, das ist nicht mein Schmerz, da ist einfach Schmerz, Schmerz fühlen--- und es wurde tatsächlich besser...
'
Sehr schön :)) Das nächste Mal könntest du zusätzlich noch versuchen, das Etikett Schmerz wegzunehmen, und das Ganze einfach nur als rohe Empfindung wahrnehmen ....

Dir ein schönes Wochenende!


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