Ich sehe keine „Hand“. Es gibt keine Hand, sie existiert als Gedanke. Wenn ich „tief“ oder lange beobachte, sehe ich nicht einmal etwas von „mir“. Wenn die Hand ruhig vor mir auf z.B. dem Tisch liegt und ich lange schaue, weiß ich manchmal nicht, was ich da eigentlich sehe. Es gibt einen Moment, wo dann nur Formen und Farben wahrgenommen werden.Nimm dir Zeit und beobachte die Hand. – Was wird da wirklich gesehen? Ist es „Hand“ was da gesehen wird?
In Bewegung sind die Hände oft ohne dass da irgendetwas gesteuert werden muss. Dann sehe ich vor allem schnelle und exakte Bewegungen. Oft staune ich wirklich über die präzisen Bewegungen, die einfach passieren.
Es gibt immer mehr, was erlebt wird. Und gleichzeitig scheint es parallel dazu auch immer mehr zu geben, was gedacht wird. Es ist irgendwie so, dass die Gedanken oder der Verstand stets noch die Zügel in der Hand halten. Ich glaube, dass ich kognitiv / rein rational die Ich-Illusion verstanden habe. Das Ich existiert als Gedanke, nichts anderes ist als Ich zu finden. So kann es auch nichts geben, was mir gehört. Nicht einmal der Körper, den ich sehe, gehört mir. Gefühle sind Körperempfindungen, die mit Hilfe von Gedanken interpretiert bzw. etikettiert und somit „zum Gefühl“ werden. Ich kann das wirklich alles verstehen. Es fühlt sich so klar und natürlich und echt an. Und wenn ich dann die Augen schließe und meinen Körper zu spüren versuche, dann ist da nicht viel zu spüren. Es wird Wärme wahrgenommen. Und es sind verschiedene Druckpunkte da. Aber es wird keine Körpergrenze oder ähnliches wahrgenommen. Und solche neuen Erfahrungen werden dann schnell in eine Verstand-kompatible Form gebracht: „Ah ja, das bedeutet also, dass das, was unter Körper verstanden wird, neu betrachtet werden muss….usw.“ Als ob der Verstand ständig auf der Hut ist und sich blitzschnell anpasst. Ich kann es nicht besser erklären. Aber es fühlt sich wahnsinnig stark und beherrschend mächtig an!

