Stille

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Wed Nov 08, 2017 10:25 pm

Nimm dir Zeit und beobachte die Hand. – Was wird da wirklich gesehen? Ist es „Hand“ was da gesehen wird?
Ich sehe keine „Hand“. Es gibt keine Hand, sie existiert als Gedanke. Wenn ich „tief“ oder lange beobachte, sehe ich nicht einmal etwas von „mir“. Wenn die Hand ruhig vor mir auf z.B. dem Tisch liegt und ich lange schaue, weiß ich manchmal nicht, was ich da eigentlich sehe. Es gibt einen Moment, wo dann nur Formen und Farben wahrgenommen werden.
In Bewegung sind die Hände oft ohne dass da irgendetwas gesteuert werden muss. Dann sehe ich vor allem schnelle und exakte Bewegungen. Oft staune ich wirklich über die präzisen Bewegungen, die einfach passieren.
Es gibt immer mehr, was erlebt wird. Und gleichzeitig scheint es parallel dazu auch immer mehr zu geben, was gedacht wird. Es ist irgendwie so, dass die Gedanken oder der Verstand stets noch die Zügel in der Hand halten. Ich glaube, dass ich kognitiv / rein rational die Ich-Illusion verstanden habe. Das Ich existiert als Gedanke, nichts anderes ist als Ich zu finden. So kann es auch nichts geben, was mir gehört. Nicht einmal der Körper, den ich sehe, gehört mir. Gefühle sind Körperempfindungen, die mit Hilfe von Gedanken interpretiert bzw. etikettiert und somit „zum Gefühl“ werden. Ich kann das wirklich alles verstehen. Es fühlt sich so klar und natürlich und echt an. Und wenn ich dann die Augen schließe und meinen Körper zu spüren versuche, dann ist da nicht viel zu spüren. Es wird Wärme wahrgenommen. Und es sind verschiedene Druckpunkte da. Aber es wird keine Körpergrenze oder ähnliches wahrgenommen. Und solche neuen Erfahrungen werden dann schnell in eine Verstand-kompatible Form gebracht: „Ah ja, das bedeutet also, dass das, was unter Körper verstanden wird, neu betrachtet werden muss….usw.“ Als ob der Verstand ständig auf der Hut ist und sich blitzschnell anpasst. Ich kann es nicht besser erklären. Aber es fühlt sich wahnsinnig stark und beherrschend mächtig an!

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Stille

Postby Joram » Wed Nov 08, 2017 10:48 pm

Du beschreibst es sehr gut :-)

Es gibt keine Hand. „Hand“ ist nur ein Wort, ein Mittel um kommunizieren zu können, aber nichts was wirklich existiert. Nur ein Konzept.
„Tasse“ ist auch nur ein Wort. Solange die Funktion vorhanden ist – „man kann daraus trinken“, macht das Wort „Tasse“ Sinn. Was aber wenn die Tasse ein Loch hat und ihr Funktion verliert – ist es immer noch eine Tasse?
Und was ist mit den Gedanken – wo ist das Problem? Gehören die Gedanken Dir? Sind sie beständig, immer da?
Oder sind sie nicht mehr als eine weitere Erscheinung, mal sinnvoll und mal lästig? ;-)
Versuche die Gedanken anzunehmen. So wie sie sind, ohne eine besondere Wichtigkeit…
Nicht einmal der Körper, den ich sehe, gehört mir.
Gibt es da eine „Seherin“? ;-)

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Fri Nov 10, 2017 10:24 pm

Gibt es da eine „Seherin“? ;-)
Das Gefühl „einer Seherin“ taucht nach wie vor oft auf. So wie mich deine Frage wieder daran erinnert, ins direkte Erleben zu gehen, so erinnern mich auch Gedanken immer wieder daran. Es sind stets Gedanken, die mich daran erinnern, dass die reine Wahrnehmung immer wieder geübt werden möchte. Es ist gut, dass diese Gedanken da sind. Gleichzeitig merke ich, dass sie all das irgendwie „einbetten“. Als ob gar nichts anderes passieren darf. Es hat viel mit Kontrolle zu tun. Irgendetwas will nicht loslassen.
Es kann jetzt ehrlich geschrieben werden, dass es keine Seherin gibt. Und das da auch niemand ist, der die Bewegungen der Hände auf der Tastatur steuert. Dennoch bleibt ein Gefühl von einer Seherin. Einer Schreiberin. Dann wird den Händen wieder eine Zeitlang zugeschaut. Sie bewegen sich einfach. Es gibt Geräusche am Dachfenster. Am Ofen. Im Körper. Vieles wird wahrgenommen, Gerüche, Geräusche, Bewegungen, usw. Da ist so viel, was gleichzeitig passiert, dass dann immer wieder eine Art Vorstellung kommt, dass das alles doch „innerlich“ koordiniert werden muss.
Lästige Gedanken. Und doch bleiben sie irgendwie hängen. Es fühlt sich so stark nach Kontrolle an.
Und ich weiß nicht, was das ist. Ich komme immer wieder zu diesem Punkt. Oder bin die ganze Zeit dort.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Stille

Postby Joram » Fri Nov 10, 2017 10:36 pm

Du machst es richtig :-)
Es ist die Gewohnheit die dich auf dem Arm nimmt. ;-)

Wenn das „Ich-Gefühl“ wieder da ist, untersuche es.
Schau es in Ruhe und Geduld an.
Lerne was die Wurzeln dieses Gefühl sind.

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Mon Nov 13, 2017 9:49 pm

Wenn das „Ich-Gefühl“ wieder da ist, untersuche es.
Schau es in Ruhe und Geduld an.
Lerne was die Wurzeln dieses Gefühl sind.
Gestern saß ich relativ lange im Zug. Habe immer wieder auch mal die Augen geschlossen und mich aufs Hören und Fühlen konzentriert. Das war so spannend! So viele Geräusche und so viele Bewegungen! Ohne gedankliche Interpretation war eine Zugfahrt gar nicht vorhanden! Enorm! Dann kam der Gedanke, dass ich ja bei so lange geschlossenen Augen gut auf mein Gepäck aufpassen müsse…. Und dann kam plötzlich der Gedanke, dass das Aufpassen auf das Gepäck ja „auch ohne mich“ passiert, wenn der entsprechende Gedanke da ist. „Ich“ muss mich darum nicht kümmern. Es passiert ja, ob „ich“ mir das vornehme oder nicht. Der Gedanke war sehr aufschlussreich….
Dennoch blieb und bleibt das Ich-Gefühl. Ich scheine es noch nicht wirklich anschauen zu können, denn wenn ich es untersuchen will, schieben sich stets Gedanken in den Vordergrund und stehlen die Aufmerksamkeit. Das merke ich erst etwas später. Dann bin ich stets überrascht, wie schnell Ablenkung passiert. Und auch das Fokussieren / das Schauen scheint dann vom Ich-Gefühl durchdrungen zu sein. Es ist kein „Ich“ da, aber ein Gefühl von einem „Ich“. Ich sehe nichts, aber ich spüre dann eine Form von Sicherheit. Durch das Ich-Gefühl fühlt es sich so an, dass ich irgendetwas in der Hand hätte - "ich entscheide ja!". Das gibt Sicherheit.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Stille

Postby Joram » Tue Nov 14, 2017 5:21 am

Noch mal:
Wenn das „Ich-Gefühl“ wieder da ist, untersuche es.
Schau es in Ruhe und Geduld an.
Lerne was die Wurzeln dieses Gefühl sind.

Was ist dieses „Ich-Gefühl“ in Wirklichkeit?
Kopfantwort reicht da nicht es muss erlebt werden. Was ist wirklich da?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Thu Nov 16, 2017 10:37 pm

Ich weiß nicht, ob ich die Wurzel sehe. Was ich sehe sind ganz viele Ich-Gedanken. Wenn das Ich-Gefühl wahrgenommen wird, werden gleichzeitig auch Ich-Gedanken wahrgenommen:
„Das habe ich ja gerade falsch gemacht!“ Und der gedachte Gedanke fühlt sich dann auch so an. Es kann dann irgendwie gefühlt werden, dass ICH etwas falsch gemacht habe.
Ein sehnsuchtsvoller Gedanke lässt das Gefühl entstehen, dass ICH Sehnsucht habe. Gerade bei ganz persönlichen, intimen Gedanken
erlebe ich ein starkes Ich-Gefühl. Gerade dort habe ich in den letzten Tagen viel hingeschaut. Und nichts außer Ich-Gedanken gefunden.
Es gab dann einen Moment, wo sich plötzlich eine diffuse Angst zeigte. Ich schien dieser Angst ausweichen zu wollen, denn es gab dann viele Gedanken, die vom weiteren Schauen ablenkten. Das wurde mir aber erst etwas später bewusst....
Dass ein Ich-Gefühl durch scheinbar stimmige Gedanken entsteht und dass ich aber niemanden sehe, die irgendetwas fühlen kann, all das sickert gerade langsam in mich hinein....

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Stille

Postby Joram » Fri Nov 17, 2017 6:58 am

„Das habe ich ja gerade falsch gemacht!“ Und der gedachte Gedanke fühlt sich dann auch so an. Es kann dann irgendwie gefühlt werden, dass ICH etwas falsch gemacht habe.
Okay, schauen wir uns den Satz genauer an.

Was ist wirklich da:
Gedanke ist da.
Identifikation ist da. („Mein Gedanke“, „Es ist wahr“)
Die Identifikation führt zu Schuldgefühlen die sich körperlich ausdrücken. Körperliches zusammenziehen ist da(?).

Untersuche, ob es so abläuft.

Und dann schaue dir dies an, kontempliere:

Ist der Gedanke „mein“?
Ist der Gedanke „wahr“?
Ist da jemand dem Gedanken gehören können?
Kann das Schuldgefühl überhaupt berechtigt sein?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Sat Nov 18, 2017 2:14 pm

Ist der Gedanke „mein“?
Ist der Gedanke „wahr“?
Ist da jemand dem Gedanken gehören können?
Kann das Schuldgefühl überhaupt berechtigt sein?
Es gibt keine Gedanken, die „mir“ gehören. Es gibt da niemanden, die denkt. Die Gedanken kommen und werden wahrgenommen.
Der Gedanke als Gedanke ist real, ist wahr. Aber nicht das, was der Gedanke erzählt. Der Inhalt des Gedankens ist immer eine Interpretation, eine Beschreibung dessen, was z.B. mit anderen Sinnen wahrgenommen wird.
Da gibt es niemanden, die entscheidet, was gedacht werden soll. Gedanken kommen und gehen, das scheint ohne Einflussnahme zu passieren. Dennoch passiert Identifikation mit Gedanken. Dann scheint es „gefühlt“ so zu sein, als ob da jemand diesen „festgehaltenen „Gedanken“ denken würde. Aber letztendlich passiert das alles wiederum nur über Gedanken. Ein Gedanke interpretiert einen anderen Gedanken als „richtig“ oder falsch“ oder alles andere dazwischen. Es gibt keine Instanz, die irgendwie irgendetwas machen könnte. Entsprechend können die Gedanken auch niemandem gehören.
Und da niemand da ist, die irgendetwas wirklich steuern könnte, gibt es auch niemanden, die Schuldgefühle haben könnte.

Alles passiert. Und es passiert auch, dass ich mich über diese ganzen Fragen, die ich mir selbst immer wieder stelle, nerve. Ich kann zunehmend mehr sehen, wirklich verstehen. Und sobald „etwas mehr“ geschaut werden kann, gibt es wieder neue Fragen. Fragen über Fragen, die scheinbar nie aufhören. Diese ganzen Fragen scheinen davon abzuhalten, mich dem Wahrnehmungsprozess vorbehaltlos hingeben zu können. Es einfach geschehen zu lassen. Diese ganze Fragerei nervt mich gerade sehr. Und ich habe mich auch gefragt, wer das denn alles wissen will!! Da gibt es doch „nur“ die Ich-Gedanken, die hartnäckig Fragen stellen – und denen immer wieder geglaubt wird. Sie nähren damit ständig ein „Ich-Gefühl“, das ja auch nur auf Gedanken aufbaut.
Keine Ahnung was noch fehlt oder was zuviel ist. Es fühlt sich so an, als ob ich an einem Ort stehe, den ich erreichen wollte, den ich aber dennoch nicht sehe. So fühle ich mich getrieben, weiterzugehen – ohne wirklich zu begreifen und zu erkennen, dass ich doch schon da bin.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Stille

Postby Joram » Sat Nov 18, 2017 4:43 pm

Da ist ein Gefühl/Gedanke: „Es fehlt was“.
Ist dieser Gedanke/Gefühl „berechtigt“?

Da ist ein Gefühl/Gedanke: „woanders ankommen wollen/müssen“.
Ist dieser Gedanke/Gefühl „berechtigt“?

Wenn nicht – woher nimmt dieser Gedanke die Energie so lästig zu sein?
Oder wird dem immer noch geglaubt?

Was fehlt da wo Frau gerade ist?
Was ist nicht perfekt?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Sun Nov 19, 2017 6:54 pm

Lieber Joram,
Es ist ein irgendwie seltsamer Zustand, der gerade erlebt wird. Kognitiv ist sehr viel verstanden worden - aber irgendwie scheint das authentische Erleben zu fehlen. Dass da niemand ist - das wird gesehen, aber nicht erlebt. Natürlich taucht dann stets die Frage auf, wer das denn erleben soll.... Bei allem was passiert wird immer noch eine kommentierende, beobachtende Instanz wahrgenommen. Als Eindruck oder als Gefühl. Wenn versucht wird, direkt zu erleben bzw. direkt wahrzunehmen, öffnen sich die Sinne - und dennoch ist immer ein Kommentator dabei, der das alles kommentiert. „Aha, so ist das also!“; „Das ist ja spannend, das will ich weiterverfolgen!“ usw. Viele Gedanken, die irgendwie anhaften. Die gefühlt werden und zum Eindruck „da ist ja noch jemand“ führen.
Es gab noch nie diesen Moment, wo wirklich niemand da war. Vielleicht wird darauf gewartet. Vielleicht wäre es dann „perfekt“ oder wirklich klar. Keine Ahnung.
Da scheint jedenfalls eine sehr starke Instanz - oder was auch immer - die Fäden nicht wirklich aus der Hand legen zu wollen. Ganz weit im Hintergrund, nicht sichtbar, gibt es diese komische Kontrollinstanz. So fühlt sich das jedenfalls an. Obwohl gewußt wird, dass niemand jemals die Fäden in der Hand hatte....(!) Ich finde das echt schräg. Und es frustet.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Stille

Postby Joram » Sun Nov 19, 2017 8:16 pm

Ich habe dir oben Fragen gestellt, die auf Kontemplation zielen, auf das intimste Erleben im Innen, das jeder von uns nur durch erleben erkennen kann. Denken nutz da nichts.

Deine Antwort weicht ins Denken aus.

Wenn du nicht wirklich schauen kannst, weiß ich nicht mehr weiter.
Willst du vielleicht einen anderen Guide? Vielleicht wäre es hilfreich…


„Es gab noch nie diesen Moment, wo wirklich niemand da war.“ – wirklich?
Es gab noch nie JEMAND da. Noch nie…
Da ist nur eine Illusion von „Jemand“… nur eine Illusion.

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Sun Nov 19, 2017 9:05 pm

Lieber Joram,
ja, das Denken nimmt bei mir in diesem Prozess sehr viel Raum ein, es hält irgendwie Wache. Da ist immer wieder ein Abgleiten ins Denken, ins Verstehen-Wollen. Ich spüre ja selbst, dass mir das wirkliche Schauen nach wie vor recht schwer fällt - obwohl es mir schon um einiges leichter fällt als zu Beginn des Prozesses.
Ich möchte derzeit keinen neuen Guide; ich möchte eine Pause machen. Ich scheine viel Zeit für diesen Prozess zu brauchen, scheine mich dem Auflösen der Identität nur ganz langsam und vorsichtig nähern zu können. Es sind viele Widerstände da, die abbremsen und manchmal scheinbar zum Stillstand führen.
Werde mir Zeit zum Innehalten und Schauen nehmen. Und nicht versuchen, Erfahrungen sofort in Worte zu fassen, um sie mitteilen zu können. Habe mich dadurch oft selbst unter Druck gesetzt.
Vielen Dank dir lieber Joram für die bisherige Begleitung! Es wäre schön, dürfte ich mich hier wieder melden, wenn der Impuls da ist.
Herzlichst, Maren.

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Stille

Postby Joram » Sun Nov 19, 2017 10:42 pm

Ja, gerne. Lass dir Zeit, melde dich wenn du willst, oder auch nicht. Wie es eben passt.
Es gibt keine wirklichen Widerstände. Es sind nur Illusionen. Traumgleich.
Heute wichtig und morgen nur noch eine Erinnerung…
Was kann in einem Traum wichtig sein?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
maureena
Posts: 93
Joined: Mon Sep 11, 2017 6:11 pm

Re: Stille

Postby maureena » Fri Dec 08, 2017 10:58 am

Lieber Joram,

würde dir gerne mal wieder schreiben - obwohl es nicht viel zu berichten gibt.
Ich habe aufgehört, mir so viele Fragen zu stellen. Ich versuche vielmehr alles so hinzunehmen, wie es ist bzw. wie es passiert. Wenn ich mich z.B. in Gedanken verwickle, ihnen Glauben schenke, sie „festhalte“ - dann passiert das halt einfach. Denn auf die selbstgestellten Fragen („Wer denkt das jetzt?“; „Wer lässt sich verwickeln?“; „Wer will jetzt irgendetwas anderes erleben?“) gab es immer die gleiche Antwort: Da ist niemand. Und wenn trotzdem ein Gefühl von einer Denkerin blieb - so war das halt so. Durch angestrengtes, permanentes Fragen und Nachdenken verschwindet die Denkerin ja nicht; die Gedanken bestätigen sich selbst, „nähren“ ein „Ich-Gefühl“.
Im Wissen, dass da niemand ist, die irgendetwas steuern kann, versuche ich, die Dinge so laufen zu lassen, wie sie sind. Es gelingt mal mehr, mal weniger gut. Vielleicht entsteht dadurch langsam eine Klarheit. Da ist ein Wunsch nach Klarheit. Keine Ahnung, wer sich das wünscht. Keine Ahnung, wer oder was mehr möchte als das, was gerade da ist. Es ist ein „Sich-Sehnen“ da. Eine Sehnsucht danach, dass es innerlich leerer wird. Dass nichts mehr persönlich genommen wird.


Return to “Deutsch”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 5 guests