Bin heute wieder im Hotel und habe deine Beiträge gelesen. Werde mir bis zum 18. Zeit nehmen, um darauf zu antworten.
Heute sende ich dir das lange Ergebnis meiner Überlegungen vom gestrigen Abend:
„Mit dem Herzen erleben, was der Kopf weiß.
Das ist der Schlüssel für das, was nach mir sucht.“
Eine gedankliche Vorstellung suchend, wie das sein könnte fällt mir ein: die Farbe Rot hat die Wellenlänge 753 Nanometer, Rosen sind rot und Blut auch, Christi Blut. Das weiß der blinde Kopf und stellt sich was vor. Aber wenn du Rot gesehen hast ist es dir ziemlich egal wieviel Nanometer das sind. Dieses Sehen/Erleben scheint das Wissen des Kopfes um Längen zu schlagen.
Und Klaus/wolf behauptet, er, nämlich wolf oder Klaus, hätte das (
rot) gesehen. Was meinst du?
„Ich zeige mit dem Finger zu mir. Der ist gemeint. Klaus ist gemeint. Und den gibt es nicht.“
Das also weiß der Kopf. Und du erlebst es auch -daß es den Klaus nicht gibt- vielleicht nicht ständig, aber immer wieder. So hab´ ich dich verstanden. Oder?
Rot zu sehen/erleben ist einfach, ein Autostereogramm zu erkennen ist schwieriger und gelingt schließlich doch. Aber alles, was in mir an mich, an meine Existenz, an wolf/klaus glaubt - sträubt sich heftig dem Erleben entgegen, Klaus/wolf als Illusion wahr zu nehmen. Das kann ich doch nicht glauben! Ich soll mich als Illusion wahrnehmen? Geht das überhaupt? Entweder ich bin real, dann kann ich irgendwas als Illusion wahrnehmen. Oder ich bin eine Illusion, dann kann ich überhaupt nichts wahrnehmen. Was meinst du?
Du siehst selbst, was daraus folgt:
„Die Einsicht in die Ich-Losigkeit ist darin ein Baustein, [….]ist aber sehr..., ich würde es mal als "flüchtig" bezeichnen. Nicht auszuschließen, dass er wieder gänzlich abhanden kommt“ .
Ist die Einsicht in die Ich-Losigkeit ist nur Schlußfolgerung, kein Erleben mit dem Herzen?
Wie kannst du mit deinen Sinnen erleben, dass du dir was vormachst über dein Existieren?
Das Erleben des Wirkens des Ich kommt mit der Überraschung, wenn gesehen wird, wie das Ich Erlebtes interpretiert, manipuliert und wertet.
Gibt es Erleben auch ohne Sinne? „von jemandem als in einer bestimmten Weise beeindruckend erlebtes Geschehen“ - -
- ist das, was bei Stimulation gewisser Hirnareale empfunden wird Erleben?
Wer entscheidet darüber, ob was erlebt wurde oder nur eingebildet? Das ist wohl wieder Klaus/wolf der das entscheidet, evt mit fremder Hilfe.
Ist dieses als beeindruckend erlebte Geschehen das gleiche Erleben, wie es Ayya Khema „mit dem Herzen erleben“ gemeint hat? ? ? ?
Der nächste Schritt wäre vielleicht in folgender Richtung möglich:
Wenn das Ich die Einsicht in die Ich-Losigkeit hatte, kann diese Einsicht dann Bestand haben ?
Kann es denn sein, daß anders wahrgenommen wird, als sich der klaus/wolf das mit seiner Persönlichkeit vorstellt? Nämlich nicht mittels des Ich, sondern ……
Ist es das, was du erlebst, wenn du schreibst:
„…Dann bin ich der Einsicht in die wahre Natur von Anatta ganz nah.“ […] „…wenn es nicht eine Ahnung davon gäbe, dass es eine Verankerung in etwas gibt, dass über das erkennbare Wesen der Dinge, des Körpers und des Ego-Verstandes hinaus geht.“
. . . ?
Es scheint so zu sein, dass wolf mit klaus nur mittels dieser Worte nur mittels der jeweiligen Ich-Vorstellung miteinander reden können.
Der Wunsch nach Verständigung zwingt uns in unsere Rolle, in unser Ich. Das mag einer der Gründe sein, warum das Ich wohl nie vergeht und auch bleiben darf, obwohl längst um sein FataMorganaWesen gewußt wird.
Die Schauspiel-Rollen, klaus und wolf unterhalten sich und glauben es wäre bedeutungsvoll. . . vor welchem Hinter- oder Vordergrund?