Jetzt will ich´s wissen

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wolf
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby wolf » Tue Feb 12, 2013 3:52 pm

„…es fühlt sich nicht so an, als ob sich hier grundlegend und dauerhaft etwas verändert hätte. Kein bahnbrechendes Aha-Erlebnis, …“
Du sprichst hier aufmerksam beobachtend und mit kühlem Verstand analysierend:
„…,dass da nichts ist, was als "Ich" bezeichnet werden kann"
Also da bist du, die erkennt, dass da nichts ist, was als "Ich" bezeichnet werden kann.
Und du „wartest auf die Wirkung“.
Also irgend so ein Ich, was keiner so genau definieren kann, das gibt es nicht.
Na und?
Recht hast du!

Anatta, es geht um dich, mit Haut und Haar, nicht um irgend so ein Ich.

Hehe, du bist jetzt hier und wach und deine Vision in der Meditation
„So absurd war für mich in diesem Moment die Vorstellung, dass "ich" in meinem Kopf oder sonst irgendwo in dieser Person zu finden wäre.“
ist vorbei! - - oder nicht? (1.Frage)

Diese lebendige Anatta, die dir im Spiegel entgegen lächelt, diese Anatta gibt es nicht ?!?!?

Was bedeutet das: Anatta existiert nicht, sie war nur eine Einbildung. ?
Ist das für dich wirklich wahr ?
Wenn ja, welche Auswirkungen hatte das Sterben/Verblassen der Anatta? (2.Frage)

Was bedeutete das, gegenüber deinen Kindern? Deinem Mann? In deinem Beruf?
Bleibt dein Herz immernoch ruhig?

Ist dieses *es gibt mich nicht* (nur) eine Art Rolle in die du mal schlüpfst, wenn es passt, und später geht es dann zurück in den ganz normalen Alltag? (die Alltagsrolle?)

Oder hast du schon so viel gelesen und überlegt, dass du ohne großes Federlesen sterben/vergehen kannst und nun auf die Wirkung einer Erkenntnis, die du längst hattest, wartest? (wer wartet da eigentlich?)

Sag mir, was erlebst du? Bist du in heller ungläubiger Aufregung – oder bist du wirklich so gelassen, als ob dir das schon längere Zeit bewußt gewesen wäre? - oder, was ist mit dir? (3. Frage)

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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Tue Feb 12, 2013 8:37 pm

[...]und deine Vision in der Meditation
„So absurd war für mich in diesem Moment die Vorstellung, dass "ich" in meinem Kopf oder sonst irgendwo in dieser Person zu finden wäre.“
ist vorbei! - - oder nicht? (1.Frage)
Das war keine Vision und auch nicht irgend ein schläfriger Zustand sondern eine ganz klare, reale Wahrnehmung. Ich hatte einen Körper wahrgenommen ohne mich mit diesem zu identifizieren. Ich war dennoch geistig anwesend. Und dieses Erlebnis lässt sich auch im nachhinein nicht mehr tilgen. Wenn ich jetzt von einem Zustand berichte, den ich in den vergangenen Tagen wahrgenommen habe, so ist dieser anders. Nicht so einprägsam. Aber dadurch kann ich den Moment damals im nachhinein besser verstehen.
Diese lebendige Anatta, die dir im Spiegel entgegen lächelt, diese Anatta gibt es nicht ?!?!?
Was mir im Spiegel entgegenlächelt ist zunächst einmal ein Mann. Du bist offensichtlich von etwas anderem ausgegangen. Das Geschlecht spielt hier aber auch keine Rolle. Dieser Dialog führt von Bewußtsein zu Bewußtsein. Was ich im Spiegel sehe ist ein Gesicht. Und zwar ein Gesicht, das mir sehr bekannt und vertraut ist. Und diesem Gesicht und dem sonstigen dazugehörigen Körper hat man irgendwann mal einen Namen gegeben. Und dieser Name taucht im Kopf auf, wenn mir das Gesicht im Spiegel entgegenblickt.
"Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen." [Franz Kafka]

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wolf
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby wolf » Tue Feb 12, 2013 11:07 pm

Lieber Anatta-Mann,
aus deinen Zeilen lese ich heraus, dass du gelassen bleibst. Anattas Verblassen ist nichts besonders Aufregendes mehr für dich.
Kein bahnbrechendes Aha-Erlebnis, was damit verbunden wäre. So ist es.
Und immernoch gilt:
„Es fehlt die Gewißheit.“
Was könnte dir Gewissheit geben?
Nichts zählt mehr als das eigene Erleben, oder?
Vielleicht möchtest du was anderes/bewegenderes erleben.
Zu erleben, dass Anatta nicht ist, ist vielleicht nicht genug, weil schon bekannt.
„Das könnte sehr ernüchternd sein, wenn es nicht eine Ahnung davon gäbe, dass es eine Verankerung in etwas gibt, dass über das erkennbare Wesen der Dinge, des Körpers und des Ego-Verstandes hinaus geht.“
Ist es das, was fehlt?

In meinen Fragen wird meine Hilflosigkeit offensichtlich.
„Wenn es so ist, dann würde ich das "torlose Tor" eher als ein "Vorher-wie-Nachher" bezeichnen. Was wiederum auch nicht stimmt, da ja offensichtlich eine Einsicht dazugekommen ist. Der Eindruck bleibt aber, als ob diese Einsicht auch schon zuvor da war.“
Dann hätte sich im Erleben entgegen meinen Erwartungen nichts geändert.
Nun, wenn die Einsicht auch schon zuvor da war, kann sich dann was ändern?

Ich gehe wieder zum Anfang wo du schriebst:
„das drängende Verlangen, diesen klaren Blick auf die Dinge wieder zu bekommen“
Das ist es, was du wünschst.
Und du, der das wünscht, ist das doch nicht wieder Anatta? Anatta, der längst durchschaut ist, welche Bedeutung haben dessen Wünsche?

Was wäre denn im Erleben anders, wenn du den klaren Blick hättest? Wärest du in deinen Augen dann kompletter? Besser? Vollständiger? – hinter diesen Fragen steckt erneut die Frage, ob du doch was Besonderes sein willst und ob du als Fata Morgana Anatta sprichst.

Was fügt der klare Blick diesem Leben hinzu, dessen einziger Sinn darin besteht, gelebt/erlebt zu werden?

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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Tue Feb 12, 2013 11:28 pm

Lieber Wolf,
ich möchte noch auf ein paar von dir aufgeführten Punkten eingehen:
Du sprichst hier aufmerksam beobachtend und mit kühlem Verstand analysierend:
Die analytisch gefärbte Sprache kam wohl daher, dass ich den Text während der Arbeit geschrieben habe. Das werde ich zunkünftig sein lassen. Das bringt nichts. Jetzt also wieder von zuhause aus.
Was bedeutet das: Anatta existiert nicht, sie war nur eine Einbildung. ? Ist das für dich wirklich wahr ? Wenn ja, welche Auswirkungen hatte das Sterben/Verblassen der Anatta? (2.Frage)
Was bedeutete das, gegenüber deinen Kindern? Deiner Frau? In deinem Beruf?
Bleibt dein Herz immernoch ruhig?
Du willst mir auf den Zahn fühlen. Das ist o.k.
Wenn ich mir die Fragen nach der Existenz eines Machers selbst stelle, so sage ich: es ist wahr, niemand macht etwas. Es gibt nur Wahrnehmung, den Körper, das Leben, die Empfindungen, die Gefühle. Dann bin ich der Einsicht in die wahre Natur von Anatta ganz nah. Das hat sich aber noch nicht so gefestigt, dass dies in allen (Alltags-)Situationen so bleibt.
Ich spüre dennoch eine Veränderung (auch) im Alltag. Ich bin weniger getrieben. Selbst mein Gang hat sich verlangsamt. Ich erkenne oft die aufkommenden Gedanken und verstricke mich nicht darin während mir dies bei Menschen in meinem Umfeld immer mehr auffällt. Ich kann mich stärker meinen Kinder zuwenden. Meiner Frau höre ich geduldiger zu. In einem (jährlichen) Personalgespräch habe ich heute meine Chefin davon überzeugt, dass alles "im Fluss" ist und wir nichts festhalten können. Auf die Idee, so etwas in einem Personalgespräch zu äußern wäre ich zuvor nie gekommen. Zu meiner Verwunderung hat sie dem sogar zugestimmt.
Wahrscheinlich schleicht sich die "Wirkung" bei mir eher leise und langsam ein. Es ist auf jeden Fall unaufgeregt.
So, jetzt ist es wieder spät geworden.
Eine weitere Veränderung sind übrigens auch die Ringe unter meinen Augen ;-)

Gassho,
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Wed Feb 13, 2013 10:37 am

Hallo Wolf, bin wieder hier um Fragen zu beantworten,
Was könnte dir Gewissheit geben? Nichts zählt mehr als das eigene Erleben, oder?
Ich bin weiterhin am überprüfen, hinterfragen, nachspüren...
Mir hilft es manchmal, wenn ich mir einfach Begriffsdefinitionen anschaue, um mich dem anzunähern, was hinter den Gedanken (die ja in Worten und Bilder aufsteigen) steckt. So habe ich nach den Defintionen für "Erkenntnis" und "Erlebnis" im Duden gesucht.

Erkenntnis: durch geistige Verarbeitung von Eindrücken und Erfahrungen gewonnene Einsicht
Erlebnis: von jemandem als in einer bestimmten Weise beeindruckend erlebtes Geschehen

Wolf, ich glaube genau da hänge ich zwischendrin. Nach was ich aber immer noch Suche ist, dass beides zusammenkommt. Als "erkanntes Erleben".
Und hierzu hat die ehrw. Ayya Khema, die ich sehr schätze und durch die ich den ersten Zugang zum Buddhismus gefunden habe, gesagt:
"Damit Wissen zu Weisheit wird, müssen wir den meditativen Pfad praktizieren und mit dem Herzen erleben, was der Kopf weiß.".

Mit dem Herzen erleben, was der Kopf weiß.
Das ist der Schlüssel für das, was nach mir sucht. Genauer werde ich es selbst niemals ausdrücken können.

Und das [mich dem Wolf dankbar zuwendet] hat nichts damit zu tun, etwas Besonderes sein zu wollen.

Gassho,
Anatta
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Wed Feb 13, 2013 9:22 pm

Lieber Wolf,
der Satz, den du mir zugerufen hast, hat nachträglich gewirkt:
"Anatta, es geht um dich, mit Haut und Haar, nicht um irgend so ein Ich."
Du hast einiges bei mir durchschaut. Das ist mir jetzt klar geworden. Danke dafür.
Es geht um mich. Nicht um irgendwelche Beispiele, Bilder, Erklärungen oder sonst irgend etwas. Alles bullshit.
Ich zeige mit dem Finger zu mir. Der ist gemeint. Klaus ist gemeint. Und den gibt es nicht. Um das geht es.
Hier würde ich gerne weitermachen...

Gassho,
Klaus
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby wolf » Thu Feb 14, 2013 8:08 pm

Ja, Klaus, es geht um dich und es ist - ich wollte schon schreiben: bitter ernst, wenn da nicht immer wieder dieses Lächeln über alle Bemühungen meines Verstandes wäre.
Mit dem Herzen erleben, was der Kopf weiß.
gefällt mir.
geh da weiter.
Untersuche mit Gedanken und mittels deiner Sinne, was der Kopf weis.
Vergleiche die Ergebnise - was wirkt mehr (auf dich)
Dahinter steht meine Vermutung, das der Kopf glaubt etwas verstanden zu haben. Aber wissen tut er es erst, wenn das Herz - was immer das auch sein mag - es erlebt hat.

Bin zur Zeit auf einer Berghütte im Wonne-Schnee und muss fürs Internet ein Hotel aufsuchen. Werde das jeden 2. Tag versuchen. Nutze inzwischen die Zeit, dir vom Herzen zu schreiben, was dich bewegt. Und komm immer mal wieder auf unser Thema: das Durchschauen der Ich-Illusion zurück.

von anatta zu anatta grüßt wolf den klaus

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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Fri Feb 15, 2013 3:14 pm

Was weiß der Kopf?

Ein Körper ist da und wird wahrgenommen

Sehen, Hören, Fühlen wird nicht "gemacht" - es findet einfach statt

Wahrnehmung ist da - ohne dass es einer Interpretation bedarf

Denken/Informationsaufnahme findet statt - ohne Zutun von irgend jemandem

Das Lesen erfordert im Grunde genommen auch keinen Leser sondern nur Aufmerksamkeit d.h. Bereitschaft, die mit den Augen aufgenommenen Zeichen zu verstehen.

Schrift bildet sich im Kopf zu Worten, die dort in Form einer vertrauten Stimme wiedergegeben werden.
Zu wem diese Stimme mit dieser immer gleichen Tonlage gehört, kann ich nicht sagen.
Ich habe die Person nämlich noch nie getroffen. Im Ergebnis ist es aber so, dass ich die Vorstellung habe, dass "ich" dies sei.

Entscheidungen werden (sind?) getroffen - ohne Entscheider

Irgend etwas Unbestimmtes bezieht dies alles (dennoch) die meiste Zeit latent auf sich.
Dieses Unbestimmte scheint mehr zu sein als nur "ein" Gedanke.
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Sat Feb 16, 2013 2:45 pm

Auch das "Erwachen" kann nicht "gemacht" werden. Da ist keiner, der dies herbeiführen könnte.
Es ist aber auch niemand da, der es "nicht" machen könnte d.h. der es sein lassen könnte.
Wer sucht dann eigentlich? Wer stellt Fragen? Auch die letzten beiden...!?
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby wolf » Sat Feb 16, 2013 8:43 pm

Bin heute wieder im Hotel und habe deine Beiträge gelesen. Werde mir bis zum 18. Zeit nehmen, um darauf zu antworten.
Heute sende ich dir das lange Ergebnis meiner Überlegungen vom gestrigen Abend:
„Mit dem Herzen erleben, was der Kopf weiß.
Das ist der Schlüssel für das, was nach mir sucht.“
Eine gedankliche Vorstellung suchend, wie das sein könnte fällt mir ein: die Farbe Rot hat die Wellenlänge 753 Nanometer, Rosen sind rot und Blut auch, Christi Blut. Das weiß der blinde Kopf und stellt sich was vor. Aber wenn du Rot gesehen hast ist es dir ziemlich egal wieviel Nanometer das sind. Dieses Sehen/Erleben scheint das Wissen des Kopfes um Längen zu schlagen.

Und Klaus/wolf behauptet, er, nämlich wolf oder Klaus, hätte das (rot) gesehen. Was meinst du?
„Ich zeige mit dem Finger zu mir. Der ist gemeint. Klaus ist gemeint. Und den gibt es nicht.“
Das also weiß der Kopf. Und du erlebst es auch -daß es den Klaus nicht gibt- vielleicht nicht ständig, aber immer wieder. So hab´ ich dich verstanden. Oder?

Rot zu sehen/erleben ist einfach, ein Autostereogramm zu erkennen ist schwieriger und gelingt schließlich doch. Aber alles, was in mir an mich, an meine Existenz, an wolf/klaus glaubt - sträubt sich heftig dem Erleben entgegen, Klaus/wolf als Illusion wahr zu nehmen. Das kann ich doch nicht glauben! Ich soll mich als Illusion wahrnehmen? Geht das überhaupt? Entweder ich bin real, dann kann ich irgendwas als Illusion wahrnehmen. Oder ich bin eine Illusion, dann kann ich überhaupt nichts wahrnehmen. Was meinst du?

Du siehst selbst, was daraus folgt:
„Die Einsicht in die Ich-Losigkeit ist darin ein Baustein, [….]ist aber sehr..., ich würde es mal als "flüchtig" bezeichnen. Nicht auszuschließen, dass er wieder gänzlich abhanden kommt“ .
Ist die Einsicht in die Ich-Losigkeit ist nur Schlußfolgerung, kein Erleben mit dem Herzen?

Wie kannst du mit deinen Sinnen erleben, dass du dir was vormachst über dein Existieren?

Das Erleben des Wirkens des Ich kommt mit der Überraschung, wenn gesehen wird, wie das Ich Erlebtes interpretiert, manipuliert und wertet.

Gibt es Erleben auch ohne Sinne? „von jemandem als in einer bestimmten Weise beeindruckend erlebtes Geschehen“ - -
- ist das, was bei Stimulation gewisser Hirnareale empfunden wird Erleben?
Wer entscheidet darüber, ob was erlebt wurde oder nur eingebildet? Das ist wohl wieder Klaus/wolf der das entscheidet, evt mit fremder Hilfe.
Ist dieses als beeindruckend erlebte Geschehen das gleiche Erleben, wie es Ayya Khema „mit dem Herzen erleben“ gemeint hat? ? ? ?

Der nächste Schritt wäre vielleicht in folgender Richtung möglich:
Wenn das Ich die Einsicht in die Ich-Losigkeit hatte, kann diese Einsicht dann Bestand haben ?
Kann es denn sein, daß anders wahrgenommen wird, als sich der klaus/wolf das mit seiner Persönlichkeit vorstellt? Nämlich nicht mittels des Ich, sondern ……
Ist es das, was du erlebst, wenn du schreibst:
„…Dann bin ich der Einsicht in die wahre Natur von Anatta ganz nah.“ […] „…wenn es nicht eine Ahnung davon gäbe, dass es eine Verankerung in etwas gibt, dass über das erkennbare Wesen der Dinge, des Körpers und des Ego-Verstandes hinaus geht.“
. . . ?

Es scheint so zu sein, dass wolf mit klaus nur mittels dieser Worte nur mittels der jeweiligen Ich-Vorstellung miteinander reden können.
Der Wunsch nach Verständigung zwingt uns in unsere Rolle, in unser Ich. Das mag einer der Gründe sein, warum das Ich wohl nie vergeht und auch bleiben darf, obwohl längst um sein FataMorganaWesen gewußt wird.

Die Schauspiel-Rollen, klaus und wolf unterhalten sich und glauben es wäre bedeutungsvoll. . . vor welchem Hinter- oder Vordergrund?

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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Sun Feb 17, 2013 8:55 pm

Lieber Wolf,

das Familienleben nimmt mich gerade stark in Anspruch. Ich kann deshalb nur häppchenweise mit deinen Fragen arbeiten.

Dein Beispiel mit der Farbe gefällt mir. Ich verstehe, auf was du hindeutest.
[...]Aber wenn du Rot gesehen hast ist es dir ziemlich egal wieviel Nanometer das sind. Dieses Sehen/Erleben scheint das Wissen des Kopfes um Längen zu schlagen.
Und Klaus/wolf behauptet, er, nämlich wolf oder Klaus, hätte das (rot) gesehen. Was meinst du?
Ich bin in der Erinnerung nochmal so gut es ging zurückgegangen zu dem prägnantesten Moment, in dem das Erleben da war. Ich hielt dies damals alles in einem Tagebuch fest und kann es daher nachlesen und zum Teil auch nachempfinden. Aus der heutigen Perspektive ist es wie folgt:
Es gab in diesem Moment kein „ich“ mehr.
Keine Identifikation mit dem Körper und dem, was ich bisher als Klaus bezeichnet hatte. Der Körper saß da, fest aber gleichzeitig leer.
Es war wirkliches Da-Sein, Einheit, Etwas zurücklassend, Nichts aufnehmend, körperlos, formlos, unbegrenzt, Stille. Danach war Freude, innere Gewissheit, Dankbarkeit da. Und letztendlich Vergänglichkeit.

Das war Erleben, sodaß man für immer weiß, dass es DAS gibt. So wie man weiß, dass 1+1=2 ist.
Dieses Erleben kam in dieser Stärke jedoch nicht wieder. Das liegt jetzt 3 Jahre zurück, aber ich habe sozusagen "den Geschmack" von Rot noch im Mund.
Das was jetzt in manchen Momenten auftaucht ist nicht vergleichbar mit dem damaligen Erleben. Ohne dies werten zu wollen. Ich empfinde es aber auch nicht als reine Schlußfolgerung. Es ist eher so, als werde ich langsam vertraut mit etwas, dass ich noch nicht begreifen kann.

Gassho,

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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby wolf » Mon Feb 18, 2013 8:57 pm

Zuerst die ausführlichere Antwort auf deinen Beitrag vom 15. und 16.2.
Die Antwort auf deinen Beitrag vom 17.2. kommt am 20.2. hoffentlich
„Irgend etwas Unbestimmtes bezieht dies alles (dennoch) die meiste Zeit latent auf sich.
Dieses Unbestimmte scheint mehr zu sein als nur "ein" Gedanke.“
Das Ich, oder Klaus oder wolf, bezieht immer alles auf sich.

Dass Ich ist, was unserem Selbstbild entspricht; es ist das, mittels dessen wir uns unterhalten; es ist das was sterben wird; es ist das, was nicht erkennen kann, illusorisch zu sein.

Das Ich ist ein tolles Produkt unseres Verstandes. Nur hochentwickelten Lebewesen haben genügend Verstand, um ein Ich zu entwickeln. Diese Ich-Vorstellung, die wir Lebewesen von uns haben, hat sich im Selektionsprozess als Vorteil zum Erhalt der Art erwiesen. (meint wolf)
Das Ich ist also weit mehr als nur ein Gedanke.
Es gibt Illusionen mit unterschiedlichem "Wirkungsgrad": Tom+Jerry; fata morgana; spannender Film; krankheitsbedinger Realitätsverlust und das Ich.

Wir hochentwickelten Lebewesen haben genügend Verstand, um untersuchen zu können, inwieweit durch die Vorstellungen, auf denen dieses Ich beruht, Erleben interpretiert und manipuliert wird. Wir sind mit unserem Ich identifiziert. Deshalb ist das Bemerken dieser Manipulationen durch uns selbst Grund genug, an uns selbst zu zweifeln.

Für den Verstand unbestimmt ist das Ich nur deshalb, weil es auf Vorstellungen beruht. Und als „irgendetwas Unbestimmtes“ versucht es sich dem Zugriff deines nach Klarheit drängenden Verstandes zu entziehen.

Siehst du das?

Siehst du die Nützlichkeit der Ich-Illusion im Alltag und gleichzeitig auch, daß alles, was du, Klaus-Illusion, über Klaus zu wissen glaubst Einbildungen sind? (1. Frage)

Klaus schrieb
:„Wer sucht dann eigentlich? Wer stellt Fragen? Auch die letzten beiden...!?“
Was findet die Klaus-Illusion, wenn er (bitte ohne alles Nachdenken, reines Hinspüren bitte) ganz tief in sich sucht, was da eigentlich ist?
Bitte hör auf, dir was vorzustellen und bleib bei dem, was du mit deinen Sinnen erspürst.

Beschreibe was immer du da findest, selbst wenn es nichts sein sollte.
Bitte beschreibe auch die Gefühle, die mit diesem Erleben verbunden sind.(2.Frage)

PS: mit der 2. Frage gehen wir über unser Ziel, die Ich-Illusion zu erkennen, hinaus.

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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby Anatta » Mon Feb 18, 2013 9:20 pm

Und weiter geht´s...
Wie kannst du mit deinen Sinnen erleben, dass du dir was vormachst über dein Existieren?
Ich versuche, dies in den Alltag zu integrieren. Allerdings ist dies z.B. während der Arbeit nicht so einfach, weil ich immer das Gefühl habe, dass ich mich dann nicht mehr auf das konzentrieren kann, für was ich bezahlt werde. Gibt es hierfür evtl. eine nützliche Systematik sodass man sich permanent an die Überprüfung der Realität erinnern kann?
- ist das, was bei Stimulation gewisser Hirnareale empfunden wird Erleben?
Daran versucht sich ja derzeit die Hirn- und Bewußtseinsforschung. Ich glaube schon, dass man beim Menschen so manches manipulieren kann mit dem Ergebnis, dass dieser am Ende von einer real erlebten Erfahrung ausgeht. Ob man wirklich tiefgreifendes „religiöses“ Erleben im Sinne einer Gotteserfahrung simulieren kann bleibt für mich jedoch fraglich.
Ist dieses als beeindruckend erlebte Geschehen das gleiche Erleben, wie es Ayya Khema „mit dem Herzen erleben“ gemeint hat? ? ? ?
Nein, das glaube ich nicht. Mit Worten lässt sich für mich (momentan) der Unterschied jedoch nicht erklären.
Die Schauspiel-Rollen, klaus und wolf unterhalten sich und glauben es wäre bedeutungsvoll. . .
Ich habe einen ähnlichen Eindruck. Das soll allerdings nicht die Sinnhaftigkeit unseres Dialoges in Frage stellen, da dieser ja zu etwas führt. Dessen bin ich mir im übrigen ganz sicher.

Das Ich/Ego schreibt Klaus eine Bedeutung zu, die es einfach nicht gibt. Und das ist m.E. der Hauptmotor für das Erhalten der Ich-Illusion. Wenn diese Bedeutung erhöht oder geschmälert wird z.B. durch Lob oder Tadel, reagiert das ICH auch unmittelbar. Die Bedeutung wird auch in allen äußeren Dingen gesucht (und vermeindlich gefunden). Es gibt aber keine Bedeutung, keinen für den Einzelnen bestimmten Sinn. Nichts ist für irgendjemand oder irgendetwas bestimmt. Es "ist" alles einfach nur. Nur im Ganzen ergibt sich ein Sinn.
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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby wolf » Wed Feb 20, 2013 8:38 pm

Lieber Klaus, auf deinen Beitrag vom 17.2. kommt jetzt die Amtwort; zum 18.2. schreibe ich morgen.

Wolf schrieb „..Und Klaus/wolf behauptet, er, nämlich wolf oder Klaus, hätte das (rot) gesehen…“

Aus deiner Antwort lese ich: du hast erlebt, dass nicht die Klaus(oder wolf)-Illusion sieht sondern etwas anderes:
„wirkliches Da-Sein, …., Nichts aufnehmend, körperlos, formlos, unbegrenzt, Stille…“
Du hast vor 3 Jahren mit dem Herzen erlebt, was der Kopf weiß. . . wunderschön! . . Welche Zweifel bestehen jetzt noch daran, daß der Klaus eine (eine sehr wirksame) Illusion ist ? (1.Frage)

Du schreibst:
„Es ist eher so, als werde ich langsam vertraut mit etwas, dass ich noch nicht begreifen kann.“
Mit dem vertraut werden, was du vielleicht nie wirst begreifen können - dahin zielte eine andere Frage : „Was findet die Klaus-Illusion, wenn er (bitte ohne alles Nachdenken, reines Hinspüren bitte) ganz tief in sich sucht, was da eigentlich ist? Bitte hör auf, dir was vorzustellen und bleib bei dem, was du mit deinen Sinnen erspürst.“
Da ist ein Begreifen überfordert, ein Finden allein reicht.
Nimm dir Zeit, in dich hinein zu spüren und gib den Zweifeln Raum.
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Wenn jetzt immer klarer wird, dass du erkannt hast, dass es dich nicht gibt . . .
prüf nochmal nach:
Stimmt das wirklich?
Hast du es mit deinem Herzen erlebt? . . .
komme ich erneut zu meiner vielleicht letzten (zweiten) Frage:
Wie würdest du das jemandem erklären, der noch nie die Existenz eines eigenständigen "Ichs" bezweifelt hat und nichts von alldem gehört hat?

Wenn sich aus deiner Antwort keine Fragen mehr für mich ergeben, werde ich andere guides darum bitten, zu prüfen, ob sie noch etwas fragen wollen.
Danach wirst du in einem anderen Forum weitere Fragen stellen und beantworten wollen.
Es ist hin und wieder so, dass das gemeinsame Nichfinden des Ich zu weiteren Fragen führt, wenn das torlose Tor längst durchschritten ist. Dein Anliegen: "Jetzt will ich´s wissen" zielte von Anfang an weiter. Ich werde gerne solange weiter mit dir fragen, wie du möchtest. Weil es mich erfüllt, mit dir, Weggefährte, Wege zu finden.

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Re: Jetzt will ich´s wissen

Postby wolf » Thu Feb 21, 2013 8:45 pm

Auf deinen Beitrag vom 18.2. hier und in PN meine Antwort.
„Gibt es hierfür evtl. eine nützliche Systematik sodass man sich permanent an die Überprüfung der Realität erinnern kann?“
Das Bemühen wird vielleicht erfolgreicher sein, wenn es sich etwas Positivem zuwendet. Also: sich nicht darum bemühen, ständig gewahr zu sein, daß es den Klaus nicht gibt. Sondern wirksamer: gewahr sein was gerade da ist, ohne den Klaus weiter zu beachten. Dabei alle Sinne, alle Antennen ausfahren und das erleben, was gerade da ist. Mehr Ausschau halten und weniger Selbstgespräche führen.
„Es gibt aber keine Bedeutung, keinen für den Einzelnen bestimmten Sinn. Nichts ist für irgendjemand oder irgendetwas bestimmt. Es "ist" alles einfach nur. Nur im Ganzen ergibt sich ein Sinn. …“
Gibt es (immernoch) einen oder mehrere Einzelne oder Jemanden? Sind sie nicht alle Illusion?
Der Sinn des Lebens ist dieses Leben zu (er)leben. Mehr Sinn braucht es nicht.
„Nur im Ganzen ergibt sich ein Sinn.“ Schreib´ mir mehr darüber, wenn du magst.


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