Überhaupt nicht. Du machst das gut, weil du völlig ehrlich teilst, was da gerade abläuft.danke für deine ausführliche Antwort. Ich hatte schon die Befürchtung, dass du leicht ungehalten sein könntest.
Du kannst hier nichts falsch machen, du kannst mich nicht enttäuschen und es gibt keine Noten. Wir schauen einfach nur hin, und ich tu es gern. Also tief durchatmen. ;)
Hochstapler. Besser kann man es nicht ausdrücken.Danke für die Übung. Die war echt interessant. Ich habe deutlich gemerkt, dass in der ersten Variante mit "ich" und "mich" eine Spannung der Aktion entsteht. Das "Ich" bringt so etwas Besitzergreifendes mit rein. Die zweite Variante ist viel entspannter und freier. Das wird noch mal deutlicher, wenn man im Anschluss noch mal die "Ich"-Variante benutzt. Dann wirkt das "Ich" in manchen Momenten wirklich wie ein Hochstapler.
Du hast wunderbar beschrieben, wie sich diese beiden Varianten anfühlen - aber einer Kernfrage bist du ausgewichen.
Welche der beiden Beschreibungen trifft die nackte Realität – und welche dichtet eine Geschichte dazu?
Schau auf deine Notizen. Welche Version beschreibt einfach nur das, was tatsächlich da ist?
Den "Empfänger" haben wir vor ein paar Tagen womöglich zu schnell ad acta gelegt. Ja, dafür nimm dir die Zeit:Da war ich möglicherweise nicht gründlich genug beim Beobachten der direkten Erfahrung und habe voreilige Schlüsse gezogen, die sich zwar richtig anhören, aber nicht ausreichen, um die Feststellung in die Gewohnheiten des alltäglichen Erlebens hineinzutragen. Ich werde da noch mal genauer hinsehen müssen, denke ich.
Ist da etwas in deiner unmittelbaren Erfahrung, an den diese Aufforderung gerichtet ist, genauer hinsehen zu müssen? Wenn ja, was? Wo kommt das Signal an?
Ist es möglich, dass da einfach nur der Gedanke ist, der auftaucht, ohne dass da überhaupt irgendjemand ist, an den es adressiert sein könnte?
Stell dir vor, du bist eine Kamera, die einfach nur live filmt, was jetzt gerade passiert. Eine Kamera denkt nicht nach, sie bewertet nicht, sie zieht keine Schlüsse – sie registriert einfach nur.Was mit "direkter Erfahrung" genau gemeint ist, hat sich anscheinend noch nicht ganz bei mir gesetzt.
Ein Bericht aus dieser Kamera-Perspektive beschreibt die nackten Fakten der Gegenwart: Ein Gefühl von Enge im Hals taucht auf. Der Gedanke ‚Ich muss das jetzt richtig beantworten‘ zieht vorbei. Kurzes Einatmen. Blick wandert zum Fenster. Ein Vogel fliegt vorbei. Stille im Kopf. Finger tippen auf die Tastatur.
Wenn du meine Fragen untersuchst, tippe unzensiert ab, was "die Kamera" einfängt.
Liebe Grüße, bis bald.
Daniel

