Den Kampf beenden

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KingMojoh
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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Fri Nov 06, 2020 8:07 pm

Wird das von einem Ich gemacht, ist beim 'Empfindung erforschen, Gedanken ausblenden' ein Ich auffindbar, oder ist das etwas was gemacht wird, ohne Ich?

Empfindungen tauchen auf, manche ziehen sehr fiel Aufmerksamkeit auf sich, andere nehme ich so gut wie gar nicht wahr, an manchen halte ich fest, die bleiben lange, weiten sich aus, andere gehen sehr schnell wieder. Ich tue das aber nicht wirklich, warum sollte ich an einem negativen Gefühl festhalten, das will ich ja gar nicht, es passiert aber trotzdem. Da ist kein Ich, welches über irgendetwas bestimmen könnte. Ich glaube aber trotzdem das ich einem bestimmten Gefühl mehr Aufmerksamkeit schenken kann, es mir genauer betrachten kann, und einem anderen Gefühl dabei die Aufmerksamkeit entziehen kann, zumindest teilweise, und vorübergehen, aber wie genau ich das mache, und wo überhaupt die Absicht dazu her kommt das zu tun, weiß ich nicht.


Viel interessanter finde ich die Frage, wer beobachtet die Empfindung ?
Sind das Empfinden und die Empfindung zwei?
Nein, da ist nur empfinden
Das ist doch schon die Antwort, oder?

Die Empfindung ist da, sie wirkt, sie tut was sie tun soll, sie kann Auswirkungen haben auf meinen Körper, meine Psyche, meine Stimmung usw., dass passiert, so oder so, es braucht dafür kein Ich, welches die Empfindung beobachtet, aber damit das Empfinden der Empfindung überhaupt sein kann, muss Bewusstsein da sein. Aber was genau das ist, weiß ich nicht, alles weitere wären nur Gedanken und Spekulationen.


Wie meinst du das, eine Überzeugung muß und tut?
Wie kann eine Überzeugung etwas tun?

Eine Empfindung leidet und lehnt sich auf? Wie will die das machen?

Alles gedankliche Konzepte und innere Überzeugungen, an denen ich so sehr festhalte, als würde mein Leben davon abhängen, und gleichzeitig tue ich das nicht, denn wäre ich es der daran festhält, könnte ich genauso gut loslassen. Auch hier ist kein Ich, welches etwas tun könnte, es ist aber die Überzeugung da, dass ich etwas tun müsste, da ist etwas das mich antreibt, sonst wäre ich nicht hier.


Beobachte mal eine Empfindung, irgendeine, ganz egal.
Als Beispiel die Empfindung wo der Körper den Untergrund berührt.
Was kann diese Empfindung tun?
Kann sie etwas wollen? Oder leiden?
Kneif dir mal in den Arm.
Der Schmerz der dabei entsteht, leidet der?

Eine Empfindung an sich, ist neutral. Das überfordert mich gerade etwas, damit muss ich mich noch auseinandersetzten. Dieser Gedanke wirft neue Fragen bei mir auf.

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Barbarossa
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Re: Den Kampf beenden

Postby Barbarossa » Fri Nov 06, 2020 11:35 pm

Eine Empfindung an sich, ist neutral. Das überfordert mich gerade etwas, damit muss ich mich noch auseinandersetzten. Dieser Gedanke wirft neue Fragen bei mir auf.
Welche denn zum Beispiel?

Aber was genau das ist, weiß ich nicht, alles weitere wären nur Gedanken und Spekulationen.
Vielleicht ist nicht nur alles weitere Spekulation, sondern auch schon die Aussage "damit das Empfinden der Empfindung überhaupt sein kann, muss Bewusstsein da sein"?

Was genau verstehst du denn unter Bewusstsein?

Warum müssen die Empfindung und das Bewusstsein zwei verschiedene Dinge sein?

Ich glaube aber trotzdem das ich einem bestimmten Gefühl mehr Aufmerksamkeit schenken kann, es mir genauer betrachten kann, und einem anderen Gefühl dabei die Aufmerksamkeit entziehen kann, zumindest teilweise, und vorübergehen, aber wie genau ich das mache, und wo überhaupt die Absicht dazu her kommt das zu tun, weiß ich nicht.
Beobachte mal, wie kommt das "einem Gefühl Aufmerksamkeit schenken" zustande?

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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Sat Nov 07, 2020 12:47 pm

Eine Empfindung an sich, ist neutral. Das überfordert mich gerade etwas, damit muss ich mich noch auseinandersetzten. Dieser Gedanke wirft neue Fragen bei mir auf.
Welche denn zum Beispiel?

Wenn Empfindungen, ob nun eine Sinneswahrnehmung oder ein Gefühl, an sich neutral sind, also nichts wollen, sondern nur sind, dann kann es kein Ich geben, das leidet. Der Satz "Ich leide" kann nur eine gedankliche Konstruktion sein, weil er keine reale Grundlage hat. Das Ich ist eine Vorstellung, genauso wie das Leiden ein Vorstellung ist, und sie halten sich gegenseitig am Leben, weil ich Leid empfinde, muss es ein Ich geben, einen Leidenden, so die Vorstellung. Diese Vorstellung beherrscht mein Denken.
Jetzt würdest du sagen: Wie kann eine Vorstellung, die nicht real ist, so etwas tun, das ist doch ein Widerspruch.
Ja, das ist ein Widerspruch, aber meine Vorstellung ist nun mal meine Welt, die Welt in der ich lebe, ich kenne nichts Anderes.


Was genau verstehst du denn unter Bewusstsein?

Ich weiß es nicht, ich glaube gedanklich kann man Bewusstsein sowieso nicht erfassen. Die große Gefahr dabei ist, einfach den Ich Gedanken durch den Begriff Bewusstsein zu ersetzten. Man würde dann sagen: Jetzt habe ich es verstanden, da ist kein Ich welches Wahrnimmt, sondern da ist Bewusstsein welches Wahrnimmt. Man hätte so einfach nur zwei gedankliche Vorstellungen gegeneinander ausgetauscht.


Warum müssen die Empfindung und das Bewusstsein zwei verschiedene Dinge sein?

Ich habe mich Heute gefragt, wer ich in der Vergangenheit war, wie würde ich Denjenigen beschreiben. Ich war damals, das was ich zu der Zeit gefühlt habe, ich war das, was ich empfunden habe, und so bin ich auch Heute das was ich empfinde, Ich bin nicht der Empfinder der Empfindung, Ich bin die Empfindung, es ist Eins.

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Re: Den Kampf beenden

Postby Barbarossa » Sat Nov 07, 2020 4:08 pm

meine Vorstellung ist nun mal meine Welt, die Welt in der ich lebe
Oder ist jede Vorstellung selbst nur in der Welt, Teil der Welt?


Die Vorstellung von einem Ich und vom Leiden sind da.
In Ordnung.
Wie ist das in Wirklichkeit, existieren Ich und Leiden ausserhalb der Vorstellung?

Wenn Empfindungen, ob nun eine Sinneswahrnehmung oder ein Gefühl, an sich neutral sind, also nichts wollen, sondern nur sind
Gibt es ein Gefühl, irgendeines, das etwas will?

Ich bin nicht der Empfinder der Empfindung, Ich bin die Empfindung, es ist Eins.
Wo hörst 'du' auf, wo fängt 'alles andere' an?

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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Sun Nov 08, 2020 11:24 am

Oder ist jede Vorstellung selbst nur in der Welt, Teil der Welt?

Das bedeutet die reale Welt ist viel mehr, viel größer als meine Vorstellung von der Welt, andererseits gibt mir meine Vorstellung das Gefühl von Sicherheit, von Kontrollierbarkeit. Geht es nun darum die Vorstellung aufzulösen, um in der realen Welt zu leben, und warum scheint das so unglaublich schwierig zu sein ?


Wie ist das in Wirklichkeit, existieren Ich und Leiden ausserhalb der Vorstellung?

Nein, Leid kann nur von mir selbst erzeugt werden. Ich glaube das geschieht vor allem dann, wenn sich herausstellt, dass die Wirklichkeit nicht meiner Vorstellung entspricht. Würden mein inneres Erleben und die äußere Welt, immer meiner Vorstellung entsprechen, gäbe es kein Leiden mehr. Da ich aber, nicht der Mittelpunkt der Welt bin, läuft das so, leider nicht.


Gibt es ein Gefühl, irgendeines, das etwas will?

Nein, ich glaube nicht. Man könnte meinen, dass Angst oder Schmerz, die Funktion haben uns vor etwas zu warnen, aber auch das ist nur eine angelernte Interpretation, das Gefühl an sich ist neutral.


Wo hörst 'du' auf, wo fängt 'alles andere' an?

Das ist noch harter Tobak für mich. Ich lebe nun mal in meinen Vorstellungen von der Welt, und die sind begrenzt, und hartnäckig.


Beobachte mal, wie kommt das "einem Gefühl Aufmerksamkeit schenken" zustande?

Ich glaube ich würde einem Gefühl mehr Aufmerksamkeit schenken, aber in Wirklichkeit überlagere ich es mit Gedanken. Sobald ich versuche ein Gefühl wahrzunehmen, verfälsche ich es bereits, es wird dann Teil meiner Vorstellung. Stellt sich die Frage: Was ist der richtige Umgang mit Gefühlen ? Man soll ihnen ja "Raum" geben, oder ist auch das nur eine Vorstellung ?

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Re: Den Kampf beenden

Postby Barbarossa » Sun Nov 08, 2020 3:25 pm

Geht es nun darum die Vorstellung aufzulösen, um in der realen Welt zu leben, und warum scheint das so unglaublich schwierig zu sein ?
Ist das was die Vorstellung aussagt denn real?

Beobachte mal, wie kommt das "einem Gefühl Aufmerksamkeit schenken" zustande?
Ich glaube ich würde einem Gefühl mehr Aufmerksamkeit schenken, aber in Wirklichkeit überlagere ich es mit Gedanken.
Wie ist das nun - gibt es Kontrolle, über irgendetwas, in irgendeiner Form?

Ich lebe nun mal in meinen Vorstellungen von der Welt
Da ist ein Ich welches in einer Vorstellung lebt? -Das verstehe ich nicht.
Wie ist das gemeint, welche reale Begebenheit wir mit diesem Satz ausgedrückt?

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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Sun Nov 08, 2020 8:59 pm

Betrachten wir mal jemanden der eine Spinnenphobie hat. Derjenige weiß, dass die Spinne in der Realität keine Gefahr darstellt, sondern nur in seiner Vorstellung. Auf Grund dieser Vorstellung empfindet er Angst, und diese Angst, die ist real. Auch wenn gewusst wird, dass die Vorstellung nicht der Realität entspricht, hat die Vorstellung dennoch Auswirkungen auf das Fühlen und Handeln.
Man könnte sagen, ich stehe jetzt an dem Punkt, erkannt zu haben, dass die Spinne in der Realität keine Gefahr darstellt, jetzt muß es mir nur noch gelingen meine Vorstellungen loszulassen. ... und zwar auch die Vorstellung, dass da etwas wäre, dass ich tun könnte, um meine Vorstellungen loszulassen.

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Re: Den Kampf beenden

Postby Barbarossa » Mon Nov 09, 2020 12:53 pm

Hi KingMojoh,
ich werde mir eine kleine Auszeit nehmen.
Eine Kollegin wird dir hier morgen schreiben.
Passt das für dich?

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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Mon Nov 09, 2020 2:43 pm

Ist in Ordnung

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Re: Den Kampf beenden

Postby barb » Tue Nov 10, 2020 12:00 pm

Hi!

Wenn du möchtest, dann werde ich dich gerne auf dem weglosen Weg weiter begleiten. Ich habe den Thread nicht durchgelesen da jeder Guide anders vorgeht und ich ganz unvoreingenommen rangehen möchte. Deshalb könnte es auch sein, dass du die eine oder andere Frage oder Übung schon beantwortet oder gemacht hast, dennoch bitte ich dich - auch falls sich was wiederholt - ganz frisch und neugierig dazu zu gehen. Man kann nie zu oft hinschauen ;)

Schau immer ganz frisch und berufe dich nicht auf Gelesenes oder Erfahrungen, die du gemacht hast – auch nicht auf diejenigen während dieser Untersuchung. Lass bitte auch alle Bücher und andere Threads in diesem Forum beiseite, konzentriere dich nur auf deine eigene direkte Erfahrung.

Falls du es noch nicht gemacht hast, dann lies dir bitte auch die einführenden Worte unter diesem Link durch:

viewtopic.php?f=18&t=6280

vor allem den Teil mit „LU ist nicht“.

Außerdem möchte ich dich bitten, jede Antwort gründlich zu prüfen ob sie wirklich aus dem Schauen kommt oder eine intellektuelle philosophische Antwort ist. Falls du merkst dass es intellektuell ist, dann schau noch mal und schreibe erst die Antworten die aus der direkten Erfahrung kommen.

Und bitte verbringe immer einen ganzen Tag mit jedem Beitrag und betrachte immer wieder dasselbe. Wie du vielleicht weißt, dreht sich alles um Wiederholung, indem du immer wieder und unerbittlich auf dasselbe schaust.

Es ist gut, wenn du Zeit hast um jeden Tag zu schauen, aber es ist noch wichtiger, mitten in deinem Alltag zu schauen, auch wenn du jeweils nur 10 Sekunden lang schaust, strebe also jeden Tag 50-100 kleine Momente an.

Wenn das alles grundsätzlich in Ordnung ist für dich dann lass uns mal deine Erwartungen anschauen:

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?
Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?
Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?


Ich freue mich auf deine Antwort :)
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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Tue Nov 10, 2020 7:24 pm

Wie wird es sich in dem Augenblick anfühlen, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird?

Ich weiß, fühlen ist keine intellektuelle Auseinandersetzung, aber es gibt da ein sehr geiles Zitat von Jack Kerouac: "I saw that my life was a vast glowing empty page and I could do anything I wanted."
So, wird es sich anfühlen.


Was wird sich verändern, was wird gleich bleiben?

Meine Perspektive auf mein Leben wird sich ändern, mein Leben selbst, mein Alltag, wird bleiben wie er ist, und das ist auch in Ordnung.


Was erhoffst du dir davon die Ich-Illusion zu durchschauen?

Der Glaube daran, diese Person zu sein, mit all den Glaubenssätzen und Überzeugungen, grenzt mich ein. Da ist aber auch etwas in mir, das danach strebt diese Grenzen zu überschreiten. Ständig an diese Grenzen zu stoßen, und dagegen ankämpfen zu müssen, ist sehr anstrengend. Da kommt wenig Lebensfreude auf. Ich erhoffe mir, dass diese Grenzen verschwinden, oder zumindest aufgeweicht werden, wenn die Ich-Illusion durchschaut wird.

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Re: Den Kampf beenden

Postby barb » Wed Nov 11, 2020 12:07 pm

Ich weiß, fühlen ist keine intellektuelle Auseinandersetzung, aber es gibt da ein sehr geiles Zitat von Jack Kerouac: "I saw that my life was a vast glowing empty page and I could do anything I wanted."
So, wird es sich anfühlen.
Anderes Zitat von Schopenhauer: Der Mensch kann zwar tun was er will, aber nicht wollen was er will... ;))
Der Glaube daran, diese Person zu sein, mit all den Glaubenssätzen und Überzeugungen, grenzt mich ein.
Sind da dann 2 oder 3 Ichs? Eines das die Person ist, eines das sich eingegrenzt fühlt und eines das das alles sieht? Schau da mal nach...

Es ist generell gut sich der Erwartungen die auftauchen bewusst zu werden. Sind sie es doch, die dem Sehen am meisten im Weg stehen. Es wird immer das was jetzt hier ist mit dem verglichen was vorgestellterweise da sein sollte. Die Realität wird mit den Gedankengeschichten verglichen, und wenn sie diesen nicht entspricht wird sie als nicht beachtenswert eingestuft...

Bitte versuche während der Untersuchung alle Erwartungen zur Seite zu geben, kannst du das?

Was wir hier machen ist folgendes:
Wir trennen die Wahrnehmung der erfahrenen Realität von den Interpretationen durch Gedanken. 

Die wahrgenommen Realität ist einfach alles, was durch die 5 Sinne wahrgenommen werden kann; gesehen, gehört, berührt oder als Körperempfindung wahrgenommen, geschmeckt und gerochen werden kann. 

Hinzu kommt, dass Gedanken wahrgenommen werden können. Gedankeninhalte jedoch nicht. Du kannst nicht in den Apfel beißen, an den du denkst

Das Ich ist eine Interpretation der Gedanken. Dinge werden getan - es gibt aber kein Ich, das sie tut. Dieses Ich wird durch Interpretation hinzugefügt.

Es ist gut sich etwas Zeit zu nehmen, um zu schauen, was direktes Erleben ganz konkret ist – das erleichtert alle anderen Schritte. 
Wenn ich dich z. B. frage, wie das Wetter bei dir ist kannst du es mal kurz googeln, darüber nachdenken, in deinen Erinnerungen schauen, was der Wetterbericht gesagt hat, jemanden anrufen – oder du stehst einfach auf und schaust aus dem Fenster. Ganz sicher kannst du dir nur sein, wenn du selber geguckt hast. Richtig?

Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?

Kannst du außer dem Genannten noch was finden?



Und dann untersuche mal, was an Reaktionen (z.B. Körperempfindungen, Gefühlen, Gedanken) auftaucht, wenn du folgende Sätze liest und auf dich wirken lässt und schreibe alles gleich auf:

Es gibt kein Ich, und es hat nie eins gegeben.
Das Ich ist eine Illusion, eine Täuschung, ein unbeweisbarer Gedankeninhalt.
Es gibt nur Prozesse, die passieren, aber niemandem gehören.
Da ist niemand, der über irgendetwas eine Kontrolle hat, nur Leben, das sich entfaltet.


Bin neugierig auf deine Antworten :)
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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Wed Nov 11, 2020 8:04 pm

Sind da dann 2 oder 3 Ichs? Eines das die Person ist, eines das sich eingegrenzt fühlt und eines das das alles sieht? Schau da mal nach...

Da sind unterschiedliche Gefühle und Gedanken, die wahrgenommen werden. Manchmal ist da Angst, die grenzt ein, aber da ist auch Neugierde, die lässt einen die Grenzen erweitern. Es sind einfach die Widersprüche der Psyche, die wahrgenommen werden.


Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, körperliche Empfindung, denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?

Kannst du außer dem Genannten noch was finden?

Meine Gedanken, der Inhalt meiner Gedanken, beanspruchen den Großteil meiner Wahrnehmung für sich. Es ist meistens die gedankliche Interpretation von dem was gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, oder gefühlt wird, die ich wahrnehme. Um eine Empfindung direkt, und unverfälscht wahrzunehmen, muss der Wille und die nötige Konzentration da sein, das zu tun. So würde ich meine Wahrnehmung im Moment beschreiben. Auch wenn mir mittlerweile klar ist, dass sich die Interpretation der jeweiligen Empfindung, sehr stark von der tatsächlichen Empfindung unterscheiden kann.


Es gibt kein Ich, und es hat nie eins gegeben.

Gefühlsmäßig OK, kein Widerstand, die Gedanken sagen: OK, kein Ich, aber da ist meine Psyche, die wahr immer da, und ist immer da, und da steckt all das drin was mich als Person definiert.


Das Ich ist eine Illusion, eine Täuschung, ein unbeweisbarer Gedankeninhalt.

OK, das Ich ist nur ein Gedanke, aber ein Gedanke kann Berge versetzten.


Es gibt nur Prozesse, die passieren, aber niemandem gehören.

Zustimmung, einer dieser Prozesse ist aber auch, die Entstehung der Identität, und der Persönlichkeit, und das muss passieren, sonst könnten wir in der Welt nicht agieren.



Da ist niemand, der über irgendetwas eine Kontrolle hat, nur Leben, das sich entfaltet.

Früher hätte ich bei dem Gedanken Widerstand empfunden, mittlerweile empfinde ich den Gedanken als Beruhigend.
Wenn ich tiefer schaue, ist da aber auch leichter Ärger, mein Ich ist neidisch, es sagt: Manche werden vom Leben beschenkt, und Andere müssen leiden, besser wäre es die totale Kontrolle über das Leben zu haben. Interessant.

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Re: Den Kampf beenden

Postby barb » Thu Nov 12, 2020 10:40 am

Da sind unterschiedliche Gefühle und Gedanken, die wahrgenommen werden. Manchmal ist da Angst, die grenzt ein, aber da ist auch Neugierde, die lässt einen die Grenzen erweitern. Es sind einfach die Widersprüche der Psyche, die wahrgenommen werden.
Sehr gut! Genau das ist es: All das WIRD WAHRGENOMMEN! Wahrnehmen ist immer da egal welche Erscheinung auftaucht.
Meine Gedanken, der Inhalt meiner Gedanken, beanspruchen den Großteil meiner Wahrnehmung für sich. Es ist meistens die gedankliche Interpretation von dem was gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, oder gefühlt wird, die ich wahrnehme. Um eine Empfindung direkt, und unverfälscht wahrzunehmen, muss der Wille und die nötige Konzentration da sein, das zu tun. So würde ich meine Wahrnehmung im Moment beschreiben. Auch wenn mir mittlerweile klar ist, dass sich die Interpretation der jeweiligen Empfindung, sehr stark von der tatsächlichen Empfindung unterscheiden kann.
Das ist schon ein großer Schritt. Die meisten Menschen sind so sehr identifiziert mit den Gedankengeschichten, dass sie das nicht mal mitkriegen. Es ist einfach nur Übungssache, einfach immer wieder in die direkte Erfahrung kommen, auf das schauen was jetzt wirklich hier ist und durch das vergleichen mit den Gedankeninhalten überprüfen ob es tatsächlich da ist.
Es gibt kein Ich, und es hat nie eins gegeben.
Gefühlsmäßig OK, kein Widerstand, die Gedanken sagen: OK, kein Ich, aber da ist meine Psyche, die wahr immer da, und ist immer da, und da steckt all das drin was mich als Person definiert.
Ja genau, warum „aber“? Sollte das verschwinden? Auch die Psyche, die Person wird wahrgenommen, oder? Sind das nicht auch einfach Phänomene die in der Wahrnehmung auftauchen?
OK, das Ich ist nur ein Gedanke, aber ein Gedanke kann Berge versetzten.
Steuerst „du“ Gedanken? Machst du irgendwas um sie in die Existenz zu gebären?
Es gibt nur Prozesse, die passieren, aber niemandem gehören.
Zustimmung, einer dieser Prozesse ist aber auch, die Entstehung der Identität, und der Persönlichkeit, und das muss passieren, sonst könnten wir in der Welt nicht agieren.
Ist etwas verkehrt daran? Sollte das anders sein?
Da ist niemand, der über irgendetwas eine Kontrolle hat, nur Leben, das sich entfaltet.
Früher hätte ich bei dem Gedanken Widerstand empfunden, mittlerweile empfinde ich den Gedanken als Beruhigend.
Wenn ich tiefer schaue, ist da aber auch leichter Ärger, mein Ich ist neidisch,
Schön, dass du die Gedanken so beobachten kannst... :)
Du schreibst „mein Ich“... Braucht es ein „Ich“ damit Neid, Ärger oder sonstiges auftauchen kann? Braucht es jemanden der diese Gefühle besitzt?
es sagt: Manche werden vom Leben beschenkt, und Andere müssen leiden, besser wäre es die totale Kontrolle über das Leben zu haben.
Bist du ganz sicher, dass das besser wäre?
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Re: Den Kampf beenden

Postby KingMojoh » Thu Nov 12, 2020 10:00 pm

Auch die Psyche, die Person wird wahrgenommen, oder? Sind das nicht auch einfach Phänomene die in der Wahrnehmung auftauchen?

Braucht es ein „Ich“ damit Neid, Ärger oder sonstiges auftauchen kann? Braucht es jemanden der diese Gefühle besitzt?

Hier zeigt sich ganz gut wie ich mein Ich definiere. Meine Psyche, meine Glaubenssätze, meine Weltsicht, meine Gedanken und Gefühle, mit all dem identifiziere ich mich, das alles würde ich sagen, bin Ich. Diese Ansicht bröckelt gerade, aber sie steckt mir noch in den Knochen. Mein kritischer Verstand denkt sich gerade, wenn das nicht mein Ich sein soll, sondern "nur" Phänomene in meiner Wahrnehmung, dann bleibt nichts mehr übrig, was als Ich definiert werden könnte. Es wäre dann kein Platz mehr für ein Ich, allerdings nur durch ein logisches, intellektuelles Ausschlussverfahren. Tatsächlich hätte sich nichts geändert, nur die Bezeichnung. Ist das denn wirklich das Ziel?


Steuerst „du“ Gedanken? Machst du irgendwas um sie in die Existenz zu gebären?
besser wäre es die totale Kontrolle über das Leben zu haben.
Bist du ganz sicher, dass das besser wäre?

Nein, Gedanken tauchen auf, ich glaube allerdings, das ich an manchen Gedanken festhalte, und sie größer mache als sie tatsächlich sind. Ich weiß aber nicht wie ich das mache, und wer das überhaupt macht, es passiert auch gegen meinen Willen, denn meistens sind es negative, schädliche Gedanken an denen festgehalten wird.

Ein weiteres Problem mit Gedanken ist, sie sind zwar nicht real, einem Realitätscheck halten sie meist nicht stand, aber dennoch haben sie Auswirkungen, sie erzeugen Gefühle, und diese dann sogar körperliche Symptome, und diese Gefühle und der Körper, die werden als real wahrgenommen. Deshalb gibt es Gedanken, die ich als störend und schädlich betrachte, diese kontrollieren zu können, wäre ein Segen. Es fällt mir schwer den Wunsch nach Kontrolle aufzugeben, obwohl ich tatsächlich überhaupt keine Kontrolle habe. Meine Gedanken als neutral zu betrachten, und sie alle anzunehmen fällt mir sehr schwer, da sie so große Macht über mich haben.


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