Zur Video-Uebung:
Schön beobachtet! Von meiner Seite (fast) keine Fragen :)
Im Prinzip ist der Gedankeninhalt bedeutungslos für das Geschehene. Aber die Emotionen, die die Gedanken auslösen können, sind natürlich real.
Ja genau, da wird's interessant. Jetzt schauen wir uns mal an, was da genau passiert.
Beobachte mal, wie viele Gedanken von Empfindungen - oft nur geringe Anspannungen im Gesicht - begleitet werden.
Lies die beiden folgenden Sätze einzeln und beobachte jeweils, was unmittelbar an Empfindungen/Gedanken erscheint:
"Ein ruhiger, breiter Fluß durchzieht die sanften Wiesen." .......................................
----------------------
"...wie jemand heimlich mehrere Tonnen Altöl in den Fluß kippt".
----------------------
Bemerke, wie einer dieser beiden Gedanken einfach da sein darf, und beim anderen (möglicherweise) unmittelbare Kontraktionen und diverse andere Gedanken (Bewertungen etc.) auftauchen..........
WER wehrt sich da?
Wer ist überzeugt, dass das schlecht ist?
Was ist dieses "Auslösen" von Empfindungen?
Machen die Gedanken das wirklich oder ist da eher eine Art Echo in der Empfindung?
Die erste unmittelbare Reaktion, die aus der jeweiligen Konditionierung heraus passiert, kann meist nur hingenommen werden - aber der ganze Gedanken-Rattenschwanz aus Einordnung, Bewertung, Ich-Bezug, Bestätigungen usw. - so wie beim Fußball-Clip - wer braucht's wofür? :-D
P.S. Identifikation kann natürlich auch beim ersten Satz stattfinden, nur etwas subtiler.
Ich merke, wie immer wieder neue Fragen vom Verstand auftauchen. "Kann ich durch Bücher oder Übungen erreichen, dass die Bewertungen der Gedanken positiver werden in bestimmten Situationen? Kann ich also durch Einüben von Mustern glücklicher werden? Es scheint ja um den Blickwinkel zu gehen, um die Auswirkungen die die Gedanken auf die Emotionen haben zu verändern..."
Ich merke, wie die Gedanken einen Zustand von dauerhaft positiven Emotionen anstreben und deshalb diesen Weg hier auch gehen wollen. Ich weiß, dass das jedoch nicht Ziel der Begleitung ist.
Genau. Du kannst aber sehen, wie das "Denken" permanent irgendwo hin will, dass sich irgendwas ändern soll, dass es
so gut ist und
so nicht.
Das ist die direkte Erfahrung des Gedankenwahrnehmens. Mehr nicht.
Es gibt kein "besseres Morgen". Nur das, was jetzt wunderbarerweise da ist.
Niemand, den es "betrifft", der es "erleidet" :)
Ja, das ist eine Aussage, die sowohl auf Zustimmung als auch auf Ablehnung trifft. Es gibt kein "Ich" oder irgendetwas, dass von den Emotionen betroffen ist. Jedoch spürt der Körper die Emotionen und die Gedanken machen daraus, "das will ich nicht spüren - das ist negativ". Die Gedanken bauen also die Geschichte vom betroffenen Ich wieder auf.
Und das lässt sich auch nicht einfach so abschalten.
Nein, das läßt sich nicht abschalten. Versuche immer mal wieder in den Körper zu spüren. Wenn "Schauen" weg ist und Identifikation passiert, kontrahieren bestimmte Stellen im Körper. Laß es so sein - lass es durchziehen, freue dich einfach, dass du es bemerkst! Auch wenn es erst später gesehen wird.
Eine andere Frage ist noch die nach dem freien Willen. Die Gedanken lassen sich nicht steuern. Die Sinneseindrücke ebenfalls nicht. Das einzige was jedoch mal da ist und mal nicht ist das Beobachten. Woher kommt dies? Wer oder was löst Beobachten und Wahrnehmung aus? Wodurch geht man manchmal in Identifikation mit den Gedanken und manchmal schaut man einfach zu. Lässt sich dies steuern? Hast du dazu eine Übung?
Alle diese Übungen zielen darauf ab, dass dieses "einfach zuschauen" und dieses unvorstellbare Potential an Freiheit, das darin liegt, langsam immer mehr zu etablieren.
Zum "Freien Willen":
Sag du mir: Wenn es "dein freier Wille" ist, durchs Üben das Schauen zu vertiefen, wer hat wann diese Entscheidung gefällt?
Wenn die Ich-Instanz eine Illusion ist, wie du ja immer öfter siehst, was soll dann noch unter freien Willen verstanden werden?
WER WILL DAS ALLES WISSEN?
BESCHREIB MIR BITTE DEN; DER DA AUS 2 LÖCHERN IM KOPF IN DIE WELT SCHAUT!
Alles nur Gedanken??
(...)die Vorstellung hat nichts mit der erfahrung zu tun. Erfahrung/Realität lässt sich nicht in Worte fassen.
---------------------------------------------
Sobald mir noch ne gute Übung einfällt, melde ich mich :)