Und da ist noch ein Gefühl von 'ich' das die Gedanken denkt.
Wann immer es so aussieht als wäre da ein denkendes oder handelndes Ich ist es wichtig hinzuschauen und nachzuschauen was wirklich da ist.
Das Ich zu verneinen ist nicht hilfreich.
Da sind Gedanken und ein Gefühl von 'ich' - ist ein Ich da oder ist das alles?
Die Gedanken überdecken die Wahrnehmung.
Tun sie das, oder sind sie selber Teil der Wahrnehmung?
Man kann also überhaupt nichts tun um den Gedanken nicht zu glauben oder um die ich-Illusion zu durchschauen, weil alles von selbst geschiet.
Hier limitiert die Sprache wieder.
So als würdest du sagen: 'man kann sich keinen Kaffe machen weil alles von selbst geschieht'.
'Man kann nicht...' deutet auf ein unfähiges Ich hin.
Wenn den Gedanken geglaubt wird kann man definitiv etwas dagegen tun, auch wenn diese Formulierung jetzt falsch ist weil es eigentlich gar kein 'man' gibt.
Das Einzige was übrig bleibt ist den Gedanken nicht zu glauben
Es gibt noch eine andere Option.
Wie du sagst, Gedanken etikettieren und bewerten was erfahren wird.
Der Grund, dass Gedanken geglaubt wird liegt der Idee zugrunde dass Gedanken etwas wissen, dass ihr Inhalt mit der eigentlichen Erfahrung etwas gemein hat.
Da stellt sich jetzt die Frage: wissen Gedanken wirklich etwas?
Versuche mal folgendes:
Vielleicht hast du in der Küche ein Stück Obst liegen.
Erinnere dich so gut als möglich daran wie es aussieht.
Stell dir vor es in die Hand zu nehmen, abzutasten, daran zu riechen und dann hinein zu beißen, den Klang beim beißen zu hören und zu schmecken.
Nimm dir für jeden Schritt genügend Zeit und stelle es dir so genau als möglich vor.
Wenn du soweit bist schnapp dir das Obst, greife es, rieche dran, beiß hinein, kaue, höre und schmecke.
Was fällt dir auf?
Wie nah kommt die Vorstellung an die echte Erfahrung?