Es gibt kein "dahinter liegendes" ich.
Denn wo genau sollte das sein?
Worauf „zeigt“ das Wort „ich“? Was ist die Basis?
Wenn das Wort "ich" ein Hinweisschild wäre, worauf würde es zeigen? (Nimm dir Zeit, das herauszufinden)
Wenn es ein Hinweisschild wäre, würde es auf (grob) Zweierlei zeigen:
a) Auf eine klarere Verbindung zur persönlichen Vergangenheit. Obgleich wir in einem Feld leben, das ganz und gar verbunden ist, zeigt das Wort "Ich" auf eben jenen "ungefähren" Part des Ganzen, der deutlich abgegrenzter scheint als der Rest. Ich stimme ja zu, dass das "kleine Ich" eine Illusion ist, aber ich komm einfach nicht drumrum, das Akzeptieren der Illusion als solche als essenziell zu erachten. Also ich glaube ein Apfel hat kein kleines Ich. Er ist durch und durch verbunden mit dem "großen Ich" oder dem "großen Geist", etc. Sobald ein kleines Ich existiert, ist es (aus eigener Perspektive) weniger Verbunden mit dem großen Ganzen, weil es im Grunde nur ein Synonym für Abgrenzung ist.
b) Auf eine physische Abgrenzung, also auf meinen ungefähren Körper. Auf atomarer Ebene verschwimmen zwar die Grenzen, aber ich glaube, das ist genau, worauf es zeigt: Ebenjene Perspektive, von der aus man die klare Abgrenzung wahrnehmen kann.
Wie genau kann es sich aus den Sinneswahrnehmungen bilden? Können die Sinneswahrnehmungen je etwas anderes sein, als das, was sie sind: Sinneswahrnehmungen??
Und warum sind diese Sinneswahrnehmungen dann plötzlich etwas „persönliches“?
Während der „Apfel“ stets etwas unpersönliches bleibt…?
Hierauf kann ich gleich mal auf meine vorige Antwort hinweisen: Weil der Apfel nicht meine Vergangenheit weiß und weil der Apfel mit Sicherheit eigene Wege gehen wird. So wie ich. Er wird verwelken oder ich werde ihn verlieren. Wäre er ein Stein (also nicht verwelkbar) könnte er mich zwar überdauern, aber das ändert nichts daran, dass ich a) mich anstrengen müsste, ihn bis zu meinem eigenen Verwelken zu behalten und
b) es mehr in meiner Welt ausmachen wird, wenn ich selbst verwelke, als wenn ein Apfel es tut.
Die Sinneswahrnehmungen sind schon, was sie sind, anhand meiner Vergangenheit aber, bekommen sie... eine Art persönliche Note.
Es stimmt schon, als ich gerade die Übung/Meditation zu deiner Frage gemacht habe, da verschwand mehr und mehr die Trennung zwischen dem was jenseits- und diesseits meines Ichs liegt.... aber.... eine Zeichenlehrerin hat mir das mal ganz nahegelegt: "Ich komme doch immer wieder zu einem "gewohnt begrenzten" Zustand zurück. "
Wie genau machst du es, dass du Gedanken in eine Richtung lenken kannst? Wenn du z.B. denkst „Ich denke jetzt nur positive Gedanken“. Und dann kommen danach drei „positive“ Gedanken. Hast „du“ das dann gelenkt? Oder war es einfach so, dass zuerst der Gedanke „Ich denke jetzt nur positive Gedanken“ da war, und dann die drei anderen Gedanken – OHNE jemanden, der es gemacht hat. Schau genau hin…
Was, wenn DOCH negative Gedanken kommen…?
Ich gehe von einem paradoxen Modell des Universums aus. Das heißt für mich: Ich habe zwar überhaupt keinen eigenen Willen, aber gleichzeitig habe ich einen 100%igen eigenen Willen. Dieser ist zwar eher eine Illusion, aber wenn man es genau nimmt, ist ja sowieso jeder Gedanke eine Illusion.
Also kommen möglicher Weise von selbst die Impulse "ich müsse jetzt dieses oder jenes tun". Soweit so gut... auf irgendeiner Ebene ist es so, aber hier wieder das Hinweisschild: Das Ich zeigt auf jenen Bereich innerhalb dessen ich meine, selbst entscheiden zu können.
Die Aussage "ich entscheide selbst" und die Aussage "es wird entschieden" sind für mich äquivalent.
Und wenn es doch negative Gedanken werden, dann ist das gar nicht schlimm. Manchmal klappt es, manchmal nicht.
Wie können Gedanken Kontrolle haben? Gib doch mal ein Beispiel.
Also, wie bei der vorigen Antwort: Absolut nicht, reell aber schon, also können sie es zu 50%.
Wenn ich eine Information bekomme, die mich belastet, hafte ich gedanklich vielleicht an ihr. Und meine Emotionen zeigen sich eher trüb und ungut. Die Wahrnehmung wird stumpf. Die Motivation sinkt. Dadurch entstehen haufenweise negative Gedanken und wir haben einen Teufelskreis.
Jetzt ist hier die Frage, wem man die "Schuld" zuschreibt... dem Gedanken?
Wenn ich einen Ball werfe, was ist der Ursprung der Bewegung des Wurfs? Der Ball, als er den Kontakt zur Hand verlor? Die Hand, als sie die Bewegung begann? Ich, als ich den Ball kaufte? Meine Mutter, als sie mich gebar? Mein Vater, als er in meine Mutter spritzte?
Man kann es nicht klar sagen und doch, wenn ich eine Unterhaltung führe, muss ich mich entscheiden und werde wohl so ungefähr beim Ball ansetzten.
LG
Nico