Erwacht und frei

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Sun Mar 18, 2018 1:30 pm

Liebe Dagmar,
Heute war ich einkaufen und während ich so durch die Gänge ging,hatte ich eine eigenartige Erfahrung. Der Körper fühlte sich ganz leicht an, eher wie ein körperloser, weiter offener Raum ohne festen Konturen. Er "ging" einfach als dieser vibrierende Raum und gehen ist auch nicht wirklich die richtige Beschreibung. Als ich nach Hause kam, habe ich die Übung vor dem Spiegel gemacht, die Du mir zugeschickt hast und ich konnte klar erfahren, dass das, was da im Spiegel gesehen wird, nichts mit dem zu tun hat, was wirklich erfahren wird. Der Körper erscheint nur als Bild und dieses Bild ob bewegt oder nicht gehört nicht zu mir, es gibt gar kein "Mir" dazu. Es wird überhaupt kein Körper erfahren, nur vibrierende Offenheit. Beim Schreiben selbst hielt es an. die Hand schrieb wie von selbst und ich konnte keine Hand erfahren.Schreiben geschah einfach in dieser Offenheit un da war auch keine Dagmar, die schrieb. Und beim Schauen in den Spiegel wurde klar: Ich habe keine Augen, keine Nase, keine Ohren......
da ist nichts dergleichen in der Erfahrung. Da ist nichts, was sich dingfest machen lässt.
Das ist schön umschrieben.
So bleibt es leider nicht.
Schlummert da eine Erwartung, wie es nach dem durchschauen der ICH Illusion sein sollte?
Kannst Du bitte was zu den Zweifeln sagen und ob es vorkommt, dass man sich selbst täuschen kann, weil man etwas so stark will?
Zweifel sind nicht unüblich. Die Gedanken versuchen vielleicht, diese erlebte Erkenntnis irgendwie einzuordnen. Da es den Gedanken nicht möglich ist, plausible und logische Erklärungen dafür zu finden, entstehen womöglich Zweifel. Sie können DAS nicht "fassen".

Schau Dir dieses Abgleichen und Beurteilen mal genauer an.
Kannst Du dieses Erleben mit einer Strategie des Denkens aufrecht erhalten?
Lässt sich überhaupt etwas aufrecht erhalten?
Muss etwas aufrecht erhalten werden?
Was bleibt, wenn Du den Gedanken fallen und weiterziehen lässt?
Und da tauchte Widerstand auf,...
Untersuche diesen Widerstand. Verbirgt sich dahinter vielleicht eine Überzeugung oder ein Glaubenssatz, der geschützt werden will?

Hinterfrage so lange alles, bis du auf etwas stößt, von dem du weißt, daß es ganz sicher existiert, etwas was gerade hier und jetzt da ist.

Bis bald
<3

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FreyaLuna
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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Tue Mar 20, 2018 7:16 pm

Lieber Daniel,
Hinterfrage so lange alles, bis du auf etwas stößt, von dem du weißt, daß es ganz sicher existiert, etwas was gerade hier und jetzt da ist.
Das habe ich jetzt zwei Tage lang gemacht, immer wieder. Die letzten Tage waren voller Verwirrung und Zweifel. Nur kurze Momente der Klarheit. Ohne Meditationspraxis wäre ich aufgeschmissen gewesen. Die ganze Erkenntnis, dass dieses Ich, diese Person eine Illusion ist, war komplett infrage gestellt.Und dabei erschien doch alles so klar und unumstößlich. Es war ein direktes Schauen. Und nun alles weg. Ich sah mich als (Selbst-)Betrügerin, die nur vorgibt und sich einbildet durchschaut zu haben.Gedanken tauchten auf und wurden geglaubt,dass sich nichts geändert hat. Da erscheint immer noch der Glaube eine Person zu sein und wenn dieser Glaube da ist, dann fällt das unmittelbare Erkennen in sich zusammen wie ein Kartenhaus, es bleiben nur noch kognitive Einsichts-Reste, die kraftlos sind und nicht greifen. Der Gedanke tauchte auf, dass dies wie ein Aufbäumen der alten Struktur sein könnte, die Versuchung Maras, wenn man es in einen buddhistischen Kontext setzt; aber Strukturen können sich ja nicht aufbäumen.
Schlummert da eine Erwartung, wie es nach dem durchschauen der ICH Illusion sein sollte?

JAAA! Wahrscheinlich nicht nur eine.
Ich habe gedacht und gehofft, dass wenn die ICH-Illusion einmal klar durchschaut wird, sie auch ein für alle Mal beendet ist, nicht in dem Sinne, dass sie nicht wieder auftaucht, sondern, dass sie nicht geglaubt wird, sondern erkannt und wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen und dass sie nach und nach an Energie verliert. Das war meine Vorstellung. Und dass diese Erkenntnis das ganze Leben durchtränkt und verwandelt, nicht im Sinne von ständiger Glückseeligkeit, wobei das
auch schön wäre, sondern von Akzeptanz und Beendigung der Trennungsenergie. :)))
So und dann habe ich versucht mich wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf der Verwirrung zu ziehen. Bin viel in die Wahrnehmung und Stille gegangen und habe meine Wahrnehmung überprüft.
Hinterfrage so lange alles, bis du auf etwas stößt, von dem du weißt, daß es ganz sicher existiert, etwas was gerade hier und jetzt da ist.
Hab ich brav gemacht. Aber es war ein nervenaufreibendes Ringen.
Was ist unumstößlich, habe ich mich gefragt?
"Ich" bin bewusst wahrnehmend und lebendig.
Denken geschieht, Lauschen geschieht, sehen geschieht, spüren geschieht.....aber keiner ist da, der es tut. Es geschieht und obliegt niemals der Kontrolle eines Ichs. Alles was geschieht, geschieht nicht mir, ist nicht Ich, ist nicht meins. Alles was geschieht ist unpersönlich. Ich existiere nicht als eine getrennte Person. Dieses Ich/Person erscheint als Gedanken, Geschichte. Diese Ichgeschichte ist auch Teil dessen, was geschieht und entzieht sich der Kontrolle. Mir wurde klar, dass auch zweifeln geschieht, aber dass da keiner ist, der zweifelt. Dieser Gedanke hat geholfen da rauszufinden.
Alles was geschieht, wird bewusst wahrgenommen. Bewusstes wahrnehmen geschieht genauso wie alles andere auch. Da ist kein Ich das wahrnimmt, obwohl das manchmal so erscheint. Dann allerdings entsteht eine fiktiveTrennung zwischen wahrnehmen und Wahrgenommenem.
Wahrnehmungsobjekte erscheinen und verschwinden, sind unbeständig. Wahrnehmungsobjekte existieren nicht unabhängig von bewusstem Wahrnehmen.Bewusstes Wahrnehmen scheint allerdings nicht durch die wahrgenommenen Objekte bestimmt zu sein. Das Empfinden von lebendigem bewussten Dasein existiert ob Gedanken da sind oder nicht, so kann wahrgenommen werden, wie Gedanken darin auftauchen. Ich habe nicht den Eindruck, dass Bewusstsein erst zusammen mit den Gedanken entsteht. Wenn Gedanken auftauchen, ist da keine Lücke zwischen den Gedanken und dem bewussten Wahrnehmen. Deshalb nehme ich an, dass sie aus demselben "Stoff" sind wie Bewusstsein, also Bewusstsein sind. Dies gilt auch für andere Sinnesobjekte. Klar erkennen konnte ich es nur mit Gedanken und Empfindungen in der Meditation. Das gleiche gilt für Ich-Gedanken. So tauchen Therapeutengedanken auf, wenn Therapeutengedanken benötigt werden, und Muttergedanken, wenn Muttergedanken benötigt werden. Nur mit den Zweifelgedanken konnte ich nicht so entspann umgehen ;)
Wenn das so gesehen wird, ist alles leicht und im Fluss. Leicht und im Fluss sein, scheint im Lebensfluss nicht immer gebraucht zu werden ;)
Bewusstsein hat keine erfahrbare Grenze, keine Form, kein Anfang, kein Ende, kein Alter, kein Geschlecht usw. Das was es am ehesten beschreibet, ist eine zeitlose, wache, offene, Stille. Es ist nicht persönlich und scheint durch nichts bedingt zu sein. Eslässt sich nicht zum Objekt machen.
Diese Erkenntnis ist nicht stabil und muss immer wieder hergestellt werden. Oder stellt sie sich immer wieder von selbst her? Es gibt da wohl auch keine Kontrolle darüber :)
Viele liebe Grüße
Dagmar

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Wed Mar 21, 2018 5:24 pm

Liebe Dagmar,

Entschuldige die Wartezeit. Ich bin krank geworden und melde mich, sobald ich wieder fit bin.

Liebe Grüße
<3

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Wed Mar 21, 2018 5:46 pm

Lieber Daniel,
das tut mir Leid. Ich hoffe, dass du bald wieder auf die Beine kommst und wünsche Dir gute Besserung. Freue mich wieder von Dir zu hören.
Mit den besten Wünschen <3
Dagmar

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Tue Mar 27, 2018 7:02 pm

Liebe Dagmar,

ich bin wieder da. :)
Wie geht es Dir? Was hat sich getan in den letzten Tagen?

Dein letzter Absatz klingt sehr klar.

Wo herrscht momentan noch Unklarheit?
Ist die Suche beendet?
Magst Du weiter untersuchen?

Liebe Grüße
<3

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Tue Mar 27, 2018 9:19 pm

Lieber Daniel,
schön dass du wieder da bist :))) Hab unseren Austausch wirklich vermisst. Hatte heute einen langen Tag und muss ins Bett, deshalb melde ich mich morgen ausführlicher. Ich habe den Eindruck, dass ich nicht durch bin mit allem. Weiß aber auch nicht was es ist, was fehlt und hoffe, du kannst mir da weiterhelfen. Es ist so, als gebe es noch einen dünnen Schleier dazwischen. So, als müsste ich Schritt für Schritt noch einmal nachvollziehen...
Sei ganz herzlich gegrüßt
Dagmar

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Tue Mar 27, 2018 9:50 pm

Ja, gerne.
Bis morgen.
<3

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Wed Mar 28, 2018 9:57 pm

Lieber Daniel,
auf Deine Fragen:
Wie geht es Dir? Was hat sich getan in den letzten Tagen?
Wo herrscht momentan noch Unklarheit?
Ist die Suche beendet?
Magst Du weiter untersuchen?
Hier ein paar versuchte Antworten.
Meine Tage waren sehr wechselhaft. Zweifel, auch Gefühle von Haltlosigkeit, aber immer auch Frieden, Klarheit und Stille. System in Aufruhr! Zur Zeit geht es mir gut. Die Klarheit ist zurückgekehrt und doch bleiben offene Fragen.
Vielleicht gebe ich Dir ein paar Eindrücke aus meinen Notizen der letzten Tage wieder, damit ich nicht wieder ein klares konzeptuelles Resümee abliefere. Was hat sich verändert?
Impressionen:
Gelassenheit und Vertrauen in den Lebensfluß... Ende April fliege ich alleine nach San Francisco....Angst weicht einem Vertrauen, dass zur rechten Zeit das Richtige entschieden und getan wird (Hatte mich bevor ich mich in diesem Forum angemeldet habe, zu einem Retreat/Satsang bei Jon Bernie angemeldet. Hingehen oder nicht? Die Entscheidung wird fallen)
Volle Vase fällt um. Inhalt ergießt sich über den ganzen Tisch....Reaktion, Handlung geschieht bei einer totalen inneren Stille.Keine Geistesregung. Bemerkenswert!
Bin mehr im Fluß....immer wieder Zurückkehren in die Stille...
Frieden und Gelassenheit beim Autofahren....Lebendigsein....Leichtigkeit....Offenheit....feines Vibrieren. (Dieses feine, perlige Vibrieren des Körpers ist bemerkenswert, geschieht häufig.. und dahinter ist Stille)
"Alles ist aus Stille gemacht, geschieht in der Stille und aus der Stille heraus."
Warten auf Antwort von Daniel. Wer wartet? Keiner. Einfach nur Danielgedanken und dann zurückkehren in die Stille.
Aber dann wieder Warten und schauen... Daniel antwortet immer noch nicht... Fühle mich verlassen. Kenne dieses Verlassenheitsgefühl, wechselt ab mit Getriebensein, Anspannung, Unruhe... Sehnsucht. Wann meldet er sich, wann geht es endlich weiter?
Zweifel!!! Da ist es doch das Ich. Also doch nichts erkannt? Das dürfte doch nicht passieren dieses Gefühl von Festhängen, verwickelt, besessen Sein oder was auch immer das ist. Alles nur um dieses Gefühl des Verlassenseins nicht zu fühlen.
Dann die Erkenntnis, mich mit Daniel beschäftigt halten, verhindert dass nicht klar gesehen wird.
Die Untersuchung kann doch weiter gehen ohne Daniel.
Als Stütze Robert Saltzman gelesen. War ein riesen Fehler. Verwirrung verstärkte sich und Gefühle von Sinn- und Hoffnungslosigkeit.... Haltlosigkeit.. nichts mehr war sicher, alles in Frage gestellt...
Dann wieder zur eigenen Erforschung zurückgefunden.
Was ist unumstößlich wahr? Nicht nur kognitiv. Kein Ich , das ist Klar. Empfinden von bewusstem, wahrnehmendem Dasein. Alles geschieht von alleine: Sehen, spüren,denken, bewegen, schreiben, schmecken, reden...Keiner, der das Ganze steuert oder kontrolliert. Macht jemand das Sehen? Nein. Gibt es ein Ich/Person die sieht? Nein.Ist Sehen getrennt von Wahrnehmen? Nein. Gibt es einen Wahrnehmenden? Nein. Wie kommt die Wahrnehmung ins Bewusstsein? Sie kommt nicht, sondern ist einfach da. Es gibt kein Außen und somit kein Innen.
Das Dasein, das Wahrgenommene und das Wahrnehmen lassen sich nicht voneinander trennen.
Und dann trotzdem immer dieses Empfinden, dass alles Wahrnehmen, beobachten von einem Zentrum ausgeht. Als ob es da einen getrennten Beobachter gäbe. Ist der Beobachter nun das neue Ich?
Offene Fragen:
Ist Bewusstsein ein Produkt des Gehirns und damit begrenzt oder universell und unbegrenzt? Bewusstsein erscheint zwar unbegrenzt, aber ist das nur eine Illusion? Wenn Bewusstsein Gehirngebunden ist, dann zerfällt es, wenn das Gehirn zum Beispiel durch Alzheimer erkrankt. Wenn alles im Bewusstsein erscheint und nichts davon getrennt ist, gibt es etwas Unabhängiges außerhalb von Bewusstsein? Ist Bewusstsein und Liebe dasselbe und eine universelle Kraft oder ist Liebe nur ein Menschending, gebunden an persönliche Belange? War meine durch Meditation ausgelöste Erfahrung von grenzenloser Liebe und Bewusstsein nur fake? Ein Wunschglaube?
Ist das Ego eine Fehlsteuerung des Systems, die wenn erkannt dazu führt, dass die Welt ein liebevollerer, freundlicherer Ort wird? Lebendigsein schön und gut, aber Leben kann sehr grausam sein. Dem Leben ist das einzelne Lebewesen egal. Ist das Ich nicht auch ein Bollwerk gegen die Vernichtung, die allerorten und zu allen Zeiten droht? Gibt es etwas nach der Vernichtung dieses Körpers? Das sind doch existenzielle Fragen oder?
Das hats einfach reingespült in den letzten Tagen und für sehr viele Turbulenzen gesorgt und den Boden unter den Füßen weggezogen, haltlos gemacht.
Und vorhin die letzte Erfahrung durch die Spiegelübung:
Bewegung geschieht in dieser unbewegten Stille, bezeugt durch Stille. Diese unbewegte Stille bezeugt diese Bewegung ohne Verursacher. Körper ist Vibrieren im Raum. Lebendigsein und Klarheit. Kein Ich-keine Dagmar. In diesen Momenten ist alles fraglos gut. Ist viel Stoff so auf einmal. Kriegst nun die geballte Ladung ;)
Herzliche Grüße und herzlichen Dank für Alles, vor allem für diese gleichbleibende Geduld und Freundlichkeit.
Dagmar

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FreyaLuna
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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Wed Mar 28, 2018 10:23 pm

Nachtrag:
Alles klar und doch geht das Untersuchen weiter, damit die Erkenntnis sich festigen kann.Misstrauen ist noch da. Kann dem ganz getraut werden? Fühlt sich eher an wie ein Umwälzungsprozess und nicht wie ein unumstößliches einmaliges Ereignis.Ergibt das einen Sinn? Wo ist noch was im Wege? Siehst du etwas, was ich übersehe?
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Thu Mar 29, 2018 11:09 am

Liebe Dagmar,
Fühlt sich eher an wie ein Umwälzungsprozess und nicht wie ein unumstößliches einmaliges Ereignis.Ergibt das einen Sinn?
Ja, es könnte auch wie eine Art Ernüchterung wirken. Bei jedem ist es anders, man kann da keine Vergleiche ziehen, oder vorher Wissen, wie sich so ein Erkennen vollzieht. Bei manchen rieselt diese Klarheit langsam herein, bei anderen spontan und unmittelbar.
Der Prozess - wie du ihn nennst - ist ja nicht beendet, wenn das ICH Empfinden entlarvt ist. Es ist sozusagen erst der Anfang.
Dann die Erkenntnis, mich mit Daniel beschäftigt halten, verhindert dass nicht klar gesehen wird.
Die Untersuchung kann doch weiter gehen ohne Daniel.
Als Stütze Robert Saltzman gelesen.
Ah, gute Erkenntnis. :)
Das geschriebene Wort ist eben das, was Verwirrung schafft. Es geht nicht um die Worte, genausowenig wie es in einem Restaurant um die Speisekarte geht. (Ich mag das Gleichnis) :)
Lass alles beiseite.
Verwirrung verstärkte sich und Gefühle von Sinn- und Hoffnungslosigkeit....Haltlosigkeit
Fühle mich verlassen. Kenne dieses Verlassenheitsgefühl,
dieses Gefühl von Festhängen, verwickelt, besessen Sein oder was auch immer das ist. Alles nur um dieses Gefühl des Verlassenseins nicht zu fühlen.
Schau da nochmal hin...In der direkten Erfahrung wird ein sehr deutlicher Unterschied zwischen Körperempfindungen und Gefühlen gemacht. Beide sind nicht das gleiche. :-)
Körperempfindungen = z.B. Schmerz, flaues Gefühl, Kribbeln, Herzrasen, Druck, Temperatur
Gefühle = Körperempfindungen bekommen einen Namen z.B. "Verlassenheitsgefühl", oder die Gefühle von Sinn- und Hoffnungslosigkeit....Haltlosigkeit.

Beobachte noch einmal, wie die Gedanken kommentieren.
Wissen die Empfindungen etwas über die Namen/Gedanken? Wissen die Namen/Gedanken etwas über die Empfindungen?
Was passiert da, wenn der Name/Gedanke hinzukommt?
Sind die Empfindungen im direkten Erleben eigentlich positiv, negativ oder eher neutral?
Das sind doch existenzielle Fragen oder?
Schau interessiert zu, wie Fragen auftauchen, antworten generiert und gesucht werden...daraus neue Fragen entstehen, neue Antworten erscheinen. Ein Endloses Gedankenspiel. Gehe "tiefer": Wo in diesem Gedankenspiel ist jemand auszumachen, der das alles Wissen muss? Und der Fragensteller? Kommen die Fragen von einem ICH? Erreichen die Antworten ein ICH?
Schau da wirklich nochmal genau hin.
Und dann trotzdem immer dieses Empfinden, dass alles Wahrnehmen, beobachten von einem Zentrum ausgeht. Als ob es da einen getrennten Beobachter gäbe. Ist der Beobachter nun das neue Ich?
Es könnte auch das Empfinden da sein, als ob sich ein Zwerg unter dem Bett versteckt, oder ein Gespenst im Keller spukt. Heißt das, das wirklich ein Zwerg da sein muss, oder ein Gespenst im Keller sitzt?
Schau einfach mal nach, wo der getrennte Beobachter und dieses Zentrum sich verstecken. :)

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Daniel777
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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Thu Mar 29, 2018 11:11 am

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Fri Mar 30, 2018 11:13 am

Lieber Daniel,
Ja, es könnte auch wie eine Art Ernüchterung wirken.
Ja, das trifft es ganz genau!!! Ernüchterung! Was nun? Suchen kann eine lebensfüllende Beschäftigung sein :) Was mache ich nun mit meinem Leben? In all den spirituellen Büchern stand nie drin (oder ich habe es überlesen) dass die Erkenntnis darin besteht zu erkennen, dass es kein Ich gibt. Es ging immer um universelles Bewusstsein. Auch die, in der Meditation gemachten Erfahrungen von grenzenlosem Bewusstsein/ Liebe wurden im Nachhinein auf ein Ich bezogen. Kein Lehrer hat mich jemals darauf aufmerksam gemacht, dass es dieses Ich nicht gibt. Einmal habe Ich einen Lehrer sogar gefragt, wer da schaut und beobachtet. Das Komische daran ist, dass ich auch meinen Patienten immer erzähle, dass das Ich ein (oft schmerzliches) Konzept, eine Erzählung ist, aber was es im Endeffekt bedeutet, in letzter Konsequenz, habe ich nicht wirklich durchdrungen. Das ist jetzt dank Deiner Hilfe klar. Es existiert kein Ich und hat noch nie existiert außer als Geschichte/Gedanke, gekoppelt an Empfindungen, die als "mein Körper" deklariert werden. Es kann erfahren werden, wie es entsteht und vergeht, also unbeständig ist, wie jede andere Erscheinung auch. Diese innere Stimme, die alles kommentiert und bewertet und sagt, was und wer ich und die anderen sind, ist wie eine Trance. Es gibt keine Kontrolle über diese Stimme. Sie ist eine gelernte Gewohnheitsenergie, ein Muster, das „mich“ das ganze Leben über begleitet .Auch das stimmt nicht. Da ist keiner der begleitet wird. Sie ploppt einfach rein. Ernüchterung hat auch mit den Vorstellungen und Erwartungen zu tun bezüglich dessen, was Erleuchtung/Erwachen ist. Das es etwas Besonderes ist, ( in diesem Leben unerreichbar) , dass alle Probleme verschwinden, und Glückseligkeit beständig ist. Das ist mir klargeworden, dass das nicht der Fall ist. Nur wenn weiter Ichzeug auftaucht, tauchen Zweifel auf an der Erkenntnis, dass es dieses Ich nicht gibt. Es wird dann geglaubt, dass Erkennen nicht stattgefunden hat. Was auch wiederum ein Gedanke ist. Verflixt! Dabei geht es wohl darum zu erkennen, dass das weiterhin einfach geschehen wird, und dass Gefühle wie Verlassenheit auftauchen können, aber dies kein Beweis dafür ist, dass es ein Ich gibt, das verlassen ist oder sich verlassen fühlt. Ja und danke noch einmal für den Hinweis, dass“ mich verlassen fühlen“ natürlich nur ein Gedanke ist. Da ist kein Ich, das sich verlassen fühlt. Da ist nur ein Gedanke und Empfindungen. Das war mir eigentlich klar und dennoch bin "Ich" in die Falle getappt ( auch das nur ein Gedanke).
Wissen die Empfindungen etwas über die Namen/Gedanken? Wissen die Namen/Gedanken etwas über die Empfindungen?
Was durch deine Frage neu erlebbar wird, ist dass in den Empfindungen selbst, das Verlassensein nicht drinsteckt. Es ist nur Empfinden ohne Name und Bedeutung von gut oder schlecht!!! Empfindungen sind einfach. Wobei eine Unterscheidung stattfindet zwischen angenehm und unangenehm. Die Empfindung selbst weiß nichts von einem Verlassensein. Und ganz wichtig, sie ist kein Beweis für ein ICH, das existiert und verlassen ist.
Wissen die Empfindungen etwas über die Namen/Gedanken? Wissen die Namen/Gedanken etwas über die Empfindungen?
Was passiert da, wenn der Name/Gedanke hinzukommt?
Nein, die Empfindungen wissen nichts über die Gedanken und die Gedanken nichts über die Empfindungen und doch bedingen sie sich irgendwie, stehen in einer Wechselwirkung. Gedanken lösen Empfindungen aus. Aber vielleicht gibt es da gar keine Kausalität. Sie geschehen gleichzeitig. Vielleicht sind die Empfindungen das Energiemuster der Gedanken. Empfindungen werden durch Gedanken interpretiert. Gedanken halten Empfindungen aufrecht und Empfindungen Gedanken. Und manchmal haben sie nichts miteinander zu tun. Aber im Falle der Verlassenheit, waren es Gedanken, die Empfindungen ausgelöst haben, die wiederum Gedanken ausgelöst haben. Und zu allem Überdruss gesellte sich noch ein Ichgedanke dazu (Ich bin, verlassen, haltlos...) Ich –Gedanken schaffen Verbindungen und Bedeutung, Festigkeit, Beständigkeit, wo keine ist.. So in der Nachschau alles klar. Aber in der Situation selbst lief das wie ein schneller Film ab und entwickelte sich zu einer energetischen Lawine (Nur eine Metapher, wie dein Speisekartenvergleich. Übrigens ein schöner Vergleich)
Das sind doch existenzielle Fragen oder?
Schau interessiert zu, wie Fragen auftauchen, antworten generiert und gesucht werden...daraus neue Fragen entstehen, neue Antworten erscheinen. Ein Endloses Gedankenspiel. Gehe "tiefer": Wo in diesem Gedankenspiel ist jemand auszumachen, der das alles Wissen muss? Und der Fragensteller? Kommen die Fragen von einem ICH? Erreichen die Antworten ein ICH?
Schau da wirklich nochmal genau hin.
Das mache ich.
Dafür nehme "ich" mir Zeit. Interessant ist die Frage schon, wer da untersucht und sich Zeit nimmt, so ohne Ich. Hat Bewusstsein ein Interesse an einer Untersuchung ;) Und wer begleitet da wen? Wer unterhält sich hier mit wem? Bewusstsein mit Bewusstsein? Auf jeden Fall ein schönes Spiel :)))
Hier vorläufig das, was gleich dazu kam.
Was bei all den "existenziellen" Gedanken durchscheint, ist wohl sowas wie Angst. Ich kann sie nicht wirklich fühlen, aber sie äußert sich im Versuch, Sicherheit in den Konzepten zu finden. Ich hätte gerne einen direkt, erfahrbaren Zugang zur Angst. Wer will da was? Aaaah! Keiner!!! Sicherheit in den Konzepten zu finden ist die Angst!!! Sie taucht auf und wird einem Ich zugeordnet. Es ist Verlustangst. Verlust von Vertrautem, Wunsch nach Beständigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit. Wer wünscht sich das???? Wieder keiner. Der Zwerg unterm Bett :))
„ Ich“ habe diese Angst zweimal ganz deutlich gefühlt. Einmal in einer Meditation über meine Leiche, in der sich der Körper auflöste und als Verlorenheit nach der Trennung von meinem Mann, als alle Identifikationen und die konstruierte Identität wegbrachen und ich mich wie ein schwimmender, orientierungsloser Korken auf einem offenen Meer fühlte. Orientierungslosigkeit tauchte auf und das Leben ging einfach weiter. Es waren immer Gedanken, die für real gehalten wurden. Das geschieht immer noch.
Schau einfach mal nach, wo der getrennte Beobachter und dieses Zentrum sich verstecken. :)
Es ist kein getrennter Beobachter, es ist beobachten/wahrnehmen, das geschieht und doch wirkt es so, als ob es von einem Punkt aus geschieht. Das ist allerdings nur so, wenn es das Sehen betrifft. Gedanken tauchen einfach im offenen Raum auf, Geräusche und Empfindungen auch, aber beim Sehen selbst erscheint es so, als gäbe es einen Bezugspunkt, von dem aus Sehen geschieht, aber keinen Seher oder Beobachter.
Mir ist klar, dass es da keinen Sehenden gibt und kein vom Sehen unabhängig existierendes Sehobjekt. Es ist eine untrennbare Einheit und doch.... es ist schwer zu erklären... da ist eine empfundene Perspektive . Wenn die Straße überquert wird, ist die auch sehr nützlich ;)

schöne freie Ostertage und
LG Dagmar

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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Fri Mar 30, 2018 8:30 pm

Liebe Dagmar,
Was durch deine Frage neu erlebbar wird, ist dass in den Empfindungen selbst, das Verlassensein nicht drinsteckt. Es ist nur Empfinden ohne Name und Bedeutung von gut oder schlecht!!! Empfindungen sind einfach. Wobei eine Unterscheidung stattfindet zwischen angenehm und unangenehm. Die Empfindung selbst weiß nichts von einem Verlassensein. Und ganz wichtig, sie ist kein Beweis für ein ICH, das existiert und verlassen ist.
So ist es. Schön beschrieben. :)
Was bei all den "existenziellen" Gedanken durchscheint, ist wohl sowas wie Angst. Ich kann sie nicht wirklich fühlen, aber sie äußert sich im Versuch, Sicherheit in den Konzepten zu finden.
Sicherheit in den Konzepten zu finden ist die Angst!!! Sie taucht auf und wird einem Ich zugeordnet. Es ist Verlustangst. Verlust von Vertrautem, Wunsch nach Beständigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit.
Ich kann diese Gedankengänge gut nachvollziehen. Kein Grund zur Sorge. :)
Es geht nichts wirkliches verloren, ausser einer vertrauten Illusion. Und mit wirklich meine ich das, was nicht verschwindet, wenn Du nicht mehr daran glaubst.
Gibt es sowas wie Beständigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit?
Das es etwas Besonderes ist, ( in diesem Leben unerreichbar) , dass alle Probleme verschwinden, und Glückseligkeit beständig ist. Das ist mir klargeworden, dass das nicht der Fall ist. Nur wenn weiter Ichzeug auftaucht, tauchen Zweifel auf an der Erkenntnis, dass es dieses Ich nicht gibt. Es wird dann geglaubt, dass Erkennen nicht stattgefunden hat. Was auch wiederum ein Gedanke ist. Verflixt! Dabei geht es wohl darum zu erkennen, dass das weiterhin einfach geschehen wird, und dass Gefühle wie Verlassenheit auftauchen können, aber dies kein Beweis dafür ist, dass es ein Ich gibt, das verlassen ist oder sich verlassen fühlt.
Genau. Da scheint sich etwas grundlegendes geklärt zu haben. Das freut mich.
Interessant ist die Frage schon, wer da untersucht und sich Zeit nimmt, so ohne Ich. Hat Bewusstsein ein Interesse an einer Untersuchung ;) Und wer begleitet da wen? Wer unterhält sich hier mit wem? Bewusstsein mit Bewusstsein? Auf jeden Fall ein schönes Spiel :)))
Zu verstehen ist es nicht. Tu das verstehen wollen beiseite. Nutze immer wieder die Sinnliche, Direkte Erfahrung, liebe Dagmar.
Mir ist klar, dass es da keinen Sehenden gibt und kein vom Sehen unabhängig existierendes Sehobjekt. Es ist eine untrennbare Einheit und doch.... es ist schwer zu erklären... da ist eine empfundene Perspektive . Wenn die Straße überquert wird, ist die auch sehr nützlich ;)
Hihi. Ja, nützlich und dennoch Traumgleich....irgendwie...:)
Schau da wirklich nochmal genau hin.
Das mache ich.
Super. Bin gespannt...bis dahin.
<3

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Re: Erwacht und frei

Postby FreyaLuna » Sat Mar 31, 2018 7:40 pm

Lieber Daniel,
bin über die Osterfeiertage zu Besuch bei meiner Familie und schaffe es heute nicht mehr zu schreiben.
Ich melde mich morgen wieder.
Herzliche Grüße
Dagmar

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Re: Erwacht und frei

Postby Daniel777 » Sun Apr 01, 2018 8:14 am

Alles gut. Schönen Ostersonntag.
<3


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