Von einem der auszog, das Leben zu lieben

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flowings
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Thu Oct 05, 2017 9:44 pm

Lieber Alaya,
Beobachte bitte, ob sich durch meine Äusserungen bzgl. “kristallklarem Erleben“ neue (oder alte) Erwartungen (wieder)aufbauen. Bleib da wach und aufmerksam.
Kein Gedanke, dem du Glauben schenkst, wird zu Klarheit führen!

Das ist dann auch kein “mit Sicherheit annehmen“, sondern schlicht und einfach kristallklares Erleben. (Obwohl dieses gedankliche “Ichen“ durchaus noch aktiv sein kann)
An ein "Ich" glaube ich nicht mehr, aber solange sich das "kristallklare" Erkennen noch nicht eingestellt hat, übe ich halt weiter ...
Glaubst du, dass es kein Ich gibt, weil bestimmte Gedanken Grund zu dieser Annahme geben?
Oder weißt du, dass es kein Ich gibt, weil du - egal wo du gesucht hat - nichts gefunden hat?


Schau hin:
Was weißt du? (aufgrund dessen, was du wirklich erlebst, nicht aufgrund von Vermutungen oder Schlussfolgerungen)
Gibt es da etwas, was ganz sicher da ist?
Etwas, was eindeutig erlebt wird?
Was ist das?


Alles Liebe,
Daniel
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby alayaamra » Sat Oct 07, 2017 9:10 am

Glaubst du, dass es kein Ich gibt, weil bestimmte Gedanken Grund zu dieser Annahme geben?
Oder weißt du, dass es kein Ich gibt, weil du - egal wo du gesucht hat - nichts gefunden hat?
Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus beidem: Ich glaube, dass es kein "Ich" gibt, weil ich es nur als auftauchenden Gedanken finde.
Kein Gedanke, dem du Glauben schenkst, wird zu Klarheit führen!
Darin besteht eigentlich die Übung, die ich praktiziere, den Gedanken eben keinen Glauben mehr zu schenken.
Schau hin:
Was weißt du? (aufgrund dessen, was du wirklich erlebst, nicht aufgrund von Vermutungen oder Schlussfolgerungen)
Gibt es da etwas, was ganz sicher da ist?
Etwas, was eindeutig erlebt wird?
Was ist das?
Kann es sein, dass es einfach nur ein anderes Sehen ist? Schwer auszudrücken, ein Sehen aus einer anderen Perspektive. Es ist so, als müsste ich nur den Fokus wegnehmen oder mehr aus dem Inneren heraus schauen, dann kann das Wahrnehmen selbst deutlicher erlebt werden. Und dabei erscheint eben dieses Gefühl, da ist "etwas", das ich in der sonst üblichen Art des Schauens gar nicht bemerke. Und zwar genau hier, wo ich mich befinde, ist der Ausgangspunkt dieser Wahrnehmung, irgendwie weiter hinten oder weiter innen. Ja, dahinter. Du hast doch auch gesagt "Schau dahinter". Könnte es das sein?
Vielleicht verlasse ich hiermit schon wieder die Richtung, aber nur so kann ich derzeitig überhaupt eine andere Sicht erleben.

Bin gespannt auf deine Einwände :^)
Alaya

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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Sat Oct 07, 2017 10:24 am

Glaubst du, dass es kein Ich gibt, weil bestimmte Gedanken Grund zu dieser Annahme geben?
Oder weißt du, dass es kein Ich gibt, weil du - egal wo du gesucht hat - nichts gefunden hat?
Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus beidem: Ich glaube, dass es kein "Ich" gibt, weil ich es nur als auftauchenden Gedanken finde.
Kein Gedanke, dem du Glauben schenkst, wird zu Klarheit führen!
Darin besteht eigentlich die Übung, die ich praktiziere, den Gedanken eben keinen Glauben mehr zu schenken.
Ganz genau!


Kann es sein, dass es einfach nur ein anderes Sehen ist? (...)
Es ist so, als müsste ich nur den Fokus wegnehmen oder mehr aus dem Inneren heraus schauen, dann kann das Wahrnehmen selbst deutlicher erlebt werden.
Genau! Der “Fokus“, denn du da ansprichst, ist am Ende auch wieder wieder nur Teil dieser Gedanken(ge)schichten, die unser Erleben ununterbrochen interpretieren, kommentierten, etikettieren, analysieren usw.

Welche Informationen liefert das Erleben, wenn dem Denkprozess keine Beachtung geschenkt wird?
Was bleibt?
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby alayaamra » Mon Oct 16, 2017 10:07 am

Lieber Daniel,
entschuldige bitte, dass ich solange nichts von mir habe hören lassen.
Klare Antwort: Ja, ich bin noch da.
Am Wochenende hatte ich keine Gelegenheit zu schreiben und die Tage davor habe ich einfach nicht gewusst, was ich berichten sollte.
Welche Informationen liefert das Erleben, wenn dem Denkprozess keine Beachtung geschenkt wird?
Was bleibt?
Das ist eigentlich der direkte Hinweis, dem ich auch die letzten Tage gefolgt bin. Aber es ist fast unmöglich, dem Denkprozess zu entkommen.
Nun hat sich das Schauen etwas verändert: Ich kann etwas anschauen und dabei bei mir bleiben, so dass ich mich nicht permanent im Gesehenen verliere und darauf warte, dass sich irgendetwas verändert oder zeigt. Stattdessen bleibt die Aufmerksamkeit im "Hier", aber gleichzeitig wird das Gesehene unscharf und weiträumig. Dabei hatte ich mitten im Großstadtgetümmel das Gefühl, dass die Menschen zu Farben und Formen werden und da einfach nur Bewegung stattfindet. Das Gesehene verliert dabei an Substanz, wird irgendwie durchlässig. Es hat eine geringere Wirklichkeit oder Dichte.
Das war jetzt mal ein Versuch zu beschreiben, was sich da vollzogen hat, keine Ahnung, ob das nur eine Veränderung in der optischen Wahrnehmung ist oder irgendwelche Bedeutung hat.
Aber das Schauen aus dem Inneren heraus ist auf jeden Fall ein anderes als es vorher war. Und die Gedanken haben hierbei wenig Raum, es ist mehr ein unmittelbares Erleben, das keine Gedanken braucht. Ganz klar ist es auch nicht das herkömmliche "Ich", das da schaut, sondern etwas Frisches, immer wieder Neues. Es sagt nicht, ach, das kenne ich schon. Und es fühlt sich gut an und macht Lust auf Mehr ...

Liebe Grüße
Alaya

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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Mon Oct 16, 2017 11:44 am

Lieber Alaya,

Schön, dass du noch am Start bist!
Heiter weiter:
Nun hat sich das Schauen etwas verändert: Ich kann etwas anschauen und dabei bei mir bleiben, so dass ich mich nicht permanent im Gesehenen verliere und darauf warte, dass sich irgendetwas verändert oder zeigt. Stattdessen bleibt die Aufmerksamkeit im "Hier", aber gleichzeitig wird das Gesehene unscharf und weiträumig. Dabei hatte ich mitten im Großstadtgetümmel das Gefühl, dass die Menschen zu Farben und Formen werden und da einfach nur Bewegung stattfindet. Das Gesehene verliert dabei an Substanz, wird irgendwie durchlässig. Es hat eine geringere Wirklichkeit oder Dichte.
Was ist "Gesehenes"?
Gibt es "Gesehenes" abgetrennt vom Sehen?
Wo liegt der Unterschied?
Gibt es einen "Seher" abgetrennt vom Sehen? Wie sieht der aus? Wo ist der?

Stay simple! Suche nicht nach einer Antwort in den Gedanken
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby alayaamra » Mon Oct 16, 2017 2:36 pm

Hallo Daniel,
wenn ich mir nicht sicher wäre, dass du weißt, wovon du sprichst, würde ich jetzt sagen: Der spinnt doch!
Also wieder von vorne:
Was ist "Gesehenes"?
Sobald die Augen aufgehen, wird gesehen. Alles was sich vom leeren Raum abhebt wird gesehen als Farbe und Form.
Gibt es "Gesehenes" abgetrennt vom Sehen?
Nein, gibt es nicht in der unmittelbaren Erfahrung. Denn wenn die Augen zugehen, ist all das, was vorher gesehen wurde, nicht mehr sichtbar.
Wo liegt der Unterschied?
Ich habe nicht verstanden, worauf sich diese Frage bezieht.
Gibt es einen "Seher" abgetrennt vom Sehen? Wie sieht der aus? Wo ist der?
Wenn es wirklich nur der Mechanismus ist "Augen auf - Augen zu", dann ist da auch kein Seher. Es dämmert ...
Das meinst du mit einfach nur Sehen?
Und ich sprach immer von einer anderen Instanz, die das alles vernimmt, aber die hat offensichtlich nichts mit dem reinen Prozess des Sehens, Hörens usw. zu tun. Auch wenn ich weiterhin daraufhin beharre, dass es sie gibt, gehört sie wohl nicht auf diese Ebene und wird deshalb so vehement ignoriert in deinen Hinweisen. Ich glaube, das kann ich jetzt annehmen.
Ach so, und ein "Ich" hat rein gar nichts mit diesen Sinneswahrnehmungen zu tun. Als Erstes kommt das Sehen, dann der Verstand und dann erst das Ich zum Zuge. Das ist ja lustig (:

Gerne weiter,
Alaya

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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Mon Oct 16, 2017 4:07 pm

Lieber Alaya,
Wo liegt der Unterschied?
Ich habe nicht verstanden, worauf sich diese Frage bezieht.
Kannst du in der unmittelbaren Erfahrung des Sehens einen Unterschied wahrnehmen zwischen "Gesehenem" und "Sehen"?
Gibt es "Gesehenes" abgetrennt vom Sehen?
Nein, gibt es nicht in der unmittelbaren Erfahrung.
Wo liegt dann also der Unterschied zwischen Gesehenem und Sehen?
Gibt es irgendwo anders (ausserhalb der unmittelbaren Erfahrung) eine Trennung zwischen Gesehenem und Sehen?
Wo soll das sein?
Und ich sprach immer von einer anderen Instanz, die das alles vernimmt, aber die hat offensichtlich nichts mit dem reinen Prozess des Sehens, Hörens usw. zu tun. Auch wenn ich weiterhin daraufhin beharre, dass es sie gibt, gehört sie wohl nicht auf diese Ebene und wird deshalb so vehement ignoriert in deinen Hinweisen.

Was soll das für eine Instanz sein? Auf welcher Ebene soll sie sich befinden?
Ist das "darauf beharren" etwas anderes als glauben / denken / vermuten / spekulieren / hoffen, dass es diese Instanz gibt?
Kannst du - abgesehen von Gedanken darüber - diese Instanz in irgendweiner Art und Weise beobachten / wahrnehmen?
Gibt es etwas anderes als den reinen Prozess des Sehens, Hörens usw.?


Alles Liebe!
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby alayaamra » Tue Oct 17, 2017 12:23 pm

Lieber Daniel,
schön, dass du darauf eingehst, auch wenn ich die Fragen nur unzureichend beantworten kann:
Was soll das für eine Instanz sein? Auf welcher Ebene soll sie sich befinden?
Die Worte "Instanz" und "Ebene" sind nur hilflose Versuche etwas in Begriffe zu bringen, von dem ich eigentlich keine Ahnung habe, nicht weiß, woher es kommt, geschweige denn, was es ist. Ich kann es nicht greifen, nicht festhalten, nicht beeinflussen. Vielleicht ist es gar kein Ding, sondern auch ein Prozess oder noch etwas Anderes. No idea
Ist das "darauf beharren" etwas anderes als glauben / denken / vermuten / spekulieren / hoffen, dass es diese Instanz gibt?
Ich müsste nicht darauf beharren, wenn wir einen Weg fänden, es nicht aus dem Erleben auszugrenzen. Es taucht definitiv im Erleben auf. Witzigerweise immer öfter, seit du mir den Rat gegeben hast, mit der Suche aufzuhören. Natürlich, wenn ich darauf beharre, mache ich etwas damit. Wenn du mich aufforderst, aus der unmittelbaren Erfahrung zu berichten, und dieses Erleben eben darin auftaucht, dann beschreibe ich es so wie das Erleben auf sinnlicher Ebene oder das Auftauchen des "Ich-Gedankens" auch.
Kannst du - abgesehen von Gedanken darüber - diese Instanz in irgendweiner Art und Weise beobachten / wahrnehmen?
Ich brauche inzwischen keine Gedanken mehr darüber. Ich kann es nur unmittelbar erfahren. Und wenn ich anfange, es aus einer Distanz zu beobachten oder zu analysieren, ist es schon nicht mehr in der Wahrnehmung. Ich sage es mal so: Ich kann es wahrnehmen, aber wirklich nur aus der Unmittelbarkeit, nur ohne Gedanken, nur ohne Konzepte. Aber es kann mein Denken, Fühlen und Handeln für den Moment vollkommen befreien von eben diesen gedanklichen Einschränkungen.
Gibt es etwas anderes als den reinen Prozess des Sehens, Hörens usw.?
Dieses Erleben ist keine sinnliche Erfahrung, es wird nicht über die Sinne wahrgenommen, kein Sehen, Hören, Riechen usw., obwohl es überall einfließen kann. Das meinte ich mit der Aussage "auf einer anderen Ebene". Aber ich kann es auch sonst nirgendwo einordnen, insofern habe ich keine Antwort auf diese Frage.
Kannst du in der unmittelbaren Erfahrung des Sehens einen Unterschied wahrnehmen zwischen "Gesehenem" und "Sehen"?
Wenn ich mich ruhig hinsetze und nur schaue, erkenne ich, dass das Sehen eigentlich immer geschieht. Aber normalerweise nehme ich nur das Gesehene wahr und mache dann irgendetwas damit. Der Prozess des Sehens läuft automatisch ohne Einmischen. Ich könnte ihn auch bei offenen Augen nicht verhindern, habe also keinen Einfluss darauf. Und in jedem Moment des Sehens trifft es auf irgendwelche Objekte, die ich als "Gesehenes" bezeichne. Selbst wenn ich in den leeren Raum schaue, sehe ich diesen. Aber das könnte alles schon über den Verstand geschehen. Ich sehe gerade, wie ich den leeren Raum als solchen bezeichne. Gerade habe ich noch geglaubt, das Sehen beinhaltet das Gesehene, ist unvollständig ohne das Gesehene. Jetzt könnte ich aber auch sagen, das Gesehene ist unwichtig ohne den Verstand, der damit irgendetwas machen möchte. Sehen ohne Verstand beinhaltet gar keine Objekte, sondern nur unterschiedliche Farben und Formen und manchmal eben diese in Bewegung.
Gibt es irgendwo anders (ausserhalb der unmittelbaren Erfahrung) eine Trennung zwischen Gesehenem und Sehen?
Wo soll das sein?
Diese Frage schließt sich daran an. Was gibt es überhaupt? Es ist die Objektivierung des Gesehenen, die - jetzt immer klarer werdend - nur im Verstand passiert. Wenn es gelänge, das zu unterlassen, würde die Frage der Trennung vielleicht gar nicht auftauchen. Es ist eine räumliche Distanz, die hier wahrgenommen wird, und eine Trennung und damit den Unterschied impliziert. Du sagtest mal, dass die räumliche Abgrenzung im Verstand passiert. Vor ein paar Minuten hatte ich noch geschrieben, dass ich hierüber grad nicht hinauskomme.
Jetzt kann ich deiner an früherer Stelle gestellten Frage folgen: "Gibt es die Objekte überhaupt?" Nächste Frage: Gibt es das Gesehene überhaupt? Das könnte auch alles nur interpretiert sein!
Puh ...
Ich werde dem weiter folgen, mal sehen, ob sich das noch klarer zeigt.

Liebe Grüße
Alaya

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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Tue Oct 17, 2017 9:04 pm

Lieber Alaya!
Nochmal zu dieser Instanz, dieser Präsenz, diesem (_________)
Dieses Erleben ist keine sinnliche Erfahrung
Es ist schwer schwer schwer, in Worte zu fassen...
Ich feuere mal ein paar Salven aus meinem Wortschatz ab - mal schauen, ob sie auf Resonanz stossen:
Meinst du das 'Sein' hinter den Sinneswahrnehmungen? Reine Gegenwärtigkeit? Pures Bewusstsein? So etwas in der Art?


Weiter hier:
Wenn ich mich ruhig hinsetze und nur schaue, erkenne ich, dass das Sehen eigentlich immer geschieht. Aber normalerweise nehme ich nur das Gesehene wahr und mache dann irgendetwas damit.
Ganz genau! So funktioniert unser normales Erleben.
Gerade habe ich noch geglaubt, das Sehen beinhaltet das Gesehene, ist unvollständig ohne das Gesehene. Jetzt könnte ich aber auch sagen, das Gesehene ist unwichtig ohne den Verstand, der damit irgendetwas machen möchte. Sehen ohne Verstand beinhaltet gar keine Objekte, sondern nur unterschiedliche Farben und Formen und manchmal eben diese in Bewegung.
(...)
Was gibt es überhaupt?
(...)
Jetzt kann ich deiner an früherer Stelle gestellten Frage folgen: "Gibt es die Objekte überhaupt?" Nächste Frage: Gibt es das Gesehene überhaupt? Das könnte auch alles nur interpretiert sein!
Puh ...
Aha!
Kann irgendjemand beweisen, dass irgendein Objekt ausserhalb des Erlebens existiert?
Ich antworte mal selbst: Nein, das ist nicht möglich - wir gehen natürlich davon aus, wir glauben das.
Genau so, wie wir glauben, dass da ein 'Ich' als wahrnehmende Instanz tätig ist...
Das ist die Illusion der Trennung zwischen "Ich hier drinnen" und "die Welt da draussen" - wo eigentlich nur schlicht und einfach das (Er)Leben passiert...

Was ist ein ungehörtes Geräusch?
Was ist ein ungeschmeckter Geschmack?
Was ist ein ungerochener Geruch?
Was ist ein ungedachter Gedanke?
Was ist ein ungefühltes Gefühl?


Heiter weiter!
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby alayaamra » Wed Oct 18, 2017 11:20 am

Lieber Daniel,
Es ist schwer schwer schwer, in Worte zu fassen...
Ich feuere mal ein paar Salven aus meinem Wortschatz ab - mal schauen, ob sie auf Resonanz stossen:
Meinst du das 'Sein' hinter den Sinneswahrnehmungen? Reine Gegenwärtigkeit? Pures Bewusstsein? So etwas in der Art?
Na endlich =)
Ich dachte schon, es gäbe hier ein „Sprechverbot“ über dieses Thema.
Ja, wenn ich die von dir gebrauchten Wörter länger auf mich wirken lasse, könnten sie alle passen. Natürlich sind die mir auch geläufig in diesem Zusammenhang. Und vielleicht muss man tiefer vorgedrungen sein, um sie so zu erleben. Aber sie entsprechen nicht meiner direkten Erfahrung.
In mir erscheint es eher als eine Freude am Sein, ein immer wieder neues Schauen in die Welt, unvoreingenommen, unbeschrieben, offen wie ein Baby, das noch nichts vom Leid in dieser Welt erfahren hat. Ich habe es ja auch an früheren Stellen schon mal beschrieben, es ist nicht immer gleich, aber immer dieser gleiche Grundton, eingehüllt in Liebe, Freude, Frieden.
Vielleicht können wir noch klären, inwieweit es in diese Arbeit hier einfließen kann oder eben auch nicht. Hauptsache es wird nicht ignoriert oder gar als Gedanke oder Gefühl deklariert, das es als nichtexistent zu durchschauen gilt.

Nun wieder zur Untersuchung der sinnlichen Erfahrung:
Ich bemerke, dass da die Erwartung ist, etwas Anderes zu sehen als üblich. Diese Erwartung steht mir offensichtlich im Weg, aber ich kann nichts dagegen tun. Ich kann deine Worte alle nachvollziehen, aber wenn Sätze mit der Trennung auftauchen, steigt es aus.
... Das ist die Illusion der Trennung zwischen "Ich hier drinnen" und "die Welt da draussen" - wo eigentlich nur schlicht und einfach das (Er)Leben passiert...
Vielleicht weil der Verstand hierzu keinen Zugang hat und das wirklich nur erfahren werden kann? Da hilft so ein kleiner Flash auch nicht.
Kann man das wirklich üben? Ich habe so die Erfahrung mit mir und meinem Verstand gemacht, dass, wenn etwas unerwartet neu auftaucht, keine Abwehrmechanismen da sind, die das aufhalten könnten. Aber beim 2. und 3. Mal ist etwas dazwischen, das diese Erfahrung verhindert oder blockiert.
Ich bin ungeduldig und zweifle am Gelingen dieser Mission.
Ich muss mal wieder aufgeben, die Möglichkeit des Scheiterns zulassen. Vielleicht .... ?

’:-/

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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Wed Oct 18, 2017 2:03 pm

Lieber Alaya!
Vielleicht können wir noch klären, inwieweit es in diese Arbeit hier einfließen kann oder eben auch nicht.
Es gibt hier eigentlich nicht verschiedene Themen auf verschiedenen Wahrnehmungsebenen - das alles findet nur in den Wirrungen der Gedanken statt.
Auch wenn wir vordergründig unterschiedliche Aspekte untersuchen, ist da letztendlich nur das eine Erleben - und das ist viel viel simpler, als der Verstand sich vorstellen kann!
ALLES, was von dir erlebt wird kann in die Arbeit einfliessen - aber es geht am Ende immer und immer wieder nur um die eine Frage:
Ist da ein 'Ich' im Zentrum des Erlebens zu finden?

Lies dir doch bitte unter Einführende Worte nochmals aufmerksam den Abschnitt "Direktes Erleben" durch und überprüfe so deinen Fokus.

Ich bin ungeduldig und zweifle am Gelingen dieser Mission.
Bitte schau dir Ungeduld und Zweifel mal genau an - insbesondere die Identifikation und Anhaftung damit.
(Und versuche nicht, zu analysieren, interpretieren, theoretisieren usw!)

Hier ein paar Pointer:

Bist DU die Ungeduld / der Zweifel? Ist da ein 'Ich', dem das passiert?
Oder passieren diese Phänomene einfach - so wie alles andere?
Was ist das, was schnellstmöglich an einem Ziel angelangen möchte?
Welche Erwartungen hängen da noch mit dran?
Was ist Zweifel eigentlich genau?


Alles Liebe,
Daniel
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby alayaamra » Wed Oct 18, 2017 8:39 pm

Lieber Daniel,

danke für den Hinweis, die einführenden Worte waren wirklich noch mal klärend und beinhalten ja auch alles, was erfahren werden kann.
Für unsere Erforschung können wir die Direkte Erfahrung in 3 Hauptaspekte unterteilen:

1) Gedanken
2) Sinneswahrnehmungen
sehen
hören
riechen
tasten
fühlen (taktil und kinästhetisch)

3) Ein unverwechselbares Gefühl von Lebendigkeit
(Gegenwärtigkeit, Sein)
Dem braucht tatsächlich nichts hinzugefügt zu werden. Und alles unter dem Begriff "Erfahrung". Das ist stimmig. Jetzt ist es glasklar, worum es geht und dass das auch alles einschließt.
ALLES, was von dir erlebt wird kann in die Arbeit einfliessen - aber es geht am Ende immer und immer wieder nur um die eine Frage:
Ist da ein 'Ich' im Zentrum des Erlebens zu finden?
Und genau da können wir weitermachen. Jetzt ist die Sache rund und es fällt mir viel leichter, wirklich ohne irgendeine Ahnung oder Erwartung immer wieder neu hinzuschauen.

Zweifel und Ungeduld haben sich damit schon aufgelöst, es war ein Knoten entstanden, der jetzt entwirrt ist. Sehr schön.
Bist DU die Ungeduld / der Zweifel? Ist da ein 'Ich', dem das passiert?
Oder passieren diese Phänomene einfach - so wie alles andere?
Was ist das, was schnellstmöglich an einem Ziel angelangen möchte?
Welche Erwartungen hängen da noch mit dran?
Was ist Zweifel eigentlich genau?
Ich will mal trotzdem auf diese Fragen eingehen. Letztlich sind es ja nur Gedanken. Aber diese Gedanken waren ausnahmsweise mal nützlich, sonst wäre dieses Ergebnis jetzt nicht da. Gerade wollte ich sie mir noch auf die Fahne schreiben, aber das ist gar nicht nötig. Das Leben hat sich um sich selbst gekümmert. Das ist doch sehr erleichternd, wenn "Ich" da gar nicht gebraucht werde.
Ich kann zwar nicht "sehen", was ich da gerade postuliere, aber das fühlt sich schon mal gut an, ein Abstand ist entstanden. Ich muss nirgendwo mehr ankommen, es ist gerade nur Neugierde.

Vielen Dank
Alaya

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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Wed Oct 18, 2017 11:47 pm

Sehr schön!

Der 'Trick' besteht da drin, aufkommende Zweifel, Ungeduld, Ängste usw. mit Neugier zu beobachten; zu erkennen, dass da kein 'Ich' zugange ist, dass da irgendeinen Einfluss hat und zu schauen, was sich da tatsächlich gegen das Erleben stemmt:
Eben nichts weiter als Gedanken-(Ge)Schichten.

Nun schau auf diesen 'Abstand', mit dem du das betrachtest:
Ich weiss genau, was du damit meinst, aber ist das nun ein Abstand zwischen 'dir' und dem Erleben - oder ist es eher ein Nachlassen der Identifikation mit diesen Ge-Schichten?
Ein kleiner, aber feiner Unterschied...

Und: Ja, 'du' musst nirgends ankommen. Weil alles schon da ist, schon immer.
Du musst auch keine neuen Fähigkeiten erlernen oder trainieren - es muss nur erkannt werden, dass alles was geschieht, einfach geschieht - egal, ob da ein Glaube an ein 'Ich' involviert ist oder nicht.


Alles Liebe!
D.
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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby alayaamra » Thu Oct 19, 2017 7:29 pm

Lieber Daniel,

deine letzte Message ist eine wunderbare Zusammenfassung, auf die ich immer wieder draufschaue und die mir die nächsten Tage als Wegweiser dient.
Ich bin ab morgen bis kommenden Mittwoch unterwegs und weiß nicht genau, ob bzw. wann ich dazu komme, hier ins Forum etwas zu schreiben. Kann unregelmäßig oder auch gar nicht sein.

Herzliche Grüße
Alaya

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Re: Von einem der auszog, das Leben zu lieben

Postby flowings » Fri Oct 20, 2017 12:48 pm

Alles klar!

Schreib, wann immer du Zeit und Muße hast.

Hier noch eine kleine Anregung zur Achtsamkeit:

Versuch ruhig ab und zu mal, während des Tages, wenn du irgendetwas total Normales machst, plötzlich auf die Handlung, die gerade von dir ausgeführt wird, zu schauen - sozusagen, dich selbst bei dieser Tätigkeit zu erwischen:

Entscheidest du bewusst willentlich, zu atmen, zu gehen, dir eine juckende Stelle zu kratzen sie?
Erschaffst du jedes Wort selbst, dass du in einem Small-Talk-Gespräch sagst, bevor es von dir ausgesprochen wird?
Oder passiert das alles einfach?

Ist während dieser Tätigkeiten immer dieses Ichgefühl aktiv?
Oder nur, wenn du darüber nachdenkst?


Alles Liebe & bis bald,
Daniel
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