Weiter - Da helfen wir uns.

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Wed May 31, 2017 1:04 pm

Ahoi Matthias - Das ist gut so.
Danke für die Information.
Bis dann – Herzlichst Johannes

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby Matthias » Sat Jun 03, 2017 2:11 pm

Wenn die Steigeisen anfangen wegzurutschen, dann hat sich auch der Johannes schon fast in die Hosen gemacht.
Jetzt erlebe ich Hunger. Bald werde ich schlafen gehen und möchte daher nichts mehr essen. Jedoch trinke ich nach dem posten dieses Treads ein Klosterbräu.
Ich verspüre Abneigung vor bestimmten Dingen. Zum Beispiel Zigarettenrauch. Jedoch empfinde ich dennoch keinen Hass gegenüber Raucher_innen.
Aus deinen beschriebenen Gefühlen resultieren manchal Entscheidungen. Z. b. Ich habe Hunger/Durst - ich trinke ein Klosterbräu. Zum einen die Frage wer die Gefühle wahrnimmt und zum anderen woher kommt die Entscheidung und wer entscheidet das? Gibt es da Abwägungen z.B. ich könnte dies (Bier) oder das (Apfelscholrle) trinken?
LG Matthias

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Sun Jun 04, 2017 7:32 am

[Zum einen die Frage wer die Gefühle wahrnimmt]...
Das Wahrnehmen dieser Gefühle ist Bestandteil des auftauchenden Gefühlskomplex.
...[und zum anderen woher kommt die Entscheidung und wer entscheidet das?]
Entscheidung geschieht ausgehend davon, was zur Auswahl vorhanden ist. Prägung und Konditionierung des Gedankenkarussell führen anschliessend zur Entscheidung (Handlung).
Gibt es da Abwägungen z.B. ich könnte dies (Bier) oder das (Apfelscholrle) trinken?
Ja. Einerseits abhängig davon, was aktuell zur Auswahl steht. Andererseits wiederum aufgrund von Konditionierungen wie oben beschrieben.
Zum Beispiel wurde heute Morgen der Entscheid zugunsten einer Tasse Kaffee, statt einer Flasche Bier gefällt.

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby Matthias » Sun Jun 04, 2017 9:38 am

Ok... lass uns nochmal auf das hier zurückkommen. Evtl. greife ich das von dir Geschriebene zu einem anderen Zeitpunkt auf. Ich will nicht so viel vermischen...
"Ich vermisse die Kraft der Berge und Stille meiner Klause."
Was kannst du da für weitere Empfindungen hinter dem Vermissen erkennen.
LG Matthias

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Sun Jun 04, 2017 11:41 am

Was kannst du da für weitere Empfindungen hinter dem Vermissen erkennen.
Deine Frage bezieht sich auf dieses Posting von mir.
Jetzt ist kein Vermissen von Irgendetwas. Es ist da was ist. Damals war Erinnern an meinen Haupt-Lebensort, im Kontext zu viel Verkehrslärm des derzeitigen Aufenthaltsort. Hinter Vermissen kann nichts erkannt werden und vor Vermissen auch nicht. Vermissen steht als ein Gedankengebilde für sich alleine.

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby Matthias » Sun Jun 04, 2017 5:27 pm

Im Kontext zu viel Verkehrslärm des derzeitigen Aufenthaltsort.
So wie ich dich verstehe lebst du gerne zurückgezogen, weil die die "weltlichen" Dinge hinter Dir lassen möchtest. Ich kann es verstehen, wenn man Ruhe finden will, raus aus der Hektik und zurückgezogen leben kann. Was gibt Dir die Ruhe? Was spürst du wenn Ruhe da ist? Im Gegensatz dazu, wie wäre es wenn du im Lärm und Hektik dauerhaft leben müsstest?
LG Matthias

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Mon Jun 05, 2017 8:47 am

So wie ich dich verstehe lebst du gerne zurückgezogen, weil die die "weltlichen" Dinge hinter Dir lassen möchtest. Ich kann es verstehen, wenn man Ruhe finden will, raus aus der Hektik und zurückgezogen leben kann.
Gegenüber weltlichen Dingen findet kein grundsätzlicher Rückzug statt. Jedoch benötige ich Erholungszeiten und Schutz vor Hektik. So wird es möglich, mich immer wieder gut zu regenerieren.
Was gibt Dir die Ruhe? Was spürst du wenn Ruhe da ist?
Panta rhei – Alles fliesst … Wenn Ruhe ist, dann ist Empathie und Intuition.
Im Gegensatz dazu, wie wäre es wenn du im Lärm und Hektik dauerhaft leben müsstest?
Dann findet die permanente Reizüberflutung statt. Die Lebensqualität ist eine andere. Es würde sich in Reaktion Krankheit zeigen.

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby Matthias » Mon Jun 05, 2017 8:54 am

So wird es möglich, mich immer wieder gut zu regenerieren.
Was regeneriert sich da? Wie läuft das ab? Meinst du eher körperlich oder geistig?
LG Matthias

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Mon Jun 05, 2017 9:41 am

Was regeneriert sich da?
Die Vitalfunktionen wie zum Beispiel Kreislauf, Nervensystem und Verdauung.
Wie läuft das ab?
Es entsteht Abstand zu hektischen oder dichten Abschnitten.
Meinst du eher körperlich oder geistig?
Unter körperlich wird der Bezug zur Reorganisation der Vitalfunktionen gemacht.
Mit geistig gehst du in Bezug auf das Denkvermögen? Den Verstand?
Falls ja: Geistig kann keine Regeneration stattfinden. Denkarbeit nutzt körperliche Energie.
Falls Nein: Müsstest du diese Frage nochmals anders stellen.
(Vermutlich stellt der Grenzverlauf zwischen den Wortkonzepten Körper (körperlich) und Geist (geistig) grosse Anforderungen an die Grammatik.)

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby Matthias » Mon Jun 05, 2017 6:11 pm

Nun ob man sich nun geistig, (betreffend dem Denkvermögen) regeneriern kann oder nicht spielt für mich eine zweitrangige Rolle. Dogen im Zen schreibt: Körper, Geist = Eins. Insofern wird der Geist Regeneration im Körper wahrnehmen, also sind beide Instanzen zum gleichen Zeitpunkt gleich und eins, wenn Regenaration stattfindet. (Ein Konzept, eine Idee - nichts weiter ;) ).

Viel eher geht es doch hier bei uns um die Wahrnehmung, wer hier das Gefühl (anscheinend mehr der Körper) wahrnimmt sich zu regenerieren und wie sich das Erholen anfühlt (und wer Erholung fühlt: in Form von Entspannung, Müdigkeit als Vorläufer der Erholung, körperliche Prozesse aller Art.)

Das war mein Ausgangspunkt:
Jedoch benötige ich Erholungszeiten und Schutz vor Hektik.
Also aus der Befürchtung bzw. Erwartung heraus krank zu werden, benötigst du Stille, Ruhe und Abgeschiedenheit (manchmal). Gibt es da eine willentliche Entscheidung sich zu entspannen und zu regenerieren? Mich würde interessieren, stelle Dir einmal die Situation in einer Großstadt vor, mitten im Zentrum, Autolärm, Stimmengewirr, Gerüche, viele Sinneseindrücke jeglicher Art. Wie ginge es dir mit einer solchen Situation? Was merkst du da?

Hinter dem Rückzug steckt womöglich die Angst krank zu werden, kann ich das so behaupten?
Es würde sich in Reaktion Krankheit zeigen.
LG Matthias

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Mon Jun 05, 2017 8:16 pm

Da ist keine Befürchtung krank zu werden oder ein Wille, welcher vor Krank-Sein oder Krankheit schützen muss, will oder kann. Alles geschieht von alleine. Das Körper-Geist Konstrukt erlebt unter anderem Müdigkeit, reagiert darauf mit verminderter Reaktionszeit, Rückzug und damit verbundener Regeneration.

Die von dir beschriebenen Situationen und auch deren Kombinationen wie: Mitten im Grossstadtzentrum – Auto – Lärm – Gerüche - Stimmengewirr und Sinneseindrücke aller Art geschehen so wie sie passieren und werden dieserart wahrgenommen. Wenn dieses Geschehen in ein Ermüden führt - wahrgenommen durch den Körpersinn-Apparat, das Körper–Geist-ist-Eins Dingsbumms, des Selbstgefühl oder was sonst noch an Hinweise zum aktuellen Da-Sein angeführt werden können - dann geschieht in Folge Rückzug und Regeneration. Das ist wie die Abfolge von Tag und Nacht und Tag oder Vivaldis vier Jahreszeiten.

Was soll von wem gemerkt werden?
Soll ein Bewerten dessen stattfinden was destruktiver Lärm oder konstruktiver Lärm sei? Gibt es solche oder solche von diesen oder jenen Gerüchen? Die Welt passiert. Dinge davon erscheinen mittels Wahrnehmung und provozieren klare Reaktionen. Eine Reaktion ist, dass es Johannes nach einem achtstündigen Arbeitstag abtischt und das es ihm nicht zuträglich ist im Zentrumskaffee dem Sinnesdröhn zu fröhnen. Warum auch? Aber möglich ist es und darf passieren.

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby Matthias » Mon Jun 05, 2017 8:23 pm

Ok. Meinst du da ist noch so etwas wie ein Ich von nöten? Entsteht bei diesen beschrieben Prozessen noch eine Identifikation mit einem Ich?
LG Matthias

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Mon Jun 05, 2017 8:49 pm

Meinst du da ist noch so etwas wie ein Ich von nöten?
Keinesfalls!
(Wo ist denn dieses Ich? Wer stellt wem die vorhergehende Frage (Wo ist denn dieses Ich?)? Das Ich dem Ich? Selbst-Gespräch?).
So etwas wie ein Ich ist keinesfalls von nöten oder notwendig.
Entsteht bei diesen beschrieben Prozessen noch eine Identifikation mit einem Ich?
Nein - Keine Identifikation.
Was oder wer identifiziert sich wann?
Nein.

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby Matthias » Wed Jun 07, 2017 9:11 am

Lieber Johannes, ich bin mir ziemlich sicher dass du es verstanden hast, was ist jedoch mit der direkten Erfahrung, dem "direkten Sehen"? Deswegen möchte ich vorschlagen, dass du jetzt eine Wahrnehmungsübung durchführst. Es ist ganz simpel:

Beschreibe mir einfach einen Gegenstand in deiner Nähe, es darf das banalste der Welt sein! (Sehen, Fühlen, Riechen, Tasten, Schmecken). Wie ist deine Erfahrung dabei?
LG Matthias

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Re: Weiter - Da helfen wir uns.

Postby bergluft » Wed Jun 07, 2017 1:04 pm

[Beschreibe mir einfach einen Gegenstand in deiner Nähe,...]
Direkte Erfahrung. Direktes Sehen. Gesehen werden Gegenstände. Miteinander verbunden und scheinbar doch für sich alleine. Farben, Formen, verschwommene Fläche und einiges klarer. Auf dem Gartentisch liegt ein Brett. Unter dem Brett steht ein Gartentisch. Sonnenlicht bricht sich unter dem Blätterdach auf den Gartentisch mit Brett.
Wie ist deine Erfahrung dabei?
Sehen passiert. Gegenstände werden gesehen.

Kuhglocken, Insektengeflirre, Vogelgesang, Flugzeug, Kettensäge im oberen Wald, Beidhandschere schneidet Buchshecke. Schrei des Rotschwanzmilan. Flüche kommentieren eine stumpfe Beidhandschere. Schuhsohlen im Kies und Atemgeräusche. Wind frischt auf. Ein Bach wird gehört.


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