Lieber Daniel,
1) Nein, das gibt es nicht. Es gibt aber die Vorstellung davon.
2) Das "ICH" ist ein Gedanke, wie andere Gedanken auch. Der "ICH"-Gedanke erzeugt die Vorstellung, dass es ein "ICH" gibt, das getrennt von allem anderen existiert. Das führt zu der Vorstellung, dass dem "ICH" etwas fehlen könnte oder dass es etwas besitzen könnte. Diese Vorstellung führt zu Leid in verschiedener Form. Durch Gedanken wie "Ich will das" oder "Ich will das nicht" lenkt das Denken von der direkten Wahrnehmung ab und verhindert das Erfahren von dem, was ist.
3) Das Gefühl von Verbundenheit hat sich verstärkt und eine heitere Gelassenheit ist dazugekommen. Es ist nach wie vor schön die Natur zu betrachten, die "Bilder" anzuschauen, das Leben anzuschauen, wie es sich entfaltet. Die direkte Wahrnehmung vom Körper und wie sich langsam die scheinbaren Grenzen auflösen ist auch sehr schön und neu. Es ist interessant auf diese Weise anderen Menschen zu begegnen und zu wissen, dass es nur "Einheit" gibt und dass die Trennung nur Illusion ist. Die Stille hinter den äußerlichen Dingen fühlen und die Grenzenlosigkeit und Weite spüren können ist auch anders als vorher. Ein Gefühl von Raum, in dem alles erscheint, sich das Leben abspielt.
4) Das Beobachten der Gedanken, die Erfahrung dass das ICH ein Gedanke ist, so wie andere Gedanken auch. Und auch die Körperübung mit der direkten Wahrnehmung über die Sinne.
5) Das, was ich vorher als "Entscheidung" bezeichnet habe, würde ich jetzt eher als "Entwicklung des Lebens" bezeichnen. Dass sich etwas auf die eine oder andere Weise entwickelt, innerhalb dieses Lebens, innerhalb von diesem "Prozess Leben".
z.Bsp. kann ich zu Fuss gehen oder mit dem Rad fahren und eine dieser Möglichkeiten wird erfahren.
Absicht nehme ich als Impuls wahr, etwas zu tun oder nicht zu tun. Der Impuls taucht auf und eine Handlung erfolgt. Kälte wird gefühlt und es entsteht die Absicht einen Pullover anzuziehen.
Die Einsicht, dass es keinen freien Willen gibt, befreit von der Illusion der Trennung und des "ICH". Das Leben geschieht durch das Leben und wird durch das Leben erfahren So gesehen bin "ICH" (das Leben) frei.
Dadurch ist auch nichts unter Kontrolle und "ICH" kann für nichts verantwortlich sein. Wer sollte auch verantwortlich sein, wenn die Entfaltung des Lebens geschieht. Alle diese Ansichten entstehen aus der Vorstellung des getrennten "ICH", das irgendetwas "allein" entscheidet, kontrolliert oder getrennt vom Leben existiert.
6) Es war sehr interessant und lehrreich mit den Fragen zu sein. Wenn etwas schlecht formuliert ist, weise mich bitte darauf hin. Danke!
Liebe Grüße und einen schönen Abend,
Maria
Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Re: Alles ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint-nichts ist das Gegenteil von dem was es zu sein scheint
Liebe Maria,
Schön und klar beschrieben. Da freue ich mich. :)
Die anderen Guides haben keine weiteren Fragen.
Der Dialog wird nun ins Archiv verschoben. Ich schreibe Dir eine PN.
Bis später und liebe Grüße
Daniel
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Daniel
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