Gibt es mich?

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Daniel777
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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Fri Feb 17, 2017 3:36 pm

Danke für die Info. Dir auch. ;)

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whoami4real
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Re: Gibt es mich?

Postby whoami4real » Sun Feb 19, 2017 9:32 pm

Lieber Daniel,
Es gibt Wörter, die auf reale Dinge verweisen,…

...Und dann gibt es Namen für Dinge, die wir nicht wahrnehmen können.

Wozu gehört die Bezeichnung ICH?
Klar zu den nicht sinnlich wahrnehmbaren Dingen.
Das schaue ich mir jetzt und auch morgen noch sehr sehr genau an! "Bin ich still - oder ist da einfach Stille"
Tu das.
Bislang war da immer „ich meditiere“ oder „ich bin still“ etc.

Die Stille, die da ist, nachdem ich dieses „ich tue das“ als gedankliche Zugabe erkenne und wieder weglasse, ist eine viel tiefere. Sie fühlt sich unglaublich gut an.

Ich nehme aber auch wahr, was ich hier dennoch dauernd schreibe… etwa „…nachdem ICH dieses „ich tue das“ erkenne…“. Ein Teil von mir möchte es „richtig“ schreiben, etwa „nach dem Erkennen“ anstelle von „Ich erkenne“. Aber das wäre noch geheuchelt, da das ich wie von alleine getippt wird. Vermutlich ist das die Konditionierung von vielen Jahrzehnten. Beim direkten Schauen hält dieses Ich einer Prüfung nicht stand und fliegt als Gedankenkonstrukt auf. Sprachlich scheint sich das aber (noch?) nicht auszuwirken. Bedeutet das, dass nicht genügend geschaut wurde - oder ist das wirklich nur Konditionierung, die mit der Zeit verblasst?

Danke und liebe Grüße
Micha

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Daniel777
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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Mon Feb 20, 2017 8:33 am

Lieber Micha,
Klar zu den nicht sinnlich wahrnehmbaren Dingen.
Genau. Ein ICH in physischer Form oder Gestalt kann also nicht gefunden werden.
Die Stille, die da ist, nachdem ich dieses „ich tue das“ als gedankliche Zugabe erkenne und wieder weglasse, ist eine viel tiefere. Sie fühlt sich unglaublich gut an.
Sehr gut. Fühlt das "jemand"?
ch nehme aber auch wahr, was ich hier dennoch dauernd schreibe… etwa „…nachdem ICH dieses „ich tue das“ erkenne…“. Ein Teil von mir möchte es „richtig“ schreiben, etwa „nach dem Erkennen“ anstelle von „Ich erkenne“. Aber das wäre noch geheuchelt, da das ich wie von alleine getippt wird. Vermutlich ist das die Konditionierung von vielen Jahrzehnten. Beim direkten Schauen hält dieses Ich einer Prüfung nicht stand und fliegt als Gedankenkonstrukt auf. Sprachlich scheint sich das aber (noch?) nicht auszuwirken. Bedeutet das, dass nicht genügend geschaut wurde - oder ist das wirklich nur Konditionierung, die mit der Zeit verblasst?
Das ICH aus dem Wortschatz zu verbannen ist nicht Sinn der Sache. :)
Für die Kommunikation und Verständigung ist es notwendig. Wichtig zu verstehen ist, worauf das ICH verweist.

Auf was verweist das ICH?

Liebe Grüße
Daniel

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whoami4real
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Re: Gibt es mich?

Postby whoami4real » Mon Feb 20, 2017 11:06 am

Guten Morgen Daniel
Die Stille fühlt sich unglaublich gut an.
Sehr gut. Fühlt das "jemand"?
Laut „Fußballkommentator“: ICH. Die direkte Erfahrung ist jedoch: Da ist einfach „nur“ die Wahrnehmung. Keiner, der sie wahrnimmt.
Das ICH aus dem Wortschatz zu verbannen ist nicht Sinn der Sache. :)
Für die Kommunikation und Verständigung ist es notwendig.
Beruhigend!
Wichtig zu verstehen ist, worauf das ICH verweist.
Auf was verweist das ICH?
Entweder auf Erinnerungen an die Vergangenheit, Überlegungen/Sorgen zu einer ebenfalls imaginierten Zukunft oder ein illusionäres Selbst, das vorgeblich erlebt, was gerade ist. In jedem Fall also auf Gedanken des Verstandes.

Liebe Grüße
Manfred

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Daniel777
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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Mon Feb 20, 2017 11:31 am

Lieber Manfred/Micha, :)

Prima.

Was ist der Verstand eigentlich in der direkten Erfahrung?
Und: Ist da ein Denker, ein Beobachter sozusagen 'hinter' dem Gedankenstrom? Prüfe und schau nach.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: Gibt es mich?

Postby whoami4real » Mon Feb 20, 2017 12:15 pm

Lieber Daniel,
Was ist der Verstand eigentlich in der direkten Erfahrung?
Jetzt scheint es schwierig zu werden… Ich finde nichts. Die Antwort wäre somit: „Nichts“ oder „es gibt ihn nicht“. Gegen diese Aussage rebellieren nun aber die Gedanken.
Und: Ist da ein Denker, ein Beobachter sozusagen 'hinter' dem Gedankenstrom?
Nein. Da ist nur ein Gedankenstrom. Falls ein Denker/Beobachter auftaucht, dann nur „im“ Gedankenstrom – nicht als tatsächliche Entität – und schon gar nicht „dahinter“.

Liebe Grüße
Micha ;)

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Daniel777
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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Mon Feb 20, 2017 1:32 pm

Jetzt scheint es schwierig zu werden… Ich finde nichts. Die Antwort wäre somit: „Nichts“ oder „es gibt ihn nicht“. Gegen diese Aussage rebellieren nun aber die Gedanken.
"Nichts" ist auch eine Antwort. :)

Anders gefragt:
Kann ein "Verstand" gefunden werden, der die Gedanken
produziert? Ein Generalmanager der Gedanken sozusagen? Oder ist "Verstand" einfach ein anderes Wort für "Gedanken"?
Nein. Da ist nur ein Gedankenstrom. Falls ein Denker/Beobachter auftaucht, dann nur „im“ Gedankenstrom – nicht als tatsächliche Entität – und schon gar nicht „dahinter“.
Korrekt.

Liebe Grüße
Daniel

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Re: Gibt es mich?

Postby whoami4real » Mon Feb 20, 2017 2:52 pm

Anders gefragt:
Kann ein "Verstand" gefunden werden, der die Gedanken
produziert?
Faszinierenderweise nein!
Ein Generalmanager der Gedanken sozusagen? Oder ist "Verstand" einfach ein anderes Wort für "Gedanken"?
Direktes Schauen führt zu diesem Schluss. Verstand = Gedanken = tauchen einfach auf. Hammer!

Danke! <3

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Daniel777
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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Mon Feb 20, 2017 3:22 pm

<3

Klappt doch prima mit dem hinschauen. :)

Sehr gut. Genau, Gedanken tauchen einfach auf und verschwinden wieder...ohne Kontrolle. Oder vielleicht doch?

Kannst Du einen Gedanken beseitigen, wenn er einmal erschienen ist?

Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben 'Stelle' wie die anderen Gedanken? Beobachte...

Liebe Grüße

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whoami4real
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Re: Gibt es mich?

Postby whoami4real » Mon Feb 20, 2017 4:04 pm

Klappt doch prima mit dem hinschauen. :)
Dank der guten Begleitung! :)
Sehr gut. Genau, Gedanken tauchen einfach auf und verschwinden wieder...ohne Kontrolle. Oder vielleicht doch?
Ja, sie tauchen einfach auf und verschwinden wieder. Kontrolle scheint es darüber nicht zu geben.
Kannst Du einen Gedanken beseitigen, wenn er einmal erschienen ist?
Das würde ein „mich“ voraussetzen, das das versuchen könnte. Aber dieses „mich“ wäre wiederum nur ein Gedanke. Somit: Nein, ich kann es nicht. Der Gedankenstrom kann allerhöchstens – als Teil des Stroms - sich selbst in Frage stellen und ändern wollen und/oder beenden wollen. Und denken, dass er dabei erfolgreich ist - oder nicht. Aber das alles bleibt ein Gedankenstrom, der kommt und geht.

Andererseits scheint auf den Gedankenstrom mit dem Inhalt „sei mal still/meditiere“ tatsächlich ein massives Nachlassen der Gedankenstromintensität zu folgen. Aber Deine Frage war: kann ICH einen Gedanken beseitigen, wenn er einmal erschienen ist. Nein. Da ist keiner, der diese Möglichkeit haben könnte.
Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann?
Nein. Er ist ein Gedanke, wie jeder andere Gedanke – nur dass diesem bislang, warum auch immer, eine Identität zugeschrieben wurde.
Oder kommt er von derselben 'Stelle' wie die anderen Gedanken? Beobachte...
Definitiv von derselben Stelle wie der Gedanke „wer oder was tippt hier gerade?“ oder jeder andere Gedanke.

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Daniel777
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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Mon Feb 20, 2017 4:59 pm

Gut beobachtet, Micha.
Das würde ein „mich“ voraussetzen, das das versuchen könnte. Aber dieses „mich“ wäre wiederum nur ein Gedanke. Somit: Nein, ich kann es nicht. Der Gedankenstrom kann allerhöchstens – als Teil des Stroms - sich selbst in Frage stellen und ändern wollen und/oder beenden wollen. Und denken, dass er dabei erfolgreich ist - oder nicht. Aber das alles bleibt ein Gedankenstrom, der kommt und geht.
So ist es.
Ja, sie tauchen einfach auf und verschwinden wieder. Kontrolle scheint es darüber nicht zu geben.
Scheint so oder ist so? :)

Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Was psssiert da genau? Wird entschieden welche Zahl erscheinen soll oder erscheint einfach eine Zahl?
wer oder was tippt hier gerade?
Tippen und Tipper?

Es gibt kein „Ich“ oder „Mich“ außer als Bezeichnungen, Worte, Gedanken. Da ist kein „Ich“, dass das hier liest – kein „Leser“, kein „Jemand“, der liest. Hier - JETZT - geschieht einfach nur Lesen.
„Ich“ ist kein Ort, an dem Gedanken erscheinen. „Ich“ ist ein Gedanke. Er erscheint und verschwindet von selbst.

Ist das wahr?

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Re: Gibt es mich?

Postby whoami4real » Mon Feb 20, 2017 5:36 pm

Ja, sie tauchen einfach auf und verschwinden wieder. Kontrolle scheint es darüber nicht zu geben.
Scheint so oder ist so? :)
Es ist so. :)

Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Was psssiert da genau? Wird entschieden welche Zahl erscheinen soll oder erscheint einfach eine Zahl?
Das ist mega-beeindruckend! So klar konnte „ich“ noch nie beobachten, WIE zufällig Gedanken entstehen. Hier kann ich es wirklich spielerisch und beeindruckend klar sehen. 73, 28, 57, … und nichts davon habe „ich“ entschieden oder ausgedacht. Die Zahl (und weil es so viel Spaß macht: ZahlEN) tauchen einfach auf. Wenn irgendetwas vorab über die erscheinende Zahl entscheiden sollte, dann entzieht sich das der direkten Beobachtung. In dieser „ernscheint“ die (irgendeine) Zahl plötzlich. Als Gedanke. Ohne, dass dieser gewählt wurde. Das ist ziemlich cool! Wow!
wer oder was tippt hier gerade?
Tippen und Tipper?
Tippen + faszinierter Gedankenstrom “wer oder was tippt hier gerade?”. Eine Antwort darauf ist allerdings nicht wichtig.
Es gibt kein „Ich“ oder „Mich“ außer als Bezeichnungen, Worte, Gedanken. Da ist kein „Ich“, dass das hier liest – kein „Leser“, kein „Jemand“, der liest. Hier - JETZT - geschieht einfach nur Lesen.
„Ich“ ist kein Ort, an dem Gedanken erscheinen. „Ich“ ist ein Gedanke. Er erscheint und verschwindet von selbst.

Ist das wahr?
Ja!!! Das ist krass - aber absolut wahr. Und „das ist krass“ ist ebenfalls nur ein Gedanke.

Hey, von Herzen Danke!!!!! <3

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Daniel777
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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Tue Feb 21, 2017 8:11 am

Guten Morgen Micha,
Das ist mega-beeindruckend! So klar konnte „ich“ noch nie beobachten, WIE zufällig Gedanken entstehen. Hier kann ich es wirklich spielerisch und beeindruckend klar sehen. 73, 28, 57, … und nichts davon habe „ich“ entschieden oder ausgedacht.
Genau. Gut hingeschaut.

Stehe auf und gehe 5 Schritte hin und 5 Schritte wieder zurück. Wiederhole....

Welches ICH übernimmt die Handlung spontan? Bein heben, Bein senken, die Geschwindigkeit der Bewegung, das eventuelle mitschwingen der Arme etc.

Achte auf alle Details, schau wie ein Adler. Beschreibe, was wirklich mit den 5 Sinnen wahrgenommen werden kann.

Ist ein ICH, ein SELBST beteiligt, was dies alles vollzieht? Steuern Gedanken den Körper? Oder beschreiben sie, was geschieht? Beobachte...

Liebe Grüße
Daniel

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Re: Gibt es mich?

Postby whoami4real » Tue Feb 21, 2017 10:55 am

Guten Morgen Daniel,
Stehe auf und gehe 5 Schritte hin und 5 Schritte wieder zurück. Wiederhole....

Welches ICH übernimmt die Handlung spontan? Bein heben, Bein senken, die Geschwindigkeit der Bewegung, das eventuelle mitschwingen der Arme etc.
Gar kein Ich. Die Bewegungen geschehen einfach. Es gibt keine Steurung im Sinne von „nun linkes Bein anheben“, etc.

Kopf meldet hier allerdings trotzdem Zweifel an: „wenn er [Daniel] nicht gesagt hätte, dass ich das tun soll, dann wären die Bewegungen auch nicht geschehen.“

Der gedankliche Einwand kann aber nicht an der direkten Beobachtung rütteln: die Bewegung passiert einfach.
Achte auf alle Details, schau wie ein Adler. Beschreibe, was wirklich mit den 5 Sinnen wahrgenommen werden kann.
Es ist kein Steuermann wahrnehmbar. Die Bewegung entsteht, wie zuvor die Zufallszahl. Es gibt keine Instanz (die ich beobachten kann), die vorab weiß, wie die Bewegung ausfallen wird. Sinnlich wahrnehmbar ist lediglich das Körpergefühl.
Ist ein ICH, ein SELBST beteiligt, was dies alles vollzieht?
Nein.
Steuern Gedanken den Körper?
Steuern tun sie ihn ganz klar nicht. Sie scheinen jedoch teilweise ursächlich für eine nachfolgende Bewegung zu sein. Ein entstehender Gedanke „jetzt lauf mal seitwärts“ kann etwa einer Seitwärtsbewegung des Körpers vorausgehen. Es gibt jedoch keinen, der entscheidet „jetzt habe ich gleich den Gedanken ´jetzt lauf mal seitwärts´“. Dieser Gedanke entsteht einfach – wiederum wie die Zufallszahl. Ob der Körper dem folgt oder nicht, entscheidet sich ebenfalls „zufällig“, also ohne einen Entscheider. Dennoch ist das ein Ablauf, den der Kopf nutzt, um die Illusion von „es gibt einen Entscheider!“ am Leben zu halten.
Oder beschreiben sie, was geschieht? Beobachte...
Ja, sie kommentieren auch brav, was geschieht. Auch auf den Inhalt dieser Kommentare gibt es keinen Einfluss – sie erscheinen wiederum zufällig.

Liebe Grüße
Micha

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Re: Gibt es mich?

Postby Daniel777 » Tue Feb 21, 2017 2:19 pm

Lieber Micha,
Steuern tun sie ihn ganz klar nicht. Sie scheinen jedoch teilweise ursächlich für eine nachfolgende Bewegung zu sein. Ein entstehender Gedanke „jetzt lauf mal seitwärts“ kann etwa einer Seitwärtsbewegung des Körpers vorausgehen. Es gibt jedoch keinen, der entscheidet „jetzt habe ich gleich den Gedanken ´jetzt lauf mal seitwärts´“. Dieser Gedanke entsteht einfach – wiederum wie die Zufallszahl. Ob der Körper dem folgt oder nicht, entscheidet sich ebenfalls „zufällig“, also ohne einen Entscheider.
Gut beschrieben. Der Körper macht tatsächlich, was "er" will….:)
Der gedankliche Einwand kann aber nicht an der direkten Beobachtung rütteln: die Bewegung passiert einfach.
So ist es. Wenn es Zweifel gibt, bemerke, das auch der Zweifel wahrgenommen wird. Seh ihn als einen weiteren Mechanismus des Schutzes, um den bisherigen Glauben an ein Selbst zu halten. Es ist nur ein Gedanke, der entsteht und vergeht. Halte den Blick auf das offensichtliche.

Gibt es einen Beobachter?
Stelle einen Gegenstand vor Dich hin. Schaue ihn an mit "gelöster Aufmerksamkeit".
Achte nur auf die reine Sinnliche Wahrnehmung SEHEN, ohne auf gedankliche Interpretation zurückzugreifen.

Was ist zu sehen?
Wo wird es gesehen? Drinnen oder draußen?
Wo ist die Grenze zwischen Dir und der Wahrnehmung des Gegenstandes?
Gibt es einen Seher und das Gesehene oder nur sehen?
Berichte aus der direkten Erfahrung. Lass Dir Zeit.
Es ist kein Steuermann wahrnehmbar. Die Bewegung entsteht, wie zuvor die Zufallszahl. Es gibt keine Instanz (die ich beobachten kann), die vorab weiß, wie die Bewegung ausfallen wird. Sinnlich wahrnehmbar ist lediglich das Körpergefühl.
Genau.
Ja, sie kommentieren auch brav, was geschieht. Auch auf den Inhalt dieser Kommentare gibt es keinen Einfluss – sie erscheinen wiederum zufällig.
Korrekt. :)

Liebe Grüße
Daniel


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