Huch, das nenne ich mal einen Fragenkatalog! :-)
Ich werde blockweise antworten.
Bitte untersuche, was tatsächlich in dem Prozess des "Sehens" geschieht?
Wo findet Sehen statt? außen oder innen? Wo ist die Grenze zwischen außen und innen?
Erscheint das Sehen eher 2D oder 3D, wenn Du nur tatsächlich siehst und nichts dazudenkst?
Sehen ist eine Wahrnehmung. Es gibt kein Innen oder Außen, es gibt nur Wahrnehmung. Das Sehen passiert in 2D. Der 3D Raum wird gedanklich hinzuaddiert. Die Bilder von Mc Escher zeigen diese Illusion ganz gut.
Schau genau hin: siehst Du tatsächlich einen "Apfel" abgesehen von einer Farbe?
Woher weißt Du den Namen der Farbe?
Sieh wie Gedanken das Gesehene benennen.
Hat das, was Du siehst einen Namen, wenn Du es siehst oder ist da nur Sehen von "etwas"?
Es ist nur eine Farbe in einem abgegrenzten Bereich zu sehen. Der Name der Farbe ist ein abstrakter Versuch die eigene visuelle Wahrnehmung jemandem mitzuteilen. Der Name der Farbe wurde mir als Kind beigebracht. Eine bestimmte visuelle Wahrnehmung wurde mit einer auditiven Wahrnehmung verknüpft. Während des Sehens hat es keinen Namen, der Name wird nachhinein hinzugefügt. Es erscheint ein Gedanke, der das Wahrgenommene benennt.
Gibt es jemanden, der sieht und das Gesehene, oder ist da einfach Sehen?
Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder wird einfach wahrgenommen?
Es gibt nur das Sehen, es gibt niemanden dahinter. Es ist mit aufgefallen, als Ghata mich über meine Wahrnehmung beim Lesen befragt hat.
Welche Aufgabe kommt in diesem ganzen Wahrnehmungsprozess den Gedanken zu?
Ich habe Ghata geschrieben, dass Gedanken wie das Rauschen im Wald sind. Sollte heißen, dass sie genauso wie Geräusche in der Wahrnehmung einfach kommen und gehen, vorhanden sind. Während ich mich auf die visuelle Wahrnehmung “Apfel“ fixiert habe, waren Straßengeräusche im Hintergrund zu hören, der Orangenduft war zu riechen und die angenehme Raumtemperatur war zu spüren. Die Wahrnehmungskanäle sind eigentlich immer voll mit Informationen, das Herauspicken eines Wahrnehmungskanals (z.B. visuell), lässt die anderen Kanäle meistens im Hintergrund treten.
Gedanken sind für die Wahrnehmung nicht notwendig, genauso wie Sinneseindrücke werden Gedanken auch „nur“ wahrgenommen.
Denkst Du die Erfahrung oder erfährst Du die Erfahrung?
Falls Du mit „Erfahrung“ Wahrnehmung meinst, dann gilt das Zweite. Ich erfahre die Wahrnehmung, das Denken kommt anschließend.
Grüße
Stephan