sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

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Ichbin01
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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Sat Jan 14, 2017 4:55 pm

Hallo Sharifa,
da bin ich wieder.
Ein weiterer Gedanke, der immer wieder kommt, ist, dass auch wenn „Ich selbst“ kein ICH wahrnehme, doch aber die anderen mich als DU wahrnehmen.
Das ist eine berichtigte Frage. Allerdings ist der Ansatz eher umgekehrt. Schau genau hin.
Gibt es überhaupt ein DU, wenn es kein ICH gibt?

Und daraus abgeleitet möchte ich Dich bitten, dieser Frage nachzugehen.
Bist Du der Körper? Was ist der Körper? Welche Erfahrung hast Du jetzt dazu? Und was sind die Körper der anderen.

Bitte berichte ausschließlich aus Deiner Direkten Erfahrung und nicht was Du darüber gelesen oder gelernt hast. Sondern hier und jetzt mit der Beschäftigung dieser Frage.

Bin gespannt, was Du berichtest.
Herzliche Grüße - Ichbin

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Sharifa
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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Sharifa » Sat Jan 14, 2017 8:34 pm

Hola, IChbin,
es gibt heute nicht allzuviel zu berichten:
Bist Du der Körper? Was ist der Körper?
Ich bin nicht der Körper. Und: „ich habe“ auch keinen Körper.
Der Körper ist, lebt, hat Sinnesorgane, die Wahrnehmung ermöglichen.
Und irgendwie ist mit diesem Körper auch ein Bewusstsein „verknüpft“.


Es regen sich Zweifel daran, ob ich mich weiter auf diesen Prozess hier einlassen will/soll.
Das Gefühl ist gerade sehr stark, immer mehr Fragen zu haben statt Antworten.

Saludos,
Sharifa

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Ichbin01
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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Sun Jan 15, 2017 12:23 pm

Hallo Sharifa,
Trotzdem "switche" ich noch zwischen zwei Bewusstseins-Ebenen hin und her, "falle" in manchen Situationen in den "EgoModus" zurück. Ich würde gerne von diesem Hin und Her weg- und weiterkommen.
Es regen sich Zweifel daran, ob ich mich weiter auf diesen Prozess hier einlassen will/soll.
Das Gefühl ist gerade sehr stark, immer mehr Fragen zu haben statt Antworten.
Vor was rennst du weg? Wovor hast Du Angst?
Entlang des gesamten Austausches habe ich die Empfindung der Unruhe und des Widerstands und Angst.
Wie willst du in eine Wassertasse sehen, wenn du mit dem Löffel ständig rumrührst?
Wenn du so viel Unruhe und Widerstand hast, wird es nicht klappen. Etwas mehr Gelassenheit und vertrauen wäre schon sinnvoll.

Also, was ist wirklich los? Was ist für Dich nicht simmtig?
Herzliche Grüße - Ichbin

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Sharifa
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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Sharifa » Mon Jan 16, 2017 11:23 am

Hola, Ichbin,
danke für die Rückmeldung. Das Bild mit der Tasse und dem Rühren trifft es ganz gut. Ich habe für heute mal den Löffel zur Seite gelegt und war mit meiner Tochter an einem Wasserfall zum Schwimmen.

Ob oder wovor ich Angst habe, weiß ich nicht. Der Begriff „Unruhe“ trifft es ganz gut. „Unruhe“ ist erstmal neutral, finde ich. Gestern hatte die Unruhe allerdings einen deutlich negativen Touch, heute war ich gelassener damit.

Was ist nicht stimmig? Ich weiß nicht genau, wie das ganze hier „einzuordnen“ ist. Ziel ist, das Ich als Illusion zu erkennen. Um mal bei meiner gewohnten Terminologie zu bleiben: anscheinend hat mein Ego davor Angst. Klar, es will nicht „ausgelöscht“ werden. Was du vermutlich wiederum als „Quatsch“ bezeichnen würdest, weil es ja per se nicht existiert. Ja, ich weiß, ich rühre wieder.

Als es in meinem Leben um die Entscheidung ging: In Deutschland bleiben oder nach Paraguay auswandern, ging es mir ähnlich. Da war mein Bild: Ich habe ein Puzzle fast fertiggestellt und statt die letzten fehlenden Teile einzupassen, macht jemand alles Durcheinander und ich muss von vorne anfangen.
Jetzt ist es so ähnlich: Ich dachte, ich könnte hier noch ein paar fehlende Teile einbauen, statt dessen ist das ganze „Bild“, das bislang für mich stimmig war, nicht mehr richtig.
Bei den zuletzt gestellten Fragen zum Körper z.B.: Bislang fand ich immer „so schön“ wie Eckart Tolle das mit dem „inneren Körper“ erklärt. Und jetzt kam natürlich direkt die Ahnung: das ist auch wieder nur ein Gedanke!
Es ist so, dass ich das durchaus immer wieder als befreiend empfinde, zu sehen und mich nicht auf Gedanken zu stützen. Aber es führt halt auch zu „Unruhe“. Ich weiß nicht genau, was die Konsequenz daraus ist. Ging's für mich zu schnell, muss ich langsamer machen? Du bist der Guide. Wenn ich die „Erfolgsstories“ im Forum lese, geht es bei manchen ja wirklich ohne Problem ruckzuck, aber ich bin bestimmt nicht die erste, wo's auch mal hakt.

Saludos! Sharifa

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Mon Jan 16, 2017 12:33 pm

Liebe Sharifa,

das ist wirklich gut, dass Du ganz offen sprichst, was Dich bewegt. Ansonsten tappe ich im Dunkeln und kann es nicht richtig einordnen. Jetzt ist wieder Klarheit da.

Zu Deiner Beruhigung: jeder Einzelne Dialog ist in sich einzigartig, individuell. Es ist ratsam, sich mit niemanden hier im Forum oder sonst wo zu Vergleichen. Alles ist immer neu :-) Ich hoffe, dass hilft Dir.
Ich dachte, ich könnte hier noch ein paar fehlende Teile einbauen, statt dessen ist das ganze „Bild“, das bislang für mich stimmig war, nicht mehr richtig.
Ja, so ist es. Lass alle Deine Erwartungen, Bilder, Vorstellungen und Konzepte etc los. Und schau nur was wirklich hier und jetzt wahr ist.
Unruhe“ trifft es ganz gut
Gut zu sehen.

Wem gehört die Unruhe?
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Sharifa » Mon Jan 16, 2017 10:18 pm

Hola, Ichbin,
danke dir für deine Zeilen, die mir weiterhelfen!
Wem gehört die Unruhe?
Niemandem.
Sie gehört im Moment „zu mir“, entsteht durch die Gedanken, die auftauchen.
Nee, ganz genau genommen, auch wieder nicht. Gedanken tauchen auf, Gedanke A widerspricht Gedanke B. Und Gedanke C sagt wieder was anderes und Gedanke D meint, so könnte es auch sein.
Statt die Gedanken ziehen zu lassen, beiße ich mich daran fest und versuche hier (im Kopf, im „Gedankensalat“) zu Klarheit zu kommen. Da ich hier unmöglich Klarheit finden kann, entsteht das Gefühl der Unruhe. - die aber eigentlich nur in den Gedanken existiert und dem Ich-Gefühl wiederum eine Art von „Dasein“ ermöglicht. (Indem die Gedanken-Unruhe an den Ich-Gedanken geklebt wird.)
Lass alle Deine Erwartungen, Bilder, Vorstellungen und Konzepte etc los. Und schau nur was wirklich hier und jetzt wahr ist.
Das sollte ich mir rot eingerahmt auf einen Spickzettel schreiben und mir immer wieder vor Augen führen!
Ist in der Theorie kapiert, in der Praxis vergesse ich es dann wieder – s.o.

Saludos!
Sharifa

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Tue Jan 17, 2017 2:43 pm

Liebe Sharifa,

ganz schöner Wirrwarr im Kopf :-))
Gedanken tauchen auf, Gedanke A widerspricht Gedanke B. Und Gedanke C sagt wieder was anderes und Gedanke D meint, so könnte es auch sein.
Bis Du Deine Gedanken?
Brauchen Gedanken eine "Instanz", die denkt?
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Sharifa » Tue Jan 17, 2017 4:49 pm

Hola, Ichbin,
Bis Du Deine Gedanken?
Nein. Gedanken tauchen einfach auf.
Brauchen Gedanken eine "Instanz", die denkt?
Nein, ABER anscheinend eine Instanz, die sie wahrnimmt – und häufig viel zu ernst nimmt. Und diese Instanz erscheint mir – derzeit zumindest - als Teil von mir, als „ich“.

Saludos
Sharifa

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Tue Jan 17, 2017 5:14 pm

Hallo Sharifa,
Nein. Gedanken tauchen einfach auf.
Sehr gut beobachtet. Denken braucht keinen Denker. Keine "Instanz", die denkt.
Nein, ABER anscheinend eine Instanz, die sie wahrnimmt – und häufig viel zu ernst nimmt. Und diese Instanz erscheint mir – derzeit zumindest - als Teil von mir, als „ich“.
Untersuche und berichte aus nur aus Deiner Direkten Erfahrung.
Braucht Wahrnehmen eine "Instanz", die wahrnimmt? Gibt es einen Wahrnehmenden?
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Sharifa » Tue Jan 17, 2017 10:17 pm

Braucht Wahrnehmen eine "Instanz", die wahrnimmt? Gibt es einen Wahrnehmenden?
Das ist so ähnlich, wie neulich bei der Frage nach dem Körper.
„Meine“ Wahrnehmung – das sagt ja eigentlich schon alles – MEINE Wahrnehmung ist eindeutig: Ja, da ist ETWAS, BEWUSSTSEIN, das wahrnimmt.
Ich kann es nicht irgendwo im Körper lokalisieren, wenn mein Finger auf mich selbst zeigt sehe ich „LEERE“, aber eben eine „wahrnehmende Leere“.
Ich bin anscheinend echt ein „hoffnungsloser“ Fall. Zwar klebe ich keine Etiketten mehr an mein Ich, aber „da“ ist es immer noch. Nicht mehr „Ich bin das und das oder die und die“. Aber EINDEUTIG: ICH BIN und ICH NEHME WAHR.
Gerade jetzt lese ich, was ich geschrieben habe und tippe weiter. Was geschieht- das Tippen z.B. bei mir relativ automatisch, ohne großes Herumsuchen – geschieht, ABER GLEICHZEITIG wird es wahrgenommen.

Wenn ich mal nicht mehr da bin, (wenn der Körper tot ist) nehme ich -zumindest vermutlich- so nicht mehr wahr. (Das ist jetzt zwar „gedacht“, erschient mir aber trotzdem logisch.)

Saludos
Sharifa

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Wed Jan 18, 2017 8:32 pm

Hallo Sharifa,

du bist kein "hoffnungsloser Fall". Bleib in der Direkten Erfahrung und schau, was jetzt tatsächlich wahr ist. Nicht was Dein Kopf Dir sagt und Fragen stellt. Schau im hier und jetzt, was erfährst Du tatsächlich.
Ichbin01 hat geschrieben:
Braucht Wahrnehmen eine "Instanz", die wahrnimmt? Gibt es einen Wahrnehmenden?
Das ist so ähnlich, wie neulich bei der Frage nach dem Körper.
„Meine“ Wahrnehmung – das sagt ja eigentlich schon alles – MEINE Wahrnehmung ist eindeutig: Ja, da ist ETWAS, BEWUSSTSEIN, das wahrnimmt.
Sagt diese "Etwas" "Mein"?
Woher bist Du Dir so sicher, dass das "Mein" mehr als ein Gedanke, eine Vorstellung, eine Identifikation ist?
Was macht "Wahrnehmung" zu "Meine Wahrnehmung"?

Bleib dran!
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Sharifa » Thu Jan 19, 2017 11:24 am

Hola, Ichbin,
ja, ich bleibe dran! Danke dir für die ermunternden Worte!
MEINE Wahrnehmung ist eindeutig: Ja, da ist ETWAS, BEWUSSTSEIN, das wahrnimmt.

Sagt diese "Etwas" "Mein"?
Woher bist Du Dir so sicher, dass das "Mein" mehr als ein Gedanke, eine Vorstellung, eine Identifikation ist?
Was macht "Wahrnehmung" zu "Meine Wahrnehmung"?
"Mein“ ist ein Gedanke, der hinzugefügt wird.

Ich bin mir überhaupt nicht mehr sicher, dass "mein" mehr ist als Gedanke/Vorstellung/Identifikation. Das Beharren darauf erscheint mir jetzt fast wie so eine kindische Trotzreaktion.

Nur der vorangestellte Begriff, die gedankliche Einordnung macht "Wahrnehmung" zu "meine Wahrnehmung".

Seltsam. Heute ist wieder alles klar. War's vor einiger Zeit ja schon mal.

Saludos!
Sharifa

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Thu Jan 19, 2017 9:01 pm

Hallo Sharifa,
"Mein“ ist ein Gedanke, der hinzugefügt wird
Gut beobachtet.
Nur der vorangestellte Begriff, die gedankliche Einordnung macht "Wahrnehmung" zu "meine Wahrnehmung".
Und - in Deiner Direkten Erfahrung - wie ist es, wenn Du den "vorangestellten Begriff "Meine" weglässt?
Gibt es dann eine "Instanz", die Wahrnimmt? Gibt es einen Wahrnehmenden?
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Sharifa » Fri Jan 20, 2017 4:30 pm

Hola, Ichbin,
Und - in Deiner Direkten Erfahrung - wie ist es, wenn Du den "vorangestellten Begriff "Meine" weglässt?
Gibt es dann eine "Instanz", die Wahrnimmt? Gibt es einen Wahrnehmenden?
Es gibt keine „abgetrennte“ Person, die wahrnimmt oder mit „mir“ identisch ist.
Derzeit erlebe ich es mehr wie so eine Art „Feld“, das auch meinen Körper beinhaltet. Aber nicht so, dass ich jetzt von außen auf mich schauen würde.

Zwei konkrete Beispiele:
Unsere Ziegen sind tagsüber zum Fressen an langen Seilen festgebunden. Dabei verwirren sie sich natürlich immer wieder in Büschen; die Kinder und ich schauen mehrmals täglich nach ihnen, um sie wieder zu entwirren. Beim Entwirren und Lösen der Verknotungen „wissen“ meine Finger von selbst, was zu tun ist. Ich denke nicht: jetzt muss ich das und das machen und gebe den Befehl weiter. Das geht „einfach von selbst.“

Wenn ich Klavierstücke spiele, die ich schon relativ gut kann, also nicht mehr „üben muss“, laufen mehrere Prozesse sozusagen unabhängig voneinander: Das Sehen der Noten, das Spielen der Finger, das Hören und Empfinden der Musik.

Saludos,
Sharifa

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Re: sehen und leben, wer (oder was?) ich wirklich bin

Postby Ichbin01 » Fri Jan 20, 2017 9:57 pm

Hallo Sharifa,

prima.
Das Sehen der Noten, das Spielen der Finger, das Hören und Empfinden der Musik.
Gibt es eine "Instanz", "Jemand", die Spielen, Hören, Empfinden erfährt.
Gibt es eine Trennung zwischen Spielen der Finger und Tastatur des Klaviers? Gibt es eine Trennung zwischen Klang des Klaviers und Hören? Gibt es einen Wahrnehmenden?

Bin gespannt ;-)
Herzliche Grüße - Ichbin


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