Ich komme allein nicht weiter

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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Sun Jun 19, 2016 4:52 am

Lieber Nordmann,

Sehr gut :).

Wenn dieses Gefühl im Solarplexus auftritt , bleibe mit der Aufmerksamkeit auf diesem Gefühl.

Kannst du dieses Gefühl näher beschreiben?

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Nordmann » Sun Jun 19, 2016 4:23 pm

Liebe Ghata,
da spüre ich einen ziemlichen Knoten im Bauch, dieses Gefühl ist mir gut und lange bekannt. Wenn ich es länger anschaue, wird es schwächer.
Viele GRüße
NOrdmann

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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Sun Jun 19, 2016 6:30 pm

Lieber Nordmann,
da spüre ich einen ziemlichen Knoten im Bauch, dieses Gefühl ist mir gut und lange bekannt. Wenn ich es länger anschaue, wird es schwächer.
Gut hingeschaut :-).

Ist dieses Gefühl das Ich, das Angst hat die Kontrolle zu verlieren?

Gehe immer wieder zu der Empfndung, die auftaucht, wenn du fragst:

"Wer hat Angst die KOntrolle zu verlieren?"
"Was hat Angst die KOntrolle zu verlieren?"

Liebe Grüße,
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Nordmann » Mon Jun 20, 2016 4:42 pm

Liebe Ghata,
Ist dieses Gefühl das Ich, das Angst hat die Kontrolle zu verlieren?
Nein, das ist es sicherlich nicht, es ist (lediglich) ein Gefühl und wird nur so wahrgenommen.
Gehe immer wieder zu der Empfndung, die auftaucht, wenn du fragst:

"Wer hat Angst die KOntrolle zu verlieren?"
"Was hat Angst die KOntrolle zu verlieren?"
Ja, das mache ich. Ich habe den Eindruck, das dies noch Zeit erfordert und ich mich hiermit noch länger beschäftigen werde.
Liebe Grüße
Nordmann

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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Tue Jun 21, 2016 12:08 pm

Lieber Nordmann,
Ich habe den Eindruck, das dies noch Zeit erfordert und ich mich hiermit noch länger beschäftigen werde.
Hier spricht die Angst die Kontrolle zu verlieren :-)

Kannst du diese Angst die Kontrolle zu verlieren in irgendeiner Weise beeinflussen?

Worüber hast du Kontrolle?

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Nordmann » Tue Jun 21, 2016 7:54 pm

Liebe Ghata,
momentan möchte ich lieber über die persönlichen Nachrichten weiter schreiben. Ich melde mich von dort.
Viele Grüße
Nordmann

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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Tue Jun 21, 2016 9:44 pm

In Ordnung, Nordmann, ich antworte dir dort :-)

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Tue Nov 22, 2016 2:39 pm

Seit dem letzten Beitrag haben Nordmann und Ich kontinuierlich im privaten Teil des Forums an sehr persönlichen Themen weitergearbeitet.

Hier das Protokoll der letzten Sitzungen:



Sent: Sat Nov 12, 2016 10:41 pm
by Nordmann
Liebe Ghata,
das ist eine schwierige Aufgabe, die Du mir gestellt hast. Ja, ich kann die Angst spüren, auch einige Zeit halten, aber nie so stark, dass ich das Gefühl habe, darin ganz einzutauchen, entsprechend Deinem Bild mit der Badewanne. Ich vermute, dass ich mich dagegen sperre, weil ich auch dort einen Kontrollverlust befürchte. Ich habe mich in den letzten 10 Tagen regelmäßig mit diesem Aspekt auseinandergesetzt. Etwas weiter bin ich in den vergangenen 3 Tagen gekommen: In der Tradition von Thich Nhat Hanh gibt es die Übung der Erdberührung (eine Variante der Niederwerfungen). Hierbei hat der Übende die Möglichkeit, das was belastet, der Erde zu übergeben. Ich spüre dabei eine Erleichterung und habe den Eindruck, so auch tiefer in die Angst oder irgendwelche Beklemmungen kommen zu können. So liege ich dann 15-20 min auf dem Bauch auf dem Boden und lasse die Gefühle sich entfalten. Hierbei strömen die unangenehmen Gefühle stärker und auch in die Erde, die mich gleichzeitig auch hält.
Verlasse die Ebene der Namen und spüre die Körperempfindungen direkt.

Dies ist für mich ebenfalls schwierig. Wenn ich dahin komme, spüre ich zum Beispiel Druck und Enge im Solarplexus oder unterhalb des Bauchnabels. Das eigentliche negative Gefühl, was davor präsent war, ist das weg. Ich spüre danach kurz ein eher neutrales Gefühl, meistens gefolgt von dem negativen/unangenehmen, was eingangs da war.
Ich möchte noch etwas anderes berichten. In den letzten Tagen habe ich mehrmals die unmittelbare Erfahrung gemacht, dass meine Handlungen und Gedanken ohne ein Selbst erscheinen. Dies ist neu, vorher konnte ich dies immer nur reprospektiv wahrnehmen, nun sozusagen in "Echtzeit". Es fühlt sich etwas fremd an, aber es überrascht mich nicht.
Liebe Grüße
Nordmann


Sent: Sun Nov 13, 2016 12:23 pm
by Ghata
Lieber Nordmann,

ja, es war eine schwierige Aufgabe und du bewältigst sie hervorragend <3. Es ist eine sehr gute Idee die Erdberührung hinzuziehen.
In den letzten Tagen habe ich mehrmals die unmittelbare Erfahrung gemacht, dass meine Handlungen und Gedanken ohne ein Selbst erscheinen. Dies ist neu, vorher konnte ich dies immer nur reprospektiv wahrnehmen, nun sozusagen in "Echtzeit". Es fühlt sich etwas fremd an, aber es überrascht mich nicht.

Und wie du siehst, hast du auch schon so viel Angst abgebaut, dass diese Erfahrung möglich war. Dass es sich etwas fremd anfühlt am Anfang, ist normal. Es wird sich schnell normal anfühlen.
Wie hat sich das Leben ohne Selbst ansonsten angefühlt, angenehm, unangenehm, erschreckend?

Liebe Grüße,
Ghata


Sent: Sun Nov 13, 2016 9:09 pm
by Nordmann
LIebe Ghata,
vielen Dank für Deine wie immer motivierende und wertvolle Rückmeldung.
Wie hat sich das Leben ohne Selbst ansonsten angefühlt, angenehm, unangenehm, erschreckend?

Genau so wie sonst auch. Es waren die gleichen Emotionen da, lediglich fühlte ich eine gewisse Distanz in der Art eines Zuschauers, in etwa so, "aha, jetzt greift die Hand nach dem Gegenstand, dieser Gedanke taucht auf. Es ist gut, diese Erfahrung zu machen, damit kann ich hoffentlich meine Angst vor dem nächsten Schritt beruhigen.

Liebe Grüße
Nordmann


Sent: Mon Nov 14, 2016 6:13 pm
by Ghata
Schön, Nordmann :-).
Genau so wie sonst auch. Es waren die gleichen Emotionen da, lediglich fühlte ich eine gewisse Distanz in der Art eines Zuschauers, in etwa so, "aha, jetzt greift die Hand nach dem Gegenstand, dieser Gedanke taucht auf. Es ist gut, diese Erfahrung zu machen, damit kann ich hoffentlich meine Angst vor dem nächsten Schritt beruhigen.
Genau. Es ist ja auch tatsächlich überhaupt nicht anders - es war schon immer so, wir haben nur gedacht, es gäbe ein Selbst, das alles macht. Das IST schon der nächste Schritt. Mehr passiert nicht.

Ich bin gespannt, wie es jetzt der Angst geht, ob sie überhaupt noch da ist.

Liebe Grüße,
Ghata



Sent: Tue Nov 15, 2016 10:21 pm
by Nordmann
Liebe Ghata,
als ich gestern Deine letzte Rückmeldung las:
Das IST schon der nächste Schritt.
war ich verwirrt. Ich dachte, oh da habe ich mich falsch ausgedrückt, Ghata denkt jetzt, dass ich es erkannt habe etc. Kurz danach gab es viele Gedanken über das, was Du geschrieben hattest. Danach war das Ich verschwunden und ist seitdem auch nicht mehr aufgetaucht. Wenn ich in mich hineinspüre, ist da nicht mehr die Idee/der Gedanke des Ichs vorhanden, einfach gelöscht, sonst ist alles so wie sonst auch. Ich kann es noch nicht ganz glauben und habe etwas die Sorge, mir die Geschichte einzubilden. Heute morgen in der Meditation fand ich es sehr viel einfacher als sonst, weil eben kein Ich dazwischenquatschte. Es gab nur Atmung und ab und an Gedanken, die ich klar kommen und gehen sah. Im normalen Alltag ist mir die Veränderung nicht bewusst, sowenig wie vorher auch in solchen Situationen das Ich nicht in Erscheinung trat. Angst ist bisher nicht aufgetreten, nur gelegentlich fühlte es sich komisch an, in Alltagssituationen zu realisieren, dass da kein Ich ist, sondern alles auch ohne dem funktioniert: wer es nicht weiß, merkt auch nix ;-)
Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich schon seit einiger Zeit nahe daran war, es zu verstehen, es war mir aber nicht klar. So ist der Unterschied zu jetzt vielleicht auch nicht so groß.
Liebe Grüße
Nordmann


Sent: Wed Nov 16, 2016 9:46 am
by Ghata
Lieber Nordmann,
Danach war das Ich verschwunden und ist seitdem auch nicht mehr aufgetaucht. Wenn ich in mich hineinspüre, ist da nicht mehr die Idee/der Gedanke des Ichs vorhanden, einfach gelöscht, sonst ist alles so wie sonst auch.
wundervoll <3
Ich kann es noch nicht ganz glauben und habe etwas die Sorge, mir die Geschichte einzubilden.
Warten wir einfach ab, ob es so bleibt. :-)

Nach dem Durchschauen der Ich-Illusion kann meditative Achtsamkeit auf ganz natürliche Weise erreicht werden, ohne große Konzentration. Das Ich stand immer im Weg.
Im normalen Alltag ist mir die Veränderung nicht bewusst, sowenig wie vorher auch in solchen Situationen das Ich nicht in Erscheinung trat. Angst ist bisher nicht aufgetreten, nur gelegentlich fühlte es sich komisch an, in Alltagssituationen zu realisieren, dass da kein Ich ist, sondern alles auch ohne dem funktioniert: wer es nicht weiß, merkt auch nix ;-)

Haha, genau, das wird man dir nicht anmerken. Es ist ja auch nichts Wirkliches verloren gegangen, nur eine Vorstellung. Ich freue mich sehr, dass du keine Angst davor bekommen hast.
Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich schon seit einiger Zeit nahe daran war, es zu verstehen, es war mir aber nicht klar. So ist der Unterschied zu jetzt vielleicht auch nicht so groß.
Ja, du warst schon seit längerer Zeit nahe dran. Ich freue mich sehr für dich :-).

Lass es sich in Ruhe setzen. Du brauchst auch nicht die ganze Zeit darauf zu schauen, ob das Ich vielleicht wieder gekommen ist. Lebe dein Leben, rieche die sprichwörtlichen Rosen und schau, wie das Leben sich mit dieser neuen Perspektive anfühlt.

Ich freue mich darauf von dir wieder zu hören.

Liebe Grüße,
Ghata


Sent: Thu Nov 17, 2016 9:36 pm
by Nordmann
Liebe Ghata,
ich möchte mich sehr für Deine ausdauernde und stets einfühlsame und kenntnisreiche Begleitung bedanken. Ohne Deine HIlfe hätte ich es nicht geschafft! Ich habe einige Dharmalehrer kennengelernt, aber nie einen so intensiven Austausch gehabt. Ich fand Deine Unterstützung immer sehr präzise, und Du hast mich da abgeholt, wo ich stand.
Die neue Situation erfasse ich noch nicht so richtig. Was bedeutet dies für meinen weiteren Weg konkret? Ist es tatsächlich passiert? Ist es irreversibel?
Ich hatte mir das Durchschreiten des torlosen Tors viel spektakulärer vorgestellt, etwas in Richtung Satori oder so. Ich weiß nicht, wie es tatsächlich geschehen ist, plötzlich war die Ichvorstellung erloschen, so einfach, sonst nichts weiter. Das Leben geht seinen Gang, ich merke aber, dass ich aufmerksamer und achtsamer bin, was Gedanken und Gefühle angeht. Ich freue mich auf die nächste Zeit und bin froh, die doch anstrengenden Phasen erstmal überwunden zu haben. Hier hattest Du mich wunderbar begleitet.
Viele liebe Grüße
Nordmann


Sent: Fri Nov 18, 2016 4:39 pm
by Ghata
Lieber Nordmann,

es war eine Freude, mit dir zusammenzuarbeiten. Und ich finde es großartig, wie mutig und ausdauernd du dich den schwierigen Gefühlen und Ängsten gestellt hast. Gut gemacht :-)
Nordmann wrote:Ich hatte mir das Durchschreiten des torlosen Tors viel spektakulärer vorgestellt, etwas in Richtung Satori oder so. Ich weiß nicht, wie es tatsächlich geschehen ist, plötzlich war die Ichvorstellung erloschen, so einfach, sonst nichts weiter.
Ja, es ist tatsächlich nicht besonders spektakulär. Ein Satori ist ein viel intensiveres Erleben. Das Durchschauen der Ich-Illusion ist der erste und wichtigste Schritt für die weitere spirituelle Reise. Das Leben geht genauso weiter wie vorher - was auch nicht erstaunlich ist, da das Ich ja die ganze Zeit eine Illusion war.

Wie fühlt es sich an, kein Ich zu haben, das Kontrolle ausüben könnte?

Liebe Grüße,
Ghata


Sent: Sat Nov 19, 2016 7:17 pm
by Nordmann
Liebe Ghata,
Wie fühlt es sich an, kein Ich zu haben, das Kontrolle ausüben könnte?

Ich möchte auf beide Aspekte einzeln antworten. 1.) Es fühlt sich ganz normal an, kein Ich zu haben. Ich finde es überhaupt nicht erstaunlich. Ich empfinde es als so vertraut, dass ich manchmal Zweifel habe, ob ich es überhaupt erkannt habe. Das Ich-Gefühl ist zwar weg, gleichwohl ist da aber etwas, das ich als Nordmann wahrnehme mit seiner Geschichte und seiner jetzigen Situation. Ich sehe dies auch nicht als Widerspruch. Wie Du schon sagst, spüre ich, dass die weitere spirituelle Entwicklung nun beginnen kann. Darauf freue ich mich sehr und denke an die Übung mit der Schlucht, die ich gerne weitermachen möchte. Ich vermute, dass das LÖsen dieser Fessel einen offenkundigeren Effekt auf das alltägliche Erleben hat, als das Erkennen der Ich-Illusion.
2.) Keine Kontrolle ausüben zu können, ist bisher kein Thema. Im Alltag finde ich es natürlich, dem Fluss der Dinge zu folgen, ich spüre hierbei keinen KOntrollverlust oder Ängste. Wenn ich nun darüber schreibe, empfinde ich aber schon eine leichte Irritation im Bauch, vielleicht, weil es abstrakt um das Thema geht. Abgesehen davon, dass ich momentan nicht so gut schlafe, geht es mir ganz gut.
Liebe GRüße
Nordmann


Sent: Sun Nov 20, 2016 1:19 pm
by Ghata
Lieber Nordmann,

danke dir für deine Antwort :-). Es ist tatsächlich völlig normal, ohne Ich zu sein, es war ja schon immer so.

Und es ist sehr schön, dass keine Angst da ist. Wenn so ein unwohliges Gefühl im Bauch aufkommt bei der Frage, ist das einfach eine alte Konditionierung zum Wort "Angst".
Das Ich-Gefühl ist zwar weg, gleichwohl ist da aber etwas, das ich als Nordmann wahrnehme mit seiner Geschichte und seiner jetzigen Situation.


Kannst du beschreiben, was das ist, was als Nordmann wahrgenommen wird mit seiner Geschichte und seiner jetzigen Situation?

Gibt es eine eigene Instanz, die Nordmann wahrnimmt?

Liebe Grüße,
Ghata
P.S. Wenn du gern Zugang zu den LU-Gruppen haben möchtest, wäre es vielleicht ein guter Zeitpunkt, ins Forum zurückzuwechseln und dort unseren Dialog abzuschließen?



Sent: Sun Nov 20, 2016 2:15 pm
by Nordmann
Liebe Ghata,
vielen Dank für Deine Antwort. Nein, es gibt keine Instanz, die Nordmann wahrnimmt. Ich fühle aber eine Individualität, die ich als Nordmann bezeichne.
MIr ist aufgefallen, dass bei unangenehmen Gefühlen, beispielsweise bei Müdigkeit nach zu kurzer Nacht lediglich Müdigkeit und eine unangenehme Wahnehmung im Bauch da sind und nicht zusätzlich das Ich, was sich darüber ärgert oder frustriert ist. Das Gleiche gilt für Aufregung und Ärger. Das muss ist aber noch genauer untersuchen. Letztlich ist also alles nur noch halb so schlimm ;-)
Ja, ich hätte gerne Zugang zu den LU-Gruppen, und ich finde die Idee gut, den Dialog im Forum abzuschließen. Wollen wir dort die letzten Dialoge aus dem PM einfügen oder schreiben wir was neues?
Herzliche GRüße
Nordmann


Sent: Sun Nov 20, 2016 2:33 pm
by Ghata
Lieber Nordmann,

sehr schöne Antwort.:-) Es wird noch ein subtiles vertrautes Gefühl vorhanden sein, das sich wie Nordmann anfühlt. Es wird in einem späteren Teil der Untersuchung angeschaut und wird bis dahin auch noch vorhanden sein. Im Tor untersuchen wir die Identifizierung mit dem Gedanken "Ich."
MIr ist aufgefallen, dass bei unangenehmen Gefühlen, beispielsweise bei Müdigkeit nach zu kurzer Nacht lediglich Müdigkeit und eine unangenehme Wahnehmung im Bauch da sind und nicht zusätzlich das Ich, was sich darüber ärgert oder frustriert ist. Das Gleiche gilt für Aufregung und Ärger. Das muss ist aber noch genauer untersuchen. Letztlich ist also alles nur noch halb so schlimm ;-)
[/quote]


Ja, es ist viel leichter, wenn dem ersten Pfeil nicht noch der zweite folgt :-)

Ich schlage vor, unser Gespräch ab deiner Antwort einzustellen, in der du das erste Mal davon berichtest, dass das Ich immer wieder weg ist. Ich würde die Namen wieder auf die Forumsnamen ändern, so dass du nicht identifiziert werden kannst.

Einverstanden?

Dort schreibe ich dir dann auch die nächste Antwort. Ich werde es morgen machen.

Liebe Grüße,
Ghata



Sent: Mon Nov 21, 2016 5:47 pm
by Nordmann
Liebe Ghata,
gute Idee, bin damit einverstanden, den Dialog ab diesem Zeitpunkt zu übernehmen.

Manchmal kommt mir das Leben ohne Ich schon unwirklich vor. Ich fühle mich dann etwas verunsichert, mit einem flauen Gefühl in der Magengegend laufe ich die Straße entlang. Dann kommt auch Unsicherheit hoch, ob ich mir das nicht alles einbilde, weil ich es immer noch nicht ganz glauben kann, dass ich es geschafft habe. Gleichzeitig kann ich kein Ich entdecken, und das Fehlen dieser Referenzpunktes irritiert mich ebenso. Ich kann noch nicht mal mehr genau sagen, wie sich das Ich angefühlt hat, obwohl es sich erst kürzlich verabschiedet hat. Zusammengenommen fühle ich mich zeitweise verunsichert bis irritiert.
Liebe GRüße
Nordmann
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Tue Nov 22, 2016 2:48 pm

Lieber Nordmann,

ich habe die letzten Teile des Gespräches in das Forum übernommen und wir können jetzt hier weitermachen :-).
Manchmal kommt mir das Leben ohne Ich schon unwirklich vor. Ich fühle mich dann etwas verunsichert, mit einem flauen Gefühl in der Magengegend laufe ich die Straße entlang. Dann kommt auch Unsicherheit hoch, ob ich mir das nicht alles einbilde, weil ich es immer noch nicht ganz glauben kann, dass ich es geschafft habe. Gleichzeitig kann ich kein Ich entdecken, und das Fehlen dieser Referenzpunktes irritiert mich ebenso. Ich kann noch nicht mal mehr genau sagen, wie sich das Ich angefühlt hat, obwohl es sich erst kürzlich verabschiedet hat. Zusammengenommen fühle ich mich zeitweise verunsichert bis irritiert.
Ja, das stimmt. Es ist merkwürdig, aber schon kurz nach dem Tor kann man sich nicht mehr erinnern, wie es sich vorher angefühlt hat, als die Ich-Illusion noch vorhanden war.

Kann es sein, dass die Unsicherheit durch Gedanken erzeugt wird, die versuchen den jetzigen Zustand mit dem vorherigen zu vergleichen?

Jetzt ist ja wirklich eine völlig neue Perspektive vorhanden und die Gedanken haben dafür gewissermaßen keine Daten gespeichert, um sie zu erfassen und zu verstehen. Gedanken wollen immer alles einordnen, dafür sind sie da. Wenn sie etwas nicht einordnen können, schlagen sie leicht Alarm, dass etwas nicht in Ordnung sei. Schließlich sind sie daran beteiligt dafür zu sorgen, dass wir in Sicherheit sind. Wenn sie etwas nicht kennen, wird es erst einmal als gefährlich eingestuft.

Hat sich etwas an der direkten Erfahrung verändert?

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Nordmann » Wed Nov 23, 2016 9:40 pm

Liebe Ghata,
Kann es sein, dass die Unsicherheit durch Gedanken erzeugt wird, die versuchen den jetzigen Zustand mit dem vorherigen zu vergleichen?
Ja, das ist eine gute Erklärung. Manchmal finde ich die neue Perspektive ungewohnt und suche dann nach Vergleichsmöglichkeiten anhand von zuvor erlebten Situationen.
Hat sich etwas an der direkten Erfahrung verändert?
Ja, sie erscheint nun unmittelbarer und etwas klarer, vermutlich, weil die Instanz Ich nicht mehr da ist und das Erleben für sich reklamiert. Aber über diese Aspekte hinaus hat sich die direkte Erfahrung nicht geändert.
Liebe Grüße
Nordmann

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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Thu Nov 24, 2016 11:15 am

Lieber Nordmann,
Ja, sie erscheint nun unmittelbarer und etwas klarer, vermutlich, weil die Instanz Ich nicht mehr da ist und das Erleben für sich reklamiert. Aber über diese Aspekte hinaus hat sich die direkte Erfahrung nicht geändert
So ist es. Die Erfahrung bleibt dieselbe, klarer und unmittelbarer als vorher, aber immer noch dieselbe :-)

Wenn diese Unsicherheit wieder auftaucht, beobachte was genau geschieht. Gibt es Körperempfindungen dazu, Gedanken?

Bist du zu 100 % sicher, dass es kein Ich gibt? Gibt es noch Zweifel oder Unklarheiten?

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Nordmann » Sat Nov 26, 2016 11:42 am

Liebe Ghata,
ich habe mich in den letzten 2 Tagen intensiv beobachtet.
Wenn diese Unsicherheit wieder auftaucht, beobachte was genau geschieht. Gibt es Körperempfindungen dazu, Gedanken?
Bei Handlungen, Gedanken und Gefühlen kann ich kein Ich erkennen, das Regie führt oder sonst wie in Erscheinung tritt. So kann ich z. B. klar sehen, dass ich etwas mache, ohne das Gefühl eines Ich hierbei zu haben. Trotzdem bin ich nicht 100% sicher, dass es kein Ich gibt. Immer wieder tauchen Gedanken auf, die das Erlebte in Zweifel ziehen. Dies ist dann mit einem leichten Druckgefühl im Bauch verbunden. Das Problem ist der fehlende Vergleich von vorher (mit Ich) zu nachher. (ohne Ich).
Liebe GRüße
Nordmann

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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Sat Nov 26, 2016 3:59 pm

Lieber Nordmann,

danke dir für deine Ehrlichkeit :-)
Immer wieder tauchen Gedanken auf, die das Erlebte in Zweifel ziehen. Dies ist dann mit einem leichten Druckgefühl im Bauch verbunden. Das Problem ist der fehlende Vergleich von vorher (mit Ich) zu nachher. (ohne Ich).
Dein Problem ist offensichtlich, dass du dich an das Vorher mit ich nicht mehr erinnern kannst. Jetzt empfindest du kein Ich.
Von der reinen Beobachtung jetzt, ist ein Ich zu finden?
Immer wieder tauchen Gedanken auf, die das Erlebte in Zweifel ziehen. Dies ist dann mit einem leichten Druckgefühl im Bauch verbunden.
Dieses Druckgefühl im Bauch ist ja meist Angst gewesen. Ist sie vielleicht ein wenig zurückgekommen? Was empfindest du, wenn du denkst oder sagst, da ist kein Ich?

Vergleiche das Gefühl mit der unmittelbaren Erfahrung im gleichen Augenblick. Ich bin gespannt, was du herausfindest.

Liebe Grüße,
Ghata
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Nordmann » Sun Nov 27, 2016 9:35 pm

Liebe Ghata,
Von der reinen Beobachtung jetzt, ist ein Ich zu finden?
Wenn ich mich den Tag über beobachte, kann ich kein Ich entdecken. Die Handlung und Gedanken laufen autonom ab, wenn ich in mich reinfühle, um zu erkunden, ob dort ein Ich vorhanden ist, spüre ich in der Magengegend Druck.
Was empfindest du, wenn du denkst oder sagst, da ist kein Ich?
Dann steigt das Druckgefühl augenblicklich, Angst kommt hinzu. Momentan schlafe ich schlecht, ich fühle mich nachts manchmal unruhig, ich denke, es besteht ein Zusammenhang mit dem Befinden tagsüber.
Vergleiche das Gefühl mit der unmittelbaren Erfahrung im gleichen Augenblick.
Wenn ich sage, dass kein Ich da sei, entsteht ein unangenehmes Gefühl, es kommen Zweifel hoch, ob mich meine Erfahrung evtl. getäuscht hat, der Bauch spannt sich an.
Liebe GRüße
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Re: Ich komme allein nicht weiter

Postby Ghata » Sun Nov 27, 2016 9:49 pm

Lieber Nordmann,

Ich glaube, dass im Nachhinein jetzt doch die Angst eingesetzt hst.

Es ist dir klar, dass es das Ich nicht gibt - und wie du gemerkt hast, kannst du dich kaum an die Zeit erinnern wie es war, als es noch da war.

Was geschehen konnte, ist bereits geschehen. Mehr passiert nicht. Und - es kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Was empfindest du, wenn du liest, dass das Wichtigste bereits stattgefunden hat und auch nicht mehr rückgängig zu machen ist?

Liebe Grüße,
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