ist beantwortet, eigentlich.„Gibt es ein Ich in irgendeiner Form oder Zustand? (hast du eigentlich schon
beantwortet.)“
wenn du erlaubst hole ich etwas aus:„Erkläre, wie das "ich" funktioniert“
es ist so irre unwahrscheinlich, dass es mich überhaupt gibt!
Im Raum mußt du Milliarden von Lichtjahren nach Leben suchen.
Und in der Zeit sind Milliarden von Jahren vergangen, bis Leben entstand, kurz aufflackert - und dann sind es wieder Milliarden von Jahren ohne Leben.
Dass es uns überhaupt gibt ist ein Wunder. Leben geschieht jetzt. Danke!
Könnte es sein, dass es so ist?: Im Paradies geschieht Leben: alles ist, Bewußtsein ist, Liebe ist, Dankbarkeit ist, Stille ist, Wahrnehmung ist – ohne Grenzen und ohne Zeit.
Jedoch einmal in den Apfel der Erkenntnis gebissen – etwa 12 Monate nach der Geburt – werden Grenzen erkannt, und damit setzt Vergleichen und Bewerten ein.
Das ist die Geburtsstunde des „ich“.
Ab jetzt passiert das „ich“ und legt sich wie ein Albtraum über das bewußte Lebewesen. Ohne „ich“ sind Unterschiede auch da, aber sie werden nicht als solche bemerkt. Und die Unterschiede haben Konsequenzen: die Großen fressen die Kleinen. Ohne „ich“ wird das Gefressenwerden nicht weiter bewertet, es geschieht einfach, soweit die angeborenen Reflexe es zulassen.
Erst mit dem „ich“ ist es als gut oder böse, definiert.
Mit dem Albtraum „ich“ gibt es Vergleichen, Grenzen, Zeit, Bedeutung, Leben und Tod – und jede Menge Gedankenarbeit.
Aus der Improvisation wird die Komposition
Aus dem sich treiben wird ein Ziel erreichen wollen
Aus: es ist wie es ist wird es kann noch besser werden
Aus dem freien Tanz wird der den Walzer
aus der freien Liebe wird die Beziehung
und so weiter.
Unsere Kultur und unsere wissenschaftlichen Errungenschaften sind Produkte des Albtraum- „ich“.
Daher fällt es uns schwer, uns von diesem Albtraum zu lösen: es scheint doch so, als habe er uns bisher so gut geholfen – zumindest habe er uns an die Stelle gebracht, an der wir jetzt sind.
Noch dazu glauben wir, das „ich“ sei überlebenswichtig. Es ist dem „ich“-Albtraum nämlich gelungen, uns vorzugaukeln, wenn wir uns nicht mittels unserem „ich“ um unser Leben kümmerten, müßten wir sterben.
Und auch das Sterben ist dank „ich“-Albtraum kein einfaches Geschehen mehr (siehe oben), sondern mit heller Angst vor Tod und Teufel verbunden.
Trotz all dieser Macht, die wir ihm gegeben haben, ist der „ich“-Albtraum nicht mehr als ein Traum, eine Gedankenspielerei unseres Bewußtseins. Und da wir das von unseren Eltern und allen Mitmenschen so lernen, machen wir es nach und zweifeln, genau wie alle anderen, nicht an seiner Realität.
Und dann kommt eine Reiseführerin und nimmt uns mit liebevollen Fragen an die Hand.
Es war ein immerwieder hinspüren mit Hilfe der direkten Erfahrung.„und wie es kam, dass du es durchschaut hast. „
Ein behutsames Auseinanderdröseln von ehrlicher einfacher Erfahrung und den sich darum rankenden Gedanken.
Ein bescheidenes Einsehen, dass mir nichts anderes als meine Sinne zur Beschreibung der von mir erlebten Welt zur Verfügung steht.
Diese Sinne, die ich hochmütig wissenschaftlich als unzureichend eingestuft hatte. Mehr hab ich nicht, und alle Instrumente sind nur Krücken meiner Sinne.
„Was hat dich überzeugt?“
Dass ich es selbst herausfinden durfte
Dass ich anfangs heftig mein „ich“ vertreten konnte
Dass ich genug Zeit und Raum hatte.
Gibt es ein besonderes Argument, was mich überzeugte? Nein.
Ein Stolperstein, der besonders schwierig war? Die Einsicht, dass ich nicht frei wählen kann.
Ungewohnt, fremd, immernoch zweifelhaft: wird hier eine neue Rolle eingenommen?„3. Wie fühlt es sich an, erwacht, d.h. von dieser Vorstellung befreit zu sein?“
Bin mehr einverstanden mit dem was ist,
erlebe die Welt weicher, bin gelassen
es ist als ob ein anderes Licht (Liebe?) scheint.
Bin auf milde Art präsent mit erweiterter Toleranz;
Auffallend häufig fällt mir auf wie ich mich vergleiche und verurteile
Ich nehme mich und meine Umwelt weniger ernst und lache häufiger (über mich)
Habe weniger Antrieb
Bist du absolut sicher, ob du träumst oder nicht?„4. Wie würdest du das jemandem erklären, der noch nie die Existenz eines eigenständigen "Ichs" bezweifelt hat und nichts von alldem gehört hat?“
Alles was du kannst ist: Du kannst was tun, empfinden oder denken.
Schließt du daraus, dass es dich gibt?
Gibt es dich nur als lebendigen bewußten Organismus, wie viel andere, oder bemerkst du an dir was besonderes, das dich zu dem macht, der du bist?
Ist es dieses Besondere, dieses Einzigartige (jeder Mensch ist einzigartig), was dich ausmacht und dich von allen anderen unterscheidet?
Ist es genau das zusammen mit deinem Körper und deinem Geist (und evt auch Seele), was du meinst, wenn du „ich“ sagst?
Du hast also eine gewisse Vorstellung von dir, wenn du „ich“ sagst?
Es gibt Leute, die bezweifeln, dass diese Vorstellung real ist.
Real, so wollen wir mal sagen, ist etwas, das nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben. Z.B. der Mond.
Diese Leute meinen, das „ich“ wäre nur eine Phantasie, eine Illusion, einfach nicht vorhanden, nur ein Gedankenspiel. Und damit wäre auch die Persönlichkeit für die man sich hält, nicht mehr als eine beliebige, allerdings sehr hartnäckige Vorstellung – von Äußerlichkeiten wie z.B. Doppelkinn und buschigen Augenbrauen mal abgesehen.
Hättest du Interesse, das genauer zu untersuchen?
Die Frage ist also: ist das „ich“, was ich meine, wenn ich „ich“ sage real oder nur eine Phantasie?
Ohne Zweifel scheint es doch real, wenn du deinen Körper betrachtest und an deinen Verstand und deine Geschichte denkst. Das hältst du für dich, dazu sagst du „ich“.
Bist du dein Körper? Bist du dein Verstand? Deine Geschichte?
Nein, du empfindest dich als alles zusammen.
Und zusammen seid ihr mehr, so wie eine Pizza mehr ist, als nur Teig und Käse und Tomaten.
Könnte es sein, dass die Essenz vom „ich“ ebenso eine Idee ist, die sich deines Körpers+Verstands+Geschichte bemächtigt hat, wie die Pizza-Idee, die aus Teig, Käse und Tomaten was ganz besonderes macht?
Und so, wie die Pizza aus der Pizza-Idee und den Zutaten besteht,
so bestehst auch du aus der „ich“-Idee und den Zutaten?
Man könnte also sagen, dass die Vorstellung, die du von deinem „ich“ hast, zusammengesetzt ist aus dem, was du für deinen Körper, deinen Verstand und deine Geschichte hältst, und der Idee, die aus alledem erst das macht, was dein „ich“ ausmacht.
Damit wäre ein wesentlicher Teil deines „ich“ etwas, das durchaus verschwindet, wenn du nicht mehr daran glaubst. - - -
Was bleibt dann von dir übrig?
Wenn du auf weitere Ausflüge in dieser Richtung Lust hast, nimm eine Reiseführerin wie Ingen!

