Guten Abend Ichbin
Die Widerstände sind einfach nur alte Gewohnheiten und eingefahrene Verhaltensmuster. Oder mit anderen Worten: Verschiebe nicht auf Morgen, was du nicht genau so gut auf Übermorgen verschieben kannst.:-)))
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Nein. Gibt es nicht und gab es nie. Eine Illusion ist und bleibt eine Illusion. Die Zeit ändert nichts daran.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Die Ich-Illusion ist eine Vorstellung, ein gedankliches Konstrukt, das mit dem Etikett "Ich" versehen wird. Sie besteht aus einer Mischung von unverarbeiteten Emotionen, ungeprüften Informationen, Annahmen und Vorstellungen. Im Grunde ist sie eine "Schein-Identität". Ich erlebe sie als eine "Vermeidung des Lebens".
Die direkte Erfahrung, das Leben, ist einfach da. Sehen, Hören, Fühlen geschieht. Gedanken werden gesehen. Sie kommen und gehen wieder. Handlung passiert. Plötzlich kommt bei etwas Gesehenem oder auch bei einem Gedanken ein Ich-Bezug hinzu. Und mit ihm wird das direkte Erfahren überlagert von all den Annahmen und Vorstellungen der Ich-Illusion. Der Gedankenstrom wird nicht mehr gesehen, sondern zur Identität.
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Es ist eine eigenartige Mischung aus Freude, Leichtigkeit, Klarheit auf der einen Seite und einer Ängstlichkeit in Bezug auf das, was jetzt kommt.
Ich fühle mich in der Mitte des Geburtsprozesses und gerade haben die ersten Presswehen eingesetzt. Das Erkennen der Illusion hat den Geburtsvorgang ausgelöst. Gerade erfahre ich das Erkennen und Auflösen von Anhaftungen und liebgewonnenen Gewohnheiten, die die Geburt verzögern wollen. Das ist ein Auf und Ab und ich gehe einfach mit.
Seit einigen Tagen beobachte ich Veränderungen in der Wahrnehmung. Die Dinge erscheinen klarer, heller und lebendiger. Wenn ich einen Baum betrachte, ist es manchmal, als ob er von innen leuchten würde. Die Begegnung mit Menschen ist offener, liebevoller und macht zusehends mehr Freude.
Alles in allem fühle ich mich entspannter und zuversichtlicher.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Da war kein Schubser. Es hat sich mehr angefühlt wie ein alllmähliches Zulassen des Offensichtlichen. Ein Prozess weg von der Illusion und hin zur Wahrheit. Und plötzlich war die Erkenntnis da. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen aber etwas hat sich verändert. Er darf jetzt einfach geschehen. Ich erlebe es als wohltuend und heilend.
Die Antwort auf die 5. Frage wird noch nicht klar gesehen. Ich schlafe noch einmal darüber.:-)
Lg Emjetas