Die Wogen haben sich geglättet. Ich versuche in Worte zu fassen, was ich erfahren habe.
Ich erlebe diesen Prozess als schrittweises Erkennen und Auflösen der ICH-Illusion. So wie sie sich aus der Leere gebildet hat, geht es Schritt für Schritt dahin zurück. Gestern nun hat sich gezeigt, dass die Ur-Emotion eine Angst war, eine Angst nicht erwünscht zu sein, nicht leben zu dürfen. Daraus entstand eine Strategie (Des ICH) das Leben zu vermeiden. Das erlebe ich als so stark verinnerlicht, dass ich gerade erst beginne, zu erkennen, dass es ein Teil der ICH Illusion, Des IG ist. Daher auch das Gefühl, dass die Erkenntnis nicht vollständig ist.
Im Moment empfinde ich es als schwierig, klare Gedanken zu haben, mich klar auszudrücken. Ich bin in der DE, schaue, lasse mich auf eine Frage ein, die du gestellt hast, sehe was sich zeigt, beginne damit eine Antwort zu formulieren, und sofort stellt sich Zweifel ein. Wird das Gesehene in Frage gestellt.
Dabei fühle ich tief in mir, dass es genau so sein muss. Als wolle das Leben genau diese Erfahrung machen. Durch mich. Ich verstehe das nicht wirklich und trotzdem fühlt es sich richtig an. Und ich spüre, dass sich vieles an Spannung und Verwirrung aufgelöst hat und es immer leichter und klarer wird. So bin ich entschlossen, geschehen zu lassen, was geschehen will.
Nun zu deinen letzten Fragen
Das ICH hat das gesagt. Und das ICH ist es auch, das denkt, es sollte erleuchtet sein.
Wenn ich die ICH-Illusion durchschaut habe, ja dann....bin ich erleuchtet...
Wer hat das gesagt? Was bedeutet es "erleuchtet" zu sein? Und wer sollte dann "erleuchtet" sein?
"Was bedeutet es, "erleuchtet" zu sein?" Ich habe lange Zeit in der DE verweilt und nichts Schlüssiges gefunden. Da sind jede Menge Ideen, Vorstellungen und Konzepte über Erleuchtung die im Geist aufsteigen. Aber das sind eben Ideen, Vorstellungen und keine Wahrheit. Und all die Vorstellungen sind mit dem IG verbunden. Da ist so etwas wie die Hoffnung, dass die ominöse Erleuchtung all die Probleme, die der IG mit sich herumschleppt, lösen könnte. Vorstellugen über Vorstellungen, aber nichts wahres, nichts substanzielles.
Ja, so erlebe ich es momentan. Da sind Phasen wo ich gegenwärtig bin. Tue was zu tun ist. In der DE verweile. Da ist kein ICH. Aber immer wieder zieht es mich in Verhaltensweisen, wo das ICH wieder da ist. Bemerken tue ich das meistens, weil sich im Körper Anspannung zeigt, oder auch schwere Gefühle, die nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun haben. Oder im Kopf wird eine Geschichte erzählt die keinen Bezug zum Hier und Jetzt hat. Oder sorgenvolles Nachdenken über die Zukunft. Wie mache ICH das nur?Das Gefühl kommt und geht. Und das "ICH"? Kommt und geht es?
Es ist ein munteres Hin und Her im Zustand meines Erlebens. Mal ICH-los, mal mit ICH.
Was ich auch berichten kann ist, dass die Anziehungskraft des ICH nachlässt, es mir immer besser gelingt, es zu bemerken, zu erkennen und ihm den Glauben zu entziehen.
So erlebe ich den Prozess und ich hoffe, dass ich mein Erleben einigermassen verständlich in Worte gefasst habe.
Lieben Gruss und bis bald
Emjetas

