Wirklich mit dem Leben gehen

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Emjetas
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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Thu Mar 31, 2016 9:14 pm

Guten Abend Ichbin
Die Wogen haben sich geglättet. Ich versuche in Worte zu fassen, was ich erfahren habe.
Ich erlebe diesen Prozess als schrittweises Erkennen und Auflösen der ICH-Illusion. So wie sie sich aus der Leere gebildet hat, geht es Schritt für Schritt dahin zurück. Gestern nun hat sich gezeigt, dass die Ur-Emotion eine Angst war, eine Angst nicht erwünscht zu sein, nicht leben zu dürfen. Daraus entstand eine Strategie (Des ICH) das Leben zu vermeiden. Das erlebe ich als so stark verinnerlicht, dass ich gerade erst beginne, zu erkennen, dass es ein Teil der ICH Illusion, Des IG ist. Daher auch das Gefühl, dass die Erkenntnis nicht vollständig ist.

Im Moment empfinde ich es als schwierig, klare Gedanken zu haben, mich klar auszudrücken. Ich bin in der DE, schaue, lasse mich auf eine Frage ein, die du gestellt hast, sehe was sich zeigt, beginne damit eine Antwort zu formulieren, und sofort stellt sich Zweifel ein. Wird das Gesehene in Frage gestellt.
Dabei fühle ich tief in mir, dass es genau so sein muss. Als wolle das Leben genau diese Erfahrung machen. Durch mich. Ich verstehe das nicht wirklich und trotzdem fühlt es sich richtig an. Und ich spüre, dass sich vieles an Spannung und Verwirrung aufgelöst hat und es immer leichter und klarer wird. So bin ich entschlossen, geschehen zu lassen, was geschehen will.

Nun zu deinen letzten Fragen

Wenn ich die ICH-Illusion durchschaut habe, ja dann....bin ich erleuchtet...


Wer hat das gesagt? Was bedeutet es "erleuchtet" zu sein? Und wer sollte dann "erleuchtet" sein?
Das ICH hat das gesagt. Und das ICH ist es auch, das denkt, es sollte erleuchtet sein.

"Was bedeutet es, "erleuchtet" zu sein?" Ich habe lange Zeit in der DE verweilt und nichts Schlüssiges gefunden. Da sind jede Menge Ideen, Vorstellungen und Konzepte über Erleuchtung die im Geist aufsteigen. Aber das sind eben Ideen, Vorstellungen und keine Wahrheit. Und all die Vorstellungen sind mit dem IG verbunden. Da ist so etwas wie die Hoffnung, dass die ominöse Erleuchtung all die Probleme, die der IG mit sich herumschleppt, lösen könnte. Vorstellugen über Vorstellungen, aber nichts wahres, nichts substanzielles.
Das Gefühl kommt und geht. Und das "ICH"? Kommt und geht es?
Ja, so erlebe ich es momentan. Da sind Phasen wo ich gegenwärtig bin. Tue was zu tun ist. In der DE verweile. Da ist kein ICH. Aber immer wieder zieht es mich in Verhaltensweisen, wo das ICH wieder da ist. Bemerken tue ich das meistens, weil sich im Körper Anspannung zeigt, oder auch schwere Gefühle, die nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun haben. Oder im Kopf wird eine Geschichte erzählt die keinen Bezug zum Hier und Jetzt hat. Oder sorgenvolles Nachdenken über die Zukunft. Wie mache ICH das nur?
Es ist ein munteres Hin und Her im Zustand meines Erlebens. Mal ICH-los, mal mit ICH.

Was ich auch berichten kann ist, dass die Anziehungskraft des ICH nachlässt, es mir immer besser gelingt, es zu bemerken, zu erkennen und ihm den Glauben zu entziehen.

So erlebe ich den Prozess und ich hoffe, dass ich mein Erleben einigermassen verständlich in Worte gefasst habe.

Lieben Gruss und bis bald
Emjetas

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Ichbin01
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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Fri Apr 01, 2016 2:18 pm

Hallo Emejtas,

es ist gut, dass die Angst gesehen wird und dass Du alles geschehen lassen kannst. Gib der Angst ruhig Raum. Du kannst die Angst da sein lass und nichts damit tun, einfach (aus)fühlen.

Die Angst ist "nur" ein Gefühl, wie jedes andere auch. Indem Du es einen Namen gibts wird das Gefühl zu "deinem" und damit kommt es zur Identifizierung/ICH.

Was passiert, wenn Du einfach nur dieses Gefühl (ohne Label) fühlst?
"Was bedeutet es, "erleuchtet" zu sein?" Ich habe lange Zeit in der DE verweilt und nichts Schlüssiges gefunden. Da sind jede Menge Ideen, Vorstellungen und Konzepte über Erleuchtung die im Geist aufsteigen. Aber das sind eben Ideen, Vorstellungen und keine Wahrheit. Und all die Vorstellungen sind mit dem IG verbunden. Da ist so etwas wie die Hoffnung, dass die ominöse Erleuchtung all die Probleme, die der IG mit sich herumschleppt, lösen könnte. Vorstellugen über Vorstellungen, aber nichts wahres, nichts substanzielles
Ganz genau! Das ist nur eine Vorstellung. Was ist keine Vorstellung/ was ist wahr? Und braucht es dazu ein ICH?
Es ist ein munteres Hin und Her im Zustand meines Erlebens. Mal ICH-los, mal mit ICH.
Also ist da "Jemand", der hin und her springt. Braucht es tatsächlich den "Jemand"?

Lieben Gruß - Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Fri Apr 01, 2016 8:52 pm

Hallo Ichbin

Der Tipp mit dem Ausfühlen der Angst erweist sich als sehr hilfreich.
Was passiert, wenn Du einfach nur dieses Gefühl (ohne Label) fühlst?
Es beginnt sich abzuschwächen. Verliert an Intensität und Dramatik.
Und ich beobachte, dass das ICH immer wieder mit sorgenvollen Gedanken auftaucht, die das Gefühl wieder beleben. Da ist also eindeutig eine Verbindung zwischen IG und der Angst. Ich sehe, dass die beiden sich gegenseitig zu nähren scheinen.
Durch aufmerksames Verweilen in DE sollte es also möglich sein, diese "unheilige Allianz" zu durchbrechen, ihr ihre Energie zu entziehen. Ich bin da jetzt sehr aufmerksam.
Ganz genau! Das ist nur eine Vorstellung. Was ist keine Vorstellung/ was ist wahr? Und braucht es dazu ein ICH?
Wahr ist das, was ich sehe, höre, fühle, spüre. Auch Gedanken die auftauchen betrachte ich als wahr, denn sie sind ja jetzt da. Auf den Punk gebracht: Wahr ist das, was jetzt ist.
Und nein, dazu braucht es kein ICH.

Wenn ich mich aber im ICH-Denken verliere, erlebe ich es als wahr. Aber das ist eine scheinbare Wahrheit und offenkundig sehr irreführend und auch nicht förderlich. Aber eine tief sitzende Gewohnheit. Es fühlt sich gut an, dem jetzt auf die Schliche zu kommen, es zu enttarnen.
Also ist da "Jemand", der hin und her springt. Braucht es tatsächlich den "Jemand"?
In der DE schält sich ein Bild heraus. Wenn ich ganz hier und jetzt bin, völlig präsent, dann ist da niemand zu finden. Die Momente, in denen ich das wahrnehme, werden länger. Manchmal schon einige Minuten. Und wenn diese Erfahrung Wahr ist, dann braucht es niemanden, der hin und herspringt. Also könnte das vielleicht besser so formuliert werden. Aus einem unpersönlichen Zustand (DE) taucht das ICH auf und verschwindet wieder.
Das fühlt sich noch ungewohnt an, irgendwie unreal. Aber gleichzeitig fühle ich tief in mir, dass ich auf der richtigen Spur bin. :-) Was sagst du dazu?

Es scheint eine tief sitzende, stark verankerte und unbewusste Gewohnheit zu sein, das Erleben, Fühlen, Sehen, also die gesamte Erfahrung die stattfindet zu personalisieren. Immer wenn das geschieht, und es geschieht meistens automatisch, entsteht das ICH.
Ich beginne auch zu sehen, dass der Gebrauch des Wortes ich nicht notwendigerweise auf den IG hinweist, sondern es einfach aus sprachlichen Gründen verwendet wird.

So langsam beginne ich, das Gebilde des IG in seinem ganzen Umfang zu erfassen und zu erkennen, wie stark die gewohnheitsmässige und unbewusste Anhaftung daran ist.
Lass uns dranbleiben.

Einen schönen Abend
Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Sat Apr 02, 2016 6:50 pm

Hallo Emjetas,
Es beginnt sich abzuschwächen. Verliert an Intensität und Dramatik.
Gut beobachtet.
Was passiert, wenn Du weiter beim "ausfühlen" bleibst, statt den Ich-Gedanken zu nähren und ihn zu analysieren?
Einfach "nur" fühlen! Sind Gefühle ein Prozess oder ein Ding?
Wahr ist das, was ich sehe, höre, fühle, spüre. Auch Gedanken die auftauchen betrachte ich als wahr, denn sie sind ja jetzt da. Auf den Punk gebracht: Wahr ist das, was jetzt ist.
Und nein, dazu braucht es kein ICH.
Ganz genau ! Also, wozu braucht es dann noch ein ICH.
Aus einem unpersönlichen Zustand (DE) taucht das ICH auf und verschwindet wieder.
Nein, es gibt kein ICH. Deswegen kann es weder auftauchen noch verschwinden.
Es scheint eine tief sitzende, stark verankerte und unbewusste Gewohnheit zu sein, das Erleben, Fühlen, Sehen, also die gesamte Erfahrung die stattfindet zu personalisieren. Immer wenn das geschieht, und es geschieht meistens automatisch, entsteht das ICH.
Auch hier: ICH gibt es nicht! Es gibt nur Erleben, Fühlen, Sehen... ohne ICH !

Ist das, was Du berichtest, also wirklich "erfahren" oder "gedacht"?

Lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Sun Apr 03, 2016 2:27 pm

Hallo Ichbin
Was passiert, wenn Du weiter beim "ausfühlen" bleibst, statt den Ich-Gedanken zu nähren und ihn zu analysieren?
Je länger ich beim fühlen bleibe, desto mehr Kraft und Einfluss verliert der IG. In mir wird eine Tiefe fühlbar. Leichtigkeit und Freude machen sich langsam breit.
Ich erfahre es als einen befreienden Prozess. Von der Lüge/Illusion hin zu Wahrheit. Ich beginne, lebendig zu werden. Mir scheint als ob ich das Vertrauen in mich selber langsam zurückgewinne.
Sind Gefühle ein Prozess oder ein Ding?
Ein Prozess. Sie tauchen auf, werden gefühlt/erfahren und gehen wieder. Es ist eine Frage des Zulassens. Wenn ich sie bekämpfe, sie nicht haben will, nähren sie das ICH. Wenn ich sie zulasse, nähren sie das Leben.
Also, wozu braucht es dann noch ein ICH.
Puuh. Diese Frage hat es in sich. Habe viele Stunden damit verbracht, bin mit ihr ins Bett gegangen, habe davon geträumt. Da ist noch irgendwo ein Knoten, der sich nicht löst. Ich fasse mal zusammen.

Ich kann nichts handfestes finden, das die Notwendigkeit eines ICH nahelegt.
Da war aber die ganze Zeit über ein unterschwelliges Gefühl da, manchmal kaum warhnehmbar, manchmal etwas stärker, das Zweifel ausgelöst hat. Dann kamen Gedanken, die die Notwendigkeit des ICH rechtfertigen wollen. Diese Gedanken wiederum lösen Ängste und Gefühle der Schwere aus. Ich lasse sie zu und fühle Verlustangst. Plötzlich kommt der Gedanke von tief unten, dass es sich um Todesangst handelt. Und auch "Selbsterhaltungstrieb" taucht auf.
Ich bin lange dabei geblieben und bemerke, dass das Ausfühlen der Gefühle ungleich wertvoller ist, als das darüber nachdenken. :-))
Werde noch länger bei dieser Frage sein und alle Ängste die auftauchen, zulassen und ausfühlen. Das gelingt mir zusehends besser, und auch der Drang, darüber nachzudenken, lässt nach.
Ist das, was Du berichtest, also wirklich "erfahren" oder "gedacht"?
Vielen Dank für diese geniale Frage. Ich sehe, wie ich immer wieder das Erfahrene zerdenke und manchmal das Gedachte als Erfahrung darstelle. Die festgefahrene Gewohnheit eines Mannes, der ein Leben lang im Verstand gelebt hat, und die Gefühle aussenvor liess. Jetzt erfahre ich, dass das nirgendwohin führt. Es vermeidet nur das wirkliche Leben.

Mit steigendem Vertrauen und wachsender Zuversicht grüsse ich dich herzlich.
Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Sun Apr 03, 2016 7:10 pm

Hallo Emjetas,

du machst das alles sehr gut:-)
Ich erfahre es als einen befreienden Prozess. Von der Lüge/Illusion hin zu Wahrheit.
Was ist Wahrheit? Was ist Lüge?
Ein Prozess. Sie tauchen auf, werden gefühlt/erfahren und gehen wieder. Es ist eine Frage des Zulassens. Wenn ich sie bekämpfe, sie nicht haben will, nähren sie das ICH. Wenn ich sie zulasse, nähren sie das Leben.
Ja, Gefühle tauchen auf und gehen wieder. Richtig erkannt :-)
Gibt/braucht es da tatsächlich Jemanden/eine Instanz, der/die sie zuläßt oder bekämpft?
Und wie ist das Verhältnis zwischen ICH und Leben?
Ich lasse sie zu und fühle Verlustangst. Plötzlich kommt der Gedanke von tief unten, dass es sich um Todesangst handelt. Und auch "Selbsterhaltungstrieb" taucht auf.
Was ist Wahrheit, was ist Illusion und was kann demnach verloren gehen oder sterben? Wer bestimmt, dass was und wer erhalten bleiben sollte?

Lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Mon Apr 04, 2016 12:45 pm

Hallo Ichbin
Was ist Wahrheit? Was ist Lüge?
Wahrheit ist immer wahr. Sie ist beständig. Sie braucht nicht genährt zu werden. Sie braucht nicht verteidigt zu werden. Sie ist still aber sehr lebendig, zugleich kraftvoll und sanft. Wahrheit heilt, kräftigt, macht ganz.

Lüge trennt und schwächt. Sie macht viel Lärm. Muss ständig genährt und verteidigt werden. Sie hat keinen Bestand.
Ja, Gefühle tauchen auf und gehen wieder. Richtig erkannt :-)
Gibt/braucht es da tatsächlich Jemanden/eine Instanz, der/die sie zuläßt oder bekämpft?
Nein.
Und wie ist das Verhältnis zwischen ICH und Leben?
Wie das Verhältnis zwischen Lüge und Wahrheit. Das Leben ist sich selbst genug und braucht nichts weiter. Es ist vollkommen und ganz. Das ICH, ganz wie die Lüge, kann nicht aus sich selbst heraus "leben". Es ist ein Schmarotzer.
Ich sehe immer mehr, dass das ICH das Leben verhindert.
Das Leben ist Bewegung, es verändert sich ständig, probiert neue Dinge aus, will Erfahrungen machen.
Das ICH erfahre ich als starr. Es hält am Alten und Gewohnten fest, koste es was es wolle. Und der Preis ist hoch, denn das Leben wird geopfert.
Was ist Wahrheit, was ist Illusion und was kann demnach verloren gehen oder sterben?
Die Gefühle, die da sind, sind wahr. Die Verlustangst und die Todesangst sind die lärmende Lüge, die ICH Illusion, die nach Aufmerkasmkeit schreit.
Es ist die Illusion, die verloren gehen oder sterben kann.
Wer bestimmt, dass was und wer erhalten bleiben sollte?
Wenn ich in der DE verweile und die Frage mitnehme, kommt Unruhe auf. Als würde die Frage mich an einen Ort bringen, wo ein gut geschütztes Geheimis verborgen ist. Ich habe so eine Ahnung, fühle aber, dass sich der Verstand einschalten will mit seinen Erklärungen. Deshalb werde ich nochmals über die Frage meditieren und wieder berichten.

Lg Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Mon Apr 04, 2016 5:12 pm

Lieber Emjetas,

bitte überprüfe, ob deine Antworten aus der DE gegebenworden ;-) Oder gedacht?
Die Verlustangst und die Todesangst sind die lärmende Lüge, die ICH Illusion, die nach Aufmerkasmkeit schreit.
Ist Todes- und Verlustangst ein Gefühl? Was ist tatsächlich unwahr?
Wenn ich in der DE verweile und die Frage mitnehme, kommt Unruhe auf. Als würde die Frage mich an einen Ort bringen, wo ein gut geschütztes Geheimis verborgen ist.
Warum kommt Unruhe auf? Was hindert Dich daran, Dich an den Ort bringen zu lassen?

Wer meditiert überhaupt? ;-)

Lg - Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Tue Apr 05, 2016 9:52 pm

Guten Abend Ichbin
bitte überprüfe, ob deine Antworten aus der DE gegeben wurden ;-) Oder gedacht?
Danke für den Augenöffner. Mir ist da ein starker Zug/Drang bewusst geworden der mich, bisher unbemerkt, dazu treibt, das, was ich in der DE erkenne, irgendwie gedanklich zu verfremden.
Ich habe heute deine Fragen der letzten Tage nochmals lange betrachtet und eine Frage gefunden, durch welche mir dieser Vorgang bewusst geworden ist: Also, wozu braucht es dann noch ein ICH?
Die Antwort die in der DE gesehen wird ist eindeutig. Es braucht kein ICH.
Ich sehe das beim Kochen, Autofahren, spazieren im Wald...beim Verweilen in der Stille. Für nichts davon, braucht es ein ICH.
Und trotz all dieses Sehens ist da immer noch Zweifel. Etwas in mir hält immer noch an einem ICH fest. Kann es nicht anders formulieren. Es fühlt sich irgendwie verrückt an. Kannst du etwas dazu sagen?

Ich habe 2 Fragen aus deinem vorletzten Thread nochmals betrachtet.

Was ist Wahrheit? Was ist Lüge?
Wahrheit ist das was ist. Was geschieht, gefühlt, gesehen, gehört wird.
Lüge sind die Annahmen, Vorstellungen, Konzepte, Befürchtungen die im Geiste kreisen.
Und wie ist das Verhältnis zwischen ICH und Leben?
Wie das Verhältnis zwischen Illusion und Wirklichkeit. Es gibt kein ICH. Es ist nur ein substanzloser Gedanke, eine Vorstellung im Geist, ein Hirngespinst.
Und trotz dieses Sehens erlebe ich es so, dass diese Vorstellung sich tief in meinem ganzen Sein verankert hat und sich nur allmählich aus den Zellen löst. Wie eine zutiefst unbewusste und liebgewonnene Gewohnheit. Aber der Prozess schreitet voran und es fühlt sich so an, als finde eine Auflösungs-Erfahrung statt.
Ist das verständlich. Macht das Sinn für dich? :-)
Ist Todes- und Verlustangst ein Gefühl? Was ist tatsächlich unwahr?
Unwahr ist meine Interpretation. Bei nochmaliger Betrachtung habe ich gesehen, dass Verlustangst und Todesangst gar nicht als Gefühl da waren, sondern Gedanken. Ich habe dem, was ich in dem Moment fühlte, ein Etikett verpasst, ohne es zu merken.

Warum kommt Unruhe auf? Was hindert Dich daran, Dich an den Ort bringen zu lassen?
Dem bin ich noch nicht ganz auf den Grund gekommen. Ich bemerke diese Unruhe immer wieder, wie ein leises Geräusch im Hintergrund, wenn ich in der DE verweile. Wie eine leise Stimme, die mich zurückhalten will, ganz in eine Leere, ganz in den Moment einzutauchen. Ich erkenne aber, dass sie schwächer wird, wenn ich sie einfach sein lasse, und nicht darüber nachdenke.
Wer meditiert überhaupt? ;-)
Mein Erleben ist so, dass ich mich hinsetze um zu meditieren. Wenn die Meditation tief ist, ist die Erfahrung unpersönlich. Da ist niemand der meditiert. Ein Erahnen einer tiefen Leere. Aber immer wieder kehre ich zurück und erlebe die Meditaion als "meine". Etwa so als würde ich mit einem Fuss auf einer Seite einer Türe stehen und mit dem anderen Fuss auf der anderen Seite. und irgendwie ist die Entscheidung noch nicht getroffen, ganz hindurchzugehen. Ich frage mich, was noch fehlt oder was es noch loszulassen gilt.

Lg Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Wed Apr 06, 2016 11:10 am

Lieber Emjetas,
Mir ist da ein starker Zug/Drang bewusst geworden der mich, bisher unbemerkt, dazu treibt, das, was ich in der DE erkenne, irgendwie gedanklich zu verfremden.
Ja, das kommt mir auch so vor. Deswegen ist es besonders wichtig, dass Du genau untersuchst, ob Du tatsächlich direkt erfährst oder ob das ICH es im nachhein erklärt - auch in der Meditation ;-)
Ich sehe das beim Kochen, Autofahren, spazieren im Wald...beim Verweilen in der Stille. Für nichts davon, braucht es ein ICH. Und trotz all dieses Sehens ist da immer noch Zweifel. Kannst du etwas dazu sagen?
Das ist schwer zu sagen. Es fühlt sich so an, als ob die DE evtl. nicht wirklich "direkt" ist.
Schau noch einmal in den Raum und untersuche: Ist da ein Wahrnehmender oder geschieht Wahrnehmung/Erfahrung?
Vielleicht kannst Du auch mal "bewusst" hin und her springen. Stellst Du dann einen Unterschied fest?
Was ist der Zweifel? Wozu dient er Dir? Und gibt es da irgend jemand, der es unbedingt "schaffen" will/der eine Erwartung an das ganze hat?
Unwahr ist meine Interpretation. Bei nochmaliger Betrachtung habe ich gesehen, dass Verlustangst und Todesangst gar nicht als Gefühl da waren, sondern Gedanken. Ich habe dem, was ich in dem Moment fühlte, ein Etikett verpasst, ohne es zu merken.
Ganz genau :-) Und konnest Du das Gefühl ohne Namen einfach ausfühlen/verbrennen lassen?
Und was ist jetzt mit dem Gedanken "Todesangst/Verlustangst"?
Ist das alles noch da? In der DE? :-)
Dem bin ich noch nicht ganz auf den Grund gekommen. Ich bemerke diese Unruhe immer wieder, wie ein leises Geräusch im Hintergrund, wenn ich in der DE verweile. Wie eine leise Stimme, die mich zurückhalten will, ganz in eine Leere, ganz in den Moment einzutauchen. Ich erkenne aber, dass sie schwächer wird, wenn ich sie einfach sein lasse, und nicht darüber nachdenke.
Also ist da Unruhe in der DE? Aber wer "bewertet" diese Unruhe"? Wer hält zurück?
Vielleicht versuchst Du auch hier einmal hin und her zu springen? Also Unruhe einfach zulassen, nicht bewerten und dann einmal bewusst in den Widerstand zu Unruhe gehen und mal so richtig fies bewerten :-))))

Freu mich auf Deine Antworten :-)

Lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Thu Apr 07, 2016 8:59 pm

Guten Abend Ichbin
Ich habe mir viel Zeit genommen und mich immer wieder mit deinen Fragen beschäftigt. Es fällt mir schwer, klare Worte zu finden. Der Punkt um den es geht ist die DE. Ist sie wirklich direkt, oder wird sie vom ICH im Nachhinein erkärt. Heute habe ich gesehen, dass sich das ICH manchmal wie unterschwellig einmischt. Kaum wahrnehmbar die DE trübt. So wie der Blick durch eine leicht beschlagene Fensterscheibe.

Die Frage die mich die ganze Zeit über am meisten beschäftigt hat ist diese:
Was ist der Zweifel? Wozu dient er Dir? Und gibt es da irgend jemand, der es unbedingt "schaffen" will/der eine Erwartung an das ganze hat?
Der Zweifel kommt vom ICH. Er dient nicht mir, sondern dem ICH. Und dann die Frage nach dem Jemand der es schaffen will. Die kann ich mit ja beantworten. Aber es ist noch mehr. Ich sehe eine Hoffnung im dem Sinne, dass das Leben leichter wird, und da ist gleichzeitig eine Befürchtung, dass genau das eintrifft. Ein völliger Gegensatz.
Und dann war da plötzlich dieser Satz: Wenn das ICH als Illusion gesehen wird, oh Schreck....dann kann ich ja nicht mehr ein armes ICH sein.
Ich musste laut lachen.
Also ist da Unruhe in der DE? Aber wer "bewertet" diese Unruhe"? Wer hält zurück?
Vielleicht versuchst Du auch hier einmal hin und her zu springen? Also Unruhe einfach zulassen, nicht bewerten und dann einmal bewusst in den Widerstand zu Unruhe gehen und mal so richtig fies bewerten :-))))
Ich wollte das tun und habe gefunden, dass sich die Unruhe gar nicht zeigt, wenn ich mich bewusst mit ihr befassen will.

An den anderen Fragen bin ich noch dran, kann aber zur Zeit noch keine klaren Antworten finden. Es ist wie ein glitschiger Fisch, der mir immer wieder aus den Händen gleitet :-)) Ich fühle, dass die Untersuchung an einem kritischen Punkt angelangt ist. Ich bleibe dran, soviel ist sicher!

Eines aber kann ich mit Bestimmtheit sagen weil ich es Tag für Tag erlebe und fühle. Dieser Prozess ist ausserordentlich heilsam für mich. Ich erfahre Heilung auf ganz vielen Ebenen. All die Arbeit die ich in den letzten Jahren mit mir gemacht habe, kommt zusammen und die Dinge werden Eines nach dem Anderen gesehen und geheilt. Einmal mehr ein grosses Danke an dich.

Bin gespannt was von dir als nächstes kommt :-)

Herzlich Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Fri Apr 08, 2016 8:51 pm

Guten Abend Emjetas,
Der Zweifel kommt vom ICH. Er dient nicht mir, sondern dem ICH
Es gibt also mindestens zwei: "ICH" und "MIR". Wie werden die zwei erfahren?
Und dann war da plötzlich dieser Satz: Wenn das ICH als Illusion gesehen wird, oh Schreck....dann kann ich ja nicht mehr ein armes ICH sein.Ich musste laut lachen.
Warum wäre es Dir wichtig ein armes ICH zu sein? Was für Vorteile bringt es mit sich?
Ich wollte das tun und habe gefunden, dass sich die Unruhe gar nicht zeigt, wenn ich mich bewusst mit ihr befassen will.
In der DE, ist da ein "ICH", was sich mit der Unruhe befassen will?
Dieser Prozess ist ausserordentlich heilsam für mich.
Und was, wenn der Prozess abgeschlossen ist? Hast Du Angst etwas zu verlieren?

Lg-Ichbin
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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Sun Apr 10, 2016 11:42 am

Hallo Ichbin

In meinem Kopf dreht sich ein Karussell. Kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Ist das was sich zeigt jetzt wirklich DE oder kommt es aus dem Verstand.
Es gibt also mindestens zwei: "ICH" und "MIR". Wie werden die zwei erfahren?
Als Gegenspieler... Wie Smergol im "Herr der Ringe". Eine gespaltene Persönlichkeit. Die Eine stellt die Andere in Frage und umgekehrt. Es ist ein innerer Dialog. Ein Ja - Aber Spiel. Es ist der reinste Wahnsinn.
Und in der DE konnte ich erkennen, dass es wohl nicht wirklich zwei sind. Da ist nur eines, das verschiedene Rollen spielt.
Und ich erahne, dass das viel damit zu tun hat, dass oft eine Unsicherheit da ist, ob das Gesehene tatsächlich in der DE gesehen wird oder vom Verstand erklärt wurde.
Warum wäre es Dir wichtig ein armes ICH zu sein?
Ein trügerisches Gefühl der Sicherheit? Eine eingefahrene Gewohnheit? Angst vor Veränderung? Da sind nur Fragen, keine Klarheit.
Was für Vorteile bringt es mit sich?
Da habe ich einiges gefunden und es lässt sich in zwei Gruppen aufteilen. Vorteile die mir Genuss bescheren und scheinbare Vorteile, die aber nur Ausreden sind. Aber nichts davon ist von einem armen ICH abhängig. All die Vorteile sind ganz klar auch ohne ICH zu haben.
In der DE, ist da ein "ICH", was sich mit der Unruhe befassen will?
Und was, wenn der Prozess abgeschlossen ist? Hast Du Angst etwas zu verlieren?
Bei diesen Fragen stehe ich total an. Es will einfach keine Klarheit aufkommen. Was am meisgten auftaucht, ist: Die Angst davor, das ICH zu verlieren.
Das ist im Moment in meinem Erleben eh sehr zentral. Manchmal scheint es, als sei die Illusion des ICH erkannt, aber irgendwie ist das dann doch mehr intellektuell als Erfahrung.

Und etwas in mir weiss, dass die momentane Verwirrung und Unklarheit zum Prozess gehört. Es geht weiter.

Ich wünsche dir einen sonnigen Sonntag. Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Sun Apr 10, 2016 12:08 pm

Lieber Emjetas,

ich wünsche Dir auch einen schönen Sonntag. Und dann habe ich gleich ein paar schöne Frage für Dich, die diesen Tag noch mehr verschönen werden ;-)
Und in der DE konnte ich erkennen, dass es wohl nicht wirklich zwei sind. Da ist nur eines, das verschiedene Rollen spielt.
Also doch zwei? Eins mit zwei Rollen, ergibt Zwei! "Jemand", der eine Rolle hat und "Jemand" der die zweite Rolle hat!
Und ich erahne, dass das viel damit zu tun hat, dass oft eine Unsicherheit da ist, ob das Gesehene tatsächlich in der DE gesehen wird oder vom Verstand erklärt wurde
Wozu dient Dir die "Unsicherheit"?
Die Angst davor, das ICH zu verlieren.
Wer hat Angst das ich zu verlieren? Und was würde denn verloren gehen?

Lg-Ichbin
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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Sun Apr 10, 2016 6:57 pm

Guten Abend Ichbin
Bis heute war mir nicht bewusst, dass Fragen einen Tag verschönern können :-) Bis heute...
Bin vor einer Stunde nach Hause gekommen, habe deine Fragen eine nach der anderen gelesen und unmittelbar ist bei jeder Frage eine Antwort einfach da gewesen. Total spontan, intuitiv. Und damit einhergehend das Aufflackern einer Erkenntnis. Und dann wollte das Hinterfragen und Überdenken wieder losgehen. Habe mich aber nicht darauf eingelassen und berichte jetzt ganz unzensiert.:-))

Der Klarheit halber: Als ich von der gespaltenen Persönlichkeit sprach, war damit ein gespaltenes ICH gemeint.
Also doch zwei? Eins mit zwei Rollen, ergibt Zwei! "Jemand", der eine Rolle hat und "Jemand" der die zweite Rolle hat!
Ja zwei. Aber das eine ist die Essenz. Das was wirklich ist. Impulse und Gedanken, die im Inneren aufsteigen, immer mit Bezug zum Hier und Jetzt. Das Leben selbst. Die Essenz oder wie immer wir das nennen wollen.
Das Andere ist der ICH Gedanke, der sofort versucht, dieses Leben gemäss seinen Vorstellungen zu kontrollieren.
Wozu dient Dir die "Unsicherheit"?
Sie schützt das ICH...und verhindert das Leben...Ein Bärendienst:-)
Wer hat Angst, das ich zu verlieren?
Das ICH :-)))
Und was würde denn verloren gehen?
Das ICH :-)))

Musste grad lauthals lachen, weil ich einen Satz mit ich beginnen wollte:-))) Ok. Der Form halber, ICH in Grossbuchstaben ist der ICH-Gedanke. Ich bin ich...hihihi

Die Erkenntnis die aufgeflackert ist, lässt sich etwa so beschreiben. Der Dialog den wir nun seit bald 4 Wochen führen, wurde meinerseits fast völlig vom ICH dominiert. Einige klare Momente waren da, mit Einsichten, die durch ihre Einfachheit zu erkennen sind. Das Meiste wurde aber vom ICH sofort mit "schlauen" Argumenten zerpflückt, bis jede Klarheit verschwunden war.
Mir dämmert, wie stark ich dieser Illusion erlegen war, wie tiefgehend die Anhaftung daran ist und dass wohl eine Überprüfung meiner Gewohnheiten angesagt ist.

Jetzt bin ich mal echt gespannt darauf, was für sonntagsverschönernde Fragen dir dazu einfallen.
Sonnigen Gruss Emjetas


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