Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übern S

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby Joram » Mon Jan 25, 2016 8:40 pm

Als ich mit 28Jahren eine zeitlang Zugang zu den Jhanas hatte(1980),hatte ich keine Ahnung,ich dachte dies müsse Gott sein,und ich selbst bzw. mein Innerstes sei das. Erst in den letzten 15-20 Jahren ist mir klar geworden(aber immer noch nicht vollständig),daß alles Erkennbare, unmöglich ich selbst sein kann..
Wer die 4. Oder 5. Jhana erlebt hat, WEIß um Anatta, WEIß um die Ichillusion, WEIß um den „Todlosen Raum“.
Da ich auf keine „Erfahrung“ des „Erlebens des Todlosen“ zugreifen kann, -ist es-, um deine Frage zu beantworten, wahrscheinlich -doch nicht so-. Es scheint die letztendliche Gewissheit zu fehlen. ..
Wie kann jemand der die Jhanas erlebt hat, so ein Satz sagen? Da stimmt was nicht…
Ab der 4. Jhana ist „Erlebens des Todlosen“ während des Verweilens in der Jhanas vorhanden. Es geht gar nicht anders.

Hier was dazu: https://suttacentral.net/de/mn111

Oder verstehe ich dich falsch?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Tue Jan 26, 2016 8:25 am

Hi Joram,
würde gern die optisch tolle Zitierfunktion benutzen, bekomme es irgendwie nicht hin.
Kannst du mir helfen?

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby Joram » Tue Jan 26, 2016 11:58 am

Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Tue Jan 26, 2016 12:32 pm

Lieber Joram!
„Wer die 4. Oder 5. Jhana erlebt hat, WEIß um Anatta, WEIß um die Ichillusion, WEIß um den „Todlosen Raum“.“

Was nun das „Erleben“ des Todlosen angeht: Es ist eigentlich unmöglich, denn Erleben von etwas setzt -zwei- voraus; wahrnehmen, erleben, erfahren einerseits, und dasjenige welches erfahren wird (hier das Todlose); wenn man so will, ist das die fortwährende Trennung zwischen Subjekt/Objekt.

Das Todlose (oder nirvana) „ist“ aber gerade die Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung. Das Todlose welches erlebt werden kann, ist quasi das Todlose von außen betrachtet, nicht das Todlose selbst oder an sich.
Mit den Jhanas ist das so eine Sache. Klar ist: Einspitzigkeit war da und Wahrnehmung von Glückseligkeit. Was nach der Erfahrung nicht vorhanden war: ein begrifflicher Bezugsrahmen, der mir hätte helfen können, das Erlebte präzise einzuordnen. Ich meine mich zu erinnern, dass auch Gleichmut (4. Jhana) erfahren wurde, doch diese Erfahrung ist so unvorstellbar subtil, das ich es nicht genau weiß. Auf dem „Rückweg“ heraus aus den Jhana-Zuständen, scheint „Glückseligkeit“ das erste „gröbere“ Wahrnehmungsobjekt zu sein, welches deshalb auch ohne die Kenntnis der Belehrung seitens eines vollkommen Erwachten, deutlich wahrzunehmen ist.

Was mit Sicherheit gesagt werden kann, ist, das die Funktionen eines Handelnden sowie Entscheidenden, die beide zusammengenommen (mit als drittes die Erkenntnisfähigkeit) gemeinhin als das angesehen werden, was das ich ausmacht, in der Einspitzigkeit des Jhana gänzlich über Bord fallen.
Bleibt noch als letzte Bastion eines vermeintlichen ich die Wahrnehmung selbst, ich als dasjenige welches wahrnimmt. Und um an diesem Punkt wahrhaft zweifelsfrei sagen zu können, dass anatta vollumfänglich durchschaut wurde, bräuchte es die „Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung", und das ist eben nirvana oder das „Todlose“. Aus diesem Befund zurückgekehrt, ist anatta 100% realisiert.
Vorher nicht, oder doch?

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby Joram » Tue Jan 26, 2016 1:17 pm

Das Todlose (oder nirvana) „ist“ aber gerade die Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung. Das Todlose welches erlebt werden kann, ist quasi das Todlose von außen betrachtet, nicht das Todlose selbst oder an sich.
die Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung??? Du sagst damit: „Buddha hat weder was empfunden noch was wahrgenommen“… - dass das nicht der Fall war, ist klar, oder?
Mit den Jhanas ist das so eine Sache. Klar ist: Einspitzigkeit war da und Wahrnehmung von Glückseligkeit.
Du beschreibst mit „Glückseligkeit“ ein Zustande der 1., 2. Oder vielleicht auch 3. Jhana. Ab der 4. Jhana wird die Trennung zwischen „Wahrnehmender“ und „Wahrgenommene“ aufgehoben. Das ist „Das Todlose“ welches erlebt wird.
Bleibt noch als letzte Bastion eines vermeintlichen ich die Wahrnehmung selbst, ich als dasjenige welches wahrnimmt. Und um an diesem Punkt wahrhaft zweifelsfrei sagen zu können, dass anatta vollumfänglich durchschaut wurde, bräuchte es die „Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung", und das ist eben nirvana oder das „Todlose“. Aus diesem Befund zurückgekehrt, ist anatta 100% realisiert.
„ich als dasjenige welches wahrnimmt“ – wo wird gerade jetzt(!) ein „ich was wahrnimmt“ wahrgenommen? Kannst du ein „ich was wahrnimmt“ JETZT wahrnehmen?

„Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung" ist eine völlige Fehlinterpretation. Es gibt solche Interpretationen in der Literatur zu finden, das ist aber nicht was Buddha gelehrt hat.


_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Wed Jan 27, 2016 12:08 pm

Hallo Joram!,
Joram hat geschrieben: „die Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung??? Du sagst damit: „Buddha hat weder was empfunden noch was wahrgenommen“… - dass das nicht der Fall war, ist klar, oder?“-

Sariputto ruft aus: „Seligkeit ist das Nibbanam (nirvana), Seligkeit ist das Nibbanam“, worauf ihm ein Zeitgenosse verwundert vorhielt: „Wie kann da Seligkeit sein, wo keine Empfindung ist?“ Sariputto’s Antwort war: „Eben dies, Freund, ist die Seligkeit, dass hier keine Empfindung ist“.

Im 43. Suttam des Majjhima Nikayo heißt es: „Welcher Unterschied besteht nun, Bruder, zwischen einem Toten, Abgestorbenen und einem Mönche, der die Vernichtung von Wahrnehmung und Empfindung erwirkt hat?“ – „Wer da tot und abgestorben ist, o Bruder, dessen körperliche Hervorbringungen – sankhara – sind aufgehoben und erloschen, dessen sprachliche Hervorbringungen sind aufgehoben und erloschen, dessen geistige Hervorbringungen sind aufgehoben und erloschen, die Lebensfähigkeit ist aufgezehrt, die Wärme verflogen, die Sinne sind zerstoben; der Mönch aber, der die Vernichtung von Wahrnehmung und Empfindung erwirkt hat, dessen körperliche, sprachliche und geistige Hervorbringungen sind aufgehoben und erloschen, doch die Lebensfähigkeit ist nicht aufgezehrt, die Wärme nicht verflogen, und die Sinne sind gestillt.“

… Zu der -Zeit-, wo „wer“ auch immer, die Vernichtung (Aufhebung) von Wahrnehmung und Empfindung erwirkt hat, gibt es, so „mein“ Erkenntnisstand, absolut und definitiv niemanden der erkennt, nichts Erkennbares und sicherlich auch kein Erkennen, sondern einfach nur DAS, nirvana, nibbana.
Hernach, aus der Vertiefung zurückgekehrt, etwa auf dem Almosengang, oder dem Weg zur Giebelhalle, oder bei der Verrichtung der Notdurft, wird sicherlich wieder Wahrnehmung stattfinden.

Joram hat geschrieben: „Du beschreibst mit „Glückseligkeit“ ein Zustande der 1., 2. Oder vielleicht auch 3. Jhana. Ab der 4. Jhana wird die Trennung zwischen „Wahrnehmender“ und „Wahrgenommene“ aufgehoben. Das ist „Das Todlose“ welches erlebt wird.“

Von der Aufhebung der Trennung zwischen Wahrnehmendem, Wahrgenommenen und dem Vorgang der Wahrnehmung, weiß ich nichts. Ich denke aber, dass die Bedingung für jede Art der Wahrnehmung, die sechs Sinne sind. Mit dem Wegfall der sechs Sinne im Tode, wäre dann, lieber Joram, „„dein“ Todloses“ ebenfalls gestorben!

Joram hat geschrieben: „„ich als dasjenige welches wahrnimmt“ – wo wird gerade jetzt(!) ein „ich was wahrnimmt“ wahrgenommen? Kannst du ein „ich was wahrnimmt“ JETZT wahrnehmen?
„Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung" ist eine völlige Fehlinterpretation. Es gibt solche Interpretationen in der Literatur zu finden, das ist aber nicht was Buddha gelehrt hat.“

Nein, kann ich nicht. Es sollte der Versuch sein, darzustellen, was sich, der die Lehre des Buddha gar nicht kennende Mensch, für gewöhnlich unter ich vorstellt.

Was hat denn der Buddha gelehrt? https://suttacentral.net/de/mn111 In dieser von dir angeführten Lehrrede ist doch die Erwirkung „der Vernichtung von Wahrnehmung und Empfindung“, oder die zeitweilige Überwindung des Bereiches der „5 Zusammenhäufungen“, kristallklar aufgeführt. ..
Eigentlich befinde ich mich gerade mal wieder in einer „Nicht-Lesephase“, in der das willentliche Erzeugen von Denkbewusstsein als besonders mühsam erlebt wird und in Hinblick auf die Erkenntnis, die den „Stromeintritt“ ausmacht, wenig ergiebig zu sein scheint.
Was also tun, oder lassen?

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby Joram » Wed Jan 27, 2016 8:38 pm

Sariputto’s Antwort war: „Eben dies, Freund, ist die Seligkeit, dass hier keine Empfindung ist“.
Dem stimme ich zu, nur kann jemand der die Jhanas nicht selber erfahren hat es nicht begreifen.
„keine Empfindung“ bedeutet nicht, dass da nichts erfahren wird. Geräusche zum Beispiel, werden gehört. Nur ist der Geist so einspitzig, dass die Aufmerksamkeit sich dem Geräusch nicht zuwendet.

Nach der Meditation, wenn jemand mir sagen würde: „hast du den LKW gehört?“, würde ich mich daran erinnern, dass da ein Geräusch war, irgendwo im Hintergrund und mich aus der Achtsamkeit nicht rausreißen konnte. Das meinte Sariputta.

Über den Rest möchte ich nicht diskutieren, da auch ich, so wie du, von theoretischer Gelehrsamkeit, müde bin.

Zu: „Nein, kann ich nicht. Es sollte der Versuch sein, darzustellen, was sich, der die Lehre des Buddha gar nicht kennende Mensch, für gewöhnlich unter ich vorstellt.“:
Ich kenne die Lehre und hier geht es nicht um Buddhas Lehre, hier geht es um direkte Erfahrung.

Zu: „Mit dem Wegfall der sechs Sinne im Tode, wäre dann, lieber Joram, „„dein“ Todloses“ ebenfalls gestorben!“
Nein, so ist es nicht. Ein „Ich“ was es nicht gibt, kann nicht sterben und das „Todlose reich“ kann nicht „mein“ sein. Nur Sinne Entstehen und vergehen, niemandem gehörend.

Zu: „Was also tun, oder lassen?“
Jorams Empfehlung: Lass das Lesen und achte auf die direkte Erfahrung. Es ist lebendiger und direkt zum Ziel führend.

Schau deine Hände an. Ganz genau. Gehören sie wirklich „Dir“? Wie ist die Empfindung?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Thu Feb 04, 2016 1:10 pm

Lieber Joram!,
Zu: „keine Empfindung“ bedeutet nicht, dass da nichts erfahren wird. Geräusche zum Beispiel, werden gehört. Nur ist der Geist so einspitzig, dass die Aufmerksamkeit sich dem Geräusch nicht zuwendet.“ „Nach der Meditation, wenn jemand mir sagen würde: „hast du den LKW gehört?“, würde ich mich daran erinnern, dass da ein Geräusch war, irgendwo im Hintergrund und mich aus der Achtsamkeit nicht rausreißen konnte. Das meinte Sariputta.“

„Was man fühlt, das nimmt man wahr“, so heißt es. Wenn nichts, gar überhaupt nichts empfunden oder gefühlt wird, findet ganz gewiss auch keine Wahrnehmung statt.

In den wenigen Jhanas, die ‚mir‘ beschieden waren, gab es jedes Mal eine vollständige Entkoppelung des Geistes, oder des Bewusstseins von allen fünf Sinnen. Soll heißen; selbst die Amputation eines Fingers ohne Zuhilfenahme eines Narkosemittel (Tasten), oder die Explosion einer Handgranate im Nebenzimmer (Hören), können während des Jhana-Zustands nicht zur Wahrnehmung gelangen. Diese oben angeführte Entkoppelung des Geistes ist absolut, und ebenso die Ursache für die unaussprechliche Seligkeit die dann da ist: der Geist ist vorübergehend entbunden von dem Zwang über die fünf Sinne erleben zu müssen; daher die Seligkeit. Der ‚eigene‘ Körper und die ‚Welt‘ sind verschwunden, haben aufgehört zu existieren, bis auf die Glückseligkeit. Hernach, aus der Vertiefung zurückgekehrt, wird klar, dass da auch Wahrnehmung als die noch alleinige Funktion des Geistes (des Denkorgans, des Denksinns oder des Gehirns) gewesen sein muss. „Denn was man fühlt (hier: Glückseligkeit), das nimmt man wahr“.
Also restlos alles von ‚Körper und Welt‘ futsch, bis auf die Wahrnehmung von Glückseligkeit.

Zu: „Schau deine Hände an. Ganz genau. Gehören sie wirklich „Dir“? Wie ist die Empfindung?“

Nein, sie gehören nicht wirklich mir. Sie fühlen sich gerade ein wenig kalt an und sie verändern sich durchaus auch gegen ‚meinen Willen‘. Wenn es ein souveränes ich gäbe, dem die linke Hand wesenhaft zugehörte, dann hätte sie im vergangenen Jahr bei einem Skateboard Unfall nicht brechen können… Wenn ich sie anschaue, sind da Verwunderung und Befremdung..

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby Joram » Thu Feb 04, 2016 10:13 pm

Hi :-)
Zu den Vertiefungen: Ja, so ein Zustand wie du beschreibst – eine totale Abkopplung wo auch eine Operation durchgeführt werden könnte – ist möglich, aber nicht das einzig mögliche und auch kein Ziel der Vertiefungen. Auch die Glückseligkeit ist kein Ziel der Vertiefungen. Glückseligkeit ist eine Frucht der Konzentration. Viel wichtiger ist es in den Jhanas zu „schauen“ Erkenntnisse zu gewinnen. Zum Beispiel über die drei Daseinsmerkmale. Die Technik heißt „Vipassana Jhana“, im Gegenteil zu der „Samatha Jhana“.
Zu: „Schau deine Hände an. Ganz genau. Gehören sie wirklich „Dir“? Wie ist die Empfindung?“
Nein, sie gehören nicht wirklich mir. Sie fühlen sich gerade ein wenig kalt an und sie verändern sich durchaus auch gegen ‚meinen Willen‘. Wenn es ein souveränes ich gäbe, dem die linke Hand wesenhaft zugehörte, dann hätte sie im vergangenen Jahr bei einem Skateboard Unfall nicht brechen können… Wenn ich sie anschaue, sind da Verwunderung und Befremdung..
Wieso „Verwunderung und Befremdung“? Wie entstehen diese Gefühle?
Und wie ist es mit Weltanschauungen? Die Hand gehört nicht dir, die Meinungen aber – was ist mit denen? Deine oder nicht deine? Wichtig oder unwichtig?

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Fri Feb 05, 2016 9:17 am

Hi Joram,

Zu: „Wieso „Verwunderung und Befremdung“? Wie entstehen diese Gefühle?
Und wie ist es mit Weltanschauungen? Die Hand gehört nicht dir, die Meinungen aber – was ist mit denen? Deine oder nicht deine? Wichtig oder unwichtig?“

Ich denke mal wie alle Gefühle entstehen, eben durch dem Körper innewohnendes ‚Mögen‘ oder ‚Nicht-Mögen‘. Die Frage ist dann, bin ich es, der da mag oder nicht mag, und sind die Gefühle aus Unwissenheit in Form der Identifikation entstanden? Da sich die Welt ständig verändert, macht Weltanschauung als starres Konzept nicht wirklich Sinn. Die Welt -anschauen- mittels der sechs Sinne geschieht einfach. Die Meinungen sind genauso wenig ich, wie ‚meine‘ Hände ich sind. Manchmal jedoch werden sie mit Vehemenz vertreten, warum auch immer…

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby Joram » Fri Feb 05, 2016 5:27 pm

Die Meinungen sind genauso wenig ich, wie ‚meine‘ Hände ich sind. Manchmal jedoch werden sie mit Vehemenz vertreten, warum auch immer…
Das „warum auch immer“ ist leicht erklärt.
Eine Wichtigkeit entsteht, eine Identifikation mit den Meinungen, oder was immer sonst und diese Identifikation kann als die Ichillusion begriffen werden. Die Identifikation die alles „real“ erscheinen lässt und die Illusion so tief verbirgt, dass kaum jemand in der Lage ist, „das was IST“ zu sehen.
Erkennst du wieso das Gefühl Verwunderung und Befremdung bei dir entsteht, wenn du deine Hände aufmerksam betrachtest mit der Frage ob sie „deine“ sind? Was wird erlebt? Nur das Erleben ist wichtig, nicht die logische Erklärung.

_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Sat Feb 06, 2016 5:24 pm

Hi Joram,
Erkennst du wieso das Gefühl Verwunderung und Befremdung bei dir entsteht, wenn du deine Hände aufmerksam betrachtest mit der Frage ob sie „deine“ sind? Was wird erlebt? Nur das Erleben ist wichtig, nicht die logische Erklärung.
Bitte Joram; das mit dem Gefühl der Verwunderung und Befremdung war glaub' ich eher ein Konzept, welches irgendwo in meinem Geist lungerte und beim Anschauen der Hände hervortrat.
Wenn ich meine Hände einfach nur ansehe, ist da nur die mal klare, mal verschwommene Wahrnehmung.
Konnte einen Pulsschlag in einer Ader erkennen.
Ob sie "meine" Hände sind ist schwierig zu beantworten, theoretisch nein, in der direkten Erfahrung ist da nur Sehen, und nicht Sehen von "mein" oder "dein".
Danke für deine Führung...

User avatar
Joram
Posts: 3306
Joined: Fri Mar 21, 2014 6:19 pm

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby Joram » Sat Feb 06, 2016 10:39 pm

Schön :-)

Ich habe keine weiteren Fragen und habe den Eindruck dass „Du“, die Ichillusion durchschaut hast.

Wenn du möchtest kannst du noch unsere obligatorischen Abschlussfragen beantworten,
sie sind gut um nochmal zu sehn wo man steht.
Sollten die Antworten von drei Guides „bestätigt“ werden, so kann ich Dich zu unseren Facebook-Gruppen einladen.

Hier die Fragen:

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?


_()_
Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Sun Feb 07, 2016 8:27 pm

Hallo Joram,
aufrichtigen Dank für deine Begleitung und Anleitung!
Schön :-)

Ich habe keine weiteren Fragen und habe den Eindruck dass „Du“, die Ichillusion durchschaut hast.
Werde mich morgen daranmachen, die obligatorischen Abschlussfragen zu beantworten.
Bis dahin, und nochmals Danke schön.

User avatar
onairtwentyfour
Posts: 19
Joined: Mon Jan 11, 2016 12:28 am

Re: Jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übe

Postby onairtwentyfour » Mon Feb 08, 2016 8:29 pm

Hi Joram,
Schön :-)
Ich habe keine weiteren Fragen und habe den Eindruck dass „Du“, die Ichillusion durchschaut hast.
Lieber Joram, ist diese "Durchschaung der Ichillusion" gleichbedeutend mit dem "Stromeintritt"?

Und jetzt zu den besagten Fragen:
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Mein aktueller Erkenntnisstand: Nein, nirgendwo läßt sich ein wie auch immer geartetes "Ich", "mich" oder "Selbst" ausfindig machen. Auch dann nicht, wenn es noch häufig so zu sein scheint, als wäre da doch so etwas wie ein ich.
Sobald die irrige Gleichmachung mit etwas, dass kommt und geht, und genau deshalb kein eigenständiges "Selbst" sein kann, jedesmal neu erkannt ist, wird auch die Ichillusion jedesmal deutlicher als Illusion durchschaut.
Und es gab auch niemals ein "ich", "mich" oder "Selbst"; genau darin liegt ja die Täuschung, ein ich sehen, wo in Wahrheit kein ich ist und niemals war.
2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Ich habe gerade im Moment ziemlich deftige Zahnschmerzen. ICH bin es, der diese Schmerzen hat, oder dem sie widerfahren, der sie fühlt. Folglich bin ICH es, der jetzt etwas dagegen unternimmt. ICH kaue Nelken, schlürfe behutsam heißen Ingwertee, und ICH denke zur Not hast du ja noch ein paar IbuHexal Schmerztabletten, aber die sollte ICH mir besser für die Nacht aufheben, falls die Schmerzen noch schlimmer werden und ICH deshalb wieder nicht schlafen kann.
In Wirklichkeit sind das alles Prozesse die nicht nur keines Ich bedürfen, sondern einfach ohne ein Ich ablaufen, ohne jemanden, der dirigiert, bestimmt oder kontrolliert. Alles geschieht einfach, niemand da, der es geschehen macht.. Bei Freude nicht, und auch nicht bei Leid; niemand da, der Freude oder Leid sein eigen nennen könnte.
Die Wahrnehmung Zahnschmerz ist da, fühlen ist da und kein Ich ist da (abgefahren...) Yep!
3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
ICH habe eigentlich nichts durchschaut im Sinne eines endgültigen Status, vielmehr bin ich fortwährend in Durchschauung engagiert, mal abgesehen von gelegentlichen Nickerschen.
Das Leben geht weiter und die Vertiefung der Durchschauung der Illusion auch.
Irgendwie fühlt sich das Erleben intensiver an, die recht fette Auseinandersetzung mit diesem Thema und der Austausch mit Joram bei LU haben 'mir' gut getan. Intensivierung trifft es ziemlich genau, denke ich..
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

Tja, das war ein wenig ernüchternd. Denn so ein letzter Schubs, so ein zeitloser Augenblick kristallener Klarheit und Einsicht, in welchem die Illusion durchschaut worden wäre, hat nicht stattgefunden. Dafür macht die Bezeichnung "Torloses Tor" jetzt für mich ein wenig mehr (Un)Sinn...

Lieber Joram, die Beantwortung der beiden übrigen Fragen nehme ich mir dann morgen vor.


Return to “Deutsch (Archiv)”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 6 guests