Hallo Joram!,
Joram hat geschrieben: „die Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung??? Du sagst damit: „Buddha hat weder was empfunden noch was wahrgenommen“… - dass das nicht der Fall war, ist klar, oder?“-
Sariputto ruft aus: „Seligkeit ist das Nibbanam (nirvana), Seligkeit ist das Nibbanam“, worauf ihm ein Zeitgenosse verwundert vorhielt: „Wie kann da Seligkeit sein, wo keine Empfindung ist?“ Sariputto’s Antwort war: „Eben dies, Freund, ist die Seligkeit, dass hier keine Empfindung ist“.
Im 43. Suttam des Majjhima Nikayo heißt es: „Welcher Unterschied besteht nun, Bruder, zwischen einem Toten, Abgestorbenen und einem Mönche, der die Vernichtung von Wahrnehmung und Empfindung erwirkt hat?“ – „Wer da tot und abgestorben ist, o Bruder, dessen körperliche Hervorbringungen – sankhara – sind aufgehoben und erloschen, dessen sprachliche Hervorbringungen sind aufgehoben und erloschen, dessen geistige Hervorbringungen sind aufgehoben und erloschen, die Lebensfähigkeit ist aufgezehrt, die Wärme verflogen, die Sinne sind zerstoben; der Mönch aber, der die Vernichtung von Wahrnehmung und Empfindung erwirkt hat, dessen körperliche, sprachliche und geistige Hervorbringungen sind aufgehoben und erloschen, doch die Lebensfähigkeit ist nicht aufgezehrt, die Wärme nicht verflogen, und die Sinne sind gestillt.“
… Zu der -Zeit-, wo „wer“ auch immer, die Vernichtung (Aufhebung) von Wahrnehmung und Empfindung erwirkt hat, gibt es, so „mein“ Erkenntnisstand, absolut und definitiv niemanden der erkennt, nichts Erkennbares und sicherlich auch kein Erkennen, sondern einfach nur DAS, nirvana, nibbana.
Hernach, aus der Vertiefung zurückgekehrt, etwa auf dem Almosengang, oder dem Weg zur Giebelhalle, oder bei der Verrichtung der Notdurft, wird sicherlich wieder Wahrnehmung stattfinden.
Joram hat geschrieben: „Du beschreibst mit „Glückseligkeit“ ein Zustande der 1., 2. Oder vielleicht auch 3. Jhana. Ab der 4. Jhana wird die Trennung zwischen „Wahrnehmender“ und „Wahrgenommene“ aufgehoben. Das ist „Das Todlose“ welches erlebt wird.“
Von der Aufhebung der Trennung zwischen Wahrnehmendem, Wahrgenommenen und dem Vorgang der Wahrnehmung, weiß ich nichts. Ich denke aber, dass die Bedingung für jede Art der Wahrnehmung, die sechs Sinne sind. Mit dem Wegfall der sechs Sinne im Tode, wäre dann, lieber Joram, „„dein“ Todloses“ ebenfalls gestorben!
Joram hat geschrieben: „„ich als dasjenige welches wahrnimmt“ – wo wird gerade jetzt(!) ein „ich was wahrnimmt“ wahrgenommen? Kannst du ein „ich was wahrnimmt“ JETZT wahrnehmen?
„Aufhebung von Wahrnehmung und Empfindung" ist eine völlige Fehlinterpretation. Es gibt solche Interpretationen in der Literatur zu finden, das ist aber nicht was Buddha gelehrt hat.“
Nein, kann ich nicht. Es sollte der Versuch sein, darzustellen, was sich, der die Lehre des Buddha gar nicht kennende Mensch, für gewöhnlich unter ich vorstellt.
Was hat denn der Buddha gelehrt?
https://suttacentral.net/de/mn111 In dieser von dir angeführten Lehrrede ist doch die Erwirkung „der Vernichtung von Wahrnehmung und Empfindung“, oder die zeitweilige Überwindung des Bereiches der „5 Zusammenhäufungen“, kristallklar aufgeführt. ..
Eigentlich befinde ich mich gerade mal wieder in einer „Nicht-Lesephase“, in der das willentliche Erzeugen von Denkbewusstsein als besonders mühsam erlebt wird und in Hinblick auf die Erkenntnis, die den „Stromeintritt“ ausmacht, wenig ergiebig zu sein scheint.
Was also tun, oder lassen?