Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Fri Feb 06, 2015 9:05 am

Die Wahrnehmung ist kein Ding. Die Wahrnehmung ist ja auch nur da, wenn etwas wahrgenommen wird. ... ...
Sie sind eins.
Ich habe das Gefühl, SO nah dran zu sein. Aber nicht DA.
Ist das Gefühl immer noch "SO nah dran zu sein. Aber nicht DA." vorhanden, oder hat sich was verändert?

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby asmaha » Sat Feb 07, 2015 1:33 pm

Ist das Gefühl immer noch "SO nah dran zu sein. Aber nicht DA." vorhanden, oder hat sich was verändert?
Es hat sich was verändert... Die Einsicht hat sich vertieft, dass "es" dies hier ist, egal ob das nun deutlich gespürt und wahrgenommen wird, oder ob die Fata Morgana es verschleiert. Das Gefühl ist jetzt: DA zu sein. So wie jeder schon immer DA ist, auch wenn er es nicht sieht.
"So nah dran"... es wird jetzt klarer gesehen, dass diese Vorstellung von einer Distanz, die scheinbar überwunden werden muss, von äußeren Dingen, die sich verändern müssen, um DA anzukommen, genau der Grund für das Gefühl ist, noch nicht DA zu sein.
Es ist gerade oft ganz erstaunlich und auch immer mal wieder erschreckend, zu sehen, wie viel von dieser scheinbaren Realität hier nur aus Gedanken besteht.
Es hat sich was verändert.
Da ist auch etwas Angst, dass diese Veränderung, diese Einsicht sich jederzeit wieder auflösen könnte.
Aber da habe "Ich" ja sowieso keine Kontrolle drüber.

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Sat Feb 07, 2015 2:49 pm

Da ist auch etwas Angst, dass diese Veränderung, diese Einsicht sich jederzeit wieder auflösen könnte.
Aber da habe "Ich" ja sowieso keine Kontrolle drüber.
Wer hat Angst dass „diese Einsicht sich jederzeit wieder auflösen könnte“? ;-)


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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby asmaha » Mon Feb 09, 2015 7:58 pm

Wer hat Angst dass „diese Einsicht sich jederzeit wieder auflösen könnte“? ;-)
Hmja. Okay. Grmbl. Die Einsicht nicht. Dass sich diese Einsicht darein, dass es kein Ich gibt, welches eine Einsicht haben könnte, jederzeit wieder auflöst, wird eigentlich nicht befürchtet (von Niemand. Also äh... Ja, "du" weißt schon).
Ich habe wohl noch mal wieder die Einsicht mit einem Feeling verwechselt...;-)
Naja, ich glaube, jetzt hab ich den Unterschied aber wirklich geschnallt!

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Tue Feb 10, 2015 9:19 am

Wie entsteht diese Angst?
Könnte so eine Angst entstehen, wenn die „Einfachheit“ präsent ist? :
Die Kompliziertheit dieser Bewusstseins-Konstruktion wich der Einfachheit dessen, was sich just ereignete: Eben Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke, ohne ein zusätzliches Ich oder Bewusstsein, auf die sich dieses Erleben beziehen müsste.
Wie entsteht dann doch Angst? Erkennst Du den Ablauf "in Dir"? – Die Frage ist wichtig.

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby asmaha » Wed Feb 11, 2015 8:53 am

Wie entsteht diese Angst?
Könnte so eine Angst entstehen, wenn die „Einfachheit“ präsent ist? :
asmaha hat geschrieben:
Die Kompliziertheit dieser Bewusstseins-Konstruktion wich der Einfachheit dessen, was sich just ereignete: Eben Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke, ohne ein zusätzliches Ich oder Bewusstsein, auf die sich dieses Erleben beziehen müsste.

Wie entsteht dann doch Angst? Erkennst Du den Ablauf "in Dir"? – Die Frage ist wichtig.
Es fällt mir nicht ganz leicht, hier eine Antwort zu finden.
Wenn die "Einfachheit" präsent ist, entsteht so eine Angst nicht. Sie entsteht, wenn eine Identifikation stattfindet mit einem bestimmten Bewusstseinszustand, bestimmten Gefühlen. Wenn der Wunsch auftaucht, diesen Zustand festzuhalten, taucht natürlich gleichzeitig die Angst auf, ihn zu verlieren.
Die Angst/Sorge entsteht aus dem Konzept heraus, dass ICH jemand bin, der einen bestimmten Bewusstseinszustand erreicht hat. Dass ICH diesen Bewusstseinszustand behalten oder verlieren könnte.
Während dieser Bewusstseinszustand (Freiheit, Leichtigkeit, Einfachheit, Frieden etc.) ja eigentlich nur eine Art Begleiterscheinung der Einsicht ist, dass ICH eben NICHT jemand bin. Kein Jemand, der etwas erreicht hat, etwas behalten oder verlieren könnte.
Diese Angst scheint selber schon genau das zu sein, wovor sich geängstigt wird - eine Wiederverstrickung in Ich-Vorstellungen.
Meintest du das mit "Ablauf"?

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Thu Feb 12, 2015 2:21 pm

Meintest du das mit "Ablauf"?
Es wäre gut wenn Du konkrete Beispiele aus deinem Alltag aufschreiben könntest.
Wie läuft es bei Dir ab? Wie entsteht Angst ganz konkret?

Dieser Ablauf ist das was bewusst erkannt werden soll, denn es hat, so wie Du beschrieben hast, direkt mit der Anhaftung an der Ich-Identifikation zu tun.

Schaut man ein Beispiel aus der eigenen Erfahrung an, dann wird vieles klarer.


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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby asmaha » Thu Feb 12, 2015 8:23 pm

Also, diese Angst um die es da ging, war ja die Angst, diese Einsicht wieder zu verlieren – „Angst“ ist dafür ein ziemlich dramatisches Wort, es ist ja eher eine Sorge. Aber ich habe auch das Gefühl, dass es sehr sinnvoll ist, wenn ich konkret werde. Ich beschreibe einfach mal ein bisschen, was so konkret in letzter Zeit bei mir vorgeht, dann ist das vielleicht greifbarer, woran ich festhänge…
Ich lebe gerade in so einer Pendelbewegung. Klarheit und Verwirrung, Einfachheit und Kompliziertheit, Ausdehnung und Zusammenziehung wechseln sich so circa im Zwei-Tages-Rhythmus ab (so als grobe Tendenz, im Kleinen gibt es dann auch alle möglichen Veränderungen).
Da ist manchmal diese Wahrnehmung von „es gibt nur DIES HIER“, Sinneseindrücke, Gedanken tauchen in dieser Wirklichkeit, diesem JETZT, auf und verschwinden und eine Geschichte die dazu auftaucht, wie z.B. „Das ist MEINS“ ist nur eine Geschichte, die eben auch jetzt auftaucht.
Und dann wieder: Na klar bin ICH da. Oder was ist das hier?? Dass das Ich eine Illusion ist – das ist eben so ein Wissen, so was wie „die Erde ist rund“. Das ist ja mittlerweile auch der Stand der Neurowissenschaft, fast Allgemeingut. Und okay, ich kann auch in der Introspektion kein „Ich“ finden, aber was verändert das?
Dann wieder sehe ich, dass sich natürlich schon viel verändert, bereits verändert hat und vieles unter einer neuen Perspektive wahrgenommen wird.
Und dann denke ich: Das verändert einfach Alles!
Und dann: Oh mein Gott!! Ist das wahnsinnig!! Es gibt mich gar nicht, und auch sonst niemanden, ach du scheiße!! Wie kann das sein? Irgendwie gibt es dann ja überhaupt nichts! Vielleicht werde ich einfach nur verrückt??
Dann wieder: Das sind nur Gedanken, die gerade auftauchen. Was ist jetzt sonst noch da, außer Gedanken? – und dann: Einfaches Geschehen, Körperempfindungen, Sinneseindrücke, Gefühle. Frieden.
Und dann wieder: Kann es so einfach sein? So unspektakulär? Was macht es überhaupt für einen Unterschied? Müsste es dann nicht jeder checken, oder zumindest viel mehr Leute?
Oder ist das doch nur Einbildung? Vielleicht wurde einfach nicht genau genug nachgeschaut? Vielleicht lässt sich das Ich nicht auf diese Art finden (nicht dass mir eine andere einfallen würde), aber ernsthaft anzunehmen, es sei nicht da?? Was ist das für ein komischer Spleen?
Und Verwirrung.
Und dann irgendeine einfache Tätigkeit, Gemüse schneiden, Fahrrad fahren, und plötzlich Staunen: Wie geht das alles? Was ist das alles hier? Alles ist einfach da, alles scheint ganz von alleine zu geschehen… Was für ein unglaubliches Wunder alles ist! Und wo soll da „Ich“ sein, außer in genau diesem Gedanken?
Dieser Körper, diese Gedanken die dieses Empfinden hier als „Körper“ benennen… Unfassbar!
Und dann der Versuch, es doch zu fassen, zu verstehen, das Erkannte in gedanklichen Formeln zu konservieren um es zu behalten – und die Feststellung: Es entzieht sich, ich verstehe das alles überhaupt gar nicht, ich weiß gar nichts mehr – Verunsicherung, Verwirrung.
Und dann wieder Angst: Wie unendlich sinnlos alles wäre, wenn das Ich tatsächlich eine Illusion ist! Was bleibt dann übrig von meinem Leben?
Und dann wieder: Frieden. Trotz Zeitdruck und auch unter Menschen, in der Uni z.B., heimlich Frieden, und das Gefühl: Ich bin das alles hier, alles, was „es gibt“… Alles, was in der Wahrnehmung erscheint (ohne dass es da eine Wahrnehmung ohne Objekt gäbe). Wie konnte ich nur glauben, ich sei dieser Körper hier, der etwas tut, oder ein etwas in diesem Körper drin?
Und dann z.B. der Wunsch, durch dieses Durschauen besser zu sein als andere, überlegen zu sein. Fantasien, wie ich andere belehre – und dann Scham wegen diesen. Und Gedanken: Du bist so verhaftet! Hast du dir eingebildet, irgendwas verstanden zu haben? Blödsinn!!
Dann ein sich-Einlassen auf dieses Gefühl, z.B. Scham: Es spüren, erleben, erlauben. Dadurch bald wieder Weite. Und die Frage Wer fühlt dieses Gefühl?... und keine Antwort, aber Stille.
Dann wieder die Beobachterempfindung: Ich bin eben das, was diese Gedanken, diese Sinneseindrücke wahrnimmt. Verbunden mit so einem diffusen Empfinden, als sei dieser Beobachter sozusagen an der Hinterseite meines Körpers lokalisiert, von da aus die ganze innerliche und äußerliche Szenerie vor ihm wahrnehmend.
Dann, dieses Empfinden überprüfend, die Feststellung: Dieser Beobachter erscheint nur in Gedanken, da gibt es nichts.
Und dann plötzlich Lachen, beim Anziehen oder Zähneputzen oder Sitzen: Wie klar, wie unverständlich, wie einfach! Natürlich ist da kein Ich, wie sollte das auch gehen??
Und dann später wieder: Vielleicht ist das Ich ja die Aufmerksamkeit? Wenn ich mich stark auf etwas konzentriere ist dieses Willensgefühl besonders spürbar. Aber dann ist Aufmerksamkeit, genau wie Wahrnehmung, nicht von ihrem Objekt trennbar.
Dann z.B. lese ich andere, abgeschlossene Dialoge hier im Forum und denke: Oh Mann, was die alles verstehen und erleben, bei mir passiert ja überhaupt nichts, ich bin so viel dümmer und verwirrter als die, scheiße!
Und dann wieder: Okay, das sind Gedanken die auftauchen… Wer hat diese Gedanken? Oh, da ist niemand zu finden! Da sind einfach Gedanken, die auftauchen, Zweifel die auftauchen… Es ist total sinnlos, zu vergleichen…
Und dann irritiert mich z.B., dass Tony Parson immer betont, das Ich sei eine energetische Kontraktion und kein Gedanke – vielleicht ist das gar nicht der richtige Weg, zu versuchen, das Ich als Gedanken zu entlarven? Steigt als Zweifel auf.
Und dann wieder: „Energetische Kontraktion“ ist auch nur ein Gedanke, was bitte soll das sein? Und wer denkt das eigentlich gerade? Oh, Niemand…

Puh, ein ganz schönes Durcheinander…

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Fri Feb 13, 2015 7:55 am

Moin :-)

Hast super die emotionellen Wellen zwischen „mich gibt es“ und „mich gibt es nicht“ beschrieben.
diese Angst um die es da ging, war ja die Angst, diese Einsicht wieder zu verlieren – „Angst“ ist dafür ein ziemlich dramatisches Wort, es ist ja eher eine Sorge. … … Ich lebe gerade in so einer Pendelbewegung. Klarheit und Verwirrung, Einfachheit und Kompliziertheit,
So ging es auch mir am Anfang. Es ist die Unerfahrenheit und verschwindet mit der Zeit. So wie wenn man lernt Fahrrad zu fahren. Irgendwann wackelt man nicht mehr. Man ist geübt und man kann auch schwierigere Gelände „bewältigen“. ;-)
Es ist aber völlig okay zu „wackeln“. Schließlich ist es eine massive Umorientierung und steht gegen all das was wir unser ganzes Leben gehört und geglaubt hatten. Geduld „mit sich selber“ ist da sehr hilfreich ;-)
Es gibt mich gar nicht, und auch sonst niemanden, ach du scheiße!! Wie kann das sein? Irgendwie gibt es dann ja überhaupt nichts! Vielleicht werde ich einfach nur verrückt??
Schauen wir diese Aussage ganz genau an: „Es gibt mich gar nicht“ impliziert „jemand“ den es nicht gibt… ;-)
Auch „Irgendwie gibt es dann ja überhaupt nichts“ ist NICHT „das was IST“, denn „ES IST“.
Schau Dir den Satz „Ich bin“ und nimm das „Ich“ weg. – Was geschieht? Bleibt wirklich nichts übrig?
Und dann wieder: Kann es so einfach sein? So unspektakulär? Was macht es überhaupt für einen Unterschied? Müsste es dann nicht jeder checken, oder zumindest viel mehr Leute?
Ja, es ist so einfach. Genau deshalb wird es nicht erkannt.
Und dann wieder Angst: Wie unendlich sinnlos alles wäre, wenn das Ich tatsächlich eine Illusion ist! Was bleibt dann übrig von meinem Leben?
Ja, die Nummer hatte ich auch *lach*
Habe mich auf der Sofa hingesetzt und fragte „mich“ (ohne sagen zu können wer „ich“ bin): Wenn es kein Sinn gibt, was bedeutet es denn? Was ist zu tun?
- Die Frage gebe ich an Dich weiter. :-)


_()_

ps.
Ach ja, noch was: Sei kritisch mit den Bücher und Vorträge. Schau ob es für „Dich“ stimmig ist. „Energie“ ist so ein undefiniertes Wort die keine Aussage hat, wunderbar um irgendetwas zu verkaufen was man nicht begriffen hat… ;-)
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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby asmaha » Sat Feb 14, 2015 12:23 pm

Danke für deine ermutigenden Worte :-) Ich bin wirklich saudankbar für diesen Austausch hier!
Schauen wir diese Aussage ganz genau an: „Es gibt mich gar nicht“ impliziert „jemand“ den es nicht gibt… ;-)
Ja, das ist natürlich etwas seltsam... ;-) Wenn ich mir diese Aussage jetzt anschaue, denke ich, dass sie wohl meint: Das Bild, dass ich mein bisheriges Leben lang von mir hatte, scheint plötzlich nur noch genau das zu sein: Ein Bild. Und nicht die Wirklichkeit.
Auch „Irgendwie gibt es dann ja überhaupt nichts“ ist NICHT „das was IST“, denn „ES IST“.
...und wenn "Ich" sich plötzlich als Bild, Illusion, Vorurteil, Einbildung entlarvt, dann fühlt es sich manchmal so an, als würde aus der Badewanne voll Gedanken, die bisher "die Welt" ausgemacht haben, der Stöpsel rausgezogen. Und alles geht den Abfluss runter... Alle Konzepte natürlich nur, die Vorstellungen über das, was ist, die Geschichten über mich und "mein" Leben... Aber natürlich: "ES IST". "Leben" bleibt, nur "mein" fällt weg. Irgendwie. Was auch immer das bedeuten soll... *lach*
Schau Dir den Satz „Ich bin“ und nimm das „Ich“ weg. – Was geschieht? Bleibt wirklich nichts übrig?
"Bin". Sein.
Ja, es ist so einfach. Genau deshalb wird es nicht erkannt.
Oh Mann. Es ist seltsam. Manchmal denke ich: Das kann doch nicht wahr sein, dass es nur DAS ist. Dafür der ganze Zirkus? Eigentlich müsste das doch jedem sowieso klar sein, oder? Und wusste ich das nicht irgendwie auch schon seit Jahren? Ist es nicht einfach nur dieses "im Jetzt sein", das ich hunderttausendmal bei Eckhart Tolle gelesen habe? (Aber das schien ja nicht genug gewesen zu sein, da scheint ja irgendwas gefehlt zu haben, sonst wäre ich jetzt nicht hier in diesem Forum...)
Und dann wieder weiß ich überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich mit "DAS" meine. Und bin verwirrt und weiß nicht, womit ich mich da eigentlich beschäftige und was das soll. Und es fühlt sich total kompliziert und zugleich völlig nichtig an, wie ein großer, wirrer Knoten aus Luft. Oder so.
Und dann weiß ich plötzlich wieder: Ach so, stimmt ja, es ist einfach "DAS"...
Wenn es kein Sinn gibt, was bedeutet es denn? Was ist zu tun?
- Die Frage gebe ich an Dich weiter. :-)
Danke, sehr nett! ;-)
Es scheint eigentlich nichts weiter zu tun zu sein, außer dem, was jetzt eben gerade getan wird... "Bedeutung", "Sinn" - das scheinen eben Elemente der virtuellen Realität der Sprache und der Gedanken zu sein.
Jetzt habe ich mich gerade in meinem Zimmer umgeschaut, auf der Suche nach Sinn...:-) Da fällt Sonnenlicht durch das Fenster und auf meine zusammen geknüllte Bettdecke... Da schweben und kreiseln kleine Stäubchen in der Luft, die sind ganz hell, wenn sie im Licht sind, und verschwinden dann einfach... Ich spüre den Boden unter meinen nackten Füßen... höre Rauschen von der Straße, Klickern der Tastatur...
Und nirgendwo ist auch nur das kleinste bisschen Sinn zu finden... :-)

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Sat Feb 14, 2015 5:39 pm

„saudankbar” finde ich gut *Grinsen*
Das Bild, dass ich mein bisheriges Leben lang von mir hatte, scheint plötzlich nur noch genau das zu sein: Ein Bild.
Ist doch gut. :-)
Was will man mehr?
...und wenn "Ich" sich plötzlich als Bild, Illusion, Vorurteil, Einbildung entlarvt, dann fühlt es sich manchmal so an, als würde aus der Badewanne voll Gedanken, die bisher "die Welt" ausgemacht haben, der Stöpsel rausgezogen. Und alles geht den Abfluss runter... Alle Konzepte natürlich nur, die Vorstellungen über das, was ist, die Geschichten über mich und "mein" Leben... Aber natürlich: "ES IST". "Leben" bleibt, nur "mein" fällt weg. Irgendwie. Was auch immer das bedeuten soll... *lach*
Kein „Ich“, kein „Stöpsel“. Die Gedanken sind genau das was sie schon immer waren: Gedanken. Und sie werden weiter, so wie schon immer, auftauchen. Weder gehören sie „mir“ noch sind sie „Ich“, sollen sie doch kommen und gehen… Hat sich was verändert? *Grübeln* ;-)
"Bin". Sein.
Genau so. Bloß nichts hizufügen. _()_
Ist es nicht einfach nur dieses "im Jetzt sein"
Wann bist „Du“ NICHT „im Jetzt“?
Und dann wieder weiß ich überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich mit "DAS" meine.
Ach wie herrlich, „nichts zu wissen“… Ist es nicht schön? Wieso muss man „wissen“? Und was ist eigentlich mit „DAS“ gemeint?
Es scheint eigentlich nichts weiter zu tun zu sein, außer dem, was jetzt eben gerade getan wird...
Schöne Antwort, wirklich.
Aber hmmm….
„meine“ Antwort war eine andere, obwohl Aspekte aus deiner Antwort vorhanden waren.
- Bedeutet es, wenn es kein Sinn gibt, wirklich dass nichts zu tun ist? Keine Zukunftspläne, nichts? Passt es zu „deine“ „Bedürfnisse“/“Neigungen“?


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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby asmaha » Sun Feb 15, 2015 12:16 pm

Kein „Ich“, kein „Stöpsel“. Die Gedanken sind genau das was sie schon immer waren: Gedanken. Und sie werden weiter, so wie schon immer, auftauchen. Weder gehören sie „mir“ noch sind sie „Ich“, sollen sie doch kommen und gehen… Hat sich was verändert? *Grübeln* ;-)
Hmm... Hat sich was verändert? Gerade zur Zeit habe ich schon das Gefühl, dass sich was verändert hat. Und zwar durch die sich vertiefende Erkenntnis, dass Gedanken nur Gedanken sind. Und somit alles, was ich über die Welt und "Mich" denke, nicht die Wahrheit ist. Wenn der Ich-Gedanke weniger überzeugend ist bei mir, scheinen auch die anderen Gedanken an Relevanz zu verlieren. Nicht so, dass keine auftauchen, aber sie scheinen schneller zu verschwinden, sie werden nicht mehr so ernst genommen, weil die meisten Gedanken um "mich" kreisen, um meine Rolle, mein Bild von mir. Zumindest ist das gerade meine Wahrnehmung...
Wann bist „Du“ NICHT „im Jetzt“?
"Ich" bin selbstverständlich immer im Jetzt. Es gibt ja nichts anderes. Außer eben in Gedanken. Und wenn diese Gedanken mächtig sind und für die Wirklichkeit gehalten werden, bin ich scheinbar nicht mehr im Jetzt. Also "nicht im Jetzt sein" verstehe ich als Metapher für einen Zustand starker Identifikation mit und Verstrickung in Gedanken über "mich" - das heißt über Dinge, die "ich" in der Vergangenheit getan oder erlebt oder in der Zukunft tun oder erleben werde und was das für mich bedeutet, ob mich das zu einem guten oder schlechten Menschen macht, was ich hätte anders machen sollen etc. Und durch dieses Verständnis, dass "ich" eigentlich gar nichts tue, getan habe oder tun werde, erledigen sich halt ziemlich viele von diesen Gedankengängen recht schnell und der Fokus verschiebt sich öfter auf das aktuelle Erleben.. So zumindest mein Eindruck.
Ach wie herrlich, „nichts zu wissen“… Ist es nicht schön? Wieso muss man „wissen“? Und was ist eigentlich mit „DAS“ gemeint?
Mit "DAS" meine ich glaube ich: Das, was gerade geschieht. Einfach dieses Erleben hier, diese Wirklichkeit, hier und jetzt. Aber wenn ich versuche, es zu verstehen, es zu "wissen" anstatt es zu erleben, geht es irgendwie schief. Dann entsteht dieser Knoten, wird alles kompliziert und irgendwie staubig oder angespannt oder absurd oder... Insofern... ja, es ist eigentlich herrlich, nichts zu wissen...
- Bedeutet es, wenn es kein Sinn gibt, wirklich dass nichts zu tun ist? Keine Zukunftspläne, nichts? Passt es zu „deine“ „Bedürfnisse“/“Neigungen“?
Ich hatte dich so verstanden, dass du fragst, ob bestimmte Dinge getan werden SOLLTEN... und das scheint mir nicht der Fall zu sein. Aber ich fühle auf jeden Fall die Freiheit, alles mögliche zu machen, Bedürfnissen und Neigungen nachzugehen und, wenn es sich richtig anfühlt, Zukunftspläne zu schmieden. Warum nicht? Bloß besonders wichtig scheint mir das gerade nicht zu sein...

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Sun Feb 15, 2015 2:06 pm

Aber ich fühle auf jeden Fall die Freiheit, alles mögliche zu machen, Bedürfnissen und Neigungen nachzugehen und, wenn es sich richtig anfühlt, Zukunftspläne zu schmieden. Warum nicht? Bloß besonders wichtig scheint mir das gerade nicht zu sein...
darauf habe ich gezielt. :-)
Und? Irgendwelche "Pläne"? :-)

Ich habe keine weiteren Fragen mehr. Hast Du Fragen oder etwas was Dich beschäftigt?

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby asmaha » Tue Feb 17, 2015 9:49 am

Und? Irgendwelche "Pläne"? :-)
Oh ja! Bald mal Urlaub machen... :-)
Ich habe keine weiteren Fragen mehr. Hast Du Fragen oder etwas was Dich beschäftigt?
Ooh... Einerseits freut mich das, andererseits finde ich das schade, hab mich so an dieses Gespräch hier gewöhnt.. :-)
Ich war auch überrascht, als ich das las, weil ich eigentlich das Gefühl hatte, doch noch viele Unklarheiten zu haben. Aber jetzt habe ich den gestrigen Tag über in mich hinein gelauscht und hatte dann den Eindruck, dass die Unklarheiten, Unsicherheiten, die mir einfielen, hier in unserem Dialog schon zur Sprache kamen und eigentlich keine wirklichen Fragen mehr sind - will sagen, die Antworten sind bereits irgendwo "in mir" da und steigen dann auch auf.

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Re: Könnt ihr mir helfen, rüber zu machen?

Postby Joram » Tue Feb 17, 2015 1:06 pm

Schön :-)

Wenn du möchtest kannst du noch unsere obligatorischen Abschlussfragen beantworten,
sie sind gut um nochmal zu sehn wo man steht.
Sollten die Antworten von drei Guides „bestätigt“ werden, so kann ich Dich zu unseren Facebook-Gruppen einladen.

Hier die Fragen:

1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?


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