ICH bin immer noch da!

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Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Tue Nov 04, 2014 3:59 pm

Liebe Fina,

ich finde, dass du bereit bist!
Laß dir gerne Zeit und antworte ausführlich, auch wenn du etwas schonmal geschrieben hast.
Dann werden mindestens drei Guides drauf schauen und wenn es noch Fragen von ihnen gibt,
werden sie oder ich nochmal nachfragen. Das kann evt. nochmal etwas dauern, aber Zeit iss
ja auch ne Illusion ;)

Viel Spaß beim erleben der Antworten :)


1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.

3) Wie fühlt es sich an, die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.

4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?

5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.

6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
"Wir würden viel weniger Streit in der Welt haben, nähme man die Worte für das, was sie sind - lediglich die Zeichen unserer Ideen und nicht die Dinge selbst." - John Locke

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Tue Nov 04, 2014 4:12 pm

Lieber Tobias,

dann werde ich mal schauen, welche Antworten zu den Fragen erscheinen ;-)
Ja, ich brauche wohl ein bißchen Zeit dafür ...
melde mich in ein paar Tagen.

An dieser Stelle schon mal einen gaaaaaaanz grooooooooßen Dank an Dich, für Geduld, Fragen und Nicht-locker-lassen!!!

Herzliche Grüße :-)
Fina

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Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Tue Nov 04, 2014 4:33 pm

:)
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Tue Nov 11, 2014 10:44 am

LieberTobias,

hier also der Versuch, die Abschlussfragen zu beantworten.
1) Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?
Es gibt kein eigenständiges Ich. Es wird als ein Teil des Geistes erfahren, der in bestimmten Situationen einfach erscheint und die Tendenz hat, vorherige Wahrnehmungen oder Gedanken auf eine aus Erinnerungen konstruierte Person zu beziehen. Handlungen geschehen einfach, z.B. werden der linke und der rechte Arm abwechselnd gehoben. Das Ich erscheint dann im Geist und behauptet: "Ich selbst hebe die Arme", "Es sind meine Arme". Bewegen sich die Arme aber schneller, vermindert sich der Eindruck von "Ich mache das". Das Ich erscheint relativ langsam und immer zu spät.

2) Erkläre detailliert was die Ich-Illusion ist, wie sie entsteht und wie sie funktioniert. Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
Es geschieht eine Handlung z.B. werden gerade Buchstaben von den Händen getippt. Das Tippen wird wahrgenommen und die meiste Zeit über erscheint gar kein Ich. Auch die Gedanken fließen einfach. Gedanken, die mit guten Gefühlen, also Entspanntheit und Freude einhergehen, werden von den Händen getippt, von unangenehmeren Gefühlen begleitete Gedanken werden verworfen. Plötzlich schaltet sich das Ich ein: "Ich sitze hier an meinem Schreibtisch, ICH schreibe wichtige Dinge auf, MEINE tollen Erkenntnisse. Wird es den anderen gefallen, was ICH schreibe oder werde ICH mich blamieren?" Mit diesen Ich-Gedanken, die genau wie alle anderen Gedanken aus dem Nichts aufzutauchen scheinen, kommen auch Gefühle auf, die sich um den Gedanken "Ich" ranken. Diese Gefühle haben mit dem stattfindenden Schreibvorgang nicht sehr viel zu tun, sie lenken ihn eher ab, da die Aufmerksamkeit auf die wichtig erscheinenden, weil gefühlsgeladenen Ich-Gedanken umgeleitet wird z.B. "Ich kann nicht gut schreiben, ich bin zu schlecht, ich konnte das noch nie."
Wie die Ich-Illusion genau entsteht ist schwer zu sagen. Es können eben nur die Gedanken und Gefühle beobachtet werden, die mit ihr einhergehen. Es hat viel mit Erinnerung zu tun, also mit Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben. z.B. "Ich habe in meiner Abschlussarbeit so viele Rechtschreib- und Ausdrucksfehler gehabt. Ich schäme mich. Ich muss es jetzt besser machen."
Warum das Ich aufkommt, ist nicht ganz klar. Das müsste ich jetzt spekulieren.
3) Wie fühlt es sich an, die Illusion durchschaut zu haben? Was ist anders im Vergleich zu vor dem Dialog? Berichte aus den letzten paar Tagen.
Es ist interessant, die Illusion durchschaut zu haben. Vor dem Dialog wusste ich zwar in der der Theorie, dass das Ich konstruiert ist und hatte auch im Alltag schon manchmal den Eindruck, Entscheidungen nicht selbst getroffen zu haben. Die Fragen regten aber zu noch intensiverer Beobachtung an. Es ist nun klarer, was wirklich mit der Ich-Illusion gemeint ist. Der Alltag hat sich kaum verändert- aber zwischen den vielen anderen Gedanken tauchen jetzt ab und zu Gedanken auf wie: "Das bin ich nicht." "Es ist eben so, ich habe keine Schuld.". Dasselbe auch in Bezug auf andere Menschen. Und diese Gedanke können Gefühle von Liebe und Akzeptanz mitbringen, die andere, gegenteilige Gedanken und Gefühle etwas ausgleichen. Das fühlt sich gut an (Entspannung). Der Same (die neue Art von Gedanken) ist gesät und kann jetzt im Geist aufblühen und sich vermehren.
4) Was hat Dir den letzten Schubs gegeben, um die Illusion zu durchschauen?
Einen letzten Schubs sehe ich nicht. Es war mehr ein Prozess. Dieser ganze Dialog war der Schubs.
5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
Entscheidung findet statt, aber nicht Ich treffe sie. Das was (vermeintlich) zu einem guten Gefühl führt, wird gemacht -z.B. beim Einkaufen wird gewählt, was möglichst umfassend die derzeitigen Bedürfnisse z.B. nach Genuss erfüllen soll.
Es gibt Absicht im Sinne von Zielen, die erreicht werden sollen. Aber die Ziele setze nicht ich, sondern Etwas, dass Wohlgefühl anstrebt. Dieses Etwas kann nicht direkt erfahren werden. Das Ziel kann in Form eines Bildes auftauchen z.B. das Bild einer harmonisch beieinandersitzenden Familie. Dieses Bild ist mit angenehmen Gefühlen verknüpft, deshalb werden Handlungen in die Wege geleitet, die zielführend sein sollen.
Kontrolle findet auch auf eine Art statt. Aber das Ich hat keine Kontrolle. Es kommt stets zu spät, um irgendwelche Zügel in die Hand zu nehmen. "Etwas" möchte aber sichern, beibehalten, kontrollieren. Das kann ebenfalls nur indirekt erfahren werden z.B. in Form von Wut und kontrollierenden Handlungen, die aufkommen, z.B. wenn mal etwas anders lief, als vorher gedacht.
6) Möchtest Du noch etwas ergänzen?
Ich möchte mich ganz herzlich bedanken bei Dir, Tobias und allen anderen Guides für Ihren Einsatz in diesem Forum!

Viele Grüße
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Wed Nov 12, 2014 12:45 pm

Liebe Fina,

soweit, so gut ... aber ... ;)

Du schreibst:
Es gibt Absicht im Sinne von Zielen, die erreicht werden sollen. Aber die Ziele setze nicht ich, sondern Etwas, dass Wohlgefühl anstrebt. Dieses Etwas kann nicht direkt erfahren werden.
Woher weißt du denn, dass es "Etwas" gibt, wenn es nicht direkt erfaßhren wird?
und
"Etwas" möchte aber sichern, beibehalten, kontrollieren.
Gibt es dieses Etwas wirklich, welches sichern, beibehalten, kontrollieren will?
Schau mal, was dieses "sichern, beibehalten, kontrollieren" in Rohform, bzw. im direktem Erleben ist.

Und:
Bist du davon überzeugt, dass die Ich-Illusion durchschaut wurde? Wichtig ist, dass es für dich Sonnenklar ist. (Was auch immer "dich" ist ... mit verweis auf unten stehendem Zitat von John Locke) ;)
Bis gleich ...
Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Wed Nov 12, 2014 10:03 pm

Lieber Tobias,

tja, dann muss wohl noch mal geschaut werden :-)

Ich schrieb:
Aber die Ziele setze nicht ich, sondern Etwas, dass Wohlgefühl anstrebt.
Du schriebst:
Woher weißt du denn, dass es "Etwas" gibt, wenn es nicht direkt erfahren wird?
ich weiß es nicht. Es ist eher rückgeschlossen. Es werden gedanklich Bilder wahrgenommen, die angenehme Gefühle auslösen. Zum Beispiel: Es ist gerade eine unangenehme Stimmung da. Es tauchen lauter Bilder und Gedanken auf, Ideen zur Verbesserung der Situation: z.B. ein Bild von einem neuen Arbeitsplatz. Das Bild geht mit einem angenehmen Gefühl einher, daraufhin wird ein Handlungsantrieb wahrgenommen, es folgen weitere Bilder und Gedanken z.B. "Wie kann ich mich bewerben?" "Wird es wieder schiefgehen?" Wenn das angenehme Gefühl trotz der Zweifel da bleibt, setzt sich der Handlungsantrieb durch und es werden Schritte zum Ziel "Angenehmer neuer Arbeitsplatz" unternommen. Vielleicht ist die Formulierung mit dem "Etwas" unglücklich gewählt und es sollte eher heißen:

"Die Ziele setze nicht ich, aber es gibt Ziele in Form von Gedanken (die mit Wohlgefühl einhergehen), denen zielführende Handlungen folgen." (???)

Außerdem fragtest Du:
Gibt es dieses Etwas wirklich, welches sichern, beibehalten, kontrollieren will?

Es gibt dieses Etwas nicht. Es gibt aber "Sichern", "Beibehalten" und "Kontrollieren", denn die kann ich ja wahrnehmen - oder zumindest kann ich etwas wahrnehmen, das sich so bezeichnen lässt:
Schau mal, was dieses "sichern, beibehalten, kontrollieren" in Rohform, bzw. im direktem Erleben ist.
Wenn "sichern, beibehalten, kontrollieren" wahrgenommen werden, geht es wieder um Bilder, Gedanken und Gefühle. Zum Beispiel kommen in einer bestimmten Situation Bilder und Gedanken auf, die mit Ängsten verknüpft sind: "Mein Kind scheitert in der Schule", "Was soll ich nur tun?". Es folgt der Gedanke: "Ich muss mehr kontrollieren, was es macht". Hier kommt die Illusion auf, dass Ich kontrollieren kann. Handlungsmuster laufen aber lediglich ab- sie können von MIR nicht beeinflusst werden. Sie werden lediglich wahrgenommen.
Bist du davon überzeugt, dass die Ich-Illusion durchschaut wurde?
Es ist jetzt Unsicherheit da. :-(

Viele Grüße
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Thu Nov 13, 2014 2:46 pm

Liebe Fina,

du schreibst:
Vielleicht ist die Formulierung mit dem "Etwas" unglücklich gewählt und es sollte eher heißen:
"Die Ziele setze nicht ich, aber es gibt Ziele in Form von Gedanken (die mit Wohlgefühl einhergehen), denen zielführende Handlungen folgen." (???)
Jaein;
Ja, weil:
... die Formulierung mit dem "Etwas" unglücklich gewählt ...
Nein, weil:
Vielleicht ... sollte ...

Und was bedeuten die
(???)
?

Und das
Es ist jetzt Unsicherheit da. :-(
steht ja auch noch da.
Da können wir gerne nochmal weiterforschen - ok ? :)

Wie gesagt; iss ja hier keine Schule oder Prüfung, sondern eine Arte "Forschungsinstitut" und für mich
ist es ebenso ein Geschenk, wie für dich, liebe Fina!

Schau doch nochmal, was da die Unsicherheit auslöst.

Lieben Gruß
Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Sat Nov 15, 2014 4:14 pm

Lieber Tobias,

das Problem scheint also mein Ausdruck von Unsicherheit zu sein. Wenn ich kein "Vielleicht" und keine Fragezeichen einbauen würde, wären die Antworten o.k.?

Unser bisheriger Austausch bestätigte mir eigentlich, dass die Ich-Problematik von mir prinzipiell gesehen und verstanden wurde. Aber wie kann Ich mir denn 100% sicher sein, dass es wirklich die ganze Wahrheit ist? Ich weiß ja auch nicht, was genau in diesem Forum erwartet wird. Außerdem hat mich Deine Frage zum Thema "Etwas" etwas verunsichert ;-). Obwohl ich verstanden habe, dass meine Formulierung unpassend war.

Also... wenn Du meinst, dass die Ich-Illusion (von "mir") erkannt wurde, können wir den Dialog auch beenden. Die Unsicherheit ist aus meinem Verstand wahrscheinlich sowieso nicht wegzukriegen, weil alte Gewohnheit :-)

Viele Grüße
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Sat Nov 15, 2014 6:09 pm

Liebe Fina,

deine Antworten auf die Fragen haben die Guides gelesen
und mindestens drei von ihnen haben bestätigt, d.h., dass
"du" durch bist.
Es gab von einem Guide ne Nachfrage wegen dem "Etwas" -
und es ist auch wichtig zu sehen, dass nicht ein "Etwas" kontrolliert,
wählt und handelt, sondern, dass dies nur Gedankeninhalte sind,
die Gefühle und Handlungen bedingen - also kein "Jemand" oder
"Etwas" das dies macht.
das Problem scheint also mein Ausdruck von Unsicherheit zu sein. Wenn ich kein "Vielleicht" und keine Fragezeichen einbauen würde, wären die Antworten o.k.?

Unsicherheit taucht auf, wie alles andere auch. Wichtig ist,
ob es für dich, trotz der Unsicherheit klar ist, dass du - das Ich - ne Illusion (b)ist! :)

Und 100 % wären schon gut ...
... vor allem für dich ;)

Jetzt hast du den Ball :)

Vom Herzen
Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Mon Nov 17, 2014 11:05 am

Also, lieber Tobias,

da Du und die anderen Guides soweit einverstanden wart, fühle ich mich sicher und denke, dass wir den Dialog guten Gewissens beenden können. :-)

Nochmals herzlichen Dank an Dich!
Liebe Grüße und alle guten Wünsche in die schöne Uckermark!
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Mon Nov 17, 2014 9:01 pm

Liebe Fina,

dass ist doch mal ne klare Ansage - Klasse! :)

Ja, ich danke dir auch! Es war für mich auch ein Geschenk, denn
wie ein Sprichwort sagt: "Ein Lehrer ist auch Schüler und ein Schüler
auch ein Lehrer."

Wenn du Lust hast ... es gibt auf Facebook eine Gruppe, auf der
es möglich ist, Fragen zu stellen, Erkenntnisse zu teilen und
andere LU-ler und Guides kennen zu lernen.
Und wenn man Lust hat, gibt es auch die Möglichkeit selber
zu guiden.

Hier ist mein Link für FB ... https://www.facebook.com/tobias.schnauer
da kannst du mir ne Freundschaftsanfrage stellen und dann ... :)

Einen schönen Abendgruß nach Bär-lin
Tobias
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