Lieber Tobias,
dann sind wir jetzt wohl fast durch... komisches Gefühl.
Ist die wandernde Aufmerksamkeit erlebbar?
Ja, es ist klar, dass, wenn die Aufmerksamkeit erlebt wird, sie nicht selbst erleben kann. Sie ist mehr wie ein Mittel, um zu erleben, wird aber auch selbst erlebt.
Wie auch immer, die Frage ist und bleibt: Wer bist Du?
Es ist nicht erfahrbar, wer ich bin. "Ich" ist eine Art Gefühl, dass im Zusammenhang mit Wahrnehmungen und Gedanken auftauchen kann, dass selbst aber auch nur aus Gedanken besteht, die aus dem Nichts auftauchen. Es gibt etwas Erlebendes, dass als unpersönlich empfunden wird und nichts bewirken kann. Auf eine Art bin ich das vielleicht, aber es gibt kein Gefühl von "Ich" dabei, keine Identifikation.
Gibt es Dich, die etwas Ihr eigenes nennt?
Da alles veränderlich ist, kann nichts als "Eigenes" bezeichnet werden.
Gibt es Dich, die etwas tun kann?
Es wird getan. Das Ich kommt zu spät mit dem Gedanken "Ich habe getan". Ich kann nichts tun.
Gibt es Dich, die etwas steuern oder loslassen kann?
Es wird gesteuert und losgelassen, aber nicht vom dem, was sich "Ich" nennt. Es geschieht, wenn die Entscheidung dafür fällt - aber Ich kann die Entscheidung nicht treffen.
Gibt es Dich, die etwas erreichen oder erkennen kann?
Etwas kann erreicht werden, Ziele sind vorhanden und werden angestrebt, aber nicht von einer Person. Genauso findet Erkennen statt: Etwas kann erkannt werden, der Drang nach Erkenntnis ist vorhanden, geht aber nicht von einer Person aus.
Schau nochmal, ob du irgendetwas findest oder ob noch etwas unklar ist, dann schauen wir gerne weiter.
Es kommen keine weiteren Fragen auf, obwohl es sich auch nicht anfühlt, als wäre vollkommene Klarheit da. Die Erkenntnis muss erst noch in den Geist einsickern, aber es hat merklich begonnen. Etwas Unsicherheit ist vorhanden bei der Frage: Wer bist Du? Wenn Dir aber meine Antwort so reicht...
Andernfalls würde ich dir die Abschlussfragen stellen.
Ja, gut. :-)
Einen schönen Montag, herzliche Grüße
Fina