ICH bin immer noch da!

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Fina
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Tue Oct 21, 2014 8:46 pm

Hallo Tobias,

habe Deine letzten Sätze nachwirken lassen. Die Gedanken, die mit der Erkenntnis der Ich-Illusion einhergehen, sind ziemlich erschütternd, dass alles automatisch läuft und alle "Ichs" um einen herum nur konstruiert sind, und Ich selbst auch… Da gibt es etwas in mir, was nicht so richtig weiß, wie es damit umgehen soll. Es kommen reflektierende Gedanken auf: "Dann ist ja alles noch sinnloser.", "Dann tue Ich jetzt gar nichts mehr." Und danach denkt es wieder "alles ist o.k. so wie es ist. Ich bin wie ich bin". Also wieder Durcheinander im Kopf. Zum Glück ist das Ich nicht immer angeschaltet...
Es gibt Niemanden, der etwas erkennt oder nicht erkennt. Alles ist DAS.
Der Glaube an, was auch immer für ein geartetes Ich, fällt weg, oder auch nicht.
ICH erkenne nichts aber es wird erkannt, oder? Die Tablette der Erkenntnis ist eingenommen und kann jetzt eventuell wirken?

Liebe Grüße :-)
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Tue Oct 21, 2014 9:51 pm

Hallo Fina,
habe Deine letzten Sätze nachwirken lassen. Die Gedanken, die mit der Erkenntnis der Ich-Illusion einhergehen, sind ziemlich erschütternd, dass alles automatisch läuft und alle "Ichs" um einen herum nur konstruiert sind, und Ich selbst auch… Da gibt es etwas in mir, was nicht so richtig weiß, wie es damit umgehen soll. Es kommen reflektierende Gedanken auf: "Dann ist ja alles noch sinnloser.", "Dann tue Ich jetzt gar nichts mehr." Und danach denkt es wieder "alles ist o.k. so wie es ist. Ich bin wie ich bin". Also wieder Durcheinander im Kopf. Zum Glück ist das Ich nicht immer angeschaltet...
Nun, das freut mich, das meine letzten Sätze erschütternd gewirkt haben ;)... aber, es kann doch auch alles ganz anders sein, oder?
ICH erkenne nichts aber es wird erkannt, oder? Die Tablette der Erkenntnis ist eingenommen und kann jetzt eventuell wirken?
:)
Wenn das so weiter geht, führst du mich mit deinen Fragen noch zum "Torlosem Tor" ;-))
Was ist dein erleben?

Alles was erlebt wird, ist nicht das, was es erlebt. Kannst du das sehen?!?

Gute Nacht
Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Thu Oct 23, 2014 7:44 am

Guten Morgen Tobias,
Nun, das freut mich, das meine letzten Sätze erschütternd gewirkt haben ;)... aber, es kann doch auch alles ganz anders sein, oder?
Vielleicht wird es von anderen anders empfunden. Die Erkenntnis, nicht verantwortlich für die Dinge zu sein, könnte befreiend wirken...
Alles was erlebt wird, ist nicht das, was es erlebt. Kannst du das sehen?!?
Ich bin nicht sicher. Wenn Erleben da ist (z.B. hören), dann kann das Hören beobachtet werden, etwas nimmt die Information auf, das Hören kann sich nicht selbst erleben.

Viele Grüße
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Thu Oct 23, 2014 6:24 pm

... noch ein Nachtrag zu Deiner Frage:
Alles was erlebt wird, ist nicht das, was es erlebt. Kannst du das sehen?!?
heute morgen zwischen Tür und Angel fiel meine Antwort wohl etwas kurz aus. Deswegen habe ich mich gerade mal in Ruhe hingesetzt und meine Schulterverspannungen angeguckt als Beispiel für "Erleben". Die Wahrnehmung bestand aus Kribbeln und Ziehen. Als die Wahrnehmung räumlich ausgedehnter wurde, waren da weitere Empfindungen in anderen Teilen des Körpers, v.a. leichteres Kribbeln. Als die Konzepte von "mein Körper" und das Bild von den Körperteilen für ein paar Sekunden weggingen, waren da nur noch diese Empfindungen in einem Raum. In diesem Raum "schwebten" also Kribbeln und Ziehen hier und dort. Und jetzt zurück zu der Frage: Die Empfindungen werden beobachtet und ich habe den Eindruck, dass Ich es bin, die beobachtet, obwohl ich in diesen konzeptfreien Momenten überhaupt nicht sagen kann, wer oder was ich bin. Das Erlebte erscheint mir also nicht als das, was es erlebt.

Liebe Grüße :-)
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Thu Oct 23, 2014 10:29 pm

... :)

Liebe Fina,
heut wird's nichts mehr.

Melde mich morgen
Gute Nacht
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Fri Oct 24, 2014 10:43 am

Hallo Fina,
melde mich wieder von der Autobahn, diesmal Richtung Bremen. :)

Du schreibst
Als die Konzepte von "mein Körper" und das Bild von den Körperteilen für ein paar Sekunden weggingen, waren da nur noch diese Empfindungen in einem Raum. In diesem Raum "schwebten" also Kribbeln und Ziehen hier und dort. Und jetzt zurück zu der Frage: Die Empfindungen werden beobachtet und ich habe den Eindruck, dass Ich es bin, die beobachtet, obwohl ich in diesen konzeptfreien Momenten überhaupt nicht sagen kann, wer oder was ich bin. Das Erlebte erscheint mir also nicht als das, was es erlebt.
Lass uns mal schauen, ob dein letzter Satz allem Stand hält!
Du hast es, wie ich finde, sehr gut beschrieben, wie Konzepte von "meinem Körper", Kribbeln und Ziehen in einem Raum auftachen. Und von einer Empfindung, dass du es bist, die das erlebt, obwohl ohne ein Konzept von einem Ich auch dieses Wissen wegfällt.
Findest du da Ausnahmen?
Wie ist es denn mit dem betrachten deines Körpers?
Beschreibe mir mal, wer da sieht, was gesehen wird und welche Rolle das Ich dabei spielt.

Viel Spaß beim direktem Erleben
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Sat Oct 25, 2014 10:04 am

Hallo Tobias,

hoffentlich gut in Bremen gelandet... :-) Ich sitze zu Hause und starre meine Hand an... weil Du fragtest:
Wie ist es denn mit dem betrachten deines Körpers?
Beschreibe mir mal, wer da sieht, was gesehen wird und welche Rolle das Ich dabei spielt.
Also die Hand. Was wird gesehen? Eigentlich nur Form und Farben ohne jegliche Beschreibung, es gibt keinen Vorder- und Hintergrund. Der Geist verändert das Wahrgenommene: Herausstellen der Form aus dem Hintergrund, die Begriffe Hand, Finger, Fingernägel etc.. tauchen auf, das Verhältnis zum restlichen Körper wird gesehen, es gibt verschiedene Assoziationen.
Das Ich nehme ich als Komponente des Geistes wahr. Auch durch das Ich wird das Wahrgenommene verändert: die Hand wird als "meine Hand" angesehen, persönliche Erinnerungen mit ihr verknüpft und verbundene Bewertungen fühlbar z.B. "Ich habe so feingliedrige Finger, die sind zum Klavierspielen gut geeignet, ich bin echt blöd, dass ich so wenig übe!" und dann gibt’s gleich wieder schlechte Laune. Und dann ärgere ich mich, dass ich mich ärgere und dann ist der Tag ist verdorben. Ich übertreibe ein wenig. Aber das Ich hat zum Wahrgenommenen, das an sich neutral ist (weil einfach nur Farbe und Form), gleich eine Geschichte inkl. Dramatik parat.

Wer sieht die Hand? Man könnte meinen, es sind "meine" Augen, also Ich, die sieht. Aber die Augen gehören nicht zur direkten Erfahrung, es ist ein Rückschluss auf Grundlage von vorhandenem Wissen, dass es sie gibt. Auch, dass da jemand sieht, ist so ein Rückschluss. Im Moment der, ich nenne es mal "reinen" Wahrnehmung, scheint es nur das Bild zu geben.
Alles was erlebt wird, ist nicht das, was es erlebt. Kannst du das sehen?!?
Das Sehen wird erlebt, von wem bleibt unklar. Der Erlebende ist während des "reinen" Erlebens nicht fassbar. Auf Deine Frage finde ich keine klare Antwort.

Einen schönen Tag und viele Grüße,
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Sun Oct 26, 2014 4:31 pm

Liebe Fina,

ich bin schon wieder zu Hause und du starrst wahrscheinlich auch nicht mehr auf deine Hand?! ;)
Alles verändert sich, ausser ... ?

Deine Beschreibung liest sich ja, wie aus so'nem Advaita-Buch. Wenn es deine eigene Wahrnehmung ist,
dann fällt mir langsam nichts mehr ein, was ich dich noch fragen könnte. ;)

Wenn es kein Ich mehr gibt, wie können wir hier, als zwei Personen - als zwei Ich'se - kommunizieren und uns
dafür oder dagegen entscheiden, ob - und was wir schreiben?
Bin ich nicht hier und du bist da?
(Direktes Erleben!)

Freude
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Mon Oct 27, 2014 1:28 pm

Lieber Tobias,

tut mir leid, wenn alles klingt, als wäre es aus nem Buch abgeschrieben. Ich beobachte schon selber, aber beim Beobachten fällt mir auf, dass es Parallelen zu schon Gelesenem gibt und meine Beschreibung klingt dann wohl auch so ähnlich… Aber der Austausch mit Dir ist sehr wertvoll, weil ich mehr zum Selber-Schauen gebracht werde und auch Irrtümer ausräumen kann :-)
Alles verändert sich, ausser ... ?
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich nicht sagen, was sich nicht verändert. Die Aufmerksamkeit könnte man als unveränderlich ansehen, weil darin alles auftaucht und wieder vergeht. Aber ich empfinde sie auch als veränderlich, sie wird von mir nicht als stetig erfahren.
Wenn es kein Ich mehr gibt, wie können wir hier, als zwei Personen - als zwei Ich'se - kommunizieren und uns dafür oder dagegen entscheiden, ob - und was wir schreiben?
Was ich kommuniziere, entsteht nicht aufgrund von Entscheidungen, die von mir als Person getroffen werden. Alles sind Reaktionen, die in einem Moment aufgrund sämtlicher früherer Erfahrungen und der aktuell eintreffenden Informationen getroffen werden. Empfunden wird das so: Deine Frage wird gelesen, genauer: dunkle Gebilde auf hellem Untergrund werden erkannt und ein Sinn daraus konstruiert. (Das geht so schnell und ist kaum zu verhindern Die dunklen Gebilde lediglich als Form wahrzunehmen, funktioniert, wenn überhaupt, nur für Bruchteile von Sekunden).
Dann erscheinen passende Gedanken aus dem Gedächtnis zu Deiner Frage und es gibt einen inneren Antrieb mit dem Beobachten zur Tat zu schreiten, da das Ziel "Erkenntnis" angestrebt und als angenehm bewertet wird.

Durch das Beobachten werden weitere Informationen aufgenommen, die wiederum in Abgleich mit den im Gedächtnis vorhandenen Informationen gebracht werden. Jedes Mal wenn ein erfolgreicher Abgleich geschieht, fühlt sich das angenehm an und es kommen positive Gedanken auf: z.B. "Toll, wenn ich die Hand anschaue erscheint das Bild tatsächlich nicht dreidimensional- das habe ich doch schon irgendwo mal gelesen!"

Es hat wohl viel mit dieser "angenehmen Rückmeldung" zu tun, was letztendlich als Antwort geschrieben wird. Gibt es eine "unangenehme Rückmeldung" z.B. bei Rechtschreibfehlern, unpassendem Inhalt oder unnötigem Geschwätz, wird der Satz wieder gelöscht.
Bin ich nicht hier und du bist da?
Mir scheint es schon so etwas wie "Individualität" zu geben. Sozusagen das Individuum als Konzentrationspunkt, als Ansammlung oder Netzwerk von Informationen, das aber komplett abhängig ist von den Informationen die über die Sinne eingehen und die schon in ihm vorhanden sind. Und durch diese komplette Abhängigkeit sind alle "Wesen" verbunden. Also, ich sehe "Tobias" als Ansammlung von Informationen in Wechselwirkung mit "Fina" als Ansammlung von Informationen. Und dieser Informationsaustausch ist wiederum bedingt durch frühere Informationen und generiert neue Information.

So ungefähr?

Viele Grüße :-)
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Tue Oct 28, 2014 2:16 pm

Liebe Fina,
tut mir leid, wenn alles klingt, als wäre es aus nem Buch abgeschrieben.
... ohh Fina, dass war von meiner Seite unbewertet gemeint und wenn du deine Erforschung
so erlebst und diese Worte dies ausdrücken, dann ist es doch eher nen "Danke für die Blumen" wert,
als ein "tut mir leid" :)
Ich war mir nur nicht ganz sicher, ob es aus deinem direktem Erleben kam, weil die Überprüfung des
geschrieben Wortes sehr begrenzt ist.

Weiter geht's
Alles verändert sich, ausser ... ?
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich nicht sagen, was sich nicht verändert. Die Aufmerksamkeit könnte man als unveränderlich ansehen, weil darin alles auftaucht und wieder vergeht. Aber ich empfinde sie auch als veränderlich, sie wird von mir nicht als stetig erfahren.
Jetzt wird's triky, mal sehen, ob uns die Worte nicht zu sehr im Wege stehen:
Wer bist du, der es als veränderlich empfindet?
Und nochmal anders gefragt:
Bist du es, die die "Aufmerksamkeit" kommen und gehen sieht?
Bist du es, die mir auf die Fragen antwortet und die Worte wählt und schreibt? oder
Bist du es, die die "Aufmerksamkeit" ist.
Schau nochmal, was du genau mit Aufmerksamkeit meinst.

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Wed Oct 29, 2014 8:31 pm

Hallo Tobias,

es hat ein bißchen gedauert, weil ich viel zu tun hatte.

Du hast geschrieben:
dass war von meiner Seite unbewertet gemeint
gut und Danke für Deine freundlichen Worte (Blumen) :-)
Wer bist du, der es als veränderlich empfindet?
Die Informationen kommen aus dem Gedächtnis, dass verschiedene Wahrnehmungen/Zustände gespeichert hat, diese werden verglichen und Veränderung festgestellt. Es folgt ein Bezug zur aktuellen Situation, die Identifikation findet statt: "Veränderung in mir". Wer findet es veränderlich? Ein Teil des Geistes, der Vergleiche anstellt? Aber der bin Ich nicht, das "Ich-Gefühl" taucht erst auf, nachdem längst der Vergleich stattgefunden hat.
Und nochmal anders gefragt: Bist du es, die die "Aufmerksamkeit" kommen und gehen sieht?
Nein, es ist das Gedächtnis zusammen mit dem vergleichenden Teil des Geistes der Unregelmäßigkeiten meldet. Aber der Eindruck, dass "Ich" es bin, ist trotz dieser Erkenntnis stark.
Bist du es, die mir auf die Fragen antwortet und die Worte wählt und schreibt?
Nein, das hatten wir ja schon letztes Mal … :-)
oder Bist du es, die die "Aufmerksamkeit" ist. Schau nochmal, was du genau mit Aufmerksamkeit meinst.
Wenn im Geist etwas Ruhe einkehrt und Gedanken und Empfindungen auftauchen und wieder vergehen, dann ist da etwas, das das sieht. Es findet manchmal eine Identifikation mit dieser Aufmerksamkeit (Beobachter?) statt, dann gibt es das Gefühl, dass Ich das bin (obwohl ich dann aber nicht weiß, was genau ich bin). Meist findet keine Identifikation statt und die Aufmerksamkeit macht einen eher unpersönlichen Eindruck.
Also mit Aufmerksamkeit meine ich das, was sich wie Strahlen anfühlt, mal fokussiert auf etwas, mal in alle Richtungen, mal sehr stark, mal schwächer, in der Dinge auftauchen und wieder vergehen (deswegen der Eindruck von Veränderlichkeit, aber es ist eben eine Info aus dem Gedächtnis).

Einen schönen Abend und liebe Grüße :-)
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Thu Oct 30, 2014 3:30 pm

Wer findet es veränderlich? Ein Teil des Geistes, der Vergleiche anstellt? Aber der bin Ich nicht, das "Ich-Gefühl" taucht erst auf, nachdem längst der Vergleich stattgefunden hat.
Genau, es ist auch wieder ein Prozess; vergleichen, erinnern, bewerten, ect. ist alles gedankliche Bewegung, die einfach auftaucht und wieder vergeht, und dass Ich ist ein Teil dessen.
Doch ist das, was auch diese Bewegungen erlebt, selbst auch in Veränderungen? Es nimmt ja dies alles wahr - Alles, d.h. dass das, was erlebt wird (also der Inhalt) gerade erlebt wird! Andernfalls wäre da kein Erleben, von irgendetwas.
Kannst du jetzt den Unterschied nochmal genauer sehen, von dem was im Erleben auftaucht und das was dies alles erlebt?
Nein, es ist das Gedächtnis zusammen mit dem vergleichenden Teil des Geistes der Unregelmäßigkeiten meldet. Aber der Eindruck, dass "Ich" es bin, ist trotz dieser Erkenntnis stark.
Was ist Gedächtnis? Erlebst du Gedächtnis? Oder sind es nicht auch nur einfach Gedanken, Gefühle, ...?

Wenn im Geist etwas Ruhe einkehrt und Gedanken und Empfindungen auftauchen und wieder vergehen, dann ist da etwas, das das sieht.
Das ist sehr interessant, dieses "Sehen" - dieses Etwas, welches sieht, verschwindet wann, bzw. wie genau wieder?
Und woher weißt du, dass es dann da ist und dann wieder nicht?
Oder verändert sich der Inhalt?
Also mit Aufmerksamkeit meine ich das, was sich wie Strahlen anfühlt, mal fokussiert auf etwas, mal in alle Richtungen, mal sehr stark, mal schwächer, in der Dinge auftauchen und wieder vergehen (deswegen der Eindruck von Veränderlichkeit, aber es ist eben eine Info aus dem Gedächtnis).
Hast du ein Erleben davon, wohin der "Strahl" der Aufmerksamkeit "wandert"?
Gib mir mal bitte nen Beispiel, vielleicht wieder mit geschlossenen Augen und genauer Beschreibung des Erlebten :)

War jetzt viel - lass dir Zeit :)
Liebe Grüße
Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Fri Oct 31, 2014 6:31 pm

Lieber Tobias,
Was ist Gedächtnis? Erlebst du Gedächtnis? Oder sind es nicht auch nur einfach Gedanken, Gefühle, ...?

Gedächntnis kann ich nicht direkt erleben, nur indirekt über das Erleben von Gedanken und Gefühlen und anderen Wahrnehmungen, die Erfahrungen aus der Vergangenheit widerspiegeln.

…dass das, was erlebt wird (also der Inhalt) gerade erlebt wird! Andernfalls wäre da kein Erleben, von irgendetwas. Kannst du jetzt den Unterschied nochmal genauer sehen, von dem was im Erleben auftaucht und das was dies alles erlebt?
Das Erlebte muss wohl von irgendwem erlebt werden. Aber gleichzeitig ist dieses Erleben ja unpersönlich, es ist einfach da. Es ist der Raum, in dem die Töne, Gedanken, Empfindungen, Bilder erscheinen. Es macht den Eindruck, als ob es eine Art Zentrum gibt, also einen Teil des Raumes, wo diese Dinge geschehen oder auf den sich diese Dinge beziehen (bei Bildern ist das etwas schwierig). Vom Zentrum scheint es aber noch viel weiter zu gehen, nur dass da nichts wahrgenommen wird (außer, wenn die Augen offen sind, dann ist der Raum mit Farben und Formen angefüllt). Ich weiß nicht, ob der gefühlte Raum, dem gesehehenen Raum entspricht, weil ich das Gesehene nicht fühlen kann. Ich finde keine Antwort auf die Frage, WAS dies alles erlebt. Der Raum? Mmh…
Doch ist das, was auch diese Bewegungen erlebt, selbst auch in Veränderungen? Es nimmt ja dies alles wahr
Also, wenn es der Raum ist, der alles erlebt… na ich weiß nicht so recht… DER kann sich wohl nicht verändern…. außerdem gibt es den Eindruck, dass nicht alles in dem Raum gleichzeitig erlebt wird, sondern, dass darin die Aufmerksamkeit wandert- mal hin zu dem dumpfen Dröhnen, mal zum ziehenden Schmerz, mal zu dem Gedanken, ob ich hier auch richtig beobachte u.s.w. Aber es ist wohl nicht die Aufmerksamkeit selbst, die das erlebt, die "beleuchtet" es nur, also macht es erfahrbar.

Dann sind diese Fragen auch vorläufig beantwortet:
dieses "Sehen" - dieses Etwas, welches sieht, verschwindet wann, bzw. wie genau wieder?(...) Und woher weißt du, dass es dann da ist und dann wieder nicht?
Oder verändert sich der Inhalt?
Dann fragtest Du noch:
Hast du ein Erleben davon, wohin der "Strahl" der Aufmerksamkeit "wandert"?
Also noch mal etwas genauer zum Thema Aufmerksamkeit. Der "Strahl" wandert im Raum umher und "leuchtet" auf verschiedene Wahrnehmungen, die aus irgendwelchen Gründen gerade interessant sind. Zum Beispiel ist da ein Schmerz im Handgelenk, da wandert die Aufmerksamkeit ständig hin. Auch auf die Seheindrücke - das was gerade geschrieben wird - und auf die Gedanken. Eigentlich wechselt die Aufmerksamkeit zwischen diesen Wahrnehmungen. Bei längerer Aufmerksamkeit auf den Schmerz wird dieser stärker "beleuchtet", also intensiver. Alles drumherum scheint momentan weniger interessant für die Aufmerksamkeit.

Ja dann bin ich mal gespannt, was Du schreibst... :-)

Alles Gute
Fina

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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Tobias » Sun Nov 02, 2014 6:12 pm

Liebe Fina,

... mein Akku war leer ... ;)
Das Erlebte muss wohl von irgendwem erlebt werden. Aber gleichzeitig ist dieses Erleben ja unpersönlich, es ist einfach da.
...
Ich finde keine Antwort auf die Frage, WAS dies alles erlebt. Der Raum? Mmh…
Wochtig ist zu sehen, dass erlebt wird! Und ja, es ist einfach da.
Wenn Ich-Gefühle, Ich-Gedanken, Ich-Bilder ... erlebt werden, können diese nicht Du, bzw. ein Ich sein.
Es taucht eben alles im Erleben auf und verschwindet wieder. Du kannst nicht auftauchen und verschwinden!
Also, wenn es der Raum ist, der alles erlebt… na ich weiß nicht so recht… DER kann sich wohl nicht verändern…. außerdem gibt es den Eindruck, dass nicht alles in dem Raum gleichzeitig erlebt wird, sondern, dass darin die Aufmerksamkeit wandert- mal hin zu dem dumpfen Dröhnen, mal zum ziehenden Schmerz, mal zu dem Gedanken, ob ich hier auch richtig beobachte u.s.w. Aber es ist wohl nicht die Aufmerksamkeit selbst, die das erlebt, die "beleuchtet" es nur, also macht es erfahrbar.
Ist die wandernde Aufmerksamkeit erlebbar? Dann ist sie auch etwas, was im Erleben auftaucht und nicht das, was erlebt.
Wie auch immer, die Frage ist und bleibt: Wer bist Du?
Gibt es Dich, die etwas Ihr eigenes nennt?
Gibt es Dich, die etwas tun kann?
Gibt es Dich, die etwas steuern oder loslassen kann?
Gibt es Dich, die etwas erreichen oder erkennen kann?
Schau nochmal, ob du irgendetwas findest oder ob noch etwas unklar ist, dann schauen wir gerne weiter.
Andernfalls würde ich dir die Abschlussfragen stellen.

Einen schönen Sonntagabend
Tobias
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Re: ICH bin immer noch da!

Postby Fina » Mon Nov 03, 2014 12:19 pm

Lieber Tobias,

dann sind wir jetzt wohl fast durch... komisches Gefühl.
Ist die wandernde Aufmerksamkeit erlebbar?
Ja, es ist klar, dass, wenn die Aufmerksamkeit erlebt wird, sie nicht selbst erleben kann. Sie ist mehr wie ein Mittel, um zu erleben, wird aber auch selbst erlebt.
Wie auch immer, die Frage ist und bleibt: Wer bist Du?
Es ist nicht erfahrbar, wer ich bin. "Ich" ist eine Art Gefühl, dass im Zusammenhang mit Wahrnehmungen und Gedanken auftauchen kann, dass selbst aber auch nur aus Gedanken besteht, die aus dem Nichts auftauchen. Es gibt etwas Erlebendes, dass als unpersönlich empfunden wird und nichts bewirken kann. Auf eine Art bin ich das vielleicht, aber es gibt kein Gefühl von "Ich" dabei, keine Identifikation.
Gibt es Dich, die etwas Ihr eigenes nennt?
Da alles veränderlich ist, kann nichts als "Eigenes" bezeichnet werden.
Gibt es Dich, die etwas tun kann?
Es wird getan. Das Ich kommt zu spät mit dem Gedanken "Ich habe getan". Ich kann nichts tun.
Gibt es Dich, die etwas steuern oder loslassen kann?
Es wird gesteuert und losgelassen, aber nicht vom dem, was sich "Ich" nennt. Es geschieht, wenn die Entscheidung dafür fällt - aber Ich kann die Entscheidung nicht treffen.
Gibt es Dich, die etwas erreichen oder erkennen kann?
Etwas kann erreicht werden, Ziele sind vorhanden und werden angestrebt, aber nicht von einer Person. Genauso findet Erkennen statt: Etwas kann erkannt werden, der Drang nach Erkenntnis ist vorhanden, geht aber nicht von einer Person aus.
Schau nochmal, ob du irgendetwas findest oder ob noch etwas unklar ist, dann schauen wir gerne weiter.
Es kommen keine weiteren Fragen auf, obwohl es sich auch nicht anfühlt, als wäre vollkommene Klarheit da. Die Erkenntnis muss erst noch in den Geist einsickern, aber es hat merklich begonnen. Etwas Unsicherheit ist vorhanden bei der Frage: Wer bist Du? Wenn Dir aber meine Antwort so reicht...
Andernfalls würde ich dir die Abschlussfragen stellen.
Ja, gut. :-)

Einen schönen Montag, herzliche Grüße
Fina


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