Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

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Mayalu
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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Sun May 18, 2014 6:14 pm

Das Ich fühlt sich eindeutig bedroht. Versagensangst, Schuldgefühle, Konsequenzen. Dabei reiht sich dann Gedanke an Gedanke, die Angst steigert sich.

Kannst du das mal anhand eines Beispiels analysieren? Z.B:

Gedanke: ich muss X anrufen. > Was passiert dann? Gefühl? Welches?
Wo im Körper sitzt es ganz konkret? Wie fühlt sich das an?

Und was passiert dann? > Gedanken? Mehr Gefühle? Handlungsimpulse?

In welcher Form und zu welchem Zeitpunkt kommt dabei ein Ich vor?

Ich komme darauf zurück. Dafür brauche ich ein bisschen mehr Ruhe als gerade.
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Was meinst du? Nichts anderes außer des Schleiers? Dann wäre der Schleier, das, was ist?
Ja. Aber was ist es, das hinter den Schleier gucken möchte?
Oh, ach so. Ja, also, wenn es das Ich nicht gibt, dann kenne ich die Antwort darauf nicht.

Zu Geräuschen: Es gibt keine Grenze.
Also kein extern/intern? Auch nicht, wenn das Telefon klingelt, und du im Stress bist?
Ja, scheinbar ist das Hören ein anderes Phänomen. Heute war ich lange im Garten und habe viele Geräusche wahr genommen. Während ich gelesen habe und die Aufmerksamkeit beim Buch war, hab ich vieles wahr genommen, das ich nicht hätte benennen können. Als ich dann das Buch zur Seite legte, habe ich versucht, die aufkommenden Gedanken beiseite zu schieben. Das war schon sehr interessant. Ungefilterte Wahrnehmung. Ich habe wirklich für einen Augenblick vergessen können, was ich höre. Dann war es natürlich irgendwann wieder da. Vogelgezwitscher. Und ja und nein. Es gibt keine deutlich wahrnehmbare Grenze, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass die Ohren sehr empflindlich auf laute Geräusche reagieren und dann scheint sich eine imaginäre Grenze aufzutun. Dann scheint es ein externes Geräusch zu sein. Sind es eigentlich die Ohren, die darauf reagieren, fällt mir gerade so ein? Ich weiß es echt nicht. Ich bin hier aber noch nicht wirklich weiter, und so lange möchte ich diese Wahrnehmungsübung einfach noch offen lassen, wenn das für dich ok ist.

Ich verabschiede mich für heute und melde mich morgen wieder. Dir noch einen schönen Sonntagabend, liebe Ingen.

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Ingen
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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Ingen » Sun May 18, 2014 7:02 pm

manchmal habe ich den Eindruck, dass die Ohren sehr empflindlich auf laute Geräusche reagieren und dann scheint sich eine imaginäre Grenze aufzutun. Dann scheint es ein externes Geräusch zu sein. Sind es eigentlich die Ohren, die darauf reagieren, fällt mir gerade so ein? Ich weiß es echt nicht. Ich bin hier aber noch nicht wirklich weiter, und so lange möchte ich diese Wahrnehmungsübung einfach noch offen lassen, wenn das für dich ok ist.
Ist in Ordnung.

Das, was dir da auffällt: "Sind es eigentlich die Ohren, die da die imaginäre Grenze ziehen"? ist eine gute Frage.

Dir auch einen schönen Abend, Mayalu!

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Mon May 19, 2014 9:27 am

Das Ich fühlt sich eindeutig bedroht. Versagensangst, Schuldgefühle, Konsequenzen. Dabei reiht sich dann Gedanke an Gedanke, die Angst steigert sich.

Kannst du das mal anhand eines Beispiels analysieren? Z.B:

Gedanke: ich muss X anrufen. > Was passiert dann? Gefühl? Welches?
Wo im Körper sitzt es ganz konkret? Wie fühlt sich das an?

Und was passiert dann? > Gedanken? Mehr Gefühle? Handlungsimpulse?

In welcher Form und zu welchem Zeitpunkt kommt dabei ein Ich vor?
Ein sehr aktuelles Beispiel. Nachdem ich die halbe Nacht wach gelegen und gegrübelt habe, war heute Morgen einfach die Entscheidung da, einen geschäftlichen Termin abzusagen. Das ist etwas, das mir sehr schwer fällt, weil ich ja scheinbar „grenzenlos“ bin, aber meine Bedürfnisse hinten anstelle. Ich arbeite auch eigentlich nicht mehr...eigentlich. Aber warum immer die eigenen Impulse überfahren, mich dazu bringen, etwas zu tun, damit es mir danach noch schlechter geht. Ich wusste, dass es so oder so zu einem Kämpfchen kommen würde, es war also nur die Frage des kleineren Übels. Absagen und Angst oder Geschäftstermin und Angst? Heute Morgen nach einem kurzen Dämmerschlaf war einfach klar, abzusagen. Ohne schlechtes Gewissen, ohne bedrückende Gedanken. Aber bereits kurz nach dem Aufstehen folgten dieser scheinbaren Klarheit bereits die ersten Gedanken.

Die Gedanken sagen „reiß dich zusammen, das geht schon, das kannst du nicht machen, du willst doch, dass man sich auf dich verlassen kann…“, aber eine Handlung ist nicht vorstellbar und erfolgt auch nicht.

Die Bewertungen in Gedanken knocken mich aus. Das Gefühl krampft in der Magengegend, ein Übelkeitsgefühl entsteht, da kriecht die Angst zuerst hin. Dann erhöht sich der Pulsschlag, die Herzfrequenz. Ich werde supernervös, alles ist angespannt, klein und eng und absolut auf diesen Körper beschränkt. Ich habe das Gefühl, nicht mehr ausreichend Luft zu bekommen. Die Gedanken überschlagen sich, Schuldgefühle entstehen, dass ich absage, es entsteht der Impuls, die Gedanken ausschalten zu wollen. Ich renne ziellos umher, mache dies und das ohne erkennbaren Grund, einfach, um mich abzulenken. Es gibt kein lokalisierbares Gefühl von „Ich“. Es fühlt sich selbstverständlich so an, dass es „mir“ gehört, es hat sich ja nie anders angefühlt.

Ich habe also abgesagt. Für mich fast unvorstellbar. Es war und ist noch schwer, aber ich bin nicht der einzige Mensch auf der Welt und ich sage nicht ab, weil heute die Sonne scheint. Ich - pflichtbewusst, immer da, hilfsbereit, verlässlich - meine Vorstellung von mir. Und wo kann ich mir diese Vorstellung hinnageln, wenn Handeln einfach geschieht? Ich werde mich niemals kennen, so viel ist mir heute wieder klar geworden. Das ist unmöglich.

So viel zu deinen Fragen.

Ich habe die Angst gestern Abend übrigens "eingeladen". Es erfolgte eine Unterhaltung mit der Angst. *lach* Auf meine Frage hin, was sie denn wolle, war der Antwortgedanke "um dich zu beschützen, du würdest die Auflösung deines Ich nicht verkraften - stell dir das nicht so leicht vor, das packst du nicht". Damit war das Gespräch auch schon zu Ende.

Im Moment ist die Aufregung abgeflacht, alles hat sich für den Augenblick beruhigt. Ob es so bleibt, kann ich erst später wieder berichten. Ich habe keinen Einfluss, ich habe auf nichts einen Einfluss. Warum also mache ich mir Gedanken, könnte ich fragen? Aber ich mach mir ja gar keine Gedanken. Genau da liegt die Freiheit. Und manchmal ist es, als könnte man sie schmecken...

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Ingen » Mon May 19, 2014 8:05 pm

Ich - pflichtbewusst, immer da, hilfsbereit, verlässlich - meine Vorstellung von mir. Und wo kann ich mir diese Vorstellung hinnageln, wenn Handeln einfach geschieht?
Ja, wohin damit? Einmal wird die Entscheidung getroffen, "Impulse zu überfahren", (weil ein anderer Impuls stärker ist) ein andermal wird die Entscheidung getroffen, den Termin abzusagen.

Wasser fließt einmal so rum, ein andermal anders um einen Stein rum. Wovon ist das abhängig? Wie entscheidet Wasser, wie es zu fließen hat?

Und das Wasser hört nicht auf zu fließen, nur weil erkannt wird, dass es keine Entscheidungen trifft!

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Tue May 20, 2014 9:06 am

Und das Wasser hört nicht auf zu fließen, nur weil erkannt wird, dass es keine Entscheidungen trifft!
Ja, so ist das wohl. Genau so wenig entscheide ich zu atmen, oder dass das Organsystem das tut, was es tut. Warum ist das so selbstverständlich? Es ist klar, dass hierfür niemals bewusste Entscheidungen getroffen werden, aber völlig normal, dass es so funktioniert wie es funktioniert. So ist das auch mit dem Ich. Es hat niemals etwas getan oder entschieden, aber es wird selbstverständlich angenommen, dass es da ist. Es wird niemals hinterfragt (bis es hinterfragt wird). Komplexe biochemische Prozesse, ja die laufen natürlich automatisch und von selbst. Warum ist das klar? Weil sie so komplex sind, dass ich sie gar nicht beeinflussen könnte? Gedanken, von denen ich noch nie gewusst habe, wie sie entstehen und wo sie herkommen, denen verleihe ich eine Biografie, familiäre/soziale/konditionierte Ideen und deshalb denke ich selber, kann sie beeinflussen (Gedankenstopp) und sogar umprogrammieren. Es gibt viele Knöpfe, die man drücken kann, um etwas "wegzumachen" und daran ist auch nichts verkehrt. Und vielleicht stimmen die Bedingungen und es hilft sogar.

Hier gibt es eine Annahme und eine scheinbare Realität.

Wie kann ein illusionäres Ich um sein Überleben kämpfen? Wie geht das? Und dann auch noch so schlau als hätte es ein tatsächliches Eigenleben? Mit Angst und all dem. Ich kapier das nicht. Mal im Ernst, eine Idee kann sich doch nicht auflehnen. Wer oder was hält dieses Ich am Leben, wenn es außer Wahrnehmung nichts gibt? Ein Gedanke? Ist es nur ein Gedanke, den niemand denkt? Ich lach mich tot. Das ist doch nicht wahr, oder?

Hören. Da ist genau so wenig ein Hörer, wie da ein Ohr ist, das hört. Es ist einfach nur hören. Geräusche, bekannt oder nicht. Laute Geräusche werden körplich mit "zusammenzucken" beantwortet. Der Gedanke dazu ist "boah, das stört/nervt mich", das Gefühl "unangenehm". Als wenn das, was gerade noch "woanders" war, plötzlich wieder "hier drin" lokalisierbar wäre, das wird unmittelbar so wahrgenommen.

Ich bin bereit für die nächste Übung. :-)

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Ingen » Tue May 20, 2014 10:13 am

Es gibt viele Knöpfe, die man drücken kann, um etwas "wegzumachen" und daran ist auch nichts verkehrt. Und vielleicht stimmen die Bedingungen und es hilft sogar.
Genau! Z.B. werden durch diesen Dialog möglicherweise Gedankenströme umgeleitet. Wobei dies auch nur eine Geschichte ist. Da ist ein Gedanke. Zu analysieren, wo der herkommt und dass er verändert werden könnte, ist halt ein weiterer Gedanke – jetzt.
Wer oder was hält dieses Ich am Leben, wenn es außer Wahrnehmung nichts gibt? Ein Gedanke? Ist es nur ein Gedanke, den niemand denkt?
Nichts hält es am Leben. Es ist nicht am Leben. Es gibt nur Gedanken, dass da irgendwas wäre, was am Leben gehalten werden könnte, beschützt werden muss, Angst "hat" usw. Hinter der Schutzmauer, dem Filter, dem Schleier ist - nichts.
Ich lach mich tot. Das ist doch nicht wahr, oder?
Doch. Und Totlachen ist wahrscheinlich die einzige Methode, ein nicht-existentes Ich aus dem Weg zu räumen :)
Hören. Da ist genau so wenig ein Hörer, wie da ein Ohr ist, das hört. Es ist einfach nur hören. Geräusche, bekannt oder nicht. Laute Geräusche werden körplich mit "zusammenzucken" beantwortet. Der Gedanke dazu ist "boah, das stört/nervt mich", das Gefühl "unangenehm". Als wenn das, was gerade noch "woanders" war, plötzlich wieder "hier drin" lokalisierbar wäre, das wird unmittelbar so wahrgenommen.

Ich bin bereit für die nächste Übung. :-)
Sehr schön. Du ahnst es vielleicht schon - Sehen. Wo verläuft die Grenze zwischen dir und der Landschaft? Gibt es eine Aktivität "Sehen", die du tust? Schaust du aus zwei Löchern im Kopf hinaus? Was ist in direkter Erfahrung tatsächlich DA?

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Tue May 20, 2014 5:37 pm

Ich lach mich tot. Das ist doch nicht wahr, oder?
Doch. Und Totlachen ist wahrscheinlich die einzige Methode, ein nicht-existentes Ich aus dem Weg zu räumen :)
Das versuch ich schon seit Jahren mit DVD’s meines Lieblingskomikers. Bis jetzt leider Nullrunde. Aber…schöner Tod, keine Frage.

Wenn sich nicht bei allem, was ich anschaue, ein Gedanke dahinter klemmen würde, der mir den Begriff des „Dings“ liefert, wäre da nur schauen. Ich muss an U.G. Krishnamurti denken, der nach seinem Aufwachen die Dinge einfach nicht mehr zu benennen wusste. Er musste alles völlig neu lernen. So muss sich ein kleines Kind fühlen, das sich nicht für die Namen interessiert, das die Welt einfach mit seinen Sinnen entdeckt. Das ist dieses unschuldige Sehen. Vor Kurzem erst warf ich im Vorbeigehen einen Blick in den Spiegel und hatte keinen Bezug zu dem Gesicht, das ich sah. Erstaunt und wie zum ersten Mal betrachtete ich dieses Gesicht, dann war die „Erinnerung“ da. Komisch, dachte ich noch. Das war gerade komisch, als wenn ich mich nicht erkannt hätte. Es hat sich auch nicht wiederholt. (vielleicht doch beginnende Verkalkung, das Thema hatten wir ja schon ;-)

Wenn ich nur schaue, dann gibt es in dem Moment gar keine Körperwahrnehmung und keinen Seher. Es gibt Formen und Farben wie beim kleinen Kind, das keine Namen dafür kennt. Das Gesehene könnte also ohne weiteres auch das sein, was ich bin oder nicht bin oder da sein oder gar nicht da sein oder keins von beiden? Wo bin ich - bin ich hier oder bin ich da? Was bin ich im Moment des Sehens? Ich kann mich nicht finden als Etwas. Nur ein Gedanke sagt, das ist ein Stuhl, Schrank, Baum, was auch immer ist und ein Objekt, also von mir getrenntes Ding, und dass ich es sehe. Es gibt im Sehen kein „ich“, die Grenze verläuft in Gedanken.

Aber bitte, ich bin hier noch nicht fertig. Morgen nochmal eine Aufnahme des Sehens.

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Ingen » Tue May 20, 2014 9:20 pm

Und Totlachen ist wahrscheinlich die einzige Methode, ein nicht-existentes Ich aus dem Weg zu räumen :)
Das versuch ich schon seit Jahren mit DVD’s meines Lieblingskomikers. Bis jetzt leider Nullrunde
.
Schade. Oder Gottseidank. Aber Spaß beiseite: Ein Ego, das nicht existiert, kann auch nicht sterben. Auch wenn in der Literatur so was wie "Ego-Tod" erwähnt wird.

Überhaupt, die Literatur! Ich muß jetzt mal auf den Tisch hauen. UG Krishnamurtis Erwachen (und auch das anderer "Erleuchteter") ist eine Geschichte, die du vom Hörensagen kennst, und an der du jetzt dein Erleben mißt. Die meisten, die blumig davon erzählen, verdienen Geld mit ihrer Erwachensgeschichte. Womöglich war U.G.'s "calamity" ein Hirnschlag oder was weiß ich.

Diese Vergleicherei hindert dich daran, selbst zu schauen!!!!!!!!!!!

Hier schaust du selbst:
Nur ein Gedanke sagt, das ist ein Stuhl, Schrank, Baum, was auch immer ist und ein Objekt, also von mir getrenntes Ding, und dass ich es sehe. Es gibt im Sehen kein „ich“, die Grenze verläuft in Gedanken.
So ist es. Und zwar immer. Egal, was für Gedanken auftauchen. Auch wenn du Sinneseindrücken ein Etikett verpaßt (ICH sehe einen Baum).

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Wed May 21, 2014 5:33 am


Überhaupt, die Literatur! Ich muß jetzt mal auf den Tisch hauen. UG Krishnamurtis Erwachen (und auch das anderer "Erleuchteter") ist eine Geschichte, die du vom Hörensagen kennst, und an der du jetzt dein Erleben mißt. Die meisten, die blumig davon erzählen, verdienen Geld mit ihrer Erwachensgeschichte. Womöglich war U.G.'s "calamity" ein Hirnschlag oder was weiß ich.

Diese Vergleicherei hindert dich daran, selbst zu schauen!!!!!!!!!!!
Ach du liebe Zeit, Ingen, laaaaach, nein, ich messe niemandes Erleben an meinem. U.G.'s "Kalamität", diese Erfahrung hab ich nur angeführt, weil ich sie krass finde und damit eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, wieviel leichter es ist, ungefiltert wahrzunehmen, wenn da kein Schild drauf klebt, wenn da kein Gedanke kommt, nichts Gelerntes angewendet wird. Die ganzen Geschichten, nee, also da ist jede anders, da bilde ich mir nix ein. U.G. hat auch kein Ding daraus gemacht. Ach egal, aber schön, dass wir drüber gesprochen haben. :-)

Ich finde es höchst erstaunlich, dass das Leben mich derzeit offenbar hin zu diesem Wahrnehmen bewegt und mich davon wegbringt, jeden Tag zu lesen oder Filmchen zu schauen. Bislang war das mein Anker, um mich aus diesem Gedankenwirrwarr zu befreien und zumindest für den Moment Ruhe zu haben. Ich weiß nicht, wie es morgen ist, aber ich habe große Lust, immer wieder zu schauen und immer neu zu erfahren. Es kommen ja höchst spannende (und wie ich bis jetzt feststelle) tatsächlich verändernde Untersuchungen dabei raus.

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Ingen » Wed May 21, 2014 12:53 pm

Ach du liebe Zeit, Ingen, laaaaach, nein, ich messe niemandes Erleben an meinem.
Nun ja, Vergleichen und Erreichen sind starke Gedankenmuster. Die Geschichte vom Happy End, auf das man hinarbeiten kann und muss, ist uns gründlich eingebläut worden. Und das beinhaltet ja schon, dass es so, wie es jetzt ist, nicht gut genug ist.

Die Geschichte vom Ende des Leidens, das durch Erwachen eintritt, ist eine ebensolche Happy-End-Geschichte. Ebenso wie Himmel und Hölle, und so gut wie alle Märchen.

Willst du mal nachgucken, wie dies zu deiner Situation paßt?
U.G. hat auch kein Ding daraus gemacht.
Aber berühmt geworden ist er schon.

Du bist aber auf dem richtigen Weg, glaube ich:
Ich finde es höchst erstaunlich, dass das Leben mich derzeit offenbar hin zu diesem Wahrnehmen bewegt und mich davon wegbringt, jeden Tag zu lesen oder Filmchen zu schauen.
JA! Hingucken! Neugierig sein! Den Mechanismus untersuchen anstatt sich darüber zu beklagen.


Und:
Ich weiß nicht, wie es morgen ist, aber ich habe große Lust, immer wieder zu schauen und immer neu zu erfahren. Es kommen ja höchst spannende (und wie ich bis jetzt feststelle) tatsächlich verändernde Untersuchungen dabei raus.
JA, JA, JA !

Mach dir keine Sorgen um morgen, morgen gibt's nicht. (das ist das Problem mit dem Happy End).

Wie ist es JETZT?

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Wed May 21, 2014 7:57 pm

Ach du liebe Zeit, Ingen, laaaaach, nein, ich messe niemandes Erleben an meinem.

Nun ja, Vergleichen und Erreichen sind starke Gedankenmuster. Die Geschichte vom Happy End, auf das man hinarbeiten kann und muss, ist uns gründlich eingebläut worden. Und das beinhaltet ja schon, dass es so, wie es jetzt ist, nicht gut genug ist.
Jo, also, wenn ich jetzt sagen würde, dass alles gut ist so wie es ist, dann würde das nicht ganz meinem Empfinden entsprechen. Ein Happy End impliziert ja auch immer ein Bad End, aber das ist mir auch zu romantisch. Du hast vollkommen recht, Vergleichen und Erreichen liegt uns im Blut. Alles andere wäre auch eine glatte Lüge. Ich vergleiche mich nicht mit U.G. oder seiner Geschichte oder einer anderen Geschichte. Darüberhinaus schließe ich Vergleichen und Erreichen nicht aus.
Geschichte vom Ende des Leidens, das durch Erwachen eintritt, ist eine ebensolche Happy-End-Geschichte. Ebenso wie Himmel und Hölle, und so gut wie alle Märchen.

Willst du mal nachgucken, wie dies zu deiner Situation paßt?
Naja, es ist aber das Ende des Leiders und wenn dann Leiden auftaucht, wen juckt es dann? Ich habe nicht die Erwartung, das Drehbuch und den Film zu ändern.
U.G. hat auch kein Ding daraus gemacht.

Aber berühmt geworden ist er schon.
Hmm, ich würde vielleicht sagen "bekannt". Bei Jesus oder Buddha könnte ich übereinstimmen.. :-)

Ich weiß nicht, wie es morgen ist, aber ich habe große Lust, immer wieder zu schauen und immer neu zu erfahren. Es kommen ja höchst spannende (und wie ich bis jetzt feststelle) tatsächlich verändernde Untersuchungen dabei raus.
JA, JA, JA !

Mach dir keine Sorgen um morgen, morgen gibt's nicht. (das ist das Problem mit dem Happy End).

Wie ist es JETZT?
Ja, Morgen ist nicht da, nicht greifbar, nicht wahrnehmbar, reine Fiktion. Was passiert hier eigentlich? Nix. Es sind weiterhin Gedanken da, die diesen Körper teilweise sehr heftig beschäftigen. Sie landen plötzlich hier und tauchen auf. Das Bemerkenswerte ist, dass ihnen immer weniger geglaubt wird. Sie hinterlassen keine Spur, wenn sie verschwinden. Sie sind nur im Moment des Auftauchens wahrnehmbar, es kann niemals ein Besitzer gefunden werden. Jetzt ist es gut und das ist das einzige, was zählt. Genau, Danke für diesen wichtigen Hinweis. Die Angst vor der Angst und die Sorgen sind immer in die Zukunft gerichtet, die es JETZT nicht gibt. Jetzt ist tippen, der Fernseher läuft, eine schlafende Katze, Müdigkeit. Morgen schreibe ich nochmal was zum Sehen.

Für heute verabschiede ich mich und wünsche dir noch einen schönen Abend. Ich danke dir für dein unermüdliches Schauen und liebevolles Zurechtrücken. So hab ich immer noch mal die Chance zu gucken, ob bei mir irgendwas angetriggert wird, ob ich mir was vormache oder es tatsächlich so ist. Es ist einfach spannend. Das Leben ist nicht vorhersehbar. :-))

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Thu May 22, 2014 8:57 am

Du hast natürlich recht, liebe Ingen. Vergleichen findet statt. Ich habe gerade festgestellt, dass ich immer noch auf irgendein "Peng" warte, dass das Ich eine Illusion ist. Natürlich ein Gedanke. Ein anderer Gedanke sagt "mach dir bloß nix vor, was willst du erkannt haben? Überleg mal - kann es wirklich so einfach sein? Dann müsste das ja jeder sehen, das ist doch Unsinn." Haha! Das ist es nicht. Ich habe neulich mit einer Freundin darüber gesprochen. Da sind die Wahrnehmungsübungen keinesfalls auf große Sympathie gestoßen. Sofern ein anderes Konzept existiert, ist da eine ganz natürlich Abwehrhaltung, und wer möchte sich schon selber abschaffen? (obwohl das ja nur eine Idee ist, die sich um eine Idee kümmert...der Wahnsinn!)

Heute Morgen gingen mir verschiedentliche Gedanken durch den Kopf. Was ist, wenn DAS HIER wirklich alles ist, was es gibt und es niemals etwas anderes gab und geben wird? Nur das hier. Sitzen, schreiben, beobachten, hören. Das klingt so banal und soll schon das Wunder sein? Vielleicht gerade deshalb, weil es so leicht übersehbar ist und alles, wirklich alles von der Gedankenwelt begleitet und zu einem persönlichen Ding gemacht wird. Das ist revolutionär! Vor den Übungen war es graue, interessant klingende Theorie, bloßer Glaube, ein schönes Konzept. Jetzt kann erfahren werden, was wirklich da ist.

Sehen ist leer, wenn es keinen Gedanken zu dem Seher und Gesehenen gibt. Es wird einfach wahrgenommen, was gerade als optischer Eindruck auftaucht. Gerade im Moment ist es so, dass Buchstaben auf dem Bildschirm deutlicher wahrgenommen werden als andere, als wenn sie aus dem Bildschirm hervortreten. Manchmal liegt eine Art vibrierender Zauber in der Luft und dann ist es wieder "normal". Die Grundannahme, dass es da ein Ich gibt, das etwas tut, tritt immer öfter in den Hintergrund und macht einer Klarheit Platz.

Ich korrigiere mein Posting von gestern. Es ist alles gut so wie es jetzt ist.

Ich bin bereit für die nächste Übung! :-)

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Ingen » Thu May 22, 2014 9:09 am

Hört sich gut an, liebe Mayalu!

Wie geht's mit den Angstgedanken?
Heute Morgen gingen mir verschiedentliche Gedanken durch den Kopf. Was ist, wenn DAS HIER wirklich alles ist, was es gibt und es niemals etwas anderes gab und geben wird? Nur das hier. Sitzen, schreiben, beobachten, hören. Das klingt so banal und soll schon das Wunder sein?
Wenn du das aber weiterdenkst, dann wird es zu einem unglaublichen Wunder. All diese Geschichten, die da auftauchen! Der Big Bang, ein riesiges Universum, Australien, die Bibel, Weltgeschichte, Einhörner, Politiker, Geschichten über Jobs und Verantwortung. Alles ein Gedanke, JETZT und hier.

Gibt es in direkter Erfahrung Anfang und Ende? Geburt und Tod?

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Mayalu » Thu May 22, 2014 11:34 am

Wie geht's mit den Angstgedanken?
Das ist erstaunlich. Die tauchen (immer weniger) auf, sie werden zum Teil heftig erlebt oder auch gar nicht und verschwinden viel schneller wieder.
Wenn du das aber weiterdenkst, dann wird es zu einem unglaublichen Wunder. All diese Geschichten, die da auftauchen! Der Big Bang, ein riesiges Universum, Australien, die Bibel, Weltgeschichte, Einhörner, Politiker, Geschichten über Jobs und Verantwortung. Alles ein Gedanke, JETZT und hier.
Absolut! Der Wahnsinn! Nur Gedanken und alles JETZT.
Gibt es in direkter Erfahrung Anfang und Ende? Geburt und Tod?
Jetzt gerade gibt es diese Erfahrung nicht.
Es gibt die Geburt, aber niemanden, der geboren wird, so wie es den Tod gibt, in dem niemand stirbt. Alles, was seiner Natur nach an einen Umstand bedingt ist, damit es lebt, ist endlich. Das Herz hört auf zu schlagen, das Blut zirkuliert nicht mehr, der Organismus steht still, der Körper von Mensch und Tier stirbt. Die Pflanze wird ohne Sonne und Wasser verkümmern. Ein Mensch, ein Tier verschwindet von der Bildfläche. Das, was geboren wurde, stirbt. Das Wahrnehmbare ist nicht mehr da.

Für die Dinge in der Welt gibt es also scheinbar einen Anfang und ein Ende. Ich habe untersucht, dass es keinen Besitzer dieses Körpers gibt. Ich habe sogar festgestellt, dass ein Körper im Fühlen gar nicht mehr vorhanden war, weil es die Idee eines Körpers gar nicht gab. Das, was in der unmittelbaren Wahrnehmung da war, war Grenzenlosigkeit, kein Referenzpunkt, kein „Zugehörigkeitsgefühl“. Wahrnehmung ist also grenzenlos, sie ist alles und nichts. Und sie ist unbedingt. Nicht abhängig von einem Körper, Seher, Fühler, Hörer, Denker. In allen bisherigen Wahrnehmungen gab es kein eigenständiges „Ich“. In der direkten Wahrnehmung stirbt die Form.

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Re: Ich bin neu hier - erbitte Hinweise und Begleitung

Postby Ingen » Thu May 22, 2014 11:44 am

Das ist erstaunlich. Die tauchen (immer weniger) auf, sie werden zum Teil heftig erlebt oder auch gar nicht und verschwinden viel schneller wieder.
In der Tat erstaunlich! Vor ein paar Tagen hörte sich das noch ganz anders an. Beobachte aber mal, ob die Abwesenheit von Angst womöglich zu einem "Prüfstein" wird , und der Gedanke auftaucht: "Jetzt habe ich schon 2 Stunden lang Angst, also war das alles Quatsch und mich gibt es doch", und dann "Mooji hat solche Gedanken bestimmt nicht" etc.. Diese Gedanken kommen ganz bestimmt :)
Es gibt die Geburt, aber niemanden, der geboren wird, so wie es den Tod gibt, in dem niemand stirbt. Alles, was seiner Natur nach an einen Umstand bedingt ist, damit es lebt, ist endlich. Das Herz hört auf zu schlagen, das Blut zirkuliert nicht mehr, der Organismus steht still, der Körper von Mensch und Tier stirbt.
Was weißt du über DEINE Geburt und DEINEN Tod, in direkter Erfahrung?


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