Shanti - Ingen

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Ingen
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Shanti - Ingen

Postby Ingen » Sat Mar 03, 2012 11:27 pm

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 11:52 am
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Ich hab die Seiten Ich-Illusion bzw LU entdeckt und möchte gerne in einen (Direct Pointing) Dialog sein.

Mein Verständnis dessen, was ich auf den Seiten las: Reines Erleben ist alles was ist, auch Ichgedanken und Ichgefühle können erlebt werden, niemals jedoch ein Ich. Es gibt keinen Handelnden und es gibt keinen Erlebenden. Es kann sich jedoch so anfühlen als Erleben.
Erleben geschieht einfach. Gewisse Einsicht ist da, es wird dennoch immer wieder Zweifel, Unschlüssigkeit, Mißtrauen, Anspannung im Bauch, aber auch im Kopf erlebt. Manchmal auch Betäubtheitsgefühl, Dumpfheit und Lebendigsein. Es tauchen Ideen aller Art auf, deren Essenz ist “es sollte anders sein“.

Allein schon das Lesen dieser Seiten hat mehr Klarheit darüber bewirkt.

Ich war schon bei vielen Satsangs. Am Wesentlichsten war für mich ein „Riss in der Zeit“, ein gnadenvoller Moment des totalen Scheiterns bei einem spirituellen Lehrer, ich konnte sehen, Gedanken sind nur Gedanken. Ich bin nicht was erscheint. Bei aller (abnehmenden) Verstricktheit, ein nicht mentales Wissen ist schon da. Er sagte damals auch „das Ich ist Illusion – Punkt“. Das ist wahr. Das Erleben entspricht dem leider noch nicht so ganz im Sinne von, es wird energetisch eben doch öfters an das Ich geglaubt, sprich Ängste und Hoffnungen spielen weiterhin eine Rolle.

Meine Erwartung ist, besser gesagt, Gedanken der Hoffnung sind: möge das Erleben eines immer wieder frischen Friedens mit dem was ist, sich zeigen, also die erlebte Wirklichkeit in jeden Moment sein. Also, dass sich mehr und mehr eine kraftvolle und liebevolle Natürlichkeit entfaltet.

Danke dir.

Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 1:17 pm
von Ingen

Hallo Shanti,

Es hört sich eigentlich an, als ob du schon durch bist - zumindest mit einem Fuß. Du kennst die Prozedur ja. Ich frage, du antwortest, und du postest mindestens einmal am Tag deine Antworten.
Also.

Gibt es ein Selbst?

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 2:46 pm
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Gibt es ein Selbst?

Als Idee Ja. Ein persönliches Selbst, ein unpersönliches Selbst, und das Selbst als Grundlage aller Erfahrungen und Nichterfahrungen. Diese Ideen kommen und gehen, haben nicht wirklich Bestand. In der direkten Erfahrung gibt es nur das Wort Selbst.

Die Frage darüber hinaus: glaube ich denn an ein (persönliches) Selbst? Zum Beispiel, davor hab ich Angst, darum muss ich mich kümmern, das möchte ich gerne haben. Da ist schon so ein subtiler Glaube an ein Selbst drin. Und durch eure tolle Seite wird es aber echt viel deutlicher, dass es nicht die direkte Erfahrung ist, sondern das dieser Glaube im Erleben erscheint. Es fühlt sich so an, es denkt sich so ist aber nicht so.

Ja, mit einem Fuss bin ich sicherlich durch, dennoch der andere möchte auch noch durch;). Es geht mir darum, dass es tief einsinkt. Wie gesagt, nur das Lesen hat schon einen Unterschied bewirkt. Ich hab auch gelesen, ist es einmal (tief) ganz klar gibts kein Züruck mehr an ein Ich glauben zu können. Ein befreites, fließenderes Erleben ist für mich das Entscheidende.

Alles Liebe
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 3:47 pm
von Ingen

Lieber Shanti,


Als Idee gibt es auch den Weihnachtsmann.

Gibt es das Selbst, dh. DICH in deiner direkten Erfahrung? Was geschieht denn genau, wenn du denkst: "Dieses Auto will ich gerne haben". (du darfst dir ein anderes Beispiel ausdenken, wenn du willst).


?

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 5:13 pm
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Nein, mich gibt es nicht in meiner direkten Erfahrung, aber Ich-Gedanken und auch Ich-Gefühl gibt es. In der direkten Erfahrung, was gibts da schon? Nichts von Bestand, nichts Greifbares. Letztlich sind sogar Empfindungen nur Ideen, wie z.B. „Ich habe Unruhe“, „Da sind Gefühle von Verletztheit ". Zumindest die Benennung der Empfindungen.

“Ich möchte dies, ich möchte das... Ich möchte Sicherheit, Anerkennung, Innere Orientierung, tiefe Entspannung...“ Da passiert beim mir manchmal Schmerz, manchmal Impuls zum Handeln oder eben nicht Handeln oder Unterdrücken eines Handlungsimpulses, manchmal drüber nachdenken und nun auch ein Erinnern, dass es kein Ich gibt nur Erleben in diesem Fall von etwas wollen. Oder es passiert, dass die Frage auftaucht, gibt es mich im direkten Erleben?

Was macht die Ich-Idee mit mir? Es fühlt sich irgendwie an wie Festhalten. Das direkte Erleben, da gibts keine Ich-Idee. Im indirekten Erleben schon. Aber indirektes Erleben wird ja auch direkt erlebt.

Ich weiss nicht, ob damit deine Frage verständlich beantwortet ist, vielleicht ja schon.

Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 5:40 pm
von Ingen

Lieber Shanti.

Die Frage war:
Gibt es das Selbst, dh. DICH in deiner direkten Erfahrung? Was geschieht denn genau, wenn du denkst: "Dieses Auto will ich gerne haben". (du darfst dir ein anderes Beispiel ausdenken, wenn du willst).
--------
Antwort: In der direkten Erfahrung, was gibts da schon? Nichts von Bestand, nichts Greifbares.
-----------
Nur in der direkten Erfahrung gibt es was Greifbares, zum Beispiel einen Tisch. Oder ein Auto.

Was gibt es in deiner direkten Erfahrung, jetzt gerade?

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 6:11 pm
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Nur in der direkten Erfahrung gibt es was Greifbares, zum Beispiel einen Tisch. Oder ein Auto.

Was gibt es in deiner direkten Erfahrung, jetzt gerade?

Okay, direkte Erfahrung heisst also wohl, das was sinnlich erfassbar ist?
Also jetzt:
Körperempfindungen wie leichte Rückenschmerzen,
einen Bildschirm sichtbar,
die Tastatur fühlbar,
das Klacken der Tastatur hörbar,
Raumhafte Weite spürbar,
Unruhe fühlbar,
leichte Traurigkeit fühlbar,
usw., usw.
Gedanken aller Art letztlich hörbar, aber anders wie alle anderen akustischen Reize
Ich-Empfinden letztlich fühlbar, schwer beschreibbar, fühlt sich an wie der Körper, und auch nicht wie der Körper sondern wie ein beobachtender Punkt

Sind letztlich alle Wahrnehmungen sinnlich, sogar die, die nicht direkt die fünf Sinne betreffen, wie zum Beispiel Intuition oder Raumerleben oder bestimmte "spirituelle" Erfahrungen wie Samadhi, oder Daseinsgefühl oder Unwirklichkeitsgefühl?

Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 6:30 pm
von Ingen

Ja, direkte Erfahrung ist das, was jetzt mit den Sinnen erfahren wird. Hören, Riechen, Sehen, Fühlen. Um dieses abzugrenzen von dem "schwer beschreibbaren Ichgefühl", schlage ich eine vertiefende Übung vor:

Schließe die Augen und versuche, die Grenzen deines Körpers zu erfühlen. Wo hört der Körper auf und wo beginnt die Welt?

Das Gleiche mit Hören. Hörst DU (gibt es eine Aktivität "hören", die von jemand/etwas gemacht wird), oder sind einfach Geräusche da?

Rieche an einer Rose (oder einem Stück Seife). Ist da ein Riecher zu finden, oder ist da einfach Duft in der Luft?

Sehen: Guckst DU aus zwei Löchern in deinem Kopf und "siehst", oder sind da einfach Sachen in deinem Blickfeld?

Da darfst du dich gerne eine Weile hineinvertiefen.

Viel Spaß!

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 9:28 pm
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Schließe die Augen und versuche, die Grenzen deines Körpers zu erfühlen. Wo hört der Körper auf und wo beginnt die Welt?

Es ist dann ein Raumerleben da, Grenzen des Körpers fühle ich nicht - nur einzelne Wahrnehmungen im Bereich, wo sich der Körper befindet zum Beispiel Zusammenziehungen.

Das Gleiche mit Hören.
Wie meinst du das in diesem Zusammenhang?

Hörst DU (gibt es eine Aktivität "hören", die von jemand/etwas gemacht wird), oder sind einfach Geräusche da?

Es sind einfach Geräusche da. Und wenn ich darauf achte, gibt es auch diese ominöse Ich-Gefühl, wie ein Punkt irgendwo oder ein Raum irgendwo im Körper. Die Aktivität Hören kann ich überraschender Weise nicht finden.

Rieche an einer Rose (oder einem Stück Seife). Ist da ein Riecher zu finden, oder ist da einfach Duft in der Luft?
Die gleiche Antwort wie beim Hören bzw. den Geräuschen. Düfte sind einfach da oder nicht da und werden bei Aufmerksamkeit darauf von diesem gerade beschriebenen ominösen Ich-Gefühl wahrgenommen, was aber auch wahrgenommen wird, von was das kann ich jedoch nicht sagen, das ist irgendwie unsagbar. Geruch kann ich finden aber kein Riechen.

Komisch wie es dann wohl mit Bewegungen des Körpers? Bewegen kann ich nicht finden, aber Bewegung wahrnehmen. Mhm.

Sehen: Guckst DU aus zwei Löchern in deinem Kopf und "siehst", oder sind da einfach Sachen in deinem Blickfeld?
Ähnliche Antwort wie bei Hören und Riechen. Außer das als Punkte hier auch die beiden Augen gefühlt werden können. Einfach Sachen im Blickfeld.

Da darfst du dich gerne eine Weile hineinvertiefen.
Ich hab mir Zeit dafür gelassen

Viel Spaß!
Hatte ich ehrlich gesagt nicht so viel dabei, ich musste mich irgendwie ziemlich konzentrieren, das so wahrzunehmen. Obwohl die Dinge ja alle anstrengungslos auftauchen, erscheinen oder einfach da sind.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt wie es weitergeht. Ich meine irgendeine andere Form von Lebendigkeit momentan zu spüren.

Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 23rd, 2012, 10:07 pm
von Ingen

Es sind einfach Geräusche da. Und wenn ich darauf achte, gibt es auch diese ominöse Ich-Gefühl, wie ein Punkt irgendwo oder ein Raum irgendwo im Körper. Die Aktivität Hören kann ich überraschender Weise nicht finden.
---------------
D.h. wenn du auf das Ich-gefühl achtest, ist es wie ein Punkt oder Raum? Oder wenn du auf Geräusche achtest?
---------------
Düfte sind einfach da oder nicht da und werden bei Aufmerksamkeit darauf von diesem gerade beschriebenen ominösen Ich-Gefühl wahrgenommen, was aber auch wahrgenommen wird, von was das kann ich jedoch nicht sagen, das ist irgendwie unsagbar.
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Auch hier - erst sagst du, dass Düfte einfach da sind. Dann sagst du, dass sie bei Aufmerksamkeit darauf "von dem ominösen Ich-Gefühl wahrgenommen werden, was aber auch wahrgenommen wird"

Guck noch mal hin, ob Düfte nicht einfach da sind. Vor allem *wenn du nicht darüber nachdenkst*.

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Ähnliche Antwort wie bei Hören und Riechen. Außer das als Punkte hier auch die beiden Augen gefühlt werden können.
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Wie? Du fühlst deine Augen als Punkte? Wirklich? Wenn du dich im Raum umguckst? Also ausser einem leichten Brennen im linken Auge wegen Kontaklinsen bemerke ich beim Sehen keine Augen.


Guckst du noch mal nach, bitte?

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 12:10 am
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

D.h. wenn du auf das Ich-gefühl achtest, ist es wie ein Punkt oder Raum? Oder wenn du auf Geräusche achtest?
Auch hier - erst sagst du, dass Düfte einfach da sind. Dann sagst du, dass sie bei Aufmerksamkeit darauf "von dem ominösen Ich-Gefühl wahrgenommen werden, was aber auch wahrgenommen wird"
Guck noch mal hin, ob Düfte nicht einfach da sind. Vor allem *wenn du nicht darüber nachdenkst*.

Interessanter Punkt auf den du mich hinweist, wenn ich ganz mit dem Geräusch oder Duft bin, ohne auf ein Ich-Gefühl zu achten und ohne drüber nach zudenken ist kein Ich-Gefühl da. Reines Hören, reines Riechen oder vielleicht besser Geräusche und Düfte sind da - aber Gedanken wollen sich ständig in den Vordergrund bringen. Das Ich-Gefühl und was das Ich-Gefühl wahrnimmt kann ich nur wahrnehmen, wenn ich dort mit der Aufmerksamkeit bin.

Wie? Du fühlst deine Augen als Punkte? Wirklich? Wenn du dich im Raum umguckst? Also ausser einem leichten Brennen im linken Auge wegen Kontaklinsen bemerke ich beim Sehen keine Augen.

Ja Farben und Formen sind einfach da, wenn ich auf nichts anderes achte, aber wie gesagt vor allem Gedanken, aber auch Anderes (wie Gefühle oder innere Empfindungen wie Körperliches oder Stilleempfinden oder Raumempfinden oder Ganzkörperempfinden etc. - teilweise rufen sie nach Aufmerksamkeit, teilweise werden sie erst durch meine Aufmerksamkeit bewusst) "wollen" sich dazwischen drängen. Formen und Farben - ohne (Nach)denken sind sie einfach da.

Guckst du noch mal nach, bitte?
Ich gebe mein Bestes. Danke dir für deine Unterstützung.

Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 12:22 am
von Ingen

Gerne. Du hast heute einen Riesenschritt gemacht. Morgen mehr. Gute Nacht.

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 10:23 am
von Ingen

Guten Morgen, Shanti,

gestern hast du rausgefunden, dass die Welt ohne Gedanken einfach "da" ist. Dass es einen Unterschied gibt zwischen Sinneseindrücken und Gedanken über Sinneseindrücke.

"*Ich höre* Froschquaken" ist ein Gedanke. Eigentlich ist es aber so, dass in deiner direkten Erfahrung das Quaken auftaucht - und danach kommt ein Gedanke "da quaken Frösche" oder "hä, was ist das für ein Geräusch".

Der Gedanke "Ich höre Frösche quaken" ist ein Gedanke, der nicht ausdrücklich gedacht werden muss, der wird automatisch als wahr angesehen. Das macht ihn, wie du gesehen hast, aber nicht wahr.

Sind wir soweit einig?

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 12:17 pm
von fresh_shanti

Hallo liebe Ingen, ich grüße dich!

Sinneseindrücke sind auch ohne Gedanken darüber da. Die Kommentierung ist optional. Aber da mehr oder minder zwanghaft, so optional nun auch wieder nicht. Also direkte Erfahrung oftmals plus "indirekte" Erfahrung. Die Kommentierungen bzw. Gedanken über direkte Erfahrungen sind nicht unbedingt wahr. Es gibt die Tendenz Gedanken automatisch also wahr anzusehen. Ja soweit sind wir uns einig.

Was mich gestern Abend und heute morgen noch beschäftigt hat, ist folgender Gedanke: "Einfach Da". in dem Moment einfach da. Formen, Farben, Gerüche, Geschmack, Körperempfindungen, Gefühlsempfindungen, andere Empfindungen, Aufmerksamkeit selbst - einfach da.
Auch Gedanken, einfach da. Auch Gedanken über Gedanken einfach da. Auch spirituelle oder psychologische oder politische etc. Ideen einfach da. Ein bisschen wie ein Mantra, fühlt sich aber auch wahr an.

(Sind nur Sinneseindrücke (und alles andere nicht) in dem Moment ihres Erscheinens wahr? Was bedeutet überhaupt wahr?)

Bin gespannt wie es nun weitergeht.
Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 12:28 pm
von Ingen

(Sind nur Sinneseindrücke (und alles andere nicht) in dem Moment ihres Erscheinens wahr? Was bedeutet überhaupt wahr?)
-----
Eine sehr interessante Frage, aber die solltest du dir für später aufheben. Laß uns als Definition benutzen: wahr oder real ist, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben.

Gute Beobachtung: Auch Gedanken sind einfach da. Tauchen auf, verschwinden wieder.

Weißt du, was dein nächster Gedanke sein wird?
Kannst du einen auftauchenden Gedanken mittendrin stoppen?
Gibt es einen Gedanken-Kontrolleur?

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 12:58 pm
von fresh_shanti

Eine echt interessante Definition. Verstehe.
(Wobei ein Tisch ist auch nur ein Tisch weil es einen Glauben darüber gibt, das eine Platte mit vier Beinen eben einer ist. Das könnte man mit der Platte und den Beinen so weiterführen. So wie auch in meiner letzten Mail hab ich die auch nur in Klammern gesetzt, weil diese tiefschürfenden Fragen für dieses einfache Erkennen und Erleben jetzt nicht so wesentlich sind)

Weißt du, was dein nächster Gedanke sein wird?
Einfache Antwort: Natürlich nicht.

Kannst du einen auftauchenden Gedanken mittendrin stoppen?
Nicht so einfach: Ich kann einen auftauchenden Gedanken mittendrin stoppen, wenn ich ihn mittendrin stoppen kann. Auf keinen Fall kann ich jeden Gedanken mittendrin stoppen. (Stoppen des Gedankens geschieht oder geschieht nicht)

Gibt es einen Gedankenkontrolleur?
Nein, gibt es nicht. Aber manchmal den Eindruck von Kontrolle.
Eigentlich absurd, wie will ein Gedanke einen anderen kontrollieren. Der Eindruck ist dennoch da, z.B. diesen einen Gedanken kann ich unterbrechen.
(Wobei, wer ist den das Ich, das was kann, doch auch nur ein weiterer Gedanke)

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 1:42 pm
von Ingen

(Wobei, wer ist den das Ich, das was kann, doch auch nur ein weiterer Gedanke)
------
Ist das wahr?

Beobachte mal deine Gedanken, während du deinen Alltagsbeschäftigungen nachgehst. Was "passiert einfach" und was "machst du". Und wie ist der Gedankenkommentar dazu.

Ganz genau hingucken. Zu welchem Zeitpunkt kommt "Ich tue das", wenn du dich am Kopf kratzt? Wenn du Auto fährst? Wenn du mit jemandem sprichst?

XXXXX

Gesendet: Februar 24th, 2012, 3:20 pm
von fresh_shanti

(Wobei, wer ist den das Ich, das was kann, doch auch nur ein weiterer Gedanke)
------
Ist das wahr?

Beobachte mal deine Gedanken, während du deinen Alltagsbeschäftigungen nachgehst. Was "passiert einfach" und was "machst du". Und wie ist der Gedankenkommentar dazu.

Ganz genau hingucken. Zu welchem Zeitpunkt kommt "Ich tue das", wenn du dich am Kopf kratzt? Wenn du Auto fährst? Wenn du mit jemandem sprichst?

Ich möchte hier eine Antwort auf alle diese Fragen geben: Mir ist aufgefallen, das subtil die ganze Zeit gedacht und geglaubt wird "Ich mache". Ich mache irgendwelche Handlungen, ich mache irgendwelche Gedanken/Kommentare, ich mache die Aufmerksamkeit hierhin und dahin zu lenken, ja sogar ich mache einfach nur erleben. Es spielt eigentlich auch keine Rolle ob "ich mache" vor, während oder nach einem Vorgang unerkannt geglaubt wird. Zeitpunkt ist irrelevant ist mein Eindruck. Es geschieht was geschieht, trotzdem und auch unabhängig davon. Mir kommt es so vor als wäre ein hartnäckiger, gut versteckter Glauben entlarvt und damit auf jeden Fall geschwächt. Bin gespannt wie diese Entdeckung auf das Erleben wirkt.

Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 25th, 2012, 6:52 pm
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

(Wobei, wer ist den das Ich, das was kann, doch auch nur ein weiterer Gedanke)
------
Ist das wahr?
Ja.

Beobachte mal deine Gedanken, während du deinen Alltagsbeschäftigungen nachgehst. Was "passiert einfach" und was "machst du". Und wie ist der Gedankenkommentar dazu.
Auch der Eindruck "ich mache" passiert einfach. Kommentierung passiert einfach.

Erstmal vielen Dank für deine bisherigen Antworten und danke dafür das du dir die Zeit dafür genommen hast. Ich hoffe bei dir ist alles okay.

Ich hab mich weiter intensiv auseinandergesetzt mit unserem Austausch und allem was damit zusammenhängt. Und hab mich auch noch ein bisschen auf der LU Seite umgekuckt.

Obwohl ich beim Schauen kein Ich finden kann, wurde ihm (dem Ich-Gefühl als Ich) dennoch Glauben geschenkt, das es versteckt doch da ist, immer wieder hervorkommt und das dieses persönliche Ich doch eine tiefe Wahrheit ist, ob es mir passt oder nicht und trotz allen bereits vorhandenen Verstehens.

Ich bin heute morgen aufgewacht mit dem Gedanken „Alles ist unpersönlich“. Ja es ist sogar unpersönlich, wenn was persönlich genommen wird. Es ist sogar unpersönlich, alles lebenslang persönlich zu nehmen.
Alles zeigt sich: Ich-Gedanken, Ich-Gefühle und alles wie Gefühle, Gedanken, Dinge und was es noch so gibt, aber bestimmt kein Ich. Ein Ich zeigt sich niemals.

Wesentlich ist die Liebe und im Sehen der allgegenwärtigen Unpersönlichkeit enthüllt sie sich mehr und mehr. Es ist immer unpersönlich. Alles darf sein, das ist Liebe, weil es unpersönlich ist: das umfasst auch persönlich sein, Widerstand, Nachdenken und alles andere. Auch ein Verlieren in der Ich-Geschichte kann geschehen, danach kann gesehen werden: selbst das war unpersönlich.

Ich bin nicht, was erscheint – die intuitive Erkenntnis hab ich schon seit Jahren – doch die Folge daraus hab ich bisher übersehen, nämlich: Alles was erscheint MUSS deshalb unpersönlich sein.

Sogar Selbstgespräche in Ich-Form oder wenn bewusstes Erinnern an die Unpersönlichkeit des Seins geschieht, es ist stets unpersönlich. Auch es anders haben zu wollen ist unpersönlich.

Unpersönliches Sein zeigt sich in allem.

Alter unerkannter Glaubenssatz: letztlich ist es doch persönlich
Neuer Glaubenssatz: es ist immer unpersönlich (Glaubensätze können kommen und gehen)
UND zugleich ist es schlicht und einfach die Wahrheit, weil sich ein persönliches Selbst nicht findet doch aufgrund von Ich-Gedanken und Ich-Gefühlen als solches interpretiert wurde

Es findet jetzt grad eine kaum merkliche, subtile Veränderung im Erleben (no big deal, auch nicht diese existentielle Angst, ebenso kein Bliss oder außergewöhnliches Liebeserleben) statt und die Ahnung, dass sich da was runder Werdendes entfalten wird. Alles bleibt wie bisher, dennoch fühlt es sich wie ein Anfang an. Mal schauen wie es weitergeht.

Gerade kann ich eine Dumpfheit im Herzen deutlicher spüren und sie gleichzeitig auch besser einfach da lassen. Ich konnte vorhin berührt sein ohne mich in der Story zu verfangen. Diese Unpersönlichkeit lässt so eine schwer beschreibbare Form von Stabilität, unabhängig von dem was grad ist, aufkommen.

Auch Zweifel, ob das nur Einbildung ist kommt auf und geht auch wieder und wieder was anderes zeigt sich.

Es ist wohl dran, dass mal wirken zu lassen.

Habs gut & liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 25th, 2012, 10:48 pm
von Ingen
Hallo Shanti,

ja, alles ist unpersönlich. Ich kann aus deiner Nachricht aber nicht herauslesen, ob das dein Erleben ist oder ob du dir das so hinphilosophiert hast.
Mit sowas:
Wesentlich ist die Liebe und im Sehen der allgegenwärtigen Unpersönlichkeit enthüllt sie sich mehr und mehr.
kann ich in unserem Zusammenhang nichts anfangen. Es hört sich ein bisschen an, wie aus einem spirituellen Buch abgeschrieben. (Ich sage nicht, dass es das ist!)

Ich hätte gerne konkrete Beispiele.

Die Frage war:
Ganz genau hingucken. Zu welchem Zeitpunkt kommt "Ich tue das", wenn du dich am Kopf kratzt? Wenn du Auto fährst? Wenn du mit jemandem sprichst?
Oder: Wenn du Hunger kriegst und beschließt, dir ein Brot zu schmieren? Wie läuft das genau ab? Wer kriegt Hunger, wer beschließt, und wessen Körper ißt das Brot?

Du darfst auch andere Beispiele nennen.

Ansonsten wünsche ich dir ein schönes Restwochenende!

XXXXX

Gesendet: Februar 29th, 2012, 10:27 am
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Ich hab schon etwas länger nichts mehr von dir gehört…

Gestern stieg die Frage auf: Schau, gibt es mich JETZT? Und natürlich kann ich mich da nicht finden. Interessanter Weise stellt sich die Frage seitdem manchmal offensichtlich-automatisch und manchmal auch gar nicht so wirklich verbal und auch während der Handlungen. Die Antwort kommt mir immer wieder wie Medizin vor, die ihre Wirkung tut. Und nach meinem Gefühl mehr und mehr ihre Wirkung tun wird. Ich spüre entspannter mit dem was ist sein zu können, auch unangenehme die Dinge, wie Zurückweisung oder Betäubungsgefühle und leichter meine Zuneigung zu zeigen.

Ich hab mich auch gefragt, gab es ein Ich im Jetzt vor 5 Minuten oder vor 20 Jahren - nein natürlich nicht. Interessant ist, auch während innerer oder äußere Ich-Dialoge die Frage zu stellen. Selbst wenn Ich-Glauben da ist kann kein Ich gefunden werden. Nur einmal gestern als der Kopf sich stark angespannt anfühlte, konnte mir der Frage nichts angefangen werden. Nachträgliche Überprüfung war möglich. Obwohl ich auch sonst gestern Dinge erlebt habe, die nicht nur schön waren, zb. auch trauriges oder ärgerliches, hat ich da dann immer guten Bezug zum "heilsamen" Nachschauen. Es wird nichts abgespalten, trotzdem verringert sich die Anhaftung. Sonst kann ich momentan keine weitere (spektakuläre) Veränderung feststellen.

Oft steht hier was von ich und mein. Ein Ich kann trotzdem nicht gefunden werden. So klar war mir das bisher nicht. Es ist grad ein Drang da immer wieder nachzuschauen.

Ich danke dir schon jetzt für ein ehrliches Feedback.
Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 29th, 2012, 1:00 pm
von Ingen
Lieber Shanti,

komisch. Ich habe mich gewundert, warum ich nichts von dir höre, und dachte, du bist vielleicht ins Nirvana abgedriftet! Ich hatte geantwortet, und jetzt kopiere ich hier meine Antwort auf deine vorletzte Nachricht rein. Dein neuer Statusbericht zeigt schon, dass es in die richtige Richtung geht. Aber jetzt mach' erst mal deine Hausaufgaben! :)

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Hallo Shanti,

ja, alles ist unpersönlich. Ich kann aus deiner Nachricht aber nicht herauslesen, ob das dein Erleben ist oder ob du dir das so hinphilosophiert hast.
Mit sowas:
Wesentlich ist die Liebe und im Sehen der allgegenwärtigen Unpersönlichkeit enthüllt sie sich mehr und mehr.
kann ich in unserem Zusammenhang nichts anfangen. Es hört sich ein bisschen an, wie aus einem spirituellen Buch abgeschrieben. (Ich sage nicht, dass es das ist!)

Ich hätte gerne konkrete Beispiele.

Die Frage war:
Ganz genau hingucken. Zu welchem Zeitpunkt kommt "Ich tue das", wenn du dich am Kopf kratzt? Wenn du Auto fährst? Wenn du mit jemandem sprichst?
Oder: Wenn du Hunger kriegst und beschließt, dir ein Brot zu schmieren? Wie läuft das genau ab? Wer kriegt Hunger, wer beschließt, und wessen Körper ißt das Brot?

Du darfst auch andere Beispiele nennen.

Ansonsten wünsche ich dir ein schönes Restwochenende!

XXXXX

Gesendet: Februar 29th, 2012, 1:19 pm
von fresh_shanti

Lieber Ingen!

Ich hab dir schon am Sonntag folgendes geschrieben und dann auf deine Antwort gewartet, aber unter Entwürfe abgelegt, statt direkt an dich zu versenden - kein Wunder, dass du mir darauf nicht antworten konntest:

Liebe Ingen!

Ich kann aus deiner Nachricht aber nicht herauslesen, ob das dein Erleben ist oder ob du dir das so hinphilosophiert hast.
Das kann ich verstehen, weil ich es selbst nicht so genau weiß, von daher hab ich ja auch Zweifel angesprochen. Den Grundgedanken und alles was ich dazu geschrieben habe, kam einfach so, war in dem Moment offensichtlich. Natürlich hab ich aus keinem Buch abgeschrieben, sondern das war für mich ein stimmiger Gedanken, ja auch empfindendende Ahnung. Heute kommen Gedanken über Unpersönlichkeit praktisch gar nicht mehr hoch. Mein Eindruck ist das jeden Tag seit unserem Dialog, das Erleben sich subtil ändert. Heute kommt es mir so vor als hätten verschiedene "Qualtitäten" unterschiedliche Erlebensspuren oder unterschiedliche Erlebenskanäle, wie bei Musikaufnahmen für unterschiedliche Instrumente. Einen Sinneskanal, einen Kommentarkanal in wechselnder Lautstärke (Kommentar im Kommentarkanal: zu laut), einen Ich-Gefühlkanal(das sind eigentlich diverse Raumempfindungen hab ich heute entdeckt).

Ich bin sehr dankbar, dass du so klar bist, denn es geht um Liberation, also um ein befreiteres ERLEBEN und sonst nichts.

Die Frage war:
Ganz genau hingucken. Zu welchem Zeitpunkt kommt "Ich tue das", wenn du dich am Kopf kratzt? Wenn du Auto fährst? Wenn du mit jemandem sprichst?
Oder: Wenn du Hunger kriegst und beschließt, dir ein Brot zu schmieren? Wie läuft das genau ab? Wer kriegt Hunger, wer beschließt, und wessen Körper ißt das Brot?

Du darfst auch andere Beispiele nennen.
Ich hab am Freitag nachmittag 3:20 auch schon ein wenig dazu geschrieben, aber es stimmt, es war nicht konkret genug.
Das erste was mir auffällt beim genau hingucken: ist gar nicht so einfach.
Also vorhin habe ich mir vorgenommen, zu schauen wer spricht mit dem Gegenüber und ich hab es glatt vergessen, zu schauen, das heisst es ist völlig automatisch passiert, das Sprechen. Auch das Zuhören. Bei sowas wie Hunger kriegen und am Kopf kratzen kommt es die Empfindung oder die Handlung und dann erst der Kommentar, wie ich hab Hunger, oh ich hab mir grad den Kopf gekratzt. Beschließen Brot zu essen: Da kommt erst der Gedanke und dann die Handlung, wenn es nicht automatisch passiert. Der Entschluss taucht einfach auf, Innere Diskussionen Brot oder Brötchen davor taucht auch einfach auf. Ess ich jetzt dies oder das, okay ich es das - ist dann der Kommentar dazu. Wer kriegt Hunger und beschliesst zu essen und wessen Körper isst? Das Ich-Gefühl, was bei näherer Betrachtung Raumempfindung (unterschiedlich Raum, Raum im Raum, Punkt, Punkt im Raum und auch nur wenn in diese Richtung geschaut wird). Ich finde das irgendwie absurd, wie kann eine Wahrnehmung, dazu ein so diffuse sich als ungeprüft als ich erklären - obwohl, dies geschieht ja durch den Kommentarkanal. Vorgestern abend: Ich hab mir gesagt bevor ich über die Straße gegangen, gehe mal ganz bewußt über die Straße und schau wer drüber geht bzw. gegangen ist. Vorher kam ein Ich-Gedanke, während dessen ein Ich-Gedanke und danach ein Ich-Gedanke, abgekoppelt vom Geschehen,heute sage ich, es ist wie ein Geschehen auf zwei unterschiedlichen Kanälen. Das mit den Kanälen ist natürlich nur ein Bild. Auch Hören und Sehen bzw. Geräusche und Anblicke(Formen und Farben) sind auch zwei unterschiedliche Unterkanäle im Sinneskanal. Mir gehts hier darum das Erleben zu beschreiben ist nicht so einfach.
Natürlich stelle ich mir immer wieder die Frage, findet sich ein Ich und es kann dann keines gefunden werden. Wer erlebt? Das Ich-Gefühl, wie gesagt, irgendwie absurd. Weil das Ich-Gefühl ja auch erlebt wird.

(Interessant ist es auch wie "andere" erlebt werden - gerade wenn es herausfordernd ist. Hab jetzt grad nicht so viel Zeit mir das ganz genau anzukucken, aber es scheint mir auch dieser Mix aus diesen drei Spuren bzw. Kanälen zu sein.)

Ich kann aus deiner Nachricht aber nicht herauslesen, ob das dein Erleben ist oder ob du dir das so hinphilosophiert hast.
Es kommt mir irgendwie so dazwischen vor. Die sehr deutliche Entspannung, die die lebendige Erkenntnis hervorbringt ("energetic shift") ist nicht da, dennoch entspannt es sich bereits. Auch lenke ich mich noch viel ab, statt einfach nur zu schauen. Bewusstes Erleben das alles automatisch abläuft hab ich nicht, da ist glaub ich zu viel Nachdenken, was sich wie Festhalten oder nicht ganz mitkriegen, was sonst noch ist, anfühlt - eine Ahnung davon schon.

Ich hoffe es ist verständlich, was ich geschrieben habel.

Ich bin jetzt für den Rest des Tages weg. Bis morgen.
Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 29th, 2012, 2:04 pm
von fresh_shanti

Sorry, es soll natürlich heissen: liebe Ingen - ohne r! Gestern am späten Abend bin ich mit dem Zug in die falsche Richtung gefahren, das hatte eine teure Taxinachtfahrt zur Folge. Und sorry für die längere Pause, auch das, einfach dumm gelaufen - oha, keine Kontrolle.

Herzliche Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: Februar 29th, 2012, 7:54 pm
von Ingen
Lieber Shanti,

du machst das ganz wunderbar. Einfach immer im Alltagsleben beobachten, ob DU Entscheidungen triffst. Ob DU steuern kannst, wo die Aufmerksamkeit hingeht. Ob DU jemand anlächelst, oder ob Lächeln geschieht und hinterher im Kommentarkanal (wunderbares Bild!) wie selbstverständlich eine Geschichte erzählt wird, dass DU das aus dem und dem Grund gemacht hast.

Ich schätze, 90% aller Gedanken handeln davon, auf irgendeine Art das Ich zu definieren. Auch wenn man über jemand anders nachdenkt, definiert man damit "sich selbst" im Vergleich zum anderen. Die Gedankenanalyse ist anstrengend, lohnt sich aber.

Deine Kanal-Analyse ist gut. Und ja, der Ichgefühl-Kanal ist wohl eine Unterabteilung des Sinneskanals. Wo im Raum befindet sich der Körper. Dieses Selbstmodell hat meine Katze auch. Was bei der Katze fehlt, ist der Kommentarkanal (ich bin mir fast sicher). Und wir leben hier heutzutage, ohne es zu wissen, fast ausschließlich im Kommentarkanal, wie in einer Blase. In einer fiktiven Zukunft und einer hinkonstruierten Vergangenheit. Dabei ist alles, was du WIRKLICH erfahren kannst das, was jetzt gerade über die 5 Sinne einwirkt. (ich sage absichtlich nicht "wahrgenommen wird", du hast ja schon festgestellt, dass alles "einfach da" ist.

Shanti ist eine Art Romanfigur, die ungefähr im Alter von 3 Jahren soweit etabliert war, dass er ungefragt als real angesehen würde. Er wird als verantwortlich angesehen für (fast) alles, was sowieso passiert.

Wurde.

Oder ist Shanti mehr als eine Geschichte?

XXXXX

Gesendet: März 1st, 2012, 10:07 pm
von fresh_shanti
Liebe Ingen!

Voller Leidenschaft hab ich weiter geforscht. Und interessantes entdeckt. Heute hab ich keine Power mehr, deshalb werde ich morgen ausführlicher berichten. Nur soviel: Plötzlich kommt mir alles ganz einfach vor. Direktes Erleben ist da. Kommentare sind da. Ich-Kommentare sind kein Ich. Beispiel "Ich kann handeln" bedeutet nicht ich kann handeln, sondern es zeigt lediglich das der Ich-Gedanke "Ich kann handeln" da ist. Ich-Gedanken unter falscher Flagge des Ichs. Und das macht dann einen Unterschied. Wie gesagt morgen mehr als nur diese Andeutungen.

Gute Nacht, bis morgen
Shanti

XXXXX

Gesendet: März 1st, 2012, 10:10 pm
von Ingen

Oh, das hört sich aber gut an! (Hüpf!).
Bin gespannt, was du mehr erzählst.

:)

Gute Nacht, Shanti.

XXXXX

Gesendet: März 2nd, 2012, 2:12 pm
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Das hier ist eine echt sehr lange Antwort auf deine letzten Fragen und Anmerkungen. Das Wesentliche hab ich dir gestern abend schon geschrieben.

Einfach immer im Alltagsleben beobachten, ob DU Entscheidungen triffst. Ob DU steuern kannst, wo die Aufmerksamkeit hingeht. Ob DU jemand anlächelst, oder ob Lächeln geschieht und hinterher im Kommentarkanal (wunderbares Bild!) wie selbstverständlich eine Geschichte erzählt wird, dass DU das aus dem und dem Grund gemacht hast.
Vielen Handlungen geschehen einfach. Hinterher kommen dann Gedanken dazu, zum Beispiel „das habe ich gut gemacht“ oder „ah, ich hab mich grad am Kopf gekratzt“. Also erst Handlung, dann nachträglicher Kommentar, wo die Handlung sprachlich auf ein Ich bezogen wird. In Wirklichkeit, bedurfte es keines Kommentares, weil die Handlung sich einfach spontan (vorher) vollzog, also einfach da war. Der Kommentar danach war dann auch einfach da. Beides ein automatisches Geschehen. Es wird zwar das Wort Ich verwendet, ein kann Ich kann beim Nachschauen jedoch nicht gefunden werden, es verweist am ehesten noch auf „dieser Körper in diesem Raum“. Also Handlung, im direkten Erleben-Kanal taucht auf und im Kommentar-Kanal nachträgliche Worte. Meistens finden Handlungen statt, die noch nicht mal kommentiert werden, zum Beispiel, der Gang zur Toilette, da taucht manchmal gar kein Gedanke vorher, währenddessen oder nachher auf, es findet einfach statt. Im Forum liest man ja oft von nachträglicher Kommentierung. Aber wie ist es wenn eine bewusste Handlung vollzogen wird? Ich stehe vor dem Schrank, und entscheide mich die rechte Schranktür aufzumachen. Dann mache ich tatsächlich die rechte Schranktür auf. Man könnte sagen, genau das ist der Beweis, dass es doch ein Ich gibt, was entscheidet. Bei näherer Betrachtung ist aufgefallen, dass auch das spontan abläuft. Es taucht ein Impuls auf eine bewusste Handlung durchzuführen, es taucht spontan die innere Anweisung auf („ich mache jetzt die rechte Schranktür auf) und dann geschieht dies tatsächlich. Es hätte dennoch sein können, das die linke Schranktür geöffnet wird. Die innere Anweisung bedarf keines Ichs („rechte Schranktür öffnen“ würde genügen) sowie bei äußeren Anweisungen zum Beispiel rote Ampel („Stehenbleiben“) es ebenso einfach nur geschieht oder nicht. Die spontanen Anweisungen aus dem Kommentarkanal werden also befolgt oder nicht. Alles passiert einfach. Sogar mit der Idee eines Handelnden, sogar die Idee eines Handelnden. Bei der Steuerung der Aufmerksamkeit ist es das gleiche, es scheint als gäbe es die Möglichkeit durch ein Ich zu steuern, in Wirklichkeit, gibt es keine Wahl in welcher Situation der Impuls der bewussten Aufmerksamkeitsteuerung aufkommt und ob er sich dann wirklich umsetzten lässt. Klar es lässt sich leicht sagen, weil ich kein Ich finden kann, wenn nachgeschaut wird, kann „ich“ die Aufmerksamkeit auch nicht steuern. Aber, es war der Impuls da genau hinzuschauen. Bei Entscheidungen tauchen mehrere Handlungsalternativen auf und eine setzt sich spontan durch, bewirkt durch einen innere Impuls, nicht durch ein nicht vorhandenes Ich. Manchmal entsprechen auftauchende, sich zeigende, existierende Handlungen den Absichten, manchmal nicht. Die Ich-Gedanken sind so eine Art Überlagerung des direkten Erlebens, mehr nicht.
Also: Handlungen sind einfach da, innere Anweisung zu Handlungen sind einfach da, mentale Handlungen(=Nachdenken, Begründungen) sind einfach da, Entscheidungen sind einfach da, Kommentare sind einfach da, Anweisungen zur z.B. Aufmerksamkeitslenkung sind einfach da OHNE Ich, aber eventuell mit Ich-Gedanken.

(Weitere Gedanken, die zu diesem Thema nach genauer Beobachtung aufgestiegen sind:

Handlungen sind da, ein handelndes Ich kann nicht gefunden werden
Handlung wurde einem Ich, wenn nicht überprüft, automatisch zugeordnet, zugeschrieben
Ein Ich-Idee / Ich-Gefühl hält sich unhinterfragt für den Verursacher
Ein Gedanke oder Gefühl kann niemals handeln
Gedanken bewirken Handlungen – das ist unmöglich
Gedanken gehen manchmal dennoch Handlungen voraus
Der Eindruck ist, wäre vorher der Gedanke nicht da, wäre hinter her die Handlung nicht,
aber hier werden spontane Phänomene einfach nur interpretiert
Spontanes Geschehen UND auch bewussstes Geschehen tauchen spontan auf.
Nicht ich tue, wenn dann tut der Körper oder das Gehirn, letztlich jedoch die Lebensenergie.
Leben lebt, alles Mögliche ist da und dann wieder weg)


Shanti ist eine Art Romanfigur, die ungefähr im Alter von 3 Jahren soweit etabliert war, dass er ungefragt als real angesehen würde. Er wird als verantwortlich angesehen für (fast) alles, was sowieso passiert.
Shanti/eine Person ist eine Ansammlung von Ich-Gedanken („Ich bin so und so“, „Ich hab das und das erlebt“, denen GEGLAUBT wird, statt sie als Ansammlung von Ich-Gedanken zu sehen von daher gibt es sie nicht wirklich. Die Person ist eine Ansammlung diverser Ich-Geschichten und als solche besteht sie natürlich weiterhin, die Geschichten bleiben. Ja, es handelt sich um ein erlerntes Ich. Die Eltern haben dem Kind den Eindruck vermittelt, dass es von ihnen getrennt ist und Erwartungen durch eigene Handlungen zu erfüllen hat. Das Kind ist so aus der unbewussten Einheit aufgewacht und hat an die Trennung von den Eltern und der Welt geglaubt. Die Glaubensätze „Ich bin getrennt“, „Ich bin nicht getrennt“, „Mich gibt es“, „Mich gibt es nicht“! (Tatsache ist: „Es gibt kein Ich, es gibt ja auch kein XLMJZ oder einen schwarzen Schimmel“), „Das hab ich getan“ „Es geschieht“ sind einfach nur da oder nicht da. Sie haben nichts mit dem zu tun, was jetzt unmittelbar erlebt wird. Als Glaubensätze im Kommentarkanal sind sie real, als Tatsachen nicht. Shanti ist nicht real, wurde aber dafür gehalten, was sich in diesem Moment zeigt ist real.
So ist das Spiel, wir geben auch weiterhin vor ein Ich zu sein, können nur nicht mehr dran glauben. Die Ich-Idee bleibt, es wird jedoch nicht mehr für ein oder gar mein Ich gehalten. Die Figur bleibt, Leben geschieht.

(Weitere Gedanken, die zu diesem Thema aufgestiegen sind:

Erlerntes Ich statt reales Ich
Ich und die Welt bedeutet erlernte Trennung.
Einheit ist die Welt als Ausdruck der Lebensenergie in allen Formen
Einheit des Lebens auch wenn die Illusion eines selbst gelebten Leben geglaubt wird, denn auch das geschieht.
Ich-Label, gewohnheitsmäßige Kennzeichnung, angehängte Etikette an alles Mögliche,
deshalb Ich-Gedanken nicht als Ich sondern als Ich-Gedanken labeln
Es gibt überhaupt kein Stress mit Ich-Gedanken, die müssen (und können) nicht vermieden werden.)

Oder ist Shanti mehr als eine Geschichte?
Shanti ist die Bezeichnung für diesen Organismus, der im Erleben da ist, genauso wie viele Geschichten die diesem Organismus zugeordnet werden.

Ich schätze, 90% aller Gedanken handeln davon, auf irgendeine Art das Ich zu definieren. Auch wenn man über jemand anders nachdenkt, definiert man damit "sich selbst" im Vergleich zum anderen. Die Gedankenanalyse ist anstrengend, lohnt sich aber.
Die Kommentare drehen sich praktisch nur um Ich-Gedanken direkt oder indirekt. Aber wenn sie als sie als Gedanken erkannt werden und nicht als Wahrheiten oder direkte Erfahrung können sie nur weniger dominat werden ist meine Vermutung.

Deine Kanal-Analyse ist gut. Und ja, der Ichgefühl-Kanal ist wohl eine Unterabteilung des Sinneskanals. Wo im Raum befindet sich der Körper. Dieses Selbstmodell hat meine Katze auch. Was bei der Katze fehlt, ist der Kommentarkanal (ich bin mir fast sicher). Und wir leben hier heutzutage, ohne es zu wissen, fast ausschließlich im Kommentarkanal, wie in einer Blase. In einer fiktiven Zukunft und einer hinkonstruierten Vergangenheit. Dabei ist alles, was du WIRKLICH erfahren kannst das, was jetzt gerade über die 5 Sinne einwirkt. (ich sage absichtlich nicht "wahrgenommen wird", du hast ja schon festgestellt, dass alles "einfach da" ist.
Direktes, wirkliches Erleben(Sinneskanal) und indirektes, fiktives Erleben(Kommentarkanal) sind da.
(Sinne auch im weiteren Sinne, wie beispielsweise Intuition oder Raumempfinden)


Die wesentlichsten Erkenntnisse, die sich aus alle dem ergeben, hab ich dir gestern abend ja schon berichtet.

Einfach da:
Direktes Erleben:
Formen und Farben
Gerüche
Geräusche
Geschmäcker
Körperempfindungen
Sinneseindrücke auch im weiteren Sinne
Handlungen
Verhaltensmuster
Reflexe
Impulse
Reaktionen
Gefühle
Emotionale Muster
Intuition
Raumempfindungen
Ich-Gefühl: Körper im Raum, Raum im Raum
Sonstige Empfindungen
Fiktives Erleben:
Kommentare: Gedanken, Geschichten, spirituelle Geschichten, Ich-Geschichten, Ich-Gedanke/ Ich-Idee, ggf. Ich-Glaube(= „Ich bin einfach ich, was sonst!“)

Direktes Erleben und Kommentare(indirektes Erleben) sind da – geschehen, existieren für eine Zeit.
Ein Ich existiert NICHT.
Die Kommentare überlagern teilweise, das was jetzt direkt erlebbar ist / wäre.

Ich ist nur ein Wort. Ich ist nicht erlebbar. Ich ist eine irreführende Bezeichnung für „diesen Körper-Geist-Organismus betreffend“, weil normalerweise dieses Ich irrtümlicher Weise wie eine eigenständige Instanz verstanden wird.

Das Wort Ich ist unglaubwürdig geworden

So viele Worte: Deshalb hier die Zusammenfassung:
Es gibt kein Ich – nur sinnliches und mentales Erleben, nur Erlebnisse, nur LEBEN!
Alles was sich zeigt ist anstrengungslos da, ein Ich zeigt sich nicht.

Wie wirken diese Einsichten aufs Erleben?

Wird ein Ich-Gedanke als Ich-Gedanke entlarvt statt als vermeintliches, angebliches Ich unter falscher Flagge weiter zu segeln, verändert sich der innere Dialog, lösen sich (mentale) feste Strukturen eher auf –> weniger anhaften, weniger Festhalten, mehr Raum für den direkten Erlebenskanal.

Das Erleben hat sich nicht spektakulär verändert, nicht so wie manche es hier berichten, mehr die Perspektive. Den Ich-Gedanken wird meist nicht geglaubt. Gestern waren sehr starke Körpersymptome da, die gefühlte Klarheit war etwas getrübt. Es braucht bestimmt noch eine Zeit bis diese Erkenntnisse noch tiefer ankommen. Es ist jederzeit überprüfbar, dass kein Ich da ist. Es ist nicht plötzlich viel Liebe da, oder viel Leichtigkeit. Am ehesten kann ich sagen eine subtile Gelassenheit macht sich breit, eine Art innere Lässigkeit, schwer auszudrücken. Manche schreiben ja auch, wie DAS soll es schon gewesen sein? Also enttäuscht bin ich nicht, weil ich spüre, dass es wertvoll ist, die Ich-Illusion zu durchschauen, bzw. zu erleben was ist ohne Ich-Glaube. Es fühlt sich wie ein Neuanfang an - ohne Pauken und Trompeten, und als würden sich die Früchte erst im Laufe der Zeit zeigen. Es ist mehr Klarheit da. Und auch das Gefühl, es ist offen, wie es weiter geht. Nur ein Beispiel: Lebendige Stille war mir immer wichtig, ich wollte still sein, jetzt bin ich gespannt, was das Leben will.

Und auch auf deine Antwort.

Liebe Grüße
Shanti

XXXXX

Gesendet: März 2nd, 2012, 3:16 pm
von Ingen

Hallo Shanti,

habe deine Antwort nur überflogen, ich muss leider gleich weg. Aber ich würde doch sagen: Ja, das isses.

Liebe Grüsse, bis später

Ingen

XXXXX

Gesendet: März 3rd, 2012, 1:32 am
von Ingen

Ich habe nicht gesagt, dass du ein Buch schreiben sollst ;)

Und ja, klar, du hast kapiert und gesehen, wie das ist mit dem Ich. Es kommt mir fast überflüssig vor, dir noch die Abschlussfragen zu stellen, ausführlicher kann man das wohl nicht darstellen. (Die Deutschen sind gründlich!) Willkommen zuhause.

Doch, eine Frage noch: Was war es, das dich auf die Spur gebracht hat?

-----
Und dann wollte ich mal hören, wie du weitermachen willst. Wir können das Ganze so belassen, dann hatten wir einen netten Austausch und das wars. Was ich besser fände ist, den Dialog ins Forum zu stellen, damit andere auch was davon haben. Und - wir haben eine Insider- ("Nachsorge") -Gruppe, wo man sich über die Erfahrungen austauschen kann. Diese Unterstützung ist meiner Erfahrung nach genauso wichtig, wie die Illusion zu durchschauen. Und nett ist es auch. Ich fände es schade, wenn du jetzt gleich wieder verschwindest.

Das würde aber erfordern, dass du eine redigierte Version unserer Nachrichten herstellst, so dass sie in der richtigen Reihenfolge sind. Du kannst ja rausnehmen, was du nicht öffentlich gemacht haben möchtest. Dann höre ich, ob die anderen noch Fragen an dich haben (kann ich mr fast nicht vorstellen...)

So. es ist spät. Gute Nacht, bis morgen.

XXXXX

Gesendet: März 3rd, 2012, 21: 30 pm
von fresh_shanti

Liebe Ingen!

Es freut mich, jetzt an diesem Punkt zu Sein!

Ich hab den Impuls, auch für mich selbst, die mir nicht gestellten Fragen zu beantworten - Deutsche Gründlichkeit ;)

Gibt es ein Ich in irgendeiner Form oder Zustand?
Es gibt kein erfahrbares Ich. Noch nie gab es eins. Nur Ich-Gedanken, Ich-Gefühle, Ich-Glauben. Ein Ich existiert nicht, dennoch: Existenz ist.

Erkläre, wie das "ich" funktioniert, und wie es kam, dass du es durchschaut hast. Was hat dich überzeugt? Was war es, das dich auf die Spur gebracht hat?
Das Ich funktioniert nicht, weil es es nicht gibt. Leben funktioniert, vielleicht nicht immer nach unseren Vorstellungen.
Wesentliche Erkenntnisse: Unterscheidung was ist real in diesem Moment, was ist Gedanke? – Sinneskanal und Kommentarkanal ist da – „Ich mach das“ ist auch nur ein Gedanke – Ich-Gedanken und Ich-Gefühle, ja sogar Ich-Glauben ist kein Ich - und einiges mehr
Ich kann nicht sagen, was mich auf die Spur gebracht hat, ich vermute eine Kombination aus meiner Bereitschaft, immer wieder Überprüfen, der tollen Unterstützung, dem coolen Konzept und dem Forum-Spirit. Seit zwei, drei Tagen ist diese natürliche Einfachheit dieses „Sehens“ da. Einfach da, wie alles andere. Diese Einfachheit hat mich überzeugt.

Wie fühlt es sich an, erwacht, d.h. von dieser Vorstellung befreit zu sein? Was ist der Unterschied zwischen vor und nach der Befreiung davon?
Es fühlt sich auf jeden Fall erleichternd an! Getragen. Mit größerer Wachheit jetzt und mit einer neuen Offenheit für das was kommen mag. Vieles ist einfach wie immer, nur darf es einfach mehr so sein.

Wie würdest du das jemandem erklären, der noch nie die Existenz eines eigenständigen "Ichs" bezweifelt hat und nichts von alldem gehört hat?
Kann es sein falls du nicht sehr, sehr glücklich bist, dass manchmal oder vielleicht auch öfter der Gedanke aufkommt „Es sollte anders sein als es ist“ und kann es sein, dass dahinter letztlich auch steckt „Ich sollte anders sein“. Zum Beispiel „ich bin nicht gut genug“ oder „immer muss ich gut sein“ oder „ich brauche was, bekomme es aber nicht“. Wer kennt das nicht? Könnte es sein das die Lösung nicht nur in der konkreten Angelegenheit liegt, sondern es eine viel umfassendere tiefere Lösung gibt? Und zwar darin, das zu tun, wozu nahezu niemand in seinem Leben ermutigt wurde, nämlich das Ich zu hinterfragen und als gar nicht da zu entlarven, dieses Ich, welches all die Probleme, Ängste und Hoffnungen hat. Wenn es tief erkannt werden kann, dass dieses erlernte Ich nur eine nützliche Illusion ist, das sich ein eigenständiges Ich nicht finden lässt und einfach nur das da ist, was da ist, kann sich ein Mensch ganz natürlich in den Strom des Lebens einfügen. Und es ist möglich immer mehr mit dem in Einklang zu sein was sich zeigt. Dann muss sich nichts verändern auch nicht Denk- und Verhaltensweisen, aber sie werden es nach und nach in einer neuen Seinsweise dennoch tun. Es braucht Mut, Ehrlichkeit, Vertrauen in die Begleiter, etwas Beharrlichkeit und vor allem den leidenschaftlichen Wunsch das Ich als trennende Täuschung zu durchschauen. Es ist wirklich möglich!

-----

Mich ganz oft “Gibt es ein Ich?“ fragen war das Eine, aber mich entspannen, beim direkten Erleben bleiben und im Hintergrund (oder auch im Vordergrund) die Kommentarspur, auch Ich-Kommentare, ablaufen lassen, das andere. Es ist jetzt entspannter und fast permanent eine praktisch mühelose Klarheit da. Alles ist wie immer und doch hat ein subtiler, ganz feiner Shift stattgefunden. Es fühlt sich an so in Richtung ein sich zur Verfügung stellen, dem was ist, irgendwie unpersönlich und ganz normal und auch ganz unvollkommen, menschlich-begrenzt bleibend. Dennoch auf jeden Fall gut!


Es ist toll, das es die Möglichkeit gibt, nun mich und gemeinsam sich zu unterstützen, hinzuschauen, zu lernen, wachsam zu bleiben und tiefer zu gehen.

Ingen, Danke für deine klare Linie und die genau richtige Begleitung!
Von Herzen ganz großen Dank an Dich und dieses ganze Feld von Euch allen, die ihr euch zeigt mit Sehnsucht, Leidenschaft, lebendigem Mitgefühl, euren Fragen, mit euren Antworten und mit Liebe!

Shanti !

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Re: Shanti - Ingen

Postby Ingen » Mon Mar 05, 2012 4:56 pm

Hallo Shanti,

wie erwartet hat deine Abhandlung die "Kollegen" überzeugt, und du bekommst eine blaue Farbe verpaßt - wenn du hier im Forum zumindest einmal postest und guten Tag sagst...


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