Suche den Weg durch das Tor

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barb
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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby barb » Wed Sep 04, 2019 1:54 pm

Es gibt nur gedanken über das morgen und gestern und diese finden im hier und jetzt statt.
Genau
Glaubst du, dass es irgendwo eine verborgene Wahrheit, ein Wissen gibt, dass du bis jetzt noch nicht erkannt hast? Halte nach demjenigen Ausschau das wissen will... Existiert es wirklich?
Was soll es denn zu erkennen geben? Mir fällt nichts ein.
Da ist der gedanke, dass es etwas gebe, den topf am ende des regenbogens. Man muss nur lange genug suchen. Nun stelle ich mir aber die frage, ich jemals etwas wirklich befriedigendes hatte und, ob das nur eine schnitzeljagd nach einer Fantasie ist. Alles verschwindet so schnell wieder.
Wie ist es mit wahrnehmen/erfahren? Kommt und geht das? Oder ist es immer da?
Ich weiss nicht wer wissen will. Ich kann keinen finden. Da sind wörter und spannung. Aber mir ist aufgefallen, dass man angenehmes und unangenehmes automatisch will und nicht will.
Ja, das ist einfach menschlich und wird nicht aufhören... Ist doch ganz praktisch dass man vermeiden will, dass einen der Bus überfährt, oder ;)
Aber da ist halt noch das gefühl, dass ich etwas übersehen hätte. Dies ist nun wieder nur ein gedanke.
Schön gesehen: Zuerst wurde geglaubt, dass es ein Gefühl ist, doch dann hast du gesehen, dass es nur ein Gedanke ist :)

Was solltest du denn übersehen haben? Mach die Augen auf und schau dich um... Kannst du sehen? Siehst du Farben? Kannst du entscheiden mit offenen Augen nicht zu sehen? Hörst du die Geräusche? Machst du die? Kannst du Geräusche ungehört machen? Ist das was hier ist denn nicht genug? Hättest du gerne ein Feuerwerk? Oder Engelstrompeten? Das hier - genau so wie es sich jetzt zeigt und jetzt und jetzt - ist ES...Das hier hat genug zu sein! Wer stellt Ansprüche an das Leben, dass es sich anders zeigen sollte als es bereits tut?

Und ja, es ist ein weit verbreitetes menschliches Phänomen, dieses unterschwellige Mangelgefühl, so eine Art Unzufriedenheit, Unbehagen... Alles Erscheinungen die kommen und gehen... Braucht es dazu ein „Ich“?

Nur dadurch das dass Gefühl (oder was auch immer es ist) bekannt ist, bedeutet nicht, dass es ein "Ich" gibt oder ein Ich, das es weiß. Das Erkennen direkter Erfahrungen impliziert keine Person, die wahrnimmt.

Was kann klar beobachtet werden?
Was wird nur von Gedanken hinzugefügt?
also:
Was existiert wirklich?
Was ist nur Fantasie?

Da ist Sehen eines Baumes.
Klar.
Es ist da, beobachtbar, es ist wirklich.

Nun denke nicht darüber nach, sondern sieh genau hin!
Wo genau ist da ein "Ich" zu finden?

Da ist Riechen von Blumen.
Wo ist "Ich" im Riechen?

Existiert das wirklich?
Welche Rolle spielt es? Wo genau ist es zu finden? Wie genau sieht es aus?

Nicht denken. Beobachten! Hinschauen.
Beobachte alle Vorgänge, wo ein Ich vermutet wird genau, sieh wieder und wieder nach, ob es wirklich da ist oder nur von der Fantasie hinzugedichtet wird.

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Wed Sep 04, 2019 10:02 pm

Wie ist es mit wahrnehmen/erfahren? Kommt und geht das? Oder ist es immer da?
Das ist immer da. Wenn man denkt, dass man eben nicht anwesend war, war man in irgendeiner geschichte und eigentlich fühlt es sich auch gleich an.
Was solltest du denn übersehen haben? Mach die Augen auf und schau dich um... Kannst du sehen? Siehst du Farben? Kannst du entscheiden mit offenen Augen nicht zu sehen? Hörst du die Geräusche? Machst du die? Kannst du Geräusche ungehört machen? Ist das was hier ist denn nicht genug? Hättest du gerne ein Feuerwerk? Oder Engelstrompeten? Das hier - genau so wie es sich jetzt zeigt und jetzt und jetzt - ist ES...Das hier hat genug zu sein! Wer stellt Ansprüche an das Leben, dass es sich anders zeigen sollte als es bereits tut?
Ich kann nichts machen, da ist der gedanke, dass ich ein besonderes gefühl möchte. Aber aus erfahrung weiss ich, dass erst die erfahrung kommt und dann das gefühl. Es ist eine vorstellung und somit auch wieder gedachte wörter und ein gefühl. Mir kam der gedanke, dass alles was man sich vorstellt auf erfahrung beruht. Leider passt das nicht zum osterhasen. Mir ist gerade wieder eingefallen, dass diese gedanken und Gefühle die Realität nicht richtig wiedergeben können, wie beim essen.
Braucht es dazu ein „Ich“?
Nein, das braucht es eben nicht. Ich kann mich auch so ärgern, freuen etc.

Der rest kommt morgen

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Thu Sep 05, 2019 11:55 am

Ich bräuchte für den rest noch ein bisschen zeit. Werde das heute den tag noch etwas beobachten

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby barb » Thu Sep 05, 2019 12:10 pm

Danke für die Mitteilung... :)

Hab einen schönen Tag mit Schauen... :)
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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Fri Sep 06, 2019 10:19 am

Was existiert wirklich?
Was ist nur Fantasie?

Da ist Sehen eines Baumes.
Klar.
Es ist da, beobachtbar, es ist wirklich.

Nun denke nicht darüber nach, sondern sieh genau hin!
Wo genau ist da ein "Ich" zu finden?
Ich höre es nicht, sehe, rieche, schmecke und fühle es nicht. Das gibt es nur in gedanken. Aber gedanken bestehen nur aus wörtern und bildern und haben oft nicht viel mit der realität gemein.
Da ist Riechen von Blumen.
Wo ist "Ich" im Riechen?
Da ist kein ich zu finden, genauso in den anderen sinneseindrücken. Erst das denken bringt den gedanken eines ichs hinein. Dies sind alles Prozesse,wie das denken selbst
Jetzt kam der gedanke auf, dass ich bewusstsein oder wahrnehmung sei. Aber wieder nur gedanken..
Existiert das wirklich?
Welche Rolle spielt es? Wo genau ist es zu finden? Wie genau sieht es aus?
Es scheint nicht wirklich da zu sein. Ich denke auch nicht es finden zu können. Dafür spricht die direkte erfahrung. Gestern war ein super achtsamer tag, wo ich wieder gesehen habe, dass nichts vorhersagbar ist und das eigentlich ganz schön ist, weil man sich keine sorgen machen braucht oder weniger und dass das ärgern dass sachen nicht so eintreten wie sie sollen in echt ein fingerzeig ist. Ich habe gesehen, dass es keine richtige bewegung gibt, nur einzelne bilder, die superschnell aufeinander folgen. Die rolle ist, dass ich bisher nur als gramatikalische form gefunden wurde um sachen zuzuordnen und zu differenzieren. Ich hab keine ahnung wie es aussieht. In gedanken sinds nur bilder und wörter.

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby barb » Fri Sep 06, 2019 11:33 am

Wie ist es mit wahrnehmen/erfahren? Kommt und geht das? Oder ist es immer da?
Das ist immer da. Wenn man denkt, dass man eben nicht anwesend war, war man in irgendeiner geschichte und eigentlich fühlt es sich auch gleich an.
Ist da ein „Ich“ das in einer Geschichte ist? Oder ist da einfach das Erscheinen einer Geschichte?
Ich kann nichts machen, da ist der gedanke, dass ich ein besonderes gefühl möchte.

Gut erkannt, „du“ kannst nichts machen, es ist einfach so wie es ist... Deshalb schauen wir hier ja so genau nach dem Wahrheitsgehalt der verschiedenen Glaubenssätze... :)
Gefühle kommen und gehen, oder? Und für besondere Gefühle sind wir hier bei LU nicht zuständig, da gibt es andere Etablissements, Drogen oder Alkohol... Meditation soll auch besondere Gefühle hervorrufen können, und Tiefenentspannungen sind herrlich... Aber um das alles geht es hier nicht.
Es geht einzig und allein darum zu erkennen, ob es ein getrenntes „Ich“ gibt oder ob das nur Ein-bildung ist

Hast du mal an den Weihnachtsmann oder das Christkind geglaubt? Fühlst du dich heute irgendwie besonders weil du nicht mehr daran glaubst?

Kleine Übung dazu:
Schließe die Augen und stell dir vor, dass du eine Wassermelone in den
Händen hältst. Stell dir sie so lebhaft vor wie du kannst. So, dass du ihr Gewicht, ihre Form und ihre Oberfläche fühlen kannst. Halte sie, spüre sie, und dann öffne die Augen.

Was ist mit der Melone geschehen? Was mit der Empfindung, die so glaubhaft erschien? Fühlst du jetzt irgendwas nur weil du siehst dass es die Melone nicht gegeben hat?


Reale Dinge können auf eine oder mehrere Arten gefühlt werden. Das Vorgestellte existiert ausschließlich in Gedanken.
Aber aus erfahrung weiss ich, dass erst die erfahrung kommt und dann das gefühl. Es ist eine vorstellung und somit auch wieder gedachte wörter und ein gefühl. Mir kam der gedanke, dass alles was man sich vorstellt auf erfahrung beruht. Leider passt das nicht zum osterhasen.
Ja, stimmt... Und die Osterhasengeschichte wurde dir lange erzählt, oder? Du weißt auch was ein Hase ist und das wird dann alles verknüpft zu einer Vorstellung. Ist das „Ich“ mehr als eine Vorstellung?
Mir ist gerade wieder eingefallen, dass diese gedanken und Gefühle die Realität nicht richtig wiedergeben können, wie beim essen.
Ganz genau, mach dir das immer wieder bewusst... Vielleicht machst du die Übung mit dem Essen öfters, so einmal am Tag bevor du was isst... Zuerst vorstellen so gut es geht, und dann mit der direkten Erfahrung abgleichen...
Braucht es dazu ein „Ich“?
Nein, das braucht es eben nicht. Ich kann mich auch so ärgern, freuen etc
Gibt es da eine Trennung, so auf die Art: „Ich“ ärgere mich, „Ich freue mich? Oder ist da einfach ärgern oder freuen usw.?
Da ist kein ich zu finden, genauso in den anderen sinneseindrücken. Erst das denken bringt den gedanken eines ichs hinein. Dies sind alles Prozesse,wie das denken selbst 
Jetzt kam der gedanke auf, dass ich bewusstsein oder wahrnehmung sei. Aber wieder nur gedanken..

Genau – wieder nur Gedanken... Kannst du Wahrnehmung/Bewusstsein finden in direkter Erfahrung?

Es scheint nicht wirklich da zu sein. Ich denke auch nicht es finden zu können. Dafür spricht die direkte erfahrung.

Komm immer wieder in die direkte Erfahrung. Wir sind es so gewohnt der Trance der Gedanken aufzulaufen, dass wir sie für wahr halten. Das wurde uns schon von klein auf eingetrichtert. Vergleiche immer wieder die Gedankeninhalten mit der direkten Erfahrung, schau was ist jetzt wirklich hier und was nur Gedankenstory...
Ich hab keine ahnung wie es aussieht. In gedanken sinds nur bilder und wörter
Existiert das „Ich“ irgendwo anders als in Gedanken?
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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Sat Sep 07, 2019 11:20 am

Hallo =)
So, das sind die heutigen antworten. Vielen dank für deine hilfe :-)
Ist da ein „Ich“ das in einer Geschichte ist? Oder ist da einfach das Erscheinen einer Geschichte?
Es sind geschichten die erscheinen über verschiedene personen und dinge.
Hast du mal an den Weihnachtsmann oder das Christkind geglaubt? Fühlst du dich heute irgendwie besonders weil du nicht mehr daran glaubst?
Das hab ich schon, aber nein das tue ich nicht.
Gefühle kommen und gehen, oder? Und für besondere Gefühle sind wir hier bei LU nicht zuständig,
Ja, das tun sie und es ist nie so wie man sich die sache vorstellt. Ja, das ist mir bewusst. Es ist halt ein angenehmer gedanke und den will man automatisch. Je angenehmer die vorstellung desto mehr will man. Ich denke, ich werde das weiterhin beobachten.
Kleine Übung dazu:
Schließe die Augen und stell dir vor, dass du eine Wassermelone in den
Händen hältst. Stell dir sie so lebhaft vor wie du kannst. So, dass du ihr Gewicht, ihre Form und ihre Oberfläche fühlen kannst. Halte sie, spüre sie, und dann öffne die Augen.
Was ist mit der Melone geschehen? Was mit der Empfindung, die so glaubhaft erschien? Fühlst du jetzt irgendwas nur weil du siehst dass es die Melone nicht gegeben hat?
da war spannung in den armen und fingern. Ich fühle sonst nichts. Und bei den geschlossenen augen eben ein bild.
Ich empfand die vorstellung nicht so glaubhaft. Dazu hab ich die woche mir zu oft vorgestellt wie sich etwas empfindet und dann achtsam geschaut, ob es der vorstellung entspricht.
Ja, stimmt... Und die Osterhasengeschichte wurde dir lange erzählt, oder? Du weißt auch was ein Hase ist und das wird dann alles verknüpft zu einer Vorstellung. Ist das „Ich“ mehr als eine Vorstellung?
Ich denke nicht. Ich bin mir zu 99,9 prozent sicher. Ich wüsste auch nicht wo ich suchen sollte. Aber da ist noch identifikation.
Gibt es da eine Trennung, so auf die Art: „Ich“ ärgere mich, „Ich freue mich? Oder ist da einfach ärgern oder freuen usw.?
Da ist einfach nur ärgern
Genau – wieder nur Gedanken... Kannst du Wahrnehmung/Bewusstsein finden in direkter Erfahrung?
Nein, das sind nur vorstellungen. Paar bilder und der satz "ich bin das"
Komm immer wieder in die direkte Erfahrung. Wir sind es so gewohnt der Trance der Gedanken aufzulaufen, dass wir sie für wahr halten. Das wurde uns schon von klein auf eingetrichtert. Vergleiche immer wieder die Gedankeninhalten mit der direkten Erfahrung, schau was ist jetzt wirklich hier und was nur Gedankenstory...
Ok. Apropos. Ich empfinde etwas angst, dass du die gedult verlieren könntest und wir es bei dem aktuellen stand belassen werden. Entspricht diese vorstellung der wahrheit? Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so lange dauert. Also schonmal eine falsche vorstellung entlarvt 🙂
Existiert das „Ich“ irgendwo anders als in Gedanken?
Ich würde schon fast soweit gehen zu sagen, es gibt es nicht mal da, aber da würde ichbes verorten, wenn es es gebe.

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby barb » Sat Sep 07, 2019 11:56 am

Gefühle kommen und gehen, oder? Und für besondere Gefühle sind wir hier bei LU nicht zuständig,
Ja, das tun sie und es ist nie so wie man sich die sache vorstellt. Ja, das ist mir bewusst. Es ist halt ein angenehmer gedanke und den will man automatisch. Je angenehmer die vorstellung desto mehr will man. Ich denke, ich werde das weiterhin beobachten.
Genau, beobachte dieses „wollen“:

Das nächste Mal, wenn der kleinste Wunsch oder Widerstand auftaucht, lass ihn voll und ganz da sein, inklusive aller Empfindungen sowie Sekundärgedanken und -gefühle, Ich-Gedanken etc. Möglicherweise ist da auch ein Gedanke/Gefühl, dass dieser Wunsch persönlich ist, wehr dich nicht dagegen ...

Danach konzentriere dich voll und ganz auf das was da ist, lass jegliche gedanklichen Etiketten los, dazu gehört auch z.B. sowas wie "Spannung in der Brust" oder ein subtiles Anhängsel wie "unangenehm" oder "will ich nicht". Nimm den Moment mit allen Sinnen wahr.


Nun stell dir die folgenden Fragen (ohne auf das zu hören, was Gedanken möglicherweise dazu zu sagen haben):

Könnte diese Erfahrung in irgendeiner Art und Weise anders sein, als sie ist?

Könnte irgendein Moment jemals anders sein, als er ist?

Könnte es jemals einen Moment geben, der NICHT vollkommen perfekt ist, wie er ist?

Mach das ruhig mehrmals täglich. Suche wie ein Detektiv nach der Unperfektion innerhalb der Empfindungen! Kannst du sie finden?

da war spannung in den armen und fingern. Ich fühle sonst nichts. Und bei den geschlossenen augen eben ein bild.
Ich empfand die vorstellung nicht so glaubhaft. Dazu hab ich die woche mir zu oft vorgestellt wie sich etwas empfindet und dann achtsam geschaut, ob es der vorstellung entspricht.
Aha, ok... also schon geübt darin... :)
Ist das „Ich“ mehr als eine Vorstellung?
Ich denke nicht. Ich bin mir zu 99,9 prozent sicher. Ich wüsste auch nicht wo ich suchen sollte. Aber da ist noch identifikation.
Ja klar ist da Identifikation, und die wird gesehen,oder? Also kannst du das nicht sein... Erwartest du dass sie verschwindet? Es hat ja noch nie ein „Ich“ gegeben, wieso sollte dann irgendwas anders sein, wenn das gesehen wird?

Stell dir mal vor, du siehst in der Wüste ein Fata Morgana. Zuerst hältst du das Wasser noch für echt. Du gehst hin um Wasser zu holen. Oje, kein Wasser da – war nur eine Einbildung. Dann schaust du wieder hin und siehst die Fata Morgana noch immer obwohl du weißt, dass es nur eine Einbildung ist ...
Ganz genau so ist es mit dem „Ich“... Wir können auch weiterhin Weihnachten feiern auch wenn wir wissen, dass es den Weihnnachtsmann nicht wirklich gibt... :)
Genau – wieder nur Gedanken... Kannst du Wahrnehmung/Bewusstsein finden in direkter Erfahrung?
Nein, das sind nur vorstellungen. Paar bilder und der satz "ich bin das"
Mit „ich bin das“ kanns ein bisschen gefährlich sein, dass nach der Ich-Identifikation eine neue entsteht... Am hilfreichsten empfinde ich immer „ich weiß nicht...“... :)
Ok. Apropos. Ich empfinde etwas angst, dass du die gedult verlieren könntest und wir es bei dem aktuellen stand belassen werden. Entspricht diese vorstellung der wahrheit? Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so lange dauert. Also schonmal eine falsche vorstellung entlarvt ?
Absolut unbegründet :) Ich habe keine Geduld zu verlieren, denn dich zu begleiten erfordert keine Geduld, es ist mir eine Freude. Du schaust ernsthaft, bist ehrlich und bemüht... Alles ganz wunderbar. Manchmal kann es Monate dauern und so lange du willst werde ich dich begleiten. Wohin eigentlich? Wohin willst du denn? Kann es denn jemals etwas anderes geben als das was gerade erscheint? Wie auch immer es sich verkleidet? Was willst du überhaupt?

Zumal das Durchschauen der Ich-Illusion ja nicht das Ende ist sondern erst sowas wie der Anfang...
Versuch mit dir selbst geduldig zu sein und nimm es leicht, entspanne so gut es geht... :)
Existiert das „Ich“ irgendwo anders als in Gedanken?
Ich würde schon fast soweit gehen zu sagen, es gibt es nicht mal da, aber da würde ich es verorten, wenn es es gebe.
Was fehlt?
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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Sun Sep 08, 2019 8:30 am

Hi, ich werde erst heute abend die zeit haben zu antworten. Gestern wurde ich ein bisschen mehr auf das dualistische denken aufmerksam.

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby barb » Sun Sep 08, 2019 11:09 am

Ja gerne, nimm dir unbedingt die Zeit die du brauchst...

Ist es nicht überhaupt das Denken das die Illusion des Dualismus erzeugt? Gibt es ohne Denken überhaupt Dualismus?

Das denken macht Ein-teilungen, Ur-teile usw... Für praktische Belange oft vorteilhaft, problematisch wird es nur, wenn wir den Gedankeninhalt glauben und mit der Realität verwechseln. Und das tun wir allzu oft, einfach weil wir darauf programmiert wurden. Das ist weder gut noch schlecht, es ist einfach das was ist... Immer wieder hinschauen deckt das auf, du machst das sehr gut... :)
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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Mon Sep 09, 2019 9:42 am

Hi. Ich werde noch ein bisschen zeit zum beobachten brauchen. Ich habe gestern auch beobachtet und es war, was man einen schlechten tag nennt, voll mit mit ärger, neid, hochmut, traurigkeit und angst.
Da war aber insgesammt wenig leid deswegen, weil es nicht nur gute tage geben kann.
Ein ich war nicht dabei,wobei das suchen oft vergessen wurde.
Naja, mir fällt gerade auf, dass das nur ne geschichte ist. Es gab auch recht schöne momente. Auch was ich da gedacht habe waren geschichten um meine laune zu gerechtfertigen.
Ich beobachte dann mal weiter. 😉

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby barb » Mon Sep 09, 2019 11:49 am

Wenn du so schön beim Beobachten bist, dann blick mal zurück und schau, ob du einen Beobachter finden kannst.... Ist da ein Beobachter? Oder geschieht einfach beobachten?

Ich schicke dir auch eine PM (Ordner ist in der rechten oberen Ecke) ... :)
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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Tue Sep 10, 2019 10:19 am

Könnte diese Erfahrung in irgendeiner Art und Weise anders sein, als sie ist?

Könnte irgendein Moment jemals anders sein, als er ist?

Könnte es jemals einen Moment geben, der NICHT vollkommen perfekt ist, wie er ist?
Diese Erfahrung kann nicht anders sein, da sie ja schon stattgefunden hat und das "nein, ich will das nicht" oder "ich will" werden automatisch direkt danach auftauchen. Sie gehören dazu und sind auch im grunde das selbe.
Es gibt praktisch immer so eine reaktion,auch wenn der folgende gedanke etwas verkleidet ist. Also kann es niemals anders sein.
Mit der Perfektion tue ich mich etwas schwer. Es gibt ja quasi nur imperfekte momente. Wobei dies alles nur vorstellungen sind.
Der moment ist wie er ist.
Mach das ruhig mehrmals täglich. Suche wie ein Detektiv nach der Unperfektion innerhalb der Empfindungen! Kannst du sie finden?
Was meinst du genau damit? Es ist ständig in bewegung. In gefühlen ist keine perfektion, nur in der vorstellung.

Manchmal kann es Monate dauern und so lange du willst werde ich dich begleiten. Wohin eigentlich? Wohin willst du denn? Kann es denn jemals etwas anderes geben als das was gerade erscheint? Wie auch immer es sich verkleidet? Was willst du überhaupt?
Das ist eine gute frage, wohin es geht. Mittlerweile weiss ich es nicht mehr. Mir ist auch klar geworden, dass das leben danach so weiter geht. Nein, das kann es nicht. Es kommt einfach immer so wie es kommt, auch wen. Das
Schwer zu akzeptieren ist, bzw iwann wird es von selbst kommen. Im moment weiss ich auch nicht, was ich will. Die ganzen gedanken sind desillusierend, bzw der vergleich zur realität. Hmm, darum gehts hier ja auch.
Existiert das „Ich“ irgendwo anders als in Gedanken?
Ich würde schon fast soweit gehen zu sagen, es gibt es nicht mal da, aber da würde ich es verorten, wenn es es gebe.
Was fehlt?
Ich weiss nicht. Der gedanke, dass ichs weiss vielleicht.
Aber, das kanns auch nicht sein.
Ist es nicht überhaupt das Denken das die Illusion des Dualismus erzeugt? Gibt es ohne Denken überhaupt Dualismus?
Japp, das denken. Ohne gedanken keine vorstellung von unterschieden und definitionen.

Ich finde auch keinen beobachter. Da ist nur wahrnehmung und der gedanke an einen.

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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby barb » Tue Sep 10, 2019 12:19 pm

Es gibt praktisch immer so eine reaktion,auch wenn der folgende gedanke etwas verkleidet ist. Also kann es niemals anders sein.
Genau, es kann niemals anders sein als es ist... :)
Mit der Perfektion tue ich mich etwas schwer. Es gibt ja quasi nur imperfekte momente. Wobei dies alles nur vorstellungen sind.
Ja es stimmt, es ist Perfektion schon eine Einteilung, genauso wie Imperfektion... Mit Perfektion habe ich gemeint, dass einfach nichts anders sein könnte als es ist (und wenn nicht alles absolut perfekt wäre, könnte es kein Leben geben – nur so ne Geschichte am Rande... )
Für wen ist es imperfekt? Welche Erwartungen sind da, die erfüllt werden sollten um sehen zu können, dass alles gut ist? Was würdest du dem Leben vorschlagen wie es sich zeigen sollte, dass es passt? Such nach demjenigen der diese Ansprüche und Erwartungen hat...
Was meinst du genau damit? Es ist ständig in bewegung. In gefühlen ist keine perfektion, nur in der vorstellung.
Was wäre, wenn alle Gefühle einfach da sein dürften? Wie gewichtig sind Gefühle ohne die ganzen Stories rundherum, wie schlimm wenn kein Widerstand dagegen da ist?
Wenn mal „schlechtes“ Wetter ist, was ist daran schlimm? Der Regen, die Kälte oder der Widerstand dagegen? Das Wollen, dass es anders ist? Sind Gefühle was anderes als Wettererscheinungen?
Es kommt einfach immer so wie es kommt, auch wenn das schwer zu akzeptieren ist
Glaubst du, wenn du die Kontrolle hättest steuern zu können wie es kommen soll, dass das gut wäre? Vielleicht schon mal angefangen auf atomarer Ebene, weiter zum Zellstoffwechsel (um die 100.000 chemische Vorgänge pro Zelle pro Sekunde) die ganzen Organe, Atmung usw.....

Wüsstest du was kommen sollte damit es gut wäre? Wäre es nicht viel entspannender einzusehen, dass nichts kontrolliert werden kann, weil es keine Kontrolleur gibt? Einfach das nicht vorhandene Ruder loslassen und laufen lassen?

Versuch mal auch dieses „nicht-akzeptieren“ da sein zu lassen. Versuch einfach alles was erscheint da sein zu lassen, ganz egal ob Frust, Widerstand, Nicht-Akzeptanz all die „unspirituellen“ Gefühle und auch Gedanken, schimpfen, fluchen... Lass alle Idealvorstellungen fallen... Lass einfach mal laufen so wie das Wetter... Wie ist das so?
Im moment weiss ich auch nicht, was ich will. Die ganzen gedanken sind desillusierend, bzw der vergleich zur realität. Hmm, darum gehts hier ja auch.
:)
Was fehlt?
Ich weiss nicht. Der gedanke, dass ichs weiss vielleicht.
Warum willst du wissen?
Ist es nicht überhaupt das Denken das die Illusion des Dualismus erzeugt? Gibt es ohne Denken überhaupt Dualismus?
Japp, das denken. Ohne gedanken keine vorstellung von unterschieden und definitionen.
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Re: Suche den Weg durch das Tor

Postby Seeker543 » Wed Sep 11, 2019 10:47 am

Für wen ist es imperfekt? Welche Erwartungen sind da, die erfüllt werden sollten um sehen zu können, dass alles gut ist? Was würdest du dem Leben vorschlagen wie es sich zeigen sollte, dass es passt? Such nach demjenigen der diese Ansprüche und Erwartungen hat...
Okay, das basiert ja auch alles auf Vorstellungen. Wenn ich denke für mich, dann kommt eine vorstellung und dann noch eine usw. Aber wenn es keine perfektion gibt, kann es auch keine imperfektion geben. Manchmal, wenn ich nur sehe, kann ich das für einen moment bemerken.
Ich weiss nicht was fehlt. Es ist halt der gedanke da.
Mir kommts vor als wäre es ein platzhalter für unbekanntes.
Tja für wen.. Ich drehe mich hier im kreis.
Was wäre, wenn alle Gefühle einfach da sein dürften? Wie gewichtig sind Gefühle ohne die ganzen Stories rundherum, wie schlimm wenn kein Widerstand dagegen da ist?
Ab und zu passiert das und es ist absolut okay so dann wie es ist. Aber meistens wird das nicht durchschaut.. 🙄
Wenn mal „schlechtes“ Wetter ist, was ist daran schlimm? Der Regen, die Kälte oder der Widerstand dagegen? Das Wollen, dass es anders ist? Sind Gefühle was anderes als Wettererscheinungen?
Das habe ich beides öfters auch so beobachtet und ich merke ja auch, dass jedes tief von nem hoch gefolgt wird usw.
Wüsstest du was kommen sollte damit es gut wäre? Wäre es nicht viel entspannender einzusehen, dass nichts kontrolliert werden kann, weil es keine Kontrolleur gibt? Einfach das nicht vorhandene Ruder loslassen und laufen lassen?
Nein das wüsste ich nicht, weil auch nichts lange glücklich macht und vieles situationsabhängig ist. Man kann ja immer nur eine sache im sinn haben und deswegen wäre es unmöglich sich um jeden vorgang zu kümmern ubd auch im voraus zu wissen was passiert wäre schnell langweilig. Irgendwann muss es mal wieder runter gehen. Viele gedanken..
Das einzusehen wäre großartig. Aber ich kann nicht.
Ich weiss nicht. Der gedanke, dass ichs weiss vielleicht.
Warum willst du wissen?
Weil ich irgendwann einmal davon gehört habe und es dann mal selbst erfahren habe und es gerne wieder erfahren würde.. Nette story oder? Aber warum ich es wieder erfahren möchte, keine ahnung... Weil es ein angenehmer gedanke ist? 🤔
Versuch mal auch dieses „nicht-akzeptieren“ da sein zu lassen. Versuch einfach alles was erscheint da sein zu lassen, ganz egal ob Frust, Widerstand, Nicht-Akzeptanz all die „unspirituellen“ Gefühle und auch Gedanken, schimpfen, fluchen... Lass alle Idealvorstellungen fallen... Lass einfach mal laufen so wie das Wetter... Wie ist das so?
Dann war viel weniger Widerstand da. Das war schon ne überaschung, dass das so geht. Auch das ablehnen war nicht so anstrengend und belastend wie sonst.


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