Das Leben ist jetzt

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Daniela
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Sun Apr 26, 2020 5:59 pm

Liebe Barb,
danke für deine Nachricht.
Wenn du mal nachsiehst, kannst du etwas auf eine andere Art und Weise erfahren als durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Spüren, Denken (nur den Vorgang des Denkens, nicht der Inhalt)?
Kannst du außer dem Genannten noch was finden?
Sehen, hören, riechen, schmecken, spüren geht über die Sinnesorganen. Was wirklich stattfindet ist Wahrnehmung. Es ist eins mit dem was sieht, riecht,…, was gesehen wird, und wer sieht. Es gibt keine Trennung zwischen dem Wahrnehmen, Wahrnehmende und Wahrgenommenen.
Ich habe das Gefühl, dass ich nicht sagen kann, was wie wahrgenommen wird. Wahrnehmung findet einfach nur statt. Auch denken findet statt. Ich kann die Gedanken wahrnehmen und bewusst sein lassen.
Es gibt kein getrenntes Ich, nirgends, niemals und hat es nie gegeben – auch nicht jetzt genau in diesem Moment. Es gibt niemanden, der sich klar, inspiriert und verbunden fühlen könnte. Niemanden, der das Auflösen der Ich-Illusion wahrnehmen oder der Illusion ins Auge schauen kann. Es gibt kein Ich, das irgendetwas tun oder kontrollieren könnte.
Diese Aussagen lösen Ruhe aus. Es gibt kein getrenntes Ich, was sich damit auseinandersetzt. Es ist nur Wahrnehmung da, eine Reaktion auf Momente, Gedanken die kommen und gehen. Ich sitze hier am Schreibtisch, beobachte die Gedanken, und die Finger tippen die Wörter. Ich höre Musik, rieche die Luft und die etherischen Öle der Handcreme, sehe die Buchstaben auf dem Bildschirm. Schmecke die letzten Reste der Schokolade. Es passiert alles, wie es passiert. Keine getrennte Kontrolle. Nur Wahrnehmung, der Gedanken, der Gefühle, der Bewegungen.

Herzliche Grüße, Daniela

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barb
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby barb » Mon Apr 27, 2020 12:43 pm

Sehen, hören, riechen, schmecken, spüren geht über die Sinnesorganen. Was wirklich stattfindet ist Wahrnehmung. Es ist eins mit dem was sieht, riecht,…, was gesehen wird, und wer sieht. lassen.
Da hast du das schon ganz wunderbar gesehen :) Ja, es gibt nur wahrnehmen, um zu kommunizieren haben wir Wörter/Etiketten und Konzepte erfunden. Allen voran ist das Wort „wahrnehmen“ noch am Konzept-freiesten, danach kommen schon sehen-hören-spüren-riechen-schmecken. Alles was darauf folgt sind Interpretationen und Einteilungen.
Es gibt keine Trennung zwischen dem Wahrnehmen, Wahrnehmende und Wahrgenommenen.
Ich habe das Gefühl, dass ich nicht sagen kann, was wie wahrgenommen wird. Wahrnehmung findet einfach nur statt. Auch denken findet statt.
Sehr schön :) Genau, es gibt nur wahrnehmen... Und auch dass hast du ganz toll gesehen, dass es nicht ausdrückbar bzw. wissbar ist, wie und wo das geschieht...
Ich kann die Gedanken wahrnehmen und bewusst sein
Findest du da irgendwo eine Trennung? Ein „Ich“ - also eine Wahrnehmende, oder ebenfalls einfach nur wahrnehmen?
Diese Aussagen lösen Ruhe aus. Es gibt kein getrenntes Ich, was sich damit auseinandersetzt. Es ist nur Wahrnehmung da, eine Reaktion auf Momente, Gedanken die kommen und gehen. Ich sitze hier am Schreibtisch, beobachte die Gedanken, und die Finger tippen die Wörter. Ich höre Musik, rieche die Luft und die etherischen Öle der Handcreme, sehe die Buchstaben auf dem Bildschirm. Schmecke die letzten Reste der Schokolade. Es passiert alles, wie es passiert. Keine getrennte Kontrolle. Nur Wahrnehmung, der Gedanken, der Gefühle, der Bewegungen.
Hui, das klingt aber gut :) Ist es denn jemals anders?

Wir haben Etiketten für fast alles, genauso ist das Wort “Ich” einfach nur ein Etikett. Scheinbare Probleme entstehen erst, wenn wir den Etiketten den Vorrang vor der direkten Erfahrung einräumen.

Hier ist eine Übung, die dir helfen kann herauszufinden ob das etikettieren wirklich so harmlos ist – sie dauert 10 – 20 Minuten und du brauchst Papier und Schreibzeug.

Schreibe die ersten 5 – 10 Minuten alles auf was du erlebst und zwar mit ‚Ich‘:

z.B.
Ich sitze hier.
Ich sehe aus dem Fenster.
Ich höre ein Auto.
Mir juckt der Fuß
Ich kratze mir meinen Fuß
Ich habe Verspannungen im Nacken
Ich schreibe hier komisches Zeugs
Ich spüre die Füße auf dem Boden
Ich habe Gedanken über die Arbeit
usw....
Reines Beschreiben, bleib dabei und achte gleichzeitig auf körperliche Wahrnehmungen.
Die nächsten 5 - 10 Minuten mach das Gleiche nur ohne das Wort ‘Ich’ zu benutzen:

z.B:
Sitzen spüren
aus dem Fenster sehen
Baum sehen
Auto hören
Vogelgezwitscher hören
tippende Finger spüren
Nase kitzeln spüren
kratzen an der Nase spüren
einatmen – ausatmen spüren
an die Ichlosgkeit denken
usw....

Du kannst bei der zweiten Version auch nur die reinen Sinneswahrnehmungen benennen, also sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken, also so Etikett-frei wie möglich

Und wieder achte auf den Körper.
Danach vergleiche beide Male:

Fühlt sich das eine wahrer an als das andere und wenn ja, welches?
Ohne Etiketten, was ist hier?
Ist dir ein Unterschied im körperlichen Empfinden aufgefallen?
Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?


Hoffentlich stört es dich nicht, wenn ich auf die Grußformel verzichte, aber für mich hat unsere Unterhaltung so einfach einen fließenderen Eindruck... :)

Viel Freude beim Untersuchen <3
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Daniela
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Tue Apr 28, 2020 1:43 pm

Hoffentlich stört es dich nicht, wenn ich auf die Grußformel verzichte, aber für mich hat unsere Unterhaltung so einfach einen fließenderen Eindruck... :)
Danke, ja, eine direkte Kommunikation ist leichter, um im Fluß zu bleiben. Wenn man sich unterhält begrüßt man sich auch nicht jedesmal, wenn man einen neuen Satz beginnt.
Fühlt sich das eine wahrer an als das andere und wenn ja, welches?
Ohne Etiketten, was ist hier?
Ist dir ein Unterschied im körperlichen Empfinden aufgefallen?
Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?
Ich sitze auf meinem Schreibtischstuhl, und ich sitze schief, das ist unbequem.
Jetzt sitze ich gerade.
Nur meine Zehen berühren den Boden. Ich überlege, was ich noch spüre. Meine Haare fallen mir ins Gesicht, über die Augen. Ich stecke sie mir wieder hinter die Ohren. Ich sehe das Bild von meinen beiden Zwillingen, wie sie sich umarmen, als sie noch klein waren. Das erfüllt mich mit Freude. Meine Daumen berühren sich und spüren die glatte Oberfläche des Fingernagels. Ich rieche was feines, und mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Mein Zeigefinger klickt auf der Tastatur.
Leere in meinem Kopf. Mich juckts am Kopf. Meine Nase kribbelt. Ich spüre die Luft die einströmt und ausströmt. Ich spüre ein Kribbeln in meinen Fingern. Ich höre das knurren meines Bauches. Ich höre das Rauschen meines Laptops. Ich höre die Autos auf der Straße.
Meine Finger klopfen auf die Tastatur. Ich halte meinen Kopf, weil ich gerade darüber nachgedacht habe, ob ich das nur für mich aufschreiben soll, oder auch für dich. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es egal ist, und ich jetzt so weiterschreibe.
Ich räume in der Zwischenzeit, beim Beobachten noch meinen Schreibtisch auf. Meine Füße habe ich jetzt überkreuzt. Ich schaue mir das Chaos auf meinem Schreibtisch an, wo ich bis gestern noch genäht habe. Ich denke an meinen Sohn, der noch in Neuseeland ist. Ich kratze mich an der Nase. Ich höre meinen anderen Sohn, der die Treppe runterrennt.


So jetzt ohne ich:
Ruhe spüren, Wahrnehmen erforschen, Rechtschreibfehler erkennen. Daumennagel spüren. Schlucken. Aufmerksamkeit. Atmung spüren, Puls spüren, Gänsehaut im Nacken, Energie fließt, Kinder im Garten hören, Zehen auf dem Boden spüren, Buchstaben/Wörter sehen,
Vögel zwitschern hören. Licht wahrnehmen, Druck der Ellbogen auf der Unterlage spüren. Finger bewegen sich. Leere im Kopf, keine Gedanken, nur Sehen, hören, tasten,
Nase kribbelt. Kopf massieren. Zurücklehnen, strecken, gähnen, über die Haut streichen und riechen. Im Zimmer umherschauen.

Unterschiede: ohne ich, war die Aufmerksamkeit viel bewußter und die Wahrnehmung intensiver. Es war einfach nur da, hatte keinen Bezug zu etwas. Eine interessante Erfahrung. Eine reine Beobachtung dessen was geschieht. Es findet keine getrennte Steuerung oder ähnliches statt. Wahrnehmung, Wahrgenommenes und Wahrnehmender ist eins. Es war immer so.
Herzliche Grüße, Daniela

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Re: Das Leben ist jetzt

Postby barb » Wed Apr 29, 2020 10:35 am

Danke, ja, eine direkte Kommunikation ist leichter, um im Fluß zu bleiben. Wenn man sich unterhält begrüßt man sich auch nicht jedesmal, wenn man einen neuen Satz beginnt.
Haha, ja sehe ich genauso :D
Unterschiede: ohne ich, war die Aufmerksamkeit viel bewußter und die Wahrnehmung intensiver. Es war einfach nur da, hatte keinen Bezug zu etwas. Eine interessante Erfahrung. Eine reine Beobachtung dessen was geschieht. Es findet keine getrennte Steuerung oder ähnliches statt. Wahrnehmung, Wahrgenommenes und Wahrnehmender ist eins. Es war immer so.
Großartig :) Es wäre vielleicht hilfreich, wenn du dir das labeln der direkten Erfahrung ein wenig im Alltag angewöhnst. Einfach immer wenn es in den Sinn kommt: sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken (wenn du alleine bist kannst du es sogar laut ausspechen, das ist noch effektiver ;)). Wenn du merkst, dass da Ich-Gedanken sind, dann probier einfach den Gedanken nochmal zu denken – ohne „Ich“, das kann während des Prozesses eine gute Unterstützung sein...

Wie geht es dir generell so mit Gedanken beobachten?
Schauen wir uns doch die Natur der Gedanken mal ein wenig näher an:

Finde eine ruhige Zeit und einen ruhigen Ort, mache es dir ganz bequem. Entspanne und lass den Atem sanft und langsam aus- und einströmen. Dann beobachte:

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.

2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?

3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?

4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?

5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?

6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken

7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?


Sei ganz neugierig wie ein Kind und beantworte bitte jede Frage einzeln...

Viel Freude damit <3
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Thu Apr 30, 2020 1:42 pm

freie Antworten auf deine Fragen.
1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Diese Frage interessiert mich auch schon lange. Die Gedanken kommen und gehen, sie sind da, erscheinen, aus dem großen Nichts. Sie ziehen wie Wolken vorbei, ich kann sie nicht fassen, und nicht steuern.
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein, ein Gedanke ist da. Ich kann ihn bewusst wahrnehmen, und ihn verfolgen, oder ihn ziehen lassen. Ein Gedanke der kommt, geht nur in eine Richtung, obwohl man manchmal das Gefühl hat, er dreht sich im Kreis. Es ist wie etwas was man wahrnimmt, das kann man nicht Nicht-wahrnehmen.
3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?
Wenn ich meinen Fokus auf etwas richte was ich beobachte, bzw. mein Herz im Einklang mit meinen Geist ist, dann hören die Gedanken auf. Dann ist da nichts. Ich nehme etwas wahr, es ist nur Wahrnehmung, kein Gedanke.
4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Ich kann meinen Geist, wie alle Muskeln und Organe im Körper für das Wohl des Lebens nutzen und trainieren. So wie die Atmung beeinflussbar ist, und der Herzschlag, gibt es auch die Möglichkeit, den Geist, die Gedanken zu trainieren. Es gibt keine separate Steuerung, sondern alles fließt in Einheit. Es ist alles eins, in Harmonie miteinander.
5. Denke an eine Zahl zwischen 1 und 100. Weißt du, welche Zahl kommt, bevor sie erscheint?
Die Zahl, die erscheint, und das Wissen darüber ist eins. Es besteht keine Trennung.
6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
Der Gedanke „ich“ ist eine Umgangsform, für das materielle, was existiert. Das Bewußtsein was alles ist, ist eins mit dem Leben. Auch das ich ist ein Teil davon. (Das kam jetzt gerade so. Woher weiß ich nicht, es ist aus der Erfahrung, dem Gefühl, dem Leben- dem eins). Es gibt keine separate Gedankenquelle. (Da gibt es diesen schönen Spruch, der mir gerade einfällt: Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken! )
7. Findest du jemanden, der denkt, oder geschieht das alles von selbst, ohne Kontrolle durch einen Denker?
Es gibt keinen Denker, der die Gedanken kontrolliert. Die Gedanken kommen und gehen, das Leben, das Bewußtsein nimmt sie wahr, und „spielt“ mit ihnen.

Herzliche Grüße und einen schönen 1.Mai, Daniela

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Re: Das Leben ist jetzt

Postby barb » Fri May 01, 2020 11:07 am

1. Wo kommen die Gedanken her und wo gehen sie hin? Warte neugierig auf den nächsten Gedanken und sieh nach.
Diese Frage interessiert mich auch schon lange.
Was wäre, wenn es einfach keine Antwort darauf gäbe?
Die Gedanken kommen und gehen, sie sind da, erscheinen, aus dem großen Nichts. Sie ziehen wie Wolken vorbei, ich kann sie nicht fassen, und nicht steuern.
Genau, sehr schön gesehen :)
2. Kannst du vorhersagen, welcher Gedanke als nächstes kommt? Kannst du verhindern, dass er erscheint, wenn er dir nicht gefällt? Kannst du einen Gedanken ungeschehen machen, wenn er einmal erschienen ist?
Nein, ein Gedanke ist da. Ich kann ihn bewusst wahrnehmen, und ihn verfolgen, oder ihn ziehen lassen.
Woher kommt die Intention den Gedanken bewusst wahrzunehmen, zu verfolgen oder ziehen zu lassen? Machst „du“ das, oder ist das auch etwas das einfach auftaucht?
Ein Gedanke der kommt, geht nur in eine Richtung, obwohl man manchmal das Gefühl hat, er dreht sich im Kreis. Es ist wie etwas was man wahrnimmt, das kann man nicht Nicht-wahrnehmen.
Das verstehe ich nicht ganz, kannst du denn erkennen wo er hin geht wenn du sagst „Richtung“?
3. Kannst du die Entscheidung treffen, NICHT zu denken?
Wenn ich meinen Fokus auf etwas richte was ich beobachte, bzw. mein Herz im Einklang mit meinen Geist ist, dann hören die Gedanken auf. Dann ist da nichts. Ich nehme etwas wahr, es ist nur Wahrnehmung, kein Gedanke
Ja stimmt, wenn man darin geübt ist funktioniert das auch ein Weilchen... ;)
Woher kommt die Entscheidung den Fokus auf was zu richten? Und wenn das auch ein bisschen funktioniert, kommt dann nicht auf einmal wieder plötzlich ein Gedanke ohne dass du ihn gerufen hast?
4. Kannst du kontrollieren nur besonders schöne und angenehme Gedanken zu denken?
Ich kann meinen Geist, wie alle Muskeln und Organe im Körper für das Wohl des Lebens nutzen und trainieren. So wie die Atmung beeinflussbar ist, und der Herzschlag, gibt es auch die Möglichkeit, den Geist, die Gedanken zu trainieren.
Und wieder die selbe Frage: Woher kam die Intention das zu trainieren?
6. Ist der Gedanke "Ich" eine besondere Art Gedanke, der andere Gedanken denken kann? Oder kommt er von derselben Stelle wie die anderen Gedanken
Der Gedanke „ich“ ist eine Umgangsform, für das materielle, was existiert. Das Bewußtsein was alles ist, ist eins mit dem Leben. Auch das ich ist ein Teil davon. (Das kam jetzt gerade so. Woher weiß ich nicht, es ist aus der Erfahrung, dem Gefühl, dem Leben- dem eins). Es gibt keine separate Gedankenquelle. (Da gibt es diesen schönen Spruch, der mir gerade einfällt: Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken!)
Schöner Spruch :)

Da du gerade so schön beim Gedanken beobachten bist, lass uns noch ein wenig dabei bleiben, denn es könnte geschehen, dass auffällt, dass sich ein Großteil der Gedanken um ein „Ich“ dreht, dass es nur in Gedanken gibt.

Kleines Experiment dazu:

Nimm dir Zettel und Stift, teile ihn mit einem Strich in der Mitte und dann mache es dir zu Hause wieder richtig gemütlich, entspannt, weicher langer Atem. Schließe kurz die Augen und beobachte die Gedanken.

Und dann mache für jeden Gedanken, der sich um „Ich“ dreht einen Strich, und für jeden nicht-Ich Gedanken einen Kreis. Achte auch auf verkleidete Ich-Gedanken wie z. B. Dieses Auto ist nicht schön (gefällt ….nicht) usw....

Bin neugierig wie es dir damit geht... :)
Es gibt keinen Denker, der die Gedanken kontrolliert. Die Gedanken kommen und gehen, das Leben, das Bewußtsein nimmt sie wahr, und „spielt“ mit ihnen.
Findest du irgendwo eine Trennung zwischen „denken“ und „wahrnehmen“? Also Subjekt – Verb – Objekt? In dem Fall: Bewusstsein – wahrnehmen – Gedanken? Oder ist das alles einfach ein Happening, einfach „denken-wahrnehmen?


Ich komme immer nur so um die Mittagszeit zum antworten. Wenn es für dich Ok ist, dass ich dir jeden zweiten Tag schreibe ist es gut. Ansonsten könntest du die Antworten schon Vormittag in den Thread stellen. Ich finde es aber gar nicht verkehrt sich ein bisschen länger mit den Fragen zu beschäftigen, sie auch mit in den Schlaf zu nehmen...

Dir auch einen schönen 1. Mai <3
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Sat May 02, 2020 12:24 pm

Woher kommt die Intention den Gedanken bewusst wahrzunehmen, zu verfolgen oder ziehen zu lassen? Machst „du“ das, oder ist das auch etwas das einfach auftaucht?
Intention kommt aus der Wahrnehmung und dem Bewusstsein mit einer speziellen Ausrichtung des Bewusstseins. Es ist einfach da. Es gibt kein Extra-ich, das etwas macht, oder steuert, kontrolliert, oder als etwas fungiert; es ist das Leben, das lebt, und sich darstellt, in der Wahrnehmung, im Wahrnehmenden im Wahrgenommenen und im Bewusstsein. Ich kann es nicht so klar ausdrücken, aber es ist einfach da.
Das verstehe ich nicht ganz, kannst du denn erkennen wo er hin geht wenn du sagst „Richtung“?
Die Gedanken kommen, gehen, sind nicht greifbar, doch da, und gehen nicht dorthin zurück, wo sie hergekommen sind. Wenn sie einmal ins Bewusstsein kommen, kehren sie nicht wieder um, oder können nur „halb“ ins Bewusstsein kommen. Es gibt nicht eine „Straßen“Richtung, sondern eher dass der Gedanke kommt, und geht, so wie es ist. Wahrnehmung findet statt, ohne Einfluss eines getrennten Bewusstseins.
Intention und Fokus sind auch Gedanken, die gerichtet sind auf eine bestimmte Wahrnehmung. Sie entstehen aus dem Bewusstsein heraus, einfach da, es gibt keine getrennte Steuerung, Bewusstsein ist da, als Verbindung aller Rhythmen; Geist, Herz, Atmung, Natur, Universum. Keine Trennung, nur ein Bewusstsein von allem. Leben.
Findest du irgendwo eine Trennung zwischen „denken“ und „wahrnehmen“? Also Subjekt – Verb – Objekt? In dem Fall: Bewusstsein – wahrnehmen – Gedanken? Oder ist das alles einfach ein Happening, einfach „denken-wahrnehmen?
Nö. ;-) Gedanken, Wahrnehmung, Bewusstsein, Handlung, Handler, ist alles aus dem Einen. Was das eine ist, weiß ich nicht, ich spüre es! Beobachten, Beobachter, Beobachtetes ist auch eins.
Ich hatte viele verschiedene Wahrnehmungen. Es waren viele Wahrnehmungen die Kreise waren. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, wenn ich einen Gedanke habe, der damit zu tun hat, was ich noch machen möchte, ob das ein „Ich“ Gedanke ist, oder einfach etwas, was getan werden sollte. Ich hab das Gefühl, dass es kein „Ich“ Gedanke ist, sondern einfach auch eine Wahrnehmung die etwas mit dem Leben zu tun hat. Es waren Gedanken wie: die Abrechnung machen, Kuchen backen, Fotos sortieren. Natürlich haben die Gedanken was damit zu tun, dass ich dies mache. Aber es ist nicht das Gefühl, eines getrennten Ichs, sondern eins mit dem was geschieht. Im Fluss des Lebens.

Danke, herzliche Grüße, Daniela

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Re: Das Leben ist jetzt

Postby barb » Sun May 03, 2020 12:04 pm

.

Ich weiß es ist sehr schwer das in Worte zu fassen, eigentlich ist es unmöglich... :) „Die Wahrheit die ausgesprochen werden kann ist nicht die Wahrheit“ hat schon Laotse gesagt...

Zum kommunizieren brauchen wir aber Worte, deshalb verzeih, wenn ich manchmal ein wenig pingelig rüberkomme. Die Illusion ist eigentlich ja hauptsächlich Sprach-basiert, also ist es gut da ganz genau hinzuschauen.
Intention kommt aus der Wahrnehmung und dem Bewusstsein mit einer speziellen Ausrichtung des Bewusstseins.
Kannst du irgendein „Ding“, ein Objekt Namens „Bewusstsein“ finden? Und wie läuft das ab, wenn die Intention daraus auftaucht? Oder ist die möglicherweise genauso plötzlich da, wie Gedanken es sind?
Sie entstehen aus dem Bewusstsein heraus, einfach da, es gibt keine getrennte Steuerung, Bewusstsein ist da, als Verbindung aller Rhythmen; Geist, Herz, Atmung, Natur, Universum. Keine Trennung, nur ein Bewusstsein von allem. Leben.
Du verwendest oft das Wort „Bewusstsein“. Was ist davon zu sehen-hören-spüren-riechen-schmecken?
Nö. ;-) Gedanken, Wahrnehmung, Bewusstsein, Handlung, Handler, ist alles aus dem Einen. Was das eine ist, weiß ich nicht, ich spüre es! Beobachten, Beobachter, Beobachtetes ist auch eins.

Ich hatte viele verschiedene Wahrnehmungen. Es waren viele Wahrnehmungen die Kreise waren. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, wenn ich einen Gedanke habe, der damit zu tun hat, was ich noch machen möchte, ob das ein „Ich“ Gedanke ist, oder einfach etwas, was getan werden sollte. Ich hab das Gefühl, dass es kein „Ich“ Gedanke ist, sondern einfach auch eine Wahrnehmung die etwas mit dem Leben zu tun hat. Es waren Gedanken wie: die Abrechnung machen, Kuchen backen, Fotos sortieren. Natürlich haben die Gedanken was damit zu tun, dass ich dies mache. Aber es ist nicht das Gefühl, eines getrennten Ichs, sondern eins mit dem was geschieht. Im Fluss des Lebens.
Sehr schön :)


Falls du überhaupt noch auf der Suche bist und die Illusion noch nicht vollständig durchschaut hast, dann vermute ich liegt es daran, dass da noch zu viel Glaube an den Wahrheitsgehalt der Gedanken da ist.

Lass uns deshalb doch noch weiter schauen was die Gedanken so alles in die rohe, direkte Erfahrung hinein interpretieren:

Stelle einen Apfel (oder eine andere Frucht) vor dir auf eine weiße Fläche und untersuche:

Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen? Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung? Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?



Du klingst generell ziemlich klar.
Was ist es überhaupt das du suchst bzw. willst? Was sollte/könnte anders sein als es ist? Was fehlt?

Viel Freude beim Untersuchen :)
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Wed May 06, 2020 4:36 pm

jetzt schaffe ich es endlich wieder zu schreiben. es war die letzten Tage viel los, und ich hatte das Gefühl, dass ich das Experiment nicht nur einmal sondern ein paar mal ausprobieren möchte.
Wo findet das Sehen statt? Draußen oder drinnen?
Wo ist die Grenze zwischen Außen und Innen?
Schaut das pure Gesehene eher nach 2D oder 3D aus, wenn du nur auf das eigentliche Sehen achtest und nichts denkst?
Schaue genau hin: Siehst du überhaupt einen "Apfel" oder nur Farbe?
Bemerke, wie die Gedanken benennen, was gesehen wird.
Woher kennst du den Namen der Farbe?
Hat das, was du siehst bereits einen Namen, wenn du es siehst, oder gibt es nur etwas? Bemerke die Lücke, die zwischen dem Sehen und dem Benennen liegt.
Gibt es jemanden, der sieht oder ist da nur sehen? Gibt es eine "Instanz", die ein wahrgenommenes Objekt wahrnimmt oder einfach nur Wahrnehmung? Denkst du die Erfahrung oder ist da einfach nur Erfahrung?
Sehen findet statt, wo weiß ich nicht, also wenn ich es nicht anatomisch/physiologisch erkläre! ich habe verschiedene Sachen ausprobiert, mit einem Auge, mit beiden Augen, ohne Augen- ehrlich gesagt, war das alles super spannend. noch spannender fand ich allerdings das namenlose Beobachten. Dinge zu betrachten, und sie nicht zu benennen. dadurch hab ich noch viel mehr wahrgenommen. es ist unglaublich, wie sehr man sich beschränkt in der Wahrnehmung auf das was man kennt. der Rest wird garnicht wahrgenommen. und es ist soviel "reicher" was noch alles da ist, wenn man die Bezeichnungen weg lässt. Heute morgen beim Laufen habe ich eine gefrorene Pusteblume gesehen, das war wunderschön! Die Welt öffnet sich nochmal ganz anders ohne Namen!
Es ist ein ganz anderes bewusstes Wahrnehmen. und Wahrnehmen, Wahrnehmender und Wahrgenommenes wird zu einem schöpferischen Meisterwerk. Das klingt jetzt viel, aber so hab ich es empfunden. Da war sonst nichts!
Auch die Gefühle sind ein Teil davon. Gerade im Moment, sind sehr intensive Gefühle und Wahrnehmungen da, die Zeit brauchen, um gesehen zu werden, und dann wieder gehen zu können. Das ist jetzt nicht so passend ausgedrückt, wie ich es empfinde, aber es ist eine Idee. Es gibt so viel was gerade um uns herum geschieht, das sind alles so neue Eindrücke und doch ist alles so wie es ist!
Danke für deine Unterstützung, herzliche Grüße, Daniela

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Re: Das Leben ist jetzt

Postby barb » Thu May 07, 2020 11:49 am

jetzt schaffe ich es endlich wieder zu schreiben. es war die letzten Tage viel los, und ich hatte das Gefühl, dass ich das Experiment nicht nur einmal sondern ein paar mal ausprobieren möchte.
Ist absolut kein Problem wenn du länger brauchst... Wenn du mir vielleicht nur zwischendurch mit einer kurzen Nachricht Bescheid geben könntest, dass alles ok ist, denn manchmal kann es während des Prozesses schon mal ein bisschen heftig werden. Nur damit ich mir keine Sorgen machen muss :)

Es ist sowieso gut, die Übungen die dich ansprechen immer wieder mal zu machen im Alltag, solange bis es so auf die Art ein neues Sehen wird...
Sehen findet statt, wo weiß ich nicht, also wenn ich es nicht anatomisch/physiologisch erkläre! ich habe verschiedene Sachen ausprobiert, mit einem Auge, mit beiden Augen, ohne Augen- ehrlich gesagt, war das alles super spannend. noch spannender fand ich allerdings das namenlose Beobachten. Dinge zu betrachten, und sie nicht zu benennen. dadurch hab ich noch viel mehr wahrgenommen. es ist unglaublich, wie sehr man sich beschränkt in der Wahrnehmung auf das was man kennt. der Rest wird garnicht wahrgenommen. und es ist soviel "reicher" was noch alles da ist, wenn man die Bezeichnungen weg lässt. Heute morgen beim Laufen habe ich eine gefrorene Pusteblume gesehen, das war wunderschön! Die Welt öffnet sich nochmal ganz anders ohne Namen!
Hört sich total schön an :)
Auch die Gefühle sind ein Teil davon. Gerade im Moment, sind sehr intensive Gefühle und Wahrnehmungen da, die Zeit brauchen, um gesehen zu werden, und dann wieder gehen zu können. Das ist jetzt nicht so passend ausgedrückt, wie ich es empfinde, aber es ist eine Idee. Es gibt so viel was gerade um uns herum geschieht, das sind alles so neue Eindrücke und doch ist alles so wie es ist!
Ja es ist oft nicht leicht die passenden Worte zu finden, du machst das ganz wunderbar :)

Lass uns noch ein wenig bei dieser Thematik bleiben und schauen ob Gedanken denn die Realität verstehen können:
Du brauchst dazu eine Frucht oder etwas anderes Essbares.

Überlege vorher, was du gerne für den Zweck der Übung hernehmen möchtest und sei sicher, dass du es zu Hause hast. Bevor du es dir holst und bevor du es isst, schließe die Augen und beschreibe aus der Erinnerung den Geschmack der Frucht (oder sonstiges) ihre Textur, Farbe, den Klang den es macht beim Hineinbeißen und beim Essen. Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.

Danach iss die Frucht und beobachte währenddessen, was du dabei wahrnimmst.

Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.

Jetzt frage dich:

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell jemals etwas über Erfahrung?
Danke für deine Unterstützung
Es ist mir eine große Freude <3
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Sat May 09, 2020 10:14 am

Das war eine super spannende Erfahrung. ich habe sie gleich öfters gemacht, und habe jedesmal noch eindrücklicher erfahren, wie wenig die Gedanken erfassen von dem was erfahren wird! Unglaublich! Danke für dieses tolle Experiment!

ich weiß garnicht wo ich anfangen soll. es ist schon fast eine Reizüberflutung! ;-)
Wie auch schon beim Beobachten, aber noch viel intensiver beim Geschmack, riechen, können Gedanken, die ja nur Worte, Benennungen mit sich bringen, nicht erfassen, was tatsächlich empfunden wird.

ich hatte an eine Himbeere gedacht, die ich auch dann vor mir hatte. Den Geschmack zu beschreiben aus der Erinnerung, war schon interessant, weil es auch dort schon Grenzen gab: süß, säuerlich, weich, ein bisschen flüssig, aber nicht wirklich, vielleicht eher matschig, (aber das triffts auch nicht wirklich). ein paar kerne, beerig (aber was bedeutet das schon).

Das Geschmackserlebnis war so viel vielfältiger, mit Sehen, hören, schmecken, riechen, tasten, fühlen- also sowohl mit den Sinnen wahrnehmen und als eins wahrnehmen. Es war ein Verschmelzen mit allem, mit dem Moment, mit dem Was ist.

Gedanken kommen und gehen, und sie sind ein Teil des Ganzen, aber sie sind nichts.

es fallen mir noch ein paar Sachen ein, die ich loswerden möchte, ich schreibe dir morgen in Ruhe nochmal. ich wollte dir dieses Erlebnis noch mitteilen!
Ganz herzlichen Dank, ich wünsch dir ein wunderschönes, entspanntes Wochenende!
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby barb » Sat May 09, 2020 10:30 am

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Wow, das hört sich alles ganz toll an :)

Ja, mach das generell ruhig öfter... Wann immer es dir in den Sinn kommt vorm/während dem Essen/Trinken/Duschen oder was dir sonst noch einfällt; einfach immer wieder vergleichen was Gedanken erzählen und wie die direkte Erfahrung wirklich ist.

Es ist wichtig bis auf die tiefste Ebene sinken zu lassen, dass KEIN Gedanke die Realität verstehen kann. Es sind da jahrelange oder gar jahrzehntelange Konditionierungen zu durchschauen. Und wenn das mal klar ist, dann ist das Durchschauen der Ich-Illusion meistens nur mehr ein Klax, also wenn gesehen wird, dass das getrennte Ich auch einfach nur ein Gedanke ist... :)

Dann gebe ich dir heute keine Übungen oder Fragen mit auf die Reise und bin gespannt was du sonst noch schreibst. Wenn du irgendwas Spezielles anschauen möchtest, können wir das natürlich auch gerne machen...

Dir auch ein schönes Wochenende und alles Liebe <3
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Daniela
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Mon May 11, 2020 12:10 pm

Danke von ganzem Herzen. ich habe das Gefühl, es ist wie ein Whirlpool in mir, und um mich herum. Manchmal taumel ich zwischen den Gefühlen und Gedanken. Zwischendrin ist alles wieder völlig klar. Eine Wahrnehmung mit allen Sinnen, eins mit allem, Beobachtung was geschieht, was ist. eine unbeschreibliche Leichtigkeit, Verbundenheit.
und doch wache ich in der Früh auf, noch bevor Gedanken da sind, ist ein Gefühl der Verwirrtheit, Unsicherheit da. ich kann nicht sagen, wo es herkommt, es bezieht sich, soweit ich das nachvollziehen kann, nicht auf einen Traum.
Vielleicht hat es auch gerade was mit der jetzigen Situation zu tun, ich kenne das Gefühl so nicht.
als ich letztes Jahr, nur mit den drei Jungs, für 6 Monate in Neuseeland war und mich auf mich eingelassen habe, war dieses Gefühl auch zwischendurch da. Es war jedoch anders, da es nachvollzogen werden konnte, auf Ereignisse, bzw. Erinnerungen aus meinem Leben, und ich mich damit bewusst auseinandersetzen konnte, bewußt eins werden konnte mit dem Leben, und sich das drum rum "gelöst" hat.
jetzt hat es vielleicht auch was mit mir zu tun, aber es ist nicht greifbar, und es fühlt sich auch nicht nach meinen Gefühlen an, die in der Früh auftauchen.
ich kann das auch nicht wirklich so beschreiben, vielleicht verstehst du es ja.

Es ist wichtig bis auf die tiefste Ebene sinken zu lassen, dass KEIN Gedanke die Realität verstehen kann. Es sind da jahrelange oder gar jahrzehntelange Konditionierungen zu durchschauen. Und wenn das mal klar ist, dann ist das Durchschauen der Ich-Illusion meistens nur mehr ein Klax, also wenn gesehen wird, dass das getrennte Ich auch einfach nur ein Gedanke ist... :)
es ist unglaublich beruhigend zu sehen, zu fühlen, wahrzunehmen, dass Leben Leben ist, und alle Gedanken, ein Konstrukt sind, die da sind, die wahrgenommen, beobachtet werden können, aber nicht das Leben sind! Die Ich-Bezeichnung ist ein Teil davon, ohne Bezug.

Ich wünsche dir einen wunderschönen, entspannten Montag, herzlichst, Daniela

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barb
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby barb » Mon May 11, 2020 1:25 pm

Danke von ganzem Herzen. ich habe das Gefühl, es ist wie ein Whirlpool in mir, und um mich herum. Manchmal taumel ich zwischen den Gefühlen und Gedanken. Zwischendrin ist alles wieder völlig klar. Eine Wahrnehmung mit allen Sinnen, eins mit allem, Beobachtung was geschieht, was ist. eine unbeschreibliche Leichtigkeit, Verbundenheit.
und doch wache ich in der Früh auf, noch bevor Gedanken da sind, ist ein Gefühl der Verwirrtheit, Unsicherheit da. ich kann nicht sagen, wo es herkommt, es bezieht sich, soweit ich das nachvollziehen kann, nicht auf einen Traum.
Vielleicht hat es auch gerade was mit der jetzigen Situation zu tun, ich kenne das Gefühl so nicht.

ich kann das auch nicht wirklich so beschreiben, vielleicht verstehst du es ja.
Ja ich glaube schon, dass ich ungefähr weiß was du meinst. Es ist generell so, dass alles was ungewohnt ist Verwirrung und Unsicherheit auslösen kann. Und diese Art Verwirrung in unserer Untersuchung ist ganz wunderbar! Das zeigt, dass sich was tut... :)

Es ist jedoch so, dass die Verwirrtheit und Unsicherheit ebenfalls gesehen werden, oder? Auch sie sind einfach nur Erscheinungen/Zustände... Wir wollen uns auf das Sehen konzentrieren, auf die direkte Erfahrung davon... Manchmal fühlt es sich wohlig entspannt an, ein anderes mal ist vielleicht wieder mehr Anspannung im Spiel, doch all diese Zustände werden wahrgenommen, nicht wahr?

Wahrnehmen ist immer gleich neutral und wertfrei, kannst du das sehen?

Vielleicht schaffst du es ja wenn sie das nächste Mal auftauchen zu beobachten:

Was von „Verwirrung und Unsicherheit“ ist wirklich direkt erfahrbar? Also was ist zu sehen-hören-spüren? Wo und wie im Körper zeigt sich „Verwirrung“? Wo und wie „Unsicherheit“? Was davon ist nur Gedankengeschichte? Wenn du den Gedankeninhalten keine Beachtung schenkst, was bleibt davon übrig?


Du kannst diese Untersuchung mit allen auftauchenden Emotionen machen, es ist nur wichtig dass sie aktuell da sind und nicht aus der Erinnerung analysiert werden... :)
es ist unglaublich beruhigend zu sehen, zu fühlen, wahrzunehmen, dass Leben Leben ist, und alle Gedanken, ein Konstrukt sind, die da sind, die wahrgenommen, beobachtet werden können, aber nicht das Leben sind! Die Ich-Bezeichnung ist ein Teil davon, ohne Bezug.
Sie sind einfach auch eine Erscheinung des Lebens... Genauso ein Happening des Seins.... Wunderbare Werkzeuge solange sie als solche erkannt werden... :)

Dir auch einen wunderschönen Tag und nimms ganz leicht, entspanne so gut du kannst <3
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Daniela
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Re: Das Leben ist jetzt

Postby Daniela » Wed May 13, 2020 11:33 am

Danke, danke, danke
Wahrnehmen ist immer gleich neutral und wertfrei, kannst du das sehen?
Dieser Satz hat mich gerettet!
Abhängig von Erfahrung, Erziehung, Kultur, werden den verschiedenen Wahrnehmungen bestimmte Emotionen und Wertungen beigefügt, die sich in der Erinnerung festsetzen und dann in den Gedanken widerspiegeln! Wenn ich eine Situation, bzw. etwas wahrnehme und es dabei belasse, darf es völlig frei sein und ist einfach nur da. Alles was bewertet, oder benennt ist nicht real.
Das macht das Leben so viel einfacher, reicher, bewusster und aufregender! Lebendiger! Authentischer!

Anfangs als ich hier eingestiegen bin, wollte ich täglich (am besten sofort ;-) Nachrichten schreiben und bekommen. Jetzt ist es so, dass ich viel mehr beobachte und wahrnehme.
Gedanken, Gefühle die auftauchen, sind da, werden gesehen, es kann gehandelt werden, oder eben nicht, aber es gibt nichts was dieses Denken, fühlen, Handeln, wahrnehmen steuert. Es ist alles eins. eine contemplation! unglaublich befreiend, erleichternd...

Herzlichste Grüße, Daniela


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