Sehen, hören, riechen, schmecken, spüren geht über die Sinnesorganen. Was wirklich stattfindet ist Wahrnehmung. Es ist eins mit dem was sieht, riecht,…, was gesehen wird, und wer sieht. lassen.
Da hast du das schon ganz wunderbar gesehen :) Ja, es gibt nur wahrnehmen, um zu kommunizieren haben wir Wörter/Etiketten und Konzepte erfunden. Allen voran ist das Wort „wahrnehmen“ noch am Konzept-freiesten, danach kommen schon sehen-hören-spüren-riechen-schmecken. Alles was darauf folgt sind Interpretationen und Einteilungen.
Es gibt keine Trennung zwischen dem Wahrnehmen, Wahrnehmende und Wahrgenommenen.
Ich habe das Gefühl, dass ich nicht sagen kann, was wie wahrgenommen wird. Wahrnehmung findet einfach nur statt. Auch denken findet statt.
Sehr schön :) Genau, es gibt nur wahrnehmen... Und auch dass hast du ganz toll gesehen, dass es nicht ausdrückbar bzw. wissbar ist, wie und wo das geschieht...
Ich kann die Gedanken wahrnehmen und bewusst sein
Findest du da irgendwo eine Trennung? Ein „Ich“ - also eine Wahrnehmende, oder ebenfalls einfach nur wahrnehmen?
Diese Aussagen lösen Ruhe aus. Es gibt kein getrenntes Ich, was sich damit auseinandersetzt. Es ist nur Wahrnehmung da, eine Reaktion auf Momente, Gedanken die kommen und gehen. Ich sitze hier am Schreibtisch, beobachte die Gedanken, und die Finger tippen die Wörter. Ich höre Musik, rieche die Luft und die etherischen Öle der Handcreme, sehe die Buchstaben auf dem Bildschirm. Schmecke die letzten Reste der Schokolade. Es passiert alles, wie es passiert. Keine getrennte Kontrolle. Nur Wahrnehmung, der Gedanken, der Gefühle, der Bewegungen.
Hui, das klingt aber gut :)
Ist es denn jemals anders?
Wir haben Etiketten für fast alles, genauso ist das Wort “Ich” einfach nur ein Etikett. Scheinbare Probleme entstehen erst, wenn wir den Etiketten den Vorrang vor der direkten Erfahrung einräumen.
Hier ist eine Übung, die dir helfen kann herauszufinden ob das etikettieren wirklich so harmlos ist – sie dauert 10 – 20 Minuten und du brauchst Papier und Schreibzeug.
Schreibe die ersten 5 – 10 Minuten alles auf was du erlebst und zwar mit ‚Ich‘:
z.B.
Ich sitze hier.
Ich sehe aus dem Fenster.
Ich höre ein Auto.
Mir juckt der Fuß
Ich kratze mir meinen Fuß
Ich habe Verspannungen im Nacken
Ich schreibe hier komisches Zeugs
Ich spüre die Füße auf dem Boden
Ich habe Gedanken über die Arbeit
usw....
Reines Beschreiben, bleib dabei und achte gleichzeitig auf körperliche Wahrnehmungen.
Die nächsten 5 - 10 Minuten mach das Gleiche nur ohne das Wort ‘Ich’ zu benutzen:
z.B:
Sitzen spüren
aus dem Fenster sehen
Baum sehen
Auto hören
Vogelgezwitscher hören
tippende Finger spüren
Nase kitzeln spüren
kratzen an der Nase spüren
einatmen – ausatmen spüren
an die Ichlosgkeit denken
usw....
Du kannst bei der zweiten Version auch nur die reinen Sinneswahrnehmungen benennen, also sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken, also so Etikett-frei wie möglich
Und wieder achte auf den Körper.
Danach vergleiche beide Male:
Fühlt sich das eine wahrer an als das andere und wenn ja, welches?
Ohne Etiketten, was ist hier?
Ist dir ein Unterschied im körperlichen Empfinden aufgefallen?
Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?
Hoffentlich stört es dich nicht, wenn ich auf die Grußformel verzichte, aber für mich hat unsere Unterhaltung so einfach einen fließenderen Eindruck... :)
Viel Freude beim Untersuchen <3