If I were the subject of this thread, what would I be?

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starflower
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Wed Oct 30, 2019 11:51 pm

Gibt es jemanden der wahrnimmt, oder einfach nur wahrnehmen? Anders ausgedrückt: Existiert irgendwo eine Trennung zwischen Wahrnehmer – wahrnehmen – Wahrgenommenes? Schau ganz genau nach ob eine Grenze wahrnehmbar ist!
Es fühlt sich an als wären Wahrgenommenes und wahrnehmen eins. Das zu sehen fühlt sich angenehm an. Eine Entspannung im Körper

Ich kann auch keinen Wahrnehmer finden. Da wird ein Gedanke von Zweifel wahrgenommen. Irgendwo muss er doch sein, was wenn ich nur nicht genug suche? Und auf der gefühlten Seite ein Klos im Hals. Es wird also gesehen, aber da ist kein Vertrauen.
Aber was ist der Ursprung? Wurden diese Gedanken und Erwartungen nicht genauso gelernt und konditioniert wie das Wort „Kiwi“?
Da ist sehen und da ist das Wort "Kiwi" in meinem Kopf. Aber ist der Rest nicht logische Schlussfolgerung und daher hier nicht angebracht?

Da sind Gedanken an Soll-Zustände, vielleicht historisch, vielleicht nur aus der Phantasie. Dinge die ich erfahren oder gehört habe. Bei Wahrnehmung dieser Gedanken kommen andere Gedanken über die logische Schlussfolgerung, dass da Gedanken waren die zu diesem Erwartungs-Gedanken geführt haben. Ja, Erwartungen sind also Abgleiche von Eindrücken aus dem Moment mit Gedanken die durch Lernen und Konditionierung gesät wurden.
Fragen stellen, und dann den Empfindungen nachspüren, schauen... Die Gedankengeschichten links liegen lassen, nicht ernst nehmen. Auch wenn Gedanken aufkommen werden die dennoch wahrgenommen, nicht wahr?
Ja, Fragen stellen führt zu Gedanken _und_ Empfindungen. Und dann kann ich auf die Gefühle achten. Ich werde das bei nächster Gelegenheit versuchen.
Welches Gefühl verstärkt der Gedanke blahblahblah? Oder ist es dir nicht möglich mal die Gedankenstories für einige Minuten auf die Seite zu schieben und, blahblah zu denken und dabei auf die körperlichen Empfindungen zu achten?
Einige Minuten, puh, einige Sekunden vielleicht ;-)

Aber ja, wie oben beschrieben führen Gedanken zu Empfindungen und umgekehrt. Der Gedanke "Blahblahblah" ist neutral. Dann ist da nur die Empfindung und wenn kein Gedanke die Empfindungen erneut anheizt, ebben sie nach kurzer Zeit ab.

---

Bezüglich der Label-Instruktionen:

Ich habe gemerkt dass, wenn ich sehen/hören/fühlen/denken label, der Fokus mehr auf dem Sinneseindruck ist. Ich nehme z.B. feinere Details im Sinneseindruck wahr. Im Vergleich, die Fragen die du vor ein paar Tagen gestellt hast, untersuchen mehr den Vorgang des Sehens/Hörens/Fühlens/Denkens und nicht die Qualitäten des Eindrucks. Ich habe gestern eine Sitzmeditation gemacht und statt sehen/hören/fühlen/denken die label "wer sieht"/"wer hört"/"wer fühlt"/"wer denkt" verwendet (zugegeben, nicht meine eigene Idee). Das hat den Fokus mehr auf den Prozess des Wahrnehmens gelenkt. Etwa dass Sinneseindrücke einfach passieren ohne ein Ich das sie Wahrnimmt, dass da keine Distanz zum Sinneseindruck ist, etc. Kann / sollte ich in diesem Modus praktizieren?

---

Nächstes Wochenende ist in Australien ein verlängertes, Samstag bis Dienstag. Ich treffe mich da mit ein paar Freunden für ein viertägiges Retreat. Wir praktizieren alle unterschiedliche Traditionen, wir haben nur einen gemeinsamen Rückzugsort und die Gelegenheit gleichgesinnte zu treffen. Ich habe also mehr Zeit zu praktizieren.

Es gibt mehrere Optionen. Ich könnte einen ganzen Tag mit den Pointern aus dem jeweiligen Post von dir verbringen. Ich könnte nochmal durch das bisher geschriebene gehen und bisherige Pointer wiederholen. Alternativ könnte ich das LU Buch oder die App hinzuziehen. Oder gibt es eine andere Quelle die du empfiehlst? Ich bin halb durch ein Hörbuch von Rupert Spira, das habe ich zur Seite gelegt als wir diesen Thread angefangen haben, und es scheint mir soweit recht kompatibel. Was denkst du?

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barb
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Thu Oct 31, 2019 2:09 pm

Es fühlt sich an als wären Wahrgenommenes und wahrnehmen eins. Das zu sehen fühlt sich angenehm an. Eine Entspannung im Körper
Schön.... mach dir das immer wieder bewusst...
Ich kann auch keinen Wahrnehmer finden. Da wird ein Gedanke von Zweifel wahrgenommen. Irgendwo muss er doch sein, was wenn ich nur nicht genug suche?
Wenn du den Wahrnehmer finden würdest, dann wären da ja wieder 2... :) Was würde den Wahrnehmer dann sehen? Dann müsstest du den wieder suchen gehen... ;)
Und auf der gefühlten Seite ein Klos im Hals. Es wird also gesehen, aber da ist kein Vertrauen.
Braucht es Vertrauen um zu sein? Du weißt dass Sein/Existenz/Wahrnehmen/Erfahren/Leben (für mich sind das alles Synonyme für ein und dasselbe) ist... Konntest du jemals die Abwesenheit von Sein/wahrnehmen erfahren? Ist irgendwo eine Trennung im „Sein“? Ist „dein“ Leben ein abgebrochenes Stück vom Ganzen? Kontempliere darüber!
Einige Minuten, puh, einige Sekunden vielleicht ;-)
Das ist nur Übungssache... Einfach immer wieder ins Spüren kommen. Wenn du merkst dass du wieder in Gedanken abgedriftet bist, dann freue dich darüber, dass du es gemerkt hast und komm wieder zurück. Die Gedanken scheinen nur so lange so interessant, so lange ihren Geschichten noch geglaubt wird. Da hilft nur dranbleiben und immer wieder nachschauen - Gedankengeschichten mit dem was jetzt wirklich hier ist abgleichen....
Aber ja, wie oben beschrieben führen Gedanken zu Empfindungen und umgekehrt. Der Gedanke "Blahblahblah" ist neutral. Dann ist da nur die Empfindung und wenn kein Gedanke die Empfindungen erneut anheizt, ebben sie nach kurzer Zeit ab
.
Sei nicht so sehr interessiert am Abebben der Empfindung, nutze die Neutralität des Blahblah um die Empfindung im Körper ganz neugierig zu erforschen. Wo ist sie? Wie fühlt sie sich an? Ist sie konstant/starr oder fließend? Ist da eine deutliche Grenze? Usw.....

Beobachte generell während des Tages die Gefühle und frag dich, ob es nicht öfter so ist, dass verschieden interpretierte Gefühle (Traurigkeit, Sehnsucht, Verzweiflung, unerfüllte Erwartungen oder was auch immer) mit sehr ähnlichen oder gleichen Körperempfindungen einher gehen. Dann schau nach ob manchmal einfach nur ein Gedanke sagt, dass da irgendein unangenehmes Gefühl ist und im Körper aber einfach nichts zu finden. Und dann schau noch, ob manchmal im Körper so eine Empfindung ist (Kontraktion, Spannung...) und aber keine Geschichte von unguten Gefühlen dazu....

---
Bezüglich der Label-Instruktionen:

Ich habe gemerkt dass, wenn ich sehen/hören/fühlen/denken label, der Fokus mehr auf dem Sinneseindruck ist. Ich nehme z.B. feinere Details im Sinneseindruck wahr. Im Vergleich, die Fragen die du vor ein paar Tagen gestellt hast, untersuchen mehr den Vorgang des Sehens/Hörens/Fühlens/Denkens und nicht die Qualitäten des Eindrucks. Ich habe gestern eine Sitzmeditation gemacht und statt sehen/hören/fühlen/denken die label "wer sieht"/"wer hört"/"wer fühlt"/"wer denkt" verwendet (zugegeben, nicht meine eigene Idee). Das hat den Fokus mehr auf den Prozess des Wahrnehmens gelenkt. Etwa dass Sinneseindrücke einfach passieren ohne ein Ich das sie Wahrnimmt, dass da keine Distanz zum Sinneseindruck ist, etc. Kann / sollte ich in diesem Modus praktizieren?
Sind „Qualitäten des Eindrucks“ nicht wieder Urteile? Im Gesehenen nur das Gesehene, im Gehörten nur das Gehörte, im Gespürten nur das Gespürte.... Schau da mal rein... :)

https://www.youtube.com/watch?v=YanLQwrzwaU&t=4s

Wenn es sich gut anfühlt... Ich würde aber das „Wer“ durch „Was“ ersetzen. "Wer" könnte schon wieder die Suche nach einer getrennten Entität aufschaukeln und neue Identifikation beflügeln... Frag dich immer wieder „Was ist jetzt hier?“ und schau ob es irgendwo ein getrenntes „Ich“ gibt, welches das was jetzt hier ist wahrnimmt, oder einfach nur wahrnehmen. Schau ob es eine Grenze gibt...

Wie weit musst du gehen, was musst du finden und praktizieren um zu sein? Bitte versuche folgendes (mach es wirklich!)
Von da aus wo du jetzt sitzt stehe auf und gehe ein paar Schritte in Richtung Sein.....



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Wie weit musstest du gehen um zu sein? Um im „Sein“ anzukommen?




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Es gibt mehrere Optionen. Ich könnte einen ganzen Tag mit den Pointern aus dem jeweiligen Post von dir verbringen. Ich könnte nochmal durch das bisher geschriebene gehen und bisherige Pointer wiederholen. Alternativ könnte ich das LU Buch oder die App hinzuziehen. Oder gibt es eine andere Quelle die du empfiehlst? Ich bin halb durch ein Hörbuch von Rupert Spira, das habe ich zur Seite gelegt als wir diesen Thread angefangen haben, und es scheint mir soweit recht kompatibel. Was denkst du
Du könntest es ganz locker angehen, und dich in jedem Augenblick entspannen so gut du kannst, es ganz leicht nehmen, es dir gut gehen lassen.... Einfach sein und diesen Körperorganismus beobachten.... und wenn das mal nicht passiert, dich einfach abschütteln, lächeln und wahrnehmen, dass eben das jetzt da ist... :)

Ansonsten wären die Fragen und Anregungen von heute genau richtig. Buch, App oder Rupert finde ich nicht so gut.... Kann alles wieder zur Einlullung in Geschichten und Ablenkung von der DE führen. Statt etwas zu suchen und finden zu wollen was nicht hier ist, frag dich immer wieder „Was ist jetzt hier, was wird direkt erfahren – ohne Geschichte?“ Und dann schau ganz entspannt ob es innerhalb des wahrnehmens/erfahrens eine Trennung gibt....

Da ich Samstat auch offline bin, können wir gerne eine kleine Pause übers Wochenende machen, während du auf dem Retreat bist... ganz wie du magst... :)
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Fri Nov 01, 2019 6:35 am

Sind „Qualitäten des Eindrucks“ nicht wieder Urteile? Im Gesehenen nur das Gesehene, im Gehörten nur das Gehörte, im Gespürten nur das Gespürte.... Schau da mal rein... :)
Mit mehr Details meine ich sowas wie: Erst erscheint es als _ein_ Geräusch dann wird die Wahrnehmung schärfer und es wird wahrgenommen dass das "eine" Geräusch tatsächlich aus ganz vielen verschiedenen besteht. Da sind keine Urteile wahrnehmbar und ich Wahrnehmung geht auch nicht zu den Gedanken über das Geräusch. Aber das "wer" durch "was" ersetzen ist ein guter Pointer, danke.
Wie weit musstest du gehen um zu sein? Um im „Sein“ anzukommen?
Da war zuerst ein mentales Gefühl von Verwirrung, Desorientierung. Dann eine Pause. Dann ein körperliches Empfinden von Leichtigkeit, ein Lachen und ein Gedanke "hah, wie einfach".
Ansonsten wären die Fragen und Anregungen von heute genau richtig. Buch, App oder Rupert finde ich nicht so gut.... Kann alles wieder zur Einlullung in Geschichten und Ablenkung von der DE führen. Statt etwas zu suchen und finden zu wollen was nicht hier ist, frag dich immer wieder „Was ist jetzt hier, was wird direkt erfahren – ohne Geschichte?“ Und dann schau ganz entspannt ob es innerhalb des wahrnehmens/erfahrens eine Trennung gibt....

Da ich Samstat auch offline bin, können wir gerne eine kleine Pause übers Wochenende machen, während du auf dem Retreat bist... ganz wie du magst... :)
DE? Ist das eine Abkürzung oder ein Tippfehler? Ich lese mal "Realität"...

Als ich das so gelesen habe wurde mir klar, Gedanken suchen Anregung und Ablenkung. Mehr Anleitung und Input? Spielzeug zur Beschäftigung und Ablenkung! Ich denke das war ein guter Pointer: Lege mal alles zur Seite und sei für ein paar Tage nur mit einer einzigen Anleitung, ohne Spielzeuge.

Was ist jetzt hier, was wird direkt erfahren – ohne Geschichte?

Ich werde mal versuchen nur mit diesem einen Satz zu sein.

Ursprünglich hatte ich die Idee jeden Tag zu schreiben, dass ist ja eine der Empfehlungen von Liberation Unleashed. Aber es geht wahrscheinlich nur darum am Ball zu bleiben und ich mache in dem Sinn ja keine Pause, im Gegenteil.

Ich komme am Dienstag Abend zurück und werde dann wahrscheinlich das nächste Mal am Mittwoch ins Forum schauen und schreiben.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Fri Nov 01, 2019 10:19 am

Wunderbar gesehen...

DE = Direkte Erfahrung... :)

Dir auch ein schönes Wochenende... <3
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Wed Nov 06, 2019 10:03 am

Braucht es Vertrauen um zu sein? Du weißt dass Sein/Existenz/Wahrnehmen/Erfahren/Leben (für mich sind das alles Synonyme für ein und dasselbe) ist... Konntest du jemals die Abwesenheit von Sein/wahrnehmen erfahren? Ist irgendwo eine Trennung im „Sein“? Ist „dein“ Leben ein abgebrochenes Stück vom Ganzen? Kontempliere darüber!
Das scheinen mir ein paar recht unterschiedliche Fragen zu sein, oder ich sehe das große Ganze nicht, dass sie verbindet...
Braucht es Vertrauen um zu sein? Du weißt dass Sein/Existenz/Wahrnehmen/Erfahren/Leben (für mich sind das alles Synonyme für ein und dasselbe) ist... Konntest du jemals die Abwesenheit von Sein/wahrnehmen erfahren?
Wenn jemand fragt, "Existierst du?", dann hat das ein reflexives über sich selbst bewusst werden. In unangenehmen Situationen scheint etwas im Verstand zu kollabieren und alles läuft instinktiv ab. Wenn die Situation dann vorbei ist kann ich oft wahrnehmen wie Sein plötzlich wieder wahrgenommen wird. Ich kann also die Abwesenheit von Sein nicht erfahren. Ich kann sagen dass ich jetzt Bin und dass da Gedanken (Erinnerungen) davon sind, war vorher war. Aber in dieser erinnerten vorherigen Situation selbst war da keine Erfahrung von Sein.

Noch genauer betrachtet gibt es keine Kontinuität. Wenn ich das hier schreibe kann ich sagen dass ich existiere. Ich habe eine Erinnerung daran dass das auch so war als ich den vorherigen Paragraph geschrieben habe. Aber das ist nicht jetzt und hier. Nur eine Erinnerung.

In beiden Fällen könnte die Erinnerung (an die unangenehme Situation oder den vorherigen Paragraphen) "implantiert" worden sein...
Ist irgendwo eine Trennung im „Sein“? Ist „dein“ Leben ein abgebrochenes Stück vom Ganzen? Kontempliere darüber!
Die Frage hat vor dem Retreat keinen Sinn für mich gemacht. Wenn ich sie jetzt nochmal lese, verbinde ich sie mit einer gewissen Erfahrung die ich gemacht habe.

Oben habe ich schon mal geschrieben dass ich gesehen habe, dass das Ich in verbalen Gedanken ein Werkzeug ist. Da sind Worte in meinem Kopf die einen Dialog durchgehen. Ich und Du fühlen sich in diesen Gedanken wie Hilfsmittel an, um die Situation zu strukturieren.

Auf dem Retreat war da plötzlich eine körperliche Empfindung. Dann war da die Realisierung, dass das Schmerz ist. Dann kam da plötzlich ein körperbezogenes Gedankenkonstrukt eines Ich das den Schmerz hat. Und dann kam da ein Gedanke was dieses Ich tun muss um etwas gegen den Schmerz zu tun.

Im Bezug auf Konversationen war da also ein Ich-Konstrukt zum planen von Informationsaustausch, im Bezug auf Empfindungen war da ein Ich-Konstrukt zum planen von Bewegungen. Das Ich ist also ein Modell. Und was viel wichtiger ist, dieses Modell ist nicht fix, sondern in Relation zu etwas anderem.

Gleichermaßen kann ich meine Wahrnehmung über den ganzen Körper verteilen, den Körper als ganzes wahrnehmen. Das hat erst mal kein wahrnehmbares Ich. Wenn ich mich aber auf einen kleinen Ausschnitt konzentriere, z.B. meinen linken Fuß, dann ist da eine Relation. Ein Modell von ich dass das Objekt Fuß betrachtet.

Das Modell wird on-demand generiert und kann ein körperliches oder verbales sein. Wahrnehmung; (dann vielleicht Wahrnehmung das Wahrnehmung passiert als separater Schritt;) dann ein Fokussieren auf die Wahrnehmung, was einen Subjekt-Objekt-Split verursacht.

Mit Sehen fällt es mir nicht so einfach. Manchmal fällt das Ich-Konzept weg, aber es scheint mir dass perspektivisches Sehen und die Beweglichkeit des Kopfes einfach einen Ausgangspunkt nahelegen und sehr schnell ein Zentrum modellieren. Wenn ich versuche ohne Ich-Gefühl zu sehen muss ich den Kopf und die Augen ganz still halten.

Du hast mich gefragt ob ich ein Ich finde. Ich habe mehrere gefunden. Es wird auf Abruf generiert und in Relation zum Untersuchten. Wenn ich auf Retreat bin und die Gedanken sehr ruhig sind, ist da eine ziemlich konzeptlose Wahrnehmung von Sehen/Hören/Fühlen ohne Ich-Gefühl. Dann kam die Frage, was nimmt das wahr? Aber in diesem Moment wird dann wieder ein Ich generiert das auf die Suche geht, das "Wahrnehmen" wahrnimmt. Da ist der Gedanke dass es so einen Wahrnehmer doch geben muss... Da ist also kein Ich wenn ich keine Frage danach stelle ;-)

Im gröberen Funktioniert es genau so. Wenn ich in einem Auto sitze ist mein Ich-Gefühl das Auto als Ganzes. Stehe ich außerhalb des Autos ist das Auto eine Einheit. Bewege ich den Sitz, ist der Sitz eine separate Einheit, getrennt vom Auto.

Je unangenehmer die Situation ist, desto stärker wird auch das Gefühl von Ich. Der Gedanke "Ich will das nicht". Der Körper spannt sich an und trennt sich von der Umgebung ab. Da kommen das Modell-bilden von hier und das Kollabieren aus dem Anfang dieses Posts zusammen. Das Ich spaltet sich durch Modell-Bildung und dieses reflexive Wahrnehmen von Wahrnehmung kollabiert. Das ist aber ein sehr komplexes Thema und da die Wahrmehmung irgendwie kollabiert kann ich da nur vermuten und nicht aus direkter Erfahrung schreiben. Nur aus dem an was ich mich erinnere, wenn eine klarere Wahrnehmung wieder vorhanden ist und das Ich-Modell nicht mehr so stark.

Geht es darum dieses Spiel so lange zu spielen bis "Ich" der Suche müde bin? Werden da immer Ichs aufkommen und alles was wir tun können ist uns dessen bewusst zu werden? Wenn ich eine Sitzmeditation mache und einfach alle Gedanken fallen lasse, komme ich wie oben erwähnt manchmal in einen relativ konzeptfreien Raum; sollte ich diesen Zustand trainieren?

Hach, schön, ein Retreat gibt immer mehr Fragen auf als es beantwortet ;-) Ist ein recht langer Post geworden...

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Wed Nov 06, 2019 12:19 pm

Wenn die Situation dann vorbei ist kann ich oft wahrnehmen wie Sein plötzlich wieder wahrgenommen wird
Wie wird „Sein“ wahrgenommen in direkter Erfahrung? Was davon ist zu sehen-hören-spüren? Gibt es eine Trennung zwischen „wahrnehmen“ und „sein“? Ist „erfahren“ und „wahrnehmen“ etwas Getrenntes, Unterschiedliches? Versuche das nicht mit Gedanken zu lösen, sondern schau ganz frisch im Moment...
In beiden Fällen könnte die Erinnerung (an die unangenehme Situation oder den vorherigen Paragraphen) "implantiert" worden sein...
Ja genau, aber ganz egal wie auch immer, die Erinnerung wird wahrgenommen – jetzt. Das was jetzt erscheint ist „Erinnerung wahrnehmen“..

Gleichermaßen kann ich meine Wahrnehmung über den ganzen Körper verteilen, den Körper als ganzes wahrnehmen
Tust „du“ das wirklich? Oder ist das auch einfach das was geschieht?
Manchmal fällt das Ich-Konzept weg, aber es scheint mir dass perspektivisches Sehen und die Beweglichkeit des Kopfes einfach einen Ausgangspunkt nahelegen und sehr schnell ein Zentrum modellieren. Wenn ich versuche ohne Ich-Gefühl zu sehen muss ich den Kopf und die Augen ganz still halten


Warum sollte das Ich-Gefühl verschwinden? Es ist doch auch eine Erscheinung die wahrgenommen wird, nicht wahr?

Die Illusion zu durchschauen bedeutet nicht, dass etwas verschwindet, sondern einfach nur dass gesehen wird, dass es nicht real ist.

So wie wenn du in der Wüste bist und eine Fata Morgana siehst. Bevor dir klar ist, dass es nur eine Illusion ist, gehst du vielleicht hin um dort Wasser zu holen. Dort angekommen erkennst du dass es nur eine Luftspiegelung ist und gehst wieder. Verschwindet die Fata Morgana deswegen? Vielleicht vergisst du wieder, dass du bereits gesehen hast, dass sie nicht real ist und musst noch ein paar mal nachschauen. Doch irgendwann ist es absolut klar und du gehst nicht mehr hin. Wenn du sie dann siehst, zuckst du möglicherweise mit den Schultern und sagst „Ach – ist doch gar nicht real...“ und gehst weiter... :)
Geht es darum dieses Spiel so lange zu spielen bis "Ich" der Suche müde bin? Werden da immer Ichs aufkommen und alles was wir tun können ist uns dessen bewusst zu werden?
Prinzipiell sollst du mal garnichts... ;)

Die Frage ist was willst du? Wo willst du hin und könntest du überhaupt woanders hin? Fehlt hier und jetzt irgendwas? Könnte je irgendetwas anders sein als es jetzt gerade ist? Sollte es das? Wenn ja warum? Weißt du wie etwas zu sein hätte, dass es in Ordnung ist? Weißt du wie das Universum funktioniert?
Wenn ich eine Sitzmeditation mache und einfach alle Gedanken fallen lasse, komme ich wie oben erwähnt manchmal in einen relativ konzeptfreien Raum; sollte ich diesen Zustand trainieren?
Wenn es dir Spaß macht... ;) Andere gehen halt in eine Bar und trinken oder nehmen andere bewusstseinsverändernde Substanzen damit die Gedanken leiser werden...obwohl Meditation ist sicher die gesündere Option... :)) Meditation ist sicher gut um die Aufmerksamkeit zu trainieren.

Nutze das für den Alltag und komme immer wieder in die direkte Erfahrung: SEHEN-HÖREN-SPÜREN-RIECHEN-SCHMECKEN - sprich WAHRNEHMEN WAS IST JETZT WIRKLICH HIER

Das könnte das Portal sein und nicht die Milliarden Gedanken die meinen einer Lösung - für ein Problem das sie selbst kreieren - auf der Spur zu sein. Die drehen sich nur im Kreis innerhalb ihrer eigenen Blase...

Zustände und Erscheinungen sind Zustände und Erscheinungen... Halte Ausschau nach dem was alle Zustände und Erscheinungen wahrnimmt...
Kannst du da was finden? Gehe dieser Frage spürend nach, ganz egal ob nun Gedanken da sind oder nicht... Was nimmt die Gedanken wahr? Was nimmt den konzeptfreien Raum wahr... Ist da was?
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Wed Nov 06, 2019 10:20 pm

Tust „du“ das wirklich? Oder ist das auch einfach das was geschieht?
Es geschieht einfach. Über diese Dinge zu sprechen / schreiben ist kompliziert. Sprache ist inhärent konzeptionell und basiert auf Konstrukten wie Ich und Du...
Warum sollte das Ich-Gefühl verschwinden? Es ist doch auch eine Erscheinung die wahrgenommen wird, nicht wahr?
Ja, das macht Sinn.
So wie wenn du in der Wüste bist und eine Fata Morgana siehst. Bevor dir klar ist, dass es nur eine Illusion ist, gehst du vielleicht hin um dort Wasser zu holen. Dort angekommen erkennst du dass es nur eine Luftspiegelung ist und gehst wieder. Verschwindet die Fata Morgana deswegen? Vielleicht vergisst du wieder, dass du bereits gesehen hast, dass sie nicht real ist und musst noch ein paar mal nachschauen. Doch irgendwann ist es absolut klar und du gehst nicht mehr hin. Wenn du sie dann siehst, zuckst du möglicherweise mit den Schultern und sagst „Ach – ist doch gar nicht real...“ und gehst weiter... :)
Sehr schön geschrieben :-)
Die Frage ist was willst du? Wo willst du hin und könntest du überhaupt woanders hin? Fehlt hier und jetzt irgendwas? Könnte je irgendetwas anders sein als es jetzt gerade ist? Sollte es das? Wenn ja warum? Weißt du wie etwas zu sein hätte, dass es in Ordnung ist? Weißt du wie das Universum funktioniert?
Die Antwort auf diese Frage wäre ein längerer Text philosophischer Natur, der hier wohl nichts zu suchen hat. Die Krux der spirituellen Suche ist Unklarheit wonach überhaupt gesucht wird und/oder warum. Und von dem was ich so gelesen habe ist die Erfüllung der Suche mit Suchen aufzuhören und ein Gefühl von Erfüllung im hier und jetzt.
Wie wird „Sein“ wahrgenommen in direkter Erfahrung? Was davon ist zu sehen-hören-spüren? Gibt es eine Trennung zwischen „wahrnehmen“ und „sein“? Ist „erfahren“ und „wahrnehmen“ etwas Getrenntes, Unterschiedliches? Versuche das nicht mit Gedanken zu lösen, sondern schau ganz frisch im Moment...

SEHEN-HÖREN-SPÜREN-RIECHEN-SCHMECKEN - sprich WAHRNEHMEN WAS IST JETZT WIRKLICH HIER

Kannst du da was finden? Gehe dieser Frage spürend nach, ganz egal ob nun Gedanken da sind oder nicht... Was nimmt die Gedanken wahr? Was nimmt den konzeptfreien Raum wahr... Ist da was?
Da ist ein Unterschied zwischen einfach nur Wahrnehmen was hier und jetzt ist und der Frage nach dem Ich nachzugehen.

Wenn ich sehen/hören/fühlen/denken wahrnehme (egal ob z.B. durch labeln, in Zen-style Meditation oder einfach ohne Anwendung einer Technik), dann gibt es keine Frage, keine Suche. Es gibt nur den Moment, Sein. Da ist eine gewisse Ruhe und vielleicht sogar etwas Erfüllung.

Wenn da die Intention einer Suche nach einem Ich ist, auf Basis einer Frage wie "Ist da Jemand?", "Was nimmt all das wahr?", etc. werden Dinge leicht unangenehm. Die Frage scheint keinen Sinn zu machen. Wie soll so ein "Ich" denn aussehen, wonach wird hier gesucht? Ein Gefühl von Rekursion und etwas Verzweiflung kann aufkommen. Dann wechseln die Gedanken leicht zu Tagträumen oder Dumpfheit/Schläfrigkeit. Ist dieser Frage "aktiv" nachzugehen eine Sackgasse, oder ist dieses unangenehme ein Zurückschrecken des Verstands vor der Antwort?

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Thu Nov 07, 2019 12:44 pm

Es geschieht einfach. Über diese Dinge zu sprechen / schreiben ist kompliziert. Sprache ist inhärent konzeptionell und basiert auf Konstrukten wie Ich und Du..
.

Ja stimmt... Ich hake nur immer wieder nach um dich anzuregen nachzuschauen ob es ein getrenntes „Ich“ gibt oder nicht... :)
Und von dem was ich so gelesen habe ist die Erfüllung der Suche mit Suchen aufzuhören
Das Ende der Suche kann erst eintreten, wenn klar die Natur der Gedanken durchschaut wird - nicht in oder mit Gedanken sondern in absolut direkter, aktueller Erfahrung..
und ein Gefühl von Erfüllung im hier und jetzt.
Das ist leider eine aussichtslose Hoffnung und Erwartung, pack die bitte auch noch weg... ;) Auch das ist wieder nur ein Zustand, der mal da sein kann mal nicht... Gibt es irgendetwas statisches im Leben? Wenn du zu Hause sein willst, dann sei zu Hause im Fluss des Lebens!
Da ist ein Unterschied zwischen einfach nur Wahrnehmen was hier und jetzt ist und der Frage nach dem Ich nachzugehen.

Wenn ich sehen/hören/fühlen/denken wahrnehme (egal ob z.B. durch labeln, in Zen-style Meditation oder einfach ohne Anwendung einer Technik), dann gibt es keine Frage, keine Suche. Es gibt nur den Moment, Sein. Da ist eine gewisse Ruhe und vielleicht sogar etwas Erfüllung.
Gibt es denn jemals was anderes als den Moment? Mal mit mal ohne Gedanken?
Wenn da die Intention einer Suche nach einem Ich ist, auf Basis einer Frage wie "Ist da Jemand?", "Was nimmt all das wahr?", etc. werden Dinge leicht unangenehm. Die Frage scheint keinen Sinn zu machen. Wie soll so ein "Ich" denn aussehen, wonach wird hier gesucht? Ein Gefühl von Rekursion und etwas Verzweiflung kann aufkommen. Dann wechseln die Gedanken leicht zu Tagträumen oder Dumpfheit/Schläfrigkeit. Ist dieser Frage "aktiv" nachzugehen eine Sackgasse, oder ist dieses unangenehme ein Zurückschrecken des Verstands vor der Antwort
Hört sich gut an, grab da weiter! Wer oder was braucht eine sinnhafte Frage? Schau dir die Gefühle genau an, nimm sie unter die Lupe, zerteile sie: Was davon ist zu sehen-hören-spüren? Und was davon nur Gedankengeschichte?


Es gibt es ein wundervolles Experiment, um zu schauen, ob Gedanken denn die absolute Realität verstehen können - am besten mit einer Frucht: (Mach es bitte wirklich und nicht nur in Gedanken...)

Überlege vorher, was du gerne für den Zweck der Übung hernehmen möchtest und sei sicher, dass du es zu Hause hast. Bevor du es dir holst und bevor du es isst, schließe die Augen und beschreibe aus der Erinnerung den Geschmack der Frucht (oder sonstiges) ihre Textur, Farbe, den Klang den es macht beim Hineinbeißen und beim Essen. Schreibe alles auf, was dir dazu einfällt.

Danach iss die Frucht und beobachte währenddessen, was du dabei wahrnimmst.

Nun schaue auf deine geschriebenen Worte und stell dir zusätzlich vor, wie du die aktuelle Erfahrung beschreiben würdest.

Nun frag dich:

Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell jemals etwas über direkte Erfahrung?
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Fri Nov 08, 2019 11:07 am

Ja stimmt... Ich hake nur immer wieder nach um dich anzuregen nachzuschauen ob es ein getrenntes „Ich“ gibt oder nicht... :)
Gut. Die richtigen Gewohnheiten bilden. ;-)

Der Tag heute war sehr hektisch. Ich habe über den Tag ein paar Notizen gemacht, die sind aber noch sehr stichwortartig. Ich werde die Fragen morgen weiter untersuchen und dann ausführlicher schreiben.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Fri Nov 08, 2019 12:29 pm

Danke fürs Mitteilen, lass dir ruhig die Zeit die du brauchst... :)
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Sat Nov 09, 2019 4:51 am

Das ist leider eine aussichtslose Hoffnung und Erwartung, pack die bitte auch noch weg... ;)
Danke fürs Aufzeigen. Ich werde versuchen die Erwartung wegzupacken.
Gibt es irgendetwas statisches im Leben?
Ich habe beim labeln gemerkt wie die Gedanken Dinge "einfrieren". Da ist ein Sinneseindruck, z.B. ein Geräusch, und während das Geräusch schon lange abgeebbt ist, können die Gedanken es noch immer "hören". Ein mentales Nachbild. Die Wahrnehmung ist für ein "Einzelbild", für den Bruchteil einer Sekunde, in der "Realität", dann für den Rest der Wahrnehmung mit dem mentalen Nachbild.
Gibt es denn jemals was anderes als den Moment? Mal mit mal ohne Gedanken?
Es existiert absolut _nichts_ abseits des hier und jetzt. Wahrnehmung von "externen" Sinneseindrücken oder Gedanken in diesem Moment. Vergangenheit und Gegenwart sind nur Gedanken die im hier und jetzt wahrgenommen werden. Wie oben schonmal beschrieben ist sogar den vorhergehenden Satz geschrieben zu haben nur ein Gedanke. Und Erinnerungen fühlen sich als Gedanken oftmals nicht mehr oder weniger real an als die Erinnerung an einen Film.
Wer oder was braucht eine sinnhafte Frage? Schau dir die Gefühle genau an, nimm sie unter die Lupe, zerteile sie: Was davon ist zu sehen-hören-spüren? Und was davon nur Gedankengeschichte?
Da ist nur ein Gedanke dessen Inhalt ist, dass das keinen Sinn macht. Ich kann nichts sehen/hören/spüren oder sonstwie direkt erfahren, was diesen Gedanken denkt. Der Gedanke so wie alle anderen Wahrnehmungen finden einfach statt. Da ist ein Gedanke dass da ein Wahrnehmer sein muss. Das ist aber wiederum nur ein Gedanke wie jeder andere, nichts besonderes.

Auf die Gefahr hin dass das etwas metaphorisch klingt: Der "logische Verstand" (oder was immer der Ursprung von Gedanken ist, die das mentale Sinnesorgan wahrnehmen kann) ist nur ein Teil des Ganzen und als solcher nicht in der Lage das Ganze zu erfahren. Man würde ja auch nicht von Sehen erwarten die Antwort auf alles zu finden.

Sehen kann einfach nur sein, in sich vollständig und zufrieden. Der Verstand kann nicht einfach sein, versucht immer neue Konstrukte zu bilden. Verbinde ich das mit den Kommentaren von oben kann es keine Hoffnung geben, dass der Verstand aufgibt. Ich kann nur aufhören ihn so ernst zu nehmen. Die Suche nach dem Wahrnehmer ist die Suche nach einer Schlussfolgerung des Verstandes, einem Konstrukt aus einer nicht unbedingt vertrauenswürdigen Quelle.
Haben die Beschreibungen in irgendeiner Form etwas mit der eigentlichen Erfahrung zu tun?

Kann ein Wort, wie z.B. süß oder saftig, irgendetwas von der eigentlichen Erfahrung wissen?

Weiß Gedanke generell jemals etwas über direkte Erfahrung?
Sehr interessantes Experiment! Hier ein paar Beobachtungen.

Die Realität ist selten so geil wie sie Vorstellung es vorhersagt. Zu heiß, zu kalt, nicht intensiv genug, ... Die tatsächlichen Sinneseindrücke enthalten sowohl positive als auch negative. Die Vorstellung enthielt nur die positiven.

Ich bin nur halb in der Realität, nehme nicht alles wahr was ich mir vorher vorgestellt habe. Es ist nicht so als wären die Sinneseindrücke nicht verfügbar, da sind nur so viele Gedanken und andere Sinneseindrücke die vom Essen ablenken.

Wir achten so selten auf die Realität (wie oben, nur ein Standbild alle paar Sekunden), dass auf die tatsächliche Realität zu achten irgendwie fremdartig wirkt.

Worte sind nicht Erfahrungen. Vorstellungen können sehr lebhafte und einigermaßen realitätsgetreue Sinneseindrücke an sehen/hören/fühlen/riechen/schmecken enthalten. Diese dann in Worte aufzuschreiben hat dann aber wenig mit der Realität zu tun. Der Geschmack einer Frucht ist was wahrgenommen wird. Worte wie süß, prickelig, ... sind leere Hülsen. Vorgestellte Sinneseindrücke können Worte in der Wahrnehmung erscheinen lassen die aufgeschrieben werden können. Die Worte zu lesen kann die Sinneseindrücke wieder hervorbringen. Aber die Worte an sich haben kein Leben.

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barb
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Sat Nov 09, 2019 1:22 pm

Der Verstand kann nicht einfach sein, versucht immer neue Konstrukte zu bilden. Verbinde ich das mit den Kommentaren von oben kann es keine Hoffnung geben, dass der Verstand aufgibt.
Genau, es ist absolut HOFFNUNGSLOS! Die Aufgabe des Verstandes ist es Probleme zu lösen (die er meistens selbst kreiert hat... ;))
Ich kann nur aufhören ihn so ernst zu nehmen.
Kannst du steuern wie ernst du etwas nimmst oder nicht? Ist „ernst nehmen“ mehr als Gedankeninhalt? Nur durch immer wieder hinschauen ist es möglich zu erkennen, dass Gedanken nicht die Wirklichkeit repräsentieren. KEIN GEDANKE....!
Die Realität ist selten so geil wie sie Vorstellung es vorhersagt. Zu heiß, zu kalt, nicht intensiv genug, ... Die tatsächlichen Sinneseindrücke enthalten sowohl positive als auch negative. Die Vorstellung enthielt nur die positiven.
Hui, in diesem Haus spielen sich die Gedanken aber als große Bosse auf... :)) Die Frage war nicht, wie Gedanken die Erfahrung beurteilen, sondern ob es möglich ist, die Erfahrung zu beschreiben. Ob die eigentliche Erfahrung überhaupt etwas mit der Vorstellung gemeinsam haben kann.

Mir scheint, du musst noch ein wenig weiter üben einfach nur die rohe direkte Erfahrung des Augenblicks wahrzunehmen. OHNE URTEILE!!! Was hat denn „zu heiß, zu kalt etc.“ mit direkter Sinneserfahrung zu tun? Sind das nicht absolut alles nur Gedankengeschichten?
Versuche heute irgendwann mal länger nichts zu trinken oder essen, so dass du sehr durstig oder hungrig wirst. Dann stell dir vor etwas zu trinken oder essen... Wie geil ist denn die Vorstellung dann? Kann sie den Durst/Hunger löschen? Dann trink/iss was, ignoriere alle Gedanken dazu und spüre einfach nur!
Ich bin nur halb in der Realität, nehme nicht alles wahr was ich mir vorher vorgestellt habe. Es ist nicht so als wären die Sinneseindrücke nicht verfügbar, da sind nur so viele Gedanken und andere Sinneseindrücke die vom Essen ablenken.
Ist es so schwer, die Gedanken mal für einige Zeit zu ignorieren, dich ganz auf eine Sinneserfahrung einzulassen? Stell dir vor, du gehst durch eine Menschenmenge... Achtest du genau auf jeden einzelnen Fußgänger und schaust ihn genau an? Und wenn dir einer nicht gefällt, rempelst du den dann an oder kränkst oder ärgerst dich über ihn? Sieh die Gedanken wie Passanten, sie ziehen einfach vorüber, lass sie doch einfach...
Worte sind nicht Erfahrungen. Vorstellungen können sehr lebhafte und einigermaßen realitätsgetreue Sinneseindrücke an sehen/hören/fühlen/riechen/schmecken enthalten. Diese dann in Worte aufzuschreiben hat dann aber wenig mit der Realität zu tun. Der Geschmack einer Frucht ist was wahrgenommen wird. Worte wie süß, prickelig, ... sind leere Hülsen. Vorgestellte Sinneseindrücke können Worte in der Wahrnehmung erscheinen lassen die aufgeschrieben werden können. Die Worte zu lesen kann die Sinneseindrücke wieder hervorbringen. Aber die Worte an sich haben kein Leben
Diese Antwort hört sich ganz anders an als die obige – irgendwie widersprüchlich... Wie ist es denn nun tatsächlich für dich? (Antworte bitte nicht aus der Erinnerung sondern schau noch mal nach und dann antworte aus der aktuellen Erfahrung!)
Wir achten so selten auf die Realität (wie oben, nur ein Standbild alle paar Sekunden), dass auf die tatsächliche Realität zu achten irgendwie fremdartig wirkt.
Ja genau deswegen wäre es vielleicht eine gute Idee noch die direkte Erfahrung weiter zu üben...:)

Nimm dir einen Timer zur Hand (oder eine App, wo du einstellen kannst, dass jede Minute ein Gong ertönt...)

Dann mach es dir ganz bequem, entspanne.

Für die 1. Minute lass die Augen offen und richte die Aufmerksam nur aufs Sehen. Blick dich im Zimmer um und jedes mal, wenn der Blick auf einem Objekt haften bleibt, sagst du laut „sehen“. Die auftauchenden Gedanken lass durchziehen. Sehen – Sehen – Sehen......

Für die zweite Minute schließe die Augen, und konzentriere dich aufs Hören. Ganz egal ob Kühlschrank, Auto, jedes mal wenn die Aufmerksamkeit auf ein Geräusch kommt label es laut mit „hören“. Hören – Hören – Hören.....

Für die dritte Minute konzentriere dich aufs spüren (nur Körperempfindungen). Ganz egal ob der Druck vom Hintern auf dem Stuhl, das Jucken am Fuß, die Verspannung im Nacken, das Grummeln oder Druck im Bauch, die Enge in Brust oder Kehle... benenne es mit „spüren“. Alles andere wieder ignorieren.... Spüren – Spüren – Spüren.

Die vierte Minute widme dem Denken. Nicht der Inhalt ist wichtig, nur das bemerken von auftauchenden Gedanken...(egal ob Wort- oder Bildgedanken) Sprich laut das Label „denken“. Denken – Denken – Denken..

Die fünfte Minute (wenn du möchtest kannst du auch länger) lass die Aufmerksamkeit frei, und was auch immer in das Wahrnehmungsfeld kommt versehe mit einem Label. Hören – denken – spüren – spüren – denken – sehen ….......

Wenn du merkst, dass du in Gedankengeschichten abgedriftet bist, dann freue dich, dass du es gemerkt hast, und komme wieder zur direkten Erfahrung zurück.. :)


Riechen und Schmecken lassen wir in diesem Fall weg.....

Versuche diese Übung einmal am Tag zu machen, bloß fünf Minuten... Und immer wenn du dich im Alltag daran erinnerst nimm die direkte Erfahrung wahr (ob mit oder ohne labeln, so wie es leichter ist...)
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Sat Nov 09, 2019 11:15 pm

Kannst du steuern wie ernst du etwas nimmst oder nicht? Ist „ernst nehmen“ mehr als Gedankeninhalt?
Hmm, ich glaube es ist eher ein Missverständnis durch Sprache. Lass mich versuchen es etwas anders zu formulieren.

Da sind manche Signale die das Geist-Körper-System (im Bezug auf diesen Abschnitt kurz "Ich") ernst nimmt. Physischer Schmerz zum Beispiel ist ein Signal welches das Ich sehr ernst nimmt. Ich ziehe die Hand reflexartig von der Herdplatte. Ich label nicht "fühlen" und versuche Klarheit darüber zu gewinnen ob da "jemand" ist, der dieses Fühlen wahrnimmt. Jede Form von Sinneseindruck hat eine gewisse "Ernstigkeit", das trifft auf Gedanken zu, auf Schmerzen, aber (für mich) z.B. auch einfach auf laute Umgebungen.

Insbesondere Gedanken, und letztendlich das Konzept eines Selbst, sind etwas was das Ich ernst nimmt. Das ist aber nicht zwingend überlebenswichtig, sondern eher eine Angewohnheit. "Steuern" ist da dann auch ein etwas zu starkes Wort. Eine Verhaltensweise kann abtrainiert werden, z.B. durch klares wiederholtes Durchschauen einer Illusion.

Wahrnehmung kann direkt bewusst werden z.B. durch die Übungen hier und immer wieder über den Tag verteilt. Wenn ein Sinneseindruck zu ernst genommen wird, wird aber nicht wahrgenommen das wahrgenommen wird. Je involvierter desto weniger Klarheit und bewusst sein geht "offline". Wenn die Situation dann weniger involviert ist, kommt dieses wahrnehmen wieder "online".
Was hat denn „zu heiß, zu kalt etc.“ mit direkter Sinneserfahrung zu tun? Sind das nicht absolut alles nur Gedankengeschichten?
Wow, da waren für mehrere Minuten so viele Gedanken _meinen_ Standpunkt zu rechtfertigen und keine Intention einfach direkt nachzusehen - obwohl ich gerade durstig bin. Heimtückisches Ich...

Manche Dinge, z.B. die Intensität des Geschmacks, sind Urteile aus Abgleichen mit der Realität. Erwartungen. Wie in einem vorherigen Post schonmal behandelt. Ich habe das aber erst jetzt bei zweitem Nachsehen wieder als solche erkannt. Zu heiß oder kalt sind Schmerzeindrücke (wie mit der Herdplatte oben). Da bin ich mir nicht sicher ob das ein Urteil des Verstandes ist, oder eine instinktive/reflexartige Abneigung.
Versuche heute irgendwann mal länger nichts zu trinken oder essen, so dass du sehr durstig oder hungrig wirst. Dann stell dir vor etwas zu trinken oder essen... Wie geil ist denn die Vorstellung dann? Kann sie den Durst/Hunger löschen? Dann trink/iss was, ignoriere alle Gedanken dazu und spüre einfach nur!
Natürlich kann der Gedanke den Durst nicht löschen. Man kann sich aber ganz schön in etwas verlieren und anderes ignorieren. Ich kann so in eine Aktivität involviert sein (sogar die Vorstellung an Trinken), dass ich den Durst nicht bemerke.

Beim Trinken ist mir jetzt aber etwas aufgefallen. Der Gedanke an trinken hat mehrere Komponenten. Da ist die Erinnerung an die reine Fühlen-Komponente, aber da sind auch Gedankenkonstrukte. Wenn ich dann tatsächlich trinke und nur auf die Fühlen-Komponente achte ist das leer. Ein leidenschaftsloser Sinneseindruck ohne Bedeutung. Wahrscheinlich war ich beim Essen mehr emotional involviert und habe das deswegen nicht bemerkt. Wasser löst nicht ganz so viele Gedankenkonstrukte aus, in die sich der Verstand verlieren kann.
Diese Antwort hört sich ganz anders an als die obige – irgendwie widersprüchlich... Wie ist es denn nun tatsächlich für dich?
Ich habe jetzt gesehen wie Gedanken sowohl eine _relativ_ realitätsgetreue Repräsentation eines externen Sinneseindrucks enthalten, aber auch eine ganze Reihe von Schichten darum erzeugen. Das Gefühl von Wasser, darüber das Konzept von Frisch, darüber wiederum das Konzept von Erfrischung, darüber die postitive Emotion über Befriedigung von Durst, etc.
Versuche diese Übung einmal am Tag zu machen, bloß fünf Minuten... Und immer wenn du dich im Alltag daran erinnerst nimm die direkte Erfahrung wahr (ob mit oder ohne labeln, so wie es leichter ist...)
Das labeln mache ich schon regelmäßig. Die Übung die Modalitäten einzeln durchzugehen aber nicht. Wird gemacht.

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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby barb » Sun Nov 10, 2019 11:54 am

Insbesondere Gedanken, und letztendlich das Konzept eines Selbst, sind etwas was das Ich ernst nimmt.
Ist das wahr? Du hast früher schon mal erkannt, dass das „Ich“ nur ein Gedanke ist, und dass Gedanken keine anderen Gedanken denken können. Kann denn ein Gedanke etwas tun? So wie „ernst nehmen“? Was von „ernst nehmen“ ist mit den Sinnen erfahrbar und was nur Gedankenkonstrukt? Du hast bis jetzt kein "Ich" gefunden? Wie kann etwas, das es nicht gibt etwas tun?
Wasser löst nicht ganz so viele Gedankenkonstrukte aus, in die sich der Verstand verlieren kann.
Was ist Verstand?
Ich habe jetzt gesehen wie Gedanken sowohl eine _relativ_ realitätsgetreue Repräsentation eines externen Sinneseindrucks enthalten,
Manchmal vielleicht, so 5% am Tag, oder was würdest du schätzen... ;)
aber auch eine ganze Reihe von Schichten darum erzeugen. Das Gefühl von Wasser, darüber das Konzept von Frisch, darüber wiederum das Konzept von Erfrischung, darüber die postitive Emotion über Befriedigung von Durst, etc.
Wie wichtig sind diese Beurteilungen und Einteilungen der Gedanken für die Durstlöschung?
Das labeln mache ich schon regelmäßig. Die Übung die Modalitäten einzeln durchzugehen aber nicht. Wird gemacht
Ist hilfreich es gewohnt zu werden... :)

Was würdest du sagen, wo wir seit dem Beginn unserer Untersuchung stehen? Könnte/sollte etwas anders sein als es ist? Was willst du und wo willst du hin?
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Re: If I were the subject of this thread, what would I be?

Postby starflower » Mon Nov 11, 2019 10:24 am

Ist das wahr? Du hast früher schon mal erkannt, dass das „Ich“ nur ein Gedanke ist, und dass Gedanken keine anderen Gedanken denken können. Kann denn ein Gedanke etwas tun? So wie „ernst nehmen“? Was von „ernst nehmen“ ist mit den Sinnen erfahrbar und was nur Gedankenkonstrukt? Du hast bis jetzt kein "Ich" gefunden? Wie kann etwas, das es nicht gibt etwas tun?
OK, neuer Versuch. Manche Dinge nehmen mehr Bandbreite in der Wahrnehmung ein als andere. Wenn du fragst, was nimmt Sehen wahr, dann ist ein Teil der Wahrnehmungsbandbreite auf dem Gesehenen und ein anderer Teil auf dem Vorgang des Sehens selbst; Wahrnehmung nimmt Wahrnehmen war. Wenn aber z.B. physischer Schmerz von einer Hand auf der Herdplatte wahrgenommen wird, läuft der Vorgang die Hand schnellstmöglich wegzuziehen ab ohne dass Bandbreite für diese zweite Form des bewussten Wahrnehmens übrig bleibt.
Was ist Verstand?
Eher: Wasser löst nicht ganz so viele Gedankenkonstrukte aus, die dann die Wahrnehmung dominieren.
Wie wichtig sind diese Beurteilungen und Einteilungen der Gedanken für die Durstlöschung?
Im Kontext der Aufgabe, der gedanklichen Beschreibung, null.
Ist hilfreich es gewohnt zu werden... :)
Gedanken über externe Sinneseindrücke werden unmittelbar nach dem Sinneseindruck ausgelöst und übernehmen dann die Wahrnehmung. Z.B. ist da ein Bruchteil einer Sekunde eines Geräusches in der Wahrnehmung; dann ist die Wahrnehmung schon unweigerlich gefüllt mit visuellen Gedanken des Gehörten, auditiven Gedanken des entsprechenden Wortes, etc. Erst nach ein paar weiteren Momenten kommt dann die Realisation, dass die Aufgabe war nur auf tatsächlich Gehörtes zu achten, und Geräusche kommen wieder in die Wahrnehmung.
Was würdest du sagen, wo wir seit dem Beginn unserer Untersuchung stehen? Könnte/sollte etwas anders sein als es ist? Was willst du und wo willst du hin?
Es sind ein paar interessante Dinge geschehen. Gedanken von direkten Sinneserfahrungen unterscheiden zu lernen ist mächtig.

In emotional schmerzvollen Situationen nur auf körperliche Sinneseindrücke zu achten hat mir gezeigt wie viel Leiden aus Gedanken kommt. Die Gewohnheit fokussiert noch gerne Gedanken, aber häufig kommt dann die Intention in den Körper zu gehen und das nimmt den Gedanken den Wind aus den Segeln. Irgendwie ist da aber immer ein Widerstand die Gedanken bei Seite zu legen...

Da ist auch ein genereller Widerstand gegen die Übungen den ich nur schwer beschreiben kann. Ich habe vorher ein bis zwei Stunden am Tag Atem-Meditation gemacht, label aber jetzt oft statt dessen. Häufig stehe ich dann einfach auf bevor der Gong schlägt und weiß nichteinmal warum. Irgendwie wird es unangenehm. Manchmal ist da der leere Gedanke "Was tu ich hier überhaupt", "Warum", "Was ist der Zweck"; manchmal werde ich ungemein schläfrig; manchmal stehe ich auf ohne offensichtlichen Grund. Die Antwort ist wahrscheinlich "Was will nicht", "wer steht auf", "für wen ist das alles ein Problem", "wer flüchtet", ... Ich weiß es nicht. "wer braucht eine Antwort"... argh...

Generell mag ich die Übungen, sehe grob wo die Reise hin geht. Irgendwie windet sich etwas in mir ohne offensichtlichen Grund, ist mal müde, mal regt es sich auf und ist wütend. Ich habe das Gefühl ich habe so viele Geschichten von Ausreden durchschaut dass da einfach nur purer Widerstand ohne Geschichten ist, den ich nicht begreifen kann.

Was ich will? Ich dachte keine Erwartungen... ;-) Wenn ich mir was wünschen könnte, dann das der Widerstand aufhört und ich in Ruhe und Klarheit Wahrnehmen kann. Im Grunde ist es sehr lehrreich und ungemein interessant. Wo will ich hin? Nirgends. Hier und jetzt Sein ohne den Wunsch das es anders wäre wäre wünschenswert.


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