Es wird gesehen dass Gedanken(bilder) da sind, ist das nicht ebenso Realität? (nur „dass“ nicht „was“...:))Da ist ein Gedankenbild, das legt sich nicht auf die gesehene Realität, sondern ist im selben Wahrnehmungsfeld, sie ist AUCH da, nur ist der Fokus auf dem Gedankenbild, dadurch wird die Realität nicht gesehen.
Mit diesen Begriffen wie „Realität“, „Wahrnehmung“ usw. bewegen wir uns sowieso auf dünnem Eis. Aber irgendwie müssen wir ja kommunizieren, doch letztendlich müssen wir aufpassen, dass wir nicht einen Glaubenssatz mit einem anderen ersetzen.
Weißt du, was Wahrnehmung ist und wie sie funktioniert?
“Wahrnehmung” ist eine Ansammlung von Erinnerungen, die die empfangenen Daten bearbeitet sobald ein Reiz auftritt, noch bevor die Daten bewusst werden. Nur was das Gehirn für relevant und überlebenswichtig hält, scheint dann auf. Wahrnehmung ist dieser Bezugsrahmen, die Voreingenommenheit, die wir alle entwickeln, welche unsere Erfahrungen bewertet und verändert.
Und weil jeder Reiz Daten erzeugt, die wahrgenommen und eingeteilt werden, noch bevor sie bewusst werden, können wir die Realität niemals so wahrnehmen, wie sie wirklich ist. Unsere Wahrnehmung wird unsere Erfahrungen immer so formen, dass sie zu unseren Erinnerungen passen... :)
Aber ja, hier in unserem Kontext nennen wir „Realität“ das was jetzt wahrgenommen werden kann, und dazu gehört das Auftauchen von Gedanken auch, oder?
Hört sich ganz gut an, die Frage ist nur: Ist das eine intellektuelle Schlussfolgerung (was natürlich erstmal nicht schlecht ist... ;)) oder ist das so in direkter Erfahrung?Das Gedankenbild ist auch da, beides ist da, Realität und Gedanke. Es ist nicht vor mir, sondern irgendwie inmitten von mir, inmitten dieses »meines« Wahrnehmungsfelds, oder anderes gesagt: da ist eigentlich nichts anderes als dieses Bild, es geht durch »mich« hindurch bzw. es ist das, was da ist ohne mich, wenn »mich« ja nur ein Gedanke ist …
Es ist (m)ein Wahrnehmungszentrum in dem Gedankenbild da und gleichzeitig das Gedankenbild in dem Wahrnehmungszentrum. Es füllt den gesamten Warhrnehmungsbereich aus, d.h. es hat keine Begrenzung. Und vielleicht gibt es auch gar keinen Unterschied zwischen dem Wahrnehmungszentrum, oder besser gesagt der Wahrnehmung und dem Bild. Es ist eins. Wahrnehmung = Gedankenbild. Und kein Ich. Da ist nur Wahrnehmung.
Perfekt :)umgetrieben, seitdem guck ich da öfter hin, das geht leichter. Es scheint alles derselben Herkunft zu sein, ohne Vorder- und Hintergrund, ohne Unterscheidung vom Gedanken »Ich« und dem Gedanken an etwas anderes.
Ja genau, einfach nur sehen...Gerade schau ich den Teebecher vor mir auf dem Tisch an. Die direkte Erfahrung ist, dass da sehen ist, sehen findet statt im Sehen. Da ist alles drin im Sehen.
Und wenn du nun versuchst alle Konzepte, alles Gelernte außen vor zu lassen: Kannst du mehr sehen als „Farben“? Weiß das reine „Sehen“ etwas von Apfel, Fläche, Tisch, Körper etc... ?Das Sehen findet weder draußen noch drinnen statt. Es findet statt. Im Sehen. Ich kann keine Grenze zwischen außen und innen festmachen. Ich kann auch nicht sagen, dass die Wahrnehmung zwischen »mir« und dem Apfel stattfindet, es gibt auch Umfeld um den Apfel herum, die weiße Fläche, der Tisch, die Wand, Arm (von mir) etc. Der Apfel ist in der Wahrnehmung enthalten, in der auch Ich enthalten bin. Und wenn Ich nur ein Gedanke ist: in der Wahrnehmung ist dieser Körper enthalten. Es gibt kein draußen und drinnen. Alles ist da zusammen im Wahrnehmungsgeschehen.
Es ist auch nicht nötig, dass du plötzlich 2D siehst, das Gehirn rechnet ja augenblicklich um (siehe oben – Wahrnehmung), also wie immer – kein Druck... :)Ich guck und guck weg und wieder hin, manchmal scheint es flacher zu sein, nicht 3D, aber es ist eher 3D.
Es muss gar nicht sein, dass die Gedanken verstummen (das geht auch gar nicht), sondern die Unterscheidung zu lernen was wirklich gesehen wird und was durch Angelerntes dazu interpretiert wird...Nur Farbe zu sehen ohne den Gedanken Apfel geht nicht so richtig. Ich hab mal ne Mandarine genommen, ging etwas besser, weil sie nicht soviel Licht reflektiert, aber nur orange sehen ging nur sehr wenig.
:)Ich kenne aber so etwas wie heute morgen im Park: ich laufe da lang und sehe die Baumstämme ganz zweidimensional. Wie Bäume, die aus Pappe geschnitten und in verschiedenen Hintergrundebenen aufgestellt sind. Das Sehen auf diese Weise ist bei Bäumen öfter mal da.
Sicher? Wie ist es beim Träumen? Werden da nicht auch Bilder gesehen?Da ist sehen, kein Jemand. Auch keine Instanz, aber Sehen ist abhängig von der Wahrnehmung durch die Sinne dieses Körpers, beim Sehen die Augen.
Ist das wahr? Wenn die Augen zu sind dann wird auch Farbe gesehen, oder? Schwarz vielleicht mit ein paar Lichtpunkten oder Farben, oder wenn du in eine helle Lichtquelle schaust wird da eher eine rötliche Farbe gesehen, nicht wahr? Probier es gleich mal aus...Aber mit geschlossenen Augen wird auch nicht die Realität gesehen. Und das ist vielleicht auch der konditionierte Bezug, es gäbe ein Ich.
DAS ist die Realität von der wir hier sprechen! Farben, Geräusche, Empfindungen, Geschmack, Geruch, Gedanke... Natürlich sind das auch schon wieder Konzepte und Einteilungen, aber wie gesagt ohne Worte können wir nicht kommunizieren. Also wir versuchen hier einfach alles so weit wie möglich runterzudampfen. „Wahrnehmen“ ist noch das neutralste Wort, die Einteilung in sehen-hören-spüren-riechen-schmecken-denken ist noch ziemlich wertfrei, und mit jedem weiteren Wort springen schon die Geschichten an...
Kommt diese Antwort aus der unmittelbaren Erfahrung?Denke ich die Erfahrung? Nein, da geschieht Erfahrung, weil es kein Ich gibt, das erfährt. Sinnesbezogen wird erfahren, aber ohne einen Denker
Hier mal eine schöne Übung dazu. Nimm dir dafür 10 – 20 Minuten Zeit. Setze dich irgendwohin und schreibe alles was du wahrnimmst folgendermaßen auf:
Die erste Halbzeit (stell dir am besten einen Timer)z. B.
ich sehe einen Baum,
ich schreibe auf was ich wahrnehme,
ich habe Nackenverspannungen,
ich höre Autos
ich spüre ein Jucken am Fuß usw.......
Nach der Halbzeit ändere die Art wie du schreibst in: z. B
sehen eines Hauses,
schreiben geschieht,
da sind Nackenverspannung,
Vogelgezwitscher hören
jucken im Gesicht usw....
Welche von den beiden Varianten klingt wahrheitsgetreuer und entspannter?
Wie reagiert der Körper jeweils?
Gibt es etwas was dir noch aufgefallen ist, falls ja, was?
Viel Spaß dabei... :)

