5) Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wofür bist du verantwortlich? Bitte gib auch ein paar Beispiele aus direkter Erfahrung. Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden werden oder geschehen können?
Entscheidung ist etwas, das wir uns vorstellen als Option, für die oder gegen die »wir«, also eine vorgestellte Instanz in uns sich entscheiden kann. Da kommt etwas / ein Impuls, eine Information ins Bewusstsein und erreicht Aufmerksamkeit, auch wieder entlang der Prägungen. Dieses Aufmerksamkeitsinteresse geschieht, weil der Impuls etwas zu sein scheint, das je nachdem wie jeweils die Prägung ist, Sicherheit, Kontrolle, Abenteuer, Glück, weg von … oder hin … zu als Bedeutungsetikett erhält. Das löst Gefühle, Gedanken, die sich weiter hochtreibenden Schleifen aus, dieses Gemisch kommt in Fahrt. Das Ding ist, dass da keine Entscheidung von einem Jemand gefällt wird, das wird nur geglaubt, dass das so ist. Da wird ganz einfach in die eine oder andere Richtung gegangen (konditionierungsgemäß) oder dies oder das gemacht, einfach, indem es so geschieht. Das Ringen darum, das Abwägen und die ganzen hochgeschaukelten Gefühle und Gedanken und das Gewese, das im Spiel ist, ist überflüssig, erscheint aber in der Wahrnehmung so, als hätte »man« sich dann schließlich entschieden. Eigentlich kann ganz entspannt das sich-Ineinanderschieben in Empfang genommen werden.
Absicht ist ganz ähnlich. Da ist niemand, der eine Absicht hegen könnte. Vor einigen Monaten war da zum Beispiel die scheinbare Absicht, nämlich das Gedanken-Gefühlsgebilde, regelmäßig mehr Bewegung in Richtung Yoga haben zu wollen, aber da kam nichts in Gang. Schon ein paar Infos geholt, sogar ein Starterscheinchen gekauft. Aber es geschah nicht, dass das getan wurde. Die Absicht ist so etwas, wie: der Gedanke/das Gefühl tauchen auf, dass Beweglichkeit und Bewegung sich gut anfühlt.
Der Gedanke kam dann mal auf, dass da doch die Karte liegt, aber nichts geschah. Dann kam irgendwann ein Impuls, jemand schickte ein schönes Kundalini-Video und da war Lust und Freude im System aufgetaucht, das zu tun, was auch geschah. Da ist im System durch den Impuls etwas geweckt, das Gefühle auslöst – Lust und Interesse – und dann geschieht es. Aber geschehen tut es nicht durch Absicht. Es ist ein Ineinanderschieben von Impulsen/Gefühlen/Gedanken entlang der Prägungen, entlang des auf bestimmte Weise »eingestellten« Systems. »Ich« hab mich nicht entschieden, das eine nicht und das andere dann zu tun, da diese Instanz ja nicht da ist.
Oder da ist die Absicht, rechtzeitig aufzustehen, um morgens Zeit zu haben für »dies und das«. Was geschieht, ist, dass in diesem Fall ein Gefühl auftaucht und einen Gedanken auslöst. Also, dieses »dies und das«, was sich morgens erleben will, ist ein Gedankengefühl, das auftaucht, weil es zur Software passt und das im Körper ein angenehmens Gefühl auslöst. Wir nennen das dann Absicht, die »Ich« habe. Das Angenehme entspricht der Software hier, der Konditionierung.
Freier Wille ist nicht da. Es gibt ja keine Instanz im Organismus. Eigentlich sind wir wie Computer mit ner gewissen Software drauf, und dann geschieht je nachdem, welche Software / Programme aufgespielt ist, das, was die Software hergibt. Menschen denken, sie hätten den freien Willen, alles Erdenkliche machen zu können. Aber es ist nur ein Gedanke. Freier Wille ist ein Wort, der die Illusion nährt, dass da jemand ist, der dieses oder jenes will oder wollen könnte. Es geschieht alles aufgrund von Konditionierungen / Software.
Freier Wille ist genauso wie Absicht und Entscheidung nicht möglich, weil es keine Instanz gibt, kein Ich, das eine Absicht erstellen, eine Entscheidung treffen, über freien Willen verfügen könnte. Da ist Schwimmen im Strom, die Energien schieben sich ineinander gemäß der Konditionierungen.
Wahl genauso, was heißt Wahl? Das ist ein Gedanke, dass da etwas gewählt werden könnte, aber kein Ich ist da, das wählen könnte. Es ist so bei uns eingestellt / konditioniert, dass wir denken, Wählende, Entscheider, Absichtler zu sein. Dass wir Geschehen auf ein verursachendes Selbst beziehen.
Kontrolle ist die Vorstellung, dass ein »Ich« etwas kontrollieren könne, etwas umleiten, verhindern, reglementieren könne, entlang der Prägung. Wenn z.B. die Vorstellung / der Gedanke da ist, »ich« kontrolliere jetzt mal meine Ausgaben, dann sind unangenehme Gefühle wie Angst vor dem Vorstellungsbild der Überziehungsgebühren der Auslöser für den Kontroll-Gedanken. Der Gedanke an Kontrolle geschieht solange, wie unangenehme Gefühle und Gedanken(bilder) auftauchen. Jedoch kein Ich macht da was, das Kontrolle ist, Kontrolle ist ein Wort, ein Etikett, unter dem angenommen wird, jemand macht das.
Verantwortung ja, ich erinnere mich, das hatten wir schon mal vor Wochen. Verantwortung kann kein Jemand übernehmen, wenn es den Jemand nicht gibt. Aber wie du schon schriebst, ist die gesellschaftliche Verständigung darauf ganz allgemein sicher ganz nützlich. Wie können Geschehnisse, die entlang der Prägungen geschehen, verantwortet werden, wenn sie einfach geschehen ohne eine Instanz. z.B. ist Moral eine Prägung, entlang derer etwas geschieht, aber nicht entschieden wird, Unmoral ist eine Prägung, entlang derer auch etwas geschieht und auch nicht entschieden wird, wenn kein Ich da ist.
z.B. bin »ich« vertragsgemäß oder ausgehandelt für die Erfüllung eines Auftrags verantwortlich. Entlang der Prägungen von gut sein müssen (dann kommen »gute« Gefühle bzw. Gefühle, die als gut konditioniert sind / interpretiert werden), oder Gefühlen von Angst vor Versagen (als schlecht / leidvoll konditionierte / etikettierte Gefühle) ist dann diesen Gefühlen/Gedanken/Gefühlen entsprechendes Handeln da. Das Handeln an sich geschieht einfach wegen der Prägung, es setzt sich von selbst in Gang.
Hätte je irgendetwas irgendwie anders entschieden werden oder geschehen können
Nein, es hätte nie etwas anders geschehen können, es ist so geschehen wie es geschehen ist entlang der Muster einfach geschehen.
6) Gibt es noch etwas zu ergänzen?
nein, eigentlich nicht, ist die Wahrnehmung hier

