Wohnen offen mit einem wahren Herz

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Andrew05
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Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Sun Dec 18, 2016 8:00 pm

Was führt dich zu Liberation Unleashed?
In meiner Pubertät bin ich das erste mal mit dem Konzept von Samsara und dem Ausweg (=Erleuchtung) konfrontiert worden. Mir war sofort klar, dass es eigentlich nur ein einziges erstrebenswertes Ziel, das von Dauer ist, im Leben geben kann. Und dies ist die Erleuchtung/das Erwachen.
Lange Zeit habe ich gesucht oder auch nicht. Seit ein paar Monaten habe ich ganz ein anderes Verständnis von der Suche, von dem Weg. Ich hatte einige Erlebnisse und nun ist das Verlangen nach Erwachen/Erleuchtung sehr gross. Zuvor dachte ich, dass es für mich unerreichbar wäre, zumindest nicht in diesem Leben. Nun denke ich, es ist gar nicht so schwierig. Das einzige was mir fehlt ist ein Austausch mit mit jemanden, der den Weg zu Ende gegangen ist und mich nun anleiten kann. So bin ich hierher gekommen.

Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?
Ich habe schon als Jugendlicher die Frage nach dem Sinn der Existenz gestellt
Ich glaube, der Schlüssel zum Erkennen der Wirklichkeit liegt in jedem von uns
Das was ich, ICH nenne, ist nicht die Wirklichkeit
Decartes: Ich denke also bin ich. Aber das was denkt, ist nicht das was ist
Wir sind unsterbliche Seelen, was wir erfahren ist aber Persönlichkeit, Ego, Verstand, Gefühle, Körper usw. welche nicht ewig sind, ergo gilt es das ewige zu erkennen
Meine Suche hat mich zum Yoga, engl. Spiritualismus, Hinduiusmus/Buddhismus, Advaita geführt
Ich habe erkannt, dass meine Suche hier nicht mehr weiter führt, da es stets um Wissen/Erkenntnis usw. ging, jetzt will ich die Wahrheit erfahren
Warum? weil es das einzige mir erstrebenswerte Ziel erscheint

Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?
Im Advaita wird gesagt, wir sind alle schon erleuchtet, es gibt keinen Weg usw. Ja das mag ja stimmen, aber trotzdem haben alle Erleuchteten irgend etwas gemacht um dahin zu kommen. Ich möchte angeleitet werden, um dieses letzte Teil, zu verstehen. Ich bin nicht der Beobachter, sondern ich bin gar nicht, das Ich ist eine Illusion. Aber ich erfahre ja etwas als mich, oder etwas von mir erfährt sich selber als ich und dahinter ist nichts. Wie komme ich zu diesem Nichts? Fülle und Leere.

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden? 10

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Joram
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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Mon Dec 19, 2016 6:33 pm

Hi Andrew :-)
Ich bin nicht der Beobachter, sondern ich bin gar nicht, das Ich ist eine Illusion. Aber ich erfahre ja etwas als mich, oder etwas von mir erfährt sich selber als ich und dahinter ist nichts. Wie komme ich zu diesem Nichts? Fülle und Leere.
„ich bin gar nicht“, ist nicht gleich „Ich ist eine Illusion“. Oder? Wie meinst du das?

„ich erfahre ja etwas als mich“ – wie erfährst du „dich“? Mit was für ein Sinnesorgan wird „mich“/„Ich“ erfahren?

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Andrew05
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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Tue Dec 20, 2016 5:17 pm

Hallo Joram

Nun da stecke ich eben irgendwie fest. Ich habe viele Ichs in mir entdeckt. Durch alles was ich gelesen und gehört habe von erleuchteten, weiss ich (wieder ich) dass das ich eine Illusion ist.
Ich verstehe nicht den Unterschied von der Illusion des Ichs und der nicht Existenz des Ichs. Wenn das Ich eine Illusion ist, dann existiert es nicht wirklich, also ist Illusion = nicht Existenz eben dasselbe.
Der Körper aber existiert und hat Bedürfnisse, ist aber vergänglich, ist nicht das Ich.

Stimmt, das ich erfährt man nicht durch ein Sinnesorgan. Sondern die Sinneseindrücke wandern durch die Nerven ins Gehirn und werden dort zu einem Bild der Welt zusammen gesetzt. Somit kann das Ich nicht erfahren werden. Ich vermute, dass ich ist dann etwas dass sich aus den Sinneseindrücken zusammen setzt um einen Sinn zu erhalten, um den Sinneseindrücken einen Stempel (Urteil, Bewertung) aufzudrücken.

Diese Gedanken scheinen mir logisch, aber trotzdem bringen sie mich nicht wirklich weiter. Trotzdem bleibt die Illusion des Ichs bestehen. Ich habe das Gefühl etwas tun zu müssen, aber dies ist wahrscheinlich genau so eine Illusion.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Tue Dec 20, 2016 6:38 pm

Ich verstehe nicht den Unterschied von der Illusion des Ichs und der nicht Existenz des Ichs. Wenn das Ich eine Illusion ist, dann existiert es nicht wirklich, also ist Illusion = nicht Existenz eben dasselbe.
Fast ;-)
Fata Morgana ist eine Illusion. Es scheint als ob es am Horizont Wasser gibt. Was keine Illusion ist, ist das was gesehen wird, nämlich die Erscheinung als solche.
Stimmt, das ich erfährt man nicht durch ein Sinnesorgan. Sondern die Sinneseindrücke wandern durch die Nerven ins Gehirn und werden dort zu einem Bild der Welt zusammen gesetzt. Somit kann das Ich nicht erfahren werden. Ich vermute, dass ich ist dann etwas dass sich aus den Sinneseindrücken zusammen setzt um einen Sinn zu erhalten, um den Sinneseindrücken einen Stempel (Urteil, Bewertung) aufzudrücken.
Wenn das „Ich“ nicht erfahrbar ist, was kann es dann sein? Ein Gedanke vielleicht? Eine Identifikation mit dem Geschehen? Untersuche es aus deiner eigenen Erfahrung – Wem gehört der Bildschirm? Und wer ist derjenige wirklich?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Wed Dec 21, 2016 6:54 pm

Hallo Joram

Wie gesagt beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit dem Studium des Bewusstseins, des Ichs und dem Ego.
Für mich ist das Ich nicht die Identifikation des Geschehens. Dinge geschehen, auf einige habe ich (welches ich) einfluss auf andere nicht. Eben. Intelektuell weiss ich aus dem Advaita dass ich gar keinen Einfluss habe. Aber ich erfahre das nicht sondern das Gegenteil. Ich erfahre die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, weshal ich an meinen Einfluss glaube, obwohl ich weiss, dass es nicht stimmt. Dies ist mein grösstes Problem beim erwachen, dass all diese schönen und guten Lehrsätze aus dem Advaita ua. nichts taugen, weil sie dem Alltag und dessen Erfahrung widersprechen. Es ist zum verzweifeln.
Ich kann sein, dass es eine Idee ist. Die Idee von einem Organismus mit bestimmten Charaktereigenschaften und einer Geschichte. Also wäre es für mich eine Identifikation mit Eigenschafen und Vergangenheit.
Deshalb erfahre ich mich als Individuum und wieder trotz besserem Wissen. Es gibt schliesslich keinIndividuum.

Herzlichst
Andreas

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Wed Dec 21, 2016 10:38 pm

Hallo Andreas,

der Beitrag oben ist voller Widersprüche…

mir fehlt eine klare Aussage ohne Widerspruch. Um es auf dem Punkt zu bringen, beantworte die Frage:
Wenn das „Ich“ nicht erfahrbar ist, was kann es dann sein? Wie kommt es dazu, dass „Ich“ gesagt wird, obwohl es kein „Ich“ gibt?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Sun Dec 25, 2016 9:22 am

Hallo Joram und frohe Weihnachten.

Ich bin an einem Ort mit nur limitiertem Internetzugang und kann nicht immer sofort Antworten. Zudem möchte ich, Deine Anleitung ja auch befolgen und danach berichten, was meine Erfahrungen sind.
Ja, mein Text ist voller Widersprüche, dessen bin ich mir bewusst. Gäbe es diese Widersprüche nicht, wäre ich wahrscheinlich nicht hier, denn dann würde ich mir diese Fragen nicht stellen und Erwachen wäre mir egal oder ich bräuchte keine Hilfe dabei. Also danke, dass ich hier sein darf und Du mich anleitest. Seit ich hier bin, stelle ich mir öfters die Frage, zu ganz alltäglichen Dingen, wer das jetzt gerade denkt, fühlt, erfährt; wer da gerade glücklich, traurig ist ,wer da gerade kocht, Auto fährt oder Sport treibt.
Gestern vor dem Einschlafen hatte ich mit dieser Frage eine neue Erfahrung gemacht. Ich realisierte plötzlich, dass ich nicht der Körper bin. Ich meinte dies schon lange vorher realisiert zu haben. Ich habe mich vielleicht nicht mehr mit meinem Körper identifiziert, ich wusste schon lange, dass ich nicht sterben kann usw. Gestern kam aber völlig etwas neues dazu. Gestern realisierte ich, dass ich (das Selbst) keinen Hunger haben kann, keinen Schlaf braucht, keine Schmerzen fühlen kann usw. Dies sind alles Vorgänge im Körper und mit diesen Vorgängen war ich wohl noch identifiziert. ICH hatte Hunger, ICH war müde usw. Seit gestern ist dies andres. Mein Körper hat Hunger und ist müde. Was bedeutet dies aber nun. Man kann sich ja nicht über diese Körpervorgänge hinweg setzen. Heisst das, dass das Selbst die Aufgabe hat, dafür zu sorgen, dass es dem Körper gut geht. Aber wie kann das Selbst eine Aufgabe haben, wenn es doch nichts gibt ausser dem Selbst. Wider ein Widerspruch. Es ist ja immer derselbe Widerspruch in einem andren Kleid. Kannst Du mir das einmal erklären?

Nun zu Deiner Frage, was das ich ist, wenn es nicht erfahren werden kann. Das Ich, die Persona (griechisch. Maske) ist etwas, dass entsteht nach der Geburt durch Erziehung, Sozialisation, Kultur und Interaktion mit der Welt. Es fühlt sich grösser an, als nur eine Idee, ein Gedanke zu sein. Vielleicht ist es ein Zusammenspiel von Gedanke (Idee), Gefühl (Empfindung), Geschichte (Erinnerung). Der Verstand/Geist hält dies dann fälschlicherweise für wahr und identifiziert sich damit. Das ich ist also eine Identifikation mit etwas falschem=unwirklichem=vergänglichem=sterblichem.

Wie kommt es dazu, dass ICH gesagt, wird, obwohl es kein ICH gibt? Wer ist das, der ICH sagt? Das ICH selber bezeichnet sich als ICH. Dieser Komplex, wie oben beschrieben (Gedanke (Idee), Gefühl (Empfindung), Geschichte (Erinnerung)) ist so stark mit sich selber identifiziert, dass es von sich aus sich selber als ICH bezeichnet und sich selber für wichtig und real hält.

Herzlichst
Andreass

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Sun Dec 25, 2016 10:02 am

Hi Andreas :-)

Antworte wenn es passt, Internet kennt keine Zeit ;-)
Ich realisierte plötzlich, dass ich nicht der Körper bin.
Gestern realisierte ich, dass ich (das Selbst) keinen Hunger haben kann, keinen Schlaf braucht, keine Schmerzen fühlen kann usw.
Was ist das, was „Selbst“ genannt wird und kein Hunger haben kann?
Aber wie kann das Selbst eine Aufgabe haben, wenn es doch nichts gibt ausser dem Selbst. Wider ein Widerspruch.
Die gleiche Frage: Was ist das, was „Selbst“ genannt wird und kein Hunger haben kann?
Vielleicht ist es [das“Ich“] ein Zusammenspiel von Gedanke (Idee), Gefühl (Empfindung), Geschichte (Erinnerung). Der Verstand/Geist hält dies dann fälschlicherweise für wahr und identifiziert sich damit. Das ich ist also eine Identifikation mit etwas falschem=unwirklichem=vergänglichem=sterblichem.
Ist das „Ich“ ein „Zusammenspiel“, oder ist das „Ich“ nur eine „Idee“/ „Gedanke“/ „Identifikation“?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Thu Dec 29, 2016 9:50 am

Hallo Joram

mit dem Selbst meine ich nicht das Ich, sondern das wahre Selbst, der letzte Zeuge. Das, was allem Gewahr ist, aber davon seber unbeeinflusst bleibt und unveränderlich ist. = Atma
Ich habe jetzt realisiert, dass das Ich nicht ein Ich ist, sondern deren viele. Das Ich ist je nach Situation ein anderes. Es ist ein anderes Ich, beider Arbeit, beim Sport, bei Freunden, ja sogar bei unterschiedlichen Freunden ist da jeweils ein abgewandeltes Ich. Das Ich ist letztendlich ein stetig sich anpassender und wandelnder Zustand, bestehend aus dem Gedanken des Ichs. Dieser Gedanke formt sich aus der Erfahrung und der Gewohnheit. Meiner Meinung nach lässt es sich nur mühsam und langsam verändern. Diese Veränderung wurde von mir als spiritueller Fortschritt wahrgenommen, jedoch jetzt realisiere ich, dass es das nicht ist. Es ist nur, als würde man die Wohnung umdekorieren und neu Einrichten, vielleicht wird die Wohnung so auch praktikabler, aber mein bleibt letztendlich in derselben Wohnung. Praktikabler meint, dass die Schmerzen aus der Vergangenheit (Traumas, Verletzungen, Enttäuschungen, Muster, usw.) nicht mehr denselben grossen Einfluss haben und so ein Gefühl von anscheinender Freiheit entsteht. Diese Freiheit ist aber eben trügerisch und wurde von mir mit spirituellem Wachstum verwechselt. Vielleicht könnte man dafür eher den Begriff Persönlichkeitswachstum definieren. Kann sein, dass dies zuerst notwendig ist, damit man sich dem wahren Selbst (Atma) zuwenden kann, weil sonst die Muster und Schmerzen einem immer wieder ablenken und zu falschen Identifikationen führen. A propos Identifikationen. Da löst sich bei mir gerade ganz viel, was ich eben dachte schon erledigt zu haben. Jetzt kommt es nocheinmal auf einer viel subtileren Ebene. Das mit dem Körper habe ich ja schon beschrieben.
Vorgestern bemerkte ich, dass ich mich lange Zeit mit meinem Bewusstsein identifiziert habe. Ich wusste ich bin nicht mein Körper, meine Gedanken, meine Gefühle usw. Aber ich habe mich mit dem Raum identifiziert, wo all dies stattfindet. Quasi mit dem Denker und dem Fühlenden. Vorgestern konnte ich sehen, dass dieser Raum selber Veränderungen unterworfen ist und daher nicht das Eine sein kann. Ich bin weder der Gedanke noch der Denker! Weder das Gefühl, noch der, der es fühlt!
Fazit:
Es gibt viele Ichs, die einer ständigen Veränderung unterworfen sind. Das Ich ist eine Identifikation mit Charaktereigenschaften und der eigenen Geschichte und funktioniert mittels Gewohnheit.

Wie soll ich nun weiter fahren. Braucht es Meditation/Kontemplation um das Selbst zu schauen? Braucht es intellektuellen Erkenntnisweg (jnana)? Neti Neti? Ein Weg könnte auch sein, diese Gewohnheitsmässige Identifikation zu durchbrechen. Aber wie?
Manchmal habe ich das Gefühl es fast fassen zu können und dann noch nicht.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Thu Dec 29, 2016 10:49 am

All deine Fragen münden in eine Frage:

Bist „Du“, „Selbst“, wie immer es benannt wird, „das was dich wirklich ausmacht“ (was immer es sein sollte) von dem was „unbeeinflusst bleibt und unveränderlich ist. = Atma“ verschieden?

Prüfe es so genau wie möglich, als Erfahrung, keine Kopfantwort:
Gibt es eine Trennung zwischen „dir“ und Atma?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Fri Dec 30, 2016 9:17 am

Bang. Der letzte Satz hat getroffen.
Ja, es gibt da eine Trennung zwischen mir und Atma.
Es ist, als versuchte eines dieser vielen Ichs sich umzusehen und Atma zu schauen. Ich verstehe, dass dies nicht möglich ist.
Ratlosigkeit machts sich gerade breit.
Ich werde versuchen mich der Erfahrung hinzugeben, auch wenn ich keinen blassen Schimmer habe, wie!

Danke.

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Fri Dec 30, 2016 10:21 am

Ja, es gibt da eine Trennung zwischen mir und Atma.
Es ist, als versuchte eines dieser vielen Ichs sich umzusehen und Atma zu schauen. Ich verstehe, dass dies nicht möglich ist.
Ratlosigkeit machts sich gerade breit.
Impulse: Atma schaut sich selbst an? In Form viele „Ichs“ die eigentlich gar nicht getrennt sind?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Tue Jan 03, 2017 12:13 pm

Da ist nichts, gar nichts.
Da ist ein Körper in dem gewisse Vorgänge stattfinden. Diese Vorgänge werden vom Ego beurteilt. Angenehm/unangenehm, will ich/will ich nicht, schön/nicht schön usw. Diese Bewertungen führen zu Veränderungen in der zukünftigen Verhaltensweisen um positives zu mehren und negatives zu vermeiden. Diese Verhaltensweisen sind meist zutiefst unbewusst. Sie können jedoch durch Persönlichkeitsentwicklung bewusst gemacht werden. Dadurch können die Automatismen überwunden werden. Jedoch ist da nicht Atma, der entscheidet, sondern das Verhaltensmuster entscheidet jeweils, auch wenn nun eine neue Strategie angewendet wird, ist es jedoch nur ein neues Verhaltensmuster, dass entscheidet und nicht Atma. Da ist niemand der entscheidet. Lange dachte ich, wenn diese Entscheidungen bewusst ablaufen und nicht mehr als Automatismus, wäre es das wahre Selbst, das entscheidet. Das ist jedoch eine Täuschung. Nichts entscheidet. Es ist schon entschieden. Je tiefer ich forsche, desto weniger ist da. Ich dachte, dam Schluss müsse doch irgendwo Sat, Chit, Ananda zu finden sein. Doch je tiefer, desto weniger. Da ist nur Leere! Was ist mit Fülle? Glückseligkeit? Gottrunkenheit? Samadhi?

Dazu muss ich etwas ausholen. Im Sommer hatte ich einen Durchbruch. Ich wachte jede Nacht auf mit Angst. Ich hatte Angst, dass jemand in meiner Wohnung sei und mir schlimmes antun wolle. Mir war absolut klar, dass da niemand war und es nur Angst ist. Trotzdem war die Angst stärker als mein Intellekt und ich musste alle Türen und Fenster kontrollieren, bevor ich mich wieder ins Bett legen konnte. Das ging über mehrere Wochen. Zuletzt hatte ich schon vor dem zu Bett gehen Angst. Ich hatte Angst vor der Angst. Eines Nachts war die Angst besonders stark, Todesangst. Ich konnte nicht mehr anders, als mich der Angst voll und ganz hinzugeben und sie mit jeder meiner Zelle zu fühlen. Dabei bemerkte ich, dass die Angst selber gar nicht so schlimm war. Wenn man die Angst erst einmal zu fühlen beginnt, wird sie erlebbar, aushaltbar, unbedrohlich. Die Angst vor der Angst, war was schlimm war. Die machte die Geschichte im Kopf. Die Angst selber war einfach nur Angst, das reine Gefühl. Von da an konnte ich abends wieder ohne Angst zu Bett gehen und es hat sich dann etwas mächtig verändert. Ich bin in einee Bliss-Blase gefallen. Ich war plötzlich einfach glücklich. Noch wenn ich einen schlechten Tag hatte, war in mir drin Friede und Ruhe. Glückseligkeit und Ekstase konnte ausgelöst werden, aber der Grundton war einfach Glückseligkeit. Mein Verstand war ruhig und sehr klar. Er funktioniert auf Befehl und sonst war er ruhig. Er konnte Situationen schnell und intuitiv erfassen, auf eine Art wie ich es zuvor nicht gekannt hatte.
Ich wurde von Liebe durchströmt und es gab Momente, wo ich mich niederwerfen und Gott anbeten und danken wollte.
Ich erlebte Fülle.
Plötzlich war das auch wieder weg. Seit es weg ist erlebe ich wohl eher das Gegenteil. Leere!
Ich tue Dinge und fühle nichts oder nicht viel dabei. Sogar Dinge dir mir sonst Spass machen, haben einen fallen Geschmack. Ich spüre aber nicht, dass ich die Gefühle nicht zulassen oder verdrängen würde, sondern es werden kein ausgelöst oder nur sehr schwach.
Was ist erwachen? Fülle? Leere? Beides?
Die Leere macht mir Angst, aber nicht Angst im Sinne von "vermeiden wollen", sondern von "nicht erstrebenswert".

Was sind das für Erfahrungen?

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Joram » Tue Jan 03, 2017 2:26 pm

Da ist nichts, gar nichts.
Da ist ein Körper in dem gewisse Vorgänge stattfinden. Diese Vorgänge werden vom Ego beurteilt. Angenehm/unangenehm, will ich/will ich nicht, schön/nicht schön usw.
Ego?
Was für „Ego“?
Und wie wir dieses „Ego“ Wahrgenommen?

Da ist nichts, gar nichts. Nur „Ego“???

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Re: Wohnen offen mit einem wahren Herz

Postby Andrew05 » Mon Jan 09, 2017 12:49 pm

Hallo Joram

Das ist nicht einfach. Es ist nicht das Ego, sondern Nichts. Aber ich habe gerade begriffen, dass immer noch das nicht selbst, der Geist/Verstand/Mind dieses Nichts wahrnimmt. Ich schaffe es nicht, aus dem Mind heraus zu kommen und ins absolute Gewahrsein einzutauchen. Es bleibt ein Konzept für mich, dass ich intellektuell verstehe, aber nicht selber wirklich erfahre.
Ich bin eine sehr Mind-verhaftete Person. Ich hab das Erwachen und das Selbst auch verstanden, aber eben nur innerhalb des Verstandes. Deshalb wirkt es etwas trostlos und erschien mir nicht erstrebenswert.
Ich bin vertraut mit der direkten Wahrnehmung. Die scheint mir auch nicht besonders schwierig, wenngleich es auch einen Akts des Willens noch Bedarf. Das Ego als Etikettiermaschine habe ich auch begriffen und ich gebe nicht mehr alzu viel auf all diese Etiketten. Ich bin mirein grossteil der Inhalte meines Bewusstseins bewusst. Kann diese Inhalte wahrnehmen, verfolgen und z.t. sich daraus ableitende Handlungen auch unterbinden und alternative Handlungen wählen. Durchbrechen der Automatismen (Muster).
Aber ganz konkret. Was braucht es? Raus aus dem Mind, hinein ins Selbst. Wie?


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