... nur ein Spiel ... ?

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Postby Ohnegesicht » Thu Apr 07, 2016 2:09 pm

Was führt dich zu Liberation Unleashed?:

Oje, ich weiß nicht so genau. Oder soll da jetzt stehen: es ist kein genaues Wissen vorhanden? Ich schreibe doch mal "ich". Da ist eine ziemliche Anziehung. Auch tatsächlich ein wenig Angst jetzt.
Ich denke, ich komme schon klar mit meinem Leben, so wie es ist. Also muss ich hier nicht mitmachen, aber irgendwie muss ich doch. Ein Teil von "mir" (??) ist sich sicher, dass es das Ich nicht wirklich gibt. Der andere Teil sagt, .... naja .. ist etwas durcheinander. Und was für ein Skandal, wenn es das Ich nicht gibt !!!! Das müsste dann doch wirklich dringend aufgedeckt werden - ist das wirklich möglich ???


Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?:

Da könnte ich jetzt also ein länger Geschichte auftischen. Aber so besonders ist sie nun auch nicht. Und überhaupt, es ist eine Gschichte - ist sie wahr?! - ich versuche auf JEDEN FALL ehrlich zu sein ! :
Ich bin bald 47 Jahre alt. Ich habe eine etwas schwierige Jugend gehabt und als ich um die 21 Jahre alt war , hatte ich "Erlebnisse" oder "Erfahrungen", die - so würde ich heute sagen - entfernt mit dem zu tun hatten, was hier versucht wird. Aber ich hatte damals keine Ahnung und war immer gleich wieder im Leben verwickelt. Ich habe dann Philosophie studiert, was (unter anderem??) eine Art von Suche war.
Seit 1-2 Jahren habe ich so verschiedenes endeckt. Ich habe angefangen zu mediitieren und Bücher wie "Ich bin" von Nisargadatta Maharaj oder "Ein Kurs in Wundern" (fast zu Ende) gelesen. Ich habe das immer auch ein bisschen als Spiel (mit dem Feuer??) gesehen. Ich habe dabei viel entdeckt, was ich irgendwie ja schon wusste.
Ich fühle mich manchmal dadurch leichter, lustiger, befreiter. Aber ich bin nicht durch irgendein nicht vorhandenes Tor gegangen. Ich würde nicht sagen, dass ich wirklich eine tiefe "Erfahrung" gemacht habe.


Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?:

Ich bin sehr neugierig. Da ist sehr viel neugierde und der Glaube, dass tatsächlich jemand helfen könnte. Wenn ich nicht zu einer besonderen "Erfahrung" komme, wäre das nicht soo schlimm. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es so einfach sein soll. Aber wenn mir jemand dabei hilft, mich von dem Gedankenmüll und Ego-Sachen zu befreien, die unglaublich fest verankert sind, dann ist das schon super. Eigentlich ist das hier aber genau das, was ich gesucht habe :-)
Ich weiß nicht genau, ob ich so tief entschlossen bin, weil ich z.B. "meine" Kinder für nichts in der Welt im Stich lassen würde. Aber das muss ich ja nicht - weil es mich sowieso nicht gibt?!
Ich erwarte also jemand, der mir ein paar Fragen stellt, die wahrscheinlich nicht neu sind, mich aber dazu zwingen ... genauer hin zu sehen ...
(Unten würde ich gerne 9,8 wählen.)

Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden? Auf einer Skala von eins bis zehn (zehn ist die höchste Bereitschaft). - choose one = wähle eine Zahl: 10

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Joram » Thu Apr 07, 2016 7:02 pm

Hi :-)
Ein Teil von "mir" (??) ist sich sicher, dass es das Ich nicht wirklich gibt. Der andere Teil sagt, .... naja .. ist etwas durcheinander. Und was für ein Skandal, wenn es das Ich nicht gibt !!!! Das müsste dann doch wirklich dringend aufgedeckt werden - ist das wirklich möglich ???
Woher die Sicherheit, dass es das „Ich“ nicht gibt?
Und wieso soll es ein Skandal sein?

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Ohnegesicht » Fri Apr 08, 2016 1:15 pm

Hallo Joram,

freue mich sehr, dass du mich begleitest. Danke!! (Dachte ich bekomme eine E-Mail, wenn mir geantwortet wird, sonst hätte ich früher geschrieben.)

Also das Ich gibt es nicht, glaube ich, weil ... ich glaube, dass das tatsächlich ein Konstrukt ist, das wir uns zurecht machen. Eigentlich weiß ich nämlich auch gar nicht so genau, was das Ich ist, außer der Idee von einem Menschen, der/die ich sein könnte. Also einem speziellem Menschen, mit bestimmten Eigenschaften. Und das kann es eigentlich nicht sein, weil man sich unter einem Ich doch irgendwas vorstellen würde, was gleich bleibt oder worauf man sich verlassen kann. Das ist aber nie so bei Eigenschaften oder dem Körper oder so.
Vielleicht ist das Ich aber auch einfach nur Bewusstsein. Aber wenn ich intensiv mit etwas beschäftigt bin, bin ich mir nicht so wirklich mir selbst bewusst.

- Ehrlich gesagt, ich bin etwas nervös und habe die letzten beiden Nächte ziemliche Albträume gehabt. Das habe ich sonst nie. -

Es wäre ein Skandal, wenn es das Ich nicht gäbe weil, … wir alle normaler Weise so tun, als gäbe es ein Ich. Immerzu. Es wäre, den Menschen den Boden unter den Füßen wegziehen. Wir werden wahrscheinlich von Kind an daran gewöhnt, dass wir ein Ich haben und dann soll es das nicht geben?! Kann man denn wirklich ohne Ich leben, wieso haben wir es dann alle gelernt immer mit Ich zu leben??

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Joram » Fri Apr 08, 2016 7:48 pm

Also das Ich gibt es nicht, glaube ich, weil ... ich glaube, dass das tatsächlich ein Konstrukt ist, das wir uns zurecht machen. Eigentlich weiß ich nämlich auch gar nicht so genau, was das Ich ist, außer der Idee von einem Menschen, der/die ich sein könnte. Also einem speziellem Menschen, mit bestimmten Eigenschaften. Und das kann es eigentlich nicht sein, weil man sich unter einem Ich doch irgendwas vorstellen würde, was gleich bleibt oder worauf man sich verlassen kann. Das ist aber nie so bei Eigenschaften oder dem Körper oder so.
Vielleicht ist das Ich aber auch einfach nur Bewusstsein. Aber wenn ich intensiv mit etwas beschäftigt bin, bin ich mir nicht so wirklich mir selbst bewusst.
Wann fühlt sich das „Ich“ sehr präsent an und wann kaum, oder überhaupt nicht präsent?
Mit Was identifizierst du dich am meisten?
Es wäre ein Skandal, wenn es das Ich nicht gäbe weil, … wir alle normaler Weise so tun, als gäbe es ein Ich. Immerzu. Es wäre, den Menschen den Boden unter den Füßen wegziehen. Wir werden wahrscheinlich von Kind an daran gewöhnt, dass wir ein Ich haben und dann soll es das nicht geben?! Kann man denn wirklich ohne Ich leben, wieso haben wir es dann alle gelernt immer mit Ich zu leben??
„Den Boden unter den Füßen wegziehen“ wäre der Fall, wenn es ein Boden, ein „Ich“ gäbe, der „weggenommen würde“…
Wenn es aber ein „Ich“ nie gegeben hat – was ist es dann? ;-)

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Ohnegesicht » Sat Apr 09, 2016 11:17 am

Wann fühlt sich das „Ich“ sehr präsent an und wann kaum, oder überhaupt nicht präsent?
Mit Was identifizierst du dich am meisten?
Wenn ich das „Ich“ versuche zu greifen, entschlüpft es mir. Ich hätte jetzt beinahe geschrieben, dass ich das „Ich“ besonders spüre, wenn ich mir großartige Zukunftsvorstellungen von mir mache oder so. Aber eigentlich sind das ja nur Gedanken und das ist mir auch klar (versuche mir keine solchen Gedanken zu machen).
Wie meinst du das ..., mit welchem Zustand ich mich am meisten identifiziere? Also, ob ich mich viel mit dem Ich identifiziert fühle?
Oder meinst du, wo ich mich am meisten mit der Welt identifiziere also mich quasi in die Welt verstricke? Also ich streite mich schon seit längerem (lagem) nicht mehr. Manchmal bin ich ein bisschen streng oder sogar lauter mit den Kindern, aber nicht oft und ich meine es im selben Moment auch nicht so. Ich könnte sie gleichzeitig küssen. Ich würde sagen, ich bin nie wütend (auch wenn sich das für meine Tochter vielleicht ganz selten mal so anhören mag). Ich ärgere mich auch so gut wie nie. Nie wirklich. Ich habe Frieden geschlossen mit meiner Mutter, die für mich immer das größte no-go war. Ich liebe sie und alles ist gut (seit ca. 2 Jahren). Ich verzeihe ihr absolut alles. Das einzige, was mir manchmal Angst macht ist mein Körper. Ich habe öfters so Wehwehchen. Die verunsichern mich dann manchmal sehr. Es ist immer mal wieder was anderes. Oft sehr unangenehm, aber nie gefährlich. Es ist zur Zeit z.B. mal wieder der Magen. Kann nicht richtig verdauen, mir wird leicht schlecht, etc. Ist aber nicht so schlimm. Das ist aber etwas, was mich doch öfters mal in leichte Schwierigkeiten bringt. Das heißt, ich muss dann darüber nachdenken, wie ich diese körperlichen Probleme lösen kann. Ich glaube, ich identifiziere mich dann doch schon richtig mit den Problemen und mache mir dann doch manchmal Sorgen, obwohl ich das nicht will. (Ich weiß, es hat nicht wirklich Sinn sich darüber zu sorgen oder irgendwas „zu tun“, ich kenne das seit Jahrzehnten.) Ich hätte jetzt aber nicht gesagt, dass ich mich in solchen Fällen besonders mit meinem „Ich“ identifiziere, aber wohl mit dem Körper. Es wird auch nicht besser, wenn ich versuche die Probleme zu ignorieren. (Es sind typische psychosomatischen Sachen, aber nichts schlimmes. Immer das selbe, ziemlich langweilig. Meditieren hilft ein bisschen. Ich weiß nicht, ob das hier irgendeine Bedeutung hat.)
Gut ich habe auch noch andere kleine „Probleme“, über die ich schon mal nachdenke. Aber bei den anderen Sachen weiß ich, dass sie nicht „wirklich“ sind und damit lassen sie sich am Ende ganz gut beruhigen.
„Den Boden unter den Füßen wegziehen“ wäre der Fall, wenn es ein Boden, ein „Ich“ gäbe, der „weggenommen würde“…
Wenn es aber ein „Ich“ nie gegeben hat – was ist es dann? ;-)
Eine Illusion. Ja, wissen tue ich das schon mit dem Verstand (und es macht mich vielleicht doch ein bisschen innerlich aufgeregt).
Mir kommt es aber so vor, als hätte „Ich“ gut alles gelernt. (Wahrscheinlich siehst du das anders.) Und ich verstehe das alles, was ich so lese und worum es geht. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es nur mein Verstand versteht oder ob da sonst noch was passiert.

Okay, wir wissen hier alle, dass wir „lernen sollen“ bzw. lernen können, dass es kein ich gibt, dass es eine Illusion ist. Also was mach ich jetzt mit der „Erkenntnis“, dass es kein „Ich“ gibt? Es passiert gar nichts, wenn es kein „Ich“ gibt. Nicht wahr?! (Ich verstehe es, aber nichts passiert?!- oder?)
Aber gibt es dich als ein „Du“?

Okay also, sagen wir mal, es gibt da nichts zu erreichen. Ich kann meine ganzen Bücher zum Thema wegschmeißen und muss mir keine Gedanken mehr dazu machen. Aber ich bin mir sicher, dass ich dann mehr oder weniger direkt wieder in so einem Ego-Ding bin. Ich glaube, ich bin da sogar jetzt noch irgendwie drin, aber ich weiß nicht wo.
Wenn absolut alles eine Illusion ist, ist es doch genauso, wie wenn alles wahr wäre. Es sei denn, man wacht aus dem Traum auf. Kann man aufwachen?

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Joram » Sat Apr 09, 2016 3:30 pm

Wenn absolut alles eine Illusion ist, ist es doch genauso, wie wenn alles wahr wäre. Es sei denn, man wacht aus dem Traum auf. Kann man aufwachen?
Gut ich habe auch noch andere kleine „Probleme“, über die ich schon mal nachdenke.
Sind de „Probleme“ „wahr“ oder eine „Illusion“?

Werden die „Probleme“ „geträumt“, oder sin die „real“?

Und wer träumt? Wo ist der Träumer zu finden?


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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Ohnegesicht » Sat Apr 09, 2016 6:43 pm

Sind de „Probleme“ „wahr“ oder eine „Illusion“?
Ich denke, sie sind ausgedacht. Sie entstehen u.a. durch zu viel denken.
Werden die „Probleme“ „geträumt“, oder sin die „real“?
Auf einer gewissen Ebne sind sie vielleicht wahr aber eigentlich nicht. Eigentlich wohl gar nicht. Bei manchen Problemen kann ich leicht sehen, dass sie geträumt, von mir gemacht sind, u.a. weil sie sich so leicht lösen lassen. Ich habe geübt sie nicht mal mehr wahr zu nehmen und das funktioniert erstaunlich gut :-). Manche Probleme lassen mich nicht ganz los und dann kann ich nicht erkennen, dass sie auch ein Traum sind, obwohl sie es wohl sein müssen. Das ist z.B. bei körperlichen Schmerzen so (allerdings glaube ich, dass körperliche Schmerzen durch seelische Schieflagen entstehen – „seelische“ im weiteren Sinne).
Ungefilterte Wahrnehmung ist wohl auch real, aber ich bin mir nicht sicher.
Das Jetzt ist real. Probleme sind selten so richtig im Jetzt.
Und wer träumt? Wo ist der Träumer zu finden?
Ich weiß nicht. :-( Das „Ich“ kann es ja nicht sein. Gibt’s ja nicht. Ich hab das Gefühl, es ist alles ein Traum, aber ich kanns nicht ganz begründen. Vielleicht, weil alles so irrsinnig sinnlos ist? Und weil ständig irgendwelche völlig unvorhersehbaren Sachen passieren? Das Leben funktioniert viel besser, wenn man es nicht ernst nimmt. Man kann es doch nicht ernst nehmen, wenn man konsequent durchdenkt, dass wir sterblich sind (oder unser Körper?). Es ist dann alles ein bisschen wie ein großer Witz. Aber ich schrecke dann auch wieder etwas davor zurück und denke, ich muss das doch hier alles wenigstens ein kleines bisschen ernst nehmen.
Aber das beantwortet jetzt nicht die Frage wer träumt. Ich bin verwirrt. Gibt es einen Träumer? Kann man den wirklich finden? Wahrscheinlich ist er da und ich übersehe ihn. :-(
Es gibt jedenfalls irgendwas. Wenn es nichts gäbe, dann wären auch die Träume nicht da. Aber ich komme nicht weiter. Der Träumer ist wohl die Quelle der Träume (– logisch). Gibt’s noch was außerhalb??? Irgendwie ist alles ja eins, das glaube ich zumindest. Es fühlt sich auch irgendwie ein bisschen so an, aber ich finds nicht :-(
„Ich“ bin jedenfalls nicht der Träumer. Oder gibt es noch ein anderes „Ich“? Ein „Selbst“ oder so? Ein „Gott“???
Ich habe das Gefühl ich habe da einen sehr hartnäckigen Verstand :-(

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Joram » Sat Apr 09, 2016 9:35 pm

Noch mal zu „Probleme“: Wie entsteht die Bewertung „Probleme“?
Und wie kann ein „Problem“ ohne „Ich“, der der das „Problem“ hat, bestehen?

Zu der „Träumer“: Bedarf es ein „Träumer“ um zu träumen?


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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Ohnegesicht » Sun Apr 10, 2016 9:01 am

Lieber Joram, jetzt muss ich dir zuerst noch mal danken!! Ich bin sehr glücklich, das ich dich hier gefunden habe (und dass es das hier überhaupt gibt). Ich habe einige Gespräche gelesen, die du schon geführt hast und habe tiefes Vertrauen zu dir und bin sehr, sehr bemüht oder berührt oder wie ich das nennen soll. Danke.
Noch mal zu „Probleme“: Wie entsteht die Bewertung „Probleme“?
Gute Frage :-)
Trauer, Unglück, Schmerz aus dem man raus will. Man kann Trauer, Unglück, Schmerz nicht einfach sein lassen. Ich denke, „ich“ muss was tun um da raus zu kommen. Dabei kann ich nicht wirklich was tun. Ich muss es einfach Sein lassen. Das ist nicht so einfach, weil „ich“ sehr konditioniert bin Kontrolle zu behalten, die ich in Wahrheit aber nie habe.
Es sind also Gefühle, die man nicht haben will. Man muss aber diese Gefühle annehmen, wie sie sind und sie vielleicht sogar irgendwie lieb haben. (Ich glaube Nietzsche hat so was gesagt wie, dass man so leben soll (das Leben so empfinden soll?), dass man alles ewig wieder erleben können möchte und dabei glücklich ist. Ein sehr radikales „ja“ sagen – ich weiß, Nietzsche ist eine andere Ecke, als die woher diese „Bewegung“ hier vielleicht kommt, aber man findet ja alles überall, wenn man ein bisschen guckt :-) Nietzsche war übrigens u.a. auch der Meinung, dass es kein „Ich“ und kein Subjekt gibt.) Naja, egal was Nietzsche gesagt hat, ich glaube, dass es darum geht, wirklich den Moment so mit Liebe anzunehmen, wie er gerade ist, auch wenn das z.B. scheinbar unangenehme Sachen sind. In der Theorie ist das aber etwas einfacher ;-)
Und wie kann ein „Problem“ ohne „Ich“, der der das „Problem“ hat, bestehen?
Verdammt, ja, da stimmt was nicht ;-)
Irgendwie muss es da doch was geben. Einen Beobachter?? Aber da ist kein Beobachter, die Dinge, alles passiert einfach. Aber woher weiß ich das, das es passiert?? Ich versuche dauernd den blinden Fleck zu sehen. Es geht einfach nicht. Das Auge kann sich nicht selbst sehen. :-(
... aber, nein, es gibt ja gar keine Probleme wirklich, wenn man Trauer, Unglück, Schmerz .. einfach Sein lässt.
Zu der „Träumer“: Bedarf es ein „Träumer“ um zu träumen?
Der Traum entsteht aus sich selbst heraus? Aber woher kommt dann diese Schrift hier? Wer schreibt?? Der Traum schreibt?? Das passt für mich nicht. (Ich wills echt wissen!!) Es entsteht nicht einfach alles, sondern …. ohne dieses „Jetzt“-Gefühl wäre nichts da. Und in dem Jetzt-Gefühl ist immer alles enthalten. Eigentlich alles. Das kommt mir richtig vor. Aber es ist nicht wirklich zu denken. Ich komme da nicht ran … .
Wenn ich tot bin, ist dann noch was da? Ist das Jetzt weg, wenn ich tot bin? (Ich hab keine Angst vor dem Tod.)

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Joram » Sun Apr 10, 2016 9:52 am

Der Traum entsteht aus sich selbst heraus? Aber woher kommt dann diese Schrift hier? Wer schreibt?? Der Traum schreibt?? Das passt für mich nicht.
Diese Frage „Wer schreibt“ ist genau das um was es hier geht.
Schauen wir NUR das an, bist wie den „Schreiber“, sein Wesen, durchdrungen haben.
Gerade liest „du“.
Wirklich? Ist da, beim „Lesen“ ein „Du“ zu finden?
Schau genau was, als direkte Erfahrung, wirklich abläuft:
Die Augen sehen. Was sehen die Augen? „Buchstaben“? Nein. Die Augen sehen keine Buchstaben. Die Augen sehen „Schwarz“ und „Weiß“. Der Geist/Gehirn/Denkinstanz macht daraus „Buchstaben“, „Worte“, „Sätze“, „Idee“, „Gefühl“, „Bewertung“. – Sind wir bis hier einer Meinung?

Wenn „Ja“ – wo ist in diesem Prozess, ein „Leser“, ein „Ich“ zu finden?

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Ohnegesicht » Sun Apr 10, 2016 10:43 am

Auf jeden Fall – wir sind einer Meinung.

Es ist ganz klar, dass hier dauernd konstruiert wird. Es gibt kein Ich. Da ist nur schwarz und weiß. Es ist alles maßlos konstruiert.
Da ist jetzt gerade Stress ... aber nicht wirklich, oder doch, oder nicht .. Stress lässt sich, wie die Buchstaben einfach ins Nichts (schwarz-weiß) auflösen.

Wo ist der Leser? .. ?? (Ich glaube immer noch an diesen verdammten Leser. Ich kann ihn nicht abschütteln.)
(Ich muss mal gerade eine ganz kleine Pause machen.)

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Joram » Sun Apr 10, 2016 10:48 am

Die Frage ist NICHT „Wo ist der Leser?“. Die Frage ist: „wo ist in diesem Prozess, ein „Leser“, ein „Ich“ zu finden?“ – gehe in der direkten Erfahrung und untersuche. Glauben oder nicht glauben wird nichts nutzen. Untersuchen! Selber untersuchen. Selber erfahren. Nur das nutzt.

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Ohnegesicht » Sun Apr 10, 2016 1:11 pm

Wie soll das gehen. Also ich schreibe und … ich sehe nicht, dass es da noch was gibt, außer schreiben. Mein Hirn macht diese Buchstaben und den Sinn hier hin. Und gucke „ich“ zu? Guckt was zu? Es passiert. Das Denken passiert. Es passiert auch, wenn ich nicht „hingucke“. Der, der hinguckt wird nicht gebraucht (in meinem Fall eigentlich „die“- aber völlig egal). Ich finde in dem Prozess keinen Leser/Schreiber.
Lesen passiert, schreiben, denken passiert. Vielleicht denke ich, kurz bevor ich schreibe (die Finger gehen sowieso von allein). Im 2. Schritt kann ich mir der Gedanken und des Schreibens bewusst werden. Ich spüre das Schreiben. Wenn ich darauf achte. (Sonst nicht.) Wer sagt, worauf ich achten soll? Das Hirn (??). Woher weiß das Hirn das? Ich bewege mich im Kreis oder besser in … ich kann nicht da hin, wo die Gedanken her kommen. Das ist wohl so, wie Körperabläufe, Atmen, Verdauen, etc. einfach passieren. Das Hirn schickt Gedanken, Bewegungen, etc., passiert einfach. Wenn man genau hinsieht gibt es am Ende niemand, der/die was macht. Deswegen gibt es auch kein Ich.
Ich verstehe das schon, aber irgendwas weigert sich, das zu akzeptieren, sonst wäre ich wohl freier. Dann wäre wirklich gar keine Angst mehr da, weil ich dann ja nichts tun kann. So ist es wohl. Aber wenn gleich irgendwas passiert, (muss mal schauen, ob mein Sohn für die Schule lernt, muss außerdem noch in die Stadt fahren … ), dann wird das nicht so empfunden, als würde ich nichts tun.

Es passiert. Jetzt. Wem passiert das alles? Oder passiert überhaupt was? Da gibt es was, wo nichts passiert, wenn ich es nicht bin, die alles macht, wenn mir nur alles passiert. Aber wenn es da einen Beobachter gibt, dann nur in dem Moment, in dem ich mir den Beobachter bewusst mache (selten). Und was „nützt“ mir dieser Beobachter??? Ich sehe den Bildschirm – na und?

Woher das kommt, was passiert – keine Ahnung.
Ich kann nicht gleichzeitig denken und meine Gedanken beobachten. Das sind für mich 2 Schritte. Wenn ich denke, beobachte ich nicht. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich das tue. Gedanken sind da und dann sehe ich sie. Die Frage ist, woher weiß ich, dass Gedanken da sind. Sind einfach da. Also gibt es noch etwas was sie „sieht“ und etwas was sie macht. Muss wohl so sein. Sonst können sie ja nicht da sein, erfahren werden und ggf. ins Bewusstsein gebracht werden.
Jetzt fange ich wohl wieder an zu theoretisieren, weil … das ist etwas anstrengend alles ;-)

Der Prozess läuft allein. Aber ich bin mir noch nicht so ganz sicher.

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Joram » Sun Apr 10, 2016 1:26 pm

Wer sagt, worauf ich achten soll? Das Hirn (??). Woher weiß das Hirn das?
Wer sagt, wohin das Wasser fließen soll? Woher weiß das Wasser das?
Ich verstehe das schon, aber irgendwas weigert sich, das zu akzeptieren, sonst wäre ich wohl freier. Dann wäre wirklich gar keine Angst mehr da, weil ich dann ja nichts tun kann. So ist es wohl. Aber wenn gleich irgendwas passiert, (muss mal schauen, ob mein Sohn für die Schule lernt, muss außerdem noch in die Stadt fahren … ), dann wird das nicht so empfunden, als würde ich nichts tun.
Solange man glaubt Wasser in eine Fata Morgana zu finden, handelt man danach und Wasser wird da gesucht wo es nichts gibt.
Was aber dann, wenn man WEIß, dass da, in einer Fata Morgana kein Wasser zu finden ist? Hört das Phänomen „Fata Morgana“ auf? ;-)

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Re: ... nur ein Spiel ... ?

Postby Ohnegesicht » Sun Apr 10, 2016 7:22 pm

Wer sagt, wohin das Wasser fließen soll? Woher weiß das Wasser das?
Ja, sehr schöner Vergleich. Ich denke auch an die Wolken. Wer sagt, wie sich die Wolken bewegen sollen. ..
Solange man glaubt Wasser in eine Fata Morgana zu finden, handelt man danach und Wasser wird da gesucht wo es nichts gibt.
Was aber dann, wenn man WEIß, dass da, in einer Fata Morgana kein Wasser zu finden ist? Hört das Phänomen „Fata Morgana“ auf? ;-)
Da bin ich mir nicht sicher. Nun habe ich seit Jahrzehnten eingeübt, dass da „das Wasser“ (die Fata Morgana, das Ich) ist und nun mache ich einfach so weiter, auch wenn ich weiß, dass es nicht da ist.
Andererseits mag ich nicht mehr so viel denken. Die Überzeugung, dass es das Ich nicht gibt ist sehr gewachsen. Aber es ist kein Schleier gefallen. Ich muss vielleicht immer wieder daran erinnert werden und zwar sehr konzentriert und massiv. Es fällt mir schwer, das im Leben immer wieder aufzurufen und es ist auch etwas unspektakulär. Ich bin oder war kein Mensch mit vielen Ängsten, die nun alle zu Staub zerfallen. Aber ich nehme mal an, dass wenn ich das nächste Mal Zahnschmerzen bekomme, ich doch wieder an die Fata Morgana glaube, also glaube, dass ich irgendwas tun kann (außer das ich - natürlich - von selber ganz sachlich zum Zahnarzt gehe).
Mir ist was eingefallen vorhin: Ich hatte vor 30 Jahren einen Unfall, bei dem mich ein Auto angefahren hat, als ich bei rot mit dem Fahrrad über die Straße gefahren bin. Im Bruchteil einer Sekunde habe ich beim weggeschleudert werden die Bordsteinkante auf mich zukommen sehen. Ich habe sie gesehen ohne Angst oder sonst was. Sie kam näher und das wars. Es war kein schlimmer Unfall, aber ein riesen Schock – danach - habe ich furchtbar geheult. Aber eben erst danach. Als „ich begriffen“ habe, was passiert ist, was ich getan habe, etc. Eigentlich ist nichts passiert oder zumindest nur so viel, wie schwarz und weiß bei den Buchstaben. Meine Interpretation hat die Gefahr gemacht. Okay, ich hätte vielleicht sterben können (nicht wirklich, aber nehmen wir mal an). Aber das wäre dem Beobachter, der die Bordsteinkante gesehen hat, völlig egal gewesen. Es ist egal. Schluck.

Was bedeutet es jetzt für das Leben, wenn man weiß, dass da kein „Ich“ ist oder (für mich besser), dass einfach alles passiert, ohne dass es ein Ich gibt, dass was macht, steuert, etc. (Gedanken kommen, Bewegungen kommen, Kopfschmerzen kommen, werden wahr genommen oder nicht .. das Auto (bildlich) wird gelenkt ohne Führung?!?!) Dann kann Entspannung eintreten. Aber „meine“ Gewohnheit ist zu sagen: dann kann „ich“ mich entspannen. (Das Wort „ich“ ist sowieso eine Katastrophe, man sollte „von sich“ nur in der 3. Person reden.)
Es kommt mir ein bisschen so vor, als würde mein Ich jetzt sagen: du musst jetzt so tun als hättest du kein Ich. Was natürlich völlig blödsinnig ist, weil ich ja gesehen habe, dass es das nicht gibt. Es gibt keinen Beweis für das Ich, aber genügend Beweise, das es das Ich (also etwas was hier steuert und was einen Willen und ein Ziel hat und anstreben kann und dementsprechend bewerten muss) nicht gibt. Es kommt mir gerade völlig hirnrissig vor, irgendwas erreichen zu wollen, aber alle um mich rum wollen ständig irgendwas erreichen und ich muss dann auch so tun. Wir sind alle ganz strebsam und wollen Erfolg haben, Ziele, Ideale, Wünsche, … Ich habe mir gestern einen neues Tablet gekauft und alle wollten, dass ich mich nun freue. Aber es war mir eigentlich egal. Okay, dann habe ich halt mitgespielt und Freude gezeigt. (Wahrscheinlich wäre es für meine größere Tochter, z.B. völlig unverständlich, wenn ich mich nicht ganz doll freuen würde.) Es ist ja auch ein schönes Teil. Aber eigentlich egal. Es geht doch immer darum, dass man dies erreichen soll und das. Und ich lebe in dieser Wollen-Gesellschaft. Wie da nicht mitmachen? Okay, wenn ich den ganzen Tag euphorisch und mit unendlicher Liebe umherlaufen würde, so wie das manche „erwachten“ (äußerst glaubhaft) berichten, okay, dann ist das Gefühl, das hier alles, was sich verändert, nicht zu sein, so stark, dass man nicht in den Strudel der „Aktivitäten um etwas zu erreichen“ hineingezogen wird. Aber so ist das nicht bei mir. Es ist alles ganz normal und mir ist jetzt alles noch ein bisschen gleichgültiger. (Was ist mit Freunden oder Kollegen, die „was wollen“? - Hat man noch was zu reden??)


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