Wirklich mit dem Leben gehen

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Emjetas
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Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Fri Mar 11, 2016 1:42 pm

Was führt dich zu Liberation Unleashed?

Zuallererst: Vielen Dank an alle, die an diesem Projekt beteiligt sind. Ihr leistet grossartige Arbeit und seid vielen Menschen eine wertvolle Hilfe. Danke!

Ich habe mir vor einer Woche das Interview angesehen, das Teresa Arrieta mit Tom geführt hat. Ich war tief bewegt von der Klarheit und Liebe die von Tom ausgegangen sind. Am nächsten Tag habe ich mir die Libertion Unleashed Website angesehen und einige Threads angeschaut. Da wusste ich sofort, dass diese Art der Unterstützung für mich eine grosse Hilfe sein würden.

Dann habe ich mir die App heruntergeladen und bin erstaunt und begeistert, wie hilfreich es für mich ist, in Zeiten der Unruhe einen der Texte zu lesen und eine Zeit damit zu sein. Das führt mich jetzt dazu, mich um einen Guide zu bewerben.


Welchen Hintergrund hast du in Bezug auf deine Suche?

Ich bin 54 Jahre jung und befasse mich seit 10 Jahren intensiv mit Spiritualität. ich habe in dieser Zeit viel gelesen. Eckhart Tolle, Ein Kurs in Wundern, Die "Gespräche mit Gott" von Neale Donald Walsch und einiges mehr. vor 4 Jahren, während meiner Ausbildung zum Yoga Lehrer, bin ich mit den indischen Heiligen in Kontakt gekommen, unter anderen auch mit Ramana Maharshi. Die Aussagen und Hinweise die er gibt, haben mich sofort fasziniert. Ich fühlte eine innere Zustimmung, ein Wissen, dass das wahr sein muss, was er beschreibt. "Wer bin ich?" Ich habe viel Zeit mit dieser Frage verbracht und wende sie immer wieder an. ich fühle, dass da kein "Ich" ist und dennoch schleicht es sich immer wieder durch die Hintertüre ein und kontrolliert mein Leben. Ganz offensichtlich bin ich noch nicht zu der Erfahrung gelangt.


Was erwartest du von dem Gespräch in diesem Forum?

Ich erwarte ein Gegenüber, welches mit mir arbeitet und mich dabei unterstützt, die Frage nach dem "Ich" konsequent und bis in die tiefsten Tiefen beantworten zu können. Etwas in mir drängt geradezu in diese Richtung. Alleine auf mich gestellt, war ich bis heute nich in der Lage, diese von euch beschriebene Verschiebung in der Wahrnehmung zu erlangen.
Zudem kenne ich mich so gut, dass ich weiss, dass mir das Eingehen einer täglichen Verpflichtung helfen wird, konsequent dabei zu bleiben.


Wie bereit bist du, deine Glaubensvorstellungen über dich in Frage zu stellen und um jeden Preis die Wahrheit zu finden? Auf einer Skala von eins bis zehn (zehn ist die höchste Bereitschaft). - choose one = wähle eine Zahl: 11

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Sat Mar 12, 2016 10:24 am

Guten Morgen Emjetas,

ich möchte Dich gern ein Stück begleiten.

Du hast Dich auf der Webseite umgeschaut. Insofern gehe ich davon aus, dass Du mit den Regeln in diesem Forum vertraut bist.

Dann fangen wir auch gleich an :-)

[quote][/quote]"Wer bin ich?" Ich habe viel Zeit mit dieser Frage verbracht und wende sie immer wieder an. ich fühle, dass da kein "Ich" ist und dennoch schleicht es sich immer wieder durch die Hintertüre ein und kontrolliert mein Leben.

Wer oder was bist Du denn?
Und wer oder was stellt die Frage?
Und wer oder was nimmt wahr, dass Ich sich durch die Hintertürre immer wieder einschleicht?

Lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Mon Mar 14, 2016 6:17 pm

Guten Abend Ichbin
Tut mir leid dass ich erst jetzt von mir hören lasse. Ich dachte, dass ich erst eine E-Mail erhalte mit den Zugangsdaten. Zum Glück habe ich jetzt im Forum reinbeschaut und meinen Beitrag gefunden.

Es freut mich sehr, dass du ein Stück des Weges mit mir gehen wirst.
Wer oder was bist Du denn?
Da kommt sofort: Ein Mensch. - Aber das ist ein Gedanke, wenn ich genau hinschaue. Und auch andere Gedanken dazu erscheinen. Ich kann die Frage nicht schlüssig beantworten. Es ist mehr wie ein Gefühl oder eine automatische Annahme, dass das ich bin. Und dann ist da Verwirrung wenn ich tiefer gehen will.

Und wer oder was stellt die Frage?
Es kommt mir oft so vor, als wären da 2 von mir da. Einer der wissen will, und einer der lieber unbewusst bleibt. Aber ich kann die 2 nicht wirklich auseinanderhalten oder aufspüren. Eigentlich ist die Frage einfach da. Sie taucht einfach auf. Ich weiss nicht, wer sie stellt.
Und wer oder was nimmt wahr, dass Ich sich durch die Hintertürre immer wieder einschleicht?
Nun, das wäre dann der andere der 2. Aber auch ihn kann ich nicht finden. Er ist einfach da. Ich habe keine Kontrolle darüber.

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Mon Mar 14, 2016 10:11 pm

Hallo Emjetas,

alles gut :-) Du kannst Dir für Deinen Threat eine Benachrichtigung per Email einrichten. Wenn Du in dem Threat bist, kannst Du unten ein Kästchen dazu anklicken.

Dann schauen wir mal weiter nach:-)
Da kommt sofort: Ein Mensch. - Aber das ist ein Gedanke, wenn ich genau hinschaue
Das, was vor dem Gedanken ist, könnte das vielleicht das Ich sein?

Lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Mon Mar 14, 2016 10:28 pm

Hallo Ichbin. Freut mich, dass es jetzt geklappt hat.
Das, was vor dem Gedanken ist, könnte das vielleicht das Ich sein?
Subtile Frage! Wenn ich in mich gehe, kann ich nichts konkretes finden, bevor der Gedanke ins Bewusstsein kommt. Es fühlt sich an wie Leere die mit einem Schleier überzogen ist. Aber da ist kein Ich.

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Tue Mar 15, 2016 10:23 am

Hallo Ichbin

In der Nacht hat es in mir weiter gearbeitet und heute Morgen habe ich mich nochmals hingesetzt und nach innen geschaut und das Folgende gefunden in Ergänzung zu meiner gestrigen Antwort.

Der Gedanke: "Ein Mensch" kam ganz spontan auf die Frage: "Wer bist du denn". und er wird begleitet von einem Gedanken/Gefühl von Ich. Aber vor dem Gedanken ist nur Leere, nichts.

Was ich auch feststelle ist, dass unmittelbar nach dem ersten Gedanken "Ein Mensch" ein zweiter Gedanke kommt, der den ersten in Frage stellt: "Aber das ist ein Gedanke", und dieser vermittelt ein viel stärkeres Gefühl von Ich.
Nun habe ich aber schon gesehen, dass das Ich kein Gedanke sein kann. Die Gedanken sind einfach da. Manchmal werden sie zu "meinen" Gedanken, manchesmal aber auch nicht. Und ich sehe nicht, wie das geht.

Herzensgruss
Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Tue Mar 15, 2016 11:12 am

Guten Morgen Emjetas,

Es ist sehr gut, wenn Du Dir für die Antworten Zeit lässt und wirklich genau schaust und DIREKT ERFÄHRST, was Wahrheit ist. So wie Du es jetzt in der Ergänzung getan hast.
Der Gedanke: "Ein Mensch" kam ganz spontan auf die Frage: "Wer bist du denn". und er wird begleitet von einem Gedanken/Gefühl von Ich
Und sehr gut! Du hast den ICH Gedanken gefunden. Das bringt uns schon ein ganzen Stück weiter :-)

[quoteNun habe ich aber schon gesehen, dass das Ich kein Gedanke sein kann][/quote]

Also was ist ein Gedanke und was ist das ICH dann, wenn es kein Gedanke ist? ;-)

Lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Tue Mar 15, 2016 5:27 pm

Einen wunderschönen guten Abend Ichbin

Ich habe gerade viel Zeit und habe mich intensiv mit deinen Fragen auseinandergesetzt. Hier nun was ich gefunden habe:
Also was ist ein Gedanke?
Ein Gedanke ist eine Folge von Worten, die im Geist auftauchen, vorbeiziehen und wieder verschwinden.
und was ist das ICH dann, wenn es kein Gedanke ist?
Als Erstes fällt mir auf, dass das Ich nur im Zusammenhang mit Gedanken oder Gefühlen auftaucht. Vor, mit, oder nach einem Gedanken oder Gefühl. Es ist nicht immer da.
Es kommt mir vor wie ein eigenständiger Gedanke und sein Erscheinen führt fast zwangsläufig zu weiteren Gedanken.
Bei näherer Betrachtung ist es ein Gedanke, der die Tendenz hat, den Geist zu vereinnahmen. Er verschwindet nicht einfach so ohne weiters wieder, wie das andere Gedanken in der Regel tun.
Ich nehme den Ich-Gedanken wahr als Etwas, das als "besitzergreifende oder ablehnende Instanz" bezeichnet werden könnte. Er macht sich Gedanken und Gefühle zu eigen und allzuoft fällt er ein Urteil über diese. Nennt sie gut oder schlecht.
Er scheint sich auch mit Eigenschaften zu verbinden oder sie abzulehnen.
Und er hat die Tendenz, sich zu verbergen. Taucht nicht alleine auf, sondern immer zusammen mit anderen Gedanken oder Gefühlen, die von ihm ablenken sollen.

Ich freue mich auf die nächsten Fragen...
Gruss
Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Tue Mar 15, 2016 5:59 pm

Hallo Emjetas,

sehr gut :-) Schön, dass Du am Ball bleiben willst. Dann lass uns weiter schauen...
Es kommt mir vor wie ein eigenständiger Gedanke
D.h. also, dass ICH ist ein Gedanke? Kannst Du mir da zustimmen?
Es ist nicht immer da
Was ist denn dann da, wenn das ICH nicht da ist? Was kannst Du aus Deiner direkten Erfahrung (hören, sehen, fühlen etc.) berichten?

lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Tue Mar 15, 2016 7:09 pm

Da bin ich wieder. Und wie ich am Ball bleiben will. Fühle mich wie ein Surfer, der gerade eine mega Welle reitet.
D.h. also, dass ICH ist ein Gedanke? Kannst Du mir da zustimmen?
Ja, ich stimme zu. Das ICH ist ein Gedanke.
Was ist denn dann da, wenn das ICH nicht da ist? Was kannst Du aus Deiner direkten Erfahrung (hören, sehen, fühlen etc.) berichten?
Da ist reine Empfindung. Ich spüre das Sofa, auf dem der Körper sitzt. Oder. Einfaches sehen. zB. Ich sehe einen Menschen, der auf der Strasse vorbeigeht. Und es ist einfach so. Keine Bewertung, kein Urteil.
Es ist ein unproblematischer Zustand, wenn das ICH abwesend ist. Es fühlt sich neutral an.
Und da sind keine Fragen!

Ich bemerke aber auch so etwa wie eine "düstere Vorahnung", dass das ICH jederzeit auftauchen könnte, um die Stille und Gelassenheit zu beenden. (Ob das auch nur wieder das ICH ist?)

Je länger das ICH abwesend ist, desto weiter werde ich innerlich. Da entsteht eine Tiefe in mir, die ich so noch nicht kenne.

Was mir ausserdem auffällt: Je mehr ich mich mit dem ICH auseinandersetze, desto vorsichtiger scheint es zu agieren. Es scheint sich zu fürchten, entlarvt zu werden. Offensichtlich will es nicht entdeckt werden, und will sich tarnen. Eigenartig.

Ich wünsche Dir guten Appetit
Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Tue Mar 15, 2016 7:36 pm

Hallo Emjetas,

Du machst das großartig :-) Das macht richtig Spaß mit Dir zu Surfen:-)

Hier kommt die Gutenacht-Frage:-)
Ja, ich stimme zu. Das ICH ist ein Gedanke.
Das ist schon mal eine gute Basis.
Es scheint sich zu fürchten, entlarvt zu werden. Offensichtlich will es nicht entdeckt werden, und will sich tarnen.
Also der Ich-Gedanke scheint sich zu tarnen? Wie und als was könnte er sich tarnen?
Gibt es den Weihnachtsmann? Was ist eine Fatamorgana?

Viel Spaß :-)

Lg-Astrid
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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Wed Mar 16, 2016 11:52 am

Hallo meine liebe Icbin
Das Kompliment gebe ich gerne zurück. Du verstehst es wirklich, die richtigen Fragen zu stellen und den Prozess bei mir so richtig toll anzuschubsen. Vielen Dank dafür.
Auch die Fragen von gestern haben mir einen wunderbaren Abend beschert. Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich eingefühlt ud kommen lassen, was sich zeigen wollte. Alleine über die Frage der "Tarnung" des ICH-Gedankens könnten ganze Abhandlungen geschrieben werden. Nun denn, ich will versuchen, meine Einsichten so prägnant wie möglich auszudrücken. Hier nun zu deinen Fragen im Einzelnen. Ich beginne mit:
Was ist eine Fatamorgana?
Eine Sinnestäuschung. - Eine falsche Wahrnehmung.
Es wird etwas gesehen, das in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.

Wenn ich der Fatamorgana allerdings die Fähigkeit zumesse zu agieren, (wie dem ICH-Gedanken), lässt es sich auch so betrachten. Eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. ICH täusche dich, indem ich dir etwas vormache, das bei näherer Betrachtung einer Überprüfung nicht standhält.
Diese Vorgehensweise ist eine der Tarnungsstrategien des ICH-Gedankens.
Gibt es den Weihnachtsmann?
Oder den Osterhasen, die Zahnfee? Nein, natürlich nicht.
Ähnlich wie bei der Fatamorgana. Nur dass hier die falsche Vorstellung durch einen Mangel an Informationen, oder die Vorspiegelung falscher Informationen entsteht. Das Kind glaubt so lange an den Weihnachtsmann, bis es dahinter kommt, dass die Erwachsenen ihm Informationen vorenthalten. Danach geht das nicht mehr.
Zuvor aber ist seine Schlussfolgerung, also der Glaube an den Weihnachtsmann, aufgrund seiner Informationslage, schlüssig und nachvollziebar.

An dieser Stelle halte ich es für wichtig (für mich) und angebracht, kurz auf meine bisherige Suche nach dem Erwachen einzugehen. Ich habe die vergangenen 7 Jahre intesnsiv mit mir gearbeitet. Glaubenssätze entlarvt und geändert, Ängste angeschaut und geheilt. Sozusagen auf das Erwachen hingearbeitet, wie so viele andere Menschen auch. Viele (die Meisten) der Beschreibungen dieses erwachten Bewusstseinszustandes sind mir vom Verstand her völlig klar und leuchten ein. Was neu ist, ist die aufkeimende Fähigkeit, diese Dinge in mir selber so klar beobachten zu können. Manchesmal ist es allerdings noch schwierig, Konzepte von Erfahrung zu trennen. Aber von Tag zu Tag geht es besser und wird die Erfahrung tiefer.
Ich erwähne das, um mich daran zu erinnern, immer bei der gegenwärtigen Erfahrung zu bleiben.
Ausserdem habe ich einen einfühlsamen Guide, der mich uimgehend auf die dunklen Flecken meiner Betrachtung hinweist. Das ist ein Segen. Jetzt aber weiter mit deinen Fragen.
Also der Ich-Gedanke scheint sich zu tarnen?
Ja, das tut er. Und er ist ein Meister der Tarnung. Er betreibt aktive und passive Tarnungsstrategien auf allen Ebenen, stiftet Verwirrung, verdreht Tatsachen usw. Manchmal kommt er mir vor wie eine Fatamorgana.

Wie und als was könnte er sich tarnen?
Allgemein gesagt durch jedwede Aktivität welche den Verstand und den Geist absorbiert. Passiv zb. durch Fernsehen. Die Handlung im Film wird dann zu "meiner" Handlung ohne dass das wirklich bewusst geschieht.

Der ICH-Gedanke hängt sich an Erinnerungen, Vorlieben, Abneigungen und dergleichen mehr an.
Er verbindet klammheimlich Gedanken mit Emotionen, die in Wirklichkeit gar nicht zusammen gehören.

Er unterlegt einem aktuellen Geschehen Gefühle und Erfahrungen aus früheren Begebenheiten und verunmöglicht so, dass die Dinge gesehen werden, wie sie wirklich sind.

ER erzählt Geschichten von mir.
ER kommentiert laufend was gerade geschieht, und nimmt es dabei mit der Wahrheit nich sehr genau.

Und dann ist da noch die Angst. Ich beobachte bei mir, dass der ICH-Gedanke geradezu virtuos mit den Ängsten spielt. Er schürt sie und bietet dann Lösungen an, die in Wirklichkeit die Angst nicht zum verschwinden bringen, sondern sie noch verstärken. Auch verschleiert er die Sicht auf die Angst.
Beispiel: Ich habe beobachtet, dass der ICH-Gedanke bei mir immer Angst suggeriert, wenn ich tätig werden will. Es fühlt sich an, wie eine Angst vor der Tätigkeit an sich. Nun konnte ich aber in den letzten Monaten beobachten, dass sich die Angst gar nicht auf das Tun bezieht, sonder auf eine mögliche Ablehnung der Ergebnisse, die aus dem Tun erwachsen.

Der ICH-Gedanke scheint mir ein Gaukler zu sein, der sein Fach aus dem Effeff kennt.

Ich könnte diese Betrachtung noch lange weiterführen, aber ich denke, dass ich die wichtigen Punkte meiner Betrachtung ganz gut ausgedrückt habe. Der Ball ist bei Dir.

Ich wünsche Dir einen wundervollen Tag
Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Wed Mar 16, 2016 6:29 pm

Hallo Emjetas,

ja das mit meinem Namen war ein versehen... ich war so sehr bei der Welle und im Surfen abgetaucht ;-) Lass uns gern bei unseren Forums-Namen bleiben.

Ich schätze sehr, dass Du bei Deinen Antworten wirklich von Deinen eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen berichtest. Denn darum geht es hier. Dann machen wir gleich mal weiter :-)
Wenn ich der Fatamorgana allerdings die Fähigkeit zumesse zu agieren, (wie dem ICH-Gedanken), lässt es sich auch so betrachten. Eine Vorspiegelung falscher Tatsachen.
Das Kind glaubt so lange an den Weihnachtsmann, bis es dahinter kommt, dass die Erwachsenen ihm Informationen vorenthalten. Danach geht das nicht mehr.
Und, was ist jetzt mit dem ICH?
... um mich daran zu erinnern, immer bei der gegenwärtigen Erfahrung zu bleiben.
Also gibt es die Erfahrung, einen Erfahrenden und einen der sich erinnern muss? :-)
....dass sich die Angst gar nicht auf das Tun bezieht, sondern auf eine mögliche Ablehnung der Ergebnisse, die aus dem Tun erwachsen.
Was könnte denn passieren?

Lg-Ichbin ;-)
Herzliche Grüße - Ichbin

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Emjetas » Thu Mar 17, 2016 9:14 am

Guten Tag Ichbin

Herausforderende Fragen sind das. Ich spüre, dass sich das ICH in mir vor Entdeckung fürchtet. Spannend.
Und, was ist jetzt mit dem ICH?
Ich spüre Enttaüschung - und Verlust. Als würde das ICH einen Teil von sich selber verlieren.
Also gibt es die Erfahrung, einen Erfahrenden und einen der sich erinnern muss? :-)
Das ist eine Knacknuss, diese Frage. Ich bin lange mit ihr gewesen. Ich bin sicher, dass der Erfahrende und der Erinnernde dasselbe sind. Die Erfahrung lässt sich nur schwer einordenen. Dann bin ich in der Nacht mitten in einem Traum aufgewacht und sofort bei deiner Frage gelandet. Im Traum sind Erfahrung und Erfahrender dasselbe. Da das ICH ein Gedanke ist, liegt es nahe, dass Erfahrung und Erfahrender und Erinnernder Teil des selben Prozesses sind. Aber irgendwie bin ich mir da noch nicht wirklich sicher. Eine Erfahrung wird ja gemacht, oder bezieht sich auf etwas das im Aussen geschieht. Das ist verwirrend.
Ich komme darauf zurück, wenn ich neue Einsichten haben sollte.

....dass sich die Angst gar nicht auf das Tun bezieht, sondern auf eine mögliche Ablehnung der Ergebnisse, die aus dem Tun erwachsen.


Was könnte denn passieren?
Es könnte sich herausstellen, dass die Angst unbegründet ist. Das würde die Position des ICH schwächen. :-)

Ich bemerke, wie das ICH versucht, die Ergründung zu verhindern. Das ist total spannend und herausfordernd...Bin echt gespannt, wo das hinführt. Danke dir für die guten Fragen. Alleine wäre ich da nie draufgekommen.

Herzlich Emjetas

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Re: Wirklich mit dem Leben gehen

Postby Ichbin01 » Thu Mar 17, 2016 11:03 am

Guten Morgen Emjetas,
Es könnte sich herausstellen, dass die Angst unbegründet ist
Ich bemerke, wie das ICH versucht, die Ergründung zu verhindern.
ok... dann gehen wir mal Schritt für Schritt vor :-)

Schau Dir die Angst genau an? Wie fühlt sie sich an, wo sitzt sie? Was passiert genau Schritt für Schritt (im Körper, Atmung, Erfahrung/Wahrnehmung, welche Gendanken tauchen auf), wenn Du ihr direkt "ins Auge" schaust?

Ich bin gespannt auf Deine Erfahrung.

Lg-Ichbin
Herzliche Grüße - Ichbin


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