bitte um hinweise

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aham
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bitte um hinweise

Postby aham » Sat May 09, 2015 5:35 pm

habe vor ein paar jahren mit self-enquiry begonnen, seither unzählige bücher gelesen, oft über lange zeiträume fast nichts anderes getan als über diese fragen nachzudenken - bis in die träume hinein - und ich habe auf beinahe jede frage, die ich mir zur natur "meines" seins stellen konnte, eine antwort gefunden und intellektuell verstanden.

dennoch bleibt zweifel, das gefühl von leere, das gefühl dass etwas fehlt, dass etwas auf dem spiel steht. mir ist klar, dass dieses ich ein konzept ist, ein werkzeug - und es ist offensichtlich und auch konkret erlebbar, dass keine grenze zwischen mir und dem sein an sich festzumachen ist, weder räumlich noch zeitlich.

ich weiß und verstehe, dass jeder gedanke, jede bewegung - auch das schreiben dieser zeilen - eine bewegung der gesamtheit ist, wie sie an dieser stelle und in diesem moment eben zum ausdruck kommt: aus sich heraus, ohne ein zutun einer davon getrennten entität. dennoch gibt es etwas, was ich als kern meines seins verteidige, was ich nicht loslassen kann, was ich fürchte zu verlieren. die schere zwischen wissen und erleben scheint eher noch größer zu werden, je mehr fragen ich beantwortet zu haben glaube. betrüge ich mich selbst?

wenn ich versuche, konzepte loszulasssen und konkret und unmittelbar zu sehen was ist, komme ich an eine grenze, die als vages gefühl von angst erlebt wird, körperlich in der bauchgegend angesiedelt. von dort gehen spannungen aus, eine art festhalten, das in den ganzen körper ausstrahlt, und sozusagen das ich-erleben aufrechterhält. ich weiß nicht, wie ich den punkt des ich-erlebens überschreiten soll, da scheinbar alles was ich wahrnehme genau von diesem punkt ausgeht. der oder das, was wahrnimmt, ist immer da, wird als ich erlebt und hat offenbar angst davor, dass dieses erleben enden könnte.

ich habe einmal den satz aufgeschrieben: "ich bin das, was sein ende niemals wahrnimmt" - und ich weiß, dass dieser satz absolut wahr ist. ich kann mein ende niemals wahrnehmen, so gesehen existiert es für mich nicht. dennoch habe ich angst davor. das ist der punkt, an dem ich sozusagen anstehe. bitte um hinweise, danke
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Re: bitte um hinweise

Postby 0kay » Sat May 09, 2015 9:12 pm

Hallo aham,

willkommen im Forum.

Lies dir kurz die Hinweise zur Benutzung durch, http://liberationunleashed.com/nation/v ... f=18&t=337 ,
dort ist auch der Link zu abgeschlossenen Guidings http://liberationunleashed.com/nation/v ... m.php?f=22 .
Die könnten für dich informativ sein und beim Lesen ebenfalls das Gewünschte auslösen, nicht-ich sein.

Schreib gern ein wenig zu deiner Person und was du dir vom Guiding erhoffst für die Zukunft, was möchtest du hier erreichen?
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Re: bitte um hinweise

Postby aham » Sun May 10, 2015 12:20 am

hallo okay,

danke für deine antwort. ich bin eben aufgewacht, aus einem seht intensiven traum, der mit diesem forum und meiner suche zu tun hatte. beim aufwachen sagte ich mir immer wieder folgenden satz - so als ob ich ihn nicht vergessen sollte:

"folge dem erlebnis."

bin dann aufgestanden, um ihn zu notieren, und hatte dann den impuls ihn hier zu posten.

ich weiß nicht, was ich mir erhoffe. ich könnte schreiben befreiung, aber auch das wäre nur wieder eine idee. ich mache einfach immer, was mir gerade einfällt (tun wir das nicht alle?), und das hat eben dazu geführt, das ich hier sitze und dir dies antworte. darüber hinaus gibt es keine erwartungen. erwartungen sind das, was mich beschränkt, schreibe ich gerade, ohne es zu verstehen. danke für deine vorschläge, ich werde mich morgen weiter damit befassen. jetzt geh ich wieder zu bett, sonst wirds heute nichts mehr mit schlafen :-)

was soll ich zu meiner person schreiben?
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Re: bitte um hinweise

Postby aham » Sun May 10, 2015 3:05 am

aus dem wieder einschlafen wurde doch nichts. habe irgendwie das gefühl, an einer entscheidenen stelle angekommen zu sein. ich habe jetzt in anderen threads gestöbert, und vieles davon kommt mir sehr bekannt vor :-) - biespielsweise was "admin" in der einführung in das direct pointing schreibt:

Da sich all die Gedanken aber nicht mehr auf ein ICH beziehen können, werden die Muster in der Regel schneller als solche erkannt und vor allem nicht mehr persönlich genommen. Das führt meist zu großer Erleichterung.
Wer wirklich gesehen hat, dass das ICH nur in gedanklicher Form existiert, kann nie wieder an dieses "Gespenst" glauben.


das könnte ich selbst geschrieben haben: es deckt sich vollkommen mit meiner erfahrung, schon seit längerem. die erleichterung ist da, mal mehr, mal weniger - dennoch stellt sich keine dauerhafte zufriedenheit ein, kein gefühl angekommen zu sein - trotz des wissens (oder glaubens, was ist der unterschied) dass ich es ohnehin schon bin. das wäre auch am ehesten die antwort auf deine frage, warum ich hier bin, was ich erhoffe: dieses wissen so zu festigen oder zu vertiefen, dass das fühlen damit vollkommen und dauerhaft im einklang bleibt. ich weiss, dass es nichts zu suchen gibt, und dennoch scheine ich immer noch zu suchen. das ist das paradox, das mich beschäftigt - eine art sich nicht damit zufrieden geben zu wollen dass das, wonach ich suche, ohnehin schon immer da ist, und das, was ich loswerden will, ohnehin nie existiert hat...

solange ich mit "mir" allein bin, meditiere etc. ist alles ok, alles klar - es gibt phasen des quasi unkonditionierten seins: gedanken kommen und gehen, ohne dass jemand sie für sich reklamiert, und alles ist gut. sobald jedoch "andere" ins spiel kommen, stellt sich ein subtiler wunsch, mich darzustellen, oder das bedürfnis, ein bestimmtes bild abgeben zu zu wollen ein - und bumm - bin ich wieder das Ich, das probleme hat und verursacht. ich sehe mich dann quasi in den augen der anderen, was die illusion der trennung wieder entstehen lässt. aber sich deswegen in eine höhle zurückzuziehen kanns ja auch nicht sein, oder? :-)

ich bitte also hiermit offiziel um einen guide - wobei ich nicht weiß, ob ich nicht ohnehin schon durch das gate gegangen bin. oder anders gesagt: ich suche jemanden, der mir hilft, das zu glauben und zu integrieren, was vermutlich ohnehin bereits geschehen ist.

und jetzt versuch ich nochmals zu schlafen.
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Re: bitte um hinweise

Postby 0kay » Sun May 10, 2015 12:22 pm

Hallo Aham,

ich bin neuerdings als Guide eingesetzt und wenn du magst begleite ich dich für eine Weile bei deinen Gedanken und gebe Hinweise. Die anderen Guide scheinen gerade sehr beschäftigt zu sein, aber wenn du lieber warten oder zwischendurch den Guide welchseln möchtest dann sag es gern.

Meine Idee ist, daß es bei dir Unwohlsein gibt wenn etwas nicht kontrolliert werden kann.

Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.
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Re: bitte um hinweise

Postby aham » Sun May 10, 2015 3:59 pm

hallo 0kay,

danke für dein angebot, ich nehme es gerne an. warum warten oder wechseln? wir sind uns hier begegnet, und es hat sich so ergeben wie es ist: dann soll es offensichtlich so sein. i just go with the flow :-)

umgekehrt möchte ich dir dasselbe sagen: falls du zwischendurch meinst, dass ein anderer guide übernehmen sollte oder so, wirst du mir das ohnhein mitteilen denke ich, ansonsten passt es wie es ist. damit komme ich schon zu deiner frage nach entscheidung etc...:

auf der ebene der person ist für mich offensichtlich, dass ich niemals etwas tatsächlich entscheide. es scheint oft so, aber das ist eine täuschung. alle meine entscheidungen kommen als gedanken oder gefühle zu mir, und ich habe keine kontrolle über meinen nächsten gedanken, ebenso nicht über mein nächstes gefühl. beide überraschen mich jeweils genau so als wenn sie von jemand anderem kämen. so gesehen überrascht mich auch deren ergebnis in form einer entscheidung - dennoch entsteht im nachhinein so etwas wie ein gefühl der autorenschaft oder verantwortung, und das ist genau ein teil des problems, das ich in meinen vorigen postings darstellen wollte.

unwohlsein entsteht aber nicht grundsätzlich immer, wenn ich etwas nicht kontrollieren kann: der umstand, dass du nun mein guide sein wirst ist ein konkretes beispiel dafür. ich habe dies nicht kontrolliert und möchte das auch nicht, und es fühlt sich gut an. das liegt wohl daran, dass ich mich in diesem forum sicher fühle, und ich explizit weiß, dass ich hier nichts falsch machen kann oder etwas falsches sagen etc. - dass mir also klar ist, dass ich hier kein bestimmtes bild abgeben möchte oder muss. im gegenteil: der versuch dies zu tun würde das ganze sogar sinnlos machen.

andererseits implizieren alltägliche situationen, privat oder beruflich (ich bin pädagoge) aber oft, dass es nötig erscheint, ein bestimmtes bild abzugeben - und dann stimmt, was du sagst: dann entsteht unwohlsein, weil ich etwas kontrollieren will, was ich grundsätzlich nicht kontrollieren kann: nämlich die reaktionen oder das denken anderer.

somit ist die absurde situation die, dass ich einerseits weiß und akzeptiere, dass ich meine eigenen reaktionen eigentlich nicht kontrolliere, aber andererseits zumindest manchmal den insgeheimen wunsch habe, dies bei anderen zu tun. dies bleibt oft so, obwohl ich weiß und mir sage, wie absurd es ist. auch das ist nicht kontrollierbar, und genau da beißt sich sozusagen der hund in den schwanz :-)

mir ist auch klar, dass die gedanken anderer in wahrheit keinerlei einfluss auf mich haben können, und auch dass sie im sinne von projektionen mehr über den- oder diejenige aussagen, die sie jeweils denken, als über mich. trotzdem bleibt manchmal der wunsch nach kontrolle, und daraus erwächst dann unwohlsein, oft auch entsprechende (soziale) ängste. mein gefühl ist, dass es vielen, wenn nicht sogar den meisten menschen zumindest phasenweise ähnlich geht, und dass dies unter anderem eine folge unserer konditionierung ist. als kind waren wir alle auf das wohlwollen unserer umgebung angewiesen - das steckt in uns, und es ist in meinen augen einer der wesentlichen einflüsse, die nach und nach zu einer art kontraktion des freien, ungeschliffenen seins, als das wir alle zur welt kamen (und das wir in wahrheit immer sind), in eine limitierte person, in ein getrenntes ich führen.

ich muss aufpassen, dass ich nicht zu lang werde in meinen antworten - habe einen gewissen hang zum epischen, sobald ich einmal loslege ;-) bevor ich also ausufere, möchte ich noch konkret und möglichst kurz auf deine punkte eingehen:

Beschreibe Entscheidung, Absicht, freier Wille, Wahl und Kontrolle. Wodurch entstehen sie? Wie funktionieren sie? Für was davon bist Du verantwortlich? Gib ein paar Beispiele aus Deiner direkten Erfahrung.


es ist offensichtlich, dass in der natur, im sein, im bewusstsein an sich, entscheidungen fallen, dass absicht vorhanden ist, dass es freien willen gibt, und auch wahl und kontrolle. aber all dies wirkt sich eher auf mich aus, als dass ich derjenige wäre, der darüber bestimmt. in einem größeren zusammenhang, der weit über das hinausgeht, was mein bewusstes und sogenanntes unbewusstes sein als person ausmacht, gibt es also all dies, und das, was mich ausmacht, hat anteil daran: als person gibt es aber genau betrachtet nichts davon. jede meiner handlungen als aham, jeder meiner gedanken hat ursachen, die sich wenn man will bis zum urknall zurückverfolgen lassen, und nichts davon unterliegt oder unterlag jemals der kontrolle dessen, als das ich mich erlebe. eher werde ich davon kontrolliert, als umgekehrt.

andererseits habe ich aber nicht das gefühl unfrei zu sein oder keine kontrollmöglichkeit zu haben - denn ich bin doch eindeutig nicht nur eine art roboter, der nur die folgen von ursachen als deren wirkungen exekutiert und abarbeitet. so gesehen stimmt irgendwie beides, und dies ist ein paradox, dass aus meiner sicht unauflöslich ist. ich bin sozusagen gleichzeitig frei und unfrei. als bewusstsein, dessen ausdruck oder manifestation ich bin, entscheide ich alles, als person nichts.
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Re: bitte um hinweise

Postby 0kay » Sun May 10, 2015 9:54 pm

Danke für die ausführliche Antwort, aham.

Hier ein wenig zu meiner Person: Ich habe nicht-ich und seither läuft es mit anderen Menschen deutlich entspannter. Erste Befürchtungen so nicht mehr akzeptiert zu werden waren falsch. Es ist im Gegenteil nun so, daß ich mehr Achtung erfahre und anderen entgegenbringe.
Es gibt bei mir immer noch Zeiten mit schweren Gefühlen, die werden betrachtet und hingenommen bis sie vergehen. Das dauert nie lange.
Auf dem Weg zu nicht-ich gab es Irrtümer bei mir, denn einige Zustände sind dem nicht-ich angenähert und doch ungleich, nicht weitgehend genug. Nicht-ich bleibt, die anderen Zustände waren hier immer nur kurz erlebbar.

Wir können auf deinem Weg kurze Pausen einlegen und uns gegenseitig Fragen zum Verständnis stellen, sollten dann aber generell schnell wieder aufs Thema zurückkommen.

Direct-Pointing wie wir es hier verwenden erfordert nun klare, kurze Fragen von mir die du dann in wenigen klaren, kurzen Sätzen beantwortest.

Kurze, klare Antworten, damit ich dann prüfe ob die Antwort vollständig dem Sinn der Frage entspricht und ob der Frage oder einem Teil der Frage ausgewichen wird. Es passiert manchmal unwillkürlich, daß Widerstände oder Ängste ein Weiterkommen verhindern, das können wir dann erkennen und gut damit umgehen.
Du mußt zu 100% aufrichtig sein damit es funktioniert.


Was fühlst du wenn ich behaupte, daß du kein ich hast?

Was fühlst du wenn ich behaupte, daß die Menschen die du triffst ebenfalls kein ich haben?

Wie erlebst du Trennung zwischen innen/dir und außen/Welt/anderen?
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Re: bitte um hinweise

Postby aham » Mon May 11, 2015 7:23 am

spontane antworten, ohne nachdenken:

Was fühlst du wenn ich behaupte, daß du kein ich hast?
- absolute normalität, zustimmung

Was fühlst du wenn ich behaupte, daß die Menschen die du triffst ebenfalls kein ich haben?
- dasselbe, plus eine art von erleichterung, gleichzeitig so etwas wie verwirrung, die ich aber nicht näher festmachen kann - eine art kreiselbewegung

Wie erlebst du Trennung zwischen innen/dir und außen/Welt/anderen?
ich bemerke spontan, dass ich die frage nicht beantworten kann. ich weiß nicht, wie das gefühl der trennung zustandekommt, kann es nicht festmachen. ich erlebe sie, weiß aber nicht wie. interessante frage - werde darüber noch eingehender nachdenken und nachfühlen. grundsätzlich ist die trennung nicht generell oder durchgehend da, so wie früher, aber ich kann auch nicht sagen dass es generell nicht da ist. sehr flüchtig, nicht zu erwischen.

ich habe im linken auge eine art schatten, bestehend aus 2 verschwommenen punkten, der am rande des gesichtsfelds sichtbar ist, aber nicht immer bewusst - nur wenn ich auf eine weiße fläche schaue, etwa an die decke. er ist auch dann nie wirklich scharf erkennbar - wenn ich versuche, hinzusehen, die augen also dorthin zu bewegen, wandert er weg - er entzieht sich also immer dem direkt gesehen werden, dennoch ist er da - das ist so ähnlich. das gefühl der trennung ist da, aber nicht immer, und wenn ich es genau betrachten will, entzieht es sich.

danke für die fragen, es kommt etwas in bewegung
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Re: bitte um hinweise

Postby aham » Mon May 11, 2015 8:40 am

ich habe jetzt, nachdem ich in der früh as erstes deine fragen beantortet habe, den morgenspaziergang mit meinem hund gemacht und mir vorgenommen, deine frage "Wie erlebst du Trennung zwischen innen/dir und außen/Welt/anderen?" dabei die ganze zeit über im bewusstsein zu behalten, und zu schauen, ob das gefühl auftritt und wie, vor allem wenn ich anderen begegne.

herrliches wetter heute hier bei uns, großartige bedingungen für eine solche art der nachforschung. die trennung durch die körper-"außengrenze" ist nicht mehr vorhanden - das ist konkret spürbar. wenn ich auf den boden auftrete, ist da das gefühl von berührung, aber kein "hier beginnt es und dort hört es auf" - ebnso wenn ich mich in der landschaft bewege. es ist ein gesamtbild, eine gesamtbewegung, die an dieser stelle bewusst wird, aber nirgends eine äußere grenze hat. das hab ich noch intensiviert, indem ich einen baum umarmt habe - und gespürt, dass da nichts ist, was irgendwie als grenze wahrnehmbar ist - vor allem wenn ich die augen schließe - ein grenzenloser (innerer) raum, der auch den baum mit einschließt, und die erde, aus der er kommt. ein moment der euphorie.

kurze unterhaltungen mit anderen hundebesitzerInnen, grüße etc. - kein gefühl von trennung, nur die beobachtung, dass da etwas ist, was mir begegnet.

ein konkreter moment von trennung stellte sich dann aber (wie eigens bestellt) doch ein, als mein hund (sie ist schon relativ alt, 12 jahre) von einem anderen angekeift wurde, mein hund zurückbellte,und es kurz nach einer rauferei aussah (beide ohne leine, 2 große hunde). ich habe sofort eingegriffen, bin dazwischen gegangen. das ist eine art reflex: ich möchte weder, dass mein hund verletzt wird, noch der andere. in dem moment, der auch körperlich die entsprechenden reaktionen auslöst (herzklopfen, alarmbereitschaft etc.) ist trennung spürbar - bzw. ich setze sie sogar konkret um, indem ich die beiden buchstäblich voneinander trenne, damit sie sich nicht wehtun können.

solche reflexe sind eine mögliche antwort auf deine frage, wie und wann das gefühl von trennung zustandekommt.
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Postby aham » Mon May 11, 2015 9:51 am

noch eine verständnisfrage zu deiner formulierung "ich habe nicht-ich" anstatt von beispielsweise "ich bin nicht-ich"? das ist einerseits "bloß" semantik, aber andererseits ist semantik doch immer von bedeutung, und die wahl genau dieses ausdrucks scheint mir keine zufällige zu sein. warum also diese formulierung?
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Re: bitte um hinweise

Postby 0kay » Mon May 11, 2015 1:00 pm

Hier ist oft nur Sein, Wahrnehmung. Oft wird gelesen, gefühlt ist dann eine teilweise Ablösung vom Sein.
Es tauchen Gedanken auf, die werden ein wenig ungenau in Worte gefaßt. Manchmal wird das überdacht und verworfen oder korrigiert. Schreiben findet statt. Gedanken werden losgelassen, Schreiben wird losgelassen. Sein findet statt, Wahrnehmung.

Meine Äußerung kam durch diesen Vorgang zustande. Das Ergebnis des Schreibens entspricht nicht dem Sein, nicht der Wahrnehmung und ist daher ungenau oder unzutreffend.

Bei aham findet Wahrnehmung statt, Sein.
Wenn Eins-Sein gefühlt wird und Trauer über zeitweiligen Verlust ist es vielleicht gut einen Blick auf die Sinne zu tun, wie sie funktionieren und was sich daraus entwickelt sobald Gedanken ins Spiel kommen.

Ganz entspannt, ohne Nachdenken. Die Hand liegt auf dem Tisch. Was fühlt Hand? Was machen Gedanken aus dem Fühlen? Wie kommt ich hinzu und/oder Trennung?
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Re: bitte um hinweise

Postby aham » Mon May 11, 2015 2:21 pm

hand fühlt berührung, bewegung, vibration. ich und/oder trennung kommt als gedanke hinzu, und dieser wird (wurde) durch wiederholung zur gewohnheit. ein raucher ist nur ein raucher, während und solange er eine zigarette raucht: dazwischen erinnert er sich daran, ein raucher zu sein, oder er erwartet es - und er wiederholt diesen vorgang, gewöhnt sich daran und nennt sich raucher, wird von anderen raucher genannt. wird keine zigarette (mehr) angezündet, gibt es augenblicklich keinen raucher (mehr).

wird der ich-gedanke nicht gedacht, ist ich nicht da. der rest ist ein festhalten an einer vorstellung, eine gewohnheit. plötzlich erscheint das so klar...
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Re: bitte um hinweise

Postby 0kay » Mon May 11, 2015 4:42 pm

Danke für die sehr exakte Beschreibung, das sieht ja nun sehr angenehm aus. :)

Das bisher unangenehme Gefühl unter Menschen, wem gehörte das und woraus entstand es?

War da vorher ein ich oder währenddessen oder danach?

Wenn du nun mit Menschen beruflich zusammentriffst, ist das so wie vorher oder hat sich etwas geändert?
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Re: bitte um hinweise

Postby aham » Mon May 11, 2015 5:29 pm

Sieht auch von hier aus angenehm aus: deine letzte antwort (beginnend mit hier ist oft nur sein...), die in form und inhalt unerwartet und überraschend war und sozusagen das intellektuelle darumherumdenken unmittelbar durchschnitten hat, hat etwas bewirkt, von dem ich gar nicht genau sagen kann was. aber deutlich eine art shift. verblüffend und wie gesagt sehr angenehm: danke dafür :-)

Das bisher unangenehme Gefühl unter Menschen, wem gehörte das und woraus entstand es?
es gehörte (zumindest vermeintlich, siehe nächste antwort) mir als ich, also dem, der es einerseits anblehnte und fürchtete, aber gleichzeitig aufrechterhielt, sich in gewisser weise sogar dadurch legitimierte. es entstand aus dem wunsch nach relevanz, nach bestätigung dass ich als diese person, dieses ich bin und wahrgenommen werde

War da vorher ein ich oder währenddessen oder danach?
ja. das ich war es, das dieses gefühl auf sich bezogen hat, zu seinem gemacht hat und sich dadurch wichtigkeit verschafft hat

Wenn du nun mit Menschen beruflich zusammentriffst, ist das so wie vorher oder hat sich etwas geändert?
wenn ich mit menschen zusammentreffe, hat sich etwas verändert - seit heute morgen. war heute zu hause, allein, habe aber einige einkäufe gemacht und dabei meine reaktionen und gefühle beobachtet. vor einer stunde ist meine frau nach hause gekommen, und auch da hat sich etwas verändert in der art, wie ich mich ihr gegenüber wahrnehme. ich kann noch nicht genau sagen was. eine art entspanntheit. ansonsten gleichzeitig eine andere art von nähe, aber auch so etwas wie distanz - das kann ich noch nicht einordnen. wir sind uns an sich sehr nahe, sind seit fast 30 jahren zusammen. habe sie gefragt, ob ihr etwas aufgefallen ist, das war nicht der fall.

die frage nach "beruflich" kann ich nicht beantworten, da ich derzeit nicht arbeite. möglicherweise höre ich mit diesem job auch ganz auf, das ist teil des prozesses, der mich zu diesem dialog mit dir geführt hat.
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Re: bitte um hinweise

Postby 0kay » Mon May 11, 2015 8:02 pm

Gerne, aham.

Gibt es irgendwo oder in irgendeiner Art und Weise ein eigenständiges "Ich", "mich" oder "Selbst"? Gab es das jemals?

Erkläre detailliert was "ich" ist, wie das entsteht und wie es funktioniert.
Benutze dazu nur Deine eigene unmittelbare Erfahrung und beschreibe es so, wie Du es jetzt gerade erlebst.
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