Hallo zusammen,
seit ca. 6 Monaten suche ich nach Einsicht. Vor ca. 15 Jahren als Teenager begann ich mich für Mystik und insbesondere Buddhismus zu interessieren. Ich hatte jedoch nie die Disziplin regelmäßig zu meditieren. Dies hat sich vor 6 Monaten geändert. Ich begann zunächst mit Vipassana-Meditation, Fokussierung auf das Steigen und Fallen der Bauchdecke beim Atmen und jeden Sinneseindruck, Gedanken, etc. mental zu notieren (Mahasi Sayadaw Technik). Zwischenzeitlich habe ich auch Konzentrationsmeditation geübt. Täglich meditiere ich zwischen 20 min und 1h, selten mehr.
Intellektuell kann ich mir die Ichlosigkeit vorstellen, so daß alle Entscheidungen durch Einflüsse der Umgebung, auftauchende Gedanken und Gefühle usw. getroffen werden und dann Gedanken auftauchen die sagen "Ich"
habe diese Entscheidung getroffen.
Ich bin auf dieses Forum gestoßen und neugierig geworden. Möchte mich jemand durch das torlose Tor führen?
Viele Grüße
Streamseeker
Suche Begleiter durch das torlose Tor
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Hallo Streamseeker,
ich möchte dich gerne ein Stück begleiten.
Die Regeln des Forum`s hast du gelesen?
http://liberationunleashed.com/nation/v ... f=18&t=337
Ich gehe davon aus und lege einfach los.
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ich möchte dich gerne ein Stück begleiten.
Die Regeln des Forum`s hast du gelesen?
http://liberationunleashed.com/nation/v ... f=18&t=337
Ich gehe davon aus und lege einfach los.
Und wie sieht die „Wirklichkeit“ aus? Irgendwo ein „Ich“ zu finden?Intellektuell kann ich mir die Ichlosigkeit vorstellen, so daß alle Entscheidungen durch Einflüsse der Umgebung, auftauchende Gedanken und Gefühle usw. getroffen werden und dann Gedanken auftauchen die sagen "Ich"
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
- Streamseeker
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- Joined: Thu Feb 12, 2015 4:36 pm
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Hallo Joram, vielen Dank für die Begleitung. Die Forenregeln habe ich gelesen.
Was ist das Ich? Wenn ich nachschaue finde ich nur einen Bezugspunkt, auf den die Sinneseindrücke gerichtet sind. Es fühlt sich an als wäre dieser Bezugspunkt nicht immer derselbe, z.B. ist er hinter den Augen (beim Sehen) oder hinter dem Brustbein wenn ich mich frage wer ist es, der das Gefühl fühlt, beim Hören zwischen den Ohren, beim Denken irgendwo im Kopf usw.
Meine Gedanken kommen und gehen. Ich bin nicht meine Gedanken, identifiziere mich aber manchmal mit ihnen, insbesondere dann, wenn Entscheidungen bewußt werden. Manchmal ist aber auch klar, dass nicht ich mich entschieden habe, sondern die Entscheidung einfach da war, insbesondere wenn die Entscheidung erst nach der Handlung bewußt wurde.
In Wirklichkeit sind erst einmal Sinneseindrücke da, im nächsten Moment werden diese dann mit Konzepten verglichen und mit Hilfe der Sprache etikettiert, wie Gedanke, Gefühl, Schmerz, glücklich, traurig. Darum werden dann komplizierte Storys gewebt wie ich bin Streamseeker, soundso alt und "Vor ca. 15 Jahren als Teenager begann ich mich für Mystik und insbesondere Buddhismus zu interessieren."
Viele Grüße,
Streamseeker
Was ist das Ich? Wenn ich nachschaue finde ich nur einen Bezugspunkt, auf den die Sinneseindrücke gerichtet sind. Es fühlt sich an als wäre dieser Bezugspunkt nicht immer derselbe, z.B. ist er hinter den Augen (beim Sehen) oder hinter dem Brustbein wenn ich mich frage wer ist es, der das Gefühl fühlt, beim Hören zwischen den Ohren, beim Denken irgendwo im Kopf usw.
Meine Gedanken kommen und gehen. Ich bin nicht meine Gedanken, identifiziere mich aber manchmal mit ihnen, insbesondere dann, wenn Entscheidungen bewußt werden. Manchmal ist aber auch klar, dass nicht ich mich entschieden habe, sondern die Entscheidung einfach da war, insbesondere wenn die Entscheidung erst nach der Handlung bewußt wurde.
In Wirklichkeit sind erst einmal Sinneseindrücke da, im nächsten Moment werden diese dann mit Konzepten verglichen und mit Hilfe der Sprache etikettiert, wie Gedanke, Gefühl, Schmerz, glücklich, traurig. Darum werden dann komplizierte Storys gewebt wie ich bin Streamseeker, soundso alt und "Vor ca. 15 Jahren als Teenager begann ich mich für Mystik und insbesondere Buddhismus zu interessieren."
Viele Grüße,
Streamseeker
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Sinneseindrücke, Konzepten, etikettiert, Schmerz, glücklich, traurig. - ja, so läuft es ab...In Wirklichkeit sind erst einmal Sinneseindrücke da, im nächsten Moment werden diese dann mit Konzepten verglichen und mit Hilfe der Sprache etikettiert, wie Gedanke, Gefühl, Schmerz, glücklich, traurig. Darum werden dann komplizierte Storys gewebt
Was ist die treibende Kraft, die die Konzepte/etikettieren/Bewertung erzeugt?
Wo ist der Anfang - wo könnte man vielleicht aus dem Kreis austeigen? (Am besten aus eigener Erlebnis/Erfahrung)
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
- Streamseeker
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- Joined: Thu Feb 12, 2015 4:36 pm
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Die treibende Kraft ist vielleicht die Gewohnheit bzw. die Konditionierung über Jahre. Die Gedanken tauchen allerdings einfach auf und lösen manchmal eine Kettenreaktion von anderen Gedanken aus oder verschwinden einfach.Was ist die treibende Kraft, die die Konzepte/etikettieren/Bewertung erzeugt?
Man könnte aufhören alles zu bewerten (gut, schlecht und so weiter) und versuchen alles möglichst so wahrzunehmen wie es ist, bzw. nur dann denken wenn es erforderlich ist. Das erfordert aber ein hohes Maß an Achtsamkeit. Das immer durchzuziehen stelle ich mir aber so gut wie unmöglich vor. Ich weiß allerdings nicht wirklich wo die Gedanken herkommen, sie sind einfach plötzlich da, so sehr ich mich auch versuche zu konzentrieren.Wo ist der Anfang - wo könnte man vielleicht aus dem Kreis austeigen? (Am besten aus eigener Erlebnis/Erfahrung)
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Die treibende Kraft ist das „Wollen“. „Wünsche haben“. Das Gegenteil von „Wunschlos glücklich“ ;-)
Was passiert in Momente der „Wunschlosigkeit“? Ist da ein „Ich“ zu finden?
Schau in „Dir“. Was läuft in „Dir“ ab, wenn keine Wünsche da sind?
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Was passiert in Momente der „Wunschlosigkeit“? Ist da ein „Ich“ zu finden?
Schau in „Dir“. Was läuft in „Dir“ ab, wenn keine Wünsche da sind?
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
- Streamseeker
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- Joined: Thu Feb 12, 2015 4:36 pm
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Wenn keine Wünsche da sind, ist da einfach nur Sein und Zufriedenheit.Was passiert in Momente der „Wunschlosigkeit“? Ist da ein „Ich“ zu finden?
Schau in „Dir“. Was läuft in „Dir“ ab, wenn keine Wünsche da sind?
Viele Grüße
Streamseeker
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Könnte man also davon ausgehen, dass „einfach nur Sein und Zufriedenheit“ unser natürlicher „Zustand“ ist wenn keine „Störungen“ auftauchen?Wenn keine Wünsche da sind, ist da einfach nur Sein und Zufriedenheit.
Und wenn „ja“ – wird in diesem Zustand, „einfach nur Sein und Zufriedenheit“, eine „Ich-Empfindung“ erlebt?
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
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- Joined: Thu Feb 12, 2015 4:36 pm
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Ja, das ist die Abwesenheit des Wollens oder Nicht-Wollens .Könnte man also davon ausgehen, dass „einfach nur Sein und Zufriedenheit“ unser natürlicher „Zustand“ ist wenn keine „Störungen“ auftauchen?
Da ist ein Gefühl des Seins wie ein Hintergrundrauschen, aber wenn nachgeschaut wird, dann ist das Gefühl kein ich, es ist einfach.Und wenn „ja“ – wird in diesem Zustand, „einfach nur Sein und Zufriedenheit“, eine „Ich-Empfindung“ erlebt?
Viele Grüße
Streamseeker
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Wie lange kann dieser „Zustand“ - „keine Wünsche“ - aufrechterhalten werden und was passiert danach? Entsteht ein „Ich“ was gewisser Zeit nicht da war?Wenn keine Wünsche da sind, ist da einfach nur Sein und Zufriedenheit.
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
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- Joined: Thu Feb 12, 2015 4:36 pm
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Naja, der wunschlose Zustand kann nicht lange aufrechterhalten werden. Irgendwann kommen Gedanken wie "ich muß noch xyz erledigen". Diese Gedanken können das Ich-Label enthalten, trotzdem ist es wohl nur ein Gedanke der gewiße Handlungsimpulse oder mehr Gedanken zur Folge hat. Der Gedanke ist jedenfalls kein Ich. Aber es kann ein Gefühl von "Ich" entstehen, welches auch kein "Ich" ist aber ein Gefühl.Wie lange kann dieser „Zustand“ - „keine Wünsche“ - aufrechterhalten werden und was passiert danach? Entsteht ein „Ich“ was gewisser Zeit nicht da war?
Viele Grüße
Streamseeker
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Die Fata Morgana verschwindet nicht nur weil man erkannt hat, dass das Wasser am Horizont nur eine Illusion ist. ;-)Der Gedanke ist jedenfalls kein Ich. Aber es kann ein Gefühl von "Ich" entstehen, welches auch kein "Ich" ist aber ein Gefühl.
Etwas ändert sich aber, wenn man erkannt hat was die Fata Morgana ist – man sucht kein Wasser am Horizont, die Hoffnung am Horizont eine Lösung zu finden ist weg…
Suchst Du immer noch nach Wasser ( = Etwas was „mich“ erfüllen wird, das was das „Ich-Gefühl“ „echt“ wirken lässt) obwohl es das „Mich“ gar nicht gibt?
Ja, ich weiß, nicht einfach…
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
- Streamseeker
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- Joined: Thu Feb 12, 2015 4:36 pm
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Um ehrlich zu sein, ich habe bisher weder ein Ich gefunden, noch habe ich seine Nichtexistenz gesehen. Aber wie kann ich etwas sehen, dass nicht da ist? Ich kann Schicht für Schicht vorgehen und beobachten, "dies sind Gedanken, die kommen und gehen, also sind sie kein Ich", "dies sind Gefühle, die kommen und gehen", "eine Wahrnehmung ist nicht existent, ohne etwas Wahrgenommenes". Ok, alles kein "Ich". Als ich das gerade aufgeschrieben habe, habe "ich" "mich" ertappt, wie ich "meine" Gedanken schreiben wollte, falls das von Belang ist. Ich habe das Gefühl als könnte ich den "Glauben" an das "Ich" noch nicht aufgeben. "Ich" versuche es zu sehen, das da Nichts ist, aber vielleicht geht das gar nicht. So als würde ich versuchen in der Badewanne einen Fisch zu finden.Suchst Du immer noch nach Wasser ( = Etwas was „mich“ erfüllen wird, das was das „Ich-Gefühl“ „echt“ wirken lässt) obwohl es das „Mich“ gar nicht gibt?
Viele Grüße
Streamseeker
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Wer ist in dem Satz der „Sucher“? Der der ein „Ich“ nicht gefunden hat?Um ehrlich zu sein, ich habe bisher weder ein Ich gefunden, noch habe ich seine Nichtexistenz gesehen.
Stichwort, vielleicht hilft es: „Identifikation“.
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Das Wahrgenommene, bist du nicht. Was bleibt?
- Streamseeker
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- Joined: Thu Feb 12, 2015 4:36 pm
Re: Suche Begleiter durch das torlose Tor
Der Sucher ist eine "Intention", ein Gedanke.Wer ist in dem Satz der „Sucher“? Der der ein „Ich“ nicht gefunden hat?
Viele Grüße
Streamseeker
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