ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

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jodok
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ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Thu Apr 09, 2015 5:31 pm

Hallo!

Ich bin schon seit zwanzig Jahren Suchender. Am Anfang wusste ich nicht einmal, wonach ich suche. Damals wahrscheinlich nach dem Sinn des Lebens. Ich habe über die Jahre viele spirituelle Bücher gelesen. Seit wenigen Jahren bin ich jetzt auf der Suche nach dem "Sein", der "Ichlosigkeit". Zwei kurze Ereignisse, vor wenigen Jahren und vor ca. drei Monaten durfte ich erleben. Es wahr unglaublich schön, aber dauerte in beiden Fällen nur einige Minuten. Jetzt möchte ich die Ichlosigkeit dauerhaft finden.

Wer möchte mich auf diesem Weg begleite?

Gruß

Jörg

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Joram
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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby Joram » Fri Apr 10, 2015 7:53 pm

Hallo Jörg,

ich möchte dich gerne ein Stück begleiten.

Die Regeln des Forum`s hast du gelesen?
http://liberationunleashed.com/nation/v ... f=18&t=337

Ich gehe davon aus und lege einfach los.
Zwei kurze Ereignisse, vor wenigen Jahren und vor ca. drei Monaten durfte ich erleben. Es wahr unglaublich schön, aber dauerte in beiden Fällen nur einige Minuten. Jetzt möchte ich die Ichlosigkeit dauerhaft finden.
Zwei Fragen:
Was für Ereignisse waren das?
Wieso willst Du die Ichlosigkeit dauerhaft finden?

_()_
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jodok
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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Fri Apr 10, 2015 10:54 pm

Hallo Joram,

vielen Dank dass Du mich begleitest. Die Regeln habe ich gelesen.

zur ersten Frage>
in beiden Fällen kam es plötzlich. Ich fühlte mich, als wäre ich alles was existiert. Ich war mir nicht sicher, ob ich in meinem Körper oder außerhalb war. Ich war ruhig und ausgeglichen. Nichts und niemand konnte mich verletzen, mir was anhaben. Ich war nur. Alles war gut so wie es gerade in diesem Moment gewesen ist. Es war still in mir, ein unglaublicher Frieden.

zur zweiten Frage>
Ohne das ich bin ich nicht mehr gefangen. Das ich gängelt mich. Er ruft Angst hervor, die mich den ganzen Tag begleitet. Das ich sagt mir, dass ich nicht gut genug bin, andere sind besser. Das Ich lässt mich immer an mir zweifeln.
Es lähmt mich. Es verhindert, dass ich in die Welt hinaus gehe und neue Dinge ausprobiere.

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Joram
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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby Joram » Sat Apr 11, 2015 3:25 am

in beiden Fällen kam es plötzlich.
Wie wurde es plötzlich möglich? Was war anders als sonst?
Ich war ruhig und ausgeglichen. Nichts und niemand konnte mich verletzen, mir was anhaben. Ich war nur
War während des Erlebens ein „Ich“ da? Und wenn „ja“ – wie hat es sich angefühlt/gezeigt?
Ohne das ich bin ich nicht mehr gefangen. Das ich gängelt mich.
Es gibt also zwei „Ich“s?
Der eine wird vom anderen gefangen gehalten und gegängelt?
- Ist es so? Zwei „Ich“s?


_()_
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jodok
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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Sat Apr 11, 2015 11:08 pm

<<<<<<<Wie wurde es plötzlich möglich? Was war anders als sonst?>>>>

Beim ersten mal war ich joggen, mein Kopf war vom Laufen leer, keine Gedanken. Im Außen war es still. Ich war in der Natur, weit weg vom Zivilisationslärm.
Beim zweiten mal habe ich die DVD Big Mind Workshop von Dennis Merzel Genpo Roshi geschaut. In der Mitte gibt es eine Pause, die ich genutzt habe um eine Tasse Kaffee zu kochen. Als ich die DVD wieder einschaltete, stellte sich dieser Zustand ein.

<<<<<<<War während des Erlebens ein „Ich“ da? Und wenn „ja“ – wie hat es sich angefühlt/gezeigt?>>>>>>>

Kein ICH, also kein Ego-Ich. Eine Wahrnehmung, einfaches Sein. Ich habe mich schon als ein Wesen wahrgenommen, aber nicht als das ICH, was mich immer begleitet. Ein Wesen ohne Ich. Also keine Probleme, keine Ängste, Sorgen, Erwartungen.Kein muss dies, muss das. Alles war stimmig.

<<<<<<<<<<Es gibt also zwei „Ich“s?
Der eine wird vom anderen gefangen gehalten und gegängelt?
- Ist es so? Zwei „Ich“s?>>>>>>>>>>>

Ja. Ein Ego-Ich und ein zweites, das sich gefangen gehalten fühlt. Man kann es nicht ICH nennen. "ICH" wäre Name, Stellung in der Familie, in der Gesellschaft, eine Geschichte, Angst, Wut, Erwartungen, Probleme usw.
Das ist es nicht. Es ist "nur da sein"

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby Joram » Sun Apr 12, 2015 9:30 am

Ich habe mich schon als ein Wesen wahrgenommen,… …Ein Wesen ohne Ich. Also keine Probleme, keine Ängste, Sorgen, Erwartungen. Kein muss dies, muss das. Alles war stimmig.
„als ein Wesen wahrgenommen“ – kannst Du es genauer beschreiben? Was ist mit „Wesen“ gemeint? Schau genau hin.
Ja. Ein Ego-Ich und ein zweites, das sich gefangen gehalten fühlt. Man kann es nicht ICH nennen.
Okay, ein Ego-Ich und ein zweites dazu. Wie nimmst Du diesen „Egos“ wahr? Siehst/hörst Du die?
Und wenn sie nicht wahrnehmbar sind, wovon ich ausgehe, was sind sie eigentlich wirklich?

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Sun Apr 12, 2015 12:22 pm

<<<<<<<<<<„als ein Wesen wahrgenommen“ – kannst Du es genauer beschreiben? Was ist mit „Wesen“ gemeint? Schau genau hin.>>>>>>>>>>>>>>

Mit Wesen meine ich Bewusstsein, Wahrnehmung, Sein. Das, was nicht Ego ist. Das, was das ICH beobachtet/wahrnimmt. Das, was immer da ist, auch in der Stille, wenn der Verstand mal still ist.
Endloser innerer Frieden.



<<<<<<<<<<<Okay, ein Ego-Ich und ein zweites dazu. Wie nimmst Du diesen „Egos“ wahr? Siehst/hörst Du die?
Und wenn sie nicht wahrnehmbar sind, wovon ich ausgehe, was sind sie eigentlich wirklich? >>>>>>>>>>>>>>

Das ICH besteht aus Gedanken und Gefühlen. Zum Beispiel denke ich: " Warum ist dieser andere Mensch so gemein zu mir?" und es entsteht z.B. ein Gefühl von Wut. Der Gedanke/Verstand löst das Gefühl aus. Und dann glaube ich, der andere Mensch wäre dafür verantwortlich. In Wirklichkeit trägt mein ICH die Verantwortung.
Also Gedanke und Gefühl, das macht das ICH aus. Gedanke und Gefühl entsteht einfach, ohne meine Kontrolle.

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby Joram » Sun Apr 12, 2015 9:35 pm

Also Gedanke und Gefühl, das macht das ICH aus. Gedanke und Gefühl entsteht einfach, ohne meine Kontrolle.
Du sagst dass Gedanke und Gefühl das „Ich“ ausmacht. Und wer berichtet davon, dass „Denken“ und „Fühlen“ stattgefunden hat? Es muss doch etwas anders sein als „Denken“ und „Fühlen“, oder?
Es muss doch etwas ursprünglicher als „Denken“ und „Fühlen“ sein. Etwas näher am „Kern“, wenn es ein Kern gibt…
Bist Du deine Gedanken und Gefühle wirklich?

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Mon Apr 13, 2015 7:26 pm

Antwort :
Ich bin mir nicht sicher.
Wenn ich zu mir sage: Jetzt gehe ich zum Kühlschrank und nehme mir ein Getränk raus, wer hat dann diese Idee gehabt? Hab nicht ich diese Idee gehabt?
Ich weiß nicht, wo dann der Gedanke her kam, wenn nicht von mir.

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby Joram » Mon Apr 13, 2015 7:58 pm

Wenn ich zu mir sage: Jetzt gehe ich zum Kühlschrank und nehme mir ein Getränk raus, wer hat dann diese Idee gehabt? Hab nicht ich diese Idee gehabt?
Ich weiß nicht, wo dann der Gedanke her kam, wenn nicht von mir.
Wir suchen hier gemeinsam die Antwort auf der Frage WER ist der/die, die zum Kühlschrank gegangen ist?
Ist es der Körper, der „Ich“ ist?
Sind es die Gedanken vielleicht?
Oder möglicherweise die Empfindungen?
Vielleicht was anders? Wer bist „Du“? Was macht Dich aus?

_()_

Ps. Oder vielleicht bedarf es gar keinen „Ich“ damit Gedanken, Empfindungen und Lust auf Getränk auftauchen?
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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Tue Apr 14, 2015 5:49 am

Also heisst das: Gedanken und Gefühle kommen einfach so und ohne mein dazu tun.
Und Du sagt, welche Gedanken ich habe, entscheide auch nicht ich. Und mit ich meine ich das Sein/ Bewusstsein, das ohne Gedanken /Verstand immer da ist. Das Sein, das ich in der Stille spüre.
Bin ich da irgendwie auf dem richtigen Pfad?

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby Joram » Tue Apr 14, 2015 6:35 am

mit ich meine ich das Sein/ Bewusstsein, das ohne Gedanken /Verstand immer da ist. Das Sein, das ich in der Stille spüre.
Wie fühlt sich dieses „Ich“ was in der Stille „gespürt“ wird? Was kann man zu diesem „Ich“ sagen, was "wirklich" ist, was keine Interpretation ist?
Gibt es da wirklich mehr als „Wahrnehmungsprozess“?
Bedarf ein Wahrnehmungsprozess ein „Ich“?

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Tue Apr 14, 2015 9:15 pm

<<<<<<<<<<Wie fühlt es sich an, was in der Stille gespürt wird? >>>>>>>>


Es ist eine gleichbleibende Wahrnehmung. Solange keine Gedanken kommen und auch kein Gefühl da ist, ist nur dasein.
Und ich spüre den Körper. Den Atem, wie Brust und Bauch sich heben und senken. Die Punkte, wo der Körper Gegenstände berührt, wie z.B. Gesäß - Stuhl oder Fußsohlen - Boden. Und
Jucken auf der Haut.
Geräusche nehme ich wahr. Das Ticken der Uhr.

Jetzt bin ich kein Name, bin ich nicht Vater, nicht Ehemann, Bruder, Sohn, Arbeitskollege, Nachbar, nicht weiß, nicht deutsch...

Meist dauert es nur Sekunden. Dann kommt wieder ein Gedanke. Jetzt bin ich wieder Name...

Der Zustand dauert nicht lange und es ist nicht dieser unendliche Frieden da. Es ist wie eine Meditationübung, aber nicht wie Erwachen.

Aber es ist kurzzeitig kein Jörg da.


<<<<<<<Bedarf ein Wahrnehmungsprozess ein "ich"?>>>>>>>>>>>

Ich denke nicht, weil wenn ich einen Unfall gehabt hätte und ich könnte mich weder an meinen Namen, noch an meine Geschichte erinnern, gebe es da auch keine Ich-Geschichte, keine Identifikation. Solange, bis jemand zu mir etwas sagt und ich darauf reagiere. Zum Beispiel auf eine Beleidigung. Dann fängt das ich wieder an zu existieren.

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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby Joram » Wed Apr 15, 2015 2:20 am

Wunderschön beschrieben. :-)
Es ist [was in der Stille gespürt wird] eine gleichbleibende Wahrnehmung. Solange keine Gedanken kommen und auch kein Gefühl da ist, ist nur dasein.
Und ich spüre den Körper. Den Atem, wie Brust und Bauch sich heben und senken. Die Punkte, wo der Körper Gegenstände berührt, wie z.B. Gesäß - Stuhl oder Fußsohlen - Boden. Und
Jucken auf der Haut.
Geräusche nehme ich wahr. Das Ticken der Uhr.

Jetzt bin ich kein Name, bin ich nicht Vater, nicht Ehemann, Bruder, Sohn, Arbeitskollege, Nachbar, nicht weiß, nicht deutsch...
„Es ist eine gleichbleibende Wahrnehmung.“ – ja, so ist es

Bedarf die gleichbleibende Wahrnehmung ein „Ich“? Sagt irgendetwas/irgendjemand während dieser Wahrnehmung „Ich“?

„Solange keine Gedanken kommen und auch kein Gefühl da ist, ist nur dasein.“ – Lass Gedanken und Gefühle zu. Ganz leise... – was passiert? Gehören sie nicht dazu? Ist das „Sein“ dann „gestört“?
wenn ich einen Unfall gehabt hätte und ich könnte mich weder an meinen Namen, noch an meine Geschichte erinnern, gebe es da auch keine Ich-Geschichte, keine Identifikation.
Ist das „Ich“ mehr als eine Identifikation? Mehr als eine Gedanke, mehr als eine Geschichte?


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Re: ICH sucht Begleitung bei der Selbstauflösung

Postby jodok » Wed Apr 15, 2015 10:26 pm

Nein, die gleichbleibende Wahrnehmung braucht kein "ich". Und es sagt auch kein irgendetwas / irgendjemand "ich" während dieser Wahrnehmung.
Solange nur Wahrnehmung da ist, gibt es kein ich.

Wenn dann Gedanken kommen, und sie kommen auf jedenfall, dann identifiziere ich mich mit Ihnen und bin wieder im "ich"
Dann ist die Wahrnehmung gestört.

Das " ich" ist nicht da, wenn nur Wahrnehmung da ist.

So weit, so gut!

Aber was ich nicht verstehe ist, wenn da kein kein freier Wille ist, woher kommen die Ideen, die so wirken als wären es meine?

Z.B.: Ich denke, morgen gehe ich ins Schwimmbad.
Woher kommt der Gedanke/ die Idee, ins Schwimmbad zu wollen?
Die Idee muß doch einen Ursprung haben. Wenn ich doch Lust auf Schwimmbad habe, dann hat wer jetzt Lust gehabt.
Das ich, das nicht das wahre ich ist? Also will ich, also das wahre ich, gar nicht ins Schwimmbad?

Diese Frage ist eine echte Hürde für mich.

Wo kommen die Ideen he?


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