Halli Hallo

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Wer anklopft, fällt
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Halli Hallo

Postby Wer anklopft, fällt » Wed Aug 06, 2014 3:14 am

Wer anklopft, fällt …. mit der Tür ins Freie.
Hier ist es anders gelaufen : Ich habe angeklopft und mir wurde auf getan. Wie es auch schon in der Bibel steht. Ich freue mich, in diesem Portal mitmachen zu dürfen. Einer meiner drei Taufnamen ist Raphael, so nenne ich mich hier. Wie jeder Name und Ausdruck bezeichnet er „nichts“ und „niemanden“. Vor ca. 40 Jahren habe ich zwei/drei Wochen lang morgens, wenn ich in den Badspiegel schaute, erschreckt „fest“ „gestellt“, dass mich ein völlig Fremder anschaute, den ich überhaupt nicht kannte und wußte. Wenn ich meinen Körper berührte, war mir, als berührte ich etwas oder „jemand“ anderes bzw. „niemand“. Ein Psychotherapeut, den ich damals voller Angst, verrückt zu werden, aufsuchte, sprach von Depersonalisations- bzw. Derealisationsstörung. Heute denke ich, ich war mit der Tür ins Haus des (einfach nur noch) Seins gefallen, stand sozusagen ganz nackt da, von und vor „mir“ gelöst und entkleidet, meiner Identifikationen beraubt.
Wenn ich alles schon „weiss“, warum bin ich dann hier ? Weil ich weiss, dass mein Wissen immer nur Momentaufnahme ist und auf und zu geht, sich öffnet und schließt wie eine Tür. WER GEHT DURCH DIE TÜR ? Um diese Frage zu leben und zu teilen, bin ich hier und freue mich aufs Mitmachen und Teilnehmen Dürfen. Natürlich könnte ich auch um diese Tür, dieses „Portal“ herum gehen und entdecken : sie/es steht im Freien, ist „im Grunde“ ohne Bedeutung. So gesehen wünsche ich mir, „grundlos“ teilnehmen und auf meine „mir“ eigene Art beitragen zu dürfen zum Durchschreiten und Erforschen des torlosen Tors auf unserem pfadlosen Pfad.
Herzlich Raphael

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Joram
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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Wed Aug 06, 2014 6:34 am

Hallo Raphael,

ich möchte dich gerne ein Stück begleiten.

Die Regeln des Forum`s hast du gelesen?
http://liberationunleashed.com/nation/v ... f=18&t=337

Ich gehe davon aus und lege einfach los.
Wenn ich alles schon „weiss“, warum bin ich dann hier ? Weil ich weiss, dass mein Wissen immer nur Momentaufnahme ist und auf und zu geht, sich öffnet und schließt wie eine Tür. WER GEHT DURCH DIE TÜR ? Um diese Frage zu leben und zu teilen, bin ich hier
Wann schließt die Tür zu?
Natürlich könnte ich auch um diese Tür, dieses „Portal“ herum gehen und entdecken : sie/es steht im Freien, ist „im Grunde“ ohne Bedeutung. So gesehen wünsche ich mir, „grundlos“ teilnehmen und auf meine „mir“ eigene Art beitragen zu dürfen zum Durchschreiten und Erforschen des torlosen Tors auf unserem pfadlosen Pfad.
Steht die Tür im Freien?

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sat Aug 09, 2014 6:25 am

Hallo Raphael,
um zu antworten, musst Du auf „Post Replly“ oder „Quote“ klicken.
Unten gibt es „Thema beobachten“ – wenn Du darauf klickst wirst Du benachrichtigt wenn eine Antwort da ist.
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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sat Aug 09, 2014 6:34 am

Lieber Joram,
danke für Deine Rückmeldung und Deine Begleitung. Die Spielregeln habe ich gelesen und akzeptiere ich.
Zu Deinen Fragen (da ich noch nicht weiss, wie ich die Fragen/Textpassagen, auf die ich eingehe, hier im Rosa-Block wieder einblenden kann, füge ich sie erneut ein) :
1) "Wann schließt die Tür zu ?"
Die Tür schließt, wenn ich mich von der Tür abwende und in die "Landkarte" meiner Gedanken schaue statt auf den wirklichen, nur und gerade jetzt stattfindenden "Ort" bzw. Prozeß des Erlebens, vor allem des Fühlens, anders gesagt, auf DAS, was ist bzw. wo/was ICH BIN. Ich bediene mich hier der Ausdrucks-/Schreibweise von Nisargadatta Maharay und Jeff Foster (auf Deutsch, mein Englisch ist miserabel), die mich seit einem Jahr bzw. ca. drei Monaten begleiten und zutiefst inspirieren.
In die Landkarte schauen heißt jetzt im Moment, mir denken (der innere Kritiker/Kontrolleur läßt grüßen), "ich antworte Joram, ich will dabei gut sein, es richtig machen, mich anstrengen, mich nicht blamieren, andere werden es auch lesen, wie werden die das finden (?), ich muss mich noch mehr anstrengen, vielleicht liest es mein alter Deutsch-Lehrer oder der liebe Gott, beide (?) schon lange tot, aber wer weiss ...."
Die Tür macht wieder auf, wenn ich einen Moment inne halte, ins Empfinden und Fühlen gehe, bemerke, dass ich mich aufgeregt und zugleich gesammelt fühle, dass diese und alle Worte immer nur/erst im Nachhinein erfassen/beschreiben können, was war, während DAS, was ist, sich ganz unmittelbar ereignet, wie jetzt diese Worte, die sich selbst denken und schreiben, ebenso die Finger, die über die Tastatur gleiten und hier und da eine Taste drücken, genauer gesagt sind da Druckempfindungen an Teilen des "Sacks Fleisch und Knochen" (Jeff Foster), da findet ein optisches Sehen und ein Fühlen statt von ganz viel Grün und wundervollen Formen, genannt "Bäume" und "Blattwerk" vor "meinem Fenster", wo jetzt dieses Schreiben passiert.... Da ist ein Fühlen von Sich Entspannen, Freude, ein Lächeln breit sich aus, Dankbarsein, Liebe sein....
2) "Steht die Tür im Freien ?"
Das Bild von der "Tür im Freien" ist ein Gedanke, der mich daran er-Innert, nach "innen" zu schauen, dorthin, wo es weder eine Tür noch eine Mauer gibt, kein Davor und Dahinter, kein Innen noch Außen, weder Raum noch Zeit, sondern wo alles zusammenfällt und eines ist. An dieser Frage und seiner Beantwortung herum zu doktern, mich daran abzuarbeiten - "puh, ist das eine schwierige/blöde Frage, hätte ich doch bloss ein anderes Bild verwendet, ich will unbedingt intelligent und brilliant darauf eingehen" etc. - läßt die Tür wieder zu gehen (siehe oben) und bewirkt ein Fühlen von Angestrengt sein, unter Druck stehen mit Kopfdruck, Bewegungsdrang, Hin und Her Wackeln auf dem Stuhl - all das beobachte ich jetzt gerade.
Habe mir alles noch mal durch gelesen, etwas korrigiert und für "druckreif"/"veröffentlichbar" befunden, bemerke dies als erneutes Denken, was passiert, empfinde Dankbarkeit dafür, denn ohne diese Fähigkeit wäre all dies hier nicht möglich, denke mir, welch wundervolle Möglichkeit heute, sich auf diese (im zweifachen Sinn) virtuelle Weise auszutauschen mit anderen "Säcken Fleisch und Knochen" (entschuldige den Ausdruck, meine es natürlich ironisch, würde jetzt ein Smilie einfügen, weiß aber noch nicht, wie ich sie einschalten kann).
Ich wünsche Dir und allen LesernInnen einen wundervoll einfachen Tag in unser aller LEBEN !
Herzlich Raphael
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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sat Aug 09, 2014 6:57 am

1) "Wann schließt die Tür zu ?"
Die Tür schließt, wenn ich mich von der Tür abwende und in die "Landkarte" meiner Gedanken schaue statt auf den wirklichen
Gibt es eine Tür, wenn Du dich abwendest?
, anders gesagt, auf DAS, was ist bzw. wo/was ICH BIN.
„Das was IST“, ist eine Sache. „Das was ICH BIN“, eine andere.
Erkennst Du den Unterschied?
Oder anders gefragt – ist in der Erfahrung, in „dem was IST“, ein „Ich“ zu finden?
"ich antworte Joram, ich will dabei gut sein, es richtig machen, mich anstrengen, mich nicht blamieren, andere werden es auch lesen, wie werden die das finden (?), ich muss mich noch mehr anstrengen, vielleicht liest es mein alter Deutsch-Lehrer oder der liebe Gott, beide (?) schon lange tot, aber wer weiss ...."
Was für Gefühl entsteht bei dem Wunsch „ich will dabei gut sein, es richtig machen“? Und was würde passieren, wenn „Du“ alles „falsch“ machen würdest. Gibt es überhaupt „falsch“ in der Erfahrung?

Übrigens, Smilies gibt es hier nicht wirklich. Da muss man einfach ;-) :-( oder :-) posten.

;-)

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Wer anklopft, fällt
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2.Antwort

Postby Wer anklopft, fällt » Sat Aug 09, 2014 10:13 am

Hallo, Joram !

Danke für Deine Fragen.

1) Gibt es eine Tür, wenn Du dich abwendest?

Die „Tür“ symbolisiert für mich, präsent zu sein, wach zu sein, sozusagen die Tür meiner inneren Augen zu öffnen und wahr zu nehmen, dass ich wie im Kino sitze und vom Film so gefesselt bin, dass ich ihn für mein eigenes (Er-)Leben halte. Indem ich dies durchschaue, bleibt der Film ein Film, dessen Geschichte geht weiter, aber es wird durch sie hindurch gesehen. Film oder Geschichte werden als das gesehen, was sie sind. Ich werde zur Leinwand, auf die der Film projiziert wird. Die Leinwand bleibt unberührt, was für ein Film auch immer auf sie projiziert wird, für die Leinwand gibt es kein Richtig und Falsch, Vorher und Nachher, keinen Anfang und kein Ende. Jetzt gerade sehe ich, wie sich Bäume, Sträucher und Blätter vor meinem Fenster im Wind bewegen, und bemerke einen Druckempfinden im Unterleib und den Impuls, pinkeln zu gehen. Dies sind aktuelle Momentaufnahmen in meinem Film, der sich von selbst inszeniert, und von mir als Film durchschaut wird und zugleich weiter läuft. (Ich war inzwischen pinkeln). Der Film entsteht im Schauen, das sich im Film selbst schaut.
Genauso wenig wie die Leinwand bin ich die Tür. Genauso wie es sich von selbst „leinwandet“, „türt“ es sich von selbst. Da sind ständige Bewegung und Wandlung und/oder ein Raum, in dem sich alles ereignet, ungetrennt und unvermischt von/mit dem Raum, genannt „Raphael“. Tür und/oder Leinwand entstehen und vergehen im Schauen, sind Synonyme für dieses Phänomen. Ohne Schauen keine Tür und keine Leinwand.

2) „Das was IST“, ist eine Sache. „Das was ICH BIN“, eine andere.
Erkennst Du den Unterschied?
Oder anders gefragt – ist in der Erfahrung, in „dem was IST“, ein „Ich“ zu finden?

Nach meinem Konzept bzw. Wortgebrauch (in Anlehnung an Nisagardatta Maharay, wie ich ihn interpretiere) gibt es keinen Unterschied zwischen „IST“ und „BIN“. Ich bevorzuge vom „ICH BIN“ zu reden. Diese Redensart soll auf etwas hinweisen, was unfassbar und unsagbar ist, auf ein Anwesend-Sein bzw. auf das Sein. Dafür ein Tu(n)wort zu verwenden wie „ist“ oder „bin“ ist für mich stimmiger als ein Dingwort (wie „das Ich“ oder „Gott“). Das „Ich“ in „Ich bin“ ist nur der sprachlichen Korrektheit geschuldet. Ich könnte auch das „ich“ weglassen und nur „BIN“ sagen (gute Anregung, falls Du Dir dies als solches in die Schuhe schieben läßt, danke !).
In „dem, was IST“, ist kein „Ich“ zu finden. Ich sage zwar gewöhnlich (siehe oben) : „Ich verspüre einen Druck auf der Blase und muß jetzt pinkeln gehen“, aber das tue ich in dem Wissen, dass da niemand ist, der etwas spürt oder tut. Das Spüren, Aufstehen, zum Klo gehen und Wasser laufen lassen, passieren (zum Glück !) von alleine, ohne ein daran beteiligtes Ich.

3) Was für Gefühl entsteht bei dem Wunsch „ich will dabei gut sein, es richtig machen“? Und was würde passieren, wenn „Du“ alles „falsch“ machen würdest. Gibt es überhaupt „falsch“ in der Erfahrung?

Das primäre Gefühl bezeichne ich hierbei als Angst, genauer als Angst vor Blamage, sich lächerlich zu machen, verspottet zu werden. Wenn ich die Angst einfach nur fühle, löst sie sich meiner Erfahrung nach jedes Mal (!) früher oder später auf. Manchmal reicht es schon, das Gefühl als solches zu benennen. So war es meiner Erinnerung nach auch, als ich oben genannte Sätze schrieb. Das gilt für jedes andere Gefühl auch. Sich auf das Fühlen des Gefühls einzulassen genügt. Die Gedanken dazu sind eine Story bzw. ein Gedankenspiel, das sich selbst spielt, so wie Kinder im Sandkasten spielen. Eine bevorzugte Spielregel ist es dabei, „immer alles richtig und bloß nichts falsch zu machen“. Das „Ich“ kommt dann zum Sandkastenspiel noch dazu und behauptet von den Gedanken und Gefühlen: „Das sind alles meine Kinder ! Wollen Sie wissen, wie sie heißen ? Sie heißen Angst, Blamage und Spott, zwei Mädchen und ein Junge. Es sind alles Sorgenkinder von mir ! “.

Herzlich Raphael

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sat Aug 09, 2014 11:00 am

wie im Kino sitze und vom Film so gefesselt bin, dass ich ihn für mein eigenes (Er-)Leben halte. Indem ich dies durchschaue, bleibt der Film ein Film, dessen Geschichte geht weiter, aber es wird durch sie hindurch gesehen. Film oder Geschichte werden als das gesehen, was sie sind. Ich werde zur Leinwand, auf die der Film projiziert wird.
Wie kommst Du zu der Einsicht: „Ich werde zur Leinwand“? Ist die „Leinwand“ ein „Ding“?
Jetzt gerade sehe ich, wie sich Bäume, Sträucher und Blätter vor meinem Fenster im Wind bewegen,
Wo ist das „Ich“ in der Erfahrung „Sehen“?
2) „Das was IST“, ist eine Sache. „Das was ICH BIN“, eine andere.
Erkennst Du den Unterschied?
Oder anders gefragt – ist in der Erfahrung, in „dem was IST“, ein „Ich“ zu finden?

Nach meinem Konzept bzw. Wortgebrauch (in Anlehnung an Nisagardatta Maharay, wie ich ihn interpretiere) gibt es keinen Unterschied zwischen „IST“ und „BIN“.
Konzepte gibt es unendliche. Weihnachtsmann, Schneewittchen, Tisch, Stuhl usw. Hier wollen wir zunächst die „eigene“ Erfahrung anschauen. Schließlich hat uns das Lesen meistens nur weitere Konzepte beschert und uns weg von „dem was IST“ ferngehalten…
aber das tue ich in dem Wissen, dass da niemand ist, der etwas spürt oder tut.

Wer weiß dann, dass niemand da ist? Ist dieses „Jemand“, was immer es ist, ein Ding?
Das primäre Gefühl bezeichne ich hierbei als Angst
Wie entsteht Angst?
Kann die Angst ohne „ICH BIN“ bestehen?

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3.Antwort zum Abschied

Postby Wer anklopft, fällt » Sun Aug 10, 2014 4:21 pm

Lieber Joram,

meinem Eindruck nach läuft das Frage-Antwort-Spiel zwischen uns beiden in die Richtung einer Diskussion um verschiedene Formen von Wortgebrauch und -Bedeutung, die ich als sehr mühsam und mir in dieser Form nicht dienlich erlebe.

Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt lasse ich es daher mit dem Dialog gut sein.
Deine Fragen/Rückmeldungen nehme ich gern als Anregungen mit, um
1) genauer auf das zu achten, was ist; und
2) die Art und Weise, wie ich darüber spreche, einfacher, erlebnisnäher und (noch) authentischer/"ich"-gemäßer zu gestalten.

Vielen Dank für Deine Begleitung und weiterhin viel Hingabe, Kraft und Geduld für Deine und Eure Arbeit !
Herzlich Raphael

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Re: Halli Hallo

Postby Joram » Sun Aug 10, 2014 4:32 pm

Gerne :-)

Obwohl es mir nicht um Begriffe geht. Es geht darum zwischen „das was IST“ und „das was wir dazu tun“ zu unterscheiden. In der Erfahrung ist nie ein „Ich“, was = Identifikation ist, zu finden. Es gibt „Sehen“, es gibt Bewertung des Gesehenen, Gehirnaktivitäten, es gibt aber kein „Seher“ in der Erfahrung zu finden.

Wünsche alles Gutes und wenn Du doch Dir es anders überlegst, wird es mich freuen :-)

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P.S.

Postby Wer anklopft, fällt » Fri Aug 15, 2014 8:04 am

Solange da ein Ich ist, das das Ich loswerden möchte, ist da ein Spiegel, der ein Spiegelbild zeigt und sich abmüht, das Bild auszuwischen. Wie vor vierzig Jahren das erste Mal (siehe mein 1.Beitrag) erscheint im Spiegel immer wieder und so auch heute Morgen wieder ein Bild von einem Jemand, der ein Niemand ist, kein Ich, jemand, den „ich“ nicht kenne, aber liebe, heute mit zerzausten Haaren und vielen Stoppeln um etwas, das sich öffnet.
In Liebe Raphael

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Re: P.S.

Postby Joram » Fri Aug 15, 2014 9:35 am

Solange da ein Ich ist...
Kannst Du mir diesen „Ich“, was „da ist“ zeigen?
Was ist dieses „Ich“?

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Nichts

Postby Wer anklopft, fällt » Fri Aug 15, 2014 11:17 am

.... und wieder nichts !

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Re: Nichts

Postby Joram » Fri Aug 15, 2014 11:35 am

.... und wieder nichts !
Und wie passt das "nicht-vorhandendes-Ich" mit:
Solange da ein Ich ist...
zusammen?

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Da fehlen mir die Worte...

Postby Wer anklopft, fällt » Fri Aug 15, 2014 12:54 pm

... außer „Honi soit qui mal y pense“ - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt !
Mit anderen Worten : Gedanken denken sich selbst. "Ich" ist auch so ein Gedanke oder Wort, das gedacht wird. Von wem ? Aus der Beobachterperspektive gesehen, von einem Lebewesen genannt Mensch, in meinem Fall auf den Namen "Raphael" hörend, das denken und sprechen und schreiben kann, wie hier auch, und erkennt, dass es sich mit Hilfe von Gedanken und Worten bzw. Konzepten durch die sogenannte Welt bewegt und sich qua dieser Hilfsmittel dabei orientiert. Dieses "Lebewesen" existiert dabei genauso wenig wie ein "Ich" oder wie der "Stuhl", auf dem ich gerade sitze. Da findet einfach nur Sitzen in Verbindung mit etwas, genannt "Stuhl", beides geschieht und ist eins, "unvermischt und ungetrennt" (die alte Definition der Beziehungsform "Dreifaltigkeit" als christl. Konzept vom Göttlichen). Dieses Wahrnehmen vom Stuhl-Sitzen passiert von allein, dafür braucht es kein Ich. Genauso wie sich das Leben selbst lebt, Gefühle selbst fühlen, Gedanken selbst denken, ohne ein Ich weit und breit. Das Ich ist für mich in geistiger HInsicht das, was Arme oder Beine in Körperlicher Hinsicht sind : sie sind Ausformungen/"Ausstülpungen" vom Geist bzw. Körper und ermöglichen Bewegung, sind dem Leben in der Form "Mensch" dienlich. So irrtümlich, wie es wäre, zu sagen, Arme und Beine seien "der Mensch", ist es, zu sagen, das "Ich" sei "der Mensch". Das sogenannte Ich erfüllt seine lebensdienliche Funktion ähnlich wie es Arme und Beine tun, nicht mehr und nicht weniger.
Dafür, das mir anfangs angeblich die Worte fehlten (was selbst wiederum ein Gedanke/Wort von vielen war), sind es doch ganz schön viele geworden, fällt mir auf. Das passiert wie immer von selbst, da geschieht Denken ohne einen Denker.

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Re: Da fehlen mir die Worte...

Postby Joram » Fri Aug 15, 2014 1:13 pm

Gedanken denken sich selbst. "Ich" ist auch so ein Gedanke oder Wort, das gedacht wird.
Wenn das „Ich“ eine Gedanke ist, was passiert, wenn das Denkprozess nicht vorhanden ist, wenn „man“ mal nicht denkt?
"Ich" ist auch so ein Gedanke oder Wort, das gedacht wird. Von wem?...
Kann die Frage „wer denkt“ wirklich, „Wirklichkeitstgemäß“ beantwortet werden? (Vielleicht auch warum es möglich/nicht möglich ist?) ;-)


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